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 Die Geistige Heilung in Verbindung mit der geistigen Welt

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Soldier of Christ

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BeitragThema: Die Geistige Heilung in Verbindung mit der geistigen Welt   2019-01-14, 14:41

Aus:

1. Einleitung

 
Von alters her gibt es bei Naturvölkern und Kulturvölkern Heilkundige, die bei Mensch und Tier Krankheiten auf eine Art und Weise behandeln, die von unserer Schulmedizin und auch der bei uns gebräuchlichen Naturheilkunde sehr weit entfernt ist. Sie bedienen sich dabei paranormaler Heilmethoden. Man spricht auch von der sogenannten Geistigen Heilung. Bei ihr treten Vorgänge zutage, wie sie bei anderen paranormalen Geschehnissen ebenfalls beobachtet werden können, teils experimentell ausgelöst, teils spontan auftretend. Man ordnet diese Vorgänge heutzutage der Wissenschaft der Parapsychologie zu. Die Parapsychologie ist für den Naturwissenschaftler dadurch besonders interessant, daß in ihrem Erscheinungsbereich Übertragungsformen von Energie und Umwandlung von Materie beobachtet werden, die in der normalen Physik nicht vorkommen. Die paranormale Wandelbarkeit der Materie tritt auch bei extremen Formen der Geistigen Heilung sichtbar in Erscheinung, wie sie beispielsweise im religiösen Bereich gelegentlich in Lourdes (1) und anderswo beobachtet werden kann. Es gibt gut untersuchte Fälle, bei denen größere Knochen- oder Gewebsstücke innerhalb von Sekunden ersetzt wurden und große Wunden sich schlossen.
Im folgenden soll unter der Geistigen Heilung (oder paranormalen Heilung) eine Heilung von Körperschäden oder Krankheiten verstanden werden, bei der keine der üblichen Heilmethoden angewendet wird, die nicht nach bekannter medizinischer Erfahrung verläuft, und die auch nicht nur durch Suggestion oder Autosuggestion erklärbar ist. Statt dessen tritt bei einer solchen Heilung der Geist eines menschlichen Heilers oder einer nichtirdischen Persönlichkeit, meist verbunden mit dem innigen Wunsch des Kranken, aktiv in Tätigkeit und bewirkt bei erfolgreichen Fällen oft in kurzer Zeit eine vollständige oder teilweise Heilung der Krankheit. Wie diese Einwirkung physikalisch stattfindet, ist unbekannt, ebenso ob weitere Faktoren von Bedeutung und Wichtigkeit sind. Nach den bisherigen Erfahrungen scheint es jedoch von Vorteil zu sein, aber auch nicht unbedingt erforderlich, wenn der Kranke der Geistigen Heilung aufgeschlossen gegenübersteht, wenn er sie für möglich hält, wenn er selbst mitarbeitet, wenn er also durch Autosuggestion (wie man das nennt) ein zusätzliches Heilungsgeschehen in Gang setzt. Grundsätzlich ist das aber nicht erforderlich.

  • Die Geistige Heilung gelingt auch bei Säuglingen, Tieren und Menschen, die überhaupt nicht wissen, daß sie dieser Behandlungsmethode unterworfen werden.


Ich kenne z. B. eine Ärztin aus dem Rheinland, die bei schwierigen Fällen, in denen sie mit ihrer eigenen Behandlung nicht recht vorankam, ohne Wissen der Patienten telefonisch den englischen Heiler Harry Edwards einschaltete und dann oftmals eine ganz plötzliche Wende im Krankheitsgeschehen feststellen konnte. Ich weiß natürlich, daß man sehr viel gegen diese subjektiven Beobachtungen der Ärztin einwenden kann. Aber diese Einwendungen lassen sich, wenn keine Reihenversuche und vergleichenden Untersuchungen vorliegen, auch gegen andere Heilmethoden und jedes Medikament vorbringen. Daher sollte man die Beobachtungen der Ärztin nicht leichtfertig vom Tisch wischen, sondern sie höchstens zum Anlaß nehmen, das Phänomen genauer zu untersuchen.

  • Die Geistige Heilung ist so gut wie ausschließlich im religiösen Bereich angesiedelt, also dort, wo man das Hereinwirken außerirdischer oder göttlicher Kräfte annimmt oder zumindest für möglich hält.


Bei antiken Völkern oder heutigen Naturvölkern (2) befaßt sich der Priester oft auch mit der Krankenbehandlung auf naturheilkundliche und paranormale Weise. Besonders ausgeprägt ist das bei den Völkern, die der Religionsform des sogenannten Schamanismus angehören. Dieser ist eine betont spiritistische Religion, die ein unmittelbares Fortleben des Menschen nach dem irdischen Tode annimmt und den Verkehr mit verstorbenen Stammesangehörigen, Naturgeistern und Stammesgottheiten ausübt. Der Mittler ist dabei der Schamane, ein durch Berufung Auserwählter, der Zutritt zu einem Bereich des Heiligen hat, der für die übrigen Mitglieder der Gemeinschaft unzugänglich ist. In unserer europäischen Terminologie müssen wir heute sagen, daß der Schamane paranormal begabt ist.

  • Der Schamanismus ist die Religionsform der Völker Zentral- und Nordasiens. Er kommt aber auch bei Völkern Nord- und Südamerikas, Südostasiens und Ozeaniens vor.


Der Schamane, aber auch der Medizinmann und Priester nichtschamanischer Religionen, z. B. in Afrika, bedient sich bei der Krankenbehandlung paranormaler Praktiken, im Volksmund gemeinhin Magie genannt. Das befähigt ihn oft, eine Heilung herbeizuführen, wo es der westliche Mediziner manchmal gar nicht oder nicht so schnell oder nur mit Medikamenten kann. So gelingt z. B. das unmittelbare sofortige Zusammenheilen gebrochener Gliedmaßen ohne Schienung (2, S. 204) oder die sofortige Heilung beim Biß durch tödlich wirkende Giftschlangen (2, S. 202), selbstverständlich ohne Serumbehandlung. Parallelfälle dazu gibt es aber auch im christlichen (1) und mohammedanischen Bereich (12; 17).
Besonders bedeutungsvoll sind die herausragenden Heilungstaten von Jesus Christus. Sie erfolgten ja u. a., um als sogenannte Wunder den göttlichen Auftrag Christi nachzuweisen. Auffallend ist bei den Berichten über diese Krankenheilungen, wie schnell sie erfolgten und mit welch geringem Aufwand sie hervorgerufen wurden. Es genügte das Auflegen oder die Berührung mit den Händen oder auch nur ein Befehlswort. Ein Abschnitt aus dem Neuen Testament kann dies verdeutlichen:

Zitat :
Matthäus 9, 18: "Während Jesus noch so zu ihnen redete, trat ein Vorsteher (der Synagoge) herzu, warf sich vor ihm nieder und sagte: 'Meine Tochter ist soeben gestorben; aber komm und lege ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder zum Leben erwachen.' Da stand Jesus auf und folgte ihm samt seinen Jüngern.
Als Jesus dann in das Haus des Vorstehers kam und die Flötenbläser und das Getümmel der Volksmenge sah, sagte er: 'Entfernt euch! Das Mädchen ist nicht tot, sondern schläft nur.' Da verlachten sie ihn. Als man aber die Volksmenge aus dem Hause entfernt hatte, ging er (zu der Toten) hinein und faßte sie bei der Hand; da erwachte das Mädchen. Die Kunde hiervon verbreitete sich in der ganzen dortigen Gegend.
Als Jesus hierauf von dort weiterging, folgten ihm zwei Blinde, die laut riefen: 'Sohn Davids, erbarme dich unser!' Als er dann in das Haus gekommen war, traten die Blinden zu ihm heran, und Jesus fragte sie: 'Glaubt ihr, daß ich (euch) dies zu tun vermag?' Sie antworteten ihm: 'Ja, Herr!' Da rührte er ihre Augen an und sagte: 'Nach eurem Glauben geschehe euch!' Da taten sich ihre Augen auf; Jesus aber gab ihnen die strenge Weisung: 'Hütet euch! Niemand darf etwas davon erfahren!' Sobald sie aber hinausgegangen waren, verbreiteten sie die Kunde von ihm in jener ganzen Gegend.
Während diese hinausgingen, brachte man schon wieder einen stummen Besessenen zu ihm; und als der böse Geist ausgetrieben war, konnte der Stumme reden. Da geriet die Volksmenge in Staunen und sagte: 'Noch niemals hat man etwas derartiges in Israel gesehen!' Die Pharisäer aber erklärten; 'Im Bunde mit dem Obersten der bösen Geister treibt er die Geister aus.'
So durchwanderte Jesus alle Städte und Dörfer, indem er in ihren Synagogen lehrte, die Heilsbotschaft vom Reiche (Gottes) verkündigte und alle Krankheiten und alle Gebrechen heilte."
 
 

Auch seine Jünger rüstete Christus mit der Fähigkeit zur Krankenheilung aus. Es heißt:

Zitat :
Matthäus 10, 1: "Er rief dann seine zwölf Jünger herbei und verlieh ihnen Macht über die unreinen Geister, so daß sie diese auszutreiben und alle Krankheiten und jedes Gebrechen zu heilen vermochten."
 
 

Im Urchristentum wurde die Krankenbehandlung noch als religiöse Betätigung ausgeübt. So heißt es im Brief des Jakobus:

Zitat :
Jakobus 5, 14: "Ist jemand unter euch krank, so lasse er die Ältesten der Gemeinde zu sich kommen; diese sollen dann über ihm beten, nachdem sie ihn im Namen des Herrn mit Öl gesalbt haben. Alsdann wird das gläubige Gebet den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten, und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm Vergebung zuteil werden."
 
 

Die katholische Kirche hat diese Anweisung zum Sakrament der letzten Ölung umgewandelt, zu der ein Lexikon der katholischen Religion sagt:

Zitat :
"In der letzten Ölung wird der dem Tode nahe Christ dazu geweiht, daß er in der freiwilligen Darbringung seines Lebens das häufig in der Eucharistie vollzogene Mitopfer mit Christus im eigenen Tod endgültig wahr mache. Wird in diesem Sakrament unter Umständen auch leibliche Gesundung bewirkt, so hat auch dann Gott das Opfer angenommen, in dem ja das Leben der Entscheidung Gottes überantwortet worden ist."
 
 

Erst in neuer Zeit hat die katholische Kirche aus diesem geistlichen Beistand für Sterbende durch Umbenennung in Krankensalbung auch eine Hilfe für nicht Sterbende gemacht.
An sogenannten Wunderstätten, z. B: Lourdes in Südfrankreich, treten im katholisch-christlichen Bereich ebenfalls paranormale Heilungen auf, ohne daß hier allerdings ein bestimmter menschlicher Heiler anwesend oder erkennbar ist. Man schreibt die auftretenden Heilungen der Einwirkung der Jungfrau Maria zu, also der irdischen Mutter Christi, die ja für uns eine jenseitige Wesenheit ist.

  • Wenn man unter Spiritismus die Verbindung mit der jenseitigen Welt und die Einwirkungen aus der jenseitigen Welt durch nichtirdische Wesenheiten (also auch Gottes) versteht, fallen alle derartigen Heilungen in den Bereich des Spiritismus.


Der Anteil der körperlich Geheilten unter den vielen Heilungssuchenden in Lourdes ist zwar gering, aber doch nicht zu vernachlässigen. Interessant ist aber dabei, daß unter den Heilungen ganz bestimmte Krankheiten ausgespart bleiben wie Zuckerkrankheit, schwere Nierenleiden und Krankheiten des Blutsystems. Zuckerkrankheit und Nierenleiden sind aber Krankheiten, die bei philippinischen Heilern relativ häufig geheilt werden.

  • Sind also in der Katholischen Kirche noch Reste einer Geistigen Heilung vorhanden, so haben alle evangelischen und reformierten Kirchen nichts derartiges mehr aufzuweisen.


Dagegen ist die Geistige Heilung in einigen christlichen Sekten und anderen christlichen Randgemeinschaften sehr stark vertreten, z. B. bei der Christlichen Wissenschaft und bei allen christlichen spiritistischen oder spiritualistischen Gemeinschaften, die es auf der ganzen Welt gibt. In Europa sind sie sehr stark in England vertreten. Allein London hat über 50 spiritistische Gemeinden.
 

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Wenn du nur einen einzigen Menschen
zum Erwachen gebracht hast,
so kann es der Mensch sein
auf den ich gewartet habe,
spricht Jesus Christus


Zuletzt von Soldier of Christ am 2019-01-14, 15:13 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Die Geistige Heilung in Verbindung mit der geistigen Welt   2019-01-14, 14:44

2. Harry Edwards


Ein sehr bekannter und erfolgreicher britischer Heiler mit spiritistischer Einstellung war Harry Edwards (29. 05. 1893 – 08. 12. 1976), der bei Shere, 100 km südwestlich von London wohnte. Er war von Beruf Schriftsetzer. 1935 wurde er in einem spiritualistischen Gottesdienst auf seine Heilungsgabe aufmerksam gemacht, die er dann entwickelte und ausübte, wobei er sich jenseitigen Wesenheiten als Heilungskanal zur Verfügung stellte. Ab 1945 führte er zeitweise sogar öffentliche Heilungsdemonstrationen vor Tausenden von Zuschauern durch, z. B. in der Royal Festival Hall in London.
Edwards betätigte sich aber nicht nur als Kontaktheiler, indem er bei der Krankenbehandlung seine Patienten mit den Händen bestrich und massierte und ihre Gelenke bewegte, sondern auch als Fernheiler. Er berichtet, um 1960 z. B. in einem Jahr 673.445 schriftliche Heilungsgesuche aus aller Welt erhalten zu haben. Das Erstaunliche daran war, daß diese Heilungsgesuche, die jede Woche durch einen schriftlichen Verlaufsbericht erneuert werden mußten, auch schriftlich beantwortet wurden, und zwar nicht mit einem Schemabrief, sondern jeweils mit einem persönlichen Schreiben, das auf den eigenen Bericht bezug nahm und von Harry Edwards eigenhändig unterschrieben wurde. In jedem dieser Briefe war vermerkt, daß eingehende Berichte innerhalb von 48 Stunden beantwortet würden und daß, wenn innerhalb einer Woche keine Antwort einträfe, man erneut schreiben solle. Dieser Hinweis war besonders für Ausländer wichtig, deren Post ja verlorengegangen sein konnte. Zwar hatte Edwards ein Ehepaar Burton als Assistenten und weitere Hilfskräfte für organisatorische und schriftliche Aufgaben, aber trotzdem bleibt die Erledigung solch eines riesigen Arbeitspensums für mich bemerkenswert und rätselhaft, zumal die heilerischen Bemühungen Edwards sehr erfolgreich waren.
Harry Edwards hat nicht nur jahrzehntelang Kranke behandelt, sondern sich auch Gedanken über die Grundlagen der Geistigen Heilung gemacht. Darüber hat er einige Bücher geschrieben, von denen zwei ins Deutsche übersetzt wurden.
In einem davon führt er unter anderem folgendes aus (5, S. 31):

Zitat :
"Keine einzige Heilung kann als Musterfall für eine andere angesehen werden. Ich habe den verkrüppelten Fuß eines Kindes sofort wiederhergestellt gesehen; aber der andere Fuß in einem scheinbar ähnlichen Zustand änderte sich nicht. In derselben Woche jedoch erfuhr eine fremde und mehr chronische Form desselben Leidens eine außergewöhnlich rasche Heilung.
Nichtsdestoweniger aber gibt es mittels der Logik gewonnene sichere Schlüsse auf Grundvoraussetzungen, welche die Heilung beherrschen. Die Heilungserfahrungen der Vergangenheit mit Menschen der verschiedensten Nationalitäten und Religionen, mit führenden Geistern der menschlichen Gesellschaft und mit 'unbedeutenden' Menschen lehrten, daß ein gemeinsamer Faktor vorhanden war. Dieser Faktor ist der, daß vor Beginn einer jeglichen Heilbehandlung ein Wunschgedanke ausgesandt wurde, daß Heilung erfolgen möge. Dieser kann in Form des Gebets, der Fürbitte oder der Anrufung gekleidet sein. Dies ist der gemeinsame Nenner, der die Römischen Katholiken in Lourdes, die 'Christlichen Wissenschaftler', die Spiritualisten und jede andere Religionsform, die Heilung ausübt, verbindet. Es scheint, daß eine sinnvolle Gedankenausstrahlung notwendig ist, um die Heilungsprozesse in Tätigkeit zu setzen. Geistheilung vollzieht sich nicht automatisch durch sich selbst oder als ein rechtlich-naturgesetzlicher Vorgang.
Hierzu berichte ich ein klares Beispiel: Die Frau eines Heilers war von einer schweren Wirbelsäulenerkrankung heimgesucht und sollte am nächsten Morgen in einen Gipsverband kommen. Am vorhergehenden Abend hatte ich eine Sitzung mit ihrem Mann und ihren Kindern. Der Mann ging in Trance. Natürlich befragten auch die Kinder den Geistführer, zumal er über ihre Mutter sprach. Der älteste Sohn war darüber ungehalten, daß die Geistführer sie nicht geheilt hatten. Die Antwort des verantwortlichen Geistes war: 'Wir wurden niemals darum gebeten.' Daraufhin sagte der Sohn: 'Gut, ich bitte dich hiermit, meiner Mutter zu helfen.' Der Geist antwortete: 'Wir wollen es versuchen.' In der Nacht fühlte die Mutter, daß ihre Wirbelsäule behandelt wurde, und sie wußte, daß sie von ihrem Leiden befreit war. Als am nächsten Morgen der Facharzt erschien, um die Kranke in den Gipsverband zu legen, traf er sie völlig geheilt und bei bester Gesundheit umhergehend an.
Daraus ergibt sich der erste Schluß:
 
 


  • Die Aussendung einer sinnvollen gedanklichen Kraft, die Bitte um Heilung ist notwendig, um die Heilung einzuleiten.



Zitat :
Alles, was geschieht, jede Bewegung, jeder Wechsel in unserer Auffassung ist das Ergebnis gesetzbeherrschter Kräfte, die sich an das Selbst wenden. Da gib es keine Ausnahme. Wir beobachten diese Gesetze in der Entwicklung der Materie, den Bahnen der Sterne, bei der Zeugung, Geburt, Wachstum und beim Tod, in dem atomaren Aufbau eines Elements und überall sonst. Die menschliche Wissenschaft ist auf diese sicheren Gesetze aufgebaut; andernfalls würde Chaos herrschen. Nichts geschieht durch 'Zufall'.
 
 


  • Dieselbe Gesetzmäßigkeit gilt auch für Geistheilungen. Wenn eine Geistheilung stattfindet, werden mit dem kosmischen Prinzip übereinstimmende gesetzmäßige Kräfte in Tätigkeit gesetzt, und die Heilungen sind deren Ergebnis nach Maßgabe deren bestimmten Bedingungen.



Zitat :
Dieser Schluß zeigt uns einen der begrenzenden Faktoren in der Heilung. Es kann keine Heilung stattfinden, die gegen die Gesetzmäßigkeit wäre. Wenn zum Beispiel ein Finger amputiert ist, so kann kein neuer wachsen, oder einem Greis kann die Heilung keine Jugendlichkeit wiedergewinnen."
 
 

Hier irrt Harry Edwards. In sehr seltenen Fällen ist sogar die Wiederherstellung eines amputierten Gliedes beobachtet worden:
Anfang August 1637 geriet ein 18 Jahre alter Spanier namens Miguel Juan Pellicer aus Calanda in Aragonien in der Nähe von Valencia unter die Räder eines beladenen Fuhrwerks. Ein Rad führ über den rechten Unterschenkel, wodurch ein offener Bruch entstand (4). Da die Wunde eiterte und nicht heilte, mußte der Unterschenkel Ende Oktober 1637 amputiert werden.
Nach Entlassung aus dem Krankenhaus lebte Juan Pellicer zunächst in Saragossa und ernährte sich vom Betteln. 1640 kehrte er zu seinen Eltern, die Bauern in Calanda waren, zurück. Auch dort bestritt er seinen Lebensunterhalt durch Betteln.
Am Abend des 29. März 1640 kehrte er nach einer Betteltour müde in sein Elternhaus zurück, nahm gegen 22.00 Uhr seine hölzerne Beinprothese ab und legte sich auf dem Fußboden des elterlichen Schlafzimmers zur Nachtruhe nieder (4, S. 84). Dabei war er nur mit einem Mantel seines Vaters zugedeckt. Als gegen 23.00 Uhr seine Mutter noch einmal zu ihrem Sohn hinblickte, bemerkte sie, daß unter dem Mantel auf einmal zwei Beine hervorschauten, statt zuvor nur eins. Der Vater wurde gerufen und der Mantel völlig aufgedeckt. Dabei stellte man fest, daß tatsächlich beide Beine wieder vollständig vorhanden waren. Nachdem der Sohn geweckt war, gab er an, daß er geträumt habe, in der Gnadenkapelle "Unserer Lieben Frau del Pilar von Saragossa" gewesen zu sein, vor deren Tür er früher als Bettler gesessen und in der er oft um Heilung gebettet hatte. In dieser Kapelle habe er im Traum seinen Beinstumpf mit dem wunderbaren Öl der Marienlampe eingerieben. Danach sei er dann von seinen Eltern geweckt worden.
Das regenerierte Bein blieb dauernd erhalten. Die perfekte Gehfähigkeit kehrte jedoch erst nach und nach zurück. Das Geschehen erregte natürlich erhebliches Aufsehen. Der zuständige Bischof Apaolaza ordnete eine kanonische Untersuchung an, und am 27. April 1641 proklamierte der Erzbischof von Saragossa das außerordentliche Geschehen zum Wunder. An Medizinern untersuchte u. a. ein deutscher Arzt namens Petrus Neurath den Fall und verfaßte eine Abhandlung unter dem Titel: "Miraculum divae Virginis quae Caesaraugustae crus puero abscissum restituit anno 1640, 29 martii". Die Abhandlung wurde 1642 in Madrid gedruckt. Da es damals noch keine photographierenden Pressereporter gab, wurde das wunderbare Geschehen von Künstlern in 24 Gemälden bildlich dargestellt, so, wie die Maler sich den Ablauf vorstellten, nämlich, daß geflügelte Engel mit dem amputierten Bein aus dem Himmel herabkamen und es dem Miguel Juan Pellicer wieder ansetzten. Auch König Philipp VI. von Spanien erwies dem Wunder seine Reverenz. Er ließ Juan Pellicer nach Madrid kommen, begutachtete im Beisein des ganzen Hofstaates kniend das wieder angewachsene Bein und küßte es ehrfurchtsvoll.
 
 
Nach dieser Einfügung soll wieder Harry Edwards zu Wort kommen. Er fährt fort (5, S. 32):

Zitat :
"Bei jedem Krankheitsbild haben wir nach der Ursache zu fragen. Wenn ein Kranker von seiner Gicht geheilt wurde, aber weiterhin in ungesunder feuchter Umwelt lebt und in einem feuchten Bett schläft, so werden damit Bedingungen für einen möglichen Rückfall in die Krankheit geschaffen. Das bedeutet nicht, daß eine erneute Heilungsbehandlung negativ verlaufen würde; doch sind die Heilungsaussichten deshalb geringer, da die Ursachen der Krankheit denkbar ungünstige sind.


  • Man soll also stets selbst soviel als möglich dazu tun, der Krankheit keinen 'natürlichen' Boden zu geben



Zitat :
Oder wenn zum Beispiel eine Person in hohem Alter an chronischer Arterienverkalkung leidet, sollten wir keine restlose Wiederherstellung erwarten, sondern uns um weitgehendste mögliche Minderung des Übels und Normalisierung des Kreislaufs bemühen.
 
 


  • Genauso wie die irdische Welt von physikalischen Gesetzen beherrscht wird, so wird auch die geistige Welt von ihren entsprechenden Gesetzen beherrscht, denn solche Gesetze bestehen, wo immer Ordnung herrscht.



Zitat :
Die geistigen Gesetze müssen offensichtlich den physikalischen übergeordnet sein, denn letztere sind von der 'Gerichtsbarkeit' der geistigen Gesetze abhängig.
 
 


  • Die Praxis der Geistheilung lehrt uns, daß jeder Grund zu der Annahme besteht, daß die Geistführer geistige Gesetze oder Energien zu benutzen imstande sind, um einen Umschwung zum Besseren im Ganzheitlichen Selbst des Patienten zu bewirken.



Zitat :
Die Zusammenfassung dieser beiden Schlüsse läßt uns erkennen, daß Geistheilung das Ergebnis gesetzmäßiger Kräfte ist, die in das Heilungsgeschehen aufgrund unserer Gedankenaussendung eingreifen.
Die Berichte erfolgreicher Heilungen lassen uns einen weiteren gemeinsamen Faktor erkennen:
 
 


  • Waren die richtigen Bedingungen für den Heilungsvollzug geschaffen, gab es keine Mißerfolge, denn die Kette der Erfolge wird nur durch physische und geistige Gesetze unterbrochen.



Zitat :
Wir erleben Heilungen der verschiedensten Art durch die Mittlerschaft eines einzigen Heilers. So zum Beispiel die Heilung einer Gemütskrankheit, die Auflösung einer bösartigen Geschwulst, die Wiederherstellung der Sehkraft, die Normalisierung der Blutzusammensetzung im Falle der Leukämie usw. Dieser Umstand beweist, daß verschiedene Arten der Heilungskraft für die Behandlung jedes individuellen Krankheitsbildes angewandt werden müssen.
Um nun die richtige Art der Heilungskraft in jedem der verschiedenen Krankheitsfälle anwenden zu können, ist die Fähigkeit der richtigen Diagnose und Aufdeckung der Krankheitsursächlichkeiten erforderlich. Um diese Leistung zustandezubringen, muß eine anweisende hilfreiche Intelligenz vorhanden sein. Wenn ein kranker Mensch für 'unheilbar' erklärt wurde, scheint alle menschliche Weisheit nichts mehr ausrichten zu können, und die Schulmedizin muß versagen. Wenn aber nun der 'Unheilbare' durch Geistheilung doch geheilt wird und seine völlige Gesundheit wiederfindet, so bedeutet das, daß eine höhere Intelligenz eingegriffen hat. Und diese Intelligenz ist nicht menschlichen Ursprungs, sondern sie muß aus der Geistigen Welt kommen.
Manche behaupten, daß dieses Wissen aus dem menschlichen Unterbewußtsein käme. Jedoch gibt es keinen einleuchtenden Hinweis dafür, daß die Menschheit die genaue Kenntnis der Ausführung einer planmäßigen Geistheilung im Falle des Versagens menschlicher Kunst besitzt oder jemals besaß. Denn es liegt kein menschlicher Erfahrungsschatz vor, aus dem das Unterbewußtsein ein so genaues und tiefschürfendes Wissen hätte schöpfen können.
Daraus ist der einleuchtende Schluß zu ziehen, daß die Geistführer dieses weitere Wissen zu erwerben imstande waren. Ebenso einleuchtend ist es, daß der Heilungsvollzug des physischen Geistes und Körpers nicht nur den regulären Einsatz der geistigen Kräfte an sich erfordert, sondern diese mit den physischen Gesetzen, welche die menschlichen Körperfunktionen beherrschen, zu verbinden verlangt, um nämlich die Geistkraft in eine physische Wirkung zu verwandeln.
Um irgendeinen Plan, und sei es nur der Bau eines Kaninchenstalls, zu verwirklichen, bedarf es stets einer intelligenten Durchführung. Um irgendeine physikalische Kraft, etwa die Elektrizität, nutzbar anwenden zu können, bedarf es unseres Verständnisses der Gesetze, welche die Elektrizität beherrschen. Eine Geistheilung ist ebenfalls eine geplante Handlung. Sie erfordert zu ihrer Durchführung sowohl Hingabe als auch intelligente Leitung. Um nämlich das gewünschte Resultat zu erhalten, muß man sich des Wissens bedienen, wie die Helferkräfte eingesetzt werden müssen, um die gewünschte chemische oder funktionelle Veränderung im Körper des Patienten hervorzurufen.
Die Aneignung von Wissen mittels der menschlichen Wissenschaft vollzog sich stets nur durch den langsamen und mühevollen Prozeß der Erfahrung und des Irrtums. Es ist logischerweise anzunehmen, daß auch ein Geistführer nicht plötzlich in den Besitz unbegrenzter Weisheit kommt, sondern daß er auch einst Schritt für Schritt die mühsame Erfahrungsstraße ging, um die Anwendung der geistigen gesetzmäßigen Kräfte und ihr Zusammenwirken mit den physischen und physikalischen Kräften zu lernen, um mit diesem Wissen eine glückliche Wendung im Krankheitsbild eines Patienten zu bewirken. Ein deutliches Kennzeichen für diese Annahme ist die Erfahrung, daß gewisse Leiden heute wesentlich leichter durch Geistheilung behoben werden können als in den vergangenen Jahren.
So haben wir diese Folgerung aus den drei Schlüssen zu ziehen:


  • Die Aussendung einer Gedankenbitte durch den menschlichen Geist in Übereinstimmung mit einer jenseitigen Intelligenz befähigt den Geistführer, dieses Anliegen aufzunehmen und die genaue geistige Kraftqualität abzugeben, um die jeweilige besondere Fehlfunktion im Körper des Kranken zu beheben.



Zitat :
Die Heilungsfähigkeit dieser Geistführer ist jedoch nicht allmächtig. Wie bereits gesagt wurde, ist sie durch das Ganzheitliche Gesetz begrenzt. Zwar sind auch spontane Heilungen ernsthafterer Leiden nicht selten, jedoch der größere Prozentsatz der Geistheilungen benötigt einen gewissen Zeitraum, um auch dem Geistführer ein allmähliches Aufspüren der eigentlichen Krankheitsursache und damit Beseitigung der Symptome zu erlauben. Viele körperliche Krankheitsbilder erfordern diesen Zeitraum, um den Umschwung zum Guten Eintritt zu verschaffen und Zusammenbrüchen und Schwächen beizukommen und um neue Stärke, Lebenskraft und reibungslosen Ablauf der Körperfunktionen aufzubauen. Geistheilung ist wahrlich eine Geisteswissenschaft.
In den vergangenen Jahren vernahmen auch ärztliche Autoritäten von den erfolgreichen Heilungen 'unheilbarer' Krankheiten, die sie mittels ihrer medizinischen Wissenschaft nicht erklären konnten. So sahen sie 'Spontanheilungen' kurzum als 'Selbsthilfe der Natur' an, froh, dieses 'leidige' Thema damit abgetan zu haben. Freilich muß jedem Ereignis ein vernunftgemäßer Vorgang zugrunde liegen. Wir schlagen indessen vor, die von uns vorgetragene, ebenfalls vernunftgemäße These zur Erklärung für jene Heilungen, die jeder medizinischen Erwartung zuwiderlaufen, anzunehmen.
Dieses Buch ist vom Standpunkt des Spiritualismus aus geschrieben, und seine Folgerungen beruhen auf der Voraussetzung des Naturgesetzes vom Weiterleben nach dem Tode. Die Kritiker haben entweder die dargelegten Schlußfolgerungen zu akzeptieren oder eben eine andere auf der Logik beruhende These zu finden.
Geistheilung ist nicht neu – sie ist uralt. Jesus kannte den Weg der Anrufung der Heilungskräfte und lehrte seine Jünger und andere den Gebrauch dieser Kräfte. Die Wiederauferstehung der Anwendung dieser Gabe erfolgte durch unser neues Wissen um die spirituellen Kräfte, wie es uns die Geisteswissenschaft offenbarte.
Die erste und vielleicht wichtigste Lehre, die der Heilungsschüler lernen muß ist jene, daß er nicht heilt. Des Heilers Körper besitzt keine besonderen Fähigkeiten, die Krankheitsursache eines anderen Menschen festzustellen. Sein Geist besitzt nicht das Wissen, um den Heilungsvorgang zu kennen, und es gibt auch keine Technik, es zu lernen. Der Heiler ist lediglich das Werkzeug des Geistführers, der ihn als 'Heilungskanal' benutzt, sofern der Heiler bereit und fähig ist, sich mit ihm zu verbinden.
Es gibt keine bestimmten Regeln, die das Heilen beherrschen, und auch ein bestimmter 'Sicherer' Weg zur Entwicklung der Heilungsgabe kann nicht gewiesen werden. Jeder Mensch ist für sich eine bestimmte Individualität, und die Geistführer sind ebenfalls bestimmte Individualitäten. Dennoch gibt es gewisse allgemeine Richtlinien, die dem künftigen Heiler bei der Entwicklung der Heilungsgabe dienen mögen.
Aus dem Grunde, daß die Heilung von einer anderen Dimension aus erfolgt und wir bis jetzt noch nicht ihre genaue Handhabung verstehen können, ist kein Heiler in jedem Fall in der Lage, das Ergebnis der Behandlung vorauszusagen. Es liegt deshalb also nicht in der Macht des Heilers und außerhalb seiner Verantwortung, Prognosen zu geben.
Gleichzeitig sollte der Heiler jedoch der Heilungskraft des Geistführers niemals in seiner Vorstellung eine Grenze setzen. Häufig wurde ich einem chronischen Krankheitsfall gegenübergestellt. Mein 'normaler' Verstand mochte denken, daß 'in diesem Falle sicher nichts mehr getan werden könne'. Doch zu meiner Überraschung und Freude sah ich auch erfolgreiche Heilungen unter diesen scheinbar 'unmöglichen' Bedingungen.
So erfolgten Hunderte von gelungenen Heilungen, deren erfolgreichen Verlauf niemand mit 'gesundem Menschenverstand' vorauszusagen gewagt hätte, und die uns zeigen, wie gering unser Wissen über die ungeheuren Möglichkeiten des Eingreifens des Geistes und der Geisterwelt in das Bauwerk des Naturgesetzes ist."
 

So weit ein Auszug der Darlegungen von Harry Edwards. Er war während seiner Heilbehandlungen bei vollem Bewußtsein, befand sich auch nicht in Halbtrance. Er sprach dabei mit den Patienten, berührte und bestrich sie mit seinen Händen, versenkte sich kurzzeitig im Gebet, und lenkte so die durch ihn hindurchfließenden "Heilkräfte" in die Kranken hinein. 
  

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BeitragThema: Re: Die Geistige Heilung in Verbindung mit der geistigen Welt   2019-01-14, 14:49

3. George Chapman


Ganz anders als Edwards "arbeitet" ein weiterer bekannter und erfolgreicher britischer Heiler. Er heißt George Chapman und wohnt in Aylesbury, 60 km nordwestlich von London. Wie Edwards ist er Spiritist und wirkt als Heilungskanal für jenseitige Wesenheiten. Dies vollbringt er aber im Zustand der Volltrance, wobei ein Geistwesen mit des Heilers Stimme spricht und mit seinen Händen wirkt. Chapman ist am 04. 02. 1921 geboren, arbeitete nach der Schulzeit in einer Autowerkstatt, einem Schlachthof und im Hafen (3, S. 19) und war während des Krieges Sergeant bei der britischen Luftwaffe.
Nach dem Krieg (1946) wurde er in Aylesbury Feuerwehrmann. Zwei Ereignisse gaben Chapmans Lebensbahn eine neue Richtung: Sein erstes Kind, eine Tochter, starb 1945 vier Wochen nach der Geburt. Dieses schwerverwundene Ereignis öffnete sein Inneres für die Verbindung mit der jenseitigen Welt. Sodann wurden auf der Feuerwehrwache von den Männern während der einsatzfreien Zeit Glasrücksitzungen abgehalten. Chapman führte diese zu Hause auch mit seiner Frau weiter (3, S. 20). Sehr bald meldete sich über das von den Händen auf einem Alphabet geschobene Glas seine früh verstorbene Mutter und berichtete, daß sie das 1945 verstorbene Töchterlein betreue. In weiteren Mitteilungen wurde er auf seine Heilkräfte aufmerksam gemacht und darauf, daß in der jenseitigen Welt eine Geistheilgruppe gebildet werde, die durch ihn als Medium unblutig Kranke auf dieser Erde operieren wolle. Daraufhin nahm Chapman regelmäßig an spiritistischen Sitzungen teil und entwickelte sich zum Volltrance-Medium. Zuerst sprachen die verschiedensten Geistwesen durch seinen Mund, doch allmählich wurde ein "Dr. Lang" der alleinige "Verbindungsmann".
Dieser Dr. William Lang ist eine historisch bekannte und nachweisbare Persönlichkeit. Er wurde am 28. 12. 1852 geboren, war zunächst Assistenzarzt, dann Chirurg an einem städtischen Krankenhaus und ab 1880 Augenchirurg am Middlesex Hospital in London. 1881 gründete er zusammen mit Kollegen die britische ophthalmologische Gesellschaft (7, S. 18; 3, S. 25). Er verfaßte eine Reihe von Arbeiten über Augenheilkunde und führte Verbesserungen bei der Augenoperationstechnik ein. Am 13. Juli 1937 starb Dr. Lang. Da er zu Lebzeiten Kenntnisse über das Leben nach dem Tode gewonnen hatte, war er über seine Weiterexistenz nicht erstaunt.
Er bereichtet durch den Mund von George Chapman (7, S. 26):

Zitat :
"Wenn du hier herüber kommst, behältst du dieselbe Persönlichkeit wie auf Erden. Einige Leute, die mich hier sehen, sagten:
Zitat :
'Du bist so eine wunderbare Geistperson, Dr. Lang (-1-).
Und ich antworte ihnen:
Zitat :
'Sieh her, junge Frau oder junger Mann, als ich auf Erden lebte, liebte ich mein Leben in seiner ganzen Fülle. Ich versuchte, Gutes zu tun und nicht willentlich jemand zu schaden, aber ich war niemals ein vollkommenes Wesen. Und nun, wo ich meinen Übertritt in die geistige Welt vollzogen habe, bin ich immer noch derselbe William Lang, der ich auf Erden war. Ich weiß jetzt ein bißchen mehr über meine Arbeit, aber bei mir selbst hat sich nichts verändert. Ich bin noch dieselbe Person.'
Du siehst, wenn die Leute glauben, daß sie durch den Tod hier zu wundervollen Persönlichkeiten werden, so ist das nicht der Fall. Du bleibst derselbe.
Als ich in die geistige Welt übergetreten war, hatte ich bald das Verlangen, wieder etwas Nützliches zu tun. Ich erzählte meinen Freunden, die bei mir waren:
Zitat :
'Heilkunde war mein ganzes Leben. Ich kann sonst nichts, und ich würde gerne mein Wissen und meine Erfahrung weiterhin anwenden, um den Menschen zu helfen. Könnt ihr mich dabei unterstützen?'  
Darauf zeigten sie mir die hiesigen Krankenhäuser, die den Hospitälern, die ich kannte, ziemlich ähnlich waren. Ich konnte sehen, wie Patienten, die in krankem Zustand in unsere Welt gekommen waren, von Geister-Ärzten (spirit doctors) und Schwestern behandelt wurden. Ich bemerkte aber sofort, daß die Behandlung in der Geistigen Welt sehr verschieden von der ist, die wir auf Erden angewendet haben. Daher war ich begierig, diese besondere Behandlungsweise sobald als möglich zu erlernen.
Zitat :
'Du wirst es nicht schwer finden zu lernen, am Geistkörper zu operieren', belehrte mich mein lieber Freund Bland-Sutton, der ein Jahr vor mir hier angekommen war. 'Wir alle mußten in unsere Studentenzeit zurückkehren, um uns die neue Methode anzueignen, die ganz verschieden ist von der Arbeit am physischen Körper. Aber es ist der einzige Weg für einen Geisterarzt, seinen Patienten hier zu helfen.'
Ich war sehr interessiert und begierig, an die Arbeit zurückzukehren und begann sofort damit, die Kunst der geistigen Chirurgie (spirit surgery) zu erlernen. Obwohl der Geistkörper (-2-) mehr oder weniger mit dem physischen Körper identisch ist, bleibt es trotzdem ziemlich schwierig, einem auf der Erde lebenden Menschen genau zu erklären, wie ein Geister-Arzt einen Geistkörper operiert oder eine andere Form der Behandlung anwendet, weil es doch nicht voll verstanden würde.
Zusammen mit einer Reihe medizinischer Freunde operierte ich viele Wesen, die krank herübergekommen waren und half, sie von all ihren Leiden zu befreien. Es war eine sehr lohnende Tätigkeit, aber ich dachte schließlich: 'Ich werde hier nicht unbedingt als Doktor gebraucht. Es gibt hier genug hocherfahrene Chirurgen und Ärzte, die voll ausreichend sind, die Geistwesen zu versorgen. Vielleicht kann ich den Menschen helfen, die auf der Erde an schweren Krankheiten leiden.' Ich sprach darüber mit meinen Freunden, und sie meinten, nachdem sie meinen Plan sorgfältig durchdacht hatten:
Zitat :
'Der einzige Weg, um dein Vorhaben durchzuführen, besteht darin, ein Medium für dich zu finden, durch das du auf der Erde wiedererscheinen kannst. Es ist sehr schwer, das richtige Medium zu finden, aber es ist möglich.'
'Gut, dann wollen wir versuchen, es zu finden', schlug ich vor.
Sie entgegneten: 'Du mußt dir aber völlig sicher sein, daß die Rückkehr zur Erde und die medizinische Hilfeleistung für Menschen wirklich das ist, was du zu tun wünschst, bevor das richtige Medium gefunden und für dich ausgebildet ist. Der Grund dafür liegt darin, daß du, wenn du dein Medium findest, bis zum Abschluß deiner Aufgabe bei ihm bleiben mußt. Erst dann, wenn des Mediums Lebenszeit auf Erden abgelaufen ist, hat auch deine Tätigkeit als Geisterarzt ihr Ende gefunden.'
Ich versicherte ihnen: 'Ich bin wirklich entschlossen, als Geisterarzt zur Erde zurückzukehren und meine Aufgabe so lange als möglich auszuführen. Wollt ihr mir nun dabei helfen, das richtige Medium zu finden?'
Meine Freunde versprachen mir: 'Du kannst ganz beruhigt sein, William, daß alles getan wird, dir zu helfen. Du mußt aber Geduld haben, wie wir dir schon sagten, weil es schwierig ist, das richtige Medium zu finden. Vergiß auch nicht, daß viele Ärzte hier dasselbe Bestreben wie du haben, zur Erde zurückzukehren und als Geisterärzte durch Medien zu arbeiten. Aber nur wenige von ihnen haben ein Medium gefunden.
Du magst vielleicht glücklicher als die anderen sein, denn es gibt einen jungen Mann auf der Erde, der für dich als Medium ausgebildet werden könnte. Aber es ist eine schwierige Aufgabe und voll von Unwägbarkeiten. Vorerst jedoch mußt du deine Arbeit an den hiesigen Krankenhäusern fortsetzen. Vervollkommne deine Fähigkeiten als Geisterarzt. Wir wollen unser Bestes tun, um die Versuche mit dem jungen Mann durchzuführen, damit er für dich ausgebildet werden kann.' "


Die mediale Ausbildung von George Chapman hatte wirklich Erfolg, und seit 1951 (7, S. 31) wirkt William Lang als Geisterarzt durch sein Medium, das deswegen einige Jahre später auch seinen Beruf als Feuerwehrmann aufgab.
Die Arbeitsweise von Dr. Lang ist ganz verschieden zu derjenigen der Geistführer von Harry Edwards. William Lang "operierte" überwiegend, aber nicht den materiellen Körper, wie es viele philippinische und brasilianische Heiler in blutiger Weise tun, sondern den Astralleib (auch Ätherkörper bzw. Geistkörper, engl. spirit body). Dabei ist Chapman in Volltrance, und zwar jeweils stundenlang. Sie beginnt morgens beim Eintreffen des ersten Patienten und endet nachmittags nach Beendigung der Sprechstunde. Über die Zwischenzeit weiß der Heiler hinterher nichts.
Er spricht im Trancezustand ein gehobenes Englisch und gibt sich leutselig und gönnerhaft. Seine Augen sind geschlossen in verkniffener und manchmal blinzelnder Art und Weise. Die Persönlichkeit, die dann durch Chapman spricht, eben dieser Dr. Lang, gibt sich in seinem Gehabe und seinen Kenntnissen wie ein Arzt des vorigen Jahrhunderts. Frühere Kollegen und Patienten aus Lebzeiten des Dr. Lang sind der Überzeugung, in dem Geistwesen den verstorbenen Augenchirurgen wiederzuerleben.
Mit gelegentlich anwesenden irdischen Ärzten führt er medizinische Fachgespräche, was Chapman nie könnte. So erfolgte eine derartige Unterhaltung Ende Dezember 1969 mit dem New Yorker Arzt Dr. Robert W. Laidlaw. Sie behandelte zum Teil persönliche Dinge. Doch wurden auch medizinische Fragen erörtert.
Einige Sätze Langs lauteten folgendermaßen (3, S. 41):

Zitat :
"Einige Krankheiten, wie z. B. Knochenbrüche, erfordern eine Behandlung auf physischer Ebene, andere Krankheiten kommen aus dem Seelisch-Geistigen. Ich muß die jeweilige Quelle der Störung finden. Wenn nach einer gelungenen Operation die Schmerzen weiterbestehen, liegt die Ursache im Seelischen oder Geistigen. Viele Menschen sind organisch vollkommen gesund, aber ständig krank. Nach meinen Beobachtungen fehlt ihnen Energie oder Lebenskraft. Sie sind wie eine leere Batterie. Ich übertrage in diesen Fällen Energie von meinem Medium und gebe Heilbestrahlung.
Retrobuläre Neuritis (-3-) wird oft als rein physische Krankheit angesehen. Doch ich stelle immer wieder fest, daß Patienten mit mißlichen Lebenserfahrungen oder einem überaktiven Bewußtsein Spannungen aufbauen können, die dann als retrobuläre Neuritis zutrage treten. Dieser Vorgang hat seinen Ursprung im Geist selbst. Man muß den Patienten als Ganzheit sehen. Manchmal kann man den Patienten in leichte Trance versetzen. Man läßt ihn tief einatmen, bis er völlig entspannt ist, befragt ihn dann und bespricht seine Probleme mit ihm. Danach kann man ihn über den Astralleib behandeln und die fibrösen Beschwerden am leiblichen Körper zum Verschwinden bringen. Bei der Behandlung muß der Astralleib etwas vom physischen Körper gelöst werden.
... Nicht jeder Krankheitszustand ist heilbar. Ich sage den Patienten, daß ich nur mein Bestes tun kann. Auch mein Medium betont dies nachdrücklich."

Die "Operationstechnik" des Dr. Lang geht von der Annahme aus, daß der Astralleib, der ja tief im physischen Leib verankert ist, bei körperlichen Erkrankungen und Verletzungen ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wird. Zwischen beiden Leibern bestehe eine Wechselwirkung in beiden Richtungen. Wenn nun die krankhaften Veränderungen des Astralleibes behandelt und geheilt werden, kann das auch zur Heilung des körperlichen Leidens führen.
Bei der Behandlung liegt der Patient auf einem Ruhebett und erzählt Dr. Lang seine Krankengeschichte. Jeder, ob nun 20 oder 80 Jahre alt, wird von ihm mit "young man" oder "young lady" angeredet. Was ich hier berichte, beruht auch auf eigenem Erleben, denn ich habe sowohl Lang/Chapman als auch Harry Edwards persönlich kennengelernt. Nach dem Vorgespräch beginnt gewöhnlich die "Operation". Dazu beugt sich Lang über den Patienten und manipuliert in geringem Abstand über seiner Kleidung mit seinen Händen wie ein Chirurg, der mit unsichtbaren Instrumenten an einem unsichtbaren Körper herumschneidet, unsichtbares Gewebe herausholt, es in einen unsichtbaren danebenstehenden Eimer wirft und mit einer unsichtbaren Spritze Injektionen gibt.
Zu Beginn dieser Operationen, so gibt Lang an, wird der Astralleib ein wenig aus dem physischen Körper herausgehoben, so daß er überhaupt an ihm arbeiten kann. Mir fiel besonders das mehrfache laute Fingerschnipsen bei den Manipulationen auf. Ich habe mir später sagen lassen, daß es die Angewohnheit mancher Chirurgen auch auf dieser Erde ist, durch Fingerschnipsen das Zeichen zum Anreichen des nächsten Instrumentes zu geben. Entsprechend dem Fingerschnipsen waren auch die Handbewegungen von Chapman bzw. Lang, die er zur Entgegennahme der "angereichten" Instrumente machte. Das bedeutet, daß er nicht allein arbeitet, sondern eine Gruppe von Helfern um sich hat. Dazu gehört auch sein verstorbener Sohn Basil, der auf Erden ebenfalls Chirurg war.
Über ihn berichtet George Chapman (3, S. 50):

Zitat :
"Eines Nachmittags, nur wenige Tage nach der Geburt meines Sohnes Michael, war ich im Behandlungszimmer in Trance. Da fragte Dr. Lang meine Frau Margie, ob er das Baby sehen dürfe. Sie brachte Michael, und Dr. Lang nahm ihn in seine Arme und wiegte ihn. Dann sagte er:
Zitat :
'Ich hatte einst einen Sohn Basil. Eines Tages wird Michael das Medium für meinen Sohn sein und so die Heilarbeit fortsetzen.'
Es war das erste Mal, daß Dr. Lang von seinem Sohn sprach, und von jener Zeit an begann Basil Lang seinem Vater bei der Arbeit zu assistieren."  


Die Patienten verspüren in der Regel von den "Operationen" des Dr. Lang nichts. Nur einzelne haben dabei gewisse, aber nicht sehr unangenehme Empfindungen. Gelegentlich werden auch die "geistigen Injektionen" mit der unsichtbaren Spritze als leichter Stick empfunden.
Ganz anders ist das bei manchen philippinischen Heilern, die ebenfalls in reichem Maße solche für unsere Augen "imitierten" Injektionen geben. Sie sprechen dabei von "magnetic injections" und gehen äußerlich wie Dr. Lang vor. Aber zumindest bei den Heilern José Mercado und Juanito Flores, wo ich derartiges erlebte und auch filmte, verspüren alle Patienten einen starken Stick, und bei manchen fließt hinterher sogar deutlich Blut. Und das, obwohl mit Sicherheit keine materielle Injektionsnadel benutzt wird.
Wegen der großen Anzahl der Heilungssuchenden aus aller Welt bei monatelanger Warteliste kommt ein Patient bei Dr. Lang meist nur einmal zur persönlichen Behandlung nach Aylesbury. Anschließend wird er auf die Fernheilung verwiesen. Die Behandlungen bewirken bei manchen Kranken beeindruckende Besserungen, bei anderen dagegen bleiben sie völlig erfolglos. Aus beiden Gruppen kenne ich Patienten persönlich. Erfolgreiche Fälle sind in den Büchern (3; 7) beschrieben.
Wie die irdischen Ärzte können auch die Geisterärzte keine Wunder wirken, was sie meist selbst betonen. Jedoch sind sie fähig, in machen Fällen Heilung, Besserung oder Linderung zu bringen, wo es die irdischen Ärzte nicht vermochten. Es ist ja fast immer so, daß ein Heiler erst dann aufgesucht wird, wenn irdische Ärzte erfolglos blieben. Daß auch bei der Geistigen Heilung Fehlschläger auftreten, kann mit seine Ursache darin haben, daß nicht oft oder lange genug behandelt wurde oder daß der Patient die Vorschriften des Heilers oder des Geisterarztes nicht befolgt hat. Mit den gleichen Schwierigkeiten haben ja auch unsere irdischen Ärzte zu kämpfen.

  • Dr. Lang schildert in seinem medial durchgegebenen und anfangs zitierten Bericht, daß in der jenseitigen Welt zahlreiche verstorbene Ärzte darauf warten, sich mit Hilfe von Medien wieder medizinisch betätigen zu können.


Zur Ergänzung dieser Angabe führe ich hier noch den medialen Bericht eines ehemaligen schweizerischen Heilmagnetiseurs an, der Albert Pauchard hieß und am 03. Juli 1934 in Genf starb. Er meldete sich von 1935 bis 1937 medial bei einem in Holland lebenden älteren Freundespaar und berichtete über seine Erlebnisse und Erfahrungen in der jenseitigen Welt.
 
In diesem Zusammenhang schilderte er auch das nachtodliche Schicksal eines verstorbenen Arztes und schreibt (10):

Zitat :
"Ich habe hier drüben einen Arzt angetroffen, der einen Fall für sich darstellt. Er ist in einem solchen Maße mit seiner Arbeit verwachsen, daß er einfach nicht aufhören kann, sich ihr zu widmen. Er wirkt besonders durch hellsichtige Menschen hindurch und ist selig darüber, auf diese Weise seine ärztliche Tätigkeit fortsetzen zu können. Seit mehr als einem halben Jahrhundert gibt er sich im Jenseits seiner Lieblingsbeschäftigung hin. Für mich ist das ein seltsamer Fall von freiwilliger Selbstbeschränkung. Dabei war er sich seines Todes durchaus bewußt gewesen, ja er hatte sogar schon ziemlich lange vorhergeahnt, daß er werde sterben müssen. Kaum hier angelangt, setzte er alles daran, sich den neuen Umständen anzupassen und sogleich nach Möglichkeiten zu suchen, um seine ärztliche Tätigkeit vom Jenseits hier fortzusetzen. Solche Möglichkeiten hat er gefunden, und seither hat er sich nie die Zeit genommen, um sich auch für etwas anderes zu interessieren. Ich habe ihn einmal gefragt, ob nicht auch er hier drüben gewisse Erfahrungen gemacht habe – angenehme oder weniger angenehme – so ganz andere Erfahrungen als auf Erden. Ihr wißt schon, wovon ich spreche. Er sah mich halb überrascht, halb abwesend an und sagte: 'Nein.' Tatsächlich hat er seine frühere Tätigkeit ohne Unterbrechung weitergeführt. Ich weiß nicht, wie lange das noch so gehen wird. Auf jeden Fall wirkt er höchst segensreich, ohne im geringsten an die Verdienste zu denken, die er sich dadurch selbst erringen könnte.
Dieser Arzt liefert ein bezeichnendes Beispiel dafür, daß eben ein jeder das Jenseits auf seine ureigenste Weise erlebt, je nach Temperament und gemäß seinem Verhalten gegenüber den Bedingungen der neuen Umwelt. Jeder Fall ist einzig und macht seine einzigartigen Erfahrungen."
 

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BeitragThema: Re: Die Geistige Heilung in Verbindung mit der geistigen Welt   2019-01-14, 14:54

4. Zé Arigó


Die beiden zunächst vorgestellten Heiler sind von mir als besonders erfolgreich aus einer großen Zahl anderer englischer Heiler ausgewählt worden. Sie konnten und können dank einer freizügigen Gesetzgebung unbehindert ihre Tätigkeit ausüben. In den meisten anderen Ländern ist derartiges aber durch Gesetze verboten, so in Deutschland, Brasilien, den Philippinen usw. Wenn trotzdem dort Heiler ihre Tätigkeit ausüben, so können sie das nur, solange sie niemand anzeigt. Da das aber doch hin und wieder geschieht, haben viele Heiler in den genannten Ländern irgendwann einmal mit den Gerichten Bekanntschaft gemacht. So auch der jetzt vorzustellende Brasilianer Zé Arigó. Ich habe ihn, wie auch den zweiten Brasilianer Edson Queiroz, den ich anschließend beschreiben werde, nie persönlich kennengelernt. Ich berichte hier also nur nach der Literatur (6; 9) und Filmaufnahmen, die ich von beiden besitze.
Zé Arigó war der Spitzname eines Trance-Heilers, der am 18. Oktober 1918 als Bauernsohn in Congonhas do Campo bei Belo Horizonte im Bergbaugebiet des Hochlandes von Südbrasilien (400 km südlich von Rio de Janeiro) geboren wurde. Sein richtiger Name war José Pedro de Freitas. Der Spitzname, auf deutsch etwa Bauerntölpel, entstand bereits während seiner nicht sehr erfolgreichen vierjährigen Schulzeit und deutet auf seine bäuerliche Herkunft hin. Arigos Eltern und er selbst waren römische Katholiken. Nach der Schulzeit arbeitete er auf dem Hof seines Vaters, später in einem nahegelegenen Bergwerk. Da er die Bergarbeiter als Gewerkschaftsfunktionär zum Streik aufgerufen hatte, wurde er 1948 entlassen und versuchte sich danach in Congonhas als Gastwirt. Schließlich fand er eine Anstellung beim städtischen Wohlfahrtsamt.
Arigó gibt an, schon in seiner Schulzeit Stimmen in einer fremden Sprache gehört zu haben.
Nach der Entlassung als Bergarbeiter stellten sich bei ihm wiederkehrende Träume ein, die ihn sehr ängstigten und Kopfschmerzen hervorriefen (6, S. 71). Wie in völliger Wirklichkeit sah er in diesen Träumen eine Gruppe von Ärzten und Schwestern, die einen Patienten auf einem Operationstisch mit chirurgischen Instrumenten sehr sorgfältig operierten. Der Leiter der Gruppe war ein kahlköpfiger, untersetzter Arzt, der mit den anderen portugiesisch mit deutschem Akzent sprach. Wenig später erschien ihm dieser "Arzt" in einer völlig lebensecht wirkenden Vision (6, S. 71) und stellte sich als Dr. Adolpho (Adolf) Fritz vor. Er sagte ihm, daß er während des Ersten Weltkrieges gestorben sei und sein Werk auf Erden nicht habe vollenden können. Er habe Arigó längere Zeit beobachtet und seinen Edelmut und seine Nächstenliebe kennengelernt. Er habe ihn nun als lebendiges Werkzeug ausgewählt, um durch ihn und mit der Hilfe anderer Geistwesen, die vor ihrem Tode ebenfalls Ärzte gewesen waren, sein Werk fortzusetzen. Wenn Arigó inneren Frieden finden wolle, möge er damit beginnen, kranken und verstörten Menschen zu dienen, die seiner Hilfe bedürften. Arigó mußte dann ein Kruzifix, das er einige Zeit vorher auf dem Hof seines Vaters gefunden hatte, in seine Hand nehmen. Damit solle er die Kranken heilen, so sagte ihm dieser Dr. Fritz. Arigó geriet über die Erscheinung so in Angst, daß er aus dem Bett sprang und schreiend auf die Straße lief.
In der Folgezeit entwickelte sich bei Arigó eine Volltrance-Medialität, wobei sich dieser Dr. Fritz dann ähnlich wie Dr. Lang bei George Chapman betätigte und in Worten äußerte. Jahre später hat der Philosophie-Professor J. Herculano Pires (-4-) den Geist noch einmal genauer nach seiner Herkunft befragt. In portugiesischer Sprache mit deutschem Akzent sagte er, daß er Dr. Fritz geheißen habe (6, S. 214), in München geboren und mit fünf Jahren nach Polen gekommen sei, Medizin studiert habe und ein ziemlich guter Arzt und Chirurg gewesen sei. Er habe aber einige schlimme Fehler gemacht. Ab 1914 habe er in Estland gelebt, und bevor er dort 1918 gestorben sei, habe er gelobt, seine medizinische Ausbildung nach dem Tode fortzusetzen, um dann auf die Erde zurückzukehren und so viele Menschen wie möglich zu behandeln. Auf diese Weise wolle er seine irdischen Fehler wiedergutmachen. Bei anderen Gelegenheiten betonte dieser Dr. Adolf Fritz auch, daß er Mitglied einer Gruppe von verstorbenen Ärzten sei, die beschlossen hätten, den Menschen im Namen Jesu Christi so gut zu helfen, wie sie könnten. Er habe Arigó während einer Zeit von mehr als zehn Jahren beobachtet und dadurch feststellen können, daß dieser für ihn das geeignete Instrument sei, um sein Werk auszuführen. Nun sei es ihm möglich, eine perfekte Kontrolle über das Medium auszuüben, und deshalb könne er mit ihm chirurgische Operationen durchführen.
Es ließ sich historisch nicht feststellen, ob ein Dr. Adolf Fritz tatsächlich gelebt hat. Dazu waren die Angaben des Geistwesens nicht genau genug, als daß man damit von Brasilien aus in Archiven hätte fündig werden können. Außerdem fegten über Estland 1918 die Kämpfe der russischen Revolution hinweg. Falls es diesen Dr. Fritz wirklich auf Erden gegeben haben sollte, ist er möglicherweise bei den Kämpfen 1918 ums Leben gekommen. Vollständige Totenlisten existieren aus dieser Zeit aber nicht.
Seit etwa 1950 behandelte der Geist "Dr. Fritz" durch den in Volltrance befindlichen Arigó eine große Anzahl von Patienten, die aus ganz Südamerika zu ihm kamen. Bei ihnen führte er oftmals große und schwierige Operationen durch und konnte dabei mit einem unsterilen Küchenmesser oder Taschenmesser tief ins Fleisch oder das innere des Körpers schneiden. Dabei wurden keine Blutgefäße abgebunden und die Wunde hinterher nicht vernäht. Trotzdem traten nur geringfügige Blutungen auf. Wenn sie aber doch einmal stärker wurden, hielt Arigó (Dr. Fritz) das Kruzifix, von dem schon die Rede war, über die Wunde und sagte (9, S. 35):
Zitat :
"Ich will kein Blut! Es genügt das Blut, das Christus am Kreuz vergossen hat!"
Sofort kam die Blutung dann zum Stillstand. Arigós Mienenspiel war beim Operieren völlig anders als normalerweise. Seine Finger arbeiteten mit erstaunlicher Präzision und Schnelligkeit, selbst wenn er Kopf und Augen in eine andere Richtung wandte. Die Wundränder erschienen nach den Operationen wie zusammengeleimt. Deshalb brauchte nicht genäht zu werden.
Die Kranken wurden von Dr. Fritz aber nicht nur operiert, sondern auch medikamentös behandelt. Vor allem konnte der Geist, ohne den Patienten zu befragen, eine genaue Diagnose stellen, z. B. die Zahlenwerte des systolischen und diastolischen Blutdruckes genau angeben oder bei einem Augenkranken sagen, er leide an einer Retinitis pigmentosa oder einem Retinoblastom. Beides sind Netzhauterkrankungen, die ein irdischer Augenarzt nur mit dem Augenspiegel oder Augenmikroskop feststellen kann.
Nach der Diagnosestellung kritzelte Dr. Fritz ein Rezept auf ein Blatt Papier. Die schlecht lesbare Schrift wurde von einem Helfer noch einmal nachgeschrieben, so daß ein Apotheker sie überhaupt entziffern konnte. Bei den verordneten Heilmitteln handelte es sich um marktübliche Medikamente, die allerdings oft in einer sonst nicht üblichen Dosierung verschrieben wurden und die häufig Wirkungen zeigten, die man normalerweise nicht bei ihnen erwarten würde. Die erzielten Erfolge waren oft erstaunlich.
Arigó behandelte während seiner Freizeit und arbeitete dabei oft bis tief in die Nacht hinein. Er übte seine Heiltätigkeit also nicht wie Edwards, Chapman oder die meisten philippinischen Heiler hauptberuflich aus, sondern arbeitete weiterhin als Angestellter der Wohlfahrtsbehörde und verdiente damit den Unterhalt für seine Familie. Dadurch konnte die Behandlung der Patienten kostenlos erfolgen.
Eine der ersten Behandlungen und Heilungen, die großes Aufsehen erregte, lief folgendermaßen ab (6, S. 62): 1950 kam der brasilianische Senator Lucio Bittencourt nach Belo Horizonte, unweit von Congonhas, wo Arigó wohnte, zu einer Wahlkampfveranstaltung. Bittencourt litt an Lungenkrebs, hatte die erforderliche Operation wegen des Wahlkampfes aber hinausgeschoben. Der Senator hatte Arigó, der damals noch Gewerkschaftsfunktionär war, und weitere Bergleute zu der Veranstaltung eingeladen. Als Arigó in Belo Horizonte eintraf, stellte sich jedoch heraus, daß die Wahlkampfveranstaltung um einen Tag verschoben worden war. Daraufhin ließ ihn der Senator für die folgende Nacht in dem Hotel Financial, in dem er selbst wohnte, mit unterbringen. In der Nacht konnte Bittencourt keinen Schlaf finden und wälzte sich ruhelos im Bett. Gerade als er einzuschlafen hoffte, öffnete sich plötzlich die Tür, und das Licht ging an. Herein trat Arigó. Sein Blick war glasig. Als er auf das Bett zukam, sah der Senator ein Rasiermesser in seiner Hand. Seltsamerweise hatte Bittencourt keine Angst. Er erinnerte sich später nur, daß er schwach wurde und ihm eine Stimme mit stark deutschem Akzent sagte, es sei keine Zeit zu verlieren, denn er müsse dringend operiert werden. Dann war er ohnmächtig geworden. Als er wieder zu sich kam, war niemand im Zimmer. Er zog seine Schlafanzugjacke aus. Sie war aufgeschnitten worden und hatte einen Blutfleck. Unsicher stand Bittencourt auf und wankte zum Spiegel. Als er sich mit dem Rücken davor stellte, sah er einen sauberen, glatten Schnitt über den hinteren Rippen. Verwundert zog er sich an und ging in Arigós Zimmer.
Als Bittencourt ihm erzählte, was geschehen war, meinte Arigó, er habe wohl zu viel getrunken. Nachdem er dann aber die noch feuchten Blutflecken und den Schnitt gesehen hatte, gab es keine Zweifel mehr, daß Bittencourt operiert worden war. Arigó blieb jedoch dabei, das er nichts damit zu tun habe. Der bestürzte Senator beschloß, mit der ersten Maschine nach Rio zu fliegen, um seinen Arzt aufzusuchen.
Arigó konnte sich nicht erinnern, in das Zimmer des Senators gegangen zu sein. Aber er war überzeugt, daß sich die Geschichte so zugetragen haben könnte, wie Bittencourt behauptete, denn er erinnerte sich natürlich seiner Träume und seiner Vision. Jetzt betete er, daß der Arzt feststellen möge, daß er dem Senator keinen Schaden zugefügt habe. Ihm wurde angst und bange bei dem Gedanken, was er möglicherweise angerichtet haben könnte.
Doch schon bald kam die unglaubliche Nachricht. Bittencourt war unverzüglich zu seinem Arzt gegangen und hatte ihm nur gesagt, er sei operiert worden. Der Arzt röntgte ihn und strahlte vor Freude über das Ergebnis, das er für das Werk nordamerikanischer Chirurgen hielt. Er erklärte dem Senator, der Tumor sei mit Hilfe einer in Brasilien unbekannten Technik sauber entfernt worden. Für seine Gesundheit bestünden die besten Aussichten. Erst jetzt berichtete Bittencourt dem Arzt, was sich wirklich zugetragen hatte. Er erzählte es jedem, der es hören wollte. In wenigen Tagen verbreitete sich die Nachricht über die Presse in ganz Brasilien. Manche sagen, der Fall Bittencourt sei Arigós erste bekanntgewordene Operation gewesen.
Arigó war von der Möglichkeit, ein spiritistisches Heilmedium zu werden, zunächst gar nicht erbaut. Verzweifelt bemühte er sich, ein normales Leben zu führen. Doch die Träume, in denen Dr. Fritz erschien, hörten nicht auf. Nur wenig später mußte Arigó unter dem Einfluß von Dr. Fritz eine weitere Krebsoperation durchführen (6, S. 80). In seinem Wohnort Congonhas lag eine Freundin der Familie Arigó im Sterben. Sie litt an Gebärmutterkrebs im letzten Stadium. Die Verwandten der Sterbenden sowie Ehepaar Arigó versammelten sich um das Sterbebett, wo der Priester die letzte Ölung spendete. Nachdem dies geschehen war, der Priester den Raum verlassen hatte und Arigó noch in ein Gebet versenkt war, begann ein Prickeln seinen Körper zu durchlaufen, beginnend im Kopf und langsam absteigend zu den Beinen. Er begann zu zittern, und sein Blick trübte sich. Plötzlich rannte er in die Küche und kam mit einem großen Küchenmesser zurück. Er forderte die anderen auf, Platz zu machen. Dann schlug er die Bettdecke zurück, spreizte die Beine der Kranken und stieß ihr das Messer unter wildem Bohren in die Vagina. Eine Frau schrie auf und rannte aus dem Zimmer. Die anderen standen vor Schreck wie angewurzelt. Doch die Sterbende lag ganz still und ruhig da, während Arigó unablässig mit dem Messer arbeitete. Schließlich zog er die Klinge heraus und zwängte sein Hand in die Öffnung. In Sekundenschnelle riß er einen großen blutigen Tumor heraus. In der Küche warf er ihn in den Ausguß und sank auf einen Stuhl. Ein Verwandter löste sich aus seiner Erstarrung und holte einen Arzt. Arigó hatte den Kopf in die Hände vergraben und schluchzte. Er schien in einer anderen Welt zu sein. Schließlich führte ihn seine Frau aus dem Haus.
Kurz darauf kam der Arzt. Er konnte keine Blutungen feststellen. Die Kranke war bei Bewußtsein und hatte keine Schmerzen. Dann untersuchte er den Tumor. Es war eine Uterusgeschwulst. Die Patientin wurde wieder völlig gesund.
Diese neue Nachricht erregte wiederum größtes Aufsehen. Viele Leute fanden sich vor Arigós Haus ein und baten ihn, sie zu behandeln. Arigó weigerte sich zunächst, doch Dr. Fritz ließ ihm keine Ruhe. Eines Morgens, als sich vor seiner Haustür an die 100 Leute versammelt hatten, ließ er sie ein. Hinterher erinnerte er sich kaum oder gar nicht an das, was er an diesem und den folgenden Tagen getan hatte. Aber zwei eindeutige Folgen traten ein: Arigós nächtliche Träume und seine Kopfschmerzen hörten auf, und ein Patient nach dem anderen wurde gesund.
Die katholische Kirche aber zeigte eine ablehnende Haltung. Sie gebot, Arigó müsse mit seiner Krankenbehandlung aufhören, sonst werde er aus der Gemeinde ausgestoßen. Da Arigó inzwischen eingesehen hatte, daß er gebraucht wurde und sich deshalb dem Gebot nicht fügen konnte, wurde er später tatsächlich exkommuniziert und bei seinem relativ frühen Tod 1971 auch nicht kirchlich beerdigt. Arigó wußte nur, daß er eine Aufgabe zu erfüllen hatte, und der fügte er sich, auch wenn er dafür von seiner Kirche bezichtigt wurde, mit dem Teufel im Bunde zu sein.  
Die Zahl der Patienten nahm ständig zu. Bald waren es täglich 300, viele mit unheilbaren Leiden, viele aus dem Ausland. Aber nicht alle wurden operiert. Die meisten bekamen ein Rezept. Wenn aber operative Eingriffe erforderlich waren, erfolgten sie in der Regel im Stehen, wobei der Patient sich mit dem Rücken an die Wand lehnte. Das blutbeschmierte Messer wurde hinterher an seiner Kleidung abgewischt, aber keineswegs desinfiziert. Kleinere Eingriffe dauerten nur wenige Sekunden. Infektionen wurden nie beobachtet. Geld nahm Arigó in keinem Fall an.
Im Laufe der Jahre wurde Arigó auch mehrfach von Ärzten und Wissenschaftlern besucht. Sie wollten seine Behandlungsmethode und die Heilerfolge genauer unter die Lupe nehmen. Einer von ihnen war der nordamerikanische Arzt Dr. Henry Andrija K. Puharich. Er reiste mit mehreren Begleitern im August 1963 nach Congonhas, blieb dort mehrere Wochen und befragte während dieser Zeit etwa 100 Patienten. Um Arigós bzw. Dr. Fritz Behandlungsmethode am eigenen Leib zu erfahren, ließ er sich selbst operieren. Puharich hatte eine gutartige, aber lästige Fettgeschwulst (ein Lipom) an der Innenseite des rechten Ellenbogens. Er fragte Dr. Fritz, ob er sie entfernen möchte. Dieser stimmte zu und ließ sich für die Operation von einem Zuschauer ein Taschenmesser geben (6, S. 43). Damit machte er einen Einschnitt, zog in fünf Sekunden die Geschwulst mit den Fingern heraus und legte sie anschließend zusammen mit dem Taschenmesser dem verblüfften Dr. Puharich in die Hand.
Die genaue Zeitdauer konnte später an Hand der gemachten Filmaufnahmen festgestellt werden. Das Messer, die Haut und die Wunde wurden nicht desinfiziert. Trotzdem stellte sich keine Entzündung ein. Der Arm war vorher nicht betäubt worden, dennoch verspürte Dr. Puharich keine Schmerzen, nur ein leichtes Prickeln. Die Wunde war nicht genäht worden, trotzdem konnte man sie nicht auseinanderziehen. Sie ist nicht nur gefilmt, sondern sowohl nach der Operation als auch zwei Tage später photographiert worden und in (6) abgebildet. Die Geschwulst, mit einer Länge von etwa 5 cm und einer Dicke von etwa 1,5 cm, konnte Puharich in einer Flasche mitnehmen. Die Schwellung an seinem Arm war verschwunden und kehrte auch nicht wieder. Fast alle brasilianischen Zeitungen berichteten mit großen Bildern über dieses Ereignis. Nach Dr. Puharich sind noch mehrfach ärztliche Untersucher bei Arigó gewesen und haben sorgfältig die medizinischen Vorgänge beobachtet, bestätigt und dokumentiert. Leider ist davon nichts in die deutschsprachige Literatur übergegangen.
Der große Umfang der heilerischen Tätigkeit von Arigó und der Wirbel in der brasilianischen Presse führten bald dazu, daß die Justiz sich der Sache annahm. Eine wachsende Zahl von Ärzten begann, Arigó ernst zu nehmen. Viele verzweifelte Kranke sahen in ihm ihre letzte Hoffnung. Dem mußte ein Riegel vorgeschoben werden. Daher wurde Arigó am 1. August 1956 der unerlaubten Ausübung der Heilkunde angeklagt. Zu seiner Verteidigung wußte er nur vorzubringen, daß ja nicht er die Kranken behandele, sondern der Geist Dr. Fritz. Er beginne mit einem Vaterunser, und von da an wisse er nichts mehr (6, S. 135). Daran, daß er Rezepte schreibe und Patienten operiere, könne er sich nicht erinnern. Er sei dabei in einem Zustand, den er selbst nicht begreife.
Da Arigó den Geist Dr. Fritz vor Gericht nicht als Zeugen erscheinen lassen konnte, wurden seine Angaben als Geständnis gewertet. Obwohl zahlreiche Zeugen, darunter auch mehrere Ärzte, für die Wirksamkeit der Arigóschen Behandlungsmethoden und ihre kostenlose Ableistung Zeugnis ablegten, verurteilte Richter Soares ihn am 26. März 1957 (6, S. 146) zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von 5.000 Cruzeiros, zuzüglich Gerichtskosten. Das war ein Betrag, der fast so hoch war wie Arigós Jahresverdienst und sollte innerhalb von drei Tagen gezahlt werden. Die Gefängnisstrafe sollte am 1. April angetreten werden. Von der Berufungsinstanz wurde die Gefängnisstrafe auf acht Monate ermäßigt und der Strafantritt für ein Jahr ausgesetzt. Allerdings wurde ihm verboten, die Stadt zu verlassen und Kranke zu behandeln.
Eine Weile hielt sich Arigó an dieses Verbot. Doch als seine Kopfschmerzen erneut stark in Erscheinung traten, begann er heimlich wieder Kranke zu empfangen und ihnen (durch Dr. Fritz natürlich) Rezepte zu schreiben. Die Polizei merkte das sehr schnell, doch sie schaute beiseite.
Im Mai 1958 erfuhr der brasilianische Staatspräsident Juscilino Kubitschek von Arigós Verurteilung. Er war selbst Arzt, ein Chirurg, und hatte ihn drei Jahre zuvor bei einer Wahlkampfreise kennengelernt und ihm bei seiner "Arbeit" zugesehen. Kubitschek war sehr beeindruckt gewesen. Er ließ ihn sogar zur Behandlung seiner an Nierensteinen erkrankten Tochter nach Rio kommen (6, S. 126). Dr. Fritz heilte sie durch Verordnung eines handelsüblichen Medikamentes in kürzester Zeit. Der Präsident besuchte darauf Arigó mit seiner Frau noch mehrfach, und als ihm seine Verurteilung bekannt wurde, verfügte er sofort einen Gnadenerlaß. Dieser wurde dem zuständigen Staatsanwalt Alfonso Netto am 22. Mai 1958 zugestellt. Doch der hielt den Gnadenerlaß zurück und ließ Arigó in Ungewißheit. Erst am 6. August 1958, kurz vor Antritt der Gefängnisstrafe, wurde ihm die Begnadigung mitgeteilt. Sehr bald strömten die Patienten wieder nach Congonhas, im Mittel 1.500 pro Woche. Größere Operationen vollführte Arigó jedoch nur im Geheimen.
1961 war die Amtszeit des Staatspräsidenten Kubitschek abgelaufen. Damit hatte Arigó seinen Schutz an höchster Stelle verloren.
Kirche und Ärzteschaft versuchten erneut, ein Gerichtsverfahren in Gang zu bringen. Aber es machte zunächst Schwierigkeiten, die erforderlichen Zeugen zu finden. Doch als im August 1963 Dr. Puharich von Arigó bzw. Dr. Fritz operiert wurde und das in fast allen brasilianischen Zeitungen zu lesen war, glaubte die Staatsanwaltschaft, endlich genügend Beweise gegen Arigó in der Hand zu haben. Im Oktober 1964 wurde er vom Staatsanwalt wegen unerlaubter Ausübung der Heilkunde und wegen Hexerei angeklagt. Letztere wurde darin gesehen, daß er Patienten seine Hände auflegte, sie segnete und in der Bibel las (6, S. 158). Am 20 November 1964 erfolgte die Gerichtsverhandlung. In ihr verurteilte Richter Barros Arigó wegen Hexerei (witchcraft) zu 16 Monaten Gefängnis bei sofortiger Vollstreckung. Arigó durfte nur noch nach Hause gehen, um sich von seinen sechs Kindern zu verabschieden. Doch als er dann an die Haustür ging, um sich von der Polizei abholen zu lassen, wartete er vergebens. Weder die Stadtpolizei noch die Landespolizei trauten sich durch die Menge, die sich vor Arigós Haus versammelt hatte. Als er längere Zeit gewartet hatte und die Polizei immer noch nicht kam, fuhr er selbst mit dem Auto zum Gefängnis.
Bei einer kurze Zeit später sattfindenden Gefangenenrevolte beschwichtigte Arigó die Gefangenen und brachte sie dazu, ihre Verwüstungen wieder zu beseitigen. Zum Dank dafür erlaubte der Gefängnisdirektor Arigó, das Gefängnis jederzeit vorübergehend zu verlassen, was dieser für Krankenbesuche auch ausnutzte. Außerdem empfing er mehrfach Reporter und andere Besucher und begann sogar im Gefängnis Kranke zu behandeln.
Im März 1965 schrieb Dr. Puharich ein ausführliches Gesuch an den vorgesetzten Gerichtspräsidenten von Congonhas do Campo und Lafaiete, den Richter Filippe Immesi. Er würdigte die verdienstvolle und selbstlose Heiltätigkeit Arigós, betonte, daß Brasilien stolz sein sollte, einen solchen Mann zu besitzen, und bat um Begnadigung. Richter Immesi war ein gerechter und vorurteilsloser Mann. Er vertiefte sich in die Akten und erkannte, daß hier ein außergewöhnlicher Fall vorlag. Zunächst verfügte er am 24. Juni 1965 eine vorläufige Strafaussetzung.
Arigó nahm darauf seine Heiltätigkeit sofort wieder auf. Richter Immesi beschloß, sich das einmal selbst anzusehen. Zusammen mit einem Staatsanwalt besuchte er Arigó in seiner "Klinik" bei der Arbeit. Dieser merkte, daß es sich um Justizbeamte handelte, wußte aber nicht genau, wer sie waren. Die nächste Patientin, die gerade an der Reihe war, hatte grauen Star auf beiden Augen und war dadurch fast blind. Arigó (Dr. Fritz) forderte Immesi auf, den Kopf der Patientin zu halten. Der Richter gehorchte furchtsam und mit ungutem Gefühl.
Das Weitere beschrieb er mit folgenden Worten (6, S. 179):

Zitat :
"Ich sah, wie er eine Nagelschere ergriff. Er wischte sie an seinem Sporthemd ab, setzte sonst aber keinerlei Desinfektion ein. Dann sah ich, wie er direkt in die Hornhaut des Auges der Patientin einschnitt. Sie machte keinerlei Ausweichbewegung, obwohl sie bei vollem Bewußtsein war. Innerhalb von Sekunden war der Katarakt (die getrübte Augenlinse) entfernt. Der Staatsanwalt und ich waren verblüfft und sprachlos. Dann sprach Arigó ein Gebet, wobei er ein Stück Mull in der Hand hielt. Plötzlich erschienen auf dem Mull einige Flüssigkeitstropfen. Mit denen wischte er das Auge der Patientin ab. Wir sahen das alles aus nächster Entfernung. Die Patientin war geheilt."

Nach der Operation lächelte Arigó Richter Immesi an und sagte:

Zitat :
"Verstehen sie bitte, das bin nicht ich, der dies tut, sondern Dr. Fritz."

Leider wird nicht berichtet, was mit dem zweiten Auge der Patientin geschah, ob es z. B. gleich zusammen mit dem ersten behandelt wurde oder ob es unbehandelt blieb.
Der Richter beobachtete Arigó zusammen mit dem Staatsanwalt noch mehrfach bei der Arbeit in seiner Klink. Er urteilte (6, S. 179):

Zitat :
"Ich sah, wie er 200 Personen in weniger als zwei Stunden behandelte. Er brauchte nur Sekunden, um ein Rezept auszustellen, und die Diagnosen erfolgten unmittelbar, ohne daß er vorher Fragen stellte. Ich habe dies alles persönlich geprüft und habe den Mann, über dessen Schicksal ich zu entscheiden hatte, genau studiert."

Richter Immesi machte sich seine Entscheidung nicht leicht. Er hatte erkannt, daß Arigó kein Krimineller war, daß er keine Hexerei, keine schwarze Magie betrieb, sondern nur normale christliche Gebete sprach. Er hatte unter den vielen tausend Heilungssuchenden nie einem geschadet, nie Geld angenommen, statt dessen aber vielen geholfen. Und trotzdem hatte er gegen das Gesetz verstoßen, dadurch nämlich, daß er kein Arzt war und somit unerlaubt die Heilkunde ausgeübt hatte. –
Für mich, als Leser dieser Berichte, ist es heute verwunderlich, daß niemand auf den Gedanken gekommen ist, weder Arigó selbst, noch seine Verteidiger, noch Richter Immesi, auf Schuldunfähigkeit wegen verminderter Zurechnungsfähigkeit oder wegen erfolgter Nötigung zu plädieren. Nach deutschem Strafrecht wären das die §§ 51 und 52, die diesen Tatbestand behandeln. Nach § 51 könnte man argumentieren, daß eine strafbare Handlung nicht vorlag, weil die Taten im Zustand einer Bewußtseinsstörung (Trance) erfolgten, und nach § 52 könnte man sagen, daß Arigó zu den Taten durch unwiderstehliche Gewalt genötigt worden sei. Entsprechende Paragraphen gibt es doch sicher auch im brasilianischen Strafrecht. Arigó hat immer wieder betont, daß nicht er es sei, der die Krankenbehandlung vornehme, sondern eine nichtirdische Persönlichkeit (eben dieser Dr. Fritz) und daß er sich zur Verfügung stellen müsse. Und wenn er es nicht tat, brachten ihn sehr starke Kopfschmerzen bald dazu, die Heiltätigkeit wieder aufzunehmen. Aber vielleicht hat die Verteidigung solche Argumente deshalb nicht aufgegriffen, weil dann die Gefahr bestanden hätte, daß Arigó in eine Irrenanstalt eingewiesen worden wäre.
Richter Immesi sah keinen juristischen Ausweg, um die Vollstreckung der Haftstrafe zu verhindern, obwohl er sich dabei, wie er später sagte, ein wenig vorkam, wie ein gewisser Richter vor 2.000 Jahren. So betrat Arigó am 20. August 1965 erneut das Gefängnis, konnte es aber wegen guter Führung schon am 8. November 1965 endgültig verlassen (6, S. 183). Der Gefängnisdirektor und seine Wächter umarmten ihn, und vor dem Gefängnistor wurde er von mehreren tausend Menschen stürmisch in Empfang genommen.
Sehr schnell nahm Arigó nach seiner Freilassung die Heiltätigkeit wieder auf. Doch enthielt er sich der "großen Chirurgie" und demonstrierte seine Technik nur an kleineren Tumoren, Grützbeuteln und am grauen Star. In den Jahren 1968 und 1969 organisierte Dr. Puharich die Untersuchung Arigós durch gut ausgerüstete Ärztegruppen. Die Ergebnisse führten dazu, daß angekündigt wurde, Arigó dürfe künftig unter der fachlichen Aufsicht von Chirurgen operieren (6, S. 223). Um das durchführen zu können, wurde der Bau eines modernen Krankenhauses geplant. Sogar der neue Staatspräsident von Brasilien, Arthur da Costa e Silva, sagte seine Unterstützung zu.
Doch da sah Arigó eines Nachts im Traum wieder das schreckliche schwarze Kreuz. Er hatte es schon früher gesehen, und es hatte damals den Tod von ihm nahestehenden Menschen angekündigt. Am 11. Januar 1971 fuhr Arigó nach dem Mittagessen zusammen mit einem Freund bei starkem Regen mit dem Auto in die Nachbarstadt, um dort etwas zu erledigen. Unterwegs geriet sein Fahrzeug auf die linke Straßenseite und stieß frontal mit einem Lastwagen zusammen. Arigó und sein Freund starben kurz darauf. Eine spätere Obduktion (6, S. 239) ergab, daß Arigó vor dem Zusammenstoß einen Herzinfarkt erlitten hatte.
Ein bemerkenswertes Leben war damit zu Ende gegangen, und zu allem Unglück noch, bevor die geplante umfassende wissenschaftliche Untersuchung stattgefunden hatte. Die großen Zeitungen der ganzen Welt, auch in Deutschland, berichteten über das tragische Ereignis. Tausende folgten seinem Sarg.
Nur die katholische Kirche verweigert ihm ihren letzten Beistand. Für sie war er ein exkommunizierter Spiritist.  
Der relativ frühe Tod von Zé Arigó wirft für mein Empfinden einige Fragen auf, die wir allerdings nicht beantworten können:  

  • Angenommen, der Obduktionsbericht über Arigós Herzinfarkt, der zu dem Autounfall geführt haben soll, war zutreffend, dann fragt man sich, warum Dr. Fritz die Koronarerkrankung nicht rechtzeitig erkannt und etwas dagegen unternommen hat. Er stellte doch sonst so treffsichere Diagnosen.



  • Arigó war, wie man aus den Bildern und Filmaufnahmen ersehen kann, sicher übergewichtig. Außerdem wurde er durch die anstrengende Heiltätigkeit vermutlich körperlich überstrapaziert. Hätte da Dr. Fritz nicht für sein Medium Vorsorge treffen müssen? Oder war er, wie es manchmal auch irdische Ärzte sind, in Bezug auf die Gesundheit nächster Angehöriger oder Mitarbeiter einfach nachlässig?



  • Oder wurde der Tod von einer höheren Instanz verfügt, auf die Dr. Fritz keinen Einfluß hatte? Darauf könnte vielleicht der Traum mit dem schrecklichen Kreuz hinweisen.


Wir wissen das alles nicht und können nur das tragische Ende feststellen.

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BeitragThema: Re: Die Geistige Heilung in Verbindung mit der geistigen Welt   2019-01-14, 15:03

5. Dr. med. Edson Queiroz


Man könnte annehmen, daß mit dem frühen Tod von Zé Arigó auch das Kapitel "Dr. Fritz" sein Ende gefunden hätte. Das war aber nicht so. Bei einer Reihe von brasilianischen Heilern (etwa zehn) traten in der Folgezeit Geistwesen in Erscheinung, die sich "Dr. Fritz" nannten. Der Name war also auch unter Jenseitigen berühmt geworden. Allerdings waren die Angaben des Namens und der Todesdaten und Todesarten oft unterschiedlich. Die einen nannten sich Adolf Fritz, die anderen Hermann Fritz oder Fritz Hermann und wollten 1914, 1915, 1918 oder auch erst im Zweiten Weltkrieg gestorben sein.
Einer dieser "Dr. Fritz" ist aber besonders herausragend und könnte vielleicht derselbe sein, der bei Zé Arigó in Erscheinung trat. Zumindest behauptet er es. Auch hat er die gleichen Eigenheiten wie der Heilgeist von Arigó: Er spricht ein schlechtes Portugiesisch mit deutschem Akzent, arbeitet medizinisch ähnlich wie bei Arigó, tritt sehr bestimmt auf und hat ein etwas rauhes und manchmal schon grobes Wesen, wie es ein Landarzt oder Militärarzt der damaligen Zeit gehabt haben könnte.
Das jetzt zu besprechende Medium ist anders geartet als Zé Arigó. Dieser war bäuerlicher Herkunft und kein Anhänger irgendeiner brasilianischen spiritistischen Vereinigung, sondern ein frommer Katholik. Er litt darunter, daß ihn seine Kirche ausschloß. Gegen seine Aufgabe und Tätigkeit als Heilmedium sträubte er sich zunächst und fügte sich nur aus Pflichtgefühl.
Sein Nachfolgemedium ist anderer Herkunft. Sein voller Name lautet Edson Cavalcante de Queiroz, kurz Edson Queiroz genannt. Er ist am 23. 8 1950 geboren und lebt und wirkt in Recife (2.000 km nordöstlich von Rio de Janeiro) an der Ostspitze Brasiliens im Staate Pernambuco. Sein Vater ist Architekt, und die ganze Familie bekannte sich von jeher zur christlich-spiritistischen Lehre nach Allan Kardec, dem Begründer der romanischen Form des christlichen Spiritismus.
Dabei bedeutet:

  • Spiritismus die Überzeugung, daß es ein unmittelbares Weiterleben nach dem Tode gibt, daß die Art des Weiterlebens auch von den Taten auf dieser Erde abhängt, daß zur Weiterentwicklung unter Umständen mehrfache Erdenleben erforderlich sind (Reinkarnation) und daß eine Verbindungsaufnahme mit der jenseitigen Welt möglich ist.



  • Christlich bedeutet in diesem Zusammenhang, daß die Spiritisten Gott als den Regenten und Schöpfer des Universums und Jesus Christus seinen Sohn als ihre Herren ansehen, sie anbeten, verehren und ihnen dienen wollen.


Die Anzahl der Anhänger dieser Richtung wird in Brasilien auf etwa 40 Millionen geschätzt. Daneben gibt es in Brasilien noch die Gruppe der nichtchristlichen Spiritisten (geschätzt auf etwa 30 Millionen Anhänger) die den Formen der Umbanda, Macumba, Candomblé usw. angehören. In ihnen werden heidnische Gottheiten und Dämonen afrikanischen Ursprungs angerufen, also die Wesenheiten, denen unter anderen Namen auch schon die Juden zur Zeit des Alten Bundes immer wieder einmal anhingen und dafür von Gott gestraft wurden. Es sind die, welche in der Bibel als die "Toten" bezeichnet werden, die den geistigen Tod erlitten haben, d. h. die von Gott abgefallen sind.
Durch den Mund des Propheten Jesaja warnt Gott die Juden vor diesen Wesenheiten mit den Worten:

Jesaja 28, 14: Darum vernehmet das Wort des Herrn, ihr Spötter, ihr Herrscher über dieses Volk in Jerusalem! Weil ihr gesagt habt: 'Wir haben eine Bund mit dem Tode geschlossen und mit dem Totenreich ein Abkommen getroffen: Wenn die Geißel mit ihrer Sturmflut hereinbricht, wird sie uns nicht erreichen, wir haben ja die Lüge zu unserem Schirmdach gemacht und uns in Trug geborgen.' Darum spricht Gott der Herr: 'Wisset wohl, ich bin es, der in Zion einen Grundstein legt, einen erprobten Stein, einen kostbaren Eckstein, der felsenfest gegründet ist. Wer da glaubt, wird nicht zuschanden werden. Ich mache das Recht zur Richtschnur und die Gerechtigkeit zur Waage. Der Hagel wird das Schirmdach der Lüge wegreißen und die Wasserfluten das Versteck fortschwemmen! Dann wird euer Bund mit dem Tode und euer Vertrag mit dem Totenreich hinfällig werden.  

Bereits Mose wurde von Gott aufgetragen:

Zitat :
3. Mose 19, 31: Wendet euch nicht an die Totengeister und an die Wahrsagegeister, sucht sie nicht auf, damit ihr durch sie nicht verunreinigt werdet. Ich bin der Herr euer Gott.
3. Mose 20, 6: Wenn sich jemand an die Totengeister und Wahrsagegeister wendet und sich ihnen hingibt, so werde ich mein Angesicht gegen einen solchen Menschen kehren und ihn aus der Mitte seines Volkes ausrotten.
 
 

Diese Mahnungen haben auch heute nach über 3.000 Jahren nichts an Bedeutung verloren und gelten weiterhin für den Verkehr mit der gottfernen und gottfeindlichen Geisterwelt.
Edson Queiroz wuchs im christlich-spiritistischen Milieu auf. Seine Medialität machte sich schon in jungen Jahren durch visionäre Erlebnisse bemerkbar. Mit 12 Jahren fiel er in einer mediumistischen Sitzung zum ersten Mal in Trance (18, S. 38). Daraufhin leitete sein Vater eine gründliche mediale Ausbildung ein, die vom 13ten bis zum 18ten Lebensjahr dauerte. Edson Queiroz sollte eigentlich auf Wunsch seines Vaters, wie dieser, Architekt werden. Doch während seiner medialen Ausbildung wurde ihm von den jenseitigen Wesen bedeutet, daß seine Lebensaufgabe auf dem Gebiet des medialen Heilens liege. Er möge daher Medizin studieren. Mit dieser Empfehlung sollte eine große Schwierigkeit umgangen werden, die Zé Arigó und manchen anderen Heilern so schwer zu schaffen gemacht hat, daß sie nämlich keine Ärzte waren und daher jederzeit wegen Kurpfuscherei (unerlaubter Ausübung der Heilkunde) belangt werden konnten. So wurde Edson Queiroz Arzt und mit 24 Jahren Doktor der Medizin. Durch weitere Ausbildung erlangte er die Zulassung als Facharzt für Geburtshilfe und Frauenheilkunde. Mit diesem Beruf als Schulmediziner verdiente er den Lebensunterhalt für sich, seine Frau und seine zwei Söhne.
Im Jahre 1979 bekam Edson Queiroz erstmals Verbindung mit Dr. Fritz, und zwar zunächst in Träumen. Aber schon Anfang 1980 diente er ihm erstmals bei einer Operation als Medium. Mit einer Schere operierte Dr. Fritz mittels der Hände seines irdischen Kollegen ein Vorstandsmitglied der Spiritistischen Vereinigung von Pernambuco am Unterleib. Ein jahrelang bestehendes Leiden, das von anderen Ärzten erfolglos behandelt worden war, wurde auf diese Weise geheilt (18, S. 40). Seit jener Zeit wirkt Dr. Edson Queiroz für seinen jenseitigen Kollegen als Medium und führt die erstaunlichsten Operationen und Heilbehandlungen an einer großen Zahl von Kranken durch.
Die Behandlungsmethode ist ähnlich wie bei Arigó. Gewisse Unterschiede gibt es aber doch. Arigó operierte mit Küchenmessern, Taschenmessern und gewöhnlichen Scheren. Edson Queiroz benutzt dazu chirurgische Instrumente: Skalpelle, Kornzangen, Pinzetten, chirurgische Scheren. Diese Geräte wie auch das Operationsgebiet werden mit herkömmlichen Methoden nicht steril gehalten. Manchmal fordert Dr. Fritz umstehende Zuschauer sogar auf, in offene Wunden hineinzufassen oder hineinzuspucken, um zu demonstrieren, daß dadurch keine Infektion entsteht. Dafür gibt er aber an, daß die Sterilisation von Geistern vorgenommen werde (18, S. 143).
Eine übliche Schmerzbetäubung der Patienten erfolgt in der Regel auch bei Edson Queiroz nicht. Trotzdem verspüren die Operierten bei den Eingriffen keine oder nur erträgliche Schmerzen. Lediglich der Immobilienmakler Genival Serafim dos Santos, der am 15. Mai 1982 in einer drei Minuten dauernden Rückenoperation von einem schweren Bandscheibenleiden geheilt wurde, gab auf die Frage nach erlittenen Schmerzen bei dem Eingriff an (18, S. 86):

Zitat :
"Ja, als ob mir ein Kronleuchter ins Kreuz gefallen wäre."

Nur in wenigen Fällen wird von einer gewissen örtlichen Betäubung der Patienten berichtet (18, S. 15 u. 109). Bei einem Eingriff an der Halswirbelsäule wurde dem Patienten die Stelle vorher mit Äther bestrichen.
Die Operationen werden wie bei Arigó meist für unser Auge sehr robust vorgenommen. Wenn ein irdischer Chirurg so operieren würde, entstünde vermutlich mehr Schaden als Nutzen. Manche Patienten schreckt dieses Vorgehen ab. Wenn sie bei ihren Vorgängern die Operation mit ansehen müssen, treten sie schleunigst den Rückzug an und lassen sich von der Patientenliste streichen (18, S. 108). Aber nicht immer gelingt die Flucht noch rechtzeitig, so bei einer Patientin, der trotz ihres Widerstandes eine Wucherung am Auge entfernt wurde (18, S. 109). Wie bei Arigó bluten auch bei Edson Queiroz die Wunden nur wenig, obwohl Blutgefäße nicht abgebunden werden. Nach dem Eingriff werden die Wunden in der Regel nicht vernäht, sondern erhalten nur einen Mullverband. Auch bei Edson Queiroz wird die Mehrzahl der Kranken nicht operiert, sondern erhält ein Rezept über handelsübliche, allopathische Medikamente, Antibiotika oder Salben, die dann oft ungeahnte Wirkung entfalten. Dazu kommen allgemeine Verhaltensmaßregeln:

  • Am Tag vor und nach der Behandlung sollen kein Nikotin, Alkohol, Fleisch oder Gewürze genossen werden.



  • Für die Zeit nach der körperlichen Behandlung wird oft Ruhe verordnet, für 24 Stunden absolute und für 30 Tage gemäßigte Ruhe.



  • Bei der Fernbehandlung, die an die körperliche Behandlung meist anschließt, soll man sich durch Beten und Lesen des Evangeliums darauf vorbereiten, sich ab 19.30 Uhr in möglichst weißer Kleidung auf das Bett legen und im Gebet über das Evangelium meditieren.


Diese schriftlich ausgeteilten Anweisungen schließen mit dem Satz (18, S. 177):

Zitat :
"Jesus ist der Arzt aller Ärzte. Wie sind von seinem Team. Zählt auf uns!"

Eine besondere Behandlungsmethode kommt bei Edson Queiroz aber hinzu, die bei Arigó nicht üblich war. Es ist das Einstechen von Kanülen, wie sie für sogenannte Einwegspritzen und Infusionen Verwendung finden. Diese Kanülen in Längen von drei bis sieben Zentimetern werden mit Wucht und ohne genau hinzusehen bis zum Anschlag in die Körper der Patienten eingestochen: über die Augen, neben die Augen, in die Zwischenwirbelräume, in den Hals und in andere Körperteile. Das geschieht manchmal sogar durch die Kleidung hindurch. Hin und wieder tropft etwas Blut aus den Kanülen, gelegentlich auch Eiter. Nach einigen Sekunden zieht Dr. Fritz (Edson Queiroz) sie wieder heraus, und, wenn er entsprechend aufgelegt ist, wirft er sie mitten unter das anwesende Publikum. Diese Behandlungsmethode, die Dr. Fritz zu Zeiten Arigós nicht anwenden konnte, da damals die Einwegkanülen noch nicht verbreitet waren, wird in manchen Reporterberichten fälschlicherweise als Akupunkturbehandlung bezeichnet.
Der Geisterarzt verwart sich dagegen und betont (18, S. 179):

Zitat :
"Es handelt sich nicht um Akupunktur, auch sind die Nadeln keine Akupunkturnadeln. Es ist eine Behandlungsform, die sich auf ein Organ oder auf die Region eines erkrankten Organs bezieht, unabhängig von den Akupunkturpunkten. Bei Arterienverstopfung zum Beispiel wird die physische Materie, welche die Blockierung verursacht, auf ein Tausendstel ihrer normalen Größe komprimiert und kann sodann durch die Kanüle abgeleitet werden. Hier werden nicht Symptome, sondern Ursachen behandelt. Dem liegt eine über die Schulmedizin hinausführende Konzeption des Menschen zugrunde. Der Mensch hat außer seinem physischen Leib noch einen halbmateriellen Körper, den Astralleib oder Perispirit. Und vorwiegend an diesem Leib werden die Behandlungen und Eingriffe vorgenommen, die sich dann, nach unterschiedlicher Zeit, auf den Materiekörper übertragen. Es handelt sich dabei um eine im Jenseits entwickelte Methode, um ganz speziell auf den Astralleib einzuwirken. Im übrigen ist die Medizin im Jenseits viel weiter entwickelt als auf der Erde. Sie ist deren Wissenschaft um 1.000 Jahre voraus."

Im Jahre 1982 beobachtete der brasilianische Arzt Dr. Roberto Silveira mit zwei medizinischen Kollegen Dr. Fritz bei seiner Tätigkeit und war Zeuge einer Operation an einem 36jährigen Mann, der acht Jahre zuvor bei einem Eisenbahnunglück einen Schädelbruch erlitten hatte. Er klagte noch über leichte Lähmungserscheinungen des rechten Armes und der Beine.
Über die Behandlung durch den Geisterarzt berichtet Dr. Silveira (18, S. 131):

Zitat :
"Nach dieser oberflächlichen Krankenbefragung vollzog Dr. Fritz einen kleinen Einschnitt im Bereich des linken Scheitelbeines. Er schnitt nur die Haut und das unter der Haut befindliche Zellgewebe ein und erreichte nicht die Sehnenhaut. Mit ähnlichen Bewegungen wie bei der Massage drückte er auf den operierten Bereich. Im Anschluß, nachdem er ein Pflaster über die Wunde geklebt hatte, befahl er, daß der Patient aufstehen und in einem anderen Raum auf die Instruktionen und das Rezept warten solle. Dann sahen wir, wie der Mann sich erhob, sich frei bewegte und die ersten Schritte machte. Er schien sich sicher und im Gleichgewicht zu fühlen. Überrascht und ergriffen bekam der Patient einen Weinkrampf und wurde aus dem Raum geführt.
Uns starr ansehend fragte Dr. Fritz, ob wir verstanden hätten, was sich da abgespielt habe. Wir verharrten in Schweigen und schüttelten verneinend den Kopf. Darauf ging er dazu über, uns zu erklären, daß er den Astralkörper operiert habe. – Das bedeutet, er hat eine Verletzung geheilt, die verantwortlich für die Bewegungs- und Nervenstörungen im Körper des Patienten war. Er hat weder Blutgerinnsel und Tumore beseitigt, noch das Gewebe wiederbelebt, sondern nur am geistigen Körper Veränderungen hervorgerufen, die sich aus karmischen Gründen ergeben hatten."
 
 

Zu den verordneten Heilmitteln meinte der Geisterarzt (18, S. 146), daß manche von ihnen, obwohl sie allopathisch seien, also Medikamente der Schulmedizin, auch auf den geistigen Körper, den Astralleib, einwirken.
An anderer Stelle sagte Dr. Fritz (18, S. 133):

Zitat :
"Es gibt keine Verbindungswege zwischen der physischen und der geistigen Chirurgie. Neben der Tatsache, daß sie jeweils einer unterschiedlichen Dimension zugehören, gibt es zwischen den beiden gut erkennbare Unterschiede. Die Arbeit des normalen Chirurgen im körperlichen Bereich ist hauptsächlich von seiner Anschauung, seinen medizinischen Kenntnissen und der technischen Fähigkeit, die er besitzt, abhängig, während der Erfolg der geistigen Chirurgie ausschließlich von der Gesetzgebung des Karmas (-5-) und der Barmherzigkeit Gottes abhängt. Wesentlich mehr als die Geschicklichkeit des geistigen Chirurgen zählen das Vertrauen und das, was ein jeder Patient karmisch verdient. Das Karma des Mannes (-6-), den ich vor kurzem operiert habe, ging mit dieser Operation zu Ende. Es währte acht Jahre. Ebensogut hätte es acht Tage oder 80 Jahre währen können. Somit ist eine chirurgische Heilung am Geistkörper (Astralleib) von zahllosen persönlichen Werten des Patienten abhängig."

Wieder an anderer Stelle bemerkt Dr. Fritz, daß Krankheiten Folgen des Lebenswandels und negativer Gedanken seien und vielfach schon ihre Wurzeln in früheren Erdenleben hätten. Folglich ist Heilung nur in dem Maße möglich, wie bei den Betreffenden ein Gesinnungswandel oder das Bemühen, sich zu bessern, eintritt. Der Geistchirurg aus einem höheren Bereich der Wirklichkeit, der bei seiner Arbeit von weiteren Geistern unterstützt wird, bleibt bei seinem Tun innerhalb der kosmischen Gesetze.
Diese Auffassung von Dr. Fritz führt dazu, daß er in manchen Fällen die Behandlung ablehnt (18, S. 79, 140, 178) und nur Medikamente zur Linderung verordnet, da der Kranke noch moralische Schulden aus diesem oder einem vorangegangenen Leben habe. Eine Möglichkeit, diese Schulden abzuzahlen, sieht Dr. Fritz darin, Gutes zu tun. Auf die Frage, ob alle Krankheiten heilbar seien, antwortete er folgerichtig (18, S. 178):

Zitat :
"Für uns Geister gibt es keine Grenzen. Aber es gibt Grenzen für den Patienten, ob er einer Heilung würdig ist oder ob er nur eine graduelle Besserung verdient. In einigen Fällen ist das eine Frage des Karmas."

Unter diesen Einschränkungen muß man auch die Antwort betrachten (18, S. 179):

Zitat :
"Es gibt keine Mißerfolge, wenn der Patient sich an die Weisungen hält. Außerdem werden Vorkehrungen getroffen, um das Einwirken übelwollender Geister auszuschalten, die bestrebt sind, einen Heilerfolg zu verhindern. Das Gelingen hängt allerdings auch vom Denken und Verhalten des Patienten ab."

Daher können gleichartige Krankheitsfälle durchaus unterschiedliche Behandlungsergebnisse aufweisen.
So berichtete der bereits erwähnte brasilianische Arzt Dr. Roberto Silveira am 21. 08. 1982 (18, S. 134):

Zitat :
"Wir kennen zwei Freunde, beide Spiritisten und Mitarbeiter der 'Seara de Jesus' (Saatfeld Jesu), die beide mit chronischer Schwäche der Herzkranzgefäße belastet sind. Im vergangenen Januar wurden sie beide am selben Tag geistig operiert. Der gesundheitliche Zustand des einen verbesserte sich merklich, während der andere, obwohl der die Empfehlungen befolgt und alle verordneten Medikamente eingenommen hatte, keine Erleichterung erhielt."

Die Behandlungen und Operationen werden meist vor vielen Zuschauern durchgeführt, die sich oft um die Plätze mit der besten Sicht drängen. Man sollte meinen, daß für ein solches paranormales Verfahren eigentlich Ruhe und am besten überhaupt keine Zuschauer angemessen seien.

  • Aber die Jenseitigen sagen, daß die Anwesenden trotz ihrer Neugierde (18, S. 81, 108) erforderlich seien, damit ihnen die Energie oder das Fluidum oder das Od entzogen werden könne, das die unsichtbaren Mitarbeiter für ihr Wirken benötigen.


Diese Äußerung ist nicht völlig aus dem Rahmen fallend, denn paranormale Veränderungen unserer Materie, die ja bei den Operationen mit im Spiel ist, erfordern physikalische Energie. Sie wird aber nicht allein von den Medien geliefert, weil sie damit überfordert wären. Das ist in gleicher Weise bei den Materialisationsvorgängen der Fall. Auch dabei wird das Ektoplasma nicht nur von den Medien, sondern auch (allerdings unsichtbar) von den anderen Sitzungsteilnehmern zur Verfügung gestellt.
Das fühlbare Herausströmen von Energie aus einem Menschen bei einer Krankenheilung wird schon von Christus berichtet (Lukas 8, 43-48). Dieser war von dem Synagogenvorsteher Jairus zu seiner im sterben liegenden 12 Jahre alten Tochter gerufen worden. Als er in dessen Haus eintreten wollte, umdrängte ihn die Volksmenge. Dabei trat von hinten eine Frau an ihn heran, die seit 12 Jahren am Blutfluß litt. Sie konnte von keinem Arzt bislang geheilt werden. Als sie nun die Quaste von Christi Mantel anfaßte, kam der Blutfluß augenblicklich zum Stillstand. Da fragte Christus:

Zitat :
"Wer hat mich angefaßt?"

Als nun alle es in Abrede stellten, sagte Petrus:

Zitat :
"Meister, die Volksmenge umdrängt und stößt dich von allen Seiten!"

Jesus aber erwiderte:

Zitat :
"Es hat mich jemand angefaßt, ich habe ja gespürt, daß eine Kraft von mir ausgegangen ist."

Als nun die Frau sah, daß sie nicht unbemerkt geblieben war, kam sie zitternd herbei, warf sich vor ihm nieder und bekannte vor dem ganzen Volk, aus welchem Grund sie ihn angefaßt habe und wie sie augenblicklich gesund geworden sei. Da sagte Jesus zu ihr:

Zitat :
"Meine Tochter, dein Glaube hat dir Heilung verschafft. Gehe in Frieden."

Die Behandlungen von Dr. Fritz laufen in der Regel so ab, daß Dr. Edson Queiroz vor Beginn im Normalzustand für die Kranken eine kurze Ansprache hält und dann ein religiöses Lied zur Gitarre singt (18, S. 178). Nach einem gemeinsam gebeteten Vaterunser fällt er in Trance und erhebt sich nun als Dr. Adolf Fritz, um seinen ärztlichen Dienst anzutreten. Dr. Queiroz befindet sich anschließend stundenlang in Trance. Wenn an Wochenenden viele Patienten zu behandeln sind, kann das mit kurzen Unterbrechungen bis zu 20 Stunden dauern. Sein Wesen ist dann verändert. Der Gang wirkt bei gekrümmter Haltung schwerfällig. Er spricht sehr langsam mit schwerer Zunge ein Portugiesisch mit deutschem Tonfall. Der Augenlidschlag tritt stark betont in Erscheinung. Seine Anordnungen erfolgen bestimmt und energisch. Dr. Queiroz kann sich an das, was nun abläuft, nur selten und nur bruchstückhaft erinnern. Es kommt vor, daß an einem Tag bis zu 50 Operationen und zusätzlich 100 weitere Behandlungen durchgeführt werden (18, S. 92). Normalerweise sind es zusammen rund 120 Behandlungen an einem Tag (18, S. 138). Das bedeutet natürlich, daß mit großer Geschwindigkeit gearbeitet werden muß.
Der brasilianische Oberst Edynardo Weyne beobachtete im November 1982, wie an dem 51jährigen Kuhhirten José Gomes de Jesus innerhalb von nicht ganz fünf Minuten drei Operationen durchgeführt wurden (18, S. 88):

  • Wegen grauen Stars entfernte Dr. Fritz die Linse des linken Auges.



  • Am Rücken operierte er eine Fettgeschwulst (Lipom).



  • An der Lendenwirbelsäule beseitigte er eine seit acht Jahren bestehende sehr schmerzhafte Knochenwucherung (Osteophytose).


Außerdem verordnete er fünf verschiedene Medikamente. Die operativen Eingriffe erfolgten ohne körperliche Betäubung, ohne Asepsis, ohne Blutungen und ohne Schmerzen für den Patienten. Er, der vorher arbeitsunfähig war, konnte darauf seine Arbeit auf einer Farm wieder aufnehmen.
Dr. Edson Queiroz wurde mehrfach von ärztlichen Kollegen bei seiner Arbeit beobachtet und begutachtet. So unter anderem am 22. und 23. Januar 1982 von den Ärzten Dr. Roberto Silveira, Dr. Paulo Cesar C. Monteiro (ein Chirurg) und Ac. Roberto Silveira Filho, Lehrstuhlinhaber an der Medizinischen Fakultät von Petropolis im Staat Rio de Janeiro. Diese drei Ärzte konnten mit ansehen, wie in Rio de Janeiro im "Haus der Wohltätigkeiten" der Spiritistischen Regenerationsgruppe 159 Patienten behandelt wurden. Ein Fall erregte ihre besondere Aufmerksamkeit, weil sie den entfernten Tumor hinterher histopathologisch untersuchen lassen konnten und die Operation für einen irdischen Chirurgen einen hohen Schwierigkeitsgrad gehabt hätte. Diesen Eingriff konnte auch der Geisterarzt nicht im Blitztempo durchführen, sondern benötigte dafür fast eine halbe Stunde.
Dr. Silveira berichtet (18, S. 122):

Zitat :
"In der Zwischenzeit ereignete sich eine Operation, die durch ihre eigenen Umstände Anlaß zu folgenden interessanten Betrachtungen gab:
Wir beziehen uns auf den Fall eines 45jährigen, weißen, verheirateten Mannes. Er wurde in Rio de Janeiro geboren, wo er noch immer lebt. Im Bereich der linken Ohrspeicheldrüse hatte er eine Schwellung. In seinem Bericht erwähnt er deutlich, daß er kam, um nach einer geistigen Behandlung zu suchen, denn von den drei Ärzten, die er konsultierte, hatte er keine wirkungsvolle Hilfe bekommen. Er erzählte, daß alles vor fünf Jahren begonnen habe, als er eine kleine Geschwulst auf der linken Seite des Nackens, genau unterhalb des Ohres, bemerkte. Zu Anfang war sie nur ein wenig größer als ein Reiskorn und völlig unempfindsam. Sie verdiente keine Aufmerksamkeit. Aber im Laufe der Zeit wuchs sie so enorm an, daß sie das Gesicht deformierte und die Bewegungen seines Kopfes erschwerte.
Bei der körperlichen Untersuchung stellten wir eine Geschwulst fest, etwas größer als ein Vogelei, hart, wenig beweglich und schmerzlos. Seine Krankengeschichte und die Charakteristiken der Schwellung ließen uns an die Möglichkeit denken, daß es sich um einen Tumor der Ohrspeicheldrüse handelte.
Sobald wir die Befragung des Patienten beendet hatten, wurde er in den unvorbereiteten Operationssaal geführt. Nach einem flüchtigen Gespräch mit dem Geisterarzt mit Hilfe des Mediums wurde der Kranke aufgefordert, sich in Buchlage auf einen schmalen Untersuchungstisch zu legen. Den Kopf mußte er nach links drehen und ihn auf eine kleine Kopfrolle stützen. Während der Geisterarzt den Bereich des Tumors abtastete, bat er ihn ein Gebet zu sprechen und unentwegt an Jesus zu denken. Er versprach höflich, daß der Patient keine Schmerzen fühlen würde.
Dann, ein Skalpell ergreifend, vollzog der Geist einen tiefen, geraden Einschnitt von ca. 4-5 cm Länge oberhalb der Geschwulst. Mit den Fingern und einer gewöhnlichen Schere, eine von diesen, die eine abgerundete und eine spitze Schneide haben, begann er, den Tumor aus seiner angrenzenden Fläche abzulösen. Behend führte er die Schere, schneidend und tupfend. Ohne Hilfe von Operationsklammern und alles bei nur unangemessener Beleuchtung.
Obwohl der Patient keinerlei betäubende und beruhigende Medikamente erhalten hatte, war er ruhig und zeigte keine Anzeichen von Schmerz oder Unbehagen. Wir beobachteten mit Erstaunen, daß es weder Blutungen noch die Notwendigkeit einer Abklemmung von Blutgefäßen gab.
Nach 25 Minuten sicherer und ernster Arbeit schauten wir der Entfernung der Geschwulst zu, die uns später zum Zwecke einer histopathologischen Untersuchung überreicht wurde. Die Arbeit fand nur mit Hilfe einer Frau statt, die als Operationsschwester fungierte und ihm entweder Schere oder Operationsmesser reichte.
Sprachlos über all das, was wir sahen, waren wir noch bestürzter, als der Geistarzt ein Stück mit Mertiolate angefeuchteter Gaze und Heftpflaster verlangte, anstelle sich anzuschicken, die Wunde zuzunähen. Wir konnten nicht widerstehen, nach dem Grund für die unerklärliche Entscheidung zu fragen. Als Antwort haben wir die Information erhalten, daß diese abschließenden Vorkehrungen, sowie die Blutstillung, Sheylla überlassen werden. Sie ist eine verstorbene Krankenschwester, die Dr. Fritz bei seinen geistigen chirurgischen Arbeiten unterstützt.
Nachdem die Wunde verbunden war, halfen wir dem Kranken, sich von dem unbequemen und improvisierten Operationstisch zu erheben. Wir brachten ihn aus dem Saal hinaus und stellten fest, daß er gut laufen und klar denken konnte und keine Abnormitäten in der Gesichtsmuskulatur zeigte. Wir verfolgten die Zeit nach der Operation. Wir versorgten die Wunde übereinstimmend mit den Anweisungen des Kollegen und benutzten nur die Creme "Fibrase".
Heute, nach 30 Tagen und bereits wieder in sein normales Leben eingegliedert, verwendet der Expatient lediglich ein kleines Heilmittel im Operationsbereich. In diesem Zeitraum hatte er weder Schmerzen noch Fieber, noch Veränderungen irgendeiner Art."
Damit wir diesen Fall mit der beabsichtigten Ernsthaftigkeit studieren können, gehen wir dazu über, ihn unter den folgenden Aspekten zu betrachten:
 
A.) Die histopathologischen Aspekte:

Makroskopie: Gewebefragment von unregelmäßiger Form, 4 cm x 2,5 cm messend. Es weist eine feste Konsistenz und eine dunkle Färbung auf. Man beobachtet an den Querschnitten einen Knoten von geringer Konsistenz und weißlicher Färbung, 2 cm x 2 cm messend.
Mikroskopie: Die Gewebeschnitte offenbaren einen eingekapselten Knoten, gebildet durch die Zellteilung. Die Zellen sind rund und spindelförmig und haben monomorphologische Kerne mit körnigem Chromatin, das sich in festen Gruppen oder Strängen anordnet und oft dehnbare Strukturen bildet. Die Zellen sind im Begriff, ein ausgedehntes großflächiges Bindegewebegemisch aufzubauen. Ringsherum können wir eine Speicheldrüsenstruktur, ein faseriges Gewebe und eine Skelettmuskulatur sehen.
Schlußfolgerung: Verschiedenförmige, tumorartige Geschwulst an der Speicheldrüse.
Dieses Ergebnis bestätigt die Vermutung, die wir anläßlich der körperlichen Untersuchung des Patienten hatten. Unterdessen wurde die ganze Geschwulst ohne Beschädigung ihrer Kapsel, das bedeutet ohne Fraktionierung, herausgenommen. Der Tumor entsprach der makroskopischen Beschreibung. Die Nichtbeschädigung der Kapsel, ein kleiner Umstand, jedoch von großer praktischer Bedeutung, bescheinigt schon allein, daß die Entfernung des Tumors durch ein schwieriges Vorgehen abgeschlossen wurde. Logischerweise erfordert das Erfahrung und chirurgisch-medizinisches Spezialwissen.
 
B.) Die anatomischen Aspekte:"  


Hier folgt jetzt in dem Bericht von Dr. Silveira (18, S. 125) eine zwei Seiten lange Beschreibung des Vorhandenseins und der Lage von Drüsen, Arterien, Venen und Nerven im Operationsbereich. Es wird erörtert, wie leicht man diese Organe bei einem Eingriff verletzen kann und was für schlimme Folgen dadurch entstehen. Ich übergehe diese fachlichen Ausführungen und komme gleich zum Endresultat der Darlegungen (18, S. 126):

Zitat :
"Diese Eingriffe erfordern also sehr viel Sorgfalt, Geschicklichkeit, Wissen und vielfältige spezialtechnische Ausrüstungen. …
Wir beenden hier unsere Betrachtungen über diese chirurgische Operation, der wir beiwohnten. Wir sind überzeugt, daß die Paranormalität der Operation nicht abgestritten oder in Frage gestellt werden kann. Für alles, was wir gesehen haben und was unsere Medizin nicht erklären kann, bleibt uns nur, uns bei unserem verstorbenen Kollegen (Dr. Fritz) zu bedanken. Er zeigte uns eine kleine Seite der außerirdischen Welt. Sie verfügt über Wissen, aber besonders über überlegene Operationstechniken und verantwortliches Handeln, was uns allen anschaulich durch die unermüdliche, mildtätige und uneigennützige Arbeit des Dr. Fritz demonstriert worden ist.
Gott möge die ganze Arbeitsgemeinschaft der Jenseitigen segnen, und seine unendliche Barmherzigkeit möge weiterhin viele unserer irdischen Kollegen beschützen. Wir sprechen von denen, die trotz allem, was wir gesehen haben und von dem wir Zeugnis ablegen, diese Dinge verneinen. Mögen sie sich so benehmen, wie jener überraschte und dankbare Vater, der, als er seinen Sohn von Jesus geheilt sah, sagte: 'Ich glaube Herr, aber hilf meinem Unglauben!' (Mark. 9, 24)."

Abschließend ist zu sagen, daß Dr. Queiroz kein Facharzt für Chirurgie ist, sondern nur ein Frauenarzt und Geburtshelfer. Er selbst hätte als Mensch eine derartige Operation nicht durchführen können.
Am 14. November 1985 wurde im Zweiten Deutschen Fernsehen eine sehr eindrucksvolle und vor allem sachliche Sendung über Dr. Edson Queiroz ausgestrahlt. Unter anderem sah man eine Augenoperation an einer brasilianischen Patientin. Sie litt seit Jahren an einer Bindehautwucherung, einem sogenannten Flügelfell (Pterygium). Es handelt sich dabei um das Vorschieben einer Bindehautfalte auf die Hornhaut von der Nasenwurzel ausgehend. Wenn das Flügelfell den Bereich der Pupille erreicht, tritt Erblindung ein. Diese Erkrankung, hervorgerufen durch die Einwirkung von Wind, Staub, Rauch oder starker Sonnenbestrahlung, ist bei uns selten, tritt in Brasilien aber relativ häufig auf, wie man den Operationsberichten des Dr. Fritz entnehmen kann. In dem im Fernsehen in Nahaufnahme gezeigten Fall trennte der Geisterarzt in 34 Sekunden mit einer Schere das Flügelfell ohne Betäubung von der Hornhaut ab. Ein normaler Augenarzt kann solch einen Eingriff nur mit örtlicher Betäubung der Hornhaut in etwa 30 Minuten vornehmen.
Der zweite Fall betraf die Entfernung eines gutartigen Brusttumors bei einer brasilianischen 37 Jahre alten Ärztin Jane Diaz. Sie war damals Chirurgin an Brasiliens Nationalem Krebsinstitut. Dr. Fritz machte ohne Narkose der Patientin an ihrer rechten Brust einen etwa 4 cm langen Schnitt, faßte mit dem Zeigefinger ohne Operationshandschuh in die Wunde, erfühlte den Tumor und trennte dann mit einer Schere und einer Kornzange den Tumor heraus. Die Patientin betete dabei und spürte nur geringe Schmerzen. Der Eingriff dauerte zwei Minuten. Ausnahmsweise wurde die Wunde aus Respekt vor der Kollegin von Dr. Fritz mit vier Stichen vernäht und erhielt dann den üblichen Mullverband. Der herausgetrennte Knoten maß 5,5 cm x 5 cm x 2 cm. Die spätere histologische Untersuchung ergab "gutartiges Gewebe".
67 Tage nach dem Eingriff zeigte die Ärztin vor der Fernsehkamera ihre inzwischen völlig verheilte Operationsnarbe. Sie betonte, daß es eine gute und kleine Narbe sei im Verhältnis zur Größe des Tumors. Normalerweise, so betonte sie, bleibe eine Verunstaltung bei einer kleinen Brust wie der ihren zurück, wenn man einen so großen, tiefsitzenden und am Muskel anhaftenden Knoten entferne. Das sei aber bei ihr nicht der Fall. Beide Brüste seien gleich groß. Medizinisch war diese Ärztin bestens versorgt worden. Trotzdem nahm die Angelegenheit für sie einen unangenehmen Ausgang. Die brasilianische Presse hatte ihren Fall aufgegriffen und mit entsprechenden Bildern groß herausgebracht.

  • Daraufhin verlor die Ärztin ihre Anstellung als Chirurgin beim Nationalen Krebsinstitut. Die von ihr in Anspruch genommene Geisteroperation wurde für eine Ärztin als unstandesgemäß angesehen.


Damit sind wir bei den Widerständen gegen die Geisterchirurgie:

  • Arigó bekam seine Schwierigkeiten u. a. deswegen, weil er kein Arzt war.



  • Dr. Queiroz bekommt sie, weil er Arzt ist.


Wegen unerlaubter Ausübung der Heilkunde kann man Dr. Queiroz zwar nicht belangen, aber die Gegner haben andere Schwachpunkte gefunden.

  • Angegriffen wird Dr. Queiroz hauptsächlich von der Ärzteschaft und der katholischen und den evangelischen Kirchen.


Die Ärztekammer sieht in der Behandlungsweise von Dr. Queiroz einen Verstoß gegen den ärztlichen Ehrenkodex nach Artikel 5a und 69a. Diese Artikel besagen (18, S. 180), daß es einem Arzt nicht erlaubt ist, zahlungsfähige Patienten unentgeltlich zu behandeln. Gerade das aber erfolgt bei einheimischen Patienten, während nur von Ausländern ein Kostenbeitrag erwartet wird. Dadurch, daß Dr. Queiroz in kurzer Zeit hunderte von Operationen ohne Honorar durchführe, entziehe er seinen meist unterbezahlten Kollegen den Lebensunterhalt. Außerdem, so argumentierte die Ärztekammer, habe Dr. Queiroz nur eine Zulassung für den Bundesstaat Pernambuco. Er übe seine Praxis aber zeitweilig auch in anderen Bundesstaaten aus, und das sei nicht zulässig.
Aus diesen Gründen entzog ihm die Landesärztekammer von Pernambuco 1983 die ärztliche Approbation (Zulassung). Nach eingelegtem Widerspruch hat die brasilianische Bundesärztekammer den Entzug zwar aufgehoben, doch dagegen hat die Landesärztekammer wiederum Revision eingelegt.
Ob und wie dieser Streit inzwischen beigelegt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.
Seitdem nahm Dr. Queiroz zumindest im Ausland, wohin er häufig reiste, sehr saftige Honorare, z.B. 1986 in der Schweiz 2.500,- SFr für Behandlungen, die in Ausstellung eines Rezeptes und Aufnahme in die Fernbehandlungsliste bestanden.
Auch die Kirchen sahen in dem Wirken von Dr. Queiroz eine große Konkurrenz. Eine derartig umfangreiche und wirkungsvolle Hilfs- und Liebestätigkeit ist natürlich zugleich eine Werbung für die Spiritisten. So sehen es jedenfalls die Kirchen, die um ihre Mitglieder und deren geldliche Unterstützung bangen. Schon Christus bekam wegen seiner Heiltätigkeit Schwierigkeiten mit der Geistlichkeit. Als er den Lazarus aus dem Tode in das Leben zurückgeholt hatte, waren die Hohepriester mit dieser außerordentlichen Tat gar nicht einverstanden. Der Apostel Johannes berichtet:

Johannes 12, 10: "Die Hohenpriester aber hielten Beratungen ab in der Absicht, auch Lazarus zu töten, weil viele Juden seinetwegen dorthin gingen und zum Glauben an Jesus kamen."  

Aber wie nicht alle Ärzte gegen Edson Queiroz eingestellt sind, so gibt es auch Geistliche, die der spiritistischen Behandlungsmethode Gerechtigkeit widerfahren lassen. Am 10. September 1981 verlas der baptistische Pastor Joao Tenório Moura über den brasilianischen Rundfunksender Radio Difusora von Garanhuns folgende Erklärung (18, S. 93):
 

"Sehr geehrter Radiohörer!
Zitat :
'Denn gegen die Wahrheit vermögen wir nichts.' Viele Leute haben sich darüber gewundert, daß ich diese Woche in das spiritistische Zentrum 'Gott, Liebe und Nächstenliebe' gegangen war, nachdem ein Freund mich dazu eingeladen hatte, dort einer eigenartigen Arbeit beizuwohnen, die eine Gruppe der Spiritistischen Vereinigung Pernambucos ausführte. Es handelt sich genauer gesagt um ein Medium, das auch ein Arzt ist, und das Kranke, wie man mir sagte, unter Weisung des verstorbenen und weltweit bekannten deutschen Arztes Dr. Fritz behandeln und operieren sollte.
Ich hatte das Privileg, an einer solchen Operation teilnehmen zu dürfen. Als wir den Raum betraten, lag dort bereits eine Dame auf dem Operationstisch. Ein Arzt erklärte mir und den drei anderen geladenen Gästen die Krankheit der Patientin. Es handelte sich um eine Wucherung in den Augenlidern (-7-). Das Medium führte in eine Seite des Auges eine Nadel ein, nahm eine chirurgische Schere und entfernte die Wucherung mit professioneller Geschicklichkeit. Er trocknete das Blut ab, indem er die Wunde mit einem Stück Mull betupfte, welches er in einer Flüssigkeit getränkt hatte, deren Geruch mich an normale Krankenhäuser erinnerte. Er legte ein Heftpflaster auf und sagte der Patientin, sie solle sich umdrehen und auf "allen Vieren" bleiben, da er noch eine weitere Operation durchführen müsse. Das Medium erklärte, daß es sich um einen Fall von Wirbelsäulenverkrümmung handelte. Er führte zwei Nadeln in einem Abstand von 12 cm ein und machte einen Schnitt, durch den man die Knochen der Wirbelsäule sehen konnte. Die Patientin, die überhaupt nicht betäubt worden war, schien keinerlei Schmerz zu spüren. Etwas Blut quoll hervor, das sofort mit Gazestücken abgetupft wurde. Als es versiegte, schloß er die Wunde mit Gaze und Heftpflaster, und fertig war die Operation. Sie hatte nicht einmal fünf Minuten gedauert.
Das Medium, dem außer einem langsamen und regelmäßigen Augenzwinkern nichts anzumerken war, entließ uns aus dem Operationsraum. Wir verließen den Ort und waren zutiefst beeindruckt von dem, was wir gesehen hatten. Es handelte sich wahrhaftig um etwas Übernatürliches, keiner von uns hatte je etwas Vergleichbares gesehen.
Wir erfuhren, daß an diesem Tag 52 Operationen und über 100 weitere Behandlungen durchgeführt worden waren. Alles war unentgeltlich. Wir beobachteten hier Leute aus der Oberklasse, die den Boden kehrten oder andere Aufräumarbeiten durchführten und alle (alle!) beteiligten sich an diesem Werk. Es gab einige, die beteten und über die spiritistische Lehre sprachen, während sie den Kranken Beistand leisteten, die hier geduldig darauf warteten, daß sie an die Reihe kamen.
Für uns war das eine wunderbare Erfahrung. Wir waren dort nicht als Spione hingekommen, sondern um zu sehen, was dort wirklich passierte, um dann aus Erfahrung davon berichten zu können. Es gab keine faulen Tricks, denn alles wurde bei unserer gespannten Aufmerksamkeit ausgeführt, und wir konnten die Echtheit bezeugen. Keinen Moment lang fühlten wir uns in unserem Glauben oder unserer Religionsauffassung verletzt. Ich bin gläubig, ein baptistischer Pastor, und hier widersprach nichts meinem Glauben - im Gegenteil, das Verständnis, das ich hier vorfand, animierte mich geradezu, in meinem Glauben noch weiter zu gehen.
Einen Tag voll Arbeit, mit hohem Kräfteverschleiß und finanziellem Verlust und alles in liebevollster Weise der Nächstenliebe geweiht. Niemals werde ich diese Leute vergessen, und niemals werde ich meinen Mund öffnen, um schlecht über sie zu sprechen.
Ich bin kein Ökumeniker, aber durch meine Gemeinschaft mit den Menschen ein Mann guten Willens, und es gibt so viel, was wir, einer von dem anderen, lernen können. Vorurteile sind immer Unsinn. Es nutzt nichts zu sagen, daß man dieser oder jener religiösen Richtung angehört. Aber es nutzt sehr wohl, so zu leben, wie die Heilige Schrift es lehrt. Gott erfreut sich nicht am Schein, Gott erfreut sich an dem, was im Menschen steckt und was durch gute Taten zum Ausdruck kommt. So sprach auch unser Herr Jesus Christus: 'An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.'
Meine lieben Radiohörer:
Was sind denn unsere Früchte? Was haben wir denn für die getan, die unsere Nachbarn sind und die schwer leiden müssen? Wie oft sind wir religiöse Theoretiker, die durch ihr praktisches Handeln das negieren, was sie im Theoretischen bekennen. Unser Egoismus ist so stark. Wir haben oft ein Christentum verkündet, das keine Früchte trug, kein Werk schuf, mit anderen Worten, ein Christentum ohne Christus. Möge Gott mit uns barmherzig sein und die segnen, die in Demut seine Worte beachten. - Amen."
Pastor Joao Tenório Moura
55300 Garanhuns-Pernambuco  

Diesen Worten ist nichts hinzuzufügen. Man kann nur hoffen, daß Dr. Edson Queiroz weitere Schwierigkeiten erspart bleiben und ihn nicht ein früher Tod hinwegrafft. –
Dieser 1987 geäußerte Wunsch ist leider nicht in Erfüllung gegangen.
Am 05. Oktober 1991 ist Edson Queiroz von einem fristlos entlassenen Leibwächter, dem er den noch ausstehenden Lohn nicht auszahlen wollte, bei einer Auseinandersetzung darüber durch Messerstiche in die Brust auf offener Straße getötet worden.
 
 

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BeitragThema: Re: Die Geistige Heilung in Verbindung mit der geistigen Welt   2019-01-14, 15:06

6. Mustafa Mujagitsch


Bei den bislang vorgestellten vier Heilern handelte es sich um Christen, die der Auffassung sind und das stets betonten, daß die von ihnen vermittelten Heilkräfte göttlichen Ursprungs sind. Die mit ihnen zusammenarbeitenden Geistwesen (die jenseitigen Ärzte) fühlten sich Christus untertan. Arigó sagte immer wieder: "Nicht ich heile, wer heilt ist Jesus!"
Bei dem folgenden Heiler handelt es sich um einen Mohammedaner, der seine Heilfähigkeit auf Allah zurückführt, also auf das höchste Wesen, das identisch ist mit dem Gott, den auch die Christen, Juden und Parsen verehren. Er spricht nicht von weiteren jenseitigen Helfern oder Engeln, sondern nur von Allah. Der Name des Heilers lautet Mustafa Mujagitsch. Er ist ein Bosniake und 1875 in dem bosnischen Dorf Tesnju geboren (17, S. 372). Von Beruf war er Rechnungsinspektor (des Finanzministeriums) in Sarajewo. Dort lebte er auch nach seiner Pensionierung und war 1955 noch sehr rüstig. Aus jenem Jahr und seinem Mund stammen die folgenden Informationen (12; 17; 19).
Mujagitsch übte seine Heiltätigkeit seit 1901 aus. Sie war sehr speziell und bezog sich nur auf die Behandlung vernachlässigter madiger Wunden und auf die Heilung des Bisses von Giftschlangen bei Menschen und Tieren. Beides sind körperliche Beeinträchtigungen, die besonders ländliche Bevölkerung in Gebieten zu schaffen machen, wo es kaum Ärzte gibt. Eine Wunde vermadet nur, wenn sie nicht ausreichend gereinigt und versorgt wird. Das ist dann zwar unangenehm, aber nicht unbedingt tödlich. Der Biß einer sehr giftigen Schlange dagegen führt unweigerlich zum Tod, wenn nicht sehr schnell mit einem Schlangenserum behandelt wird. Aber wo gab es das schon um die Jahrhundertwende in Bosnien? Da setzte dann die Hilfe von Mujagitsch ein, der mit bestimmten Heilformeln oder Gebeten den Kranken retten konnte, wenn er rechtzeitig gerufen wurde. Nach dem ersten Weltkrieg spielte dabei auch das sich stärker ausbreitende Telephon eine Rolle. Mujagitsch brauchte bei der Behandlung nicht unmittelbar bei dem Patienten anwesend zu sein. Die Heilung vollzog sich auch über das Telephon. Der Schriftsteller Alexander Sacher-Masoch erlebte als Augenzeuge derartiges im Jahre 1954. Er berichtet (12):

Zitat :
"Hinter Belgrad liegt geographisch unsichtbar, aber kulturell um so spürbarer, die alte osmanische Grenze. Diese Gebiete haben, es ist noch gar nicht so lange her, 500 Jahre Türkenherrschaft hinter sich. Unser Mittagsbrot, bestehend aus Lammfleisch am Spieß mit weißen Bohnen, nahmen wir in Jajce, einem romantischen mazedonischen Gebirgsstädtchen, ein. In der 'Kafana', in der uns später der unvermeidliche 'Turska' in Kupferkännchen serviert wurde, wurden wir zufällig Zeugen eines recht ungewöhnlichen Vorfalls. Das Seltsamste daran war, daß von allen Anwesenden wir allein dieses Erlebnis als außergewöhnlich empfanden. Plötzlich wurde die Türe aufgestoßen, und man brachte auf einer Tragbahre einen jungen Menschen in die Kafana, schweratmend, grau im Gesicht, Schaum vor den Lippen. Ein vom Tode gezeichnetes Gesicht. Wir erführen, daß der Unglückliche soeben von einer 'Priskok', der überaus giftigen Springviper, deren Biß unbedingt tödlich ist, erwischt worden sei.
'Hilf uns Wirt', sagte einer der Männer. 'Er stirbt uns. Wir müssen den Gospodin Doktor Dijmia verständigen. Er ist zum Schlangenkauf hier.'
'Gut', sagte der Wirt. 'Ich schicke meinen Sohn ins Hotel Pliva. Dort pflegt er zu wohnen.'
Minuten verstrichen. Da erhob sich ein Mann von einem der Tische, weißbärtig, hochgewachsen, hager. Aus seinem hellen Turban lugte der rote Fes hervor. Er trug Opanken an den Füßen. Entschlossen trat er zu dem Kranken, der kaum noch atmete:
'Man darf nicht warten', sagte er, 'der Tod kommt schnell. Hier kann nur Mustafa Effendi Mujagitsch helfen. Aber er ist über hundert Kilometer weit, in Sarajewo. Versuchen wir's. Meine Tochter hat er auch durchs Telephon geheilt.'
Wir trauten unseren Augen und Ohren nicht.
Die Verbindung mit Sarajewo wurde hergestellt. 'Bitte Herrn Rechnungsinspektor Mujagitsch.' - Alles klappte erstaunlich schnell. Man sagte uns später, daß die Telephonistinnen wissen, daß es meist um Tod und Leben geht, wenn dieser Mujagitsch Effendi verlangt wird.
Unser hagerer Bosniake, ein Kupferschmied aus Travnik, trat ans Telephon. Der Wirt brachte ein 'Fildschan', ein Kaffeetäßchen voll Wasser. Unser Mann sprach: 'Effendi, hier hat einen die Priskok gebissen, hilf schnell, sonst stirbt er. Was soll ich tun?'
Gleich darauf hielt er den Fildschan an die Hörmuschel.
Wir lauschten gespannt.
Der Schmied dankte und legte den Hörer auf. Er näherte sich dem Kranken, der mit blauen Lippen zusammengekrümmt dalag. Er flößte ihm gewaltsam ein wenig von dem Wasser ein. Mit dem Rest betupfte er seinen Knöchel, dort, wo die Schlange gebissen hatte. Dann trat er zurück. –
Und wirklich. Plötzlich erhob sich der Sterbende. Die Farbe war in sein Gesicht zurückgekehrt. Er lächelte vergnügt. Er war gesund.
Kurz darauf trat der Arzt ein. Er untersuchte den jungen Mann. 'Ich bin überflüssig', sagte er und lächelte uns zu. 'Hier kapituliert die exakte Wissenschaft vor der Zauberei.'
Wir wollten und konnten nicht an die telephonische Heilung glauben. Der Arzt jedoch war gar nicht überrascht. 'Ich habe mich dran gewöhnt', sagte er ernst. 'Das Gegengift versagt manchmal, der Spruch, mit dem Mujagitsch das Wasser verzaubert hat, nie.'
Wir hatten viel von unserer europäischen Sicherheit eingebüßt, als wir das Städtchen Jajce verließen."

Derartige Heilungen erfolgten natürlich nicht jeden Tag, aber im Laufe der Jahrzehnte doch in beträchtlicher Anzahl. Da es sich bei den Schlangenbissen meist um todbringende Körperschäden handelte, die durch Mujagitschs Hilfe ohne die sonst erforderliche Serumbehandlung ausheilten, riefen dieses Fälle beträchtliches Aufsehen hervor und wurden auch von der nichtjugoslawischen Presse aufgegriffen. Zum Beispiel erschienen im Berliner Tageblatt vom 14. Juli 1928, Nr. 615/616 ein umfangreicher Aufsatz über "Die Schlangenkönige von Bosnien."
Woher kam bei Mujagitsch die Heilgabe, wie trat sie erstmals in Erscheinung?
Er gibt an, daß er sie von seinen Vorfahren übernommen habe und daß sie von Generation zu Generation jeweils auf den Sohn weitergegeben worden sei. Vor etwa 300 Jahren habe einer seiner Vorfahren einem durchwandernden mohammedanischen Scheich und Weisen Sejjidi Ahmedi Rufaie einen großen Dienst erwiesen und sei dafür von ihm mit der Heilformel zur Schlangenbißheilung belohnt worden (17, S. 374; 19, S. 186). Diese sei dann immer vom Vater auf den Sohn weitergegeben worden. Da Mujagitsch selbst unverheiratet und kinderlos war, kam bei ihm für die Weitergabe nur seine ebenfalls unverheiratete und kinderlose 15 Jahre jüngere Schwester in Frage. Das bedeutet, daß diese Heilgabe in Sarajewo jetzt erloschen sein dürfte. Die Heilungen erfolgten als Geschenk Allahs immer kostenlos, denn Mustafa Mujagitsch war ein frommer, die islamischen Gesetze achtender Mohammedaner.
Ich vermute, daß es sich bei der Heilformel nicht um eine Art Codewort handelte, wie man es benutzt, um einen Panzerschrank zu öffnen, sondern um ein Gebet, mit dem der gerade in der Erbfolge Bevollmächtigte die göttliche Hilfe anrufen konnte. Weil die Heilgabe so sehr speziell war und sich nicht auf eine Vielzahl von Krankheiten bezog, glaube ich nicht, daß hier Allah persönlich eingriff, wie er es ja auch bei Edwards, Chapman und Arigó nicht tat. Dagegen halte ich es für wahrscheinlich, daß durch die Heilformel des Mujagitsch ein oder mehrere Geistwesen angerufen wurden, die im Auftrag Gottes arbeiteten und ihre engbegrenzten Fähigkeiten für in Not geratene Menschen einsetzten. Die Einwirkung bestand vermutlich darin, bei den von Schlangen gebissenen Patienten die Erzeugung von Antikörpern so schnell in Gang zu bringen, daß die Antigene (oder Toxine = Giftstoffe) des Schlangengiftes noch rechtzeitig genug neutralisiert werden konnten. Oder aber die Geistwesen hatten die Möglichkeit, die erforderlichen Antikörper paranormal zuzuführen oder die Antigene paranormal zu entfernen.
Mujagitsch hat über die Einschaltung jenseitiger Helfer nie etwas gesagt. Vielleicht wollte er es nicht sagen, oder er wußte es nicht. Die Annahme eines spezialisierten Heilgeistes aber würde es verständlich machen, daß die Heilgabe von Generation zu Generation weitergegeben werden konnte. Nicht die Heilformel wäre dann das Wesentliche gewesen, sondern der "weitervererbte" Heilgeist. Ein anderer Mensch hätte mit der Heilformel allein wahrscheinlich gar nichts anfangen können. –
Mustafa Mujagitsch ist um 1965 gestorben, so sagten mir Leute, die ihn in Sarajewo zu Lebzeiten kannten.
Mujagitsch und seine Vorfahren waren nicht die einzigen, welche die Folgen von Schlangenbissen heilen konnten. Ein solches Beispiel berichtet u. a. Dr. George Lindsay Johnson aus Durban in Natal (Südafrika) Anfang des 20. Jahrhunderts (2, S. 202). Er beschreibt, wie ein Stammeshäuptling Shembe in seinem Beisein einem von einer "Zischenden Natter" gebissenen und im Sterben liegenden Mädchen durch Gebet zur Gesundheit verhalf. Er setze seinen Fuß auf den durch den Schlangenbiß stark geschwollenen Arm des Mädchens. Nach nochmaligem Gebet zu Gott verschwand innerhalb von Sekunden die Schwellung völlig, und das Kind stand auf, als ob nichts gewesen wäre.
Einen vergleichbaren Bericht finden wir im Neuen Testament. Lukas der Arzt und Verfasser der Apostelgeschichte berichtet (Apg. 28, 1 - 6), daß der Apostel Paulus nach seinem Schiffbruch an der Küste der Insel Malta, während er auf einen brennenden Holzstoß Reisig werfen wollte, von einer Giftschlange in die Hand gebissen wurde. Als er daran wider Erwarten nicht starb, hielten ihn die eingeborenen Malteser für einen Gott. Doch für Lukas galt nur die Verheißung Christi:
 
 

Markus 16, 17 - 18: "Den Gläubigen aber werden diese Wunderzeichen folgen: In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben, in unbekannten Sprachen werden sie reden, sie werden Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, so wird es ihnen nicht schaden. Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden gesund werden."
   

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BeitragThema: Re: Die Geistige Heilung in Verbindung mit der geistigen Welt   2019-01-14, 15:11

7. Alberto Petranius


Bei Mustafa Mujagitsch diente oft das Telephon dazu, den Heiler auf eine Notsituation aufmerksam zu machen, so daß dieser dann Allah um Hilfe anrufen konnte.
Etwas Ähnliches habe auch ich einmal in Anspruch genommen. In dem medialen Kreis, dem ich seit rund 17 Jahren angehöre, wird neben der Seelsorge an Verstorbenen (14) in ganz bescheidenem Maße auch geistige Heilung betrieben. Sie wird, wenn erforderlich, an die Mitglieder des Kreises und ihre Angehörigen oder andere notleidende Personen, die in unser Blickfeld geraten, vermittelt. Das geschieht mit Hilfe eines Geistwesens, das sich Alberto Petranius nennt, angibt, zu irdischen Lebzeiten Italiener gewesen zu sein, Petrugi oder so ähnlich geheißen zu haben und Ende des 17ten Jahrhunderts gestorben zu sein. Er sei aber kein Arzt gewesen und könne sich an sein irdisches Leben kaum noch erinnern. Das sei für ihn bedeutungslos geworden.
Es handelt sich hier nicht um eine berühmte Wesenheit mit aufsehenerregenden Heilerfolgen. Außerdem betätigt sich das voll im Beruf stehende Medium nur alle 14 Tage als Mittler für jenseitige Wesenheiten und will auf alle Fälle anonym bleiben. Für eine umfangreiche heilerische Tätigkeit wäre daher keine Zeit vorhanden. Ich führe den Fall hier auch nur deshalb an, weil er gewisse Parallelen zu den vorherigen aufweist und in mancher Beziehung neue Gesichtspunkte in diese Abhandlung einbringt.
Die Heilbehandlung geht so vonstatten, daß der Geist Petranius in eines der beiden anwesenden Medien, einen Herrn mittleren Alters, eintritt und ihn in Halbtrance versetzt. Dann läßt er sich einen feuchten Lappen geben, wäscht sich damit die Hände und trocknet sie sich anschließend mit einem Handtuch ab. Sodann ruft er in stillem Gebet Gott um seine Hilfe an und bittet darum, daß er göttliche Heilkräfte ohne Störungen von Seiten der niederen Geisterwelt empfangen möge und diese auch ohne Störung an den Kranken weiterleiten dürfe. Die Bitte um Störungsfreiheit hat darin ihren Grund, daß die jenseitigen Anhänger der gottfeindlichen Seite oftmals mit aller Kraft Heilungsversuche und auch die seelsorgerische Tätigkeit des Kreises zu unterbinden versuchen. In diesem Fall spürt der Geist, daß er gestört wird und seine Heilkräfte nicht zu dem gewünschten Ziel gelangen. Er fühlt sich blockiert. Auch Dr. Fritz stellte durch den Mund seines Mediums Edson Queiroz fest, daß die Wirkung seiner Behandlung und der Arzneien durch den Einfluß schlechter Geister zunichte gemacht werden konnte (8, S. 715). Deshalb hatte er die Befreiung von Einflüssen übler Geister mit in sein Arbeitsprogramm einbezogen. Er bekämpfte also auch eine möglicherweise bestehende Umsessenheit seiner Patienten.
Das stille Gebet des Alberto Petranius hören wir anwesenden Menschen zwar nicht, aber das in Halbtrance befindliche Medium kann den Inhalt aufnehmen. Nach dem stillen Gebet erfolgt ein meist laut gebetetes Vaterunser. Dann steht der Geist in der Gestalt des Mediums auf, stellt sich hinter den sitzenden Patienten und legt ihm die Hände auf den Kopf. Dazu wird von einem Kreisteilnehmer laut gebetet, daß göttliche Heilkräfte in den Patienten einfließen mögen. Manche von ihnen spüren das auch und können hinterher angeben, welcher Körperteil gerade behandelt wurde. Sie empfinden dann ein starkes Wärmegefühl, z. B. im Bein oder Arm oder auch vorübergehende Magenschmerzen, wenn etwa der Magen erkrankt ist.
Im Anschluß an eine Heilbehandlung am 27. 08. 1987 im Beisein von zwei Medien, fünf weiteren Teilnehmern und einer Patientin gab Alberto Petranius auf meinen Wunsch folgende Erläuterungen ab:

Zitat :
"Heute habe ich etwas für den Allgemeinzustand der Patientin unternommen. Ich habe nicht gezielt auf den Magen oder die Knie gestrahlt, sondern auf den ganzen Körper. Ich hoffe, daß die Kräfte, die ich empfangen habe, auch dorthin gekommen sind. Ich selber kann nur sagen, daß wir sehr viel weitergeben konnten, und ich habe es durch das Medium gespürt, daß es in der Patientin sehr warm war. Die Kräfte, die ich weitergebe, wurden diesmal nicht gestört. Heute hatte ich das erste mal das Empfinden eines direkten Verschmelzens mit der Patientin. Ich fühlte mich unmittelbar in der Patientin. Es waren keine Widerstände vorhanden. Übergangslos konnte ich meine Kräfte weitergeben. Das war bisher noch nie in diesem Maße der Fall. Ich wußte gar nicht, ob ich noch im Medium oder in der Patientin war, so ungestört gingen die Kräfte weiter."



Ich fragte Petranius, welche Voraussetzungen aus seiner Sicht für eine erfolgreiche Behandlung erforderlich seinen. Er antwortete:


Zitat :
"Von meiner Seite sieht es so aus, daß ich das Medium benötige, damit ich überhaupt in Person dieses Mediums hinter einen Patienten treten kann. Wenn ihr Wünsche hattet (damit ist auch die Bitte um Fernheilung gemeint), bin ich immer von dem Medium gerufen worden, und dann hat sich das Medium auf die kranke Person eingestellt. Ich kann alleine, ohne dieses Medium, die Kräfte nicht weitergeben. Das ist sehr schwer zu erklären, weil ihr noch auf der Erde lebt. Ihr werdet das erst später besser verstehen. Wir, die wir hier in der Geisterwelt leben, können Kräfte direkt aufnehmen, wenn wir uns für so etwas vorbereiten und wenn wir dazu geeignet sind.
Ihr wißt, daß ich mich vor längerer Zeit dazu entschlossen hatte, zu versuchen, anderen Menschen zu helfen. Dafür mußte ich dann sehr an mir selbst arbeiten. Ich mußte mich zurückziehen und mich stark auf meine Aufgabe konzentrieren. Das war nicht an einem Tag oder einer Woche zu erledigen, sondern benötigte sehr viel Zeit, in der ich mich auf mein Vorhaben vorzubereiten hatte. Wenn man aber eine solche Aufgabe übernimmt, erhält man auch die nötige Hilfe. Sie kommt von den anderen Geistwesen, mit denen ich hier in eurem Kreis zusammenarbeite. Sie schirmen mich, wenn ich mich auf den Heilversuch vorbereite, so ab, daß möglichst keine Störungen von der niederen Seite in mich eindringen können.
Die Kraft, die ich empfange, kommt aus allen Richtungen in Form ganz feiner Strahlen. Sie bringen mir die Kräfte, die ich durch das Medium weitergeben kann. Ich bin nicht fähig, diese Kräfte selbst zu erzeugen, sondern ich kann sie nur weitergeben, weil ich dafür geschult bin und mich darauf konzentriere. Darum bitte ich natürlich vorher, wenn wir wissen, daß wir uns mit euch treffen und wenn ihr Heilungswünsche habt. Mit den hier jetzt anwesenden und mich unterstützenden Geistwesen treffe ich oft zusammen und bete mit ihnen gemeinsam. Wir haben jetzt gegenüber früher eine sehr schöne und ruhige Zeit (Das ist eine Anspielung auf frühere heftige Auseinandersetzungen mit der gottfeindlichen Geisterwelt, von der auch besonders die beiden Medien mitbetroffen waren). Wir können aufgrund unserer eigenen Ruhe sehr viel von uns abwenden, so daß wir gar nicht andere Geistwesen rufen müssen, um uns zu helfen. Seitdem wir mit euch zusammenarbeiten und außerdem hier in unserer Welt Aufgaben übernommen haben, können wir uns sehr gut selber abschirmen. Durch die Erfahrungen, die wir in diesen Jahren gemacht haben, können wir die Niederen auch sehr schnell erkennen.
Wenn ich nun Kräfte weitergebe, empfange ich viele feine Strahlen, die aus allen Richtungen kommen. Sie dringen bei mir ein. Ich kann sie selber spüren und kann sie durch die Hände des Mediums weiterleiten. Es ist mir aber nicht möglich zu sagen, aus welcher Richtung ich sie empfange. Ich weiß nur, daß sie von guten Geistern ausgehen, die ich aber nicht sehe. Ich kann nicht am Ende eines Strahles ein Geistwesen oder eine Person wahrnehmen. Die Strahlen kommen aus der Ferne, aus höheren Bereichen, und meinem Gespür nach von weit her. Man hat uns gesagt, daß sie von Geistwesen abgesandt werden, aber wir haben sie noch nicht gesehen."

Ich fragte Petranius, ob er für die Aufgabe, die Strahlen zu empfangen, besonders geschult worden sei. Er antwortete:

Zitat :
"Bevor ich vor Jahren zu euch kam, merkte ich, daß ich Geistwesen, die krank waren, ab und zu helfen konnte. Ich verspürte also diese besondere Gabe und habe dann Rexus bei seiner Arbeit geholfen [geschildert in (14)], bestimmte verlorengegangene Geistwesen aufzuspüren, ihnen in gesundheitlicher Beziehung zu helfen und ihnen Erkenntnis über ihre Lage in unserer Welt zu vermitteln. Ich bin auf Erden kein Arzt oder Heiler gewesen. Ich habe mich auch im Jenseits nicht sofort entschlossen, als Heilgeist zu wirken. Das ist erst im Laufe der Zeit auf mich zugekommen. Da merkte ich, daß ich bestimmte Kräfte unmittelbar weitergeben und damit anderen helfen konnte. Ich habe das dann mehr und mehr ausgebildet und bin schließlich eines Tages bei euch erschienen. Das hat mich damals große Überwindung gekostet, weil ich befürchtete, daß die Menschen, wenn ich mich bei ihnen melde, von mir Wunderdinge erwarten. Stanislaus und Nepomuk (das sind andere helfende Geistwesen) haben mir aber sehr viel Mut gemacht und mir gesagt, daß ich ja nicht zu irgend etwas gezwungen werde. Entweder kommen die Kräfte an, oder sie tun es nicht. Daraus würde mir kein Vorwurf gemacht werden. Ich arbeite sehr gerne mit euch zusammen und bedanke mich für eurer Vertrauen. Ich wünsche euch eine angenehme Zeit. Gott schütze und behüte euch. Gott zum Gruß! Petranius."

Am 24. September 1987 hat mir Petranius auf mein Befragen noch weitere Angaben gemacht. Er sagte, daß er mit einer Gruppe von insgesamt 16 Heilgeistwesen beiderlei Geschlechts zusammenarbeite, die in der jenseitigen Welt verstorbene Menschen behandeln. Das seien Wesen, welche immer noch das Gefühl von Schmerzen haben, die sich einbilden, gebrechlich zu sein oder die glauben, daß ihnen Körperteile fehlen, weil das auf Erden der Fall war. Es sei die Aufgabe dieser Gruppe (Petranius spricht immer von "Gremium"), derartigen Unglücklichen zu helfen. Das geschehe aber nicht durch operative Eingriffe am jenseitigen Leib, sondern durch den Einsatz von "Strahlen", die gezielt und gebündelt auf den Körperteil gerichtet werden, der vom Patienten noch für beschädigt gehalten wird. Es handelt sich dabei wieder um "Strahlen", die den Heilgeistwesen aus höheren Bereichen zugesandt werden und die sie lediglich an die Hilfsbedürftigen weiterleiten. Wenn in dieser Gruppe von Heilgeistwesen Fragen auftauchen, die keines der Mitglieder beantworten könne, werde versucht, Antwort aus höheren Bereichen einzuholen. Dazu seien drei Gruppenmitglieder befähigt, die schon besonders lange dem Kreis angehören. Das Verfahren laufe folgendermaßen ab:

  • Alle Gruppenmitglieder sammeln sich innerlich, konzentrieren sich gedanklich gemeinsam auf die Frage, die beantwortet werden soll und bitten Gott um seine Hilfe. Die drei besonders befähigten Geistwesen treten dabei in gedankliche Verbindung mit höheren Geistwesen, welche sie und die anderen aber nicht sehen können. Nach kurzer Zeit bekommen die drei dann innerlich die Antwort eingegeben. Es sei so ähnlich wie bei uns auf Erden, wenn besonders veranlagte Menschen, insbesondere Medien, auf innerlich gestellte Fragen auch die Antwort innerlich eingegeben erhalten. Man nennt so etwas "Inspiration". Der irdische Empfänger sieht dann den Absender auch nicht, er kann ihn nur fühlen.


Im übrigen, so betont Petranius, sei er der einzige in seiner Gruppe, der neben seiner jenseitigen Tätigkeit auch mit Menschen auf dieser Erde zusammenarbeite. Alle Gruppenmitglieder seien zu Lebzeiten auf Erden keine Ärzte oder Heiler gewesen. Zusammenschlüsse von ehemals irdischen Ärzten kenne er in seiner ihm zugänglichen Umgebung nicht.  
Und nun zu meinem eigenen Erlebnis, das ich mit Petranius hatte: Am 14. August 1983 fuhr ich zusammen mit meiner Frau von der Nordseeküste nach Hause (Ravensburg). Wir übernachteten in einem Hotel in Göttingen. Gegen 5.00 Uhr früh wachte meine Frau mit einer beginnenden Nierenkolik auf. Da sie seit Jahren nierenkrank ist und mehrere Nierensteine hat, war das nicht die erste Kolik. Die Schmerzen verstärkten sich schnell, so daß sie versuchte, mit einem Spasmocybalgin-compositum-Zäpfchen und einem feuchtheißen Leibwickel die Kolik zum Abklingen zu bringen. Es stellte sich aber kein Erfolg ein, und um 7.00 Uhr war die Kolik, mit stärksten Schmerzen voll entwickelt.
Da wir uns in einer fremden Stadt befanden und weiterfahren wollten, war guter Rat teuer. Zu Hause hätte ich den Hausarzt kommen lassen, der ein krampflösendes Mittel injiziert hätte. Aber in der fremden Stadt? Welchen Arzt hätte ich rufen sollen, und wann wäre der überhaupt gekommen?
Als gegen 9.00 Uhr immer noch keine Linderung eingetreten war, rief ich den medialen Herrn B. in seiner Wohnung an und schilderte ihm die Sachlage. Da er gerade Urlaub hatte, traf ich ihn glücklicherweise zu Hause an. Er legte sich daraufhin noch einmal kurz zu Bett, betete zu Gott und rief den Alberto Petranius an. Ihn bat er um die Aussendung von Heilkräften. Das Medium spürte das Zustandekommen der Verbindung mit dem Heilgeist. Ich setzte mich derweil neben meine Frau, legte ihr die Hände auf den Kopf und betete auch meinerseits um göttliche Hilfe.
Nach etwa 20 Minuten begann bei ihr ein Nachlassen der Schmerzen, das sich stetig fortsetzte. Gegen 10 Uhr war sie imstande aufzustehen und vorsichtig mit dem Verpacken ihrer Sachen zu beginnen. Um 11 Uhr konnten wir unser Auto besteigen und die Heimfahrt antreten. Meine Frau fühlte sich zwar noch matt, hat aber sonst die fast siebenstündige Autofahrt gut überstanden.
Ohne die Einschaltung der Geistigen Heilung hätte die ärztlich unbehandelte Kolik erfahrungsgemäß noch stundenlang fortbestanden und dann auch eine viel stärkere Abgeschlagenheit hervorgerufen, als sie sich jetzt einstellte. In diesem Fall wurde zwar keine völlige oder weitgehende Heilung erreicht, denn die Nierensteine blieben weiterhin dort, wo sie waren, aber es wurde doch in einer kritischen Lage eine entscheidende Linderung bewirkt.
 
 
8. Schlußbetrachtung
Die philippinischen Heiler, die ja ebenfalls Christen sind, habe ich hier nur ganz am Rande erwähnt, und zwar deshalb, weil ich über sie eine gesonderte Abhandlung (16) verfaßt habe. Interessenten mögen bitte dort nachlesen.
Die Wirksamkeit der Geistigen Heilung ist eine Realität. Geistige Heilung wurde in früheren Zeiten, als es noch keine wirksame Schulmedizin gab, in viel stärkerem Maße angewendet, als es heute der Fall ist. Aber sie hat auch ihre Grenzen, und die sind um so enger gezogen, je weniger ausgebildet und geeignet der Heiler und seine Geistführer sind.
Die Schulmedizin hat ja deswegen die geistige Heilung in so starkem Maße verdrängt, weil sie in vielen Fällen mit viel größerer Sicherheit Krankheiten heilen konnte. Das Zurückdrängen der großen Seuchen wie Pest, Cholera, Typhus, Tuberkulose, Aussatz usw. ist nicht der Geistigen Heilung zu verdanken, sondern den Forschungsergebnissen der modernen Medizin. Eine Blinddarmentzündung, die früher zum Tode führte, kann heute problemlos in jedem Krankenhaus chirurgisch erfolgreich behandelt werden. Aber trotzdem hat auch die moderne Schulmedizin Grenzen ihrer Wirksamkeit, z.B. bei der Multiplen Sklerose, dem Krebs und vielen anderen chronischen Krankheiten. Hier kann durchaus der Versuch gemacht werden, die Geistige Heilung einzusetzen, ohne daß damit nun unbedingt ein "Wunder" garantiert ist.
Doch nicht jeder ist in der Lage, einen Arigó, Chapman oder Edson Queiroz aufzusuchen. Insbesondere sollte niemand eine schulmedizinische Behandlung versäumen oder abbrechen, nur weil er meint, daß er durch Geistige Heilung vielleicht schneller und bequemer zum Ziel kommt. Wenn sie dann nicht hilft und kostbare Zeit verlorengegangen ist, kann u. U. auch die Schulmedizin nichts mehr bewirken. Als zusätzliche Behandlungsmethode kann die Geistige Heilung aber immer eingesetzt werden.
Dabei mögen wir uns erinnern, daß der Heilungsauftrag Christi an alle seine Gefolgsleute und Gläubigen gerichtet ist:

Zitat :
Matthäus 10, 8: Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein.  

Denn:

Zitat :
Johannes 14, 12: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich tue, auch vollbringen.

Wie so etwas ablaufen kann, ist in der Bibel ebenfalls beschrieben. Im Neuen Testament im Brief des Jakobus finden wir die Anweisung dazu:

Zitat :
Jakobus 5, 14: Ist jemand unter euch krank, so lasse er die Ältesten der Gemeinde zu sich kommen; diese sollen dann über ihm beten, nachdem sie ihn im Namen des Herrn mit Öl gesalbt haben. Alsdann wird das gläubige Gebet den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten, und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm Vergebung zuteil werden.

Ein anglikanischer Geistlicher John Cameron Peddie hat sich der Heilung als religiöse Aufgabe wieder erinnert, sie ausgeübt und ein Buch darüber geschrieben mit dem Titel. "Die vergessene Gabe. Heilen als biblischer Auftrag heute" (11). In diesem Buch schreibt er u. a. (S. 49):

"Meine Ansicht ist, daß die heilende Kraft Gottes dreierlei tut: Sie versetzt erstens den Patienten in die Lage, mehr Nutzen aus der Behandlung des Arztes zu ziehen, als dies sonst geschehen würde; sie hilft zweitens, die natürliche Heilkraft des Körpers in Bewegung zu setzen; und drittens versorgt die göttliche Kraft ihn mit allem, was er benötigt. Wie Jesus sagte: 'Bei Gott sind alle Dinge möglich' (Matth. 19, 26)."
 
Wenn Sie also krank sind und über die normale medizinische Behandlung hinaus für sich etwas Weiteres tun wollten, so gehen Sie mit dem Buch von Peddie zu Ihrem Gemeindepfarrer und bitten Sie ihn, nach der Anweisung von Jakobus 5, Vers 14 mit Ihnen zu verfahren. Wenn der Pfarrer das ablehnt, was wahrscheinlich ist, weil er an die Wirksamkeit nicht glaubt oder dem Arzt nicht in das Handwerk pfuschen möchte, so kann die Bitte um Heilung an Gott auch der Ehegatte, die Eltern oder ein Freund vornehmen. Als unterstützende Behandlung neben normaler Anwendung der Medizin oder Naturheilkunde werden Handauflegen auf den Kopf oder den erkrankten Körperteil und Gebet um göttliche Heilkräfte oft ungeahnte Wirkung erbringen.
Wichtig ist aber bei der Gebetsbehandlung, daß der Erkrankte nicht nur äußerlich sein Leben ändert, indem er krankmachende Lebensumstände vermeidet und Heilmittel zu sich nimmt, sondern auch innerlich sein Leben ändert. Er muß innere Fehlhaltungen abbauen, Haß und Neid verbannen und sein Leben auf Gott ausrichten. Er muß das Gebet des Heilers durch sein eigenes Bitten und durch seine innere Umstellung und das Vertrauen auf Gott unterstützen, allerdings immer eingedenk dessen:
"Nicht mein Wille, sondern Dein Wille geschehe."




Wenn jemand nun nicht so recht weiß, was er unter Handauflegen für einen Kranken denn beten solle, folgt für ihn hier ein Gebetsvorschlag:
 
 
Gottes Kraft fließe in dich ein,
als Liebe, die deine Seele erwärmt,
als Freude, die dein Herz erfüllt,
als Gesundheit, die deinen Körper heilt.
Gottes Licht fließe in dich ein,
erhelle deine Seele, erfülle dein Gemüt,
schenke dir Zuversicht und Vertrauen.
Gottes Schutz möge dich umgeben
und dich bewahren vor allen Einflüssen des Bösen.
Gott gebe dir die Kraft, dein Leben zu ändern
und schenke dir Geduld, dein Schicksal zu tragen.
Gott stehe dir bei in aller Not und Traurigkeit
und helfe dir, alles Schwere zu erdulden.
Doch möge alles so geschehen, wie es Gott für richtig hält.




Dieses Gebet kann man auch täglich für sich selber sprechen und statt dich immer mich sagen.
 
 
Doch wer meint, er könne gegen Geld oder ein oberflächliches Gebet ohne jede sonstige eigene Leistung bei einem Heiler seine Gesundheit zurückkaufen, wird oft sehr enttäuscht werden. Neuzeitliches Anspruchsdenken findet in der Natur häufig keine Erfüllung. Außerdem möge man bedenken, daß eine Krankheit einem Menschen auch als Schicksal auferlegt sein kann, durch das er innerlich reifen soll. In diesem Fall werden Heilungsbemühungen nur sehr begrenzten Erfolg haben und höchstens Linderung verschaffen können.
Wer einen Heiler aufsuchen will, sei es hier in Europa, sei es auf den Philippinen oder in Brasilien, sollte immer versuchen, sich vorher über dessen sittliche und moralische Eigenschaften Klarheit zu verschaffen. Schon beim Besuch eines normalen Arztes ist es angebracht, sich zuvor über seinen Ruf, seine Behandlungsmethoden, Erfolge und Mißerfolge zu vergewissern. Dies gilt in noch stärkerem Maße für jeden Geistigen Heiler. Hier geht es nämlich keineswegs nach dem Motto: Wenn es schon nichts nützt, so kann es doch wenigstens nichts schaden. So, wie jedes chemische Medikament seine unangenehmen Nebenwirkungen haben kann, ist u. U. auch bei der Geistigen Heilweise langfristig gesehen mit schädlichen Nachwirkungen zu rechnen. Es ist nämlich nicht gleichgültig, woher ein Heiler seine Heilkräfte bezieht. Auch die gottfeindliche, die dämonische Welt hat ihre Priester und Heiler und kann ihre Anhänger gesund machen. Doch hüte man sich, aus diesem Bereich seine Hilfe zu beziehen. Dafür muß unter Umständen später ein Preis bezahlt werden, der dem betroffenen Menschen sehr unangenehm wird. Im günstigsten Fall kann er in vorübergehenden psychischen Störungen und Umsessenheitssymptomen bestehen. Im ungünstigen Fall gehen die Folgen weit über den Tod hinaus.
Daher versuche man, sich bei einem Heiler Klarheit darüber zu verschaffen, wen er als seinen Herrn ansieht: Gott und Christus oder irgendeinen Dämonen, wie es bei den Umbanda-Spiritisten Brasiliens der Fall ist.
Ebenso meide man pseudochristliche Sektengemeinschaften, die jede Krankheit als dämonisch verursacht ansehen, den Gebrauch aller Medikamente untersagen, und unter viel Halleluja-Gerufe den Teufel auszutreiben versuchen.
Wenn ein Heiler großsprecherisch daherredet, geheimnisvolle oder unverständliche Sprüche murmelt oder gar das "Sechste und Siebte Buch Mosis" benutzt, sollte man ihn auf jeden Fall meiden.
Auch von den herumreisenden Schamanen, den neuzeitlichen Hexen, den vielen Magiern und selbsternannten "Parapsychologen", die alle so viel Werbung betreiben, halte man sich fern.


Denn was hülfe es dem Kranken,
wenn er seine Gesundheit wiedergewönne
und nähme doch Schaden an seiner Seele.

 
- Ende -

_________________
Wenn du nur einen einzigen Menschen
zum Erwachen gebracht hast,
so kann es der Mensch sein
auf den ich gewartet habe,
spricht Jesus Christus
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Die Geistige Heilung in Verbindung mit der geistigen Welt
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