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 Offenbarungen an Fulla Horak

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Elisa
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BeitragThema: Offenbarungen an Fulla Horak    2017-08-05, 11:40


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BeitragThema: Re: Offenbarungen an Fulla Horak    2017-08-05, 11:43

Das Buch entstand in Zusammenarbeit mit dem Neffen von Fulla Horak, dem polnischen Priester Dr. Tomasz Horak, Nowy Swieów. Bischof Twardowski von Lemberg hat 1939 dem Druck des Buches zugestimmt und in einem Presseartikel positiv über die Mystikerin geurteilt. Titel der polnischen Original-Ausgabe: Heilige Frau
Druckerei Piotr Pyz & Co., Warschau, 1939,
Deutsche Übersetzung: Waldemar Piotrowski
4. Auflage 1999 Verlag Claus P. Clausen, Druck: Verlagsdruckerei Josef Kral, 93326 Abensberg

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BeitragThema: Re: Offenbarungen an Fulla Horak    2017-08-05, 11:44

Für dich, heilige Herrin
Und du weißt ...

Zu Deiner Ehre, mein geliebter König - aus meiner grenzenlosen Liebe zu Dir und auf deutliche Weisung meiner heiligen Herrin - habe ich mich nun durchgerungen, meine persönlichsten Geheimnisse und Anliegen zu veröffentlichen. Auch weiß ich, daß Deine Gnade, die mir durch meine geliebte Heilige mehrfach übermittelt worden ist, nicht für mich allein bestimmt war, sondern für alle, die voller Sehnsucht sind und Dich nicht finden können, o Jesus! Demütigst bitte ich Dich: Mach, daß dieses Buch, mit großer Überwindung eines menschlichen Herzens erkauft, in den Seelen der Kaltherzigen und Zweifelnden die Flamme wahrer Liebe entzünden möge!
Fulla Horak

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BeitragThema: Re: Offenbarungen an Fulla Horak    2017-08-05, 11:46

Vorwort

Die Autorin dieses Buches, das 1939 in Polen erschien, wurde 1909 in Lemberg in Galizien geboren. Die weltoffene Atmosphäre dieser Stadt prägte in besonderer Weise ihren Charakter, und der Einfluß des Elternhauses bereitete sie für ihr späteres Leben vor. Schon in früher Jugend äußerte sich in vielen Dingen ihr ganz besonders ausgeprägter Verstand, mit dem sie alles, was ihr begegnete, kritisch analysierte und prüfte.

Aufgrund dieser Veranlagung verlor sie in früher Jugend für lange Zeit den Glauben. Daß dann jedoch der Glaube neu in ihr entstand und ihr gesamtes bisheriges Denken vollkommen veränderte, läßt sich nur als Geschenk Gottes erklären. In ihrem Buch "Besuche aus einer anderen Welt" schildert Fulla Horak die wunderbaren Ereignisse, die dazu führten, daß sie zutiefst gläubig wurde.

1944 wurde Fulla Horak infolge ihrer Untergrundarbeit gegen die sowjetische Besatzungsmacht in Polen verhaftet und verbrachte unter härtesten Arbeitsbedingungen über zwölf Jahre ihres Lebens in sibirischen Konzentrationslagern. Daß sie dies alles - und dazu eine schwere Operation ohne Narkose - überlebte, war für sie, wie sie selbst sagt, nur möglich, "weil meine unsichtbaren Freunde immer bei mir waren."
Nach ihrer Rückkehr aus Sibirien wohnte Fulla Horak bis zu ihrem Tode am 9. März 1994 bei ihrer Schwester in Zakopane, die, obwohl sie selbst fünf Jahre lang in sibirischer Gefangenschaft verbrachte, die Pflege ihrer Schwester übernahm, da diese bis zuletzt schwer leidend blieb. Dessen ungeachtet wurde die kleine Wohnung der zwei Schwestern zunehmend Treffpunkt für Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung, die Rat und Hilfe von Fulla Horak erbaten und erhielten. Alle Leiden hatten bei ihr bewirkt, daß sie ganz ungewöhnliche geistige Energien und Kräfte ausstrahlte.

Pfarrer Tomasz Horak

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BeitragThema: Re: Offenbarungen an Fulla Horak    2017-08-05, 11:47

[size=32]1. Kapitel[/size]
"Wer in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht ..." (Joh 12, 35)

Fragmente aus handschriftlichen Aufzeichnungen und Notizen sowie Auszüge aus Briefen an Mutter Helena vom Orden Sacre Cour, aus denen hervorgeht, in welchem geistigen Zustand sich Fulla Horak befand, bevor die hl. Magdalena-Sofia ihr das erste Mal erschien.
***
"Was ist das, Mutter, die Wahrheit? Mein Herz fühlt sich so kalt an, als wäre da in meiner Brust ein Eiskeller, während gleichzeitig ein unersättlicher, brennender Hunger mich innerlich aufreibt. Die anderen sind mir überlegen - alle, denn sie fühlen sich nicht so herrenlos wie ich. Die meisten leben sogar in Frieden, denn sie bleiben verschont von dieser verzehrenden Flamme Sehnsucht, die im Innern frißt."
***
"Noch nie habe ich es fertiggebracht, mehrere Jahre lang gleich zu bleiben. Ich bin so erschöpft; kaum mache ich die Augen auf, bin ich auf der Suche nach neuen Formen meiner selbst; gezwungen, immer wieder in den nie enden wollenden Kreislauf einzusteigen.
***
Mutter! Ich war doch wie Lehm, warum hast du mich nicht geformt, daß ich jemand bin? Egal ob jung, alt, häßlich oder schön, wenn ich nur wirklich wäre! Ich habe gedacht, Mutter, daß du mich von Enttäuschungen, von Bösem fernhalten und mir Glauben geben würdest.
Mutter! Was ist das, der Glaube? Ein Herz, so übervoll, daß es Lichtstrahlen in die Unendlichkeit aussendet? Ist es das?
Früher dachte ich, daß ich den Menschen Gutes tun werde. So wollte ich beginnen. Ich nahm an, daß, selbst wenn alle meine Auffassungen in Trümmer fallen, ich aus diesen Trümmern noch einen starken Menschen formen kann.
***
Man muß stark sein, um den Schwächeren zu helfen. Die Menschen aber sind schwach. Sie lügen und betrügen. Und doch - auf dem Grund ihres Wesens schlummert eine Erwartung, die vielleicht eines Tages aufwacht, um ihr Ziel zu finden. Die Menschheit befindet sich noch im Chaos, ich glaube aber, daß sie alle Voraussetzungen in sich birgt, um das Königreich Gottes auf Erden zu errichten. Sich danach zu sehnen, sehen, wie es entsteht, ihm entgegengehen, fühlen, wie es von Liebe erstrahlt - das ist Glaube!

"Ich habe keine Zeit mehr, zu warten, denn alles in mir sehnt sich nach Nichtsein. Wer könnte es einem müde gewordenen Menschen übelnehmen, daß er sich schon mittags schlafen legen und nicht erst die Nacht abwarten möchte? Selbst Gott könnte dies nicht tadeln. Meine Seele würde gern irgendein Schlafmittel nehmen und dessen erste barmherzige Wirkung spüren. Denn - wozu überhaupt leben? Wozu bin ich?"
***
 "Das Erbarmen mit allen, das ich nach deinem Willen, Mutter, haben sollte, erscheint mir überflüssig. Was nützt den Menschen das Mitleid, wenn man ihnen doch nicht helfen kann?"
***
"Was erstickt unsere tiefsten Empfindungen, läßt auf den Lippen die Worte gefrieren, entstellt alles, was wir sagen wollen und erlaubt nicht, uns anders als durch Phrasen und mehr oder minder bittere Ironie auszudrücken? Als wollten wir uns an unseren eigenen Gefühlen rächen - für den Schmerz, sie nicht zeigen zu können.
Im Menschen gibt es keine Ganzheit. Er ist fast nie ganz ehrlich, noch ist er ganz falsch. Und immer diese seltsame Angst, jemand könnte seine verborgenen Gefühle erraten. Daß sie so übermächtig sind."
***
"Ich weiß zur Zeit gar nichts. Nichts - nur schwach gelangt in mein Hirn das Bewußtsein, daß ich so, wie ich bin, nicht existieren kann. Wahnsinniges Verlangen erschlägt in mir jegliche Erkenntnis. Man darf die Ordnung der Dinge nicht bekämpfen. Es ist zwecklos, sich von allem, was außen ist, lossagen zu wollen. Man kann nicht mit sich selbst brechen."

"Gott - wenn er denn existierte - müßte die Menschen lieben. Hätte er sie sonst erschaffen? Er würde zweifellos nicht existieren, wenn er nicht ein Wesen hätte, das er glücklich machen könnte, und wenn ihm alle Dinge der Welt genauso gleichgültig wären wie mir.
Menschliche Fehltritte, die äußerlich wahrnehmbaren Einzelheiten eines beliebigen Lebens, dieser immer wieder beginnende Kampf mit häufigen und schmerzlichen Niederlagen, der Kampf mit den eigenen Tränen und der Reue, der Kampf mit dem aufrichtigen und ungebändigten Wollen - was bedeutet das alles? Wie bedauernswert ist doch die menschliche Natur!
Ich frage mich, ob du dir vorstellen kannst, Mutter, daß, wenn Gott zu mir käme, ich offen wäre und zuließe, daß ich von ihm ganz erfüllt wäre? Könnte ich ihn spüren, wäre mein Herz erleichtert, die Last, die es erdrückt, würde abfließen, und ich würde unaussprechliche Dinge entdecken. Dieses elende irdische Leben ist niemals zufriedenstellend. Immer ist es Schmerz, Entbehrungsqual, bittere Sehnsucht, verzweifelte Lüge. Dann aber - gäbe es immerwährende Freude, das Wunder der vollkommenen Erfüllung. Um alles zu wissen, alles zu verstehen und um das Leben zu spüren, genügt es mir nicht, mich selbst zu durchleben. Tränen machen das Herz auch nicht wissend.
Ein fühlendes Herz zu haben, ist das Glück? Schließlich, Mutter, was weißt du schon über mein Herz? Mein einziger Freund ist - die Trauer. Ich bin innerlich völlig einsam, und mit diesen Worten schmücke ich diese Einsamkeit nur aus. Verstehst du das, Mutter? Nichts - außer dem Widerhall meines eigenen Rufens ins Leere."
                                                                                      ***
"Früher war ich ganz in die Welt der Musik vertieft. Ich erlebte sie wahrhaft und innig, Musik war meine Nahrung. Mein Herz empfand jedoch eine ganz andere Melodie, die ich nicht hören konnte. Deshalb hat mich auch keine Art von Musik jemals beruhigt. Sie regte mich stets maßlos auf, folterte mich, irgend etwas in mir wand sich in unfaßbaren Schmerzen. Kennst du das, Mutter? Hast du jemals so eine ,andere Melodie' gesucht?"
                                                                                      ***
"Der Kopf zerspringt mir vor lauter Gedanken, mein Herz zieht sich zusammen, und mir fehlen die Kräfte. Ideale? Christentum? In der heutigen Zeit, wo der tägliche Hunger zu den gemeinsten Verbrechen treibt, wo Väter ihre eigenen Kinder verkaufen, wo Müttern die Nahrung fehlt - wie könnte man die so verhärteten Herzen rühren, wenn weder Feuer noch Reinheit in ihnen sind? O, wenn ich die Macht hätte etwas zu bewirken - wenigstens für einen Tag! Für diesen Wunsch kann Gott mir doch nicht böse sein."
                                                                                      ***
Ich würde gern an Gott glauben. Vielleicht ist Gott - unser Gewissen? Und unser Herz? Und der Instinkt, niemandem Unrecht zu tun, weder einem Menschen, noch einem Tier? Gott - ist vielleicht unser reines Leben?
Wie lächerlich und ohne Ziel ist dieses ewige Suchen - durch alles hindurch und gegen alles. Die fragende, hartnäckige, kraftlose, trotzige Stimme des Menschen ... Was für ein schreckliches Spielzeug hat sich der ausgedacht, der uns erschuf! Warum kommt nichts heran? Geht nichts vorbei? Alles ist! Und über allem dieses brennende Verlangen nach der ungeahnten, und doch spürbaren - Ewigkeit."
                                                                                      ***
"Religionen? Gott? Was für seltsame Dinge ... Wie leicht trennen wir uns davon und wie lange suchen wir es dann wieder. Was muß man nicht alles tun, um das Gleichgewicht zu erlangen. Und wofür? Nur um eines Tages aufs neue festzustellen, daß alles Märchen sind ...

 

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BeitragThema: Re: Offenbarungen an Fulla Horak    2017-08-05, 11:49

Soll so der Glaube aussehen?"
                                                                                      ***
Manchmal geschieht mit mir etwas Seltsames. Als würde sich ein Vorhang öffnen ... Ich kann es nicht beschreiben, aber ich weiß, daß es wichtig ist. Dann erhebt sich in mir etwas Ewiges - das Zeit hat und schaut. Dieser Blick weiß um die Nichtigkeit meiner ganzen Tage."
                                                                                      ***
Der letzte Funke in mir erlischt, und ich bin nicht mehr fähig, ihn neu zu entfachen. Ich greife nach verschiedenen Interessen, kann sie aber nicht halten. Wozu und für wen?"

Wie erreicht man die vollkommene, bedingungslose Liebe? Jede andere nämlich erscheint mir dunkel und begrenzt. Man muß ein Ideal haben. Wenn man keines hat, verliert man an Lebenskraft. Wie kommt man zur Harmonie zwischen dem inneren und dem äußeren Leben?"
                                                                                      ***
Man kann möglicherweise in einem künstlichen Rausch leben, aber im Augenblick des Erwachens muß man wissen, daß dies ein enormer, törichter Betrug ist. Wenn ich den Sinn des Lebens nicht verstehen kann, sollte ich nicht denken - sondern leben. Ich bin doch nicht die einzige, die sucht. Es gibt keine Wissenschaft, die Antworten bereithält. Der ernste Ton der Gelehrsamkeit sagt gar nichts. Die Wissenschaft ist wichtig und präzise, aber nicht, wenn es um das Leben selbst geht. Diese bedauernswerte großartige Wissenschaft! Ihre absolute Schönheit heißt Mathematik.
                                                                                      ***
"Ich lese gerade Kant. Er behauptet, daß es unmöglich sei, die Existenz Gottes nachzuweisen. Aber wozu schreibe ich das eigentlich? Was geht mich das an? Ich kann die Welt sowieso nicht ändern. Ich werde ins Kino gehen. In einem guten Film braucht man ganze zwei Stunden lang nicht zu denken."
                                                                                      ***
Wie schade, Mutter, daß ich nicht dahinterkommen kann, wie du dein Leben im Kloster verstehst ... Für Gott selbst und nur für ihn? Hältst du gewaltsam am Glauben fest, weil es so besser für die Menschheit, für das Volk und überhaupt ist ...? Welche Rolle spielt Gott im Leben von Menschen wie du? Dein Leben ist entweder edle Einbildung - oder die Wahrheit. Einbildung wenn du stets nach Vollkommenheit strebst, wenn du dich für die gegenwärtigen und zukünftigen Menschen aufopferst und selbst an den Sinn dessen nicht glaubst. Wahrheit - wenn du dasselbe für Gott tust. Es geht mir hier nicht um die Redensart, es geht um alles! Glaubst du wirklich so, Mutter, daß nichts und niemand deine Überzeugung widerlegen könnte, auch nicht für einen Augenblick? Denn wenn du zweifelst, Mutter, wie könnte ich dann glauben?

Für mich ist keine Liebe jemals ausreichend. Ich muß ungeheuer viel lieben. Nach Möglichkeit alles! Wie schade, Mutter, daß du mir nicht den Weg zeigen kannst, der zu allem führt."
                                                                                      ***
Es stimmt nicht, daß ich nicht weiß, wonach ich suche! Das Ziel ist klar. Sogar sehr klar. Hell erleuchtet und im Bewußtsein verankert. Leider lockert sich unablässig das Band, das uns miteinander verbindet. Irgend etwas stellt sich mir ständig, bei jedem Schritt, in den Weg. Werde ich niemals dort ankommen?"
                                                                                      ***
"Ich denke daran, auf eine Insel mit Aussätzigen zu fahren. Das habe ich bisher vor dir geheimgehalten, Mutter. Man wird so leicht einer bloßen Pose beschuldigt. Ich mache mir nicht vor, mutig zu sein oder Mitleid mit diesen Kranken zu haben. An sie denke ich gar nicht. Aber vielleicht finde ich dort, im übergroßen menschlichen Elend, mein Herz wieder."
                                                                                      ***
"Die gewöhnliche menschliche Liebe zu zweit erfüllt niemals unsere Bedürfnisse. In so einer Liebe möchte man alles an sich reißen - und sogar noch mehr. Aber das "alles" gehört uns nicht. Man gibt nicht, was einem nicht gehört. Man darf es auch von niemand anderem fordern. Liebe muß selbstlos sein. Sogar die Liebe zu Gott - wenn sie nur die Belohnung zum Ziel hat - sättigt nicht. Es muß Liebe ohne Berechnung geben. Die Liebe zur Liebe. Eine tiefe, von Herzen kommende Unfähigkeit, anders zu handeln. Denn: Ist es möglich, Hingabe einzuschränken? Aus diesem Grunde weiß ich, daß ich mit Gott nicht anfangen kann ohne die Verpflichtung, ihn kennenzulernen."
                                                                                      ***
"Zdzisia ist gestorben, und ich fühle keinen Schmerz. Ich weine nicht. Auf dem Friedhof ruhen so viele Kinder ... Tut es dir weh, Mutter, daß Christus gelitten hat?" ... "O Gott! Wie ich dich hasse, daß du nicht da bist!"


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BeitragThema: Re: Offenbarungen an Fulla Horak    2017-08-05, 11:51

[size=32]2. Kapitel[/size]


"Suchet, so werdet ihr finden..." (Lk 11, 9)

Im selben Jahr wurde ich schwer krank und dachte sogar an die Möglichkeit des Todes. Ich konnte dennoch die Mauer, die mich von Gott trennte, nicht einreißen.
Wieder gesund geworden, hörte ich auf, ständig auf jede Regung in mir zu achten. Ich sah ein, daß so ein Ringen mit sich selbst zu nichts führt und begann, wieder normal am Leben teilzunehmen.
Nach und nach kehrte dann auch meine Begeisterung für das Musikstudium zurück. Tonleitern und Passagen beruhigten meine Nerven. Ich suchte in der Musik nicht mehr das, was sie mir nicht geben konnte, ich empfand sie nun als Wohltat für mein Gehör, weniger für meine Seele.
Ich begann auch, wieder mehr unter Menschen zu gehen. Ich hoffte, mich selbst zwischen den anderen zu verlieren oder mich zumindest zwingen zu können, ihren Alltag mitzuerleben.
Ich bemühte mich redlich, nach außen die Anzeichen von Sorglosigkeit zu zeigen, die ich meistens bei Leuten beobachtete, die "das Leben leicht nehmen". Ich nahm an, daß, wenn ich mir nur diese äußeren Anzeichen aneigne, der ihnen normalerweise vorausgehende Zustand automatisch in mir entstehen würde. Unzählige Stunden habe ich mit dem Hören von Jazzmusik in Bars und Cafés verbracht! Meine Augen haben unzählige Filme gesehen! Es gab den Strand, es gab Ferienheime, Lokale, Konditoreien, Theater ... Innerlich war ich jedoch weiterhin einsam, und vielleicht hat sich aus diesem Grunde die Beobachtungsgabe besonders stark in mir entwickelt. Darüber hinaus war es leicht für mich, in fremden Seelen herumzuwirtschaften, weil die Menschen sich mir gerne anvertrauten. Mit der Zeit brachte ich es fertig, ein wenig mehr Nachsicht ihnen gegenüber zu empfinden und den Haß, der früher in meinen Blicken und Worten war, in Humor umzuwandeln.
Ich konnte damals auch aus der Nähe beobachten, wie die Menschen die Liebe erleben. Wie sie sich freiwillig eine rosarote Brille aufsetzten und in diesem halbbewußten, künstlichen Rauschzustand verharrten. Es wunderte mich, daß ein Mensch voller Fehler und Eigenarten das Herz und die Gedanken eines anderen so ganz einnehmen kann. Worum ging es ihnen eigentlich? Wozu brauchten sie diese gegenseitige schweigende Abmachung: "Ich belüge dich und du mich ... ?" Was hatten sie nur davon? Einen kurzen, mehr oder minder starken Glücksrausch, viele Sorgen, viel Qual und immer wieder Enttäuschungen. Ich konnte nicht begreifen, warum sie, aus Erfahrung nicht klug geworden, sich immer wieder darauf einließen und dabei zwangsläufig ihren einzigen Reichtum, das Herz, nach und nach in immer wieder neuen Gefühlen aufreiben mußten.
Ich schaute mich aufmerksam um, ob ich unter ihnen wohl einen finde, der satt ist. Ich fand nur Unbefriedigte und Übersättigte. Ich selbst blieb dabei hungrig, denn nach dieser Kost wollte ich niemals greifen. Allzu deutlich spürte ich, daß es noch eine andere geben muß. Ich wußte nur nicht, wer den Schlüssel zu dem Speicher besitzt, in dem diese wirkliche Nahrung wartet. Die, die auf mich zukamen und sich nach bestem Willen um mich bemühten, besaßen ihn nicht ... ihre Gefühle erschienen mir wie eine Parodie dessen, auf das ich standhaft wartete und das ich nicht einmal vor mir selbst hätte beim Namen nennen können.
Ein Mensch konnte es nicht sein! Ein Mensch, auch wenn er noch so vollkommen ist, stellt im Grunde nicht viel mehr dar als ein anderer.
Der Mensch - als Ideal - existierte für mich nicht. Er war nur ein Geschöpf, also mußte die Macht, die ihn erschaffen hat, größer, vollkommener sein. Mich interessierte nicht die Maschine, sondern ihr Erfinder! Wo war er? Wie konnte er den von ihm geschaffenen Mechanismus ohne Wartung und Aufsicht zurücklassen? Ich lauerte sozusagen auf den Zeitpunkt, an dem er sich neben seinem Werk zeigte. Ich hatte Angst, diesen Moment zu verpassen, und wollte meine Aufmerksamkeit deshalb nicht mit Unwichtigem ablenken. Eines weiß ich genau: Die Gewißheit, mein ganzes Leben lang umsonst gewartet zu haben, hätte ich leichter ertragen können als den Gedanken, daß mir seine Gegenwart entgangen sein könnte.
Aus diesem Grunde wollte ich mich auch niemals an einen Menschen binden. Ich fühlte mich gebunden an etwas, das - obwohl unbekannt, ungenannt und fremd - mich verpflichtete.
Ich konnte nicht verstehen, daß die Menschen so leben können, wie sie leben. Daß sie damit zufrieden sind. Es war doch nicht einer von ihnen wirklich glücklich! Warum, wo sie doch wußten, daß dies nicht die Erfüllung ist, nahmen sie es als Erfüllung?
In dieser Zeit hatte ich Kontakt zu Menschen, die spiritistische Sitzungen veranstalteten. Vergeblich habe ich auf eine Sensation gehofft. Da wackelten die Tische, klopften Namen und Zahlen aus, ab und zu auch ein häßliches Wort ... Das Medium schlief ein, es war lange dunkel, dann spürte irgend jemand irgend etwas, behauptete manchmal, etwas zu sehen ... Ich habe niemals etwas gesehen oder gespürt, außer, daß diese Versuche wie ein Umherirren in einer dunklen Sackgasse waren und zu nichts führten. Also ließ ich die Seancen sein und wunderte mich, daß die Menschen nicht aufhörten, sich etwas davon zu erhoffen.
Dann begann ich Bergwanderungen zu unternehmen. Eine Weile kam es mir vor, als könnte ich in der gewaltigen, bedrohlichen Strenge der Bergwelt endlich Frieden und Ruhe finden, als käme ich einer wunderbaren, geheimnisvollen Wahrheit immer näher und näher.
Als ich dann aber wieder hinabstieg und zu den Menschen kam, verflogen diese Eindrücke schnell wieder. Die Wahrheit war hier auch nirgends zu finden! Es gab Gewohnheiten, Täuschungen, Heuchelei ... Ich lernte junge Menschen kennen, die sonntags eifrig zur Kirche gingen und von denen ich wußte, daß ihr Alltagsleben wohl noch weiter von Gott entfernt war und ihn noch mehr beleidigte als das meine. Es bereitete mir ein bösartiges und schmerzliches Vergnügen, diese Damen in religiöse Gespräche zu ziehen. Wie schwach und empfindlich war der Glaube in ihren freigiebigen, heißen Herzen! Wie leicht ließen sich seine zarten Wurzeln ausheben. Für gewöhnlich kam man ohne gewichtige Argumente aus. Ein überlegenes Lächeln, spöttische Nachsicht, manchmal nur ein Scherz oder ein ironisches Anheben der Brauen - es reichte aus, daß sie sich, erschrocken und beschämt über ihren Mangel an Standhaftigkeit, auf der ganzen Linie zurückzogen. Es tat mir weh und freute mich zugleich. Wenn doch die Leute wenigstens den Mut hätten zu bekennen, daß sie nicht glauben! Was soll dieses unwürdige, ängstliche Getue? Was soll dieses Sichverstecken hinter Äußerlichkeiten und Normen? Vor wem? Für wen?

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BeitragThema: Re: Offenbarungen an Fulla Horak    2017-08-09, 09:43

In dieser Zeit kam in mir der Gedanke an Selbstmord auf, immer häufiger, immer deutlicher, aus der Tiefe meines Wesens. Es war nicht nur Verzweiflung, die mir diesen Ausweg zuflüsterte. Vielmehr war es Überdruß, Widerwille, etwas, das man fast mit Logik bezeichnen könnte. Ich prüfte diese Möglichkeit kühl, sachlich, so wie man als rational denkender Mensch über die Berufswahl nachdenkt. Ich erinnere mich noch, wie ich listige Berechnungen anstellte: Falls "dort" nur "das Nichts" ist - würde ich es sowieso nie erfahren. Falls es aber wirklich ein "Alles" gibt, wäre ich alle meine Zweifel los. Ich wüßte endlich die Wahrheit!
Im Herbst hörte ich, wie jemand von dem Wunder in Tschenstochau erzählte. Damals sagte ich mir: Wenn die Menschen von diesem Bild Gnade empfangen und diese sich segensreich auf ihre Gesundheit oder materielle Dinge auswirkt, warum sollte ich nicht versuchen, dort um Licht für meine Seele zu bitten? Obwohl ich nicht gläubig war, entschloß ich mich, alle nur möglichen empfohlenen Mittel auszuschöpfen, damit ich mir später nichts vorzuwerfen hatte und um mir selbst den Beweis für meinen guten Willen zu erbringen.
Die Fanfaren bei der Enthüllung des Bildes, die betende Menge, das schwarze Gesicht über dem Altar - all das machte auf mich nicht den geringsten Eindruck. Die Bekenntnisse erschienen mir wie geschmacklose Reklamesprüche und der von der Kanzel mahnende Priester heuchlerisch. Ich war entsetzt über das absolute Fehlen jeglicher Gemütsregung in mir.
Und da stellte ich der Mutter Gottes ein Ultimatum - kühl, sachlich und klar: Wenn ich in den nächsten drei Monaten - einfach so, ohne Wunder, ohne Erschütterungen, ohne daß irgendwas Ungewöhnliches geschehen sollte, den Glauben und die innere Gewißheit erlangte, daß Gott existiert - wollte ich geloben, dem Himmel bis an mein Lebensende zu dienen. Gleichzeitig beschloß ich, diese drei Monate lang täglich das Gebet zu sprechen: "Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria ..." und alles zu tun, was den Vorschriften der katholischen Kirche entspricht.
In Lemberg ging ich dann zur Beichte mit demselben guten Willen, wenn auch ohne Glauben, und schilderte dem Priester wahrheitsgetreu meine inneren Konflikte. Ungeachtet dessen erlaubte er mir, die hl. Kommunion zu empfangen.
Nach drei Monaten, in denen ich alle Bedingungen dieses einseitigen Vertrages eingehalten hatte, veränderte sich jedoch nichts. Ich stand weiterhin vor einer Leere und war beladen mit Fragen und Problemen. Entmutigt versuchte ich nicht einmal mehr, sie zu formulieren. Wozu? Wenn sich doch sowieso niemand um eine Antwort scherte.
Aus der Zeit dieses Versuchs von Jasna Gora ist mir nur das vom Beichtvater empfohlene kurze Gebet geblieben, das ich täglich halb bewußt wiederholte: "Gott! Wenn es dich gibt, schenke mir Licht!"

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BeitragThema: Re: Offenbarungen an Fulla Horak    2017-08-09, 09:44

[size=32]3. Kapitel[/size]


"Da wurden ihnen die Augen aufgetan" (Lk 24, 31)

10. August 1935. Sechs Uhr nachmittags.
Im großen Salon sitzen einige zufällig versammelte Personen und trinken Kaffee. Die Gespräche drehen sich um allgemeine, hier und da auch um persönliche Themen. Eine der Damen erzählt vom glücklichen Ausgang irgendeiner wichtigen Angelegenheit und sagt abschließend:
"Das verdanke ich alles der Mutter Gottes von Tschenstochau. Ich habe sie inständig und voller Vertrauen um Hilfe gebeten, und sie hat mich nicht im Stich gelassen." Ich hatte meine eigenen Erfahrungen noch in lebhafter Erinnerung und unterbrach sie heftig:
"Was macht sie so sicher, daß gerade s i e Ihnen geholfen hat? Offensichtlich sollte es so kommen. Woher wissen Sie, ob das alles nicht auch ohne ihr Gebet geschehen wäre? Ich verstehe nicht, wie man vom Himmel Segen wie Manna erwarten kann, wenn man zu einem Bild betet! Ich glaube gar nicht an die Existenz einer Mutter Gottes!"
Daraufhin entwickelte sich eine unerwartet lebhafte Diskussion über religiöse Themen. Mit einer Sicherheit, die keinen Widerspruch duldete, verkündete ich mein gottloses Credo und attackierte besonders das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis.
Je mehr ich redete, um so sicherer wurde ich mir meiner selbst und meiner Überzeugung. Gleichzeitig jedoch verspürte ich - durch den ganzen Stolz auf meine intellektuelle Überlegenheit hindurch, die es mir ermöglichte, die schüchternen Argumente der anderen so leicht und vernichtend zu schlagen, eine wachsende Verachtung für den Wankelmut ihrer Auffassungen, für den Mangel an Eifer, den sie bei ihrer Argumentation an den Tag legten, für die fade Halbherzigkeit eines solchen Glaubens.
Die einzige Person, die sich nicht an der Diskussion beteiligte, war eben diese Dame, die von der unlängst erfahrenen Gnade erzählt hatte.
Erst als ich schon völlig sicher war, daß ich alle überzeugt hätte und dieses Thema erschöpft sei, hörte ich überrascht ihre Worte voller Mitgefühl und Güte: "Gott! Wie unglücklich müssen sie sein, daß sie nicht glauben!"
Tief getroffen von dem Mitleid in ihrer Stimme und zugleich überrascht von der unerwarteten Wendung des Gesprächs, fragte ich gereizt: "Und sie glauben? - "Ich glaube!", antwortete sie freudig.
Zum ersten Mal in meinem Leben hörte ich jemanden diese Worte so kraftvoll, mit solcher Ergriffenheit und Leidenschaft aussprechen. Seit Jahren wünschte ich mir sehnlich, sie so aussprechen zu können. Erregt durch das vorangegangene Gespräch und nun noch bis ins Mark erschüttert, konnte ich mich nicht mehr beherrschen: Ich brach in Tränen aus - plötzlich, heftig. Weinen erfaßte meinen ganzen Körper. Jeder Nerv, jedes kleinste Teilchen meines Wesens wurde von einer Wehmut geschüttelt, die ich nicht verstand. Die Ursache für diesen Ausbruch ging darin verloren, so wie alles um mich herum, nur dieses hemmungslose, herzzerreißende Weinen blieb.
Ich weiß nicht, wie lange es gedauert hat. Durch die Benommenheit, durch das rauschende Hämmern des Blutes in meinen Ohren drangen schließlich einige unzusammenhängende Worte in mein Bewußtsein, über irgendein Licht über mir. Danach hörte ich, daß alle davon sprachen; von einem Licht, das über meinem Kopf erschienen sei. Überzeugt, daß sie mich mit diesem kindlichen Scherz nur zur Besinnung bringen wollten und zugleich beschämt über die Schwäche, der ich mich in ihrer Gegenwart hingegeben hatte, sprang ich vom Sofa auf, um ins Nebenzimmer zu flüchten. Als ich durch den Salon lief, hörte ich noch die erstaunten Rufe der anderen, daß sich dieses Licht mit mir vorwärtsbewege und mit mir hinausgehe. Dann machte ich die Tür hinter mir zu.
Auf einem Sofa liegend, bemühte ich mich um Fassung. Vor allem wollte ich so schnell wie möglich dieses Haus verlassen, in dem ich mich so blamiert hatte. Nie hatte mich jemand bis dahin auch nicht in den schwersten Stunden weinen gesehen. Ich war jedoch nicht imstande, mich zu regen.
Ich fühlte, wie ein starker, heißer Strom durch meinen ganzen Körper hindurchströmte, Wellen von irgend etwas überwältigend Süßem, etwas, das zwar in mir entstand, aber von außerhalb stammte und mir fremd war, wie aufgezwungen. In dem Maße, in dem sich die Wärme in mir ausbreitete, erfaßten mich Frieden und Ruhe. Ein wunderbarer, tiefer Friede. Ich spürte nach dem heftigen Weinen, nach dieser Erschütterung, nach dieser Aufregung keinerlei Erschöpfung. Als ob ich mir das, was vorher geschehen war, nur eingebildet hätte, und die Wirklichkeit einzig und allein darin bestand, daß ich mich nun ruhig und behaglich fühlte.
Ich ging hinaus, ohne mich von jemandem zu verabschieden. Den ganzen Weg hindurch spürte ich in mir diese fremde, durchdringende Kraft und dieses Glücksgefühl; nach außen jedoch war ich inzwischen völlig beherrscht. Zu Hause merkte niemand etwas von der inneren Erschütterung, die ich gerade durchlebt hatte.
Damals ist mir überhaupt erst deutlich bewußt geworden, wie sehr jeder einzelne Mensch sein Leben allein für sich lebt. Wie wenig die anderen von ihm wissen. Und wie gut es ist, daß man seine Erlebnisse so ausschließlich für sich allein behalten kann.
Als ich dann nach zehn Uhr beim Schlafengehen mein gewohntes Gebet sprach: "Gott! Wenn es dich gibt, schenke mir Licht!", mußte ich wieder weinen. Da ich diese Gemütsbewegung nicht verstehen konnte, sah ich in ihr ein Zeichen dafür, daß sich meine Nerven in einem sehr schlechten Zustand befinden müßten und dies bestimmt der Anfang von Hysterie sei. Da wurde ich erneut von jener seltsamen Woge überströmt, die so deutlich von außen kam und fremd war, daß mir der Gedanke an eine Heilbehandlung mit Elektroschocks kam.
Gleichzeitig fühlte ich, daß hinter mir jemand war. Ich sah mich um und erblickte auf der gegenüberliegenden Seite des Zimmers, nicht weit vom Fenster, eine Gestalt. Durch die ununterbrochen über mein Gesicht fließenden Tränen konnte ich sie nicht genau erkennen. Ich hätte sie auch nicht mit Worten beschreiben können. Ich wußte nur, daß sie da war.

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BeitragThema: Re: Offenbarungen an Fulla Horak    2017-08-09, 09:46

Ich war weder überrascht noch erschrocken. Es war mir nur, als ob dieser starke Strom mich erhebt und ich im nächsten Augenblick aufhören würde zu existieren. Ich weiß nicht, wie lange das gedauert hat. Ich weiß auch nicht mehr, was danach geschah. Ich konnte nicht anders als einschlafen.
Als ich am nächsten Morgen meine Augen öffnete, war ich mir absolut sicher, daß das, woran ich mich erinnerte, kein Traum und auch keine Einbildung gewesen sein kann. Ich glaubte, daß mir eine Seele erschienen ist, um mir den Beweis für ein Leben nach dem Tod zu erbringen und um mich um ein Gebet zu bitten. Zur gleichen Zeit bemerkte ich in mir einen unanfechtbaren - und ich weiß nicht, wann entstandenen - Glauben an ein zukünftiges Leben. Nichts konnte diese innere Gewißheit mehr ins Wanken bringen. Ich wußte!
Die nächsten drei Tage betete ich deshalb ununterbrochen für diese Seele. Da ich nicht mehr an das Beten gewöhnt war, erinnerte ich mich nur noch an "Vater unser", "Herr, gib ihr die ewige Ruhe" und "Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria", und diese drei Gebete betete ich ständig im Wechsel.
Am Dienstag abend, als ich wieder zum Gebet niederkniete, erfaßte mich erneut dieses mir schon bekannte Gefühl von Glück und Getragenwerden, und da erblickte ich, dieses Mal nicht mehr durch Tränen hindurch, sondern deutlich und leibhaftig, eine Nonne in der Tracht des Ordens Sacre Cour; jung und sehr schön, sie lächelte mich sanft an. Um sie herum sah ich weder ein Licht noch irgend etwas, das auch nur im geringsten ungewöhnlich gewesen wäre, und doch fühlte ich mich ganz und auf wohltuende Weise durchstrahlt von einer Helligkeit, die von ihr ausging.
Ich kannte sie nicht. Trotzdem erschien sie mir nicht fremd. Ich wagte nicht, mich zu rühren oder einen Laut von mir zu geben, obwohl ich nicht erschrocken war. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, mich gewundert zu haben.
"Ich grüße dich!", fing sie als erste zu sprechen an, "Du sollst das Kloster aufsuchen. Dort bin ich ständig unter euch. Komm zu Besuch ins Kloster", sagte sie mit Nachdruck. "Am Samstag komme ich wieder. Lebe wohl ..." Bevor sie wieder verschwand, fragte ich schnell, ich weiß bis heute nicht, warum, ob sie die Mutter Oberin aus dem Kloster Sacre Cour in Lemberg kenne. Die fremde Nonne lächelte bedeutungsvoll und erwiderte: "Ich kenne sie alle. Lebe wohl..." Wie und wann sie ging, konnte ich nicht erkennen. Ich wußte nur, daß sie vorher da war und dann nicht mehr.

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BeitragThema: Re: Offenbarungen an Fulla Horak    2017-08-09, 09:48

17.08.1935
Am Samstagabend erschien sie mir erneut. Sie sagte: "Sei gegrüßt! Du gehörst zu uns, deshalb möchte ich dir sagen, daß du wichtige Aufgaben zu erfüllen hast."
"Ich kann nicht! Ich bin zu nichts fähig ich schaffe es nicht!"
"Wir werden dir helfen. Gott hat dir die überaus wertvolle Gabe des Verstandes gegeben."
"Aber was soll ich denn tun? Und wie?"
"Du wirst fühlen, was du tun sollst. Du mußt Taten vollbringen, und andere werden dir in allem helfen."
"Aber ich habe doch so viele Sünden begangen?"
"Beruhige dich. Ich und ein bestimmter belgischer Staatsmann sind bei dir und betreuen dich. Gott hat dir erlaubt, dich zu freuen. Jetzt gehe ich, mein liebes Kind ... Mein liebes Kind", wiederholte sie mit Sanftmut, "ich komme erst am ersten Samstag im Oktober wieder."
Als ich hörte, daß ich sie erst in sechs Wochen wiedersehen sollte, fing ich an zu weinen. Die Nonne blieb noch eine Weile neben mir stehen, und dann, so wie beim ersten Mal, ging sie nicht, sondern hörte einfach auf da zu sein.
Bis heute kann ich nicht verstehen, wie es möglich ist, daß ein Mensch, der so nüchtern, kühl und vorsichtig ist wie ich, ein fremdes, unbekanntes Wesen vom ersten Augenblick an so liebgewinnen und ihm blind vertrauen kann, nur weil es diese einfachen Worte "mein liebes Kind" zu mir sagte. Ich analysierte überhaupt nicht mehr! Von ganzem Herzen liebte ich diese Stimme, dieses Lächeln, diese gütigen dunklen Augen, und der Gedanke, sie so lange nicht wiederzusehen, ließ neue Tränen über mein Gesicht fließen.
Von diesem Tage an änderte sich mein Verhältnis zur Welt radikal. All das, was mir vorher schwierig und problematisch erschien, was mich ärgerte oder schmerzte - es hörte auf wichtig zu sein! Ich hatte jetzt etwas, worauf ich warten konnte, hatte mein großes, wunderbares Geheimnis; ich wußte, wofür ich lebte - wenigstens bis zum fünften Oktober!
Der erste Mensch, dem ich von diesen Ereignissen erzählte, war meine Freundin Bucia. Sie freute sich mit mir und für mich, äußerte aber keinerlei Vermutungen in Bezug auf die Person meiner Nonne. Erst als ich später Mutter Helena von Sacre Cour - an die ich all die vorher beigefügten Briefe geschrieben hatte - von dem, was mir geschah, erzählte, rief diese aus: "Das kann nur unsere heilige Mutter sein, und der belgische Staatsmann - es ist Kardinal Mercier!"
Da ich so gut wie nichts über die heilige Stifterin des Klosters Sacre Cour wußte, gab mir Mutter Helena ein kleines Bild von ihr und ein Buch mit dem Titel "Das innere Leben der hl. Magdalena-Sofia Barat". Ich konnte mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, daß dieses Bildnis mit den strengen, harten Gesichtszügen meine schöne Nonne darstellen sollte. Mutter Helena irrte sich bestimmt. Die, die ich kannte, konnte demnach nicht die hl. Magdalena-Sofia sein. Zwischen ihr und dem Bildchen gab es nicht die geringste Ähnlichkeit.
Um Gewißheit zu haben, mußte ich bis Oktober warten. Ich war überglücklich, als dieser Tag endlich herankam. Da bei mir zu Hause ständig irgend jemand in mein Zimmer hereinplatzte, mußte ich Bucias Gastfreundschaft in Anspruch nehmen. Bucia war sowieso die meiste Zeit außer Haus, bei ihr konnte ich allein sein und mich konzentrieren, und ich wartete.
"Sei gegrüßt", sagte meine Nonne und stand plötzlich neben mir. "Ich bin gekommen, weil ich dir nahelegen möchte, dich dem "Heiligsten Herzen des Herrn Jesus" zuzuwenden. Lies in dem Buch "Das innere Leben der heiligen Magdalena-Sofia" ab Seite 118 vier Blätter und ab Seite 145 sieben Blätter. Daraus lernst du die Liebe zum Kreuz und von dort bekommst du die Gaben des Hl. Geistes. Schlag das Buch gleich auf und sieh nach."
Ich hatte das Buch bei mir und schlug die genannten Seiten auf. So sehr ich den Worten meiner Nonne auch absoluten Glauben schenkte, so sehr war ich doch verwundert, als ich das, was sie mir gerade gesagt hatte, auf diesen Seiten las.
"Bist du die heilige Magdalena-Sofia?", fragte ich. Wie amüsiert durch meine vermeintliche Neugier, lachte sie bestätigend.
Wer dieses Lächeln nie gesehen hat, kann sich nicht vorstellen, wie bezaubernd es war.
"Warum haben die im Kloster bloß so häßliche Bilder!", rief ich aus. "Ich habe es schon lange gekannt und mochte es nie. Heilige Mutter, ich konnte mich bis jetzt nicht überwinden, deinen Lebenslauf zu lesen, so sehr hat mich dein Abbild abgeschreckt."
"Du wirst mich einmal ähnlicher malen und ein Buch über mich schreiben. Ich werde dir dabei helfen."
"Ich und über eine Heilige schreiben? Und meine Sünden?"
"Hab' keine Angst. Gott vergibt dir deine Sünden. Bitte Herrn Jesus um Verzeihung, sobald du spürst, daß du dazu bereit bist."
"Wie soll ich ihn um Verzeihung bitten?"
"Durch eine Beichte"
Ich hätte beinahe abgelehnt, wenn ich sie nur nicht so geliebt hätte. Aber ich wollte ihr nicht weh tun und schwieg.
"Du bist stark, Fulla. Ich werde immer bei dir sein, und du verhalte dich stets so, als würdest du mich sehen. Gott hat dich auserwählt, mein liebes Kind. Deine Aufgabe kommt dir vielleicht zunächst schwierig vor; du sollst andere für die Liebe zum Herzen Jesu fähig machen."
"Ich habe Angst, heilige Mutter, daß ich das vielleicht nicht schaffe." "Du brauchst keine Angst zu haben, ich bin stets mit dir. In zwei Sonntagen komme ich wieder. Ich fühle mich wohl bei dir. Gute Nacht, ich drücke dich an mein Herz."
Ich wußte, daß meine geliebte Heilige mich nun verläßt, wie jedesmal, und fing an zu weinen.

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BeitragThema: Re: Offenbarungen an Fulla Horak    2017-08-09, 09:50

20.10.1935
"Friede sei mit dir", sagte sie zu mir, "warum bist du so traurig?" "Weil ich immer deutlicher mein ganzes Elend sehe."
"Du hast schon große Fortschritte im Guten gemacht. Und nun höre zu, Fulla: Vor längerer Zeit starb in Lemberg Pater Adam, ein Dominikaner. Wenn du einmal aufmerksam und inständig eine hl. Messe in seinem Sinne mitfeiern würdest, wäre er von den Qualen des Fegefeuers erlöst, die er gerade durchleidet. Nachher könnte er dir geistig sehr helfen. Machst du es?" - "Ja, das mache ich."
"Pater Adam hat viele Fehler gemacht, aber weil er sein ganzes Leben lang als Mönch die Mutter Gottes verehrt hat und jeden Samstag ein Licht vor ihrem Bild anzündete, wurde er, während seine Seele im Fegefeuer dunkle Qualen durchlebte, belohnt. Als in der Welt gerade ein Samstag war, erhellte ihm die Mutter Gottes diese bedrückende Dunkelheit, so wie er es damals mit seinem Licht samstags getan hat. Ich möchte dir heute das Wesen der Liebe erklären."
"Du bist meine Liebe!"
"Wann wirst du den lieben Herrn Jesus in dein Herz einladen?"
"Ich kenne den Herrn Jesus nicht und liebe ihn nicht. Ich liebe dich." "Du wirst ihn lieben." Ich brach in Tränen aus.
"Ich will außer dir niemanden lieben", wiederholte ich weinend.
"Weine nicht. Die Quelle der Liebe befindet sich im Herzen, nicht im Kopf. Das betrifft unsere Mitmenschen. Denke nachher darüber nach. Weine nicht. Hole Papier und Bleistift. Mach' kein Licht. Schreibe." Da ich mich nicht beherrschen konnte, sagte sie: "Beruhige dich und komm her zu mir. Nicht von dieser Seite. Setz dich näher zu mir. Beruhige dich."
Ich setzte mich mit einem Heft auf den Knien, und plötzlich begann der Bleistift sich von selbst auf dem Papier zu bewegen. Ich hielt ihn nur fest. Ich wußte nicht, was er schrieb, weil ich kein Diktat hörte. "Mach' Licht und lies es dir durch. Morgen mittag komme ich zu dir. Jetzt gehe ich, mein liebes Kind. Lebe wohl."
In dem Heft las ich: "Achte auf deine Gesundheit. Halte dich nicht immer zu lange in der Kirche auf. Sei herzlich zu den Guten, und habe für alle ein mildes Wort."
Als sie weg war, schrieb ich Wort für Wort unser ganzes Gespräch auf. Damit mir nichts verlorenging, tat ich es im übrigen dann jedesmal. Am Montag ging ich in die Kirche der Dominikaner und betete so inständig und so gut wie ich nur konnte, als ob ich all die verlorenen Jahre im Gebet nachholen wollte; die ganze Messe hindurch auf den Knien.
Ich tat es weder aus Liebe zu Gott noch aus Pflicht, nicht einmal für meine geliebte Heilige - einzig und allein aus dem leidenschaftlichen Glauben heraus, daß ich diesen Dienst der seit langem leidenden Seele des Pater Adam erweise. Wenn mir nicht die Warnung eingefallen wäre, nicht zu lange in der Kirche zu verweilen, wäre ich dort bis zum Nachmittag geblieben.
Heute Mittag sollte meine Heilige zu mir kommen. Damals sah ich sie zum ersten Mal bei Tageslicht. Sie trug ausnahmsweise keine Tracht, nur weiße Schleier. Sie ist nicht sehr groß und geht mir bis zu den Augenbrauen. Sie sieht sehr gut aus und hat wunderschöne Augen. Sie sind nicht braun und nicht schwarz, sondern in einem sehr dunklen stahlgrauen Ton.
"Ich will deiner Seele Frieden und Ruhe einflößen. Liebe mich immer genauso. Ich bin ein Geschöpf Gottes. Zu allererst und am höchsten achte Gott, seinen Sohn und seine gebenedeite Mutter. Es tut gut, mit Gott zu leben und alle Sorgen an ihn abzugeben. Ich möchte dir bei der Vorbereitung auf die Beichte helfen. Fühlst du in deiner Seele, daß du ein Geschöpf Gottes mehr liebst als Gott?"
"Ja. Ich liebe dich mehr als Gott!"
"Das ist Sünde. Sobald es dir bewußt ist, darfst du absolut nicht mehr auf diesem Weg weitergehen und Ketzerei verbreiten.
Jeder heilige Tag muß durch eine hl. Messe und gute Taten geheiligt werden.
Hab Achtung vor den Sorgen, die sich deine Eltern um dich machen. Du darfst gute Regungen weder in deiner Seele noch in der Seele eines anderen zerschlagen.
Vermeide Unkeuschheit, sei es in Gedanken, Worten oder Taten. Benachteilige die Armen nicht.
Rede nicht schlecht über andere Menschen. Laß dich nicht von Begierden beherrschen. Faste jeden Freitag und an anderen Fasttagen für unseren Herrn Jesus.
Büße damit für alle Sünden, die du begangenen hast, um in schweren Zeiten nicht klagen zu müssen. Bekenne, was in deiner Seele unwürdig ist. Ich helfe dir.
Nach der ersten Beichte und hl. Kommunion gehe einen Monat lang nicht zu den hl. Sakramenten. Das gilt als Buße für die zu Unrecht empfangene hl. Kommunion in Zeiten des Unglaubens. Ich liebe dich und weiß, daß du mich liebst. Du bist empfindlich und kannst nicht so lange - besonders nicht im Winter - in der Kirche knien. Im November mußt du aufpassen, daß du dich nicht erkältest.
Fulla! Sei nur bloß nicht traurig. Ich komme den ganzen November nicht, erst wieder am 8. Dezember. Dann werde ich genauso wieder vor dir stehen. Diese Woche, bevor du zur Beichte gehst, werde ich noch einmal mit dir sprechen."
Nach diesen Worten sah ich um meinen Kopf herum einen heiligen Lichtkreis und ihre weißen Hände berührten mich.
"Sei nicht traurig, Fulla. Im Schein der Liebe unseres Herrn Jesus ist es hell, behaglich, freudig und heiter. Du wirst sehen, es wird dir gefallen, Fulla. Sorge dich um nichts. Alle guten Gedanken wird dir unser Herr Jesus eingeben, wenn du ihn einen Monat lang nicht verlierst. Er sagt dir alles.
Fulla, sei nicht zu stolz. Wenn man in der Welt lebt, muß man mit der Welt leben. Wenn du vollkommen selbständig sein willst, mußt du dich oft mit Schwierigkeiten herumschlagen und gegen sie ankämpfen; du mußt dich um alles selbst sorgen. Schließe dich anderen Menschen an. Schade, daß du so wenig spielst. Gott mag Musik, Lieder gefallen ihm."
"Ich möchte ein Lied über dich schreiben.
"Du wirst ein geistliches Lied schreiben. Ich helfe dir, aber ich kann das nicht für dich tun. Gott hat andere Pläne. Du wirst ein Lied mit einem zweifachen Gebet schreiben, und es wird Gott doppelt gefallen. Ein Lied ist doppelt so viel wert wie ein Gebet ohne Melodie. Schau dir deine Seele an, Fulla. Siehst du?"
Ich spürte meine Seele, sie war erfüllt mit göttlichen Gaben, und ich sah, daß jede Gabe von der Gnade Gottes und meinem guten Willen abhängig ist und bis ins Unendliche vermehrt werden kann.
Jeder Mensch soll eine Aufgabe erfüllen. Du spürst, daß Gott dir Talent gegeben hat. Aus Dankbarkeit mußt du ihm die Früchte dieses Talents zeigen. Du wirst mein Bild malen, aber noch nicht jetzt. Wenn du in Gesellschaft von Jugendlichen und Kindern bist, erzähle ihnen von mir. Ich liebe die Jugend und werde sie anhören. Ich bin aufgrund meiner eigenen Verdienste hergekommen und bringe dir bei, mit Gott zu sprechen. Unser Herr Jesus wird sich freuen, wenn er in deiner Seele wohnen kann. Sei beherrscht in deiner Rede. Ich komme diese Woche noch einmal wieder und dann erst im Dezember."
Meine Heilige küßte mich. Ich habe es ganz normal gespürt, so wie man den Kuß eines Lebewesens spürt.

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BeitragThema: Re: Offenbarungen an Fulla Horak    2017-08-09, 09:53

Samstag, 26.10.1935
"Ich grüße dich", sagte meine Heilige strahlend und mit einem freudigen Lächeln. "Du bist gut vorbereitet. Alles ist gut."
"Verzeih' mir, meine heilige Mutter, wenn ich dich seit dem letzten Mal durch irgend etwas traurig gestimmt haben sollte."
"Nein. Du hast mir viel Freude bereitet. Und jetzt hör' zu: Deine Mutter grämt sich über dich. Wenn du kannst und magst - du mußt aber nicht - sag ihr, daß du zur Beichte gehst und sie um Verzeihung bittest. Es geht nicht um großartige Entschuldigungen, sondern um einen Akt der Demut, darum, sich zu überwinden."
"Gut, heilige Mutter."
"Ich bin gerührt, aber denke daran, du mußt nicht. Hör' mir zu, Kleines. Der heiligsten Jungfrau Maria gebühren große Hochachtung und Liebe. Ich weiß, daß du sie noch nicht lieben kannst, aber sie wird dir dieses Verständnis eingeben. Sie besitzt die höchste Tugend. Kein anderer Heiliger war so tugendhaft. Darüber hinaus ist das der Gipfel der Weisheit, mit dem Willen Gottes einverstanden zu sein, von der Kindheit an bis zum Tod. Die heiligste Jungfrau Maria war ganz rein, leuchtend und weiß. Sie hat Gutes getan. Sie wollte nicht mit ihrem Verstand ergründen und nahm von Gott alles an, so wie man Blumen annimmt - ohne Bedenken - und deshalb ist sie besonders heilig. Fulla! Ich werde immer bei dir sein, werde dich niemals verlassen. Deshalb sollst du viel Ruhe in deinem Herzen und in deiner Seele haben. Liebe getrost Gott und alles, was man lieben soll. Gott lieben muß man auch durch Arbeit, nicht nur in der Kirche. Man muß ihn überall spüren. Ich weiß, daß du das nicht kannst. Gib deine ganze Mühsal an Gott ab. Das ist das vollkommenste Gebet."
"Heilige Mutter, warum leuchten deine Hände?", fragte ich, als ich plötzlich deutlich sah, daß ihre Hände hell durchstrahlt waren.
"Weil sie Gutes getan haben und heilig sind. Ich habe bewirkt, Fulla, daß du unseren Herrn Jesus die ganze Zeit bei dir haben wirst, bis ich wiederkomme. Er ist jetzt schon bei dir und bleibt in dir. Achte auf deine Gesundheit. Du vergißt täglich für einige Stunden, daß du auf der Welt lebst. Halte dich nicht so lange in der Kirche auf. Man kann Gott nie zu sehr lieben, man muß ihn jedoch überall lieben."
"Das ist doch meine einzige Freude, wenn ich dich nicht sehe - die Kirche!"
"Von Zeit zu Zeit muß man sich diese göttlichen Annehmlichkeiten versagen, um gewöhnliche Dinge zu tun. Ich freue mich, daß du meine Ratschläge dankbar annimmst. Weine nicht. Ich werde dich morgen segnen, und ich segne dich jetzt." Ich kniete nieder, und meine Heilige legte ihre beiden Hände auf meinen Kopf. Ich verspürte deutlich ihr Gewicht.
"Du hast Hunger, Kleines. Geh' jetzt und iß zu Mittag." "Noch nicht. Bitte, noch ein Weilchen!"
"Sehne dich nicht nach mir. Ich werde immer bei dir sein. Fühlst du, Fulla, daß ich deine Nerven heile und beruhige? Ich pflege dich physisch. Bist du zufrieden mit deiner Pflegerin?", fragte sie mit dem allerliebsten Lächeln. "Sprich noch nicht zu den Menschen über die inneren Freuden. Man soll nicht darüber sprechen, denn es wäre möglich, daß die Menschen unseren Herrn Jesus verspotten. Siehst du, es ist doch gar nicht so schwer, sich von schlechten Angewohnheiten zu lösen. Der Mensch schafft sich nämlich für gewöhnlich selbst seine eigene Begriffswelt und schreitet in ihr - dabei kann man sich auch eine andere, schönere und göttliche schaffen.
"Mutter ... heiliges Mütterchen ... gibt es irgend ein gutes Buch über dich?"'
"Nein. In keinem Buch hat man jemals aufgeschrieben, wie es in meiner Seele aussah. Unbeholfen habe ich Jesus und der Mutter Gottes nachgeeifert und ein wenig ist es mir auch gelungen."
"Heiliges Mütterchen! Ich liebe dich!"
"Liebe nur, liebe... Die Heiligen lieben heißt, durch ihre Verdienste Hilfe zu bekommen. Heilige beschützen euch vor bösen Dingen."
"Heiliges Mütterchen, zu welchem Priester soll ich beichten gehen?" "Ich kann dir keinen Priester aussuchen. Man kann in jeder Kirche einen schwachen Geistlichen antreffen. Du kennst dich aus in Physiognomien, also entscheide selbst. Bete kurz vorher. Ich bin zufrieden mit dir, Fulla. Freue dich, daß du uns nahe bist. Fürchte dich nicht und bereue aufrichtig."
"Heiliges Mütterchen, vergibst du mir meine Sünden?"
"Sei nicht töricht, Fulla! Kein Heiliger, nicht einmal die Mutter Gottes kann das. Ich prophezeie dir für die Zukunft vollkommene Reinheit von Sünden. Du warst in deiner Seele niemals darauf eingestellt, Sünden zu erkennen."
Sie kam erneut auf mich zu und legte ihre Hände auf meinen Kopf. "Ich liebe dich, Fulla, mein liebes Kind. Geh', ich werde stets in deiner Nähe sein. Wir werden beide achtgeben, daß unser Herr Jesus dein Herz nicht verläßt. Lebe wohl."
Dreimal küßte mich meine hl. Mutter und berührte mein Haar. Im nächsten Augenblick erhob sie sich, hell und leicht in die Luft - mit dem Finger auf ihren Lippen zum Zeichen des Schweigens - und verschwand.
Nur dieses eine Mal habe ich sie so verschwinden sehen.
Als ich wieder zu Hause war, begann ich mit mir selbst zu kämpfen. Sich bei meiner Mutter entschuldigen! Ich soll hingehen, bekennen, daß ich zur Beichte gehe und dieses Wort herauswürgen: Vergib mir. Mein ganzes trotziges, stolzes Wesen lehnte sich dagegen auf. Ich will nicht! Ich will nicht! Es hat doch überhaupt keine Mißverständnisse zwischen uns gegeben. Es ist doch nicht meine Schuld, daß meine Mutter sich über mich ärgert. Wozu also?
Nach dem Mittagessen hatte ich Unterricht in der Stadt. Um den Augenblick der Entscheidung hinauszuzögern, nahm ich mir vor, mir erst nach meiner Rückkehr endgültig zu überlegen, ob ich mich dem füge oder nicht. Während des ganzen Unterrichts rang ich mit mir selbst. Schließlich, da ich alles tun wollte, was meine geliebte Betreuerin mir aufgetragen hatte, beschloß ich, mich zu überwinden. Ich stand schon vor unserer Wohnungstür, als mir plötzlich einfiel, daß meine heilige Mutter deutlich zu mir gesagt hat: "Du mußt nicht". Diesen Akt der Dernut hatte sie demnach nicht von mir verlangt, sondern ihn mir nur empfohlen. Sie überließ es meiner Einsicht und meinem Willen. Und ich wollte mit meiner ganzen Kraft nicht.
Ich kehrte auf dem Absatz um und lief wie befreit von dieser mich erdrückenden Last zur Kirche der hl. Maria-Magdalena.
Die Freude jedoch, mit der ich der Beichte entgegensah, verging mir irgendwie. Irgend etwas in mir war nicht so, wie es sein sollte. Ein Schatten fiel auf mein Herz, ein schlechter Geschmack oder Trauer trübte meine bisherige Ruhe. Sollte man sich vielleicht doch überwinden? Es war doch möglich, daß ich nur deshalb keinen eindeutigen Befehl erhalten hatte, weil es auf meine eigene Entscheidung ankam? Vielleicht legte meine hl. Mutter Wert darauf? Mein bezauberndes, teures, liebstes, heiliges Mütterlein!
Ich machte auf der Stelle kehrt und rannte, als ob ich Angst hätte, es mir wieder anders zu überlegen, zurück nach Hause. Ich weiß noch, daß ich irgendwo am Rande meines Bewußtseins die vage Hoffnung hegte, meine Mutter zu Hause nicht anzutreffen.
Sie war jedoch da. Ohne jegliche Einleitung trat ich zu ihr hin und stieß in einem Atemzug aus:
"Ich gehe heute zur Beichte. Verzeih' mir ..." und fing an zu weinen. Meine Mutter fing ebenfalls zu weinen an.
Das war die größte Überwindung meines Lebens. Niemand, der nicht ich ist, wird je verstehen, warum. Ich bin mir jedoch völlig sicher, daß dieser Akt so manchen meiner Fehltritte wieder gutgemacht hat.
Am selben Abend beichtete ich in der Kirche der Dominikaner-Patres. Es kam mir vor, als würde ich zum ersten Mal in meinem Leben wirklich beichten. Ich erwähnte mit keinem Wort die Gnade, die mir widerfahren war, und schilderte ganz einfach den bisherigen Zustand meiner gottlosen, trotzigen, forschenden und rebellischen Seele. Ich bekannte mich dazu, daß ich andere voller Wut vom Glauben abgehalten hatte, aus Verzweiflung darüber, daß ich selber keinen hatte. Ich beichtete meinen Hochmut und die Unnachgiebigkeit meines verstockten Herzens. Zu meiner Entlastung konnte ich nur einen einzigen Punkt anführen - obwohl ich es damals schon ausschließlich für göttliche Gnade und Fügung hielt - daß ich schon immer, seit meiner Kindheit, eine unüberwindliche Abscheu vor üblen und schmutzigen Dingen hatte.
Am nächsten Tag, genau am Christ-Königs-Fest, empfing ich während einer Messe in der Kirche der hl. Maria-Magdalena die hl. Kommunion. Das tat ich auf ausdrückliche Weisung meines hl. Mütterchens, und mein einziger Wunsch war, Gott so würdevoll wie möglich aufzunehmen, denn ich glaubte bereits bedingungslos an seine Gegenwart in dem heiligsten Sakrament. Ich erwartete ihn nicht gefühlsmäßig, sondern mit meinem besten Willen, tief durchdrungen von dem Ernst dieses Augenblicks.
Als ich zu meiner Gebetsbank zurückgekehrt war, mein Gesicht mit den Händen bedeckte und zu beten anfing - da wurde ich plötzlich von einem unerklärlichen Wirbel erfaßt, gegen den ich mich nicht wehren konnte. Ich fühlte, daß ich keine Kontrolle über meinen Körper hatte und verlor jegliches Bewußtsein für Raum und Zeit. Es war mir, als ob ich fliege und fliege, in einen sicheren, behaglichen Abgrund, und als ich anhielt, spürte ich deutlich und ohne Zweifel, daß zwischen mir und Herrn Jesus kein Abstand mehr war. Ich verspürte eine Liebe zu ihm, die mit nichts verglichen werden könnte. Ich hatte keinen Körper mehr und keine Seele; ich bestand nur noch ganz aus meinem Herzen und fühlte, wie sein heiligstes Herz das meine umgab.
Ich weiß absolut nicht, wie lange das gedauert hat. Sehr langsam kehrte danach mein Bewußtsein wieder zu mir zurück. Ich war voller Glück, denn ich hatte die Gegenwart Jesu Christi erfahren. Ich kann mich nicht erinnern, daß sonst noch etwas in mir gewesen wäre. Ich wußte, es gab keine größere Kraft als die, mit welcher Gott mich mit sich verbunden hatte. Ich fühlte, daß meine Seele unwiderruflich ihm gehört und wußte, daß mein Leben ausschließlich auf einer von ihm vorgezeichneten Linie verlaufen konnte. Und ich wollte es auch nicht anders.
Nach diesem Tage war es für mich eine Tortur, nicht wieder die hl. Kommunion empfangen zu können. Ich hatte diese Buße akzeptiert, ohne zu wissen, was sie für mich bedeuten würde. Als ich dann sah, wie die anderen jeden Morgen zum Tisch des Herrn traten, mußte ich weinen. Mein Verlangen war so groß, daß ich mich manchmal nicht beherrschen konnte und von der Gebetsbank aufstand, um voll unaussprechlicher Sehnsucht an den Altar heranzutreten. Wie glücklich waren doch diese Menschen! Wie ich sie beneidete!
Erst nachdem zwei Wochen vergangen waren, wurde mir die volle Gültigkeit dieser Buße bewußt, und ich lernte, diese vorübergehende Abstinenz ergeben zu ertragen.
Trotz der Befürchtung, mich lächerlich zu machen, die irgendwo in der Tiefe meines Wesens lauerte, fing ich an, die abendlichen Rosenkranzandachten zu besuchen. Ich konnte damals echte Frömmigkeit und Bigotterie gedanklich nicht voneinander trennen.
Einmal, als ich vor dem Altar kniete und das gemeinsame Rosenkranzgebet unbeholfen betete, erblickte ich in der Kirche eine meiner Schülerinnen, die meine früheren religiösen Ansichten kannte und sich auch nicht selbst durch besondere Frömmigkeit auszeichnete. Mir wurde heiß. Ich fühlte, wie ich errötete und verlegen wurde. Bevor ich noch denken konnte, verdeckte ich schnell den Rosenkranz und wollte so tun, als ob ich an dieser gemeinsamen Andacht überhaupt nicht beteiligt wäre. In diesem Augenblick erinnerte ich mich an unseren Herrn Jesus und an mein heiliges Mütterchen. Da wurde mir erneut heiß, nicht aufgrund der peinlichen Situation, sondern vor Scham und Reue.
Ostentativ fing ich an, die Perlen des Rosenkranzes zu verschieben und hatte nur noch den einen Wunsch, daß mich meine Schülerin so sehen sollte. Ich wollte auf diese Weise das, was ich gerade getan hatte, wiedergutmachen und widerrufen. Aber als ich mich dann umsah, war sie nicht mehr in der Kirche.
Die Reue, die mich in diesem Augenblick erfaßte, kann ich nicht beschreiben! Es war mir, als ob ich unseren Herrn Jesus und mein hl. Mütterlein verraten hätte! Wie gut konnte ich Petrus verstehen, der, nachdem er Christus verleugnet hatte, "bitterlich weinte". Ich war so unglücklich! Es nützte mir nichts, daß ich in der nächsten Unterrichtsstunde diese Schülerin bewußt auf mein nunmehr verändertes Verhältnis zur Religion ansprach, das Gefühl der Schuld lastete schwer auf mir, und ich dachte, ich hätte mich durch diese Tat freiwillig von meinem so sehr geliebten König entfernt. Um ihn zu entschädigen, nahm ich dann umso intensiver an den Abendandachten teil.
Ich kannte überhaupt keine Kirchenlieder und hatte auch keine Stimme zum Singen. Da ich das wußte und eitel war, hatte ich vorher nie versucht zu singen. Danach wurde es mir jedoch zur größten Pflicht! Mit der ganzen Kraft meiner Kehle und dem ganzen Atem meiner Lunge machte ich es den anderen nach und paßte mich mit meiner Stimme ihrem Gesang an. Es störte mich absolut nicht, daß ich kaum jedes zehnte Wort des Textes kannte. Mit bedeutungslosen Silben füllte ich die Lücken aus und sang für die ganze Kirche. Es war mir vollkommen gleichgültig, ob ich bei den Betschwestern damit Entsetzen über meine Stimme oder Bewunderung für meinen Eifer erweckte! Von ganzem Herzen wünschte ich nur, daß mich mein Gott hörte, mit meiner ganzen Kraft und Leidenschaft wollte ich sein Lob aus mir herausschreien.
Ich konnte auch nicht ruhig bleiben bei der Vorstellung seiner Leiden. Sooft ich im Vorraum der Kirche am Kruzifix vorbeiging, schöpfte ich aus dem Weihwasserbecken Weihwasser mit meinen Händen und wusch damit die Wunden an der Seite, an den Händen und Füßen des Gekreuzigten. Der Anblick der Dornenkrone bereitete mir richtige physische Schmerzen; da sie jedoch befestigt war, konnte ich sie nicht abnehmen. Ich mußte manchmal warten, bis alle aus der Kirche hinausgegangen waren, denn ich wollte nicht, daß mich jemand bei diesem leidenschaftlichen Werk des Mitleids und der Liebe beobachtete. Ich dachte ständig an die Warnung meiner hl. Mutter, daß unser Herr Jesus sich aus meinem Herzen entfernen könnte. Schon bei dem Gedanken, ich könnte ihn durch die kleinste Sünde beleidigen, zitterte ich. Wenn man Gott liebt, gibt es keine große oder kleine Sünde. Es gibt nur die Sünde. Während dieser Zeit wurde mein Gewissen, aus geradezu übertriebener Befürchtung, so empfindlich, daß ich bei den gewöhnlichsten Tätigkeiten Gefahren witterte. Ich betete unaufhörlich - laut, wenn ich allein war, in Gedanken, wenn ich mich unter Menschen befand, beim Gehen, Essen, Reden, bei der Arbeit, sogar im Schlaf blieb ich mit meinem Herzen bei meinem Herrn Jesus.
Ungeschickt, weil ich darin keine Erfahrung hatte, begann ich gute Taten zu vollbringen. Angefangen mit unüberlegt großzügigem Austeilen von Almosen bis hin zum Malen von Festtagsgrußkarten für wohltätige Lotterien, deren Erlös freilich in keinem Verhältnis zu dem geleisteten Aufwand an Zeit und Mühe stand, bemühte ich mich auf jede erdenkliche Weise, den Menschen zu helfen. An einem kalten, regnerischen Abend sah ich auf der Straße einen jungen Menschen, der zwei schwere Koffer schleppte. Ich sah, wie er alle paar Schritte stehenblieb und sich schwer atmend etwas ausruhte. Bevor mir der Gedanke kam, daß ihm die von einer jungen, unbekannten Person angebotene Hilfe vielleicht unangenehm sein könnte, fragte ich ihn, ob ich die Koffer mit ihm zusammen tragen dürfe. Er lehnte natürlich ab und damals wußte ich nicht, warum.
Da ich die lange Abwesenheit meiner geliebten hl. Mutter nicht ertragen konnte und große Sehnsucht nach ihrem Anblick hatte, zeichnete ich sie auf jedem Papierfetzen, auf Heftumschlägen, auf dem gewachsten Tischtuch und sogar auf dem Marmor des kleinen Tisches in der Konditorei. Es bereitete mir manchmal große Mühe, diese Bildnisse wieder wegzuwischen, wenn ich mal eines beim Weggehen nicht zurücklassen wollte.
Ich machte mich daran, das kleine Bildchen von Mutter Helena mit Aquarellfarben größer zu malen. Obwohl, wie nicht anders zu erwarten, nur ein Geschmiere dabei herauskam, entschloß ich mich, da ich keine anderes Abbild meines hl. Mütterchens besaß, dieses weihen zu lassen. Dem Priester, den ich darum bat, gefiel mein Bild trotzdem so gut, daß ich ihm ein zweites malte. Das war dann schon eine Komposition von "höherem Grad", denn neben meiner hl. Mutter war auch noch der Herr Jesus darauf zu sehen. Da jedoch die Kartonunterlage nicht groß genug war und mir erst kurz vor der Fertigstellung einfiel, auch noch Jesus dazuzumalen, mußte sich seine Gestalt mit den Ausmaßen einer Puppe zufriedengeben. Ich tröstete mich dann mit dem Gedanken, daß er sich, wenn er wolle, der hl. Magdalena-Sofia in jeder Größe zeigen könne... Später, als ich dann schon ein authentisches Abbild meiner liebsten Heiligen besaß, wie sehr schämte ich mich meiner Schmierereien von früher.

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BeitragThema: Re: Offenbarungen an Fulla Horak    2017-08-09, 09:54

8.12.1935
An diesem Tag ging ich wieder zu den hl. Sakramenten, nachdem ich bei Pfarrer N. gebeichtet hatte, und mit großer Sehnsucht erwartete ich den heiligen Besuch. Meine geliebte Betreuerin erschien mit einem freudigen Lächeln. In beiden Händen trug sie ein bläuliches Licht, von dem sich einzelne Strahlen lösten und in meinen Kopf eindrangen.
"Du darfst meine Hände küssen", sagte sie und streckte beide Hände aus, die ich dann küßte. Sie beugte sich herab und küßte mich auf den Kopf. "Ich habe dir heilende Strahlen in meinen Fingern mitgebracht. Ich bin zufrieden mit dir und unser Herr Jesus ist es auch. Ich möchte bei deinem ganzen Enthusiasmus nur eine Sache richtigstellen. Du achtest den Samstag als den Tag, an dem ich bis jetzt meistens zu dir kam. Die Mutter Gottes schenkt mir ihre große Gunst. In ihrer Güte erlaubt sie mir, an ihrem Tag auf der Erde zu wirken. Der Samstag ist in Wirklichkeit der Tag der Mutter Gottes. Das wollte ich dir vor allem sagen. Und jetzt hör' zu: Ich werde an jedem Samstag, den ganzen Tag lang, bei dir sein. Du wirst mich nicht ständig sehen, aber du wirst oft spüren, was ich dir sagen will, und schnell eine Antwort finden. Fulla! Ich vertraue dir. Freust du dich? Du bist jetzt schon auf dem richtigen Weg. Du hast dem Herzen Jesu viel gegeben, und für jedes deiner Geschenke wird er sich mit einer Gabe erkenntlich zeigen. Ich danke dir, Fulla, daß du mich nicht enttäuscht hast. Vieles hing von dir ab. Du wirst noch einige Fehler an dir erkennen. Im Grunde deiner Seele hast du hin und wieder Lust, alles gründlich zu untersuchen. Ich will dich nicht tadeln, aber man muß mit dem menschlichen Verstand nicht alles erforschen. Ich liebe alle deine Malereien und Zeichnungen. Du mußt deine Hand noch etwas üben, und die Liebe wird dann alle Fehler beseitigen. Je mehr du liebst, desto schöner kannst du mich malen. Ich verhelfe dir zu zwei verschiedenen authentischen Abbildungen von mir. Ein Kind wie du sollte zuhören und stets auf seine Seele und seine Gesundheit achten. Es ist mein Wunsch, daß du täglich mit jemandem zusammen kurz betest ..."
"Ich möchte wissen, meine hl. Mutter, ob ich es jemals in meinem Leben schaffe, etwas zu deiner Ehre zu tun. Sag' mir, was kommt!"
"Das sage ich nicht. Ich weiß alles, was in Zukunft sein wird, aber ich kann es dir nicht verraten. So viele meiner Bestrebungen sind nicht durchgeführt worden. Mit der Zeit wird jedoch alles erfüllt. Am Samstag werde ich dir ein kurzes Gebet diktieren, das du täglich beten kannst. Ich bin dir näher als deine leibliche Mutter. Ich mag es, wenn du dich mit allem an mich wendest. Sei nur geduldig. Es kommt alles. Fulla, es kommt alles. Aber merke dir: Nicht einmal Gott, geschweige denn ein Heiliger, kann einem Menschen seinen Willen aufzwingen. In deinem Herzen muß sich alles herauskristallisieren und reifen ..."
"Und wenn ich sterbe, hl. Mütterchen, werde ich dann bestimmt bei dir sein?"
"Gerade deswegen bin ich zu dir gekommen. Kraft schöpft man im Herzen Jesu. Wenn es um irdische Dinge geht, darf der Mensch nicht stolz und selbstsicher sein, was aber heilige Dinge betrifft, muß man ein hohes Maß anlegen und nach dem Höchsten streben."
"Wie könnte ich Maryla helfen, heiliges Mütterchen?"
"Ich sage dir nur soviel, daß sie ein edler Mensch mit einer guten Seele ist. Sie hat sehr wenig Unreines, ist aber furchtbar bedrückt durch irdische Dinge. Gott denkt an sie, und sie wird zu ihm gehören. Das Herz unseres Herrn Jesus wartet darauf, daß sie zu ihm zurückkehrt, aber ihr Wille ist nicht stark genug. Wenn du ihr helfen willst, Fulla, nimm sie sonntags mit in eine stille hl. Messe, bei der kein Andrang herrscht, denn das schreckt sie ab. Gott legt auf sie und auf andere große und kleine Kreuze. Anstatt sie sich zunutze zu machen, lassen die Menschen freiwillig immer größere Sünden in ihre Seelen ein. Sie wissen nicht, daß die Sünde die Gnade Gottes nicht zuläßt..."
"Meine hl. Mutter! Ich möchte über dich schreiben!"
Jedes Wort, jedes Aufleuchten, mußt du aufschreiben und daraus entsteht dann ein wunderschönes Ganzes. Sogar wenn du nachts aufwachst - du sollst jedoch schlafen! - schreibe. Naturgemäß hast du dann größere Ruhe, der Geist ist klarer und heilige Seelen haben dann Zutritt. Wenn du an deine Arbeit und an das Schreiben denkst, sei dein allererster Gedanke die Liebe zu Gott und zu den Menschen. Fulla, du bist noch ein wenig trotzig!"
"Heiliges Mütterlein, ist im Leben etwas vorbestimmt?"
"Jeder Mensch ist anders und hat seine eigene Bestimmung, aber die Menschen verstehen ihre Bestimmung falsch. Bestimmung bedeutet nicht, daß Gott den einen auf den Weg der Sünde, den anderen auf einen heiligen Weg, den dritten auf den Weg des Ruhms schickt. Schon das kleine Kind, wenn es auf die Welt kommt, hat alles in seiner Seele. Die ganze Macht, nicht den Willen. Du, Fulla, kannst sehr viel Gutes oder auch sehr viel Schlechtes tun. Nichts Mittelmäßiges. Das ist deine Bestimmung. Wenn du später andere Menschen betrachtest, wirst du sehen, daß sie wie ohne Bestimmung auf ihrem Weg gehen." "Nimm du nur meinen Willen, liebste hl. Mutter! Ich will nur das tun, was du von mir verlangst."
"Nein. Niemand, nicht einmal Gott, kann einem Menschen seinen freien Willen nehmen. Das wäre Unrecht. Und jetzt noch eins: Warum ärgerst du dich und weinst, wenn du einen sündigen Priester siehst? Bete für ihn. Jesus hat Judas bei sich gehabt und gab ihm sein Blut. Er tat ihm leid, und er wollte ihn mit Liebe erweichen. Wenn ein Mensch auch nur ein bißchen liebt, dann kehrt er immer zu ihm zurück. Jesus betrachtet die menschlichen Sünden nicht als Richter, sondern als Lamm. Am stärksten schmerzt ihn der Unglaube. Unser Herr Jesus ist in höchstem Maße barmherzig. Wenn er mich nicht geschickt hätte, wäre ich nicht zu dir gekommen. Nichts geschieht ohne den Willen Gottes. Fulla! Die Mutter Gottes liebt dich, und auch du wirst sie sehr lieben. Du wirst sehen, wie sehr sich die Mutter Gottes von allen anderen Heiligen unterscheidet. Wenn ein Mensch sich, sei es auch nur in Gedanken, an den Himmel wendet, bittet die Mutter Gottes für ihn bei unserem Herrn Jesus, ohne auf Sünden zu achten. So sehr tun Tränen ihr weh. Sie ist so rein, daß sie keinen Schmutz sehen kann und nicht sehen will. Sie sieht nur die Absicht und die Tränen. Wenn es dein Wunsch ist, sie zu lieben, mußt du zum Kind werden, mußt du alles andere abwerfen und dich voll Vertrauen unter ihren Mantel flüchten."
Bei diesen Worten hörte ich den beschleunigten Atem meines hl. Mütterleins. Ich sah, wie sich ihr Gesicht veränderte, sie sich dann zu mir beugte und meinen Kopf berührte ...
"Und jetzt werde ich dir etwas Schlimmes über dich sagen." sie drohte mir dabei scherzhaft mit dem Finger. "Du freust dich über das Unglück anderer."
Ich wußte, daß die Heilige von einer bestimmten Jüdin sprach, die sehr gekünstelt auftrat und über die ich manchmal lachte. Diese Person zeichnete sich dadurch aus, daß ihr ständig und auf jeden Schritt irgendein "Unglück" passierte, das nicht der Rede wert war und über das sie völlig ernsthaft berichtete.
"Es täte dir doch leid, wenn sie ein wirkliches Unglück treffen würde... Wenn du es wie ich machen willst, dann tue es auch, Fulla. Merke dir nur, wer etwas für Gott tut, der muß fürchterliche Schwierigkeiten überwinden. Wenn er davor zurückschreckt, kann Jesus ihm nicht helfen. Im Himmel herrschte große Freude über Fulla! Du hast Jesus aufgenommen und wolltest ihn nicht wieder loslassen. Ich will dich nicht loben, sondern will dich stärken. Ich sorge für dich, nicht wahr? Und bringe dich immer zu Bett. Bist du zufrieden mit mir?", fragte sie und lachte verschmitzt. "Du bist meine Patientin, und bitte, sei folgsam und ergeben. Ach ja, Fulla. Wie war das mit deiner Buße? Ich weiß, daß du zwei Wochen lang große Sehnsucht hattest und dich dann ein bißchen daran gewöhntest. Jetzt, Fulla, gebe ich dir nichts auf. Wenn du möchtest und kannst, empfange unseren Herrn Jesus. Er erlaubt es. Und er erlaubt es nicht nur, sondern bittet darum, in deiner Seele zu sein. Seine Liebe ist groß! Er war es, der dich verändern wollte. Dein Verlangen nach Liebe war ebenso groß. Du hast schmerzhaft nach einem Ideal gesucht und warst verzweifelt. Und jetzt frage ich dich, Fulla - antworte vollkommen ehrlich, wie deiner lebenden Freundin, denn jetzt hört unser Herr Jesus zu, welche Liebe ist die glücklichere? Denn siehst du, jede Liebe kostet Kraft. Die Blume der Liebe wächst aus einem einzigen Kelch heraus, denn die Liebe hat eine einzige Quelle. Jede Liebe zehrt, nur die eine geht nach links, die andere nach rechts ..." Meine hl. Mutter zeichnete mir das in der Luft mit leuchtenden Linien.
"Die, die sich nach links wendet, bringt eine faule Frucht und führt zu nichts. Aus der rechten entsteht ewiges Glück. Links - sieh her: (Ich sah in der Luft die Umrisse zweier Gestalten) du siehst bezaubernde Lippen, beim Lächeln weiße Zähne und im Schatten der Wimpern trübe Augen. Beide sind so schön wie Blumen und darin liegt eine große Kraft, aber dann verdirbt alles, wird schmutzig und abstoßend. Die Liebe, die sich nach rechts wendet - die andere Blume - wirkt nicht von vornherein so anziehend. Dafür wird sie von Augenblick zu Augenblick schöner, größer, wächst, entwickelt sich, und ihre Frucht, anstatt nach unten zu fallen und auf der Erde zu verfaulen wie die andere, erhebt sich in die Höhe. Sieh nur, wie sie strahlt."
Ich sah eine kleine Pflanze, die offensichtlich wuchs und sich entwickelte. Dann ihre Blüte und schließlich eine ganz und gar durchstrahlte, leuchtende Frucht, die sich in die Höhe erhob und verschwand.
"Fulla! Du bist von allen Menschen der glücklichste. Weißt du, daß es unserem Herrn Jesus hilft, wenn du seine Wunden auswäschst? Was du jetzt durchlebst, nennt man Offenbarung."
Nach diesen Worten war ich über alle Maßen erstaunt. Bis dahin dachte ich, daß nur Heilige Offenbarungen haben.

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BeitragThema: Re: Offenbarungen an Fulla Horak    2017-08-09, 09:56

15.12.1935
Dieses Mal forderte mich mein heiliges Mütterchen gleich bei ihrem Erscheinen auf, Papier und Bleistift zu nehmen und diktierte mir auf die gewohnte Weise "unhörbar" das folgende Gebet:
"Heiligstes Herz unseres Herrn Jesus, du ewige Flamme der Liebe Gottes, wir flehen dich durch deine ergebene Dienerin, die hl. Magdalena-Sofia, an, laß uns ein wenig teilhaben an ihrem Verständnis deiner göttlichen Lehre von der Liebe zu Gott und zu den Menschen. Erlaube uns gemeinsam mit deiner geliebten Heiligen, deinen blutigen Spuren zu folgen, die tägliche Last des Kreuzes lautlos und ergeben zu tragen. Weise uns den Weg der Demut, auf dem deine reine Mutter, die heiligste Jungfrau Maria, gewandelt ist. Möge die Flamme der Liebe, die von deinem heiligsten Herzen ausgeht, schon bald die ganze Welt umfassen, trösten und beruhigen."


21.12.1935
An diesem Tag erschien mir mein hl. Mütterchen in der Mitte des Zimmers, und langsam, Schritt für Schritt, kam sie näher. Ich sah, wie sich die Falten ihrer Tracht beim Gehen bewegten. Da ich an diesem Tag ausgesprochen niedergeschlagen und traurig war, wollte sie mich anscheinend erfreuen und sagte im voraus: "Fulla! Es wird eine Freude kommen, die noch kein Mensch auf der Erde erfahren hat. Und jetzt nimm einen Bleistift und schreibe!" Nach Beendigung des Diktats, das ich während des Schreibens wieder nicht hörte, las ich wie folgt:
"Ich liebe dich beständig und sehe, daß du mich liebst, mein Kind, sehe, wie du kämpfen mußt - aber leider, Fulla - hast du noch deine irdische Hülle und mußt oftmals eine Niederlage erdulden. Warum willst du so auf der Stelle, in einem einzigen Moment, deine Gestalt und deine menschliche Natur fast völlig verändern? Du solltest die Last des Lebens nicht in diesem Maße spüren, da ich dir doch helfe. Gehe freudig weiter, was auch geschieht. Denke stets daran, daß du nicht allein bist und jemand sich um dich sorgt, jemand, der jetzt mehr vermag als damals, als er auf der Erde war. Du vergißt zu oft, daß du noch in der Welt lebst. Verschmähe nicht die Freundschaft von Menschen. Du kannst und solltest aus dem, was die Menschen dir bieten, das Beste herausnehmen, das, was dir deine so schön geschaffene Seele diktiert. Laß alles hinter dir, was die Sünde fördern könnte. Suche dir immer das Schönste aus, damit Jesus es lächelnd betrachten kann. Ich vertraue dir so sehr, und auch du solltest es glauben, daß fast alles, was Gott dir gegeben hat, von erster Güte ist. Früher wolltest du, noch unbewußt, diese Gaben ruinieren und entstellen, jetzt aber kannst du es nicht mehr, weil dir erlaubt wurde, so vieles zu kennen und zu wissen.
Fulla! Mach dir keine Sorgen darüber, was die Geistlichen sagen werden und wie sie sich dazu stellen. Du gehe überall mit reinem Herzen hin, Kleines, nimm die Demut vom höchsten Herrn an und mach dir um den Rest keine Gedanken. Ich weiß, was dir fehlt, weiß, was du herzlich gern loswerden möchtest, genauso wie ich weiß, was du dir wünschst. Sei ruhig und besonnen. Größere Bauten brauchen eine längere Bauzeit als kleine Häuschen. Du siehst selbst, wie sich deine eigene Natur auf wunderbare Weise durch das Wirken des heiligsten Herzens verändert. Sieh dich in der Vergangenheit an. Siehst du? Der ganze künstlich angebrachte Panzer auf deiner Seele ist in Stücke zerbrochen und niemand kann ihn wieder zusammenfügen. Erlaube unserem Herrn Jesus zu wirken. Für dich bleibt noch so viel zu tun. Du mußt selbst, mit deinem eigenen Willen, lernen zu leben.
Merke dir, Fulla, viele Heilige, und selbst unser Herr Jesus - als sie noch in der Welt unter Menschen lebten, nahmen Anteil an den menschlichen Sorgen, an ihrer Trauer und an ihren Hochzeiten, brachten ihnen Hilfe und Frieden. Durch die Menschen verewigten die Heiligen ihre Tugenden und die Tugenden ihrer Nächsten.
Manchmal fühlst du in deiner Seele eine Leere, trotz der Anwesenheit unseres Herrn Jesus. Kleines - überlege - du bist in der Verbannung, im Tal der Tränen und der Buße. Du und alle anderen Menschen auf der Welt, ihr befindet euch probeweise auf einer Irrfahrt, aber diese dauert nur kurz! Das geht vorbei. Hier wird die Leere nicht ausgefüllt, sondern der Himmel füllt die Seele nach Gottes gerechtem Urteil. Bleibe dem heiligsten Herzen beständig nahe, Fulla. Nichts soll dich von ihm trennen, weder bei Tag noch bei Nacht, trage es überall mit dir, liebe und vertraue ihm. Sei getrost. Handle langsam und sprich nicht zu viel. Sei wie immer. Wir gehen zusammen. Also fasse Mut und Vertrauen zu mir."
Auf meine Klage über die Gefühllosigkeit, die mich zeitweise befällt, antwortete sie:
"Selbst die Heiligen hatten es an sich, daß sie nicht immer und in jedem Augenblick glühend bei der Sache waren. Man kann sich nicht auf der Stelle ändern. Du möchtest auf einmal in die Vollkommenheit hineinpassen wie ein Schlüssel ins Schloß. Ich will, daß du du selbst bleibst. In letzter Zeit bist du etwas aus dem Gleichgewicht geraten, du brauchst mehr Selbstsicherheit und Elan. Ich bin ununterbrochen bei dir, dessen kannst du sicher sein. Zu zweit geht alles besser als allein. Wenn dir einmal etwas nicht gelingt, freue ich mich, daß mein Kind trotzdem weitergeht. Nach jedem Mißerfolg reiche ich dir die Hand. Mir ist während meines Lebens nicht viel gelungen, erst nach meinem Tod. Was ich aufbaute, haben andere zerstört. Akzeptiere also demütig alle Schwierigkeiten. War ich nicht demütig, da ich zu dir auf die Erde kam? Sorge dich nicht darüber, daß du zu wenig gute Taten vollbringen könntest. Du strebst nach dem Außergewöhnlichen. Die Gelegenheiten für große Dinge werden noch kommen. Du möchtest gerne alle Möglichkeiten für dich selbst beanspruchen, dabei muß es doch auch für die anderen reichen. Manchmal ist es genug, zu sagen: ,Jesus, ich liebe dich!' Ein Gebet, ein guter Blick, nicht klagen, wenn etwas nicht gelingt, auch das sind gute Taten. Ich könnte vieles für dich bewirken, dir alle Trauer nehmen, dir bestimmte Dinge nahebringen, aber ich werde es nicht tun, weil ich dich liebe. Unser Herr Jesus hat es schließlich für dich so bestimmt und ich bestärke dich in deiner Ausdauer. Ich werde dir nicht von der Seite weichen, auch wenn du dich zeitweise abwenden solltest. Das wird jedoch nicht geschehen, ich sage das nur so."

24.12.1935
Während der Weihnachtsmesse, als die Krippe mit dem Jesuskind enthüllt wurde, verspürte ich eine durchdringende Freude in meinem Herzen. Die mir dargereichte Hostie war erfüllt von einem seltsamen Schein, und nach ihrer Einnahme hatte ich das Gefühl, daß das Licht, das ich mit ihr zusammen aufgenommen hatte, warm war.
Es geschah manchmal auch danach, daß die Hostie in dem Augenblick, als der Priester sich vom Altar abwandte und "Ecce Agnus Dei ..." sprach, in meinen Augen verschwand und ich an ihrer Stelle den Kopf Jesu Christi erblickte, schön und strahlend. Diese Erscheinung näherte sich mir dann zusammen mit dem Priester und verharrte über dem Kelch, bis ich die hl. Kommunion empfing.

28.12.1935

"Fulla", sagte meine geliebte hl. Mutter an diesem Abend, "du hast eine kontemplative Seele und darin bist du mir ähnlich. Manche deiner Eigenschaften wären für mich nützlich gewesen. Wenn ich noch einmal leben würde, würde ich anders an die Gründung eines Klosters herangehen. Gleich zu Anfang übergab ich Gott meinen freien Willen und konnte mich dann dem, was er mir durch die Menschen zukommen ließ, nicht widersetzen. Deshalb brachte ich vieles nicht zu Ende, und vieles geschah gegen meine Absicht."

30.12.1935

Auf die Frage von Mutter Helena, was meine hl. Mutter über das Kloster zu sagen hätte, brachte ich nach Sacre Cour das folgende, mir so diktierte Schreiben:
"Es ist der Wunsch der hl. Mutter, daß ihre Töchter den Herrn Jesus genau kennenlernen wollen. Das ist möglich und für jede erreichbar, wenn sie gläubig und ernsthaft täglich einige Augenblicke freiwillig der Meditation über die Liebe seines Herzens opfert.
Oh, wenn ihr Frauen doch euren Willen kraftvoll auf den heiligen Weg der Wahrheit und Liebe Gottes richten wolltet, in kurzer Zeit würden sich dann Familien, Städte, Staaten - die ganze Welt verändern. Von der Liebe unseres Herrn Jesus geht die Liebe zum Nächsten aus, und in der reinen Atmosphäre der Liebe verliert sich jegliches Übel. Gebt euch daran und liebt das heiligste Herz, dann lernt die anderen zu lieben, und ihr werdet bereits hier, auf unserer Erde, die königlichen Gaben schauen. Seht euch um, wie zur Zeit jeder klagt, verzweifelt, wie Trübsal und Elend sich überall ausbreiten.
Warum ist es so? Es ist so, weil ihr alle vergessen habt, an wessen Stelle und für wen sich unser Gottmensch ans Kreuz nageln ließ. Ihr habt vergessen, daß er euch - die Menschen - liebte. Ihr wißt nicht mehr, was er euch lehrte. Ihr lehnt seine Liebe ab. Jetzt ist es an der Zeit, sich dies alles ins Gedächtnis zurückzurufen. Krempelt die Ärmel auf, um Gott im Guten zu dienen. Eure hl. Mutter wird euch vieles erleichtern und aufzeigen. Sie kann es mit Leichtigkeit, aus dem Bereich der Liebe Gottes heraus, in dem sie wohnt. Durch Gottes Erbarmen kann sie euch zu Hilfe kommen. Wenn ihr nur euren guten Willen entsprechend ausrichtet. Die in der Reihenfolge vierte Mutter Oberin hat viele Dinge ausgeführt, die der heiligen Mutter nicht gegeben waren."

1.1.1936
"Heute wollen wir uns nur unterhalten", sagte mein hl. Mütterchen und nahm meine beiden Hände in ihre.
"Darf ich dir Fragen stellen?
"Gut, mein Kleines. Die Menschen wissen so wenig. Sie haben das, was unser Herr Jesus ihnen über Liebe und Güte sagte, nicht angenommen. Wenn Gott der Herr einem von euch etwas von den Geheimnissen offenbart, sollte dieser auch andere damit veredeln, besonders die Geistlichen. Irgendwann, Fulla, wirst du etwas Wunderbares leisten können, und es wird deine Seele erfreuen. Aber noch nicht jetzt."
"Die Menschen glauben so wenig an Wunder. Sie wollen es genau wissen und forschen."
"Nicht einmal die weisesten unter den Menschen können die göttlichen Geheimnisse ergründen. Gott tut nämlich was er will, und der Mensch hat den freien Willen, zu glauben oder nicht zu glauben. Er sollte sich jedoch verbeugen und sagen: Gott! Du bist groß!"
"Mütterchen, tut der Tod weh?"
"Nein. Der Körper verspürt keine Schmerzen. Der Geist hält sich in der ersten Zeit noch in der Nähe der Erde auf und die Sünden, die nicht vergeben sind, tun ihm weh."
"Und wenn jemand verwirrt stirbt, weiß er nach seinem Tode, wer er war?"
"Ja. Und der Gedanke an sein vergangenes Leiden ist ihm eine Freude, denn es verringert das Leiden nach dem Tode."
"Warum werden die Menschen wahnsinnig?"
"Gott nimmt ihnen zeitweise den Verstand, damit sie anderen schrecklichen Dingen entgehen oder damit sie nicht in der Sünde steckenbleiben. Während ihres Lebens leidet ihre Seele nur in den Augenblicken, in denen die Kranken bei vollem Bewußtsein sind."
"Und was ist mit Träumen?"
"Im Schlaf entfernt sich die Seele zum Teil ins Jenseits. Sie läßt den Körper niemals erfahren, wo sie war. Es gibt armselige Geister, die dem Menschen während dieser Zeit, nur so zum Spaß, phantastische Träume eingeben, die oft gar keine Bedeutung haben. Es kommt vor, daß sie ihm üble und sündige Bilder unterschieben. Wenn sich dieser Mensch im wachen Zustand, bei vollem Bewußtsein, dagegen wehrt, kommt ihm die Seele, die nie den Kontakt zum Körper verloren hat, schnellstens zu Hilfe. Die volle Anwesenheit der Seele gibt ihm die Kraft, seinen im Schlaf ohnmächtigen Willen wieder zu beherrschen. Dasselbe geschieht, wenn der Mensch im Schlaf von schrecklichen, quälenden Visionen erdrückt wird. Dunkle Mächte wollen auf diese Weise die seelischen Abwehrkräfte des Menschen zu ihren Gunsten schwächen. Es gibt jedoch auch Träume, die eine wichtige Bedeutung haben oder prophetisch sind. Diese Träume werden von Gott eingegeben und gefördert."
"Welche Bedeutung haben Behinderungen?"
"Jeder Behinderte weiß nach seinem Tode genau, warum er behindert war und vor welchen Dingen Gott ihn durch die Behinderung zu beschützen suchte."
"Liebste hl. Mutter, magst du Maschinen?"
"Aha! Du willst eine Schreibmaschine haben. Ja, man muß mit der Zeit gehen, aber mit der Hand kann man auch vieles schreiben. Ich habe alles mit der Hand geschrieben. Ich mag keine Maschinen. Die Mechanisierung des Lebens, diese nichtswürdige menschliche Überheblichkeit und das Gewinnstreben, mir gefällt das alles nicht. Irgendwer denkt sich eine Maschine aus, setzt einen Mechanismus zusammen und nimmt den Handwerkern die Arbeit ab. Einmal reich geworden, benutzt er diesen Reichtum oft für schlechte und nichtssagende Zwecke. Auf diese Weise verlieren die einen ihre Arbeit, während die anderen die minderwertige und unvollkommene Qualität der Erzeugnisse beklagen. Ich mag keine Maschinen. Denk' nur, wie sinnlos sie sind. Bei der herrschenden Arbeitslosigkeit zerbrechen sich die Leute den Kopf über die Konstruktion eines Roboters, der wiederum für sie die Arbeit machen soll. Fulla, du bist erschöpft. Ich werde dein Gehirn etwas erfrischen, damit du wieder klarer denken kannst."
Bei diesen Worten schöpfte mein hl. Mütterchen irgendein hellblaues Licht aus der Luft. Ich spürte, wie dieses Licht in meinen Kopf einfloß. "Fühlst du dich jetzt besser, Fulla? Denke nicht ständig an mich. Manchmal hältst du mich mit deinen Gedanken gewaltsam fest, so daß ich nicht so einfach fortgehen kann. Wenn du über mich sprichst, achte darauf, daß deine Worte nicht nur von deiner Begeisterung diktiert sind. Stell' dir vor, wenn ein Professor, der die Mutter Gottes liebt, während einer Vorlesung über Religion ständig ,Mutter Gottes, ich liebe dich, Mutter Gottes, ich liebe dich' sagen würde, würden ihn alle für verrückt halten. Bei wichtigeren Tätigkeiten sage nur: ,Hl. Mütterchen, ich komme und möchte bei dir sein, ich gebe mir Mühe, hilf mir' - das reicht."
"Falls ich malen sollte, welchen Zeitpunkt aus dem Leben unseres Herrn Jesus sollte ich dafür wählen?"
"Am schönsten sieht unser Herr Jesus vor seinem Leiden aus. Sieh nur."
Ich sah seine wunderschöne, helle Gestalt in einem weißen Gewand und Sandalen. Er war groß und stand aufrecht. Dann löste er sich auf, und ich erblickte die Mutter Gottes. Sie war groß, hatte eine klassische, etwas zu lange Nase, ovale dunkelbraune Augen, einen kleinen Mund, und ihr Gesichtsausdruck war sehr ernst und aufmerksam. Sie trug einen hellblauen Mantel und ein weißes Kleid mit hoher Taille.
"Wirst du sie so in Erinnerung behalten?"
Nachher sprachen wir über die Heiligen, über den Papst und die Priester. Meine heilige Mutter antwortete mir auf alle Fragen.
"Sei behutsam im Umgang mit den Menschen. Du wirst damit gut zurechtkommen, denn unser Herr Jesus schenkt dir die Fähigkeit zu erkennen, was gut ist. Er verlangt nicht viel, aber man muß ihm jeden Gedanken, jede Arbeit weihen. Arbeit sollte wie ein Gebet verrichtet werden. Die Liebe, die vom Himmel kommt, ist die einzige vollkommene und beiderseitige Liebe, bedenke aber: Diese Liebe verpflichtet. Lies gute, aber nicht nur religiöse Bücher. Philosophie führt zu nichts. Die Philosophen bekämpfen sich gegenseitig, jeder von ihnen schöpft von seinem Vorgänger und gibt den eigenen Werken dann nur eine neue Form. Bücher, die den Menschen etwas gute Heiterkeit bringen, sind besser."


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BeitragThema: Re: Offenbarungen an Fulla Horak    2017-08-09, 09:58

2.1.1936
Ich habe in der Zeitung gelesen, daß irgendein Verbrecher gehängt worden ist. Daraufhin fragte ich meine hl. Mutter, ob er nun verdammt sei. Sie erklärte mir, daß Jesus Christus nicht so urteile, wie wir es hier tun. Eine Sünde kann schwer oder leicht sein, es kommt auf den an, der sie begeht. Unser Herr Jesus sieht den psychischen Zustand eines Sünders, erwägt erbliche Belastungen, die Umwelt, die Umstände, summiert alles und spricht dann erst das Urteil.
Ich durchlebte jetzt eine seltsame Phase. Nach Jahren des Wartens, der Sehnsucht und Leere, war ich jetzt bis auf den Grund meiner Seele berauscht durch all das Wunderbare, das auf mich zugekommen war. Ich war sehr verwirrt, überrascht, und ich liebte so sehr, daß ich nicht anders als mit dem Herzen an diese Dinge herangehen konnte. Der Weg, den ich gehen sollte, um mein Ziel zu erreichen, war so wundervoll, daß ich eben dieses Ziel vergaß. Schmachtend gab ich mich meinen inneren Erlebnissen hin und genoß die Glückseligkeit und unaussprechliche Wonne, die zeitweise meine Einsicht, daß es eigentlich so nicht sein sollte, verdeckte. Ich wollte immer nur haben und haben und haben; nichts anderes als diese Gefühle, ohne etwas dafür zu geben. Es war deshalb meine Schuld, daß die Dankbarkeit, Bewunderung, Liebe und Verehrung, die ich für meine so geliebte Heilige empfand, statt mich vorwärtszubringen, meinen inneren Fortschritt und die beabsichtigte Selbstaufgabe nun zu erschweren begannen. Ich verlor mich selbst in dieser Liebe. Ich hatte damals noch nicht begriffen, daß Gott sich in seiner Barmherzigkeit denen, die für ihn auf irgend etwas in ihrem Leben verzichten oder für ihn dem Leben selbst entsagen, mit eben diesen unbeschreiblichen inneren Zuständen der Glückseligkeit auf dem beschwerlichen und langen Weg der Vervollkommnung - für die ganze Entsagung - erkenntlich zeigen will. Es war mir noch nicht bewußt, daß all die Freuden des Geistes, die dem Menschen nur helfen und ihn erquicken sollen, nicht etwa das Ziel sind! Sie sollen für ihn nur das sein, was für den in glühender Hitze beim Bau einer Landstraße beschäftigten Arbeiter ein Schluck frisches, kühles Wasser ist. Ich wußte damals noch nicht, daß man beim Arbeiten nicht nur an dieses Wasser denken darf. Daß man die Belohnung und Erfrischung nicht zu sich nehmen darf, ohne zu arbeiten. Das habe ich alles nicht verstanden und aus diesem Grunde diktierte mir meine hl. Mutter am 4. Januar folgende Worte:
"Ich möchte dir dringend sagen, daß du noch einmal von dir aus ein Opfer bringen mußt, wenn du mein geliebtes Kind sein willst. Ich komme nicht deshalb so oft, damit du steckenbleibst. Man muß nicht steckenbleiben! Du mußt dein Gleichgewicht wiedererlangen, das heißt, du mußt dir folgendes bewußt machen: Bei jedem Eintreten in eine neue Sphäre, eine Sphäre der Vervollkommnung des Geistes, mußt du fühlen und spüren, was unser Herr Jesus von dir fordert. Vor einigen Tagen war ich bei dir und spürte Erschöpfung. Ich verspürte deine Erschöpfung. Ich muß dich zum Ausruhen bewegen. Fulla, mein liebes Kind! Ich verhelfe dir zu mehr innerer Ruhe. Die Gegenwart unseres Herrn Jesus wirkt in einem Menschen völlig anders, auch wenn sie uns bei Tag und bei Nacht zieht, und die Sache verhält sich anders, wenn ständig und ohne Unterlaß irgendein bereits verstorbenes Wesen, auch wenn es eine heilige Nonne ist, deine Gedanken, deine Seele und dein Herz ausfüllt. Ich wünsche mir, daß du diese Angelegenheit, so gut es geht, für dich in Ordnung bringst, und zwar in der nächsten Woche. Aus diesem Grunde werde ich solange nicht herkommen. Solltest du es nicht selbst schaffen, wäre ich gezwungen, dir die entsprechenden Stunden für alles zu bestimmen. Den Rest sage ich dir abends."


4. 1.1936, abends
"Du kannst doch denken und überlegen. Ich weiß, du hast mich soweit verstanden, daß du schon am Sonntag anfangen kannst, meine Wünsche für diese Woche zu erfüllen.
Außerdem sage ich dir noch, daß alle menschliche Intelligenz auf der Welt zwei grundsätzliche Kraftanstrengungen unternehmen sollte für das ewige Leben: Sie soll nur Gott den Herrn wirklich lieben! Weiter nichts! (Der hl. Augustin hat das gut verstanden) Der Kraftaufwand für das irdische Leben ist schwieriger, komplizierter. Die Welt - das sind die Menschen. Man muß mit Güte und Freundlichkeit an sie herantreten, mit Verständnis und Vergebung, mit viel Zeit und großzügig, ohne Dankbarkeit zu erwarten, mit Rat und Hilfe, mit der Kunst, Streit und Zwiespalt zu schlichten, ihre Trauer und Verzweiflung zu mildern.
Beim Eintritt in die Existenz, Fulla, braucht man unbedingt Glauben, Energie, Geduld und Verständnis. Darüber hinaus Klugheit, die Kunst, zu gefallen, Selbstsicherheit und Gesundheit. Vergiß nicht, mein Kind, daß es noch andere sehr wichtige Dinge gibt wie Pünktlichkeit, Pflichtbewußtsein und Vertiefung des Fachwissens. Die vorgenannten Eigenschaften können unterstützt werden durch Regelmäßigkeit beim Schlafen, Essen und beim Vergnügen. Ja, Fulla. Man muß gegen Widerstände ankämpfen. So und nicht anders ist die Welt erschaffen. Man darf aus falscher Furcht vor dem Unbekannten nicht flüchten und faulenzen. Das ist der verkehrte Weg der Faulheit, die die Sünde fördert. Wenn du eine Arbeit gern machst, betest du damit zu Gott. Gott der Herr kennt und sieht dich. Bleibe ihm gegenüber stets ein Kind. Hier brauchst du weder Klugheit noch Philosophie. Diese sind für die Menschen. Gib Gott nur Liebe."
Die nächste Woche hindurch setzte ich all meinen Willen und mein Herz ein, um meiner Heiligen zu gehorchen. Um in mir die unpassende Gier nach inneren Eindrücken auszurotten, beschloß ich, diese ganze Woche lang auf die Freuden zu verzichten, die der Gedanke an sie, das Betrachten ihres Abbildes, die Erinnerung an ihre Worte für mich bedeuten. Ich bemühte mich nur das zu tun, was meinem Herrn Jesus, also auch ihr, gefallen könnte. Mit größter Anstrengung unterwarf ich mich der äußeren und inneren Disziplin und erlaubte mir nicht die kleinste Abweichung.
Die ersten drei Tage hindurch weinte ich zwar, benannte aber auch vor mir selbst nicht den Grund für diese Tränen. Obwohl ich in dieser Hinsicht keine Bedenken hatte, rief ich mein hl. Mütterlein nicht ein einziges Mal bewußt um Hilfe an.
Nach einer Woche schaffte ich es schließlich, die Sehnsucht und die fruchtlosen Versenkungen in die eigenen Erlebnisse zu beherrschen. Dadurch, daß ich mir meinen vorhergehenden Fehler bewußt machte und mich davon überzeugte, daß man diesen Fehler in sich bekämpfen kann, erlangte ich einerseits die Freude durch den Sieg, andererseits jedoch hatte ich nun doppelt so viel Verantwortung für alle meine zukünftigen Verfehlungen.


11.1.1936
An diesem Tag kam, nach einer ganzen Woche der Abwesenheit, meine Heilige wieder zu mir. Gleich zu Anfang sagte sie, sie werde mir beibringen, Menschen zu heilen.
"Je größer deine physischen und geistigen Kräfte, desto mehr wird es dir gelingen, verschiedene Krankheiten durch Berührung zu heilen. Erzähle im Kloster noch nichts davon. Du wirst selbst fühlen, wann du damit anfangen kannst. Weißt du, unser Herr Jesus wollte nicht immer Wunder vollbringen und die Heiligen konnten es nicht immer. Wenn du sie um Hilfe bittest, wirst du wissen, ob du sie auch bekommst. Fulla, geh' etwas eher zu Bett."


12.1.1936
In der Nacht waren zwei seltsame Gestalten bei mir. Ich fühlte, daß es böse Geister sind und fürchtete mich vor ihnen. Ich wußte nicht, was sie von mir wollten. In mir verkrampfte sich alles aus unfaßbarer Angst. Ich begann deshalb, inständig zu beten, damit sie verschwanden.
Morgens, auf dem Weg zur Kirche, überlegte ich, daß ich bestimmt etliche Sünden begangen habe und aus diesem Grunde heute nicht zur hl. Kommunion gehen sollte. Als ich in der Kirche ankam, war ich nicht fähig, zu beten. Es war mir, als ob Jesus Christus sich von mir abgewandt hätte, als ob meine Gebete dumm, nichtig und nutzlos seien. Irgendeine unheimliche Kraft hinderte mich daran, an die Kommunionbank heranzutreten. Ich verließ deshalb die Kirche, irrte bis zur Mittagszeit durch die Straßen und konnte mich nicht beruhigen. Mit erschreckender Klarheit wurde mir meine ganze Unvollkommenheit, wurden mir meine Fehler und Schwächen bewußt. Ich wußte zwar, daß die Gnade Gottes für jeden Hilfe bereithält, konnte sie jedoch nicht rufen. Und anstatt mir Mühe zu geben, diese plötzliche geistige Ohnmacht zu überwinden, verfiel ich ihr immer tiefer. Meine Verzweiflung kannte keine Grenzen, als ich dachte, daß meine geliebte hl. Mutter möglicherweise niemals mehr zu mir käme, weil ich Jesus Christus nicht empfangen habe. Sie kam jedoch noch am selben Abend und diktierte mir die folgenden Worte:
"Der Weg, der zu unserem Herrn Jesus führt, ist immer gerade. Ich wußte, daß du gut erschaffen bist, nur war die künstliche Kruste schon zu dick geworden, und deine Seele konnte nicht mehr atmen. Ich kam, beobachtete dich mit der Liebe Jesu Christi, und jetzt werfe ich den wertlosen Plunder, der sich in dir angehäuft hat, weg. Man muß immer vorwärts gehen - nie stehenbleiben; denn dieses Stehenbleiben ist eine unnatürliche Anstrengung. Mögen deine Schritte ausgeglichen sein, wie die Schritte unseres Meisters, wie jede seiner Zuwendungen an bedauernswerte Menschen. Deine Liebe sei gut und aufrichtig, wie die Liebe, die ich für das Glück eines geliebten Wesens empfinde. Jede Regung deines Herzens und jede deiner Taten sollen unseren Herrn Jesus und dich selbst erfreuen. Wo Güte herrscht, da gibt es keine Traurigkeit und keine Verzweiflung. Merke dir, Fulla, wenn dein Wille so ist, daß du aufrichtig danach strebst, mit deinen Taten ganz Gott dem Herrn zu gefallen, wirst du dieses Ziel sicher erreichen.
Zuweilen fühlt der Mensch sich trotz seiner ganzen Mühe erbärmlich, unfähig und so klein, daß er sich schämt, ernsthaft zu denken. Solch ein Zustand stammt für gewöhnlich von Gott und ist oft eine Reaktion auf sehr großes Selbstvertrauen. In solchen Augenblicken sollte man sich nicht um Ungewöhnliches bemühen, denn auch das Gewohnte kann mißlingen. Man soll das gleiche tun wie ein Kind, wenn es sich schämt und müde ist: entspannen und sogar schlafen. Erst später soll man darüber nachdenken und sich fragen, warum wollte mich der gute Jesus an meine Mittelmäßigkeit erinnern? Du wirst immer feststellen, daß der Mensch noch unvollkommen ist. Ich weiß, daß du mein Kommen heiß ersehnst. Möge also diese, in ihrer Art einzige geistige Visite für dich, mein Kind, von Vorteil sein. Ich war zufrieden mit dir, auch wenn du mich nicht richtig verstanden hast. Vielleicht sollte ich dir das erklären. Nimm zu diesem Zweck ein Notizheft und schreibe darin jeden Tag systematisch auf, welchen Gewinn du aus der Erkenntnis von Wahrheit hattest.
Ist diese Erkenntnis hilfreich oder störend im praktischen Leben?
Ist es schwierig, den Nächsten zu lieben?
Ist es möglich, gut zu sein?
Was bedeutet für dich Demut?
Sollte man arbeiten, und warum?
Wie soll man die herzliche Zuwendung eines Mitmenschen schätzen?
Welchen Nutzen bringt die Herrschaft über sich selbst und sein ,Ich'?
Wann benötigt man Stolz und Ehrgeiz?
Du kannst eigene Fragen hinzufügen und sie mir beantworten. Ich werde an jedem Samstag begradigen, was dir verändert vorkommt. Schreibe nur dann, wenn der richtige Zeitpunkt dafür da ist, d. h. wenn es dir leicht fällt, zu denken. Schreibe nicht viel, nur direkt, ehrlich, wahrhaft und nicht ausschweifend. Denke so, mein Kind: In vier Monaten bin ich ein neues Wesen, ein Kind Gottes. Die heiligste Mutter nimmt ein williges Kind an die Hand und führt es, wenn es sich nicht losreißt, belehrt es - wenn es wissen will, rettet es, wenn es ihr vertraut, heilt es, - wenn es krank ist, erheitert es, wenn es traurig ist, stärkt es, wenn es schwach ist, bittet ihren Sohn um Vergebung, wenn es sündigt ...
Liebe die Mutter Gottes, schmiege dich an sie. Sie hat dich und deine Absichten in Tschenstochau gesehen. Sie hat schon früher dein Gebet gehört: ,Gedenke, o gütigste ...' Um alle Gaben für dich bitte ich zuerst sie, die uns aus Liebe ihren Sohn geopfert hat.
Manchmal bist du wie ein Kind. Mach dir keine Gedanken darüber, ob mir das eine oder das andere gefällt. Ich schätze deine guten Absichten, dein leidenschaftliches Herz und die Liebe, die du schon gut ausgerichtet hast. Gott ist gerecht und treu. Er enttäuscht niemals. Am Ende krönt er jede kleinste Mühe, die man ihm erwiesen hat, mit gutem Lohn und hoher Ehre. Wahrscheinlich werden wir uns wohl fühlen miteinander. Gott ist groß und allmächtig und besiegt alle bösen Mächte. Ich verabschiede mich von dir, mein Kleines. Sei ruhig und schweigsam."


16.1.1936
Gegen zwölf Uhr in der Nacht wurde ich plötzlich wach. Mit überraschender, gewaltiger Kraft erfaßte mich die Liebe zu meinem Herrn Jesus. Ich fühlte, daß ich ihn über alles liebe - über alles! Es war nicht mehr der Gedanke an Liebe, sondern es war die Liebe selbst - lebendig, flammend - und ich empfand sie mit meinem ganzen Wesen.
Und da sah ich, in ungeahnter, geradezu unrealer Ferne, die Gestalt Christi. Sie war verschwommen und aschgrau. Ich strebte zu ihr, mit einer Sehnsucht, die schmerzlich und zugleich wunderbar süß, einer Sehnsucht, die überwältigend war, die meine Seele aus mir herauszuschleppen schien.
Jesus der Herr näherte sich langsam. Er schwebte von weitem heran, immer klarer, heller und näher.
Gleichzeitig verspürte ich, wie mich eine Welle von durchdringender Hitze und Ohnmacht erfaßte, zuerst an den Füßen. Ich erstarrte, je mehr sich Jesus mir näherte. Dieses Gefühl kann man nicht beschreiben. Ein freudiges und vertrauensvolles Sterben, ein wundersam süßes Erstarren, etwas, das man nur mit einem höchst wonnevollen, höchst süßen, unendlich beglückenden Tod vergleichen könnte.
Mein Herr Jesus war mir schon ganz nah. Ich sah sein leuchtendes, ernstes, wunderschönes Gesicht. Mir war, als müßte dieser Rausch aus Liebe, Sehnsucht und Verzückung mich jeden Augenblick erschlagen, mich blenden und vernichten. Ich spürte meinen Körper nicht mehr. Es gab weder das Licht, noch gab es mich, noch dieses heilige, leuchtende Gesicht ganz in meiner Nähe.
Und dann wußte ich nichts mehr von mir. Was seit diesem Zeitpunkt mit meinem Bewußtsein geschah, könnte ich nur als eine seltsam unpersönliche, höchst glückliche, höchst erfreuliche und vollkommene Vereinigung mit Jesus Christus umschreiben.
Es gab nur ihn - aber irgend etwas wußte noch, daß er da war ...


18.1.1936
Meine hl. Mutter teilte mir mit, das, was ich letzte Nacht erlebt hatte, eine Ekstase war, und daß wir beide für eine Weile im heiligsten Herzen Jesu geweilt hätten. Unser Herr Jesus schenkt dann eine Ekstase, wenn in der Seele nicht der Schatten einer sündigen Absicht zu finden ist.
"Fulla! Fürchte dich nicht vor Problemen. Ich mußte auch mit ihnen fertig werden. Ich hatte zu vielen Dingen nicht den Mut, das weiß ich jetzt. Ich vollbrachte viele Wunder und hatte einen intensiven Kontakt zum Jenseits, aber ich schwieg. Was das Schweigen betrifft, mache ich dir keine besonderen Auflagen."
Ich besuchte jetzt oft das Kloster. Ich wußte, daß die Nonnen stets mit großem Interesse den Erzählungen über ihre hl. Stifterin entgegensahen. Ich erinnerte mich daran, wieviel Güte und Geduld Mutter Helena mir stets erwiesen hatte, und erzählte ihr deshalb besonders häufig und ausführlich von meinem hl. Mütterchen. Sie nahm alles ergriffen und gläubig auf, fragte mich nach Einzelheiten und bat sogar ab und zu, ich solle meiner Heiligen diese oder jene Frage von ihr stellen.
Seit langem lag mir schon eine bestimmte Sache auf dem Herzen und ich beschloß endlich, sie zur Sprache zu bringen. Seit dem Erscheinen meines hl. Mütterchens, seit dem Tage, als ich sie so lieben lernte, schmerzte mich die Tatsache, daß man im allgemeinen so wenig über sie sprach und wußte. In keiner unserer Kirchen stand ihr Altar. Als ich in Buchläden nach der Lebensgeschichte der hl. Magdalena-Sofia fragte, sagte man mir, daß man außer dem "Inneren Leben" nichts da habe und in dem Geschäft mit Devotionalien fragte man mich, als ich um Bilder von ihr bat, ob eine Heilige mit diesem Namen überhaupt existiere. Dabei wurde die hl. Magdalena-Sofia in demselben Jahr heiliggesprochen wie die hl. Teresia vom Kinde Jesu! Nur konnten die Karmeliter einige Jahre später dafür sorgen, daß ihre "kleine große Heilige" bereits in der ganzen Welt bekannt war. Wieviel Liebe und Dankbarkeit hat sie mit ihrem "Rosenregen" für Gott erwirkt! Und mein heiliges Mütterlein? Wie konnte sie erhören, wenn sie nicht gebeten wurde? Wie konnte sie vermitteln, ohne daß man sie anrief? Dabei hatte sie den so innigen Wunsch, die Seelen dem heiligsten Herzen nahezubringen!
Als ich im Kloster dieses für mich so dringende Anliegen vorstellte und meine Idee von der Herausgabe von Bildern nach einem Originalfoto, das ich inzwischen erstanden hatte, äußerte, wurde das Ganze wärmstens aufgenommen und erörtert. Es zeigte sich leider, daß die Mittel des Klosters die Kosten einer Reproduktion nicht decken konnten. Mir war diese Sache jedoch so wichtig, daß ich mit größter Freude für das erste Honorar, das ich für meinen Unterricht erhielt, eine größere Anzahl Bilder machen ließ. Auf ihrer Rückseite stand, gemäß der deutlichen Anweisung meines heiliges Mütterchens, das Gebet, das sie mir am 15. Dezember diktiert hatte.
Alle, an die ich diese kleinen Bilder später austeilte, begegneten meiner Heiligen äußerst herzlich und vertrauensvoll. Nur einmal wurde ich mit der Frage überrascht, aus welcher Sphäre die hl. Magdalena-Sofia wohl herkomme. Darauf ließ sie selbst mich antworten, sie komme etwa aus derselben Sphäre wie unser Herr Jesus. Ein anderes Mal äußerte jemand Bedenken, ob eine Heilige, die so demütig gelebt habe, nach ihrem Tod überhaupt bekannt und berühmt werden wolle. Die Antwort meiner hl. Mutter lautete: ,Jesus der Herr war in höchstem Maße demütig ..."
Im allgemeinen jedoch wurde mein hl. Mütterlein so aufgenommen, als hätte man schon seit langem auf sie gewartet.

19.1.1936

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Als ich geboren wurde, haben alle gelacht,
ich aber habe geweint;
wenn wieder gehe, werden alle weinen,
ich aber werde lachen
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Der Teufel hat die Hand im Spiel
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BeitragThema: Re: Offenbarungen an Fulla Horak    2017-08-09, 09:59

19.1.1936
"Ich grüße dich, mein liebes Kind! Sei in meiner Gegenwart stets ganz gelöst und ruhig. Du hast alle Fragen begriffen, die ich dir gestellt habe. Dir fehlt nur noch etwas mehr Ruhe bei deinen Aktivitäten. Du möchtest mir manchmal zu schnell, manchmal auf eine allzu kindliche Weise zu Gefallen sein, und es gibt da kleine Mißverständnisse. Das macht aber nichts. Aus deinen guten Absichten entsteht niemals Schlechtes.
Ich sagte dir bereits, was du machen sollst, wenn du jemandem sein Leiden erleichtern willst, aber jetzt sage ich dir: Warte damit lieber noch, bis du genau verstanden hast, wie du es tun sollst, Fulla.
Du bist selbst darauf gekommen, auf welche zwei Fragen es mir am meisten ankommt: Demut und Nächstenliebe. Denke darüber nach. Das wird für dich von großem Vorteil sein. Man muß den Unterschied zwischen wahrer Menschenfreundlichkeit und vorübergehendem Enthusiasmus, zwischen Schwäche und Sentimentalität erkennen. Denke daran, die größte Sanftmut lehrt uns der Herr Jesus. Die Schwester der Sanftmut ist die Demut. Beide haben ihren Ursprung im Herzen. Fulla, du warst mir ja so nah letzten Donnerstag. Wir waren beide gleichzeitig für eine Weile glücklich in dem heiligsten Herzen. Das Glück, das du erfahren hast, hat die heiligste Mutter für dich erbeten. Liebe sie dafür.
Ich bin bei dir und segne dich, liebes Kind. Du bist jetzt schon nicht schlecht und willst immer noch besser werden. Du sollst dir deshalb keine schlechten Dinge einreden. Du bist nur so sehr anders als alle anderen. Irgendwann wirst du erfahren, warum es so ist ...
Es gibt Menschen, die sehr selten etwas Gutes tun, und da sie auch nicht viel Schlechtes tun, sind sie damit zufrieden. Sie ähneln einem verwilderten Baum, der keine Frucht und keinen Nutzen bringt. Wie angenehm und nützlich ist dagegen ein schöner Apfelbaum, der die volle Last der Früchte trägt. Würde man ihn verurteilen, selbst wenn einige seiner Früchte faul oder wurmstichig wären? So ist es, Kleines. Gott sieht, wieviel Gutes der Mensch in seiner Seele gespeichert hat, wenn sie aber leer ist oder nur Schlechtes enthält, was könnten wir dann Gott geben? Gottes Barmherzigkeit ist groß, auch für den schlimmsten Sünder, aber ,die Barmherzigen werden Barmherzigkeit erlangen'. Es ist nicht nötig, eifrig nach guten Taten Ausschau zu halten. Wenn sie sich jedoch von selbst zeigen und anbieten, soll man sie vollbringen. Der Friede und die Gnade des heiligsten Herzens sei mit euch..."


21.1.1936
"Ich grüße dich wieder, mein liebes Kind! Das Pflänzchen der Demut, das Gott so gern hat, ist in deiner Seele aufgegangen und entwickelt sich. Pflege es gut. Das Herz unseres Herrn hat deine Seele mit himmlischem Lichtschein erhellt. Du hast die Wahrheit gesehen, hast vieles verstanden und bist demütig. Unser Herr Jesus hat sich das schon seit langem gewünscht. Wer aus Liebe zu Gott Demut annimmt, den wird Gott zur Größe erheben. Was du auch immer von Gott empfängst, das bewahre und behüte, auf daß es nicht verkommt.
Ich will, daß du in dieser Woche über das Leiden meditierst. Du gehst zu Zosia X., und sobald ihr allein seid, lies ihr alles vor, was ich dir heute sage. Es ist nur für sie bestimmt. Man darf es nicht herumerzählen. Ihre Leiden sind manchmal sehr groß; sie könnte damit nicht nur ihre eigene Schuld abbüßen, sondern auch den Seelen einiger ihrer verstorbenen Verwandten eine große Hilfe sein und Erlösung bringen. Sie kann leiden. Mögen Glaube und Liebe ihr helfen, daß sie es schafft, diese Leiden Gott zu opfern, für sich und andere. Jesus liebt sie, und sie hat das richtige Verständnis für Liebe. Sie wäre in diesem Gefühl fähig, sich ganz zu opfern, für einen armseligen Menschen: Der gute Herr Jesus ist ihr nah - liebt sie - wartet. Er liebt sie - also schickt er dem schwachen Kind Leiden, erschüttert die Seele, weckt sie, ruft die Vergangenheit in ihr Gedächtnis zurück. Er ebnet den Weg zum heiligsten Herzen. Weißt du, mein Kind, du hast Zosia das Bild von mir gegeben, sie schätzt es und ist gläubig, und deshalb werde ich ihr zu Hilfe kommen. Ich werde rechtzeitig zu ihr zurückkommen und ihr ein Schreiben dalassen, das nur sie allein lesen soll. Erzähle ihr ein bißchen, Fulla, wie meine Besuche bei dir aussehen. Ich möchte ihr verlassenes Herz trösten, ihr etwas Freude schenken. Nimm sie bei der Hand, beruhige ihre Nerven in meinem Namen, und mögen die Ruhe und der Friede ihr dann erhalten bleiben.
Wer meine Hilfe wünscht, soll das kleine Bild von mir weihen und über seinem Bett aufhängen. Dann soll er sich mit seinen Problemen vertrauensvoll an mich wenden. Meditiere eine Woche lang über das Leiden, Fulla. Denke daran und schreibe alles auf, was dir dazu einfällt. Am Donnerstag um elf Uhr in der Nacht komme ich wieder. Falls dir dann noch etwas unklar ist, werde ich es dir am Sonntag vormittag erklären. Lebe wohl, ich gebe dir Ruhe und bringe dich dem heiligsten Herzen näher!"


23.1.1936
Meine hl. Mütterlein ließ mich meine geliebte, verstorbene Zdzisia sehen. Sie kam aus dem Kreis der Freude, schön und glücklich. "Tante Fulla," sagte sie, "der Himmel ist der Erde nah ..." - und entschwand. Dann fragte mich meine hl. Mutter: "Wenn der Herr Jesus mich dir wegnehmen würde, würdest du ihn dann noch genauso lieben?" Mir stockte der Atem. Ich schwieg. "Liebe ihn um seinetwillen - nicht für mich."

25.1.1936
Ich hatte seit dem Morgen schlechte Laune und schämte mich dessen. Darum flehte ich mein hl. Mütterchen an, sie möge nicht zu mir kommen, denn ich war nicht nur dessen unwürdig, sondern auch schlecht. Sie kam trotzdem in der Nacht, drückte mich zärtlich an sich, beruhigte meine Nerven.
Als ich jedoch am nächsten Morgen wach wurde, war meine Stimmung noch mehr gesunken, und nach dem Empfang der hl. Kommunion bekam ich Zweifel, ob es berechtigt gewesen war, sie zu empfangen. Ich geriet in Verzweiflung. Bestürzt und voll Wehmut über mein eigenes Elend wünschte ich, Gott möge meine Seele auslöschen, daß nicht eine Spur mehr von ihr zurückbliebe. Als meine hl. Mutter am Abend wieder zu mir kam und sah, daß ich, von Trauer erdrückt, nicht sprechen konnte, diktierte sie mir:
"Ich grüße dich wie eine Mutter, mein liebes Kind, und muß dich tadeln. Merke dir, Fulla, du wurdest zur Existenz geschaffen und gehörst Gott dem Vater, und nichts und niemand kann deine Seele vernichten. Die Seele ist beständig und ewig, der Mensch kann sie nur freiwillig einem bösen Geist überlassen.
Ich bin doch so sichtbar zu dir gekommen und habe dir schon so oft gesagt, daß ich mit deinem Einverständnis eine gute Mutter für dich sein will. Hast du überhaupt eine Vorstellung davon, was eine gute Mutter ist, Kleines? Wenn eine Mutter gut ist, muß auch das Kind gut sein. Es muß ihr vertrauen, sie lieben und ihr gehorchen. Du wirst selbst sehen, daß es dir immer zum Guten gereicht. Du verstehst deine gute Mutter noch nicht ganz, sie will dir nicht die Tränen in die Augen treiben, will deine Natur und deinen Charakter nicht ändern, sie möchte dir nur das Herz erwärmen, ähnlich dem heiligsten Herzen, damit es dir leichter fällt, alle überflüssigen Hemmungen abzuwerfen, die dir bei deinem Streben nach Vollkommenheit und Reinheit deiner seelischen Kräfte und deiner Sinne im Wege stehen. Auf diesem neuen Weg zu dem wahren Ziel hast du schon einen großen Schritt vorwärts getan. Geh' nicht wieder zurück, liebes Kind! Der Fall von oben ist leichter. So eine Fahrt zurück, das ist ein halsbrecherischer und gefährlicher Weg. Nachher ist es beschwerlich und langwierig, wieder umzukehren. Unser Herr Jesus liebt dich, wir lieben dich beide, aber ein böser Geist wünscht deinen Untergang. Sei nicht trotzig, Kind. Der böse Geist nutzt jede Gelegenheit, dich von der himmlischen Gnade zu trennen, er läßt dich deine Seele in einem trostlosen Zustand sehen, damit du am Ende aufgibst und den verlierst, der den Himmel für dich geöffnet hat. Vertraue, wie immer, auf unseren Herrn Jesus, und nage nicht an deiner eigenen Seele. Es ist eine große Anmaßung, wegen eines Sturzes gleich zu verzweifeln, während der barmherzige König bei dir zu Gast ist. Es ist verständlich, wenn die Sorge um das liebste, heiligste Herz dich plagt, aber woher kommt diese Wehmut? Wer war denn jemals ohne Sünde auf der Welt, außer Jesus und seiner Mutter? Ich bin um deinetwillen zu dir gekommen. Wohin und zu wem wolltest du dich flüchten? Versuch' jetzt erst einmal eine Weile allein zu gehen, aber achte auf dich. Solange du durch eigene Bemühungen nicht wenigstens einen deiner Fehler losgeworden bist, solange werden meine Besuche bei dir kürzer sein. Ich bereite dir Unannehmlichkeiten. Ertrage geduldig diese Buße und dann bist du befreit. Vertraue mir. Es fällt mir schwer, dich zu bestrafen, ich tue das nur zu deinem Besten. Ich verabschiede mich von dir und empfehle dich der heiligsten Mutter."
Als ich vor Gram über meine Schuld und die mir auferlegte Strafe heftig weinte, wartete mein hl. Mütterlein eine Weile und diktierte mir dann:
"Morgen wirst du mich besser verstehen und dich beruhigen, weil du mich liebst. Dein Schmerz beunruhigt deine Nerven und deshalb bringe ich dir als Geschenk für morgen, daß du Frieden hast und demütig über die Liebe Jesu Christi und deine eigene nachdenken kannst. Du wirst sehen, wie all die böse Macht angesichts der Fülle von Liebe für dich und dein ewiges Glück schmilzt. Sieh dir an, wie groß die Liebe Gottes des Schöpfers zu den Menschen ist, welch großes Glück der Herr denen, die ihn lieben, bereitet hat. Für deinen starken Herrn Jesus ist es nicht wichtig, daß du auf diese irdische und kindliche Art mit dir selbst kämpfst. Es ist gut, wenn du schnell wieder umkehrst und dich der bösen Macht nicht unterwirfst. Mein Herz ist erfüllt von Liebe zu dir, zu deinem Gelingen, zu dem Abwenden schlechter Einflüsse, zu allem, was dich angeht. Ich liebe dich von Herzen und leide mit dir, wenn deine Seele sich selbst bekämpft. Jetzt mußt du erst einmal ruhig, überlegt, gut und fleißig sein. Ich war dir nicht böse, ich fühlte nur die Trauer und den Schmerz unseres Herrn Jesus, verursacht durch deine Hartnäckigkeit. Mach ihn nicht traurig, Fulla! Und wenn es dir gelingt, dann vermehre nicht deine Schuld durch deinen Widerstand und widersetze dich nicht seiner heiligen Gnade. Laß uns das heiligste Herz lieben, das uns auf ewig liebt."
Inzwischen war ich zum ständigen Beichtkind des Priesters X geworden. Er wußte von meinen Visionen, denn ich sprach gelegentlich bei der Beichte davon. Er zeigte sich lebhaft interessiert und sehr zugetan. Er erlaubte mir, von seiner Bibliothek Gebrauch zu machen und ermunterte mich zur literarischen Arbeit im religiösen Bereich.
Als er jedoch alle meine Notizen zu diesen Visionen von mir verlangte, lehnte ich - da ich von meiner lieben hl. Mutter keine eindeutigen Weisungen darüber erhalten hatte - mit der Begründung ab, daß ich als sein Beichtkind nur verpflichtet sei, ihm meine Sünden und Zweifel zu bekennen. Da ich mich ständig, bei fast jedem Schritt, in der Obhut meiner geliebten hl. Mutter wußte und ihre Ratschläge und Hinweise nutzte, die sich sowohl auf das geistige Leben als auch auf alltägliche Dinge bezogen, verspürte ich überhaupt nicht die Notwendigkeit, die zuweilen heilsame und wohltuende Erleichterung in Anspruch zu nehmen, die man hat, wenn man alle seine Erlebnisse mit dem Beichtvater teilt. Hochwürden X akzeptierte meinen Standpunkt und wir berührten dieses Thema dann nur noch ab und zu außerhalb des Beichtstuhls.
Ungefähr zu dieser Zeit sagte mir mein hl. Mütterlein auch, daß mein belgischer Betreuer wirklich Kardinal Mercier sei. "Lange hat er bei den Menschen und bei seinen Zöglingen nach einer Natur wie deiner gesucht", fügte sie hinzu. Und als ich sie dann bat, mir mehr über ihn zu erzählen, hörte ich: "Er möchte das nicht. Er will, daß du dich selbst bemühst, etwas über sein Leben zu erfahren. Er versprach, dir dabei zu helfen. Wende dich an die Ossolineum-Bibliothek." Das erste Buch, das ich dort erhielt, waren seine "Hirtenbriefe". Ich wußte, daß ich darin das Bild des Autors fände. An die subtile Schönheit meiner geliebten hl. Mutter gewöhnt, fürchtete ich - ganz menschlich und etwas kindlich - sein Aussehen könnte mich enttäuschen. Ich zögerte deshalb mit dem Umblättern, als ich mich jedoch überwunden hatte und zum ersten Mal in dieses würdevolle, intelligente und schöne Gesicht sah, verspürte ich diesen mir bereits bekannten wunderbaren, außergewöhnlich starken Strom, der mich ganz ergriff. Heftige Erregung schnürte mir die Kehle zu. Wenn die Leute im Lesesaal nicht gewesen wären, hätte ich losgeweint. Fieberhaft begann ich das Vorwort zu lesen. O Gott! Dieser große Held des letzten Krieges, Patriot, Soldat und Priester, dieser Gelehrte, Führer und großartige Staatsmann, Stolz der Kirche und Belgiens, dabei demütigster Diener der höchsten Gnadenüberbringerin - er war mein Betreuer! Ich sollte ihn sehen und mit ihm sprechen, wie mit meinem hl. Mütterlein!
Als ich an diesem Tag eine Straße überquerte, fuhr ein Autofahrer mit hoher Geschwindigkeit beinahe auf den Gehsteig auf, direkt vor mir. Mein hl. Mütterchen ergriff meine Hand und rettete mich in letzter Minute. Ich sah sie einen Augenblick lang völlig deutlich und verspürte einen starken Stoß nach rückwärts.

22.2.1936, Mein Geburtstag
"Ich komme gleich bei deinem Eintritt in das neue Lebensjahr zu dir, damit du mit mir zusammen die neue und schönste Phase deines Lebens beginnen kannst. Die nächsten beiden Jahre werden die wichtigsten für dich sein. Es wird eine Zeit der Erschütterungen und des Erwachens deiner Seele sein. Du sollst keine Dämme aufstellen. Vertiefe deine Tugenden, die bereits sehr schön keimen, sei stets aktiv und bereit, denn du hast in diesem Jahr viel zu tun. Es ist ein Jahr des Umbruchs. Zwei größere Probleme kommen auf dich zu. Sie werden dich etwas niederdrücken, sei aber ganz ruhig, denn ich bin stets bei dir und gemeinsam, praktisch Hand in Hand, werden wir die dunklen Zeiten überstehen. Andererseits kommt mehr Freude auf dich zu, als du es erwartest. Du sollst mutig vorwärtsgehen, Fulla, sollst neue Bekanntschaften schließen, achte auf dein Äußeres, also auf deine Kleidung, dein Verhalten. Dies alles kommt dir sehr zugute.
Das Band der Liebe, das uns miteinander verbindet, ist unzerreißbar. Das Ende und der Anfang befinden sich im heiligsten Herzen Jesu. Mein und Gottes geliebtes Kind! Der Segen Gottes fließe auf deine ergebene Seele und dein Herz herab. Wenn Jesus Christus, unser geliebter Erlöser, morgen in deine Seele eingeht, möge er sie erleuchten, erwärmen und mit Liebe füllen. Möge er dich nicht einen Augenblick lang verlassen, nicht nur das nächste Jahr über, sondern dein ganzes Leben hindurch. Ich wünsche dir, daß der Heilige Geist, den du im Sakrament der Firmung empfangen wirst, dir keine der sieben Gaben versagen möge. Die heiligste Mutter möge dir gnädig erlauben, sie besser kennenzulernen, und möge sie geneigt sein, dir etwas von ihren heiligen Tugenden zukommen zu lassen. Ich liebe dich, mein liebes Kind, und werde nicht aufhören, für dich zu sorgen. Aber denke daran, Fulla, daß dein Wille hierbei wichtiger ist als alle meine Wünsche, wichtiger sogar als meine ganze Liebe. Du mußt wollen, glauben und lieben; liebe den weiten Himmel, liebe die Erde und die Menschen, die Werke des Schöpfers, tue Gutes, verbreite Heiterkeit, Freude, Linderung. Ich wünsche dir außerdem, daß du mir mehr und mehr gefallen mögest, denn dann wirst du auch all denen gefallen, die du brauchst."


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Als ich geboren wurde, haben alle gelacht,
ich aber habe geweint;
wenn wieder gehe, werden alle weinen,
ich aber werde lachen
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Der Teufel hat die Hand im Spiel
aber Gott hat das Spiel in der Hand
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Elisa
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BeitragThema: Re: Offenbarungen an Fulla Horak    2017-08-09, 10:00

23.2.1936
"Die Fastenzeit naht heran. Unser Herr Jesus durchleidet den Kreuzweg und sieht, wie seine unermeßliche Liebe in die Herzen der Menschen eingeht.
Wehmütige Ruhe und Stille erfülle die Seelen derer, die ihn lieben. Was können wir dem Herrn geben - ihm, der sein überaus heiliges Blut bis zum letzten Tropfen hergab, um uns vor der ewigen Verdammnis zu retten? Laßt uns, die wir ihn lieben, ihm unsere liebenden Herzen darbringen. Wir wollen keinen Lärm machen, denn der gute König leidet. Laßt uns ruhig werden in allem, im Sehen, im Hören, im Essen, im Sprechen, und am meisten im Sündigen. Damit geben wir unserem geliebten Jesus viel, wir geben auch für jene Unglücklichen, die sich durch ihren Willen zum bösen Tun verleiten ließen. Dadurch lindern wir sein seelisches Leid. Die heiligsten Augen unseres Herrn werden sich an unserer Liebe erfreuen, wenn sie sehen, daß wir ausdauernd und wachsam sind und nicht einschlafen. Das Herz unseres Herrn Jesus fühlt, lebt und belohnt. Sein Leiden und Kreuz mögen beständig in unserem Bewußtsein bleiben, die ganze Fastenzeit hindurch. Laßt uns die Reue für unsere Sünden und für die Sünden unserer Mitmenschen Jesus Christus geben. Geben wir ihm unsere eigenen reinen Seelen und erwarten wir so, lautlos, die Auferstehung!
Du und Bucia, ihr sollt die ganze Fastenzeit hindurch täglich das Gebet "Der du für uns gelitten hast" sprechen. Danach, wenn ihr beide wieder unter Menschen seid, verhaltet euch leise, ernsthaft, ruhig. Du sollst nicht hungern, Fulla, nur nach der Vorschrift fasten. Bucia soll, zum Gedenken an die fünf Wunden Jesu Christi, an Freitagen nicht mehr als fünf Zigaretten rauchen, sie soll keine Kaffeebohnen kauen und freitags zum Abendbrot die ungeliebte Polenta essen.
Und nun, Kleines, sage ich dir, welches Opfer du unserem Herrn Jesus aus Liebe bringen kannst. Du kannst wählen: Entweder du verzichtest die ganze Fastenzeit hindurch auf meine Besuche oder du schenkst ihm jede Woche an drei Tagen (Mittwoch, Freitag, Samstag) ein mehrstündiges absolutes Schweigen. Suche dir das aus, mit was du auf eine größere Annehmlichkeit verzichtest. Jesus Christus wird dieses Opfer schätzen. Unabhängig von deinem Entschluß werde ich bei sehr wichtigen Angelegenheiten an Sonntagen hier sein.
Geh' zu den Bußandachten ins Kloster. Verzichte in dieser Zeit auf Gedichte und auf jede erfreuliche Arbeit. Ich empfehle euch dem leidenden Erlöser. Begleitet ihn auf seinem Leidensweg und erwartet mit ihm die Auferstehung von den Toten."


25.2.1936
"Habe ich mich denn für immer von dir verabschiedet, mein geliebtes, weinendes Kind? Denke daran, wie lange wir beide noch zusammen sein werden - ganze Ewigkeiten. Können wir denn nicht die wenigen Augenblicke Jesus Christus ganz opfern? Laß uns beide gleichzeitig dieses Opfer bringen, dann können wir zusammen zu Füßen unseres geliebten Erlösers und seiner heiligsten Mutter sein.
Unsere Herzen werden sein heiliges Opfer miterleben und wir wissen, daß die Augen des Gemarterten auf uns ruhen und unsere aufrichtige Reue und Buße sehen werden und dann werden wir in unseren Seelen seine Stimme vernehmen, die voll Barmherzigkeit spricht: Wahrlich, ich sage dir, noch heute wirst du mit mir im Paradiese sein.
Kleines, weißt du überhaupt, wie die göttliche Güte und Barmherzigkeit aussieht? Der Erlöser selbst wird dir seine heiligen Arme entgegenstrecken, wenn du nach dieser kurzen irdischen Wanderung einschläfst, um für die Ewigkeit aufzuwachen. Das ist die einzige und größte Wahrheit. Ich sage es dir, damit du sicher weißt, daß das von allen Menschen eifrig angestrebte Glück nur hier, in Jesus Christus, zu finden ist.
Beruhige dich jetzt und bestärke die anderen im Glauben, so gut du kannst, höre auf deine innere Stimme, die dir sagt, wie man die kalten, gleichgültigen und scheinbar bösen Herzen erwärmen und entflammen kann. Beklage dich nicht über die Gaben, die du vom Herrn erhalten hast. Je mehr du gibst, desto mehr wirst du erhalten. Sehne dich nicht nach mir, sondern nach denen, die sich törichterweise von der Wahrheit und vom himmlischen Glück entfernen, hilf dem Erlöser, einige verlorene Schäfchen wiederzufinden. Nach der Auferstehungsfeier werde ich dich lächelnd begrüßen und sehen, wie mein geliebtes Kind innen und außen aussieht. Lebe wohl."


1.3.1936
"Fulla", fragte mich mein hl. Mütterchen, "möchtest du in ein Kloster eintreten?" "Muß das unbedingt sein?" "Nein, ich möchte nur wissen, welcher Orden dir am ehesten gefallen würde." "Gar keiner." "Der heilige Franziskus von Assisi hat auch keinen passenden Orden gefunden und gründete deshalb einen neuen. Hast du nie an so etwas gedacht?" "Niemals, aber ich fühle, was für ein Orden das sein müßte." "Erzähle!" Meine Antwort enthielt in Kürze ungefähr Folgendes:
"Es müßte ein weltlicher Orden sein, für Menschen aus allen Schichten, Menschen mit absolut gutem Willen. Der gute Wille würde in allem, vor allem und über allem gültig sein. Die Lehre Jesu Christi sollte in die Tat umgesetzt werden. Jeder würde bei sich selbst beginnen.
Es wäre eine mächtige Gesellschaft nach dem Muster der Freimaurer, genauso verpflichtend, und sie müßte den Freimaurern die göttliche Lehre entgegenstellen. Zur Werbung für den neuen Orden würde ich vor allem Künstler verpflichten. Genauso wie zu Zeiten der Fremdherrschaft Künstler und Dichter die nationalen Bestrebungen durch ihre Werke zu entfachen wußten, so sollten auch in der heutigen Zeit Kunst und Literatur das menschliche Denken zur Erweckung des Geistes hinführen. Äußeres Zeichen der Zugehörigkeit zu diesem Orden wäre nur ein kleines Abzeichen, und zum Beweis der gültigen Mitgliedschaft müßte jeder die göttlichen Gebote ernsthaft und gründlich einhalten."
"Richtig, Fulla! Ein Kloster besteht nicht aus Mauern. Es ist durchaus möglich, die passenden Leute um sich zu versammeln und zu arbeiten. Jesus Christus hatte nur zwölf Apostel. Klöster entstehen meistens durch Offenbarungen. Notiere alles, was dir in diesem Zusammenhang in den Sinn kommt. Wenn die Zeit dafür reif ist, werde ich dir helfen. Dein Wirken unter den Menschen wird dadurch erleichtert, daß du zu keinem Orden gehörst. Dadurch hast du größere Freiheit und kommst leichter mit anderen Menschen zusammen. Darüber hinaus ist es für dich einfach, direkten Kontakt zum Himmel herzustellen. Verdirb dir das nicht. Möge dir diese Fähigkeit für immer erhalten bleiben. Sie ist selten."
"Selten? Und Therese Neumann? Mütterchen, hat Therese wirkliche Wundmale?"
"Stigmata kommen allein von Gott. Ein böser Geist kann keine Stigmatisation bewirken. Er kann zuweilen eine Ekstase bringen, niemals jedoch Stigmata. Im Gegensatz zur Ekstase der Liebe, die von Jesus kommt, erzeugt der böse Geist manchmal eine entgegengesetzte Ekstase (Rußland, Mexiko). Ihre Ursache ist der Haß auf Gott."
"Warum gibt es den bösen Geist? Ich möchte ihn vernichten!"
"Jeder sollte und kann den bösen Geist in sich vernichten."
Als mein hl. Mütterchen schon weggehen sollte, fragte ich: "Was würde geschehen, wenn ich dich festhielte und nicht wieder in den Himmel ließe?"
"Du würdest es nicht schaffen. Die Majestät der Heiligkeit ist so gewaltig, daß sie lähmt. Du könntest dich nicht von der Stelle rühren wenn du so etwas tun wolltest. Heiligkeit durchdringt den Menschen ganz bis in die Tiefe, und sie beglückt ihn."
"Wie ist es möglich, mein hl. Mütterchen, daß ich dich sehe, wo du doch ein Geist bist? Ich habe dich berührt und fühlte den rauhen Stoff deiner Tracht, wie geschieht das?"
"Siehst du, Fulla! Es wäre möglich gewesen, daß du nur meine Stimme hörst. Noch andere Möglichkeiten wären, dir im Traum zu erscheinen, wie ich es manchmal tue, oder nur einige Anweisungen zu diktieren. Unser Herr Jesus erlaubt mir jedoch, so, wie du mich jetzt siehst, zu dir zu kommen. Damit du mich mit deinen Sinnen wahrnehmen kannst. Ich schöpfe aus der Luft die Atome der Materie, die zur Herstellung meiner Gestalt notwendig sind, und wenn ich gehe, zerstreue ich sie wieder. Ich könnte dir als kleines Kind erscheinen, als junges Mädchen, als Erwachsene oder als alte Frau. Nach dem Willen Gottes ist uns alles möglich. Für uns existieren weder Raum noch Zeit. Alles ist einfach und leicht."
"Sehen die Heiligen im Himmel so aus wie auf der Erde zum Zeitpunkt ihres Todes?"
"Nein. Im Himmel ist niemand alt. Wir sind alle jung und schön. Wir haben alle das Alter Christi. Allein die Kinder bleiben Kinder und halten sich im hellen Kreis der Freude auf."
"Heiliges Mütterchen, was bedeutet: ,Du gehörst zu uns'? Das hast du mir bei deinem zweiten Besuch gesagt."
"Das bedeutet, Fulla, daß du die Möglichkeit hast, zu uns, in unseren Kreis der göttlichen Liebe zu gelangen, aber es ist ein schwieriger und weiter Weg. Das soll dich jedoch nicht abschrecken. In 15 Jahren könnte ein Mensch für sich selbst nicht das erarbeiten, was ich innerhalb einer Woche - ob es dir bewußt ist oder nicht - in deine Seele einfließen lasse. Du mußt stark sein. Viele Menschen werden in Zukunft zu dir kommen und dich um Rat oder ein Gebet bitten. Sie werden dich bitten, Kranke zu besuchen. Du kannst dich ihnen unbesorgt nähern, sogar den ansteckend Kranken. Dir wird niemals etwas geschehen. Du sollst jedoch nicht überall hingehen, wohin man dich bittet. Du wirst wissen, wann du ablehnen sollst. Zwinge mich niemals jemandem auf, solange du nicht einen innigen Glauben bemerkst. Es werden zuweilen auch Menschen zu dir kommen, die keinen guten Willen haben. Sie werden nichts erreichen. Viele werden jedoch von der durch dich wirkenden Gnade des heiligsten Herzens erfrischt, gestärkt, geheilt und Gott näher gebracht. Du wirst fähig sein, in den Seelen zu lesen, und das schon bei der ersten Zusammenkunft. Du wirst die Gnade besitzen, den Wert eines Priesters herauszuspüren, oft sogar, wenn du ihn nur ansiehst. Sprich deine Werturteile nicht aus. Sie sind für dich bestimmt. Ich gehe jetzt, mein liebes Kind. Behalte alles im Gedächtnis, was ich dir gesagt habe. Ich sehe deinen guten Willen." Und plötzlich sagte sie mit einem überraschenden Lächeln: "Manchmal möchtest du mir auf kindliche Art so sehr gefallen - wie ein Kind seiner Puppe ..."

12.3.1936
"Du bist mein geliebtes Kind, deshalb kann ich dir auch, wie eine Mutter, zu jeder Zeit sagen, was ich nicht an dir sehen möchte. Du mußt wissen: Wenn du so mager bist, hast du keine guten Nerven und es könnte dir, selbst bei deinem guten Willen, an Kraft zum Durchhalten fehlen. Man muß seinem Mütterchen gehorchen, denn bedenke selbst:
Wenn ein Kind eine gute Mutter hat und ihr viel Sorgen bereitet, ist es mit Sicherheit leidend. Das wollte ich dich wissen lassen, denn ich will, daß du mir gesund bleibst und dich ordentlich ernährst.
Behindere mich nicht an deiner Pflege. Achte auf deine Gesundheit. Du mußt deinen linken Schuh zum Schuster bringen, er ist undicht. Ich erwarte, daß du für unseren Herrn Jesus gesund, stark, fröhlich und normal bist. Willst du das auch, Fulla? Ich weiß, du liebst mich und wirst mir keinen Kummer bereiten. Ich segne deinen Kopf und dein Herz."


17.3.1936
"Sei gegrüßt! Ich bin bei dir, wache und liebe ... Du siehst, was wirkliche und heilige Liebe vermag. Ich bin schon eher gekommen, als ich es angekündigt hatte, denn du machst trotz einiger Zweifel rasche Fortschritte und erreichst meine Pläne. Das ist gut.
Du mußt nicht denken, Fulla, daß deine Liebe zu mir kleiner wird, wenn du noch andere himmlische Wesen lieben lernst. Im Gegenteil! Liebe alle Bewohner des Himmels so sehr du kannst, und du wirst sehen, daß ein einziges leidenschaftliches Herz dafür ausreicht. In den nächsten Tagen will die kleine heilige Theresia zu dir kommen.
Während der Bußandachten wirst du dich im Hause meiner Töchter wohl fühlen. Ich werde mit dir sein. Denke daran, daß man dich dort aufmerksam beobachtet. Dränge mich niemandem auf. Bemühe dich jederzeit, unserem Herrn Jesus zu gefallen, selbst dann, wenn er dich mit Widrigkeiten prüfen will. Denke an deine Mitmenschen, wie du es bis jetzt tust, dann wird Jesus auch an dich denken. Ich lasse dich unter dem Kreuz."
Für die dreitägige Dauer der geschlossenen Exerzitien wohnte ich im Kloster. Während des Unterrichts erschien mir, sooft Hochwürden X. das heiligste Sakrament beim Namen nannte, in der Luft eine leuchtende Hostie, und ich geriet in Verzückung, so daß ich mir nachher nur mit Mühe bewußt machen konnte, wo ich war und was um mich herum geschah. Ich wollte nicht, daß es jemand bemerkte und versuchte diese Zustände so gut ich konnte zu verbergen. Die Häufigkeit dieser Ekstasen verzehrte meine Kräfte. Während der hl. Kommunion konnte ich mich nicht mehr beherrschen, ich merkte zeitweise nicht einmal, daß ich weinte, bis ich Tränen auf meinen Händen spürte.
Während dieser drei Tage schrieb ich, nach deutlicher Anweisung meiner geliebten hl. Mutter, den Kreuzweg auf.

5.4.1936, Palmsonntag
An diesem Tage erschien mir mein hl. Mütterlein nur kurz, und sie diktierte:
"Der Friede Christi sei mit dir. Es sind nicht viele Worte nötig, du versicherst dich nämlich immer mehr der Tatsache, daß wahre Freude, Zufriedenheit und wahrer Friede im Herrn sind. Verteile großzügig die Gaben, die unser Herr Jesus in deine Seele legt, an deine Mitmenschen. Das lohnt sich und wird dir hundertfach zurückerstattet.
Sooft du nur kannst, schreibe, schreibe! Vergeude keine Zeit. Deine Stationen sind traurige Gedichte über die Tragödie des Gottmenschen, aus denen viele, die schwankend sind, das Glück der Erlösung für sich entnehmen. Gut, daß du sie der ehrwürdigen Mutter gewidmet hast. Denke daran, du sollst dem Kloster nicht ausweichen.
Heute kommt Kardinal Mercier zu dir. Begrüße deinen Betreuer herzlich. In Kürze wird Gott zulassen, daß auch auf der Erde bekannt wird, daß er ein großer Heiliger ist. Dein Betreuer wird dir mehr und mehr vertraut sein und dich die Liebe zu der heiligsten Mutter lehren, welche deine Stimme bereits vernommen hatte, bevor das Licht des Glaubens in deiner Seele war. Zu jener Zeit schon hat sie ihren Sohn gebeten, sein Augenmerk auf dich zu richten, und auf die Fürsprache seiner Mutter hin vertraute er mir dich als mein Kind an. Du siehst, Fulla, wie die heiligste Mutter dein Flehen erhört hat. Ihrem gnädigen Herzen entgeht nicht der kleinste innige Seufzer. Sie liebt dich. Und wenn sie zu mir über eine dich betreffende Sache spricht, sagt sie immer: ,Unser geliebtes Kind'. Ja, unser geliebtes Kind! Du hast zwei liebende Mütter, und beide lieben dich so, wie man nur im Himmel lieben kann.
Dein Betreuer hat es gern, wenn du Kardinal zu ihm sagst, sobald er dir jedoch vertraut ist, kannst du ihn Freund oder ,Deza' nennen ..."
Nachdem mein hl. Mütterchen gegangen war, suchte ich in mir fieberhaft nach Worten, mit denen ich zu meinem Betreuer beten könnte. Bevor ich sie fand, stand plötzlich eine hohe Gestalt vor mir - nicht die eines alten Mannes, wie ich vermutet hatte, sondern ein noch junger Mensch mit freundlichem Blick und gewinnendem Lächeln. Als ich ihn sah, verstand ich mit einem Mal, warum mein hl. Mütterchen mir gesagt hatte, ich solle ihn Freund nennen. Er kam mir so bekannt, so vertraut, so gut vor!
Ich fühlte keinerlei Befangenheit und wußte sofort, daß es mir sehr leicht fallen würde, ihn "Deza" zu nennen. Er trug eine glatte schwarze Soutane, und seine gesamte Gestalt strahlte eine solche Pracht aus, daß ich trotz meiner Unerschrockenheit tief beeindruckt war. Deswegen kann ich mich auch nicht mehr genau an seine ersten Worte erinnern. Ich weiß nur noch, daß er irgend etwas davon sagte, daß ich dann und wann nicht einmal gegen mich selbst aufrichtig wäre. Danach diktierte er mir auf die gleiche Weise wie mein hl. Mütterchen die folgenden Worte:
"Meine teure Freundin! Nach nahezu einem Jahr der Verbindung mit der geistigen Welt bist du soweit gereift, daß du dich nicht vor unbefugten Menschen des Umgangs mit lichten und heiligen Geistern rühmen wirst.
Als dein Deza noch bei den Menschen lebte, war er sehr aktiv. Er arbeitete, mühte sich, führte Krieg, strauchelte auch bisweilen, am Ende jedoch kam er bei Gott und der Mutter Gottes an. Vor einem Jahr nahm ich dich, Fulla, in meine Obhut, und seitdem wache ich über dir aus dem Kreis der Weisheit heraus, in dem ich wohne. Die Menschen haben für gewöhnlich ihren Vorteil im Sinn, und es paßt nicht in ihre Köpfe, daß der Umgang mit reinen Geistern ihnen etwas bringen könnte. Dabei kann er so vieles bringen! Denn was kann der Mensch wohl besseres erlangen als tiefe, reine Befriedigung? Schau, Fulla! Ich habe als Priester die heiligste Mutter von ganzem Herzen lieben gelernt, ich war ständig bemüht, ihr meine Treue und Verehrung zu beweisen und ihr zu Füßen zu liegen. Schon auf der Erde ist sie mir erschienen, und hier darf ich meine geliebte Himmelskönigin zu jeder Zeit schauen. Sie hat mich durch mein Leben geführt. Groß ist die Macht Mariens, der Höchsten der Heiligen. Ihr heiliger Wille ist Befehl, denke immer daran.
Dein hl. Mütterlein ist mein geliebtes Mädchen. Wir wurden zusammengeführt, weil wir beide uns für ähnliche Dinge begeistern und ähnliches anstreben. Du gehörst zu uns, und dein Wille ist auf uns gerichtet. Wenn du ihn nicht unachtsam abwendest, wirst du hier ankommen. Ich werde dich öfter besuchen und Fragen beantworten, die geistige Dinge betreffen. Ich werde dir noch viel Unbekanntes aufdecken. Auf Wiedersehen, meine Freundin, ich lasse dir einen Lichtstreifen zurück."


_________________
Als ich geboren wurde, haben alle gelacht,
ich aber habe geweint;
wenn wieder gehe, werden alle weinen,
ich aber werde lachen
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