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 Licht am Ende des Lebens

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Elisa
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Chinesische Tierkreiszeichen : Drache
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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 12:57

(9)
 
Die Webstühle und die Bibliothek
 
 
Während meiner Unterweisung lernte ich den Erlöser auf eine Weise kennen und verstehen, für die ich immer dankbar sein werde. 
 Seine Anteilnahme an meinen Gefühlen inspirierte mich.  Weder mit Worten noch mit Taten wollte Er mich je verletzen. 

 Er wußte, daß ich fähig war zu verstehen, und Er bereitete mich sorgsam vor, damit ich fähig war, all das Wissen in mich aufzunehmen, nach dem ich suchte. 

 In der geistigen Welt wird niemand dadurch in Bedrängnis gebracht, daß er Dinge tun oder akzeptieren muß, zu denen er nicht bereit ist.  Geduld ist hier eine natürliche Gabe.

  Unvergleichbar, welchen Sinn für Humor Er hat, viel herrlicher und spritziger als jeder Mensch. 

 Der Herr ist erfüllt von absolutem Glück und Wohlwollen.
  In Seiner Gegenwart ist Sanftheit und Anmut, und so ist Er für mich zweifellos perfekt. 
 Ich kannte Ihn, Seinen Geist, Seine Gefühle, Seine Anteilnahme an mir. 
 Ich fühlte Seine Verwandtschaft mit mir und wußte, daß wir eine Familie waren. 
 Mir war, als sei Er zugleich mein Vater und mein älterer Bruder. 

 Er war mir nahe, und doch spürte ich ein Element von Autorität.  Er war zärdich und gutmütig, aber auch verantwortungsvoll. 
 Ich wußte mit Bestimmtheit, daß Er seine Autorität niemals missbrauchen würde,
ja daß Er nicht einmal den Wunsch dazu verspürte.
 
Als Jesus in seinem Lichte stand und mich anlächelte, fühlte ich seine Zustimmung. 
 Er wandte sich zu seiner Linken und stellte mich zwei Frauen vor, die soeben erschienen waren.  Eine dritte Frau tauchte kurz hinter ihnen auf, doch sie schien mit einem anderen Auftrag gekommen zu sein und blieb nur einen Augenblick. 

 Jesus wies die beiden ersten Frauen an,
 mich zu begleiten, und ich fühlte, wie sehr sie sich freuten, mit mir zusammenzusein. 

 Als ich sie anschaute, erinnerte ich mich an sie; sie waren meine Freundinnen ! 
 Sie waren zwei meiner besten Freundinnen gewesen, bevor ich auf die Erde kam, und sie waren ebenso freudig erregt wie ich über unser Wiedersehen.

  Bevor Jesus mich der Obhut der beiden überließ, fühlte ich erneut Seine Freude, und Er schien meinem Geist zuzuflüstern:
>Nur zu, lerne von allen Dingen<,

 und ich verstand, daß mir nun freigestellt war, alles zu sehen und zu erfahren, was ich wollte.

  Ich war aufgeregt, als ich erfuhr, daß es noch mehr zu lernen gab
- noch sehr viel mehr, wie sich später herausstellen sollte. 
 Dann verließ uns der Erlöser, und meine beiden Freundinnen umarmten mich. 
 Die Liebe war hier allumfassend;
 ein jeder trug sie in sich. 
 Alle waren glücklich. 
Wenngleich sich ihr Licht und ihre Kraft kaum mit derjenigen von Christus messen konnte,
 so war auch ihre Liebe bedingungslos. 
 Sie liebten mich von ganzem Herzen.
 
Die Erinnerung an den nun folgenden Rundgang ist mir teilweise entfallen. 
 Ich weiß noch, daß man mich in einen großen Saal führte, in dem gearbeitet wurde, doch ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie wir dorthin gelangten oder wie das Gebäude von außen aussah. 
 Der Saal war wunderschön. 
 Seine Wände bestanden aus einem lichtdurchlässigen Material
- etwa wie sehr dünner Marmor -,
 und an manchen Stellen konnte man durch die Wände ins Freie blicken.
  Der Effekt war sehr interessant und wunderschön.
 
Beim Näherkommen sah ich, daß die Arbeiter hier an großen, alten Webstühlen saßen. 
 Mein erster Gedanke war, >wie rückständig< man in der spirituellen Welt doch sei, daß man noch mit Handwebstühlen arbeitete. 
 Als ich neben den Webstühlen stand,
wurde ich von vielen männlichen und weiblichen Geistwesen mit freundlichem Lächeln begrüßt.
  Alle freuten sich, mich zu sehen, und an einem der Webstühle wurde Platz gemacht, damit ich besser schauen könne. 
 Ich sollte unbedingt sehen,
welche Handfertigkeit sie besaßen. 

 Ich kam näher und fühlte an dem Tuch,
 das sie webten.
  Es sah aus wie eine Mischung aus gesponnenem Glas und gesponnenem Zucker. 

 Als ich das Tuch hin- und herbewegte, schimmerte und funkelte es, beinahe so, als sei es lebendig. 

 Die Wirkung war ungewöhnlich und faszinierend.  Das Material war auf einer Seite dicht, doch drehte man es um, konnte man hindurchsehen - ähnlich wie bei verspiegeltem Glas. 

 Offenbar diente das einem bestimmten Zweck, doch was dieser Zweck war, wurde mir nicht gesagt. 
 Die Arbeiter erklärten mir, daß aus diesem Stoff Kleidung für jene gemacht würde,
 die von der Erde in die geistige Welt kämen. 

 Sie waren verständlicherweise sehr stolz auf ihr Werk und freuten sich über meine Dankbarkeit, es betrachten zu dürfen.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 13:28

Wir verließen die Webstühle und meine beiden Begleiterinnen führten mich durch viele andere Räume, in denen ich den sonderbarsten Dingen und herrlichsten Wesen begegnete, doch viele der Einzelheiten durfte ich nicht im Gedächtnis behalten. 

 Mir kommt es so vor, als sei ich tage- oder gar wochenlang gewandert, ohne jemals zu ermüden.

  Ich war überrascht, wie viele der Wesen hier gern handwerkliche Arbeiten verrichten
- denn nur wer möchte, geht solchen Beschäftigungen nach. 
 Es macht ihnen Freude, Dinge zu schaffen, die anderen nützlich sind -
 sowohl hüben als auch drüben. 
 Ich sah eine große Maschine, etwa vergleichbar mit einem Computer, doch viel komplexer und leistungsfähiger. 
 Auch die hier beschäftigten Wesen zeigten mir voll Freude ihre Arbeit. 
 Und wieder verstand ich, daß alle wichtigen Dinge zuerst im Geiste und erst dann physisch erschaffen werden. 
 Daß dies so sei, hatte ich vorher nie geahnt. 
 Ich wurde in einen weiteren Saal geleitet, der etwa wie eine Bibliothek aussah. 

 Er wirkte auf mich wie eine Sammlung von Wissen, doch ich sah keine Bücher. 
 Auf einmal spürte ich, wie mir Dinge einfielen
 und ich von Wissen über Themen erfüllt wurde, über die ich schon lange nicht mehr nachgedacht hatte oder die mir vielleicht noch gar nie in den Sinn gekommen waren. 

 Da erkannte ich, daß ich mich in einer Bibliothek des Geistes befand. 
 Wie vorher in der Gegenwart Christi brauchte ich nur über etwas nachzudenken, um sofort alles Wissen zu diesem Thema zu erhalten. 
 Ich konnte alle Einzelheiten über jede beliebige Person der Geschichte - oder gar der spirituellen Welt - abrufen.
 
Keinerlei Wissen wurde mir vorenthalten, und es war unmöglich, irgendeinen Gedanken, eine Aussage oder ein Wissensbruchstück falsch zu verstehen.
  Es gab absolut kein Mißverständnis.
  Die Geschichte war rein. 
 Das Verstehen war allumfassend.
  Ich begriff nicht nur, was die Menschen taten, sondern auch, warum sie es taten und wie dadurch die Realitätssicht anderer Menschen beeinflußt wurde. 
 Ich verstand die zu dem jeweiligen Thema gehörige Realität aus jedem Blickwinkel, in jeder möglichen Betrachtungsweise;
 und all dies verlieh einem Ereignis, einer Person oder einem Prinzip eine Art von Ganzheit, wie wir sie hier auf Erden nicht erfassen können.
 
Doch dies war mehr als ein mentaler Prozeß. 
 Ich konnte fühlen, was die Menschen bei ihren Handlungen empfanden.
  Ich verstand ihre Leiden, Freuden und Aufregungen, weil ich sie selbst erleben konnte.  Manches von dem, was ich hier lernte, wurde mir genommen, doch nicht alles. 

 Ich weiß die Einblicke zu würdigen, die mir in bestimmte für mich wichtige Ereignisse und Menschen unserer Geschichte gewährt wurden.  Ich sehnte mich nach weiteren Erfahrungen in dieser wunderbaren, unglaublichen Welt, und meine Begleiterinnen waren glücklich, mir auch weiter helfen zu können. 
Es war ihre größte Freude, mir Freude zu bereiten, und ich spürte in ihnen eine gewisse Erregung, als sie mich nach draußen in einen Garten führten.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 13:33

(10)
 
Der Garten
 
 
Als wir nach draußen in den Garten traten, tat sich mir in der Ferne ein spektakulärer Blick auf Berge, Täler und Flüsse auf. 
 Meine Begleiterinnen verließen mich, und ich durfte meinen Weg allein fortsetzen;
 vielleicht sollte ich die ganze Schönheit des Gartens unbelastet von der Gegenwart anderer erfahren. 

 Der Garten war voll von Bäumen, Blumen und Pflanzen, deren Ort und Lage irgendwie unvermeidbar erschien
- es war, als müßten sie genau da sein,
 wo sie sich befanden.
  Eine Weile schlenderte ich durch das Gras. 
 Es war frisch, kühl, leuchtend grün und fühlte sich unter meinen Füßen lebendig an.
  Doch was mich in diesem Garten am meisten beeindrückte, war die Intensität der Farben.
  Etwas Vergleichbares gibt es hier auf Erden nicht. 
 Wenn hier ein Lichtstrahl auf etwas fällt, so wird er in einer bestimmten Farbe reflektiert. 
 Dabei sind Tausende unterschiedlicher Schattierungen möglich.
  In der geistigen Welt wird das Licht nicht unbedingt reflektiert.
  Es kommt von innen heraus und erscheint wie eine Art Lebenselixier.  Millionen und Abermillionen von Farben sind möglich. 
 Die Blumen beispielsweise sind so lebhaft und leuchtend in ihrem Farbenspiel, daß sie nicht aus fester Substanz zu bestehen scheinen.
  Die intensive Lichtaura einer jeden Pflanze macht es schwer zu definieren, wo die Oberfläche der Pflanze beginnt und wo sie aufhört. 
 Offenbar trägt jeder Teil einer Pflanze, jeder mikroskopische Teil von ihr, seine eigene Intelligenz in sich. 

 Ich kann keine besseren Worte finden,
 um das zu erklären.
  Jeder wenn auch noch so winzige Teil ist mit eigenem Leben erfüllt;
er kann mit anderen Elementen neu zusammengefügt werden, um daraus alles Erdenkliche zu schaffen. 
 Was in einem Augenblick in einer Pflanze ist, kann im nächsten Augenblick Bestandteil von etwas ganz anderem sein -und dort ist es genauso lebendig. 

 Es hat keinen Geist so wie wir, doch es hat Intelligenz und Struktur und kann auf den Willen Gottes und andere universale Gesetze reagieren.  All dies offenbart sich im Angesicht der Schöpfung dort, und ganz besonders in den Blumen.
  Ein herrlicher Fluß durchquerte den Garten,
gar nicht weit von mir entfernt, und sogleich zog es mich zu seinen Ufern. 
 Ich sah, daß er von einem mächtigen, sich in Kaskaden ergießenden Wasserfall mit allerreinstem Wasser gespeist wurde und daß er in einen kleinen See mündete. 
 Das Wasser blendete mich in seiner Klarheit und Lebendigkeit.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 13:38

Leben.
  Auch das Wasser war voll davon. 
 Jeder Tropfen des Wasserfalls hatte seine eigene Intelligenz und Aufgabe. 
 Eine Melodie von majestätischer Schönheit ging von dem Wasserfall aus und erfüllte den Garten, bis sie sich in anderen Melodien verlor, die nun leise an mein Ohr drangen.

  Die Musik kam aus dem Wasser selbst,
aus seiner Intelligenz, und jeder Tropfen hatte einen eigenen Ton und eine eigene Melodie, die sich vermischten und zusammenspielten mit jedem anderen Geräusch und Laut ringsum. 

 Das Wasser pries Gott ob seines Lebens und seiner Freude. 
 Der Gesamteindruck war weit jenseits dessen, was uns eine Symphonie oder ein Komponist hier auf Erden vermitteln können. 

 Selbst die beste irdische Musik wäre im Vergleich dazu wie das Spielen eines Kindes auf einer Blechtrommel.
  Wir haben schlichtweg nicht die Fähigkeit, die Größe und Macht der Musik dort zu verstehen, ganz zu schweigen davon, sie zu kreieren. 
 Als ich mich dem Wasser näherte, kam mir der Gedanke in den Sinn, daß dies vielleicht die >Wasser des Lebens<
seien, von denen die Bibel spricht, und ich wollte darin baden.
 
Ich ging zum Ufer und sah dort eine Rose, die sich irgendwie von den anderen Blumen abzuheben schien.
  Ich blieb stehen, um sie zu betrachten. 
 Sie war von atemberaubender Schönheit. 
 Von all den Blumen dort zog mich keine so sehr in ihren Bann wie diese. 
 Sie wiegte sich sanft zu leiser Musik und ließ in ihren eigenen süßen Klängen ein Loblied des Herrn ertönen. 
 Mir fiel auf, daß ich tatsächlich sehen konnte, wie sie wuchs. 
 Sie entfaltete sich vor meinen Augen, und in mir keimte der Wunsch, ihr Leben zu erfahren, in sie hineinzugehen und ihren Geist zu fühlen. 

 Mit diesem Gedanken schien es, als könne ich von oben hinab in sie hineinblicken.
  Es war, als seien meine Augen zum Mikroskop geworden und als könne ich bis in die letzten Wurzelspitzen hinein alles in der Pflanze sehen.  Doch es war weit mehr als eine visuelle Erfahrung. 
 Ich fühlte die Gegenwart der Rose rings um mich geradeso, als sei ich in ihr, als sei ich ein Teil von ihr. 
 Ich erfuhr es so, als sei ich selbst die Pflanze. 
 Ich fühlte, wie sich die Rose zu den Klängen der Musik all der anderen Pflanzen wiegte, und ich fühlte, wie sie ihre eigene Musik schuf, eine Melodie, die in perfekter Harmonie zu den Tausenden von anderen Rosen erklang, die mit einstimmten.
  Ich erkannte, daß die Musik aus den einzelnen Bestandteilen meiner Blume kam, daß die Blütenblätter ihre eigenen Töne erzeugten und daß jede einzelne Intelligenz eines Blütenblattes in dessen perfekten Klang einstimmte, eine jede harmonisch zur gesamten Wirkung beitragend - und die Wirkung war Freude. 

 Und wieder war ich vollkommen erfüllt von Freude ! 
 Ich fühlte Gott in der Pflanze, in mir-fühlte, wie Seine Liebe in mich - in uns strömte. 
 Wir waren alle eins ! 
 Diese Erfahrung, eins zu sein mit allem anderen, war so überwältigend, daß ich sie nie und nimmer missen möchte. 
Dabei ist sie nur ein Abglanz der größeren Freude, die in der geistigen Welt zur Verfügung steht.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 13:46

(11)
 
Das Empfangskomitee
 
 
Eine Gruppe spiritueller Wesenheiten betrat den Garten. 
Viele von ihnen trugen nun weiche pastellfarbene Gewänder, wohl um dem Geist des Ortes und dem Anlaß Rechnung zu tragen. 

 Sie umringten mich, und ich fühlte, daß sie sich zusammengefunden hatten, um eine Art Graduierungsfeier für mich zu begehen. 
 Ich war gestorben (sterben hieß hier offensichtlich> graduieren<), und sie waren gekommen, um mich zu begrüßen. 

 Ihre Gesichter leuchteten vor Freude, gerade so, als betrachteten sie ein Kind, das soeben etwas ganz Wundervolles zum erstenmal erlebt hat. 

 Mir wurde bewußt, daß ich all diese Wesenheiten aus der Zeit vor meinem irdischen Dasein kannte, und ich lief auf sie zu und umarmte und küßte einen jeden von ihnen. 
 Auch meine Geisthelfer - meine geliebten Mönche - waren gekommen, und ich küßte sie.
 
Als ich nun den Geist jeder der versammelten Wesenheiten spürte, wurde mir klar, daß sie gekommen waren, um mich zu unterstützen.

  Meine Begleiter, die mir auch weiterhin als Führer zur Seite standen, sagten mir nun, daß ich vorzeitig gestorben und daß dies keine richtige Graduierungsfeier sei, sondern daß man zusammengekommen wäre, um mir zu zeigen, was mich erwartete, wenn ich zur rechten Zeit zurückkehren würde. 

 Sie waren überglücklich, mich zu sehen und mir zu helfen, doch sie wußten, daß ich zurückkehren mußte. 
 Dann erklärten sie mir, was der Tod bedeutet. 

 Wenn wir >sterben<, so meine Begleiter, ist dies nichts als der Übergang in einen anderen Zustand. 
 Unser Geist löst sich aus dem Körper, um sich in ein spirituelles Reich zu begeben. 
 Erfolgt der Tod unter traumatischen Umständen, so verläßt der Geist den Körper sehr schnell, gelegentlich sogar schon vor Eintritt des Todes.

  Kommt beispielsweise ein Mensch bei einem Unfall oder Feuer ums Leben, so kann sein Geist bereits den Körper verlassen, bevor der Betreffende große Schmerzen erleidet. 

 Der Körper kann dabei einige Augenblicke lang noch lebendig erscheinen, doch der Geist ist schon entwichen und hat Frieden gefunden.
 
Zum Zeitpunkt des Todes können wir wählen, ob wir noch bis zur Beerdigung unseres Körpers auf Erden bleiben möchten oder ob wir uns - so wie ich es tat-auf den Weg machen wollen zu der Ebene, bis zu der unser Geist gewachsen ist. 

 Wie mir erklärt wurde, gibt es viele Entwicklungsebenen, und wir werden stets zu der Ebene gehen, auf der wir uns am wohlsten fühlen.

  Zumeist möchte der Geist noch für kurze Zeit auf Erden verweilen, um seinen Lieben Trost zu spenden. 

 Die Familie empfindet eine viel tiefere Trauer als der Verstorbene selbst. 
 Manchmal bleibt der Geist längere Zeit, wenn seine Angehörigen verzweifelt sind.
  Er bleibt, um die ihm nahestehenden Menschen in ihrer geistigen Heilung zu unterstützen.
 
Man sagte mir auch, daß unsere Gebete sowohl für die spirituellen Wesen als auch für die Menschen auf Erden von Vorteil sein können.
  Gibt es Anlaß zur Sorge um den Geist eines Verstorbenen, gibt es einen Grund dafür, daß der Übergang schwierig oder unerwünscht sein könnte, so können wir für ihn beten und spirituellen Beistand herbeirufen.
 
Es ist für uns wichtig, so wurde mir mitgeteilt, daß wir uns Wissen über den Geist aneignen, solange wir im verkörperten Zustand leben.

  Je mehr Wissen wir im Diesseits erlangen, desto größer und schneller unser Fortschritt im Jenseits. 

 Manche Geistwesen sind aufgrund ihres mangelnden Wissens oder Glaubens zu wahren Gefangenen dieser Erde geworden. 

 Wer als Atheist stirbt oder sich durch Habgier, körperliche Gelüste oder andere irdische Verrichtungen sehr stark an die Erde gebunden hat, begegnet oft Schwierigkeiten, sich auf den Weg zu machen, und bleibt in seiner Erdgebundenheit verhaftet. 

 Häufig fehlt solchen Menschen der Glaube und die Kraft, nach der Energie und dem Licht zu streben - manchmal gar diese überhaupt zu erkennen -, die uns zu Gott hinführen. 

 Solche Geistwesen bleiben auf der Erde, bis sie die sie umgebende höhere Macht akzeptieren lernen und die Welt loslassen. 

 Als ich mich durch die dunkle Masse hin zum Licht bewegte, fühlte ich die Gegenwart solch unentschlossener Geistwesen. 
 Solange sie möchten, verweilen sie hier, eingehüllt in Liebe und Wärme, den heilenden Einfluß in sich aufnehmend, bis sie schließlich lernen, voranzuschreiten und die größere Wärme und Sicherheit Gottes anzunehmen.
 
Von allem Wissen ist jedoch nichts wesendicher als das Wissen um Jesus Christus.

  Man sagte mir, Er sei die Tür, durch die wir alle heimkehren werden. 

 Er ist die einzige Tür, durch die wir heimkehren können. 
 Ob wir Jesus Christus bereits hier auf Erden oder erst in der geistigen Welt erfahren - letztendlich müssen wir alle Ihn anerkennen und uns Seiner Liebe hingeben. 

 Meine Freunde, die mich im Garten umringten, waren erfüllt von Liebe, und sie erkannten, daß ich noch nicht zurückkehren, sondern noch mehr erfahren wollte.
  In ihrem Wunsch, mir gefällig zu sein, zeigten sie mir noch sehr viel mehr.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 13:52

(12)
 
Viele Welten
 
 
Mein Gedächtnis wurde noch weiter geöffnet, und es reichte nun vor die Erschaffung unserer Erde zurück bis in vergangene Ewigkeiten.

  Ich erinnerte mich daran, daß Gott der Schöpfer vieler Welten, Galaxien und Reiche jenseits unseres Verstandes war, und ich wollte sie sehen. 

 Sowie dieser Wunsch in mir aufkam, gaben meine Gedanken mir Kraft, und es zog mich weg aus dem Garten, diesmal in Begleitung zweier anderer Lichtwesen, die meine »Eskorte« bildeten.  Unsere spirituellen Körper schwebten fort von meinen Freunden in die Dunkelheit des Alls.
 
Unsere Geschwindigkeit nahm zu, und ich genoß den Rausch des Fliegens. 

 Ich konnte tun, was immer ich wollte, reisen, wohin es mich zog, schnell - unglaublich schnell - oder langsam. 
 Ich liebte die Freiheit. 
 Ich trat in die Unendlichkeit des Alls ein und erfuhr, daß es nicht leer ist, sondern erfüllt von Liebe und Licht
- der greifbaren Gegenwart des Götdichen Geistes.
  Ein sanfter, lieblicher Ton erklang, fern und doch beruhigend, und er machte mich glücklich.

  Es war ein Ton wie Musik, doch er war universal und schien den gesamten Raum um mich zu erfüllen. 

 Ihm folgte ein weiterer Klang in einer anderen Tonlage, und schon bald erkannte ich eine Art von Melodie - ein gigantischer kosmischer Gesang, der mich besänftigte und beruhigte. 

 Die Klänge erzeugten sanfte Schwingungen;
 und als diese mich berührten, erkannte ich ihre Heilkraft. 

 Ich wußte, daß alles, was von diesen Klängen berührt wurde, diese heilende Wirkung empfangen würde;
 sie waren wie spiritueller Balsam, ein Ausdruck von Liebe zur Heilung des gebrochenen Geistes.

  Meine Begleiter ließen mich wissen, daß nicht alle musikalischen Klänge eine heilende Wirkung haben;
manche können sogar negative emotionale Reaktionen in uns auslösen, was ich selbst schon während meines Erdendaseins an meinem eigenen Körper erfahren hatte.
 
Manches von dem nun Folgenden wurde aus meinem Gedächtnis gelöscht, doch viele Eindrücke blieben mir erhalten. 

 Mir war, als sei ich wochen- oder gar monatelang unterwegs gewesen, um die unzähligen Schöpfungen Gottes zu besichtigen.

  Auf meinem Weg fühlte ich ständig die wohltuende Gegenwart von Gottes Liebe. 

 Ich spürte, daß ich wieder >zu Hause< war in meiner ursprünglichen Umgebung und nur das tat, was naturgegeben war. 

 Ich reiste zu vielen anderen Welten - Erden
 wie der unseren, doch herrlicher und stets bevölkert von liebevollen, intelligenten Wesen.

  Wir alle sind Kinder Gottes, und Er hat die Weite des Alls für uns erfüllt. 
 Ich legte riesige Entfernungen zurück und wußte, daß die Sterne, die ich sah, von der Erde aus nicht gesehen werden können. 

 Ich sah Galaxien, und mit Leichtigkeit und beinahe augenblicklich gelangte ich dorthin,
 um die darin liegenden Welten zu sehen und weiteren Kindern Gottes zu begegnen,
die alle unsere spirituellen Brüder und Schwestern sind. 
 Und stets war es eine Erinnerung, ein neues Erwachen.  Ich wußte, daß ich schon einmal an jenen Orten gewesen war.
 
Viel später, nachdem ich wieder in meinen sterblichen Körper zurückgekehrt war, fühlte ich mich betrogen, als ich merkte, daß ich mich an viele Einzelheiten dieser Reise nicht erinnern konnte, doch im Laufe der Zeit habe ich gelernt, daß dieses Vergessen zu meinem eigenen Vorteil ist. 

 Könnte ich mich an jene herrlichen, makellosen Welten erinnern, so wäre ich in meinem irdischen Dasein immer unzufrieden und könnte meine gottgegebene Aufgabe nicht erfüllen. 

 Das Gefühl, hintergangen worden zu sein, ist einer tiefen Ehrfurcht und Dankbarkeit für die Erfahrung gewichen. 
 Gott hatte es nicht nötig, mich jene anderen Welten sehen zu lassen, und Er hätte mich genausogut alles vergessen lassen können. 

 Doch in Seiner Gnade hat Er mir so vieles gegeben; ich sah Welten, die wir selbst mit den leistungsstärksten Teleskopen von hier aus niemals ausmachen können, und ich weiß um die Liebe, die es dort gibt.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 14:02

(13)
 
Die Wahl eines Körpers
 
 
Ich kehrte in den Garten zurück und traf dort wieder meine früheren Gefährten.

  In den Welten, die ich besucht hatte, waren mir Wesen begegnet, die sich auf dem Weg der Entfaltung befanden und daran arbeiteten, unserem himmlischen Vater gleicher zu werden. 

 Ich war aber neugierig zu erfahren, wie sich unsere Entwicklung hier auf Erden gestaltete. 
 Wie wachsen wir ? 
 Meine Begleiter freuten sich über meine Frage, und sie führten mich an einen Ort, an dem viele Geistwesen auf ihr irdisches Dasein vorbereitet wurden. 


Sie alle waren weit in ihrer Reife vorangeschritten - während meines gesamten Aufenthaltes begegnete mir kein einziges kindliches Geistwesen. 
Ich sah, wie sehr sich diese spirituellen Wesen danach sehnten, zur Erde zu kommen.
  Sie betrachteten das Leben auf der Erde als eine Schule, in der man vieles lernen und Eigenschaften entwickeln kann, die einem fehlen.  Man sagte mir, daß wir alle auf diese Welt kommen wollten, ja daß wir in der Tat viele unserer Schwächen und Schwierigkeiten in unserem Leben so gewählt haben, daß wir daran wachsen können. 

 Mir wurde ebenfalls klar, daß uns manchmal zu unserem eigenen Besten gewisse Schwächen mit auf den Weg gegeben werden.
  Der Herr stattet uns zudem entsprechend Seinem Willen mit bestimmten Begabungen und Talenten aus. 
 Nie sollten wir unsere Talente und Schwächen mit denen anderer Menschen vergleichen.
  Wir alle haben das, was wir brauchen;
wir sind einzigartig.
  Gleichheit spiritueller Schwachen oder Begabungen ist nicht das, worauf es ankommt.
 
Der Bereich vor und unter mir tat sich auf, als ob sich ein Fenster öffnete, und ich erblickte die Erde.

  Ich sah zugleich die physische und die spirituelle Welt. 
 Manche der aufrechten spirituellen Kinder unseres Vaters im Himmel, so erkannte ich, entschieden sich nicht für ein irdisches Dasein.

  Sie wollten stattdessen als spirituelle Wesen bei Gott bleiben und den Menschen auf der Erde als Schutzengel dienen.  Ich verstand auch, daß es verschiedene Arten von Engeln gibt, darunter auch die sogenannten> streitbaren Engek Ihre Aufgabe, so wurde mir gezeigt, ist es, für uns gegen Satan und dessen Engel zu kämpfen. 

 Wenn auch einem jeden von uns Schutzengel zur Seite stehen, so gibt es doch Zeiten, zu denen wir den Schutz der streitbaren Engel brauchen, und ich erfuhr, daß wir sie durch Gebete herbeirufen können. 

 Diese Engel sind riesig und haben Männergestalt; sie sind sehr muskulös, mit einer wunderbaren Haltung.
  Es sind herrliche spirituelle Wesenheiten. 
 Sie zu sehen genügte, um zu wissen, daß jeder Kampf gegen sie sinnlos wäre. 

 Sie waren wie Krieger gekleidet, mit Helm und Rüstung, und in ihren Bewegungen waren sie schneller und behender als andere Engel. 

 Doch was sie wohl am meisten auszeichnete,
war die Aura des Vertrauens, die sie umgab;
sie waren sich ihrer Fähigkeiten absolut sicher.  Nichts Böses konnte an sie herankommen, und dessen waren sie sich bewußt. 

 Als sie plötzlich zu einem Einsatz davoneilten (welcher Art dieser Einsatz war, wurde mir nicht mitgeteilt), rührte mich ihr besorgter Gesichtsausdruck; sie waren sich über die Bedeutung ihrer Mission im klaren, und mir war ebenso klar, daß sie nicht vor deren Erfüllung zurückkehren würden.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 14:07

Satan will uns haben, und wenn er, wie dies gelegentlich geschieht, seine Kräfte gegen einen von uns sammelt, so benötigt dieser Mensch besonderen Schutz. 

 Wir alle sind jedoch stets dadurch geschützt, daß Satan nicht in unseren Gedanken lesen kann. 

 Er kann jedoch unsere Haltungen deuten, was manchmal auf das gleiche hinausläuft wie das Lesen von Gedanken.

  Unsere Aura oder Haltung spiegelt die Gefühle und Emotionen unserer Seele wider. 

 Gott sieht sie, die Engel sehen sie, und Satan sieht sie. 
 Auch sehr feinfühlige Menschen hier auf Erden können sie sehen. 

 Wir können uns dadurch schützen, daß wir unsere Gedanken kontrollieren,
 indem wir das Licht Christi in unser Leben einfließen lassen. 
 Tun wir dies, so leuchtet das Licht durch uns hindurch und wird tatsächlich in unserer Aura sichtbar. 

 Mit dieser Einsicht fiel mein Blick erneut auf die Geistwesen, die noch kein irdisches Dasein geführt hatten, und ich sah, wie einige von ihnen über sterblichen Menschen schwebten. 

 Ein männlicher Geist versuchte, einen sterblichen Mann und eine sterbliche Frau auf Erden zusammenzubringen
- die beiden sollten seine zukünftigen Eltern sein.  Er spielte Amor, und man machte es ihm nicht leicht. 

 Der Mann und die Frau schienen in entgegengesetzte Richtungen zu streben und zeigten sich un-wissentlich höchst unkooperativ.  Das männliche Geistwesen unterwies sie, sprach mit ihnen, versuchte, sie dazu zu überreden, sich einander zu nähern.

  Andere spirituelle Wesen sorgten sich, als sie sahen, wie schwierig es für ihn war, und sie nahmen sich der Sache an. 
 So versuchten mehrere, die beiden jungen Leute >zu verkuppeln<. 

Man erklärte mir, daß wir uns in der geistigen Welt mit bestimmten spirituellen Brüdern und Schwestern, denen wir besonders nahestanden, verbinden würden. 

 Wir schlössen eine Art Pakt mit diesen Wesen, als Familie oder Freunde zur Erde zu kommen. 

 Diese spirituellen Bande waren das Ergebnis der Liebe, die wir nach einer Ewigkeit des Zusammenlebens füreinander empfanden. 

 Wir entschieden uns auch dafür, mit bestimmten anderen Wesen zur Erde zu gehen, um gewisse Arbeiten gemeinsam durchzuführen. 

 Manche von uns wollten sich verbinden, um auf der Erde bestimmte Veränderungen zu bewirken, und um dies zu erreichen, mußten geeignete Voraussetzungen geschaffen werden, die sich am besten durch die gewählten Eltern oder andere herbeiführen ließen. 

 Einige von uns wollten auch nur einen bereits gebahnten Weg verbreitern und ihn für Nachfolgende festigen. 

 Wir wußten um die Einflüsse, die wir später während unseres Lebens aufeinander ausüben, und die physischen und verhaltensmäßigen Eigenschaften, die wir von unserer Familie erhalten würden. 
Wir kannten den genetischen Code der sterblichen Körper und die physischen Besonderheiten, die wir haben würden.  Wir wollten und brauchten sie.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 14:12

Wir verstanden, daß die Zellen unseres neuen Körpers mit einem Gedächtnis ausgestattet sein würden. 

 Diese Vorstellung war mir völlig neu.

  Ich erfuhr, daß alle Gedanken und Erfahrungen, die wir während unseres Lebens machen, in unserem Unterbewußtsein gespeichert werden. 

 Und sie werden auch in unseren Zellen gespeichert, so daß also in jeder einzelnen Zelle nicht nur ein bestimmter genetischer Code, sondern auch alle Erfahrungen, die wir je gemacht haben, eingraviert sind. 

 Wie ich weiter erfuhr, werden diese Erinnerungen über den genetischen Code an unsere Kinder weitergegeben. 
 So erklären sich viele familiäre Besonderheiten und Neigungen wie Suchtgefährdungen, Ängste, Stärken und so weiter. 

 Mir wurde ferner mitgeteilt, daß wir nicht mehrmals auf dieser Erde leben.

  Wenn wir uns an ein früheres Leben zu >erinnern< scheinen, greifen wir in Wirklichkeit nur auf die in unseren Zellen gespeicherten Erinnerungen zurück.
 
Mir wurde klar, daß wir all die Herausforderungen unseres komplexen physischen Aufbaus verstanden und daß wir uns voll Zuversicht in die damit einhergehenden Umstände fügten.
 
Uns wurden auch die spirituellen Eigenschaften verliehen, die wir zur Erfüllung unserer Aufgabe benötigten, wobei viele dieser Attribute speziell auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten wurden.  Unsere Eltern waren mit einem eigenen Satz spiritueller Fähigkeiten ausgestattet, von denen einige womöglich auf uns übertragen worden waren, und wir beobachteten, wie diese ihre Fähigkeiten einsetzten. 

 Mit zunehmender Reife erwarben wir auch neue Attribute. 
 Nun besitzen wir unseren eigenen Satz spiritueller Werkzeuge, und wir können entweder Näheres über den Einsatz dieser Fähigkeiten lernen oder aber uns dafür entscheiden, sie überhaupt nicht anzuwenden. 
 Unabhängig von unserem Alter können wir uns neue spirituelle Eigenschaften aneignen, die uns bei der Bewältigung unserer Aufgaben behilflich sind. 
Diese Möglichkeit steht uns immer offen. 
 Ich erkannte, daß uns immer gerade das Attribut zur Verfügung steht, das wir brauchen, um uns selbst zu helfen, wenn wir dieses vielleicht auch noch nicht erkannt haben oder einzusetzen wissen. 
 Wir müssen nach innen schauen. 
 Wir müssen auf unsere Fähigkeiten vertrauen; das passende spirituelle Werkzeug ist stets zur Hand.
 
Nachdem ich beobachtet hatte, wie sich die Geistwesen bemühten, die beiden jungen Leute einander näherzubringen, wandte ich meine Aufmerksamkeit anderen zu, die sich auf ihr Erdendasein vorbereiteten. 

 Ein besonders leuchtender und dynamischer Geist zog gerade in den Schoß seiner Mutter ein. 

 Er hatte sich dazu entschlossen, mit einer geistigen Behinderung in diese Welt zu gehen.
  Er war voll freudiger Erregung über diese Chance und war sich bewußt, welches Wachstum er und seine Eltern erreichen könnten. 

 Die drei hatten sich schon seit langem miteinander verbunden und diese Konstellation geplant.  Er begann sein sterbliches Dasein zum Zeitpunkt der Empfängnis, und ich konnte zusehen, wie sein Geist in die Gebärmutter und das neuentstandene Leben einzog. 
 Er sehnte sich danach, die große Liebe seiner sterblichen Eltern zu fühlen.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 14:23

Ich lernte, daß ein Geist zu jeder Zeit während der Schwangerschaft in den mütterlichen Körper einziehen kann. 

 Sofort nach seinem Eintritt erfährt er die Sterblichkeit. 



 Abtreibung, so wurde mir gesagt, ist wider die Natur. 



 Der Geist, der in den Körper einzieht, fühlt sich zurückgestoßen und ist traurig. 



 Er weiß, daß dieser Körper für ihn bestimmt war - egal ob er nun ehelich oder unehelich gezeugt, behindert oder so schwach war, daß er nur wenige Stunden überleben konnte. 

 Doch der Geist empfindet auch Mitgefühl für seine Mutter, denn er weiß, daß sie ihre Entscheidung aufgrund des Wissens fällte, das ihr zur Verfügung stand.

 

Ich sah viele Geistwesen, die nur für sehr kurze Zeit zur Erde kommen sollten; sie würden nur wenige Stunden oder Tage nach der Geburt leben.  Sie zeigten die gleiche freudige Erregung wie die anderen, denn auch sie wußten, daß sie eine Aufgabe zu erfüllen hatten. 

Ich verstand, daß ihr Tod - ebenso wie unser aller Tod - bereits vor ihrer Geburt geplant war. 



 Diese spirituellen Wesen bedurften nicht der Entwicklung, wie sie mit einem längeren Dasein in der Sterblichkeit einhergeht, und ihr Tod war als Wachstumschance für ihre Eltern gedacht. 



 Die Trauer, die hierbei empfunden wird, ist zwar intensiv, doch nicht von langer Dauer.  Sobald wir wieder vereinigt sind, ist aller Schmerz wie weggeblasen, und wir empfinden nur noch die Freude über das erreichte Wachstum und unser Zusammensein.

 

Ich war überrascht zu sehen, wie viele Pläne und Entscheidungen zum Vorteil anderer dienten. 

 Wir sind alle bereit, Opfer für andere zu erbringen. 

Alles dient dem Wachstum des Geistes - jede Erfahrung, alle Begabungen und Schwächen sind darauf ausgerichtet.  Die Dinge dieser Welt sind im Jenseits kaum von Belang-ja beinahe bedeutungslos. 

 Alles wird mit spirituellen Augen betrachtet.

 

Eine Zeit wird festgelegt, in der wir unsere irdische Ausbildung abschließen werden. 



 Einige Geistwesen kommen nur der Geburt wegen; sie bringen Erfahrungen für andere und scheiden dann schnell wieder aus dieser Welt. 



 Andere erreichen ein sehr hohes Alter, um ihre Ziele zu verwirklichen und anderen dadurch nützlich zu sein, daß sie ihnen Gelegenheit zum Dienen geben. 



 Manche kommen als unsere Führer oder Anhänger, unsere Soldaten, unsere Reichen oder Armen, und es ist der Sinn ihres Daseins, Situationen und Beziehungen zu schaffen, durch die wir lernen können zu lieben.



  Jeder, der unseren Weg kreuzt, führt uns hin zu unserem letztendlichen Ziel. 



 Wir sollen unter schwierigen Bedingungen getestet werden, um zu sehen, wie wir in unserem Leben dem wichtigsten der Gebote gerecht werden - dem Gebot, einander zu lieben. 



 Während unseres irdischen Daseins sind wir alle kollektiv miteinander verbunden.  Wir bilden eine Einheit mit dem einen obersten Ziel - einander lieben zu lernen.

 

Bevor sich diese Szene des vor-irdischen Lebens der spirituellen Wesen mir wieder entzog, wurde meine Aufmerksamkeit auf einen weiteren Geist gerichtet. 



 Es war ein weiblicher Geist und eines der charmantesten, entzückendsten Geschöpfe, die ich bislang gesehen hatte.

  Sie war voll Energie und verbreitete eine ansteckende

 

Fröhlichkeit.



  Ich betrachtete sie voll Staunen, bis mich schließlich das Gefühl einer engen Bindung zwischen uns überkam, und ich spürte, wie sehr sie mich liebte. 



Meine Erinnerung an diesen Augenblick wäre fast ausgelöscht worden, doch ich wußte, daß ich sie nie wieder vergessen würde und daß sie

 - wohin auch immer sie gehen mochte -

 ein ganz persönlicher Engel für einen bestimmten Menschen sein würde. 

 Während dieser Betrachtung der vor-sterblichen Existenz war ich beeindruckt von der Schönheit und Herrlichkeit eines jeden Geistwesens. 



 Ich wußte, daß ich-wie jeder von uns - schon früher hiergewesen war und daß wir alle von Licht und Schönheit erfüllt waren.

  Und da dachte ich:

 >Wenn jeder von uns sich vor seiner Geburt sehen könnte, würden wir ob unserer Intelligenz und Herrlichkeit ins Staunen geraten.

  Die Geburt ist wie ein Schlaf, der den Schleier des Vergessens über uns breitete.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 14:34

(14)
 
Der Betrunkene
 
 
Zur Erde zu kommen ist fast so, als wählte man ein College und ein Studienfach aus.

  Wir befinden uns alle auf unterschiedlichen Stufen der spirituellen Entwicklung, und wir werden in das Umfeld hineingeboren, das unseren jeweiligen spirituellen Bedürfnissen am besten gerecht wird. 
 In dem Augenblick, in dem wir andere aufgrund ihrer Fehler und Unzulänglichkeiten verurteilen, zeigen wir ähnliche Unzulänglichkeiten in uns selbst.
  Auf der Erde verfügen wir nicht über das erforderliche Wissen, um Menschen richtig beurteilen zu können.
 
Als ob man mir dieses Prinzip anschaulich vor Augen fuhren wollte, tat sich der Himmel auf, und ich sah wieder die Erde. 
 Dieses Mal fiel mein Blick auf eine Straßenecke in einer Großstadt. 
 Hier lag neben einem Gebäude ein völlig betrunkener Mann auf dem Gehweg.  Einer meiner Begleiter fragte:
 >Was siehst du ?  <
>Na, einen betrunkenen Penner<, antwortete ich, ohne zu verstehen, warum ich mir dies ansehen sollte. 
 Meine Begleiter wurden ganz aufgeregt.
  Sie sagten: >Nun werden wir dir zeigen, wer das in Wirklichkeit ist.<

Sein Geist wurde mir offenbart, und ich sah einen herrlichen Mann, der erfüllt war von Licht.
  Liebe strömte aus seinem Wesen, und mir wurde klar, daß er im Himmel große Bewunderung genoß. 
Dieses beeindruckende Wesen kam als Lehrer zur Erde, um einem Freund zu helfen, mit dem er spirituell verbunden war.
 
Sein Freund war ein renommierter Anwalt, der nur ein paar Häuserblocks weiter eine Kanzlei unterhielt. 
 Wenngleich sich der Trinker zu diesem Zeitpunkt nicht an die Abmachung mit seinem Freund erinnerte, war es seine Aufgabe, diesen an die Bedürfnisse anderer zu gemahnen.

  Der Anwalt war von Natur aus mitfühlend, doch den Betrunkenen zu sehen würde ihn veranlassen, noch mehr für Menschen zu tun, die seiner Hilfe bedurften. 
 Ich wußte, daß sich die beiden begegnen und der Anwalt den in dem Betrunkenen wohnenden Geist - die Seele in diesem Mann - erkennen würde;
 und diese Begegnung würde ihn zu vielen guten Taten veranlassen. 
 
Die beiden würden zwar nie wissen, daß sie ihre Rollen bereits zuvor abgesprochen hatten, dennoch würden sie ihre Aufgaben erfüllen. 

 Der Trinker hatte sein irdisches Dasein dem Vorteil eines anderen geopfert. 
 Seine Entwicklung würde voranschreiten, und anderes, was er zu seiner Entfaltung benötigte, würde ihm später gegeben werden.
 
Ich erinnerte mich, daß auch ich Menschen begegnet war, die mir vertraut erschienen.  Bereits beim ersten Zusammentreffen fühlte ich eine Nähe, ein Erkennen, doch ich hatte nicht gewußt, warum.
  Jetzt wußte ich, daß diese aus einem bestimmten Grund meine Wege gekreuzt hatten. 
 Diese Menschen waren für mich stets etwas ganz Besonderes gewesen.
 
Meine Gefährten sprachen wieder und unterbrachen so meinen Gedankenfluß. 
 Sie meinten, daß ich niemals ein Urteil über meine Mitmenschen fällen sollte, weil es mir an reinem Wissen fehle. 
 Die Passanten, die an dem an der Straßenecke liegenden Betrunkenen vorbeigingen, konnten den edlen Geist in ihm nicht erkennen und urteilten folglich nach der äußeren Erscheinung. 
 Auch ich hatte mich dieser Art der Beurteilung schuldig gemacht und hatte meine Mitmenschen im stillen nach ihrem Wohlstand und ihren äußerlichen Fähigkeiten eingeschätzt. 

 Nun erkannte ich, wie ungerecht ich gewesen war und daß ich keine Ahnung hatte, wie diese Menschen hier lebten oder - wichtiger noch - was für ein Geist in ihnen wohnte.
 
Da fiel mir der Spruch ein:
>Denn die Armen sind stets bei dir, und wann immer du willst, kannst du ihnen Gutes tun.<

Doch dieser Gedanke beunruhigte mich.
  Warum haben wir die Armen stets bei uns ?  Warum kann der Herr nicht für alle sorgen ?  Warum konnte er nicht einfach den Anwalt dazu veranlassen, sein Geld mit anderen zu teilen ?  Wieder unterbrachen die Begleiter meine Gedanken.  Sie sagten:
>Engel wandeln unter euch, ohne daß ihr es merkt.<


 
Ich war verwirrt. 
 Dann halfen mir meine Gefährten zu verstehen.  Wir alle haben Bedürfnisse, nicht nur die Armen.  Und wir alle haben uns in der geistigen Welt dazu verpflichtet, uns gegenseitig zu helfen. 

 Doch wir sind zögerlich bei der Einhaltung der vor so langer Zeit getroffenen Vereinbarungen. 
 So schickt der Herr seine Engel zu uns, die uns führen und uns dabei helfen, unseren Verpflichtungen treu zu bleiben. 
 Er zwingt uns nicht, doch Er kann uns führen.
 
Ich fühlte mich nicht zurechtgewiesen, doch ich wußte, daß ich die Hilfe des Herrn für uns Menschen auf Erden gründlich mißverstanden und unterschätzt hatte.
  Er gewährt uns jede erdenkliche Hilfe, ohne dabei in unser persönliches Handeln und unseren freien Willen einzugreifen.
  Wir müssen bereit sein, einander zu helfen.

  Wir müssen bereit sein zu sehen, daß der Arme unsere Wertschätzung ebenso verdient wie der Reiche. 

 Wir müssen bereit sein, all unsere Mitmenschen anzunehmen, auch wenn sie anders sind als wir selbst.  Alle Menschen verdienen unsere Liebe und Freundlichkeit. 

 Wir haben kein Recht dazu, intolerant oder wütend zu sein oder uns von allem abzuwenden.  Wir haben nicht das Recht, auf andere herabzublicken oder sie in unserem Herzen zu verdammen.

  Das einzige, was wir von unserem irdischen Dasein mitnehmen können,
ist das Gute, das wir anderen getan haben. 

 Ich sah, daß all unsere guten Taten und freundlichen Worte zu uns zurückkommen werden, um uns nach diesem Leben auf hundertfache Weise zu endohnen. 
 Unsere Stärke liegt in unserem Mitgefühl.
 
Meine Gefährten und ich schwiegen einen Augenblick.
  Der Trinker war nun nicht mehr zu sehen.
  Meine Seele war erfüllt mit Verständnis und Liebe.
  Ach, wenn ich nur anderen so helfen könnte,
wie dieser Betrunkene seinem Freund ! 

 Ach, wenn ich nur anderen in meinem Leben zum Segen gereichen könnte ! 
 Meine Seele hallte wider vom Echo der kosmischen Wahrheit:

 Unsere Stärke liegt in unserem Mitgefühl.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 14:49

(15)
 
Das Gebet
 
 
Ich war voll Demut angesichts des Wissens, das mir über die Menschheit zuteil wurde, über den himmlischen Wert jeder einzelnen Seele.

  Mich dürstete nach mehr Licht und Wissen.
  Da taten sich die Himmel wieder auf und ich sah, wie sich der Erdball im All bewegte. 
 Von der Erde blitzten viele Lichter auf wie von Richtscheinwerfern.

  Einige waren sehr deutlich und erreichten den Himmel wie breite Laserstrahlen. 
 Andere glichen dem Licht einer winzigen Taschenlampe, und wieder andere waren kaum mehr als ein Funke. 

 Ich war überrascht zu hören, daß diese Kraftstrahlen die Gebete waren,
die die Menschen auf der Erde sprachen.

  Ich sah, wie Engel die Gebete eilends beantworteten. 
 Das Ganze war so angelegt, daß den Menschen so viel wie möglich geholfen werden konnte.

  Und während ihres >Einsatzes< flogen die Engel im wahrsten Sinne des Wortes von einem Menschen zum anderen, von Gebet zu Gebet, und ihre Arbeit erfüllte sie mit Liebe und Freude. 

 Sie waren überglücklich, uns zu helfen, und es erfüllte sie mit besonderer Freude, wenn jemand mit so viel Intensität und Glauben betete, daß ihm sofort geantwortet werden konnte. 
 Stets reagierten sie zuerst auf die helleren, größeren Gebete, und dann widmeten sie sich den anderen, immer der Reihe nach, bis alle beantwortet waren. 

 Mir fiel jedoch auf, daß unaufrichtige, heruntergeleierte Gebete
- wenn überhaupt -
nur sehr wenig Licht haben, und da ihnen die Kraft fehlt, bleiben viele unerhört.
 
Ich wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, daß alle Bitten und Fürbitten erhört und beantwortet werden. 
 Wenn wir in großer Not sind oder für andere Menschen beten, so senden wir direkte Lichtstrahlen aus, die sofort sichtbar sind.

  Ich erfuhr, daß es kein bedeutenderes Gebet gibt als das einer Mutter um ihr Kind. 

 Dies sind die reinsten Gebete, denn sie bringen ein intensives Verlangen zum Ausdruck und sind manchmal voll Verzweiflung.
  Eine Mutter kann ihr Herz ihren Kindern schenken und zu Gott mit aller Macht für sie beten.
  Wir alle tragen jedoch die Fähigkeit in uns,
 Gott mit unseren Gebeten zu erreichen.
 
Sobald wir unsere Bitten und Fürbitten zum Ausdruck gebracht haben, so erkannte ich, müssen wir sie loslassen und darauf vertrauen, daß Gott die Kraft hat, uns zu erhören.

  Stets kennt Er unsere Bedürfnisse, und Er wartet nur darauf, daß wir Ihn um Hilfe bitten.

  Er besitzt alle Macht, unsere Gebete zu erhören, doch Er ist an Seine eigenen Gesetze und an unseren Willen gebunden. 
 Wir müssen darum bitten, daß Sein Wille der unsere werde. 
 Wir müssen Ihm vertrauen. 
 Haben wir uns frei von allen Zweifeln mit einer ernsthaften Bitte an Ihn gewandt, so wird uns gegeben werden.
 
Unsere Gebete für andere sind sehr stark, doch sie können nur dann erhört werden, wenn sie nicht den freien Willen des anderen beeinträchtigen oder den Bedürfnissen des anderen zuwiderlaufen. 

 Gott muß uns eigenverantwortlich handeln lassen, doch Er ist auch bereit, uns in jeder möglichen Weise zu helfen.

  Ist der Glaube unseres Freundes schwach, so können wir ihn mit der Kraft unseres Geistes im wahrsten Sinne des Wortes aufrichten.  Im Falle einer Krankheit können wir ihm mit unseren Gebeten aus dem Glauben heraus oftmals die Kraft geben, die er braucht, um geheilt zu werden - sofern seine Krankheit nicht als Wachstumschance notwendig ist. 

 Kurz vor dem Tod eines uns nahen Menschen dürfen wir nie vergessen, darum zu beten, daß Sein Wille geschehe, denn sonst könnten wir dem Sterbenden seinen Übergang erschweren, indem wir in ihm widerstreitende Gefühle erwecken.

  Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie wir anderen helfen können.

  Wir können weit mehr für unsere Familie,
 unsere Freunde oder andere Menschen tun, als wir es normalerweise für möglich halten. 
 Das alles erscheint so einfach - auf den ersten Blick allzu einfach für mich. 

 Ich hatte immer angenommen, daß Beten eine stundenlange Prozedur sein müßte.
  Ich dachte, wir müßten beim Herrn ständig und immer wieder aufs neue bitten und betteln, bis schließlich etwas geschehen würde. 

 Ich hatte da mein eigenes System entwickelt.
  Ich bat Ihn zunächst um etwas, was ich zu brauchen glaubte. 

 Dann versuchte ich, Ihn zu beeinflussen mit dem Hinweis, daß es in Seinem eigenen Interesse sei, mir zu helfen.
  Wenn das nichts half, fing ich an zu handeln, indem ich die Verrichtung eines bestimmten Gehorsamsaktes oder die Erbringung eines Opfers anbot, um Seinen Segen zu verdienen. 

 Dann fing ich in meiner Verzweiflung an zu betteln, und wenn schließlich gar nichts anderes mehr half, bekam ich einen Wutanfall. 

 Mit diesem System waren meine Gebete weit weniger erhört worden, als ich es mir erhofft hatte.
  Nun verstand ich, daß diese Gebete ein Ausdruck von Zweifel waren. 
 Dieses Gehabe war das Ergebnis meines mangelnden Vertrauens in Seine Bereitschaft, mich allein um der Rechtmäßigkeit meiner Bedürfnisse willen zu erhören.

  Ich zweifelte an Seinem Sinn für Gerechtigkeit, und ich war mir noch nicht einmal sicher, ob Er mich überhaupt hörte. 
 All diese Zweifel schufen eine Barriere zwischen mir und Gott.
 
Nun verstand ich, daß Gott nicht nur unsere Gebete erhört, sondern zudem unsere Bedürfnisse bereits kennt, bevor wir uns ihrer bewußt werden. 

 Ich sah, daß Er und Seine Engel unsere Gebete bereitwillig aufnehmen.
  Ich sah, wie sehr sie sich darüber freuten. 
 Ich erkannte jedoch auch, daß Gott eine Gesamtschau hat, die wir nie nachvollziehen können. 
 Er sieht in unsere ewige Vergangenheit und Zukunft und weiß um unsere immerwährenden Bedürfnisse. 
 In Seiner großen Liebe beantwortet Er unsere Gebete aus Seiner ewigen und allwissenden Sicht heraus. 

 Er beantwortet alle Gebete auf optimale Weise.  Mir wurde klar, daß es unnötig ist, Begehren unablässig aufs neue vorzutragen, so als könne Er sie nicht verstehen. 

Wir brauchen Glauben und Geduld. 
 Er hat uns unseren freien Willen gegeben, und wenn wir zu Ihm beten, erlauben wir Seinem Willen, in unserem Leben zu wirken.
 
Ich verstand auch, wie wichtig es ist, Gott für das zu danken, was uns gegeben wurde.
  Dankbarkeit ist eine immerwährende Tugend.  Wir müssen beten voll Demut und nehmen voll Dankbarkeit.

  Je mehr wir Gott für Seine Segnungen danken, desto mehr öffnen wir den Weg für weitere Segnungen. 

 Öffnen wir unsere Herzen und unseren Geist, um Seine Segnungen zu empfangen, so werden wir bis zum Überströmen gefüllt. 

 Wir werden die Gewißheit erlangen, daß Er lebt.  Wir können selbst wie die Engel werden und denen helfen, die unseres Beistands bedürfen.  Wenn wir beten und dienen, scheint unser Licht ohne Unterlaß. 

 Im Dienen gießen wir Öl in unsere Lampen, die geschaffen sind aus Mitgefühl und Liebe.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 14:55

(16)
 
Der Rat
 
 
Meine Gefährten und ich weilten noch immer im Garten, und als ich mir meiner Umgebung wieder bewußt wurde, entzog sich mir der Blick auf die Erde. 

 Ich wurde aus dem Garten zu einem großen Gebäude geführt. 
 Beim Betreten war ich beeindruckt von seinen Details und der erlesenen Schönheit.
  Hier sind alle Bauwerke perfekt; jede Linie, jeder Winkel und jedes Detail steht in absoluter Harmonie mit dem Gesamtwerk, so daß ein Gefühl der Ganzheit oder Zwangsläufigkeit entsteht. 

 Hier ist jede Struktur, jede Einzelheit ein Kunstwerk. 
 Ich wurde in einen formvollendeten Raum von erlesener Ausstattung geführt. 
 Beim Betreten sah ich eine Gruppe von Männern, die entlang der Längsseite eines nieren-förmigen Tisches saßen. 
 Ich wurde hingeführt und stand ihnen nun gegenüber, dort, wo der Tisch eingebuchtet war.  Und etwas fiel mir sofort auf:
 Es waren insgesamt zwölf Männer zugegen
 - alles Männer und keine Frauen.

  Ich zähle mich eher zu den auf Unabhängigkeit bedachten Erdenbürgern und reagiere daher empfindlich auf Benachteiligungen der Frau in der Gesellschaft. 

 Ich machte mir Gedanken um die Gleichstellung und faire Behandlung der Frauen und hatte eine ganz eindeutige Meinung zu deren Fähigkeit, mit Männern zu konkurrieren und diesen gleichgestellt zu sein. 

 Ich hätte negativ reagieren können auf diesen Rat, in dem keine Frauen vertreten waren, doch ich fing an, die unterschiedlichen Rollen von Mann und Frau in einem neuen Licht zu sehen.

  Dieses neue Verständnis begann sich bereits in mir zu entwickeln, als ich bei der Erschaffung der Erde zugesehen hatte. 

 Ich hatte die Unterschiede zwischen Adam und Eva gesehen. 
 Mir war vor Augen geführt worden, daß Adam mit seinem Leben im Garten weitaus zufriedener war und Eva eine gewisse Rast- und Ruhelosigkeit in sich trug. 

 Sie wünschte sich so verzweifelt, Mutter zu werden, daß sie dafür sogar bereit war, das Risiko des Todes auf sich zu nehmen. 
 Eva war nicht der Versuchung anheimgefallen, sondern traf eine bewußte Entscheidung, um Bedingungen herbeizuführen, die für ihren Fortschritt notwendig waren, und auf ihre Initiative hin wurde Adam schließlich dazu bewegt, auch von der Frucht zu kosten. 

 Indem sie die Frucht kosteten, brachten sie den Menschen die Sterblichkeit und schufen damit die notwendigen Voraussetzungen für uns, Kinder zu haben - aber auch zu sterben.

  Ich sah, wie der Geist Gottes auf Eva ruhte, und ich erkannte, daß die Rolle der Frau auf Erden immer einzigartig sein würde. 

 Mir wurde klar, daß eine Frau aufgrund ihrer besonderen emotionalen Struktur für Liebe empfänglicher ist und den auf ihr ruhenden Geist Gottes ganzheitlicher empfinden kann. 

 Ich verstand, daß die schöpferische Mutterrolle ihr eine ganz besondere Beziehung zu Gott, dem Schöpfer, verleiht. 
 Gleichzeitig wurde mir aber auch bewußt, welchen Gefahren wir Frauen durch Satan ausgesetzt sind. 

 Er würde auf der Erde mit demselben Prozeß der Versuchung arbeiten, den er im Garten Eden eingesetzt hatte.

  Er würde versuchen, die Frauen in Versuchung zu führen, um Familien - und damit letztendlich die Menschheit-zu zerstören. 

 Dies beunruhigte mich, doch ich wußte, daß es stimmte.  Sein Plan war offensichtlich. 

 Er würde sich die Rasdosigkeit der Frauen und die Kraft ihrer Emotionen zunutze machen - jene Emotionen, die Eva die Macht gaben, Adam zu überreden, der mit seiner Situation durchaus zufrieden gewesen war. 

Ich erkannte, daß dies die eheliche Beziehung angreifen, Mann und Frau einander entfremden und ihr Heim mit Hilfe der Anziehungskraft von Sex und Habgier zerstören würde.

  Kinder würden Schaden nehmen durch ihr gestörtes Zuhause, und Frauen würden niedergedrückt von Furcht und womöglich auch Schuldgefühlen beim Anblick ihrer auseinanderbrechenden Familie - von Furcht und Angst vor der Zukunft. 

Furcht und Schuldgefühle würden die Frauen zerstören und die Erfüllung ihres göttlichen Auftrags auf Erden vereiteln. 

 Dieser Negativentwicklung, wurde mir gesagt, würden die Männer bald folgen. 

 Allmählich fing ich an, den Unterschied zwischen den Rollen von Mann und Frau zu begreifen, und ich verstand die Notwendigkeit und Schönheit dieser Rollen. 

 Mit diesem neuen Verständnis bereitete es mir keine Probleme, daß der Rat ausschließlich aus Männern bestand.  Ich fand mich damit ab, daß sie ihre Rolle hatten und ich die meine.  Die Männer strahlten Liebe für mich aus, und ich fühlte mich sofort wohl in ihrer Gegenwart.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 15:01

Sie steckten die Köpfe zusammen und berieten sich. 
 Dann ergriff einer der Männer das Wort. 
 Er erklärte, daß ich zu früh gestorben sei und zur Erde zurückkehren müsse.
  Ich fühlte, daß sie meine Rückkehr für wichtig hielten, um dort meine Aufgabe zu erfüllen, doch in meinem Herzen regte sich Widerstand. 

 Dies war mein Zuhause, und ich konnte mir kein Argument vorstellen, das mich zu seinem Verlassen hätte bewegen können. 

 Die Männer berieten sich nochmals und fragten mich dann, ob ich auf mein Leben Rückschau halten wolle. 
 Die Frage klang beinahe wie ein Befehl. 
 Ich zögerte. 
 Niemand möchte an diesem Ort der Reinheit und Liebe gerne auf sein sterbliches Leben zurückschauen. 
 Doch sie meinten, es sei wichtig für mich, dies zu tun, und so stimmte ich schließlich zu.

  Ein Licht erschien neben mir, und ich fühlte die Liebe des Erlösers an meiner Seite.
  Ich trat nach links, um meine Lebensrückschau zu sehen. 
 Sie fand dort statt, wo ich soeben gestanden hatte.
  Mein Leben erschien vor mir in Form von
 - wie könnte man es beschreiben ?  -
 etwas wie extrem konturenscharfen Hologrammen, die mit enormer Geschwindigkeit wiedergegeben wurden

.  Es überraschte mich, daß ich so viele Informationen in so kurzer Zeit in mich aufnehmen konnte.

  Mein Verständnis umfaßte wesentlich mehr,
 als meine Erinnerung an die einzelnen Ereignisse meines Lebens hätte reproduzieren können. 

 Ich durchlebte nicht nur meine eigenen Emotionen eines jeden Augenblicks,
sondern auch die meiner Mitmenschen. 
 Ich erfuhr, was sie über mich dachten und fühlten.
  Bisweilen wurden mir plötzlich bestimmte Dinge klar.  >Ja<,
 sagte ich mir dann,
>oh ja, jetzt ist mir alles klar.  Wer hätte das gedacht ?  Ja natürlich, so macht das Ganze Sinn.<

 Und ich erkannte die Enttäuschung, die ich anderen bereitet hatte, und ich mußte schmerzvoll das Gesicht verziehen, als mich ihre Gefühle der von mir verschuldeten Enttäuschung überfluteten.  Ich wurde das ganze Ausmaß des Leids gewahr, das ich verursacht hatte. 
 Ich fing an zu zittern. 
 Ich erkannte, wieviel Schmerz ich anderen mit meinen Wutausbrüchen und meiner üblen Laune bereitet hatte - einen Schmerz, den ich nun selbst durchlitt. 
 Ich sah, wie selbstsüchtig ich gewesen war, und mein Herz schrie nach Erlösung.

  Wie hatte ich nur so wenig einfühlsam sein können ?

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 15:09

Dann spürte ich inmitten meines Schmerzes, wie mich die Liebe der Männer des Rates durchdrang.  Sie betrachteten mein Leben voll Verständnis und Barmherzigkeit. 

 All meine besonderen Lebensumstände wurden in Betracht gezogen, meine Kindheit, meine Erziehung, die Schmerzen, die mir andere zugefügt hatten, die Möglichkeiten, die ich erhalten hatte oder die mir verwehrt geblieben waren. 

 Und ich erkannte, daß der Rat nicht über mich urteilte. 
 Ich selbst war es, die mich verurteilte.
  Die Liebe und Barmherzigkeit der Männer war absolut. 
 Der Respekt, den sie für mich empfanden, konnte durch nichts beeinträchtigt werden. 
 Ich war ganz besonders dankbar für ihre Liebe, als die nächste Phase meiner Lebensrückschau vor mir ablief.    
Hierbei wurde mir etwas gezeigt, was die Räte als >Wel-leneffekt< bezeichneten. 

 Ich sah, wie oft ich jemandem Unrecht getan hatte und wie sich dieser Mensch dann oftmals einem änderen zuwandte, um ihm ein ähnliches Unrecht zuzufügen. 

 Die Kette setzte sich fort von Opfer zu Opfer, wie ein Kreis von fallenden Dominosteinen, bis sie schließlich zu ihrem Ausgangspunkt - zu mir, dem Verursacher - zurückkehrte.

  Die Wellen breiteten sich aus und schlugen zurück. 
 Ich hatte wesentlich mehr Menschen verletzt,
 als mir bewußt war, und mein Schmerz wuchs, bis er unerträglich wurde. 
 Da näherte sich voller Besorgnis und Liebe der Erlöser. 
Sein Geist gab mir Kraft. 
>Du bist zu streng mit dir selbst<, sagte Er.  Darauf eröffnete sich mir die andere Seite des >Welleneffektes<. 
 Ich sah, wie ich Gutes tat
 - nur einen kleinen Akt der Selbstlosigkeit -
und wie sich auch hier die Wellen ausbreiteten.  Die Freundin, zu der ich gut gewesen war, tat einer ihrer Freundinnen etwas Gutes, und die Kette wiederholte sich. 

Ich sah, wie Liebe und Freude im Leben anderer zunahmen, und das nur wegen meines kleinen simplen Aktes der Güte. 

 Ich sah, wie ihre Freude wuchs und ihr Leben positiv beeinflußt wurde -manchmal auf beträchdiche Weise. 
 An die Stelle meines Schmerzes trat Glück. 
 Ich fühlte die Liebe, die sie empfanden, und ich fühlte ihre Freude. 

 Und alles aufgrund eines einzigen kleinen Aktes der Güte. 
Da keimte ein mächtiger Gedanke in mir, den ich im Geiste stets aufs neue wiederholte. 
 >Liebe ist wirklich das einzige, worauf es ankommt, und Liebe ist Glückseligkeit Dazu kam mir ein Bibelwort in den Sinn,
 >Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben<
(Johannes 10:10), und meine Seele strömte über vor Freude. 

 Das alles erschien mir so einfach.

  Wenn wir gut sind, empfinden wir Freude und Glück. 
 Und plötzlich fragte ich mich:
 >Warum habe ich das nicht schon früher gewußt ?  <
Da sprach Jesus oder einer der Männer zu mir.  Was ich hörte, drang tief in mich ein und änderte meine Art, mit Prüfungen und Widerstanden umzugehen, von Grund auf. 
> Du brauchtest sowohl die negativen als auch die positiven Erfahrungen auf Erden. 
 Bevor du Freude empfinden kannst, mußt du erst Leid erfahren.  AUch meine Erfahrungen bekamen damit eine neue Bedeutung.

  Ich erkannte, daß ich in meinem Leben nicht wirklich Fehler gemacht hatte. 
 Jede Erfahrung war ein Werkzeug für mein Wachstum. 
 Jedes Unglückserlebnis hatte mir geholfen, mich besser zu verstehen, bis ich schließlich lernte, solche Erfahrungen zu vermeiden. 
 Ich sah auch meine Fähigkeit wachsen, anderen zu helfen. 
 Und ich erkannte, daß viele meiner Erfahrungen von Schutzengeln arrangiert worden waren.  Einige Erlebnisse waren traurig, andere freudvoll, doch alle zielten darauf hin, Wissen zu erwerben.
 
Ich sah, daß mir die Schutzengel während all meiner Prüflingen zur Seite standen und mir halfen, wo immer sie konnten. 
 Manchmal war ich von vielen Schutzengeln umgeben, manchmal waren es nur ein paar, je nachdem, wie viele ich brauchte. 

 Während meiner Lebensrückschau stellte ich fest, daß ich die gleichen Fehler und falschen Handlungsweisen immer und immer wieder beging, bis ich meine Lektion endlich gelernt hatte. 
 Doch ich erkannte auch, daß sich mit fortschreitendem Wachstum immer mehr Tore für mich öffneten.  Und in der Tat:
 Diese Tore wurden geöffnet, denn vieles, was ich selbst getan zu haben glaubte, war mir durch göttliche Hilfe gegeben worden.
 
So empfand ich die Lebensrückschau schon bald nicht mehr als negative, sondern als positive Erfahrung. 

 Meine Selbsteinschätzung änderte sich, und ich sah meine Sünden und Unzulänglichkeiten in einem vieldimensiona-len Licht. 

 Ja, sie brachten mir und anderen Leid, doch sie dienten auch als ein Mittel, meine Denk- und Verhaltensweisen zu korrigieren.  Ich verstand, daß vergebene Sünden ausgelöscht werden.  Es ist, als würden sie überlagert von einem neuen Verständnis, von einer neuen Richtung im Leben.  Dieses neue Verstehen führt auf ganz natürliche Weise dahin, künftig nicht mehr zu sündigen.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 15:16

Ich verstand, daß Selbstvergebung der Anfang allen Ver-zeihens ist.

  Solange ich mir selbst nicht vergebe, ist es mir unmöglich, anderen wirklich zu vergeben.
  Und wir müssen anderen vergeben. 
 Wie wir austeilen, so bekommen wir zurück.
  Wenn ich Vergebung suche, muß ich Vergebung gewähren. 

So erkannte ich auch, daß Verhaltensweisen,
die mich an anderen am meisten störten
- und für die ich meinen Mitmenschen am wenigsten vergeben konnte -,
 so gut wie immer eigene, mehr oder weniger offene psychische Grundmuster waren.

  Andere Menschen führten mir meine eigenen bzw.  die potentiell in mir schlummernden Schwächen vor Augen, und ich fühlte mich von ihnen bedroht.
 
Ich erkannte, wie schädlich das Streben nach irdischen Dingen sein kann. 
 Wahres Wachstum ist immer spirituell, und weltliche Dinge wie Besitztümer und ungezügelte Gelüste ersticken den Geist. 

 Sie werden zu unseren Göttern und binden uns an das Fleisch, so daß wir nicht mehr frei sind, um die von Gott gewollten Erfahrungen des Wachstums und der Freude zu erleben.

  Noch einmal wurde mir vermittelt, daß es das Allerwichtigste im Leben sei, meine Mitmenschen so zu lieben wie mich selbst. 

 Doch um andere so wie mich selbst lieben zu können, mußte ich zunächst mich selbst wirklich lieben. 
 Die Schönheit und das Licht Christi waren in mir - Er sah es ! 

 Nun mußte ich in mir suchen, um es selbst zu finden. 
 Wie einem Gebot folgend, tat ich dies und erkannte, daß ich die natürliche Schönheit meiner eigenen Seele unterdrückt hatte. 

 Ich mußte sie wieder in ihrem ursprünglichen Glanz erstrahlen lassen.  Meine Lebensrückschau war beendet, die Männer saßen schweigend da und strahlten die absolute Liebe aus, die sie für mich empfanden. 

 Auch Jesus in seinem Lichte war gegenwärtig.  Die Rate kommunizierten miteinander und wandten sich dann an mich:
 >Du hast deine Aufgabe auf der Erde noch nicht erfüllt<, sagten sie.  >Du mußt zurückkehren.  Doch wir zwingen dich nicht.  Es liegt an dir.<

 Ohne zu zögern antwortete ich:
>Nein, nein.  Ich kann nicht zurückkehren.  Ich gehöre hierher.  Dies ist mein Zuhause.<
Ich sprach voll Überzeugung, in dem Bewußtsein, daß mich nichts dazu würde bewegen können, von hier fortzugehen.
 
Einer der Männer sprach mit ebensolcher Überzeugung:

>Deine Arbeit ist nicht vollendet.  Es wäre am besten, wenn du zurückkehrtest.<

 Oh nein, ich würde nicht zurückkehren !
  Als Kind schon hatte ich gelernt, wie man einen Kampf gewinnt, und nun griff ich auf all das zurück, was ich damals gelernt hatte. 

 Ich warf mich zu Boden und fing an zu weinen.  >Ich werde nicht zurückkehren<,
 jammerte ich.
 > Nie-mand kann mich dazu zwingen !  Ich bleibe hier, wo ich hingehöre.  Ich bin fertig mit der Erde !  <

 Jesus stand unweit von mir zu meiner Rechten, eingehüllt in sein gleißendes Licht. 
 Nun trat Er vor, und ich fühlte Seine Besorgnis.  Doch gleichzeitig war Er belustigt. 
 Er lächelte, und ich spürte Sein Verständnis für meinen Wunsch hierzubleiben. 
 Ich stand auf, und Er sprach zu den Räten:
 >Wir sollten ihr zeigen, wie ihre künftige Aufgabe aussieht.<

Dann wandte Er sich mir zu und sagte:
 >Wir geben dir jetzt deine Aufgabe zu erkennen, damit du dich besser entscheiden kannst.  Doch danach mußt du dich entschließen.  Wenn du zu deinem Leben auf Erden zurückkehren willst, wird deine Aufgabe und vieles von dem, was dir hier gezeigt wurde, aus deinem Gedächtnis gestrichen.<
 
Zögernd willigte ich ein, und mir wurde meine Aufgabe gezeigt. 
 Nachher wußte ich, daß ich zurückkehren mußte.  Obgleich mich der Gedanke daran, diese herrliche Welt des Lichtes und der Liebe verlassen zu müssen, mit Widerwillen und Ungewißheit erfüllte, zwang mich die Dringlichkeit meiner Aufgabe zur Rückkehr.

  Doch zuvor ließ ich mir von jedem einzelnen der Anwesenden ein Versprechen geben, auch von Jesus. 

 Ich bat sie, mir ihr Wort zu geben, mich heimzuholen, sobald meine Aufgabe erfüllt sei.  Ich wollte nicht eine Minute länger auf Erden bleiben als unbedingt notwendig.
  Denn mein Zuhause war doch hier. 
 Sie akzeptierten meinen Wunsch, und alles Notwendige für meine Rückkehr wurde veranlaßt.
 
Dann trat der Erlöser auf mich zu und brachte mir Seine Freude über meine Entscheidung zum Ausdruck. 
 Er betonte nochmals, daß ich mich bei meiner Rückkehr zur Erde nicht mehr daran erinnern würde, was mir über meine Aufgabe gezeigt worden war. 
 >Wenn du auf der Erde bist, darfst du nicht ständig darüber nachgrübeln, was deine Aufgabe ist<, sagte Er.  >Es wird alles zur rechten Zeit geschehen.<
 
>Oh, wie gut Er mich kennt !  <
dachte ich. 
 Würde ich mich nach meiner Rückkehr auf die Erde an meine Aufgabe erinnern, würde ich diese so schnell wie möglich (und wahrscheinlich ineffektiv) hinter mich bringen. 

 Und es geschah so, wie der Erlöser gesagt hatte.  Die Einzelheiten meiner Aufgabe wurden aus meinem Gedächtnis gelöscht.  Nicht der kleinste Hinweis ist mir geblieben, und sonderbarerweise habe ich nicht das Bedürfnis, viel darüber nachzugrübeln.
 
Und im Hinblick auf das Versprechen des Herrn, mich sofort nach Erfüllung meiner Aufgabe heimzuholen, klingen seine Worte noch jetzt in meinem Ohr:
 >Die Tage auf Erden sind gezählt.  Du wirst nicht lange dort sein, und dann wirst du hierher zurückkehren.<

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 15:18

(17)
 
Der Abschied


Plötzlich umringten mich Tausende von Engeln.  Sie waren voll Freude über meine Entscheidung zurückzukehren. 

 Ich hörte ihren Jubel, der mich mit Liebe und Zuversicht erfüllte.

 

Ich sah sie an, wie sie mich umringten, und mein Herz schmolz dahin vor Liebe, die ich für sie empfand, und sie hoben an zu singen.



  Nie - nicht einmal im Garten -

hatte ich Musik gehört, die mit diesen Klängen vergleichbar gewesen wäre.

  Sie war großartig, herrlich, ehrfurchtgebietend, und sie war nur für mich bestimmt. 

 Es war überwältigend. 

 Sie sangen ganz spontan, und ihr Lied entsprang nicht so sehr der Erinnerung als vielmehr dem, was sie unmittelbar wußten, unmittelbar fühlten.



  Ihre reinen Stimmen ließen jede Note klar und süß klingen. 

 Ich erinnere mich nicht an das Lied, das sie sangen, doch mir wurde gesagt, ich würde sie wieder singen hören.

  Ich weinte vor aller Augen und sog ihre Liebe und die himmlischen Klänge in mich auf

- ich konnte kaum glauben, daß eine so unbedeutende Seele wie die meine im Mittelpunkt solcher Verherrlichung stehen konnte.

  Und ich wußte, daß in der göttlichen Ewigkeit niemand unbedeutend ist.

  Jede Seele ist von größtem Wert. 

 Und als Demut und Dankbarkeit über mich kamen, eröffnete sich mir eine letzte Vision der Erde.

 

Die Himmel gaben den Blick frei auf die Erde mit ihren Milliarden von Menschen.

  Ich sah, wie sie um ihre Existenz kämpften, Fehler machten, Güte erfuhren, Liebe fanden, um ihre Toten trauerten, und ich sah, wie die Engel über ihnen schwebten.

  Die Engel kannten die Menschen bei ihren

Namen und wachten aufmerksam über sie. 

 Sie jubilierten, wenn Gutes getan wurde, und grämten sich über Fehler.

  Sie hielten sich bereit, um zu helfen, zu fuhren und zu schützen.



  Ich erkannte, daß wir buchstäblich Tausende

 von Engeln herbeirufen können, indem wir vertrauensvoll um ihren Beistand bitten. 



 Ich sah, daß wir alle in ihren Augen gleich sind, ob groß oder klein, begabt oder behindert, Führer oder Geführte, Heilige oder Sünder. 

 Wir alle sind wertvoll und werden aufmerksam behütet. 

 Ihre Liebe verläßt uns nie.

 

 

 

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 16:50

(18)
 
Meine Rückkehr
 
 
Es wurden keine Worte des Abschieds gesprochen.
  Ich war plötzlich wieder in meinem Krankenzimmer. 
 Die Tür war immer noch halb geöffnet, das Nachtlicht brannte über dem Waschbecken, und dort auf dem Bett unter den Laken lag mein Körper. 
 Ich schwebte über ihm und blickte auf ihn herab.  Sein Anblick erfüllte mich mit Grauen.
  Der Körper sah kalt und schwer aus;
er erinnerte mich an einen alten Overall, der durch den Schmutz gezogen worden war.
  Ich dagegen fühlte mich, als habe ich soeben eine lange, erfrischende Dusche genommen.

  Und nun sollte ich dieses schwere, kalte, schmutzige Kleidungsstück anziehen ! 

 Ich wußte, daß ich es würde tun müssen
 - ich hatte es versprochen -,
aber ich mußte mich beeilen. 
 Hätte ich auch nur eine Sekunde länger darüber nachgedacht, so hätte mich mein Mut verlassen, und ich wäre geflohen.
  Schnell schlüpfte mein Geist wieder in meinen Körper. 
 Nachdem ich mich erst einmal entschlossen hatte, folgte alles andere wie von selbst, und ich besaß kaum noch Kontrolle darüber. 
 Das erdrückende Gewicht und die Kälte des Körpers waren schrecklich. 
 Ich zuckte zusammen, als würde ich von Stromstößen geschüttelt.
  Ich fühlte wieder den Schmerz und das Leid meines Körpers und war äußerst deprimiert.  Nachdem ich die Glückseligkeit spiritueller Freiheit hatte erfahren dürfen, war ich erneut zur Gefangenen des Fleisches geworden.
 
Als ich eingeschlossen in meinem Körper lag, erschienen meine drei alten Freunde an meinem Bett.
  Meine geliebten Mönche, meine Geisthelfer, waren gekommen, um mich zu trösten.
  Ich war so entsetzlich schwach, daß ich sie nicht so begrüßen konnte, wie ich es gerne getan hätte.  Die drei waren meine letzte Verbindung zur Schönheit und Reinheit des Ortes, an dem ich geweilt hatte, und ich sehnte mich von ganzem Herzen danach, ihnen für ihre süße und ewige Freundschaft zu danken.

  Noch einmal wollte ich sagen:
> Ich liebe euch.<
Doch ich konnte nur aus meinen Augen schauen, die sich mit Tränen füllten, und hoffen, daß sie meinen Blick verstanden.
 
Es bedurfte keiner Worte; sie verstanden alles.  Sie standen schweigend neben mir. 
 Liebe ausstrahlend, sahen sie mir in die Augen und erfüllten mich mit einem Geist, der alle Schmerzen besiegte.

  In jenen Augenblicken vermittelten sie mir eine Botschaft, die mir als ein heiliges Zeichen unserer ewigen Freundschaft immer in Erinnerung bleiben wird.
  Sie spendeten mir Trost durch ihre Worte und ihre Anwesenheit. 
 Ich wußte, daß sie nicht nur meine Gefühle kannten, sondern auch den Weg meines neuen Lebens, den Schmerz, den ich empfinden würde über den Verlust ihrer Liebe, die Fehlschläge des irdischen Lebens und die schwierige Reise, die mir bevorstand. 

 Sie freuten sich über meine Entscheidung, zur Erde zurückzukehren. 
 Ich hatte die richtige Wahl getroffen.
  >Doch nun ruh dich erst einmal aus<,
 sagten sie.  Und sie schufen eine sehr friedvolle und beruhigende Atmosphäre, die mich durchströmte, so daß ich schon bald in einen tiefen, heilsamen Schlaf fiel. 
 Beim Einschlafen fühlte ich,
 wie ich von Schönheit und Liebe eingehüllt wurde.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 18:08

Ich weiß nicht, wie lange ich schlief. 
 Als ich meine Augen aufschlug, war es zwei Uhr morgens. 
 Seit meinem Tod waren über vier Stunden vergangen. 
Wieviel Zeit davon ich in der geistigen Welt verbracht hatte, wußte ich nicht, doch vier Stunden waren nicht annähernd genug für all das, was ich erlebt hatte. 

 Ich wußte nicht, ob die Arzte irgendwelche Maßnahmen zu meiner Wiederbelebung ergriffen hatten oder ob überhaupt jemand ins Zimmer gekommen war und mich gesehen hatte. 

 Ich fühlte mich nun ausgeruht, konnte aber
 meine tiefe Niedergeschlagenheit immer noch nicht abschütteln. 
 Dann begann ich, meine Erfahrung nochmals Revue passieren zu lassen, und empfand es wie ein Wunder, daß ich tatsächlich Jesus gesehen und Seine Liebe erfahren hatte.

  Neue Kraft stieg in mir auf, als ich über das Wissen nachdachte, das mir in Seiner Anwesenheit zuteil geworden war, und ich wußte, daß Sein Licht mir in Stunden der Not künftig Stärke und Trost spenden würde.
 
Gerade wollte ich meine Augen schließen, um wieder einzuschlafen, als ich sah, wie sich etwas an der Tür bewegte. 
 Ich versuchte, mich auf einem Ellenbogen aufzurichten, um besser sehen zu können;
 da erblickte ich eine Gestalt, die in mein Zimmer lugte. 
 Ich zuckte zurück vor Angst. 
 Da kam eine zweite Gestalt hinzu. 
 Es waren Wesen von unvorstellbar entsetzlicher und grotesker Art.
  Fünf von ihnen kamen durch die Zimmertür,
und ich war wie gelähmt vor Angst.

  Sie waren halb Mensch, halb Tier
 - klein und muskulös mit langen Klauen oder Fingernägeln und bestialischen, wenn auch menschlichen Gesichtszügen. 

 Sie bewegten sich auf mich zu, fauchend, knurrend und zischend.  Sie verströmten Haß, und ich wußte, daß sie mich töten wollten. 
 Ich versuchte zu schreien, doch ich war entweder zu schwach oder zu starr vor Angst, um mich zu bewegen.
  Völlig hilflos lag ich da, während sie bis auf etwa eineinhalb Meter an mein Bett herankamen.
 
Da plötzlich senkte sich eine riesige, gläsern wirkende Lichtkuppel über mich, und die Gestalten sprangen vor, als ob sie die davon ausgehende Bedrohung für sie erkannten. 

 Die Kuppel schützte mich, als diese wie wahnsinnig darauf einschlugen und versuchten, an ihr hochzuklettern, um von oben an mich herankommen zu können. 

 Doch die Kuppel war zu steil, um daran hochzuklettern, und sie wurden noch wütender.  Sie schrien und fluchten und zischten und fingen an zu spucken. 
 Mich ergriff blankes Entsetzen, und ich fühlte mich in meinem Bett wie in einer Falle.
  Die Gestalten gaben nicht auf, und ich wußte nicht, wie lange die Kuppel ihrem Angriff standhalten würde.  Mir war völlig unklar, worum es ging.
 
Als ich es kaum noch länger aushalten konnte und mich meine Angst zu überwältigen drohte, betraten meine drei geliebten Mönch-Freunde den Raum, und die Gestalten flohen.
  Meine jenseitigen Freunde sagten:
>Fürchte dich nicht, du bist geschützt.<
Und sie erklärten mir, daß die Mächte der Finsternis wütend seien über meine Entscheidung, zur Erde zurückzukehren, und mächtige Dämonen ausgesandt hatten, um mich zu zerstören. 

 Sie ließen mich wissen, daß mich die Kuppel unsichtbar umgeben würde, solange ich lebe. 

 Die Dämonen, so sagten sie, könnten erneut versuchen, mich anzugreifen, oder sich mir zeigen oder von sich hören lassen, doch die Kuppel würde mich schützen.
  >Zudem solltest du wissen<,
so fügten sie hinzu, >daß wir immer in deiner Nähe sind, um dir zu helfen und Mut zu machen.<
 Nur wenige Augenblicke später waren meine Freunde verschwunden.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 18:14

Dies war das letzte Mal, daß mich meine drei Geisthelfer besuchten.

  Ich nenne sie liebevoll meine Mönche, und ich weiß, daß sie bis in alle Ewigkeit zu meinen besten Freunden zählen. 
 Ich sehne den Tag herbei, an dem wir uns wieder in die Arme schließen und unsere immerwährende Freundschaft erneuern können. 

 Die Dämonen kehrten zurück, nachdem die Engel gegangen waren, doch die Kuppel hielt sie auf Abstand.
  Ich griff nach dem Telefon und rief meinen Mann an. 
 Als ich ihm von den Dämonen in meinem Zimmer berichtete, glaubte er, ich hätte Halluzinationen.  Er holte eine unserer Töchter ans Telefon, damit sie mit mir spreche, während er in aller Eile ins Krankenhaus fuhr. 

 Schon zehn Minuten später trat er durch die Zimmertür. 
 Er konnte die Gestalten in meinem Raum nicht sehen.  Er setzte sich auf meine Bettkante und hielt meine Hand, während ich versuchte, ihm zu erklären, was geschah.
 
Bald gaben die Gestalten ihren Angriff auf und verschwanden.
  Das war das letztemal, daß ich sie sah. 
 Ich war erleichtert und beruhigte mich wieder.  Dann versuchte ich, Joe etwas von meiner Todeserfahrung zu erzählen. 
 Wenn ich ihm auch damals nicht alle Einzelheiten berichtete, wußte er doch, daß etwas Bedeutsames geschehen war, und er brachte mir viel Liebe und Verständnis entgegen. 

 Zwar waren die Engel von mir gegangen,
 doch Joe war jetzt hier, und er tröstete und beschützte mich.
  Die Liebe, die er mir entgegenbrachte, war vielleicht nicht so stark wie die der Engel oder von Christus, doch sie war wundervoll und besänftigend. 
 Die Liebe, die wir Sterblichen füreinander empfinden, mag zwar unvollkommen sein, doch auch sie besitzt die Macht, zu heilen und uns aufzurichten.
 
Während Joe bei mir war, wanderte mein Geist mal in die eine, mal in die andere Welt, als sei meine Rückkehr noch nicht endgültig besiegelt.  Ich erinnere mich daran, daß sich Ärzte und Krankenschwestern um mich bemühten. 

 Ich wußte nicht, was sie taten oder wie lang sie blieben, doch ich fühlte, mit welcher Anspannung und Besorgnis sie sich um mich kümmerten.  Während dieser Zeit blickte ich weiter in die geistige Welt, und ich sah viele herrliche Dinge
 - Dinge aus dieser und aus jener Welt. 

 Dann hatte ich eine weitere machtvolle Erfahrung, nicht in Gestalt einer Vision, sondern eine Erscheinung. 
 Ein hübsches kleines Mädchen betrat den Raum.  Sie war nicht mehr als zwei oder drei Jahre alt und war das einzige Kind, das ich drüben gesehen hatte.

  Ein goldenes Licht ging von ihr aus, das sie wie ein Heiligenschein umgab und sie überallhin begleitete. 
 Sie schien sich stark zu Joe hingezogen zu fühlen, und als die Ärzte und Schwestern den Raum für einen Augenblick verlassen hatten, fragte ich ihn, ob er sie sehen könne.  Er sah sie nicht. 

 Sie bewegte sich mit der Grazie einer Ballerina, ging fast auf Zehenspitzen und machte zarte Gesten, so als würde sie tanzen. 
 Sofort faszinierte sie mich mit ihrer Spontanität und Fröhlichkeit. 

 Sie ging zu Joe und stellte sich auf seine Schuhspitze.
  Sie stand auf einem Bein, das andere nach hinten hinaufstreckend wie eine Ballerina, beugte sich vor und griff in seine Hosentasche.

  Ich war wie hypnotisiert von dieser Bewegung.  Ich fragte sie, was sie da tue.
  Sie drehte sich um und lachte verschmitzt, und ich wußte, daß sie mich gehört hatte. 
 Doch sie gab keine Antwort.
  Ich fühlte ihre innere Freude, die reine, überströmende Fröhlichkeit, die sie durchflutete.  Dann verschwand sie und kehrte nicht zurück.  Mir aber blieb sie unvergeßlich.
 
In den nächsten Stunden kamen die Schwestern und Ärzte ständig in mein Zimmer, um nach mir zu sehen. 
 Wenn sie sich auch wesendich intensiver um mich kümmerten als in der Nacht zuvor, sprachen weder Joe noch ich mit ihnen über meine Erfahrung.
  Am nächsten Morgen sagte einer der Ärzte:
 >Sie haben letzte Nacht einiges durchgemacht.  Können Sie mir sagen, was Ihnen widerfahren ist ?  <
Ich hatte das Gefühl, ihm nichts Näheres sagen zu wollen, und meinte nur, es seien Alpträume gewesen.
  Ich merkte, daß es mir schwerfiel, über meine Reise ins Jenseits zu sprechen, und lange Zeit wollte ich nicht einmal Joe Einzelheiten darüber mitteilen. 

 Wenn ich darüber sprach, schien ich es zu verwässern. 
 Die Erfahrung war mir heilig.
  Erst nach einigen Wochen berichtete ich Joe und meinen älteren Kindern Näheres. 
 Sie standen sofort hinter mir und zerstreuten die Angst, die ich davor gehabt hatte, meiner Familie zu erzählen, was geschehen war. 
 Es gab einiges, was ich in den kommenden Jahren lernen und woran ich wachsen mußte. 
 In der Tat sollten sich die nun folgenden Jahre als die schwierigsten in meinem Leben erweisen.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 18:15

(19)
 
Meine Genesung


Ich verfiel in eine tiefe Depression.

  Ich konnte die Schönheit und den Frieden der geistigen Welt nicht vergessen und sehnte mich schrecklich danach, dorthin zurückzukehren.



  Angesichts des geschäftigen irdischen Treibens rings um mich her bekam ich auf einmal Angst vor dem Leben, und bisweilen haßte ich es gar so sehr, daß ich darum betete, sterben zu dürfen.

  Ich bat Gott, mich heimzuholen, mich bitte, bitte aus diesem Leben und der mir unbekannten Aufgabe zu entlassen.



  Ich entwickelte eine Agoraphobie und hatte Angst, das Haus zu verlassen. 

 Es gab Zeiten, da blickte ich aus dem Fenster zum Briefkasten hinüber und wünschte mir, ich könne den Mut aufbringen, dorthin zu gehen. 

 Ich versank in mich selbst und starb einen langsamen Tod, und wenn Joe und die Kinder mich auch in jeder Hinsicht unterstützten, so wußte ich doch, daß ich mich langsam von ihnen entfernte.

 

Gerettet wurde ich letztendlich durch die Liebe, die ich für meine Familie empfand.

  Mir wurde klar, daß mein Selbstmitleid ihnen gegenüber nicht fair war.

  Ich mußte mich wieder dem Leben zuwenden, mich dazu zwingen, die geistige Welt hinter mir zu lassen, und mich wieder auf den Weg machen.

  Ich zwang mich dazu, das Haus zu verlassen, und nahm nach und nach wieder Anteil am Leben meiner Kinder - Schule, Wohltätigkeitsorganisationen,

Kirchengruppen, Camping,

 Ferien mit der Familie und so weiter. 

 Das geschah nicht plötzlich, doch mit der Zeit konnte ich das Leben wieder genießen. 



 Wenn auch mein Herz die geistige Welt nie wirklich verließ, so flammte doch meine Liebe zu diesem Leben wieder auf und wurde starker denn je.

 

Fünf Jahre nach meiner Todeserfahrung regte sich in mir der Wunsch, ins Krankenhaus zu gehen, um herauszufinden, was mit mir in jener Nacht physisch geschehen war.

  Bis dahin hatten die Ärzte mir gegenüber nie etwas darüber erwähnt, und ich hatte nicht nachgefragt. 

 Ich hatte mit mehreren Freunden über meine Erfahrung gesprochen, und sie alle schienen das gleiche wissen zu wollen:

 >Wußten denn die Ärzte, daß du tot warst ?  < Ich brauchte keine ärztliche Bestätigung dafür, daß ich gestorben war -Jesus selbst hatte mir ja gesagt, daß dies so sei -, doch meine Freunde wollten eine Bestätigung. 



 Ich vereinbarte einen Termin mit dem Arzt, der mich operiert hatte, und begab mich in seine Praxis. 

 Das Wartezimmer war überfüllt, und die Helferin erklärte mir, ihr Chef sei hinter seinem Zeitplan zurück. 

 Ich hatte ein schlechtes Gewissen, seine wertvolle Zeit in Anspruch zu nehmen-all die anderen Patienten benötigten ihn wahrscheinlich dringender als ich. 



 Trotzdem wartete ich und wurde schließlich in sein Sprechzimmer geführt. 

 Als er eintrat, erkannte er mich sofort wieder und fragte, was er für mich tun könne.

  Ich verwies auf die Operation, und er sagte, er erinnere sich noch daran. 

 Dann erklärte ich ihm, daß ich alles über eventuelle Komplikationen wissen müsse, zu denen es in der Nacht nach der Operation gekommen sei. 



 Als er fragte, warum ich das wissen wolle, erzählte ich ihm Teile meiner Erfahrungen.  Darüber vergingen fünfundvierzig Minuten. 



 Das Wartezimmer war noch immer zum Bersten gefüllt, doch der Arzt machte keine Anstalten, unser Gespräch zu unterbrechen. 



 Ich beschloß meinen Bericht mit dem Hinweis, daß ich ihn nicht für irgend etwas haftbar zu machen gedenke;

ich wolle nur erfahren, was schiefgegangen war, und erklärte ihm, wie wichtig es mir war, alles darüber zu wissen. 



 Er erhob sich wortlos und ging zu seinem Akten-schrank hinüber. 

 Als er zurückkam, standen Tränen in seinen Augen. 

 Ja, meinte er, es sei in jener Nacht zu Komplikationen gekommen;

man habe mich tatsächlich eine Zeitlang >verloren<, es aber dann für besser gehalten, mir nichts darüber zu sagen. 



 Er erklärte mir, was geschehen war:

 Bereits bei der Operation war es zu einer Blutung gekommen, und offenbar hatte sich während der Nacht eine weitere Blutung eingestellt.



  Zum Zeitpunkt meines Todes war ich wegen des Schichtwechsels der Krankenschwestern allein im Zimmer gelassen worden, und weil niemand zugegen war, wußte man auch nicht ganz genau, wie lange ich tot gewesen war.



  Die Ärzte und Schwestern bemühten sich um mich.  Ich bekam zunächst eine Spritze und dann die ganze Nacht über bis hinein in den Morgen weitere Medikamente und Infusionen.

  Aus den Worten des Arztes entnahm ich,

 daß er und seine Mitarbeiter alles menschenmögliche für mich getan hatten.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 18:54

Dann fragte ich den Arzt, warum er weine, und er sagte, es seien Tränen des Glücks.

  Erst vor kurzem hatte er einen geliebten Menschen verloren, und meine Geschichte gab ihm Hoffnung.
  Meine Erfahrung einer Welt jenseits der unseren spendete ihm Trost. 
 Er sagte auch, daß einer seiner Patienten einige Jahre zuvor von einem ähnlichen Erlebnis berichtet habe und daß viele der Einzelheiten übereinstimmten.
  Er war beruhigt zu wissen, daß das Leben nicht mit dem Tode endet und daß wir unsere Angehörigen wiedersehen werden. 
 Ich versicherte ihm, daß es allen Grund gab, auf ein herrliches Leben jenseits unseres irdischen Daseins zu hoffen -weit herrlicher,
als wir es uns vorstellen können. 

 Als ich die Praxis des Arztes verließ, fühlte ich mich frei. 
Ich konnte die Einzelheiten meines physischen Todes für immer hinter mir lassen. 
 Und anderen konnte ich mit gutem Gewissen sagen, was ich schon immer gewußt hatte:
Ich war wirklich gestorben und dann zurückgekehrt !

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 19:03

(20)
 
Mein ganz persönlicher Engel
 
 
Ein Jahr nach dem Besuch bei meinem Arzt, also sechs Jahre nach meiner Erfahrung, kam meine Schwester mit einem ungewöhnlichen Anliegen zu mir. 

 Sie berichtete von einer Frau, die schwanger war und ihr Kind zur Adoption freigeben wollte.  Sowohl die Frau als auch ihr Mann waren Alkoholiker, und bereits früher war ihnen wegen ähnlicher Probleme ein Kind weggenommen worden.
  Leider hatte die Familie, in der das erste Kind lebte, zu viele eigene Kinder und konnte das neue Baby nicht auch noch aufnehmen.
  Da es sich um Indianer handelte, sollte für das Kind eine indianische Familie
- nach Möglichkeit innerhalb der weidäufigen Verwandtschaft -
gefunden werden.
 
Dorothy wußte, daß ich seit einiger Zeit niedergeschlagen war, und meinte, es würde mir guttun, mich um ein weiteres Baby
-es wäre mein achtes Kind - zu kümmern. 
 Sie sagte, man brauche jemanden, bei dem man die Kleine ein paar Monate lang unterbringen könne.
  Ich sprach mit Joe und den Kindern darüber,
und obwohl ich mich kurz zuvor an der Abendschule eingeschrieben hatte,
 um meinen College-Abschluß nachzuholen,
 zog ich das Angebot ernsthaft in Erwägung.  Meine Tochter Cheryl war schwanger und versprach mir, jeden Tag zu kommen und mir zu helfen, um selbst erste Erfahrungen in der Säuglingspflege zu sammeln. 

 Joe meinte, er habe nichts dagegen, wieder einmal etwas Kleines im Arm zu halten
- unser jüngstes Kind war damals zwölf. 
 Ich stimmte also zu, und als die Sozialarbeiterin das kleine Mädchen zu uns brachte, war bereits alles vorbereitet.

  Wir hatten die alte Wiege hervorgeholt und anderes Babyzeug bereitgelegt, das wir noch von unseren eigenen Kindern hatten.

  Ich fühlte mich sofort zu dem Kind hingezogen, und es entstand eine Verbindung,
die - so wurde mir bewußt -
 nur schwer wieder zu lösen sein würde.

  Ich rief mir ständig in Erinnerung, daß das Baby nur für kurze Zeit bei uns bleiben sollte, doch was mein Kopf mir da sagte, konnte mein Herz nicht annehmen.

  Die Behörden hatten Probleme, geeignete Adoptiveltern innerhalb der Verwandtschaft des Kindes zu finden. 

 Zwei Monate vergingen. 

 Meine Tochter brachte einen Sohn zur Welt,
und ich besuchte sie so oft wie möglich,
 immer in Begleitung meiner Pflegetochter. 
 Sie war fröhlich, aufgeweckt und immer zum Schmusen aufgelegt.

  War sie krank oder wollte sie getröstet werden, so schmiegte sie sich eng an meine Schulter und ich blies ihr meinen Atem ins Gesicht.
  Selbst wenn gar nichts anderes half, konnte ich sie damit meistens beruhigen.
  Natürlich war sie der Liebling der ganzen Familie.
  Morgens entführten unser Zwölf- und unser Vierzehnjähriger sie aus ihrer Wiege, um mit ihr im Wohnzimmer zu spielen.
 
Mit zehn Monaten fing sie an zu laufen, und ihre braune Haut war so gesund und frisch, wie man es sich nur wünschen konnte.
  Jeden Morgen rieb ich sie mit Körperlotion ein, bis ihre Haut so sanft wie Seide war, und den ganzen Tag duftete sie herrlich. 
 Im Laufe der Monate wuchs meine Liebe zu ihr, und schon bald vergaß ich, daß sie nicht mein eigenes Kind war.
 
Als die Kleine zehneinhalb Monate alt war, meldete sich die Sozialarbeiterin bei mir und teilte mir mit, man habe in einem anderen Bundesstaat Adoptiveltern gefunden. 

 Diese würden in ein paar Tagen kommen, um das Kind abzuholen. 
 Ich war fassungslos. 
 Joe und ich hatten eine Erklärung unterschrieben, daß wir keine Adoption beabsichtigten, und nun war ich verzweifelt.

  Ich hatte die ganze Zeit über gewußt, daß ich das Kind nicht behalten konnte, doch nun empfand ich einen Schmerz, wie ihn nur eine Mutter empfinden kann
- ich sollte mein Kind verlieren !
 
Wie benommen packte ich ihre Kleidung zusammen. 
 Ich hörte kaum, wenn mich jemand ansprach.  Tausend Fragen rasten durch meinen Kopf, doch ich fand keine Antworten darauf. 
 Nie hatte ich geglaubt, daß ich mich emotional so sehr an das Kind binden würde
- daß ich es so sehr lieben würde. 
 Wie hatte das passieren können ?
  Wo blieb meine Fähigkeit loszulassen ?
  Als die neuen Eltern vor dem Haus vorfuhren, trug ich die Kleine hinaus zu deren Wagen. 

 Zuerst dachte sie, wir wülden irgendwo hingehen, und sie schmiegte sich fröhlich an mich und winkte den anderen zum Abschied.

  Die waren genauso fassungslos wie ich. 

 Die Adoptiveltern warteten im Auto und sagten nichts. 
 Ich war ihnen dafür dankbar. 
 Niemand hätte damals ein tröstendes Wort für mich finden können. 
 Als die neue Mutter meinem Baby ihre Arme entgegenstreckte, schnürte es mir die Kehle zu.  Ich wollte mit dem Kind davonlaufen, laufen und nie wieder stehenbleiben. 
 Doch meine Beine folgten mir nicht.
  Sie waren schwach und zitterten. 
 Das Baby merkte, daß man es mir wegnehmen wollte, und fing an zu schreien.
  Mir brach das Herz.
  Als das Auto davonfuhr, stand ich regungslos da.  Der Anblick meiner geliebten Kleinen, die ihre Hände nach mir ausstreckte, brannte sich in meine Seele ein.

  Ich konnte nicht mehr und rannte ins Haus;
 das Bild überwältigte mich. 
 Es sollte mich über die nächsten Monate hinweg quälen.
  Alles und jedes im Haus erinnerte mich an sie - das Klavier, an dem sie so gerne gesessen und >Mamasein< gespielt hatte,
 der Laufstall mit den Spielsachen,
 die Wiege mit dem leeren Fläschchen. 
 Und dann war die ungewohnte Stille.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 19:11

Nach drei Monaten konnte ich es nicht länger ertragen, und ich betete zu Gott, sie mir wieder heimzuschicken.

  Die Erinnerung war zu tief, zu frisch, zu schmerzlich. 
 Niemand sprach von ihr, doch ich wußte, daß die ganze Familie um sie trauerte. 
 Wir alle brauchten sie. 
 Eines Abends vor dem Einschlafen, als mein Geist gebrochen war in der Erkenntnis, daß sie nie mehr zurückkehren würde, betete ich für ihre neue Familie. 

 Ich bat unseren Vater im Himmel um Seinen Segen für die neuen Eltern und daß sie sie glücklich machen mögen. 

 Ich bat um Seinen Segen, daß sie ihre neue Umgebung akzeptieren und dort Seelenfrieden und Glück finden möge. 

 Ich betete von ganzem Herzen für die Eltern und ihre kleine Tochter. 

 Dann - als ich mich endlich ganz in die Hand des Herrn gegeben hatte - schlief ich ein.

  In jener Nacht wachte ich auf, als ein Bote aus der geistigen Welt an mein Bett trat.
  Er sagte mir, daß es meinem Baby in seinem neuen Zuhause nicht gutgehe und daß sie mir zurückgegeben würde.
  Er erklärte, jemand würde mich anrufen und mir sagen:
 >Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht.<
 Ich konnte die ganze Nacht nicht mehr einschlafen.
 
Die nächsten beiden Wochen ging ich nicht aus dem Haus. 
 Jedesmal, wenn das Telefon klingelte,
 stürzte ich hin, denn ich wartete auf den angekündigten Anruf. 
 Ich erzählte Dorothy von der Botschaft, die ich erhalten hatte, doch ich konnte mich nicht dazu überwinden, mit den anderen in der Familie darüber zu sprechen
- nicht einmal mit Joe.

  Ich hatte das Gefühl, ihre Geduld bereits mehr als genug strapaziert zu haben. 
 Sogar Dorothy machte sich Gedanken über mich.  Eines Morgens klingelte das Telefon. 
 Es war noch sehr früh, und ich hörte eine Stimme, und die sprach ganz deutlich:
> Hallo Betty, hier ist Ellen.  Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht.<
Ich setzte mich im Bett auf und schrie:
 >Warte !  Warte einen Augenblick !  <
 Ich hatte noch geschlafen und glaubte zu träumen. 
Ich kroch aus dem Bett und sah mich im Spiegel an, um ganz sicher zu sein, daß ich wach war.  Dann griff ich wieder nach dem Hörer und sagte:

>Also gut, ich höre.<
Mein Herz klopfte mir bis zum Hals. 
 Die Stimme fuhr fort und erklärte mir, meine Kleine sei im Krankenhaus. 
 >Sie konnte sich nicht an die neue Familie gewöhnen<,
sagte Ellen, >und sie schrie die ganze Zeit.  Du warst zehn Monate lang ihre Mama, und sie sehnt sich nach dir.<

 Das Geschrei, so fuhr Ellen fort, habe zu einer starken nervlichen Belastung der Eltern geführt.  Eines Nachts seien die Eltern betrunken gewesen und hätten die Kleine in einem Anfall von Wut geschlagen und die Treppe hinuntergeworfen.  Das Kind habe man daraufhin in ein Krankenhaus gebracht und dort allein zurückgelassen.

  Sie liege dort seit zwei Wochen und ihr Zustand sei kritisch. 
Sie spreche auf keinerlei Behandlung an, und nach Ansicht der Arzte seien ihre Heilungschancen angesichts ihres bedenklichen emotionalen Zustands nicht sehr positiv zu bewerten.
  Schließlich sagte Ellen:
 >Betty, du bist unsere letzte Hoffnung.  Wir wissen, daß es viel verlangt ist, doch könntest du sie bitte noch eine Zeitlang bei dir aufnehmen, zumindest so lange, bis es ihr bessergeht ?  <
 
Ich fühlte mich ganz schwach und mußte erst einmal tief Luft holen. 
 >Kann ich dich gleich zurückrufen ? 
 < fragte ich.  Dann hängte ich ein.  Es war halb acht Uhr morgens und Joe war bereits zur Arbeit gegangen. 
 Ich rannte zur Treppe und rief nach den Kindern.  Ich sagte, ich habe eine wunderbare Neuigkeit zu berichten, doch dann konnte ich nichts mehr sagen. 

Mein Hals war wie zugeschnürt, und ich brachte kein Wort mehr heraus. 
Die Kinder kamen mit mir zum Telefon und hörten zu, als ich Joe anrief und versuchte, ihm zu erzählen, was geschehen sei.

  Er meinte, er würde sofort nach Hause kommen.  Seine Stimme klang ruhiger als meine, und das besänftigte mich. 
 Langsam kam ich wieder zu mir. 
 Da fiel mir ein, daß ich Ellen noch keine Antwort gegeben hatte. 
 Ich wählte ihre Nummer, und auf einmal ergriff mich Panik. 
 Hoffentlich hatte ich sie nicht falsch verstanden ! ? 

 Was, wenn das Ganze nur ein Mißverständnis war ? 
 Als sie sich meldete, bat ich sie, mir alles noch einmal zu erklären. 
 Das tat sie dann auch, und sie fügte hinzu,
 daß sie noch heute in die Stadt fliegen werde,
 in der die Kleine sich jetzt befand.
  Ich sagte, ich würde mit ihr kommen, doch sie meinte, das sei nicht angebracht, ich solle lieber hier warten.
  Doch sie hatte mir gesagt, wo das Kind war,
 und so setzte ich mich sofort nach unserem Gespräch mit einem Reisebüro in Verbindung und buchte einen Platz in derselben Maschine wie sie.  Dann rief ich sie noch einmal an und sagte ihr, daß ich sie begleiten würde. 

 Widerstrebend antwortete sie, wir würden uns am Flughafen treffen.
  Einer ihrer Sozialarbeiter-Kollegen würde in der anderen Stadt auf uns warten und uns das Kind übergeben.
  Der Flug dauerte mir viel zu lange, und als wir endlich angekommen waren, rannte ich zur Wartehalle und suchte in der Menge nach meinem Kind.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 19:22

Ich wußte, daß ein männlicher Kollege von Ellen das Kind übergeben sollte, weshalb ich Ausschau hielt nach einem einzelnen Mann mit einem Kind.  Ich konnte sie nicht entdecken und geriet in Panik. 
 Ich wußte ganz genau, wie die Kleine aussah.  Warum konnte ich sie nicht finden ?
  Dann plötzlich entdeckte ich sie, doch die Armchen des Babys sahen ganz anders aus, als ich sie in Erinnerung hatte. 
 Dennoch wußte ich, daß sie es war. 
 >Da ist mein Baby ! <
hörte ich mich schreien, als ich hinüberrannte und dem Sozialarbeiter das Kind aus den Armen riß.
 
Die Kleine hatte fast alle Haare verloren.
  Ihre Augen waren geschwollen, und an einer Augenbraue hatte sie eine blutunterlaufene Verletzung. 
 Sie erkannte mich sofort und klammerte sich fest mit ihren beiden Armchen und ihren kleinen Beinen an mich. 
 >Was haben sie getan ?  Was haben sie nur getan ?  <
weinte ich. 
 Der Sozialarbeiter wunderte sich, wer diese sonderbare schluchzende Frau sei, die ihm das Baby aus den Armen gerissen hatte.
  Doch Ellen war mir gefolgt, und sie erklärte ihm, daß alles in Ordnung sei, denn ich sei die Mutter des Kindes.
  Bei unserer Rückkehr warteten Joe und alle sechs Kinder am Flughafen auf uns.
  Ihre Augen leuchteten und füllten sich mit Tränen, als sie das kleine Bündel in meinen Armen sahen. 

 Als die Kleine sie entdeckte, ließ sie sich von jedem einmal auf den Arm nehmen, denn alle wollten sie einmal halten.
  Doch sie hielt es dort immer nur für kurze Zeit aus und wollte zwischen all den Umarmungen immer wieder zurück auf meinen Arm.
  Sie klammerte sich an mich, als ob ihr Leben von meiner Existenz abhinge.    
 
Die nächsten Monate ließ sie mich nicht aus den Augen. 
 Uns wurde bewußt, welcher Schaden ihrem zerbrechlichen Wesen zugefügt worden war.
  Sie sprach mit niemandem, weigerte sich zu laufen, und ihr Gesicht war ausdruckslos.
  Sie gab nur dann einen Laut von sich, wenn ich sie allein ließ.
  Dann schrie sie so lange, bis ich zurückkam.  Schließlich wickelte ich sie in ein Tragetuch und band sie mir an den Körper, um so wenigstens meine Hausarbeit verrichten zu können.

  Ein paar Monate lang blieben wir so aneinandergebunden. 
 Ich stellte ihr Bettchen neben meinem Bett auf und begab mich abends sehr früh zur Nachtruhe, denn sie weigerte sich einzuschlafen, wenn ich nicht in ihrer Nähe war. 

 Anfangs stand ihr Bettchen direkt neben mir,
 und ich faßte durch die Gitterstäbe und hielt ihre Hand, bis sie eingeschlafen war. 
 Im Laufe mehrerer Monate schob ich das Bettchen immer weiter weg, jede Nacht ein Stückchen, bis sie schließlich auf der anderen Seite des Raumes schlief.

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-10-31, 19:33

Joe und ich hatten einen Anwalt damit beauftragt, sofort das Adoptionsverfahren einzuleiten. 

 Wir hatten sie außerdem zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht, um die an ihr verübte Mißhandlung dokumentieren zu können. 

 Neben den offensichdichen Platzwunden und blauen Flecken waren ein Armbruch,
Dehydration und Fehlernährung festzustellen.  Hinzu kamen Entzündungen der Kopfhaut an den Stellen, wo man ihr büschelweise die Haare ausgerissen hatte. 
 Ihr mentaler Zustand ließ sich nur erahnen,
 doch die Tatsache, daß sie sich verzweifelt an mich klammerte und alle anderen zurückwies, ließ auf tiefes Mißtrauen schließen. 

 Die Arzte erkannten, daß ihre Gesundheit von den beständigen, stabilen Familienverhältnissen abhing, die sie bei uns erlebte. 
 Das Gericht befaßte sich mit der Angelegenheit und prüfte alle Beweise.
  Schon bald erging das Urteil:
 Sie wurde uns zugesprochen. 
Joe wollte ihren Namen ändern, ihr den liebsten Namen geben, den er kannte,
 und obgleich ich dagegen war,
wurde ich von der Familie überstimmt. 

 Die Ähnlichkeiten unserer Persönlichkeitsstruktur und die tiefe Verbundenheit, die wir füreinander empfanden, waren allzu offensichtlich.
  Das Kind wurde offiziell nach mir in Betty Jean umbenannt.
  Mit zweieinhalb Jahren war die kleine Betty sowohl physisch als auch emotional voll wiederhergestellt. 
 Sie wurde wieder zum liebenswertesten und verspieltesten Geschöpf im Haus und überraschte uns ständig mit ihrem Humor.
  Eines Nachmittags rannte sie zu Joe hinüber.
  Ein verschmitztes Lächeln huschte über ihr Gesicht.
  Sie stellte sich mit einem Bein auf seine Schuhspitze, warf das andere Bein nach hinten hoch und griff- balancierend wie eine Ballerina - mit der Hand in seine Hosentasche.

  Es lief mir kalt den Rücken hinunter, als die Erinnerung siedend heiß in mir hochstieg.
  Klein Betty lachte, und ihre Stimme klang wie die jenes kleinen Mädchens, das uns Jahre zuvor im Krankenzimmer Gesellschaft geleistet hatte, als Himmel und Erde eins zu sein schienen.

  Auf einmal sah und verstand ich mehr. 

 Die Vision einer jungen Frau stieg wieder in mir auf-eine Erinnerung an ein schönes, energievolles Geistwesen, das einst darauf gewartet hatte, zur Erde kommen zu dürfen. 
 Ich erinnerte mich an sie als jenes junge Geistwesen, mit dem ich in einer früheren Zeit verbunden war, jenes Wesen der geistigen Welt, das mich mit seiner Schönheit und Energie in seinen Bann gezogen hatte. 

 Ich fühlte die Tränen in mir aufsteigen, als sich plötzlich all das Wissen um diesen geliebten Engel zu einem Bild formte. 

Ich hatte sie als Kind in der geistigen Welt
 sehen dürfen. 
 Nun wußte ich, warum man sie mir als erwachsenen Geist gezeigt hatte, der sich anschickte, zur Erde zu kommen. 

 Und ich wußte auch, daß sie-nachdem sie wegen meiner Hysterektomie nicht als mein leibliches Kind hatte geboren werden können
- einen anderen Weg gefunden hatte, um an meinem Leben teilzuhaben.

  Jetzt wußte ich auch, was mich dazu veranlaßt hatte, sie als Baby aufzunehmen.  Wir waren von jeher die besten Freundinnen, Ewigkeiten voll von Erfahrungen lagen hinter uns und Ewigkeiten vor uns.
 
Seit jenen Erlebnissen sind einige Jahre vergangen. 
 Meine Kinder sind erwachsen geworden,
und die meisten sind aus dem Haus.
  Sie haben ihre eigenen Familien gegründet und sich auf ihren Individuationsweg begeben.

  Joe und ich versuchen natürlich, ihnen in schwierigen Situationen zu helfen, doch wir wissen, daß wir nicht ihr Leben für sie leben können. 

 Wir haben erkannt, daß sie himmlische Geschöpfe sind wie wir selbst, die auf der Erde sind, um irdische Erfahrungen zu sammeln. 

 Wir können ihnen ihre Sorgen nicht abnehmen und ihr Glück nicht planen.
  Wir können ihnen einzig und allein eine Familie bieten und ihnen unsere Liebe geben.

  Seit dem 18. November 1973 wurden mir weitere Erfahrungen zuteil, auf die ich hier jedoch nicht näher eingehen möchte. 
 Es dauerte neunzehn Jahre und bedurfte unzähliger Anstöße, bis ich mich dazu durchringen konnte, in diesem Buch über meine Erfahrungen zu berichten. 
 Alles hat seine Zeit, und für dieses Buch ist jetzt die rechte Zeit.
 
Oft habe ich mich gefragt, worin meine Aufgabe besteht, doch ich erhielt keine Antwort. 
 Mir wurde nur eindrücklich vor Augen geführt, daß ich im Lichte Jesu Christi lebe und immer wieder Seine Liebe in meinem Leben annehmen muß. 
 Wenn ich das tue, werde ich alles schaffen, was Er von mir erwartet.
 
Wir sollen einander lieben. 
 Das weiß ich. 
 Wir sollen gut und tolerant zueinander sein und mit Großmut dienen. 
 Durch Liebe erfahren wir mehr Freude als durch alles andere.
  Ich habe den wunderbaren, herrlichen Lohn geschaut, der uns dafür erwartet. 
 Die Einzelheiten meiner Erfahrung sind nur insoweit von Belang, als sie uns helfen zu lieben.  Alles andere ist nebensächlich.
  Es geht einzig und allein darum, daß wir der Botschaft des Erlösers folgen,
die Er mir in aller Eindringlichkeit mit auf den Weg gegeben hat:
 >Vor allem müßt ihr einander lieben.<

 Ich werde es auch in Zukunft versuchen.
 
 
 
 
*  *  *

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BeitragThema: Re: Licht am Ende des Lebens   2016-11-07, 16:51

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