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 Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt

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Elisa
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Chinesische Tierkreiszeichen : Drache
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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:39

Ein etwas seltsamer Fahrer mit Namen Cisko hatte die Großzügigkeit, unsere Freunde in seinem Wagen nach Österreich mitzunehmen. Cisko schien mehr zu wissen als er sagte. Er führte unsere Freunde auch an alte geschichtsträchtige Orte, die wohl ebenso noch ein Geheimnis in sich trugen wie Cisko selbst. Eine gleichfalls seltsame und geheimnisvolle Geschichte las er dann eines Tages den erstaunten Zuhörern vor aus einem alten Büchlein, das er überraschend aus seiner Jackentasche zog...
Folge 25                    
 
„Brrrr, ist mir kalt“, wisperte Rosebär. „Kannst Du nicht ein bisschen schneller die Tür aufschließen, Cisko? Ui, ich frier mir gleich einen Ast ab.“ Endlich hatte Cisko die Tür aufgeschlossen. Er gab ihr dann einen Tritt und sie flog sperrangelweit auf.
Rosebär hatte seine Arme über kreuz um seinen gebückten Oberkörper geschlungen und lief wie ein Wiesel den Korridor entlang. „Nur rein in die gute Stube“, dachte er, „ach nee, besser ist, ich sause lieber in die Küche und mache mir einen starken Grog.“ Er grinste in sich hinein und dachte, dass das auch nur wieder ein Wunschtraum von ihm wäre, denn in Cisko’s Flaschenregal gibt es ja so was nicht, „hihi“. „Man kann doch mal einen Wunschtraum haben“, nuschelte er vor sich hin. Und schon war er dabei den Wasserkocher anzustellen. Dann ging er zum Schrank, holte die Citropresse heraus und stellte sie auf den Tisch.
„Was soll’s“, grinste er, „heißer Zitronensaft mit viel Honig ist auch ganz schön.“ Der Wasserkocher piepte kurz. Rosebär nahm die Kanne und füllte sein Glas auf und ging aus der Küche den Flur runter.
„Und jetzt an den warmen Ofen... Eigenartig, wie merkwürdig still es ist hier unten!“
Der Professor drückte langsam die Klinke herunter und war schon mit einem Fuß im Zimmer, als plötzlich das Licht von der Deckenleuchte aufflammte.
„Überraschung!“
Wigo ging auf den Professor zu, umarmte ihn freundschaftlich und sagte zu ihm: „Schön, Dich wiederzusehen, Rosa. Schau’ her, ich habe Dir eine Überraschung mitgebracht!“
Rosa traute seinen Augen nicht als er Lissa erblickte. Sie war noch genauso schön wie am ersten Tag als er sie in dem Motel kennen gelernt hatte. Seine Traurigkeit, die er bis zuletzt in sich trug, war weggeblasen wie eine Feder die vom aufschütteln eines Gänsegewandes langsam zu Boden trudelte.
Sie ging auf ihn zu und sah ihn zärtlich an: „Bist Du mir noch böse, Rosa?“ Man konnte sehen, dass es ihm sichtlich peinlich war jetzt eine Antwort auf ihre Frage zu geben, wo doch alle dabei waren. Natürlich war er ihr nicht böse. Ganz im Gegenteil, er war heilfroh sie wieder zu haben.
Erleichtert und mit einem verschmitzten Lächeln auf seinen Lippen sagte er: „Aber wenn Du das nächste mal wieder so plötzlich abreist, dann nimm mich lieber gleich mit.“ Sie strahlte ihn an und fiel ihm um den Hals. Leise flüsterte sie ihm ins Ohr, dass sie das gerne tun wird.
„Sachte, sachte, mein Püppchen“, sagte er schelmisch und strich ihr zärtlich über das schwarze Haar, das sie jetzt offen trug. Er nahm ihre Hand in seine und führte sie zu einem freien Sessel. Dann nahm auch er auf dem Sofa Platz, wo die anderen schon saßen.
„Wigo, alter Junge! Heute hast Du mir eine sehr große Freude bereitet, das werde ich Dir nie vergessen!“
„Ich nehm’ Dich beim Wort, Rosa.“
„Kannst Du auch!“
„Wie war denn euer Ausflug heute am Abend am Untersberg“, wollte Wigo wissen.
„Ach, das war nichts. Ich hätte auf Luna hören sollen. Das einzige das bemerkenswert war, wir wurden beobachtet.“
„Ja?! Von wem denn? Hast Du etwas erkennen können?“, fragte Wigo interessiert.
„Nein, nicht wirklich. Nur eine schemenhafte Gestalt, die sich hinter den Büschen versteckt hielt.“
„Ach so“, sagte der Jüngere.
„Was ist denn so interessant an diesem Berg?, fragte Lissa in die Runde hinein.
„Mögen Sie Geschichten, Lissa?“ Cisko hatte sich zu Wort gemeldet.
„Ja!“, antwortete sie ihm lächelnd. „Ich liebe Geschichten, geheimnisvolle Geschichten am meisten, Cisko.“ Die letzten fünf Worte sprach sie mit einer gewissen Betonung aus.
„Sehr gut, Lissa“, meinte er und holte ein kleines Büchlein aus seiner Jackentasche heraus. „Ich werde Ihnen jetzt eine fantastische Geschichte vorlesen.“ Entspannt lehnte sie sich im Sessel zurück und lauschte seiner Stimme.
Im ersten Moment beschlich ihr ein Gefühl der Vertrautheit, aber dann schalt sie sich eine Närrin. Woher in Gottes Namen sollte sie Cisko kennen? Sie schloss ihre Augen, und folgte bildhaft den Worten des Erzählers:
Es fuhr im Jahr 1694 ein Fuhrmann mit einem mit Wein beladenen Wagen aus Tirol nach Hallein. Der Ort ist 3 Stunden von der Hauptstadt Salzburg entfernt, um den Wein dort zu verkaufen. Als er neben St. Leonhard bei der Almbrucken zu Niederalm, einem Dorf bei dem Wunderberg, gefahren war, ging ein Bergmännlein von diesem Berg hervor und fragte den Fuhrmann, woher er kommt, und was er da auf dem Wagen fährt. Der Fuhrmann sagte es ihm.
Da sprach das Bergmännlein: „Fahre mit mir, ich will Dich gut entlohnen. Ich gebe Dir viel mehr für den Wein als Du in Hallein dafür bekommen wirst.“ Der Fuhrmann aber wollte dies nicht tun, sondern erwiderte, dass er den Wein an denjenigen liefern müsse, der ihn bestellt habe. Da nun das Bergmännlein wahrnahm, dass der Fuhrmann nicht mitfahren wollte, so stürzte das Bergmännlein sich plötzlich auf die Mähne der Pferde, und sprach:
„Fuhrmann! Weil Du nicht mitfahren willst, so sollst Du nicht wissen, wo Du bist; ich will Dich so führen, das Du Dich nicht mehr auskennen sollst!“ Der Fuhrmann bekam nun Angst und wusste sich nicht zu helfen; doch besann er sich, und hielt es dann doch für besser, einer zweifelhaften Sache nachzugeben. Er fährt deswegen mit dem Männlein, und dieses führt das Pferd fleißig beim Zaum gegen den Wunderberg zu. Da sie näher dem Berg zukommen, schien es dem Fuhrmann, als sei er auf einer ganz neu gemachten Straße; und als sie auf dem Berg waren, überfiel den Fuhrmann ein Schlaf; und als er wieder erwachte, sah er ein schönes Schloss, das von rot und weißem Marmor sehr hoch gebaut war, in dessen Mitte ein vortrefflich mit Kupfer gedeckter hoher Turm stand und die Fenster waren von purem Kristall. Um das Schloss herum war ein breiter und tiefer Graben. Außerhalb war eine Mauer, 90 Meter hoch und 30 Meter dick. Dieses Schloss selbst aber stand auf einem Felsen. Bevor man zu dem Schloss kommen konnte, musste man über sieben Aufzugbrücken durch mehrere Tore und Schutzgitter gehen.
In dieses Schloss musste der Fuhrmann hineinfahren. Sobald ihn aber ein Diener sah, der von einem Fenster dieses Schlosses herabsah, sagte er es sogleich allen anderen in dem Schloss, welche dann zu allen Fenstern liefen, als hätten sie Freude daran, den Fuhrmann zu sehen.
Diese waren lauter Bergmännlein, einige waren nackt und andere bekleidet. Einige kamen sogar auf den Schlossplatz vor das Schloss heraus, besonders der Kellermeister, der ein etwas stärkeres Männlein war. An seiner Schürze baumelten viele Schlüssel. Sein langer großer Bart hing über seinen Bauch, auch sein Haar rechte ihm bis zur Taille. Dieser Kellermeister sprach:
„Willkommen, mein lieber Fuhrmann! Sei nicht traurig, ich werde Dir zu essen und zu trinken geben, was Dir gefallen wird“. Aber der Fuhrmann zitterte immer noch an allen Glidern, obwohl die Worte des Männleins doch so nett waren.
Als sie in die Mitte des Hofes hineinkamen, kamen eilig die Pferdeknechte hervor und spannten die Pferde aus und führten sie in den Stall zum Füttern. Die anderen Bergmännlein aber führten den Fuhrmann in den untern Teil des Schlosses in ein lichtes Gemach, gaben ihm zu essen und zu trinken, so viel er ertragen konnte, und alles in feinen und sehr wohlgeputzten zinnernen Geschirren. Ungeachtet alles dessen, wollte er doch nicht fröhlich sein, weil er nicht wusste, was dieses wunderliche Ereignis mit ihm und seinem Wein für einen Ausgang nehmen würde. Als er eine Zeitlang gegessen und getrunken hatte, befahlen sie ihm, mit ihnen zu gehen, sie wollten ihm alle Gemächer des Schlosses zeigen.
Der Fuhrmann wäre zwar lieber an seinem Ort geblieben, um auch nach seinem Pferd zu sehen; weil er sich aber nichts zu erwähnen getraute, so ging er mit ihnen. Da führten sie ihn über eine breite Treppe hinauf, die 25 mit Messing beschlagene Stufen hatte. Dann kamen sie in einen prachtvollen Saal, in dem die Wände mit sehr schönen Tapeten bedeckt waren. Darinnen waren Fenster 9 Meter hoch und 7 Meter breit, aber nicht verglast. Durch diesen Saal führten sie ihn in einen anderen Saal, der noch viel herrlicher und schöner war als der erste, und der war mit kostbaren Marmor gepflastert, und die Seitenwände waren nicht mit Tapeten bedeckt, wie in dem ersten Raum, sondern vom klarsten Gold. Die Fenster waren von Kristall, über ihm war die Decke ebenfalls mit Gold und in der Mitte des Saales standen vier von Metall gegossene fein gearbeitete große Riesen, 54 Meter hoch. Diese Riesen hatten große goldene Ketten an ihren Armen, als ob sie gefangen wären. Oben an der Mitte der Decke war ein geformtes Bergmännlein mit einer goldenen Krone, welches die Riesen gleichsam geschlossen hielt; und da der Fuhrmann diese vier Riesen eine Zeitlang betrachtet hatte, sagte das Bergmännlein zu ihm:
„Fuhrmann, verstehst Du nicht, was diese 4 Riesen samt dem Bergmännlein mit der Krone für die künftigen Zeiten bedeuten sollen?“
Der Fuhrmann meinte, er wisse es nicht. Und auch das Bergmännlein, das ihn gefragt hatte, verlor darüber kein weiteres Wort mehr. Im ganzen Saal hingen lauter Harnische, Pickelhauben, Schwerter, unbekannte Geschosse, und alles mit Gold reich verziert. Auch reich verzierte Tische und Stühle standen herum von denen sich der Fuhrmann nicht auskennen konnte, ob solche von Holz, Stein oder was sonst für eine Materie sie sein sollten, doch sah er, dass sie mit Gold und Edelsteinen kostbar verziert waren. Aus diesem Saal führten sie den Fuhrmann in einen weiteren Raum, der nicht weniger prächtig und schön verziert war. Es standen in diesem Saal überaus schöne Bettgestelle mit glänzendem feinsten Gold geziert, und oben auf den vier Ecken der Bettstelle standen 4 Knöpfe, welche der Fuhrmann ebenfalls nicht erkennen konnte, von welchem Material sie waren. An diesen Knöpfen hingen goldene Ketten.
Von dem dritten Saal nun führten die Bergmännlein den Fuhrmann in ein finsteres Gewölbe, das jedoch ganz sauber war. In diesem Gewölbe befand sich ein Loch, das 15cm breit war. Durch dieses befahlen sie dem Fuhrmann ein wenig durchzuschauen. Als er dadurch sah, da sah er über fünfzig kleine Mägdlein, von denen einige hübsche Gewänder trugen und andere ganz nackt waren. Nach einem kurzen Augenblick zogen die Bergmännlein ihn wieder vom Loch zurück. Danach musste er mit ihnen über eine Stiege hinunter in einen wohlgebauten Keller gehen, wovon er kein Ende sehen konnte und der mit Weinfässern voll angefüllt war. Von diesem Keller aus ging er mit ihnen in ein hohes Gewölbe. Darin stand ein großer runder Tisch. An diesem setzte sich ein Bergmännlein, zog einen großen Beutel mit Geld heraus und gab dem Fuhrmann für den mitgebrachten Wein 2160 Gold-Dukaten, und zwar mit dem höflichen Dank und mit diesen Worten:
„Hebe Dein Geld auf, kaufe Dir von diesem einen andern Wein. Du wirst mit diesem Geld in Deinem ganzen Leben Wein und alles was Dein Herz begehrt kaufen können, und es wird Dir glücklich gelingen.“
Nach diesen Worten gingen sie wieder in den Schlosshof hinunter. Die Bergmännlein spannten seine Pferde wiederum ein, nahmen einen Stein, der rot und blau strahlte, und machten damit dem Fuhrmann sein blindes Pferd sehend. Sie gaben ihm auch diesen Stein mit dem Auftrag, dass er damit auch anderen blinden Pferden armer Bauersleute helfen sollte.
Demnach begaben sich die Bergmännlein alle in ihr Schloss zurück, und es kamen alsbald drei andere hervor. Sie trugen schwarze Kleider, einen grünsamtenen Hut, die rote Federn darauf hatten. Diese sagten zum Fuhrmann:
„Du hast es gut gemacht, uns den Wein zu verkaufen. Ermahne auch Deinen Bruder, dass er verkauft, mit was ihn Gott zum Überfluss gesegnet hat.“
Dann begleiteten sie den Fuhrmann eine ganze Strecke auf seinem Weg, und sagten ihm zuletzt: „Da man anfangen wird, weiß und rote Hüte zu tragen, wird die Not aller Orten ihren Anfang nehmen, und der Segen Gottes sich wenden nach dem Leben der Menschen.“
Alsbald fuhr der Fuhrmann voller Erstaunen und Verwunderung seinen Weg im Frieden weiter, unwissend, wie er herausgekommen ist, indem er sich mit seinem Fuhrwerk plötzlich an dem Ort wiedergesehen hat, wo er das Bergmännlein zum ersten Mal sah.
Die 2160 Gold-Dukaten sind dem Fuhrmann nie mehr und nie weniger geworden. Und er hielt sein Versprechen diese wunderlichen Geheimnisse und Erscheinungen alle bei sich zu behalten, bis nahe an seinen Tod. Seine Bekannten und Freunde aber ermahnte er, stets freigebig anderen gegenüber zu sein und einen gottesfürchtigen Lebenswandel zu führen...
„Ja, das war wirklich eine geheimnisvolle Geschichte, Cisko.“
„Kinder“, rief der Professor, ich bin redlich müde. Er stand auf und reckte sich in die Höhe. „Ich gehe ins Bett, Freunde. Morgen kommt wieder ein Tag, der uns hoffentlich etwas Gutes bringt.“ Er gähnte laut hinter vorgehaltener Hand und machte sich auf den Weg zur Tür. Die Klinke schon in der Hand, drehte er sich um und fragte Lissa, ob sie mitkommen wollte.
Sie strahlte übers ganze Gesicht bei seinen Worten, erhob sich und ging mit ihm zusammen hinaus.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:43

Unsere Freunde sind noch in Österreich. Cisko, der geheimnisvolle Fahrer, der unsere Freunde mitgenommen hatte, begleitet sie bei einer Exkursion zum sagenumwobenen Untersberg. Für Wigo scheint das Abenteuer diesmal tragischer zu enden, das keiner der Beteiligten vorausahnen konnte...
Folge 26                   
 
Wigo’s Schwester kommt zu Besuch

                     
Wigo lauschte in den Hörer. „O.K., ich kümmere mich darum!“
„Na, was ist“, wollte Cisko wissen.
„Meine Schwester Andrea steht am Bahnhof.“
„O.K., holen wir sie ab!“
„Wir kommen alle mit!“
„Nee, soviel Platz haben wir doch gar nicht im Auto“, wehrte Wigo ab.
„Dann bleiben wir hier“, entschied Rosa und zwinkerte Lissa vergnügt zu.
Die Fahrt zum Bahnhof verlief ohne Zwischenfälle. Wigo’s Schwester war ihnen schon entgegen gekommen und wartete sitzend auf ihrem Koffer am Bahnhofeingang. Sie sah die Drei schon aus der Ferne und winkte ihnen zu.
Luna gab ihr die Hand und hieß sie herzlich willkommen. Wigo sagte kurz: „Hello!“ Sie lächelte alle herzlich an. Cisko ging auf sie zu und drückte sie kameradschaftlich an sich.
„Schön, dass wir uns kennenlernen, Andrea!“ Sie nickte und sah ihn beinahe schüchtern an. „Tut mir leid, wenn ich zu einem ungünstigen Zeitpunkt hereinplatze, aber ich habe Wigo’s Nachricht zu spät bekommen. „Das macht doch nichts, Andrea“, sagte Cisko und lächelte sie an.
„Ja, Danke! Die Fahrt war sehr schön. Ich hatte sogar einen Verehrer. Er stieg allerdings erst in München zu. Aber er war sehr charmant und wir unterhielten uns angeregt. Man findet ja so wenige Gesprächspartner, die sich auch noch für dieselben Themen interessieren.“
 
Die „Männer in Schwarz“ geben nicht auf

                    
Hatten Sie wenigstens eine schöne Fahrt hierher?“, fragte Andrea.
„Ja, damit haben Sie wohl recht“, antwortete Cisko. Und während Andrea munter drauflos plapperte, beschlich Wigo ein seltsames Gefühl. Plötzlich verspürte er eine Gänsehaut, die sich über seinem Rücken hochzog, um dann im Nacken zu explodieren. Er fühlte sich von hinten beobachtet, bedroht von etwas, das er nur erahnte.
Unwillkürlich drehte er sich um, wobei sein Blick über eine Reihe parkender Autos auf der gegenüberliegenden Straßenseite fiel. Er suchte blitzschnell die Reihen mit seinen Augen ab. Dann heftete sich sein Blick auf einen alten schwarzen Mercedes, Baujahr 1940, mit verdunkelten Scheiben.
Wie aus weiter Ferne hörte er die Stimme Ciskos: „Darf ich Ihnen den Koffer zum Auto tragen, liebe Andrea?“
„Kommt gar nicht in Frage“, meldete sich Wigo zurück. „Den Koffer meiner Schwester trage ich!“
„Hubs“, ächzte Wigo, „hast du da Steine drin?“
„Nein, wie kommst du nur darauf?“, sagte sie mit Unschuldsmiene. „Ich habe ihn doch auch getragen.“ Er setzte den Koffer wieder ab.
„Darf ich?“, fragte Cisko.
„Nur zu“, sagte Wigo.
„Cisko hob Andreas Koffer hoch als wäre er nur mit Federn voll gepackt und steckte ihn in den Kofferraum. Wigo folgte beiden stirnrunzelnd.
„So nachdenklich Wigo? Ist irgendwas?“
„Eigentlich nicht, nur, ich würde gerne zurückfahren, wenn es dir nichts ausmacht.“
„Natürlich“, sagte Cisko und gab ihm den Autoschlüssel.
Wigo warf beim Einsteigen ins Auto einen letzten Blick auf den schwarzen Mercedes. Dann setzte er sich auf den Fahrersitz und klappte die Autotür zu. Er legte den ersten Gang ein und fuhr zügig an.
Im Rückspiegel sah er, wie sich der schwarze Benz ebenfalls in Bewegung setzte und langsam Fahrt aufnahm. „Ich muss ihn abhängen“, dachte Wigo, „bevor die Spitz kriegen wo wir wohnen. Vielleicht hat es auch keinen Sinn mehr, da ja meine Schwester eine ’tolle Zugbekanntschaft’ gemacht hat.“ Er lachte grimmig auf.
Bestimmt war die Bekanntschaft nicht zufällig gewesen, sondern arrangiert. „Egal“, dachte er, „ich werde ihnen jedenfalls nicht den Weg zu uns nach Hause zeigen wie ein angeheuerter Scout im unwegsamen Dschungel.“ Verbissen runzelte er die Stirn.
„Ich muss ihn also abhängen, bevor wir den Stadtrand erreicht haben. Wigo bog rechts in die nächste Strasse ein. „He Wigo, du fährst gerade auf einer Einbahnstrasse!“ Irritiert schaute ihn Luna von der Seite an.
„Ich weiß Luna, mach dir bitte darum keine Sorgen, denn ich weiß schon was ich tue!“
„Bitte, wie du meinst!“
Nach hundert Metern Fahrt kam ihnen auch schon das erste Fahrzeug entgegen. Der Fahrer hinterm Lenker gab wilde Lichtsignale und tippte sich an die Stirn als sie auf gleicher Höhe waren. Wigo fuhr stur weiter und bog dann endlich nach links ab.
„Den Benz habe ich jedenfalls abgehängt“, dachte er erleichtert. Das heißt, er war jetzt mal nicht mehr zu sehen. Weder hinter ihnen noch vor ihnen.
Wigo schaltete das Autoradio ein. Bach’s Air kam durch die Boxen. „Ja, genau diese Musik brauche ich um meine strapazierten Nerven zu beruhigen“, sinnierte er. Eine Viertelstunde später hielten sie vor dem Haus von Cisko.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:44

Der Untersberg

                    
Andrea hatte nach ihrer Ankunft ein paar Stunden geschlafen. Heute wollten sie aufbrechen den geheimnisvollen Untersberg zu erforschen. Jeder Teilnehmer durfte nur einen kleinen Rucksack auf diese Expedition mitnehmen. Der Einstieg sollte diesmal weiter unten stattfinden.
Es dämmerte bereits als Rosa der erste war, der sich durch den schmalen Spalt in die Höhle zwängte. Keiner würde es sich jemals erträumen, was er auf dieser Expedition erleben würde. Man sagt ja, dass Träume Schäume sind, aber diese Träume würden Wirklichkeit werden, eine Wirklichkeit, vor die manch einer zurückschrecken würde, könnte er das Ausmaß nur erahnen.
Vorsichtig streckte er beide Arme aus und tastete sich nach vorn. So nach und nach kamen alle durch die Felsspalte rein. Wigo knipste seine große Taschenlampe an und leuchtete den Raum aus. Dort drüben ging es wahrscheinlich in einem anderen Gang weiter. Er ging ein paar Schritte in die Richtung und kam dann aber zurück.
„War da kein Gang?“, fragte Rosa. „Doch schon, aber er ist niedrig. Man kann nicht in ihm stehen“, erwiderte er. Der Gedanke, dass er eventuell Hunderte von Metern durch diesen Gang gebückt gehen musste, behagte ihm gar nicht.
Cisko rief alle zu sich. Sie bildeten einen Kreis und er sprach ein Gebet. Danach ging er allen voran und betrat als erster den niedrigen Gang.
Nach einer Weile schon mussten sie auf die Knie gehen und sich mit den Ellenbogen den Weg nach vorne robben. Der Gedanke, sich immer tiefer in die unbekannte Enge zu bewegen, machte Rosa ernsthafte Kopfzerbrechen. Nein, nicht wegen sich selbst, sondern wegen Lissa, die nicht so zart gebaut war wie Luna.
Jetzt ging es auch noch bergab und der Schacht wurde enger. Leichte Panik verspürte er in seiner Magengegend. Keuchend robbte er weiter. „Alles nur Einbildung. Mir geht es glänzend. Mir geht es ganz wunderbar!“ Und er sagte sich die fünf letzten Worte immer wieder auf.
Dann verspürte er zum ersten Mal einen kalten Luftzug. „Geschafft“, schoss es ihm durch den Kopf. Dann ein Aufatmen. Der Gang war zu Ende, eine mittelgroße Höhle war vor ihren Augen.
„Wir gehen weiter“, sagte Cisko. Und während alle weitergingen, blieben Wigo und Andrea stehen. Er hob seine Taschenlampe zur Decke. Oben hingen mehrere Gebilde, die wie Kohlensäcke aussahen. „Vielleicht sind es Kokons?“ Ihre Stimme klang etwas zögernd und abgeflacht.
„Ich habe das dunkle Gefühl“, rätselte Wigo „als wenn da etwas Großes drin ist. Ein Mensch vielleicht?“
„Ein Mensch?!“, schrie Andrea erschrocken auf. „Das ist ja unheimlich! Oh Gott, lass’ uns schnell weg hier!“
„Warte doch. Warum hast du es so eilig? So ein fremdartiges Phänomen werden wir sobald nicht wieder zu Gesicht bekommen.“
Er hielt immer noch die Taschenlampe auf das schwarze Ding. „Da sieht man doch gar nichts, komm lass’ uns weitergehen.“ Und sie zog ihn kräftig am Ärmel mit sich.
Aus dem Augenwinkel heraus sah er einen großen Schatten auf sich zukommen. Er wirbelte herum und schrie vor Schreck laut auf. Eine Riesenspinne war aus einer Deckenhöhle herausgekommen und bewegte sich auf den Kokon zu.
Sie verharrte da und sah Wigo wie hypnotisiert an. Ihre stechenden Augen starrten ihn angriffslustig an. Dann schoss sie unerwartet ihren klebrigen Strahl mitten in sein Gesicht. Und gleich darauf folgte ein zweiter.
„Aaaaah“, er schrie auf. Sprang zurück und fuchtelte wild mit den Armen. „Hilf mir, Andrea!“
Wigo’s Atem ging schleppend. Dann sackte er zusammen. Er lag totenstill da. Nur sein Brustkorb hob und senkte sich schwach. Andrea stürzte sich auf Wigo und half ihm die klebrige Masse von seinem Gesicht zu zerren. Sie hatte Mühe damit.
„Wigo“, sagte Andrea sanft, „ich bin bei dir, ich helfe dir, bleib’ stark. Ich habe es gleich geschafft.“ Dann erstarrte Andrea in ihrer Bewegung. Die Riesenspinne stand keine zwei Meter von ihr entfernt in eine bedrohlichen und abwartende Haltung.
Andrea starrte entsetzt das Ding an. Es hatte Schuppen wie ein Drachen und eine dunkelgrüne Farbe, wobei die Bauchseite etwas heller wirkte. Die Spinne verharrte in ihrer Haltung und Andrea konnte ihre Augen nicht von diesem ’Vieh’ abwenden.
Plötzlich ging die Spinne rückwärts und verschwand ganz aus ihrem Blickfeld. „Wir sollten zusammen bleiben“, hörte sie die Stimme Cisko’s.
Inzwischen waren Luna und Rosa auch bei den dreien erschienen, und sahen wie Wigo am Boden lag. Sein Gesicht war durch die klebrige Spinnenmasse gerötet und aufgeschwollen. Rosa konnte es sich nicht verkneifen zu sagen: „In Berlin sind wir diesmal nicht, Wigo!“
„Wer konnte das auch ahnen, dass es hier so etwas gibt“, entschuldigte sich Luna. „Keiner konnte so etwas ahnen“, erwiderte der Professor.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:47

Wigo und seine Gefährten befinden sich in den unterirdischen Ebenen von Verilla. Dort lernen Sie Auriga kennen, ein weiterer Bewohner dieser Welt. In einer eifrigen Diskussion über das Christentum und die Bibel, über die Vorgeschichte der Menschheit, über die Anunaki und anderes, vergessen sie die Zeit...
Folge 27
 
Zusammenkunft in Verilla

                     
Rosa hatte sich zu sein Glas gebeugt um etwas zu trinken. „Hm...köstlich...die ganze Zeit wollte ich schon fragen, was ich hier eigentlich trinke?“ Auriga beugte sich zum Professor und sagte: „Kombucha, Professor! Und? Schmeckt’s ihnen?“
„Das kann ich wohl sagen“, antwortete er.
„Ja, das ist ein sehr altes Getränk. Wahrscheinlich habt ihr Christen dieses Gemisch aus Wasser, Tee und Fruchtzucker auch schon immer getrunken.“ Er lächelte den Professor auf seine gewinnende Art an und prostete ihm zu.
„Christen?“ Der Professor lächelte zurück: „Da muss ich Sie enttäuschen, Auriga. Ich glaube nicht, dass die ersten Christen Tee tranken.“ „Ein Fuchs...“, dachte er. „Hihi, er will mich auf diese Art in ein religiöses Gespräch verwickeln. Dann mal nur zu!“
„Oh, dann bringe ich das jetzt ein bisschen durcheinander. Dann waren es sicherlich die Chinesen?“
„Ja, wahrscheinlich. Trotz allem, ich bin ohne Konfession, Auriga.“
„Oh“, entgegnete dieser.
„Das soll aber nicht heißen, dass ich weniger daran interessiert bin, was damals wirklich passiert ist.“
„Entschuldigt bitte...“, unterbrach Cisko die rege Diskussion. „Lissa und ich haben beschlossen uns ein wenig die Beine zu vertreten.“ Rosa und Auriga schauten zu den beiden Freunden hoch. „Das ist eine sehr gute Idee. Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit hier in Verilla!“
Rosa schaute etwas irritiert Lissa und Cisko nach, als sie durch den Torbogen verschwanden. „Lieber Freund, tun Sie sich dies nicht an. Es ist nie so wie es aussieht.“
„Wollen Sie mich jetzt trösten, Auriga?“
„Nein! Ich möchte Ihnen die Augen öffnen, bevor Ihre letzten Kraftreserven aus ihrem Körper gezogen werden ohne dass Sie es merken.“
„Machen Sie sich da mal keine Sorgen. Ich bin fit wie ’Alf’s Katze’.“ Der Professor grinste Auriga an.
„Ich bitte Sie, Professor! Machen Sie sich nichts vor, oder fanden Sie die verbalen Angriffe auf Ihren gemeinsamen und langjährigen Freund Wigo normal?“ Rosa schwieg zu den Vorwürfen Auriga’s. Er beobachte Wigo aus seinem Augenwinkel heraus. Er wollte sehen wie der Jüngere auf Auriga’s Worte reagierte. Aber der sah nur stur gerade aus. In Rosa’s Kopf überschlugen sich die Gedanken:
„Ich werde ihn jetzt ansprechen, dass er sich zu uns setzen soll. Auriga sagt schon die Wahrheit. Letzte Zeit war das freundschaftliches Verhältnis auseinander gefallen. Es stimmt schon, ich habe alles an ihm kritisiert und hochgespielt; aber manchmal war er auch schwer von Begriff. Wahrscheinlich passt jung und alt nicht wirklich zusammen. Alte passen sich den Gegebenheiten an, aber das ist eben nicht dasselbe wie jung zu sein.“ Der Professor stand auf und ging auf Wigo zu, der nur zwei Stühle von ihm entfernt regungslos dasaß. Er berührte ihn sanft an der Schulter und sagte:
„Wigo, komm doch zu uns und unterhalte dich mit uns über das Christentum.“ Wigo schaute auf, direkt in Rosa’s Gesicht. Rosa wich einen Schritt zurück. Zu sehr hatte ihn der Blick von Wigo getroffen. Rosa schämte sich als er den Jüngeren ansah.
„Es tut mir leid, Wigo“, gestand er ihm plötzlich. „Ich war gestresst! Ich wollte mich an dir abreagieren, das war nicht richtig von mir, bitte verzeih’ mir!“
Wigo war aufgestanden und hatte seine beiden Arme auf Rosa’s Schultern gelegt, er sagte: „Ich muss mich bei dir entschuldigen. Ich hätte dich nicht provozieren dürfen.
„Du musst dich nicht bei mir entschuldigen, Wigo. Aber wenn du willst, entschuldige ich mich gerne. Hauptsache wir sind wieder gute Freunde!“ Gemeinsam gingen sie zum Tisch von Auriga zurück.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:49

„Wem gehören wir eigentlich...?“

                    
„Ich freue mich“, sagte dieser, „dass ihr wieder in Frieden zusammen seid. Und nicht nur ich freue mich, sondern auch das intelligente Universum freut sich mit euch!“ Sie erhoben ihre Gläser und prosteten sich mit Kombucha zu.
„Wigo, darf ich fragen, ob Sie auch ohne Konfession sind?“
„Wissen Sie, Auriga, man ist sich dort seines Lebens sicherer, wo es gar keinen Glauben gibt, als dort, wo alles zur Sache des Glaubens gemacht wird.“
„Oh ja, dort oben...“ Und er zeigte andeutungsweise mit seinem Kopf nach oben, weil er die Erde meinte, die über ihm lag. „Dort oben gibt es viele Beispiele für religiösen Glaubens-Fanatismus. Zum Beispiel die Kreuzzüge, die Inquisition, Hexenverbrennungen, heilige Kriege, usw. Haben Sie sich schon mal gefragt, ob die Religionen nicht eventuell dazu geschaffen sind, Menschen geistig und körperlich zu versklaven um sie gegenseitig für Kriege aufzuhetzen?“
„Nicht mehr, Auriga. Die einzige Frage die mich beschäftigt, ist, wem gehören wir eigentlich?“ Ohne eine Antwort abzuwarten sprach Wigo in seinem ruhigen Tonfall weiter. „Es soll jetzt nicht so klingen als wenn ich die damaligen Hexenverfolgungen beider Kirchen nicht wichtig nehme, das ist es nicht, sie wären so oder so passiert. Aber ich meine das Schlimmste was diese fanatischen Glaubensbrüder taten, waren die enormen Bücherverbrennungen. Denn darum wissen wir heute sehr wenig über unsere Vergangenheit. Die Geschichte würde sich uns vollkommen anders darstellen wenn beispielsweise die gewaltigen Bibliotheken von Alexandrien heute noch existieren würden. Die Vorstellung, dass uns die wahren Ursprünge des Menschen durch absichtliche Manipulationen nicht bekannt sind ist natürlich irritierend. Das hat mit Recht den Verschwörungstheoretiker den Anlass gegeben darin einen Komplott zwischen Kirchen und Elitezirkeln zu sehen. Das Märchen, dass die Menschheit durch Evolution vom Primitivling zum hochzivilisierten Menschen mutierte ist darauf zurück zu führen, dass man Wissenschaftlern mit stark eingeschränktem Blickwinkel die Darstellung unserer Menschheitsgeschichte überlassen hat.“
„Dann sind wir also wieder beim bekannten Thema: Die Götter erschufen den Menschen.“
„Nicht den Menschen, Rosa, sondern die Veredlung des besagten Objektes!“
„Alles Fiktion! Bei diesen alten Geschichten und Legenden da zu unterscheiden was Wahrheit ist, das ist einfach zu schwierig.“
„Zu schwierig Rosa? Für wen?“
„Nun ja, für mich nicht. Aber für den der neu glauben soll, Wigo. Du kannst doch nicht davon ausgehen, dass jeder ’Otto-Normalverbraucher’ althebräisch oder andere alte Sprachen verstehen kann!“
„Das muss er auch gar nicht, Rosa. Es gibt fantastisch gute Bücher die man kaufen kann. Wenn er sie eingehend studiert und mit anderem Material vergleicht, wird er schon auf einen Nenner kommen. Man kann über alles meditieren, schon vergessen?“
„Nein, nicht vergessen, Wigo.“

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:50

„Abraham war ein reicher Mann!“

                    
Aber vielleicht braucht man sich keine Bücher zu kaufen und nimmt seine Bibel? Mose schrieb immerhin fünf Bücher.“
„Mose ist nicht wichtig“, meinte Wigo.
„Aha, nicht wichtig“, sinnierte Rosa.
„Mit Abraham schloss Gott einen neuen Bund. Aber das Wichtigste war, dass Abraham aus Ur kam. Das war damals eine wichtige sumerische Stadt. Klingelt es bei dir?“ Wigo grinste Rosa an und der grinste zurück als er ihm antwortete:
„Hahaha, ich weiß schon worauf du hinaus willst, Wigo. Aber das muss nicht stimmen, oder?“
„Abraham war nicht Nomade der in einem Zelt wohnte und sich redlich von seinem Tierbestand ernährte. Abraham war ein reicher Mann aus einer machtvollen Dynastie; das sagt jedenfalls die Bibel!“
„Und die Sumer hatten Kontakt zu den Göttern, das meinst du doch?“
„Götter ist nicht das richtige Wort“, entgegnete ihm Wigo.
„Welches ist dann das richtige Wort?“ Rosa hob interessiert seine rechte Augenbraue und wartete auf Wigo’s Antwort.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:52

Das Machwerk der Anunnaki

                    
„Die Anunnaki haben sich selbst nie als Götter betitelt. Das taten später die römischen und griechischen Geschichtsschreiber.“
„A-nun-na-ki...?“ Rosa ließ jede Wortsilbe über seine Zunge gleiten und wiederholte sich.
„Anunnaki vom Planeten Nibiru, der 12. in unserem Sonnensystem.
„Aber wo ist er jetzt?“
„Im nächstfolgendem Sonnensystem, meine Herren. Ich will mich keineswegs in ihr überaus interessantes Gespräch hineinmengen. Bitte fahren Sie fort.“
„Keine Ursache, lieber Auriga. Soweit mir bekannt ist, evoltierten die Anunnaki den primitiven Menschen zum Arbeitssklaven.“
„Sie machen es sich sehr einfach, Professor. Aus dem irdisch primitiven Menschen einen Arbeitssklaven zu machen war nicht die Absicht der Außerirdischen. Die Anunnaki hatten ein ernst zu nehmendes Problem mit ihrem Planeten und deswegen kamen sie auf die Erde um hier große Mengen Gold abzubauen. Leider war die physische Beschaffenheit ihrer Körper nicht im Entferntesten so robust wie die ihrer irdischen Brüder, darum suchten sie unter ihnen geeignete Arbeiter für dieses Werk aus. Die damaligen irdischen Bewohner waren Jäger und Sammler. Vielleicht denken Sie, Rosa, dass Ihre Vorfahren auf allen Vieren liefen und wie eine Horde wilder Büffel grasten. Aber so war es nicht, lieber Professor! Sie waren durchaus entwickelte Naturmenschen deren Haustiere die Dinosaurier waren!“
„Jaja, das ist auch mir bekannt, Auriga.“
„Dann wissen Sie auch, lieber Professor, dass sich Intelligenz nicht vererben lässt, wohl aber der Körper. Wenn also in der Bibel steht, dass Gott den Menschen schuf nach seinem Bilde, ist damit gemeint, dass die Anunnaki irdische Naturmenschen mit den Genen der Götter klonten. Später, mit Erlaubnis der Götter, vermengten sich diese Geschöpfe mit Anunnaki’s und eine neue Rasse entstand, die die Gene der Außerirdischen in sich trug. Das waren dann die damaligen angesehen Herrscher einer Dynastie.“
„Wie zum Beispiel Abraham“, warf Wigo ein.
„Ja, wie Abraham! Genau, Wigo!“
Rosa saß auf seinem Stuhl und reckte sich. Er gähnte noch halb als er sagte: „Hu, ich bin rechtschaffend müde. Ich werde ins Bett gehen. Morgen ist auch noch ein Tag.“ Er stand von seinem Stuhl auf, gab Auriga und Wigo die Hand.
„Ich werde noch eine Weile bleiben, Rosa“, sagte Wigo. Rosa ging langsam Richtung Haus als er hörte wie Wigo zu Auriga sagte: „Also, wenn Sie auch schlafen gehen wollen, lieber Auriga, bitte, tun Sie sich keinen Zwang an.“
„Sicherlich wollen Sie auf die beiden Spaziergänger Lissa und Cisko warten?“
„Nein, ich warte nicht auf Lissa und Cisko, ich weiß noch nicht mal ob wir die Beiden so schnell wieder sehen werden.“
Rosa blieb abrupt auf seinem Weg stehen, drehte sich um und sah Wigo entgeistert an. Dann kam er zu zurück: „Was weißt du von Lissa und Cisko?“, schrie er ihm fast ins Gesicht.
„Nichts weiß ich! Beruhige dich doch!“
„Ich will mich aber nicht beruhigen, wenn ich sowas höre!“
„Kommen Sie, Professor, gehen wir ins Haus. Morgen sieht diese Welt schon ganz anders für Sie aus.“
Rosa knirschte mit seinen Zähnen. „Damit werden Sie wohl recht behalten, Auriga.“ Gemeinsam gingen sie den Weg zum Haus hinauf. Wigo aber stand auf und ging zum Tor hinaus.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:56

Unsere Freunde fanden im Untersberg ein „Tor”, das sie in eine „andere Welt” katapultierte. Hier redete ein alter Mann aus einem Hologramm zu ihnen, der Professor Rosebär an Moses erinnerte. Doch das Wundersame war damit noch nicht zu Ende: An der gegenüberliegenden Wand bildete sich danach ein weißer Punkt. Das pulsierende Licht an der Wand wurde größer und größer...
Folge 28


Ein weiterer Zugang öffnet sich


In ihm erschien der weise alte Mann aus dem Säulenhologramm und streckte ihnen die Hände entgegen. Lissa lief mit ausgebreiteten Armen auf ihn zu. Plötzlich verschwand das Hologramm so schnell wie es sich aufgebaut hatte. Lissa lies verstört ihre Arme sinken und blieb wie angewurzelt stehen.
Da öffneten sich ringsum die Wände und verschoben sich ineinander und lösten sich vor ihren Augen in ein Nichts auf! Über ihnen spannte sich kein Himmel, sondern eine Kuppel. Sie war halbtransparent und gewährte einen trüben Blick auf die angrenzenden Blumenfelder, dem See und dem weiter unten liegenden Wald, der lang gestreckt in einer Bodensenke lag. Am fernen Horizont konnte man die dünne Säule eines Turmes sehen. Die Luft roch frisch, beinahe wie auf der Erde. In diesem Moment sehnte sich Professor Rosa nach der Sonne. Aber eine Sonne gab es hier nicht, nur dieses Licht, das überall strahlte und man nicht wusste woher es kam, denn man sah keine Quelle, die es aussandte.
Rosa atmete ein paar Mal tief durch und sog die frische Luft in seine Lungen. Der Boden vor ihnen war mit einer Art Moos bewachsen. Ihre Blicke schweiften umher. „Ist dies nun das Paradies von dem wir schon immer gehört und gelesen haben?”, fragte Rosa verblüfft in die Stille hinein.
Keiner war bis jetzt einen Schritt weiter gegangen. Aber ihre Augen schweiften durch die herrliche Landschaft. Dort unten lag eine Stadt. Eine Fahne hing aus einem Fenster, das konnte man von hier aus deutlich erkennen. Und Geschäfte gab es dort unten auch.
Dann hörten sie das Geräusch zu ihrer linken, das sie aufschrecken ließ. Rosa hob seine Taschenlampe hoch, sprungbereit sie als Waffe zu benutzen. Bis zum Äußersten gespannt lauschten sie, woher das Geräusch kam. Dann raschelte es unheimlich, danach schoss ein Riesentier aus dem Gebüsch heraus, das Ähnlichkeit hatte mit einem Elch. Das Tier schien zahm zu sein. Und als es die Ankömmlinge einen Augenblick gemustert hatte, ging es langsam weiter, ohne sich noch einmal umzudrehen.
”Cha”, ächzte Rosa durch die Kehle. „Tier, hast du mich erschreckt. Und meine Taschenlampe brennt auch noch.”
 
In der unbekannten Stadt


Rosa grinste erleichtert auf und ging ein paar Schritte vorwärts. Auch die kleine Gruppe ging weiter und kam schließlich an den Stadtrand. Der erste Mensch dieser Stadt kam ihnen entgegen. Die Gruppe blieb stehen.
Luna, die hinter Wigo und neben Andrea stand, musterte ganz ungeniert den Mann, der vor ihnen stand. Er war schlank und hochgewachsen und trug so etwas Ähnliches wie ein Poncho. Vorn war der Mantel offen und oben am Hals hatte er nur einen Knopf, der den Mantel geschlossen hielt. Ungewöhnlich an diesem Mantel waren die vielen Glitzersteine. Sie funkelten in verschiedenen Farben. Irgendeine Lichtquelle musste ihn anstrahlen um dieses Phänomen erscheinen zu lassen. Aufmerksam schaute Luna sich um und konnte nichts Außergewöhnliches erkennen, das die Steine derart erstrahlen ließ.
Sein Gesicht war von zarter Schönheit und er lächelte als er näher zu ihnen heran kam.
”Nos ta bin die ariba?”
Abwartend blieb er stehen, und sprach lächelnd weiter: ”Wie kon nos nota kontesta?”
Er runzelte seine Stirn und ging dabei einige Schritte rückwärts. Jetzt wurde es brenzlig. Wenn niemand ihm antworten würde, dann...
Blitzschnell überlegte Luna. Seine Worte klangen in etwa ähnlich wie Spanisch. Die spanische Sprache beherrschte sie noch etwas. Sie räusperte sich also und wollte eben einige Worte sagen, da trat Cisko schon aus der Gruppe heraus und sagte:
”Warda. Hiba nos...”
Weiter kam Cisko nicht, denn der junge Mann kam wieder auf die Gruppe zu und sagte:
”Nos nota verwacht bichta. Sie mie ta kere ta kin bo snam ta.”
Er strahlte sie an und machte eine einladende Verbeugung vor ihnen. Dann drehte er sich um und ging ihnen voran. Ab und zu drehte er sich um, zu sehen, ob sie ihm folgten.
Einige Menschen, die auf der Strasse gingen, kümmerten sich nur wenig um die fremden Ankömmlinge. Wahrscheinlich war das ihre Höflichkeit, Fremde nicht zu mustern als kämen sie aus einem Zoo, wie es mitunter auf der Welt dort oben geschieht, dachte Luna.
Der schlanke Mensch vor ihnen blieb an einem Torbogen stehen. Er drehte sich zu den anderen um und machte eine einladende Geste, bitte einzutreten.
Cisko ging zuerst durch das Tor, dann folgten die anderen in angemessener Weise. Sie kamen in einen wunderschönen Garten und mitten darin stand ein Mensch, der ganz in weiß gekleidet war.
Cisko ging mit offenen Armen auf ihn zu und sagte: „Mie ta kere ku nos no ta binni overwacht?”
Der Mensch in den weißen Kleidern breitete ebenso seine Arme aus und ging Cisko entgegen: ”Nein, ganz und gar nicht unwillkommen, lieber Freund!”
Seine Augen strahlten pure Liebe aus. Er umarmte Cisko und küsste ihn auf beide Wangen und dann auf dem Mund. Zu den anderen sagte er mit derselben Herzlichkeit wie bei der Begrüßung: ”Bitte kommt! Tretet alle ein in mein Haus. Bitte!”
Er blieb abwartend drei Schritte vor der Tür stehen und ließ die anderen eintreten, danach ging auch er ins Haus.
Vor ihnen lag eine große Halle. Die Schlichtheit des Raumes war bestechend schön. Im Kamin brannte ein Licht, das Wärme abgab ohne sich zu bewegen, wie man es vom Feuer sonst üblicherweise kennt. Im Halbkreis saßen schon mehrere Personen, die anscheinend auf die Neuankömmlinge warteten. An einer Wand hing eine Karte der Äquatorregion.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:58

Die Stochastik – zufallsabhängige Ereignisse


Nach einer kurzen Vorstellung sämtlicher Personen nahmen auch die Gäste ihre Sessel ein. Ein etwas älterer Herr beugte sich zu Rosa herüber und fragte ihn, was er von der Wahrscheinlichkeits-Mathematik halten würde. Gerade hätten sie sich über dieses Thema unterhalten und würden nun gerne auch mal wieder die Meinung eines irdischen Menschen dazu hören.
Rosa, sichtlich angetan, gleich der erste in der neuen Runde zu sein, der sich äußern durfte, und das auch noch zu so einem sehr interessanten Thema, lächelte seinen Nebenmann dankbar an und sagte: „Verehrtester, die Stochastik ist mir das liebste. Sie besteht aus zahlreichen Denkexperimenten und das gefällt mir immer. Wenn ich mal diesen großen Raum als Experiment nehmen darf und natürlich mit ihrer Erlaubnis meinen Denkprozess imaginär ausbreiten dürfte?”
Abwartend schaute der Professor in die Runde.
”Bitte sehr, Herr Professor. Nur zu! Lassen sie ihren Gedanken freien Lauf.”
”Also, angenommen in dieser Halle gäbe es viele Türen, die jedoch verschlossen sind und von unserer Seite aus nicht zu öffnen wären. Des Weiteren steht in diesem Raum eine große tiefe Schale, und vor dem Kamin liegen blaue und rote Kugeln.
Gegen Abend nun, bevor wir ins Bett gehen, legen wir alle Kugeln in die große tiefe Schale. Am anderen Morgen schauen wir in diese Schale und da liegen alle roten Kugeln wie sortiert obenauf.
Jetzt werden wir misstrauisch. Sollte sich jemand von draußen hereingeschlichen haben und alle roten Kugeln obenauf gelegt haben? Oder steckt tatsächlich eine eigenständige Intelligenz in den Kugeln, dass sie sich selber so angeordnet haben wie ich sie vorgefunden habe?
Sehen Sie, meine Herren, ich glaube dass diese Möglichkeit nicht besteht, sondern dass eine unsichtbare Intelligenz die roten Kugeln auf die blauen gelegt hat. In diesem Falle möchte ich behaupten, dass die Wahrscheinlichkeits-Mathematik auf die Zukunftsvoraussage nicht anwendbar ist.
Leider ist es wie mit der Lotterie. Auch dort gibt es Millionen verschiene Möglichkeiten um zu einem 6-er zu kommen. Ich nehme an, dass sie darauf hinaus wollten mit ihrer Frage.”
”Ja, schon. Aber es war keine Prüfung im Sinne ihres Intelligenznachweises für uns.”
”Oh, nein. So habe ich es auch nicht aufgefasst”, erwiderte Rosa, und griff zur Limonade, die ihm ein junger Mann auf einem Tablett reichte. Als jeder sein Glas in der Hand hatte, setzte sich auch der junge Mann in seinen Sessel gegenüber von Andrea. Er trug ein safranfarbenes Gewand. Er war nicht viel größer als ein etwa 14jähriges, schlankes Mädchen aus der irdischen Welt. Er hatte ein dunkles, schmales und kleines Gesicht mit großen hellblauen Augen, die in dem kleinen Gesicht noch größer wirkten. Sein Haar war fast so hell wie das Licht das aus dem Kamin strahlte.
Er hob sein Glas und prostete ihr zu. Um seine Lippen spielte ein schönes Lächeln und seine Augen versanken in ihre. Ein plötzliches Verlangen durchströmte sie, ließ sie fast ohnmächtig werden. Verwirrt fuhr sich Andrea mit der Hand über die Stirn als wollte sie diesen Gedanken schnell weg wischen.
Sie dachte, sie hätte dieses Gefühl längst vergessen, dass dieses Feuer der Liebe in ihr im Laufe der letzten Jahre erloschen war. Und doch erweckten seine sanften Augen und das Strahlen in ihnen eine heftige Leidenschaft in ihr hervor. „Er will mich”, dachte sie.
In kleinen Schlückchen trank sie von ihrer Limonade und schaute unablässig zu ihm hinüber. Und auch er blickte sie weiterhin tiefgründig an. Dann stand er auf, verbeugte sich leicht vor ihr und sagte: ”Wollen Sie mich in den Hof meines Bruders begleiten, Andrea?”
Sie nickte ihm unmerklich zu. Er reichte ihr seine Hand. Sie stand auf und legte ihre Hand auf seine. Dann führte er sie galant hinaus.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 03:00

Professor Rosebär, Wigo, Luna und deren Begleiter weilen noch in der unterirdischen Welt, wo sie in einer verborgenen Stadt schön aussehende Menschen in kunstvollen Gewändern antreffen. Außerdem kennzeichnen sich diese unterirdischen Bewohner mit Weisheit aus. Einer dieser geheimnisvollen Bewohner – der sich Andrea, der Schwester von Wigo, sehr zugetan fühlt, - stellt sich namentlich als Cren vor.
Folge 30
 
Cren – der liebenswerte und weise Fremde


Sie lag im weichen duftenden Moos. Über ihr die glänzenden Sterne und neben ihr lag der Mann, den sie liebte. Er spielte mit einer Haarlocke von ihr zwischen seinen Fingern.
”Vielleicht ist hier mein Weg zu Ende?”, dachte sie.
”Cren?” – ”Ja, Andrea?”
”Ich möchte für immer bei dir bleiben.”
”Wir haben noch die ganze Nacht vor uns, Andrea.”
”Nein, so meinte ich es nicht.” Er beugte sich zu ihr hinüber und hauchte einen zarten Kuss auf ihre Stirn. „Cren? Liebst du mich?”
”Mehr als du glaubst, Andrea! Liebe ist das Bindeglied, das alles im Universum miteinander zu einer Einheit verknüpft. Dazu gehören auch wir zwei, Andrea. Liebe ist die Wurzel unseres Lebens. Sie ist die mächtigste Waffe, denn sie ist unbesiegbar. Es war Liebe auf den ersten Blick, die uns zusammengeführt hat. Ich liebe dich mit jeder Faser meines Körpers.”
Und wieder beugte er sich zu ihr hinunter und küsste sie sanft auf die Wange. „Und mit deinem Herzen, Cren? Liebst du mich auch mit deinem Herzen?”
”Aber ja doch, Andrea! Mein Herz weiß ganz genau woran es zu glauben hat, denn es fühlt die Wahrheit. Es fühlt die Größe und die Stärke des Lebens. Liebe ist die geheimnisvolle Kraft des Herzens. Meine Herzensliebe zu dir verbindet unserer Leben mit dem grenzenlosen Universum. In jeder Zelle meines Körpers ist Liebe und Vertrauen. Und ich möchte dieses Vertrauen auch an dich weitergeben, Andrea.”
 
Und abermals beugte er sich zu ihr nieder und küsste zärtlich ihre blutroten Lippen. Sie lächelte ihn an und sagte: „Ich bin so glücklich, Cren!”
”Es ist ein Glück, dass es dich gibt, Andrea. Denn kein Tier und keine Blume hat die Fähigkeit derart glücklich zu sein. Dadurch sind wir etwas Einzigartiges in diesem Universum!”
”Wie du das alles so erzählst, Cren! Ich spüre einen Frieden in mir, den ich so noch nicht gekannt habe.”
”Ich verstehe”, sagte er. ”Du meinst deinen inneren Frieden. Aber was ist mit dem Frieden unter euch Menschen oben auf der Erde?”
”Ja das stimmt. Aber ob sich das mal ändern wird? Ich glaube es nicht.”
 
Das Universum – getragen von Liebe und Weisheit


Frieden ist immer möglich, Andrea. Frieden hängt immer von unserem inneren Frieden ab. Eure innere Einstellung, eure Ängste und euere Wut und die Missachtung vor euch selbst, die ihr nach Außen auf eure Mitmenschen übertragt, sind die Nahrung aller Kriege. Wenn wir inneren Frieden haben, Liebe und glücklich sind, dann können wir auch in Wahrheit leben.”
Er machte eine kurze Pause. Sie sah ihn an und sagte: „Aber es gibt so viele Wahrheiten, lieber Cren.”
”Nein, Andrea. Es gibt nur eine Wahrheit. Sie ist unabhängig von unseren Meinungen, unseren Gedanken und Vorstellungen, Theorien und unseren Beurteilungen. Es stimmt schon, dass es viele persönliche Wahrheiten gibt, aber es gibt letztendlich nur eine Wahrheit!
Die Wahrheit ist die größte Gegnerin der Vorurteile und der einseitigen Vorstellungen, die man sich oft von einer Sache macht. Wahrheit ist der Schlüssel zu unserem Leben, zu unserem Glück oder besser gesagt zu unserem Glücklichsein.”
”Ja, wie Recht du hast! Das Leben erscheint mir so selbstverständlich, dass ich vergesse mich täglich dafür zu bedanken.”
”Dankbarkeit, Andrea, ist das Großartigste was der Schöpfung passieren kann. Nutze sie, denn sie führt dich ins große Zauberland der wunderbarsten Gefühle.”
”Du bist ein weiser Mann, Cren, und das macht dich noch liebenswerter!”
”Die Liebe geht Hand in Hand mit der Weisheit. Das eine kann ohne das andere nicht sein. Wissen ist wunderbar, doch wenn es sich nicht mit Liebe vereint, kann es nicht zur Weisheit wachsen. Es wird ihm die Wärme fehlen, welche die Liebe ausstrahlt.
Dieses Universum wird von so einer herrlichen Weisheit getragen, dass wir nur staunend und ehrfürchtig davor stehen, und es lieben. Unser Universum ist eine einzige Symphonie, in der unser menschliches Leben ein Abbild in nur einer einzigen Note enthalten ist. Aus diesem Grund regiert die Weisheit unser Leben.”
”Und die Gerechtigkeit, Cren?” Er beugte sich wieder zu ihr rüber und streichelte mit seinen Fingerspitzen sanft ihr Gesicht. Dabei schaute er ihr tief in die Augen und sah ihren Schmerz, ihr tiefes Leiden, das in ihrem Herzen lag.
”Du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Die Naturgesetze sorgen immer für einen Ausgleich.”

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 03:03

”Du brauchst ein schweres Schicksal nie alleine tragen !”


Sie zog ihre Stirn in Falten und wollte gerade etwas erwidern. Aber Cren war schneller und sagte: ”Alles was du in deinem Leben tust, kehrt zu dir zurück. Wenn du immer nur Gutes tust, dann bekommst du immer nur Gutes zurück, egal von wem.”
”Vielleicht... vielleicht hast du Recht. Aber wo war Gott in der Zeit als ich ihn so nötig brauchte?”
”Du kennst bestimmt die Geschichte von den ’Spuren im Sand’, Andrea?”
”Nein!”
”Eine Frau träumte von einem Bild, das ihren Lebensweg als Spuren im Sand zeigte. In den Zeiten des Glücks und der Freude erkannte sie zwei paar Fußspuren im Sand, und sah, dass das eine Paar von ihr stammte und das andere Paar, das war Gott.
Doch plötzlich, immer in Zeiten schwerer Not, musste sie feststellen, dass nur noch ein Paar der Fußabdrücke im Sand zu erkennen war. Darüber beklagte sie sich bei Gott, dass gerade in schweren Zeiten er sie verlassen habe.
Doch Gott hörte ihre Klage und antwortete ihr: ’Mein Kind, in jenen Tagen, als du nur noch eine Spur im Sand gesehen hast, habe ich dich nicht verlassen, sondern ich habe dich auf meinen Schultern getragen!’
Es ist dein Fehler zu glauben, dass du in schweren Zeiten die Last des Lebens selber tragen musst. Nie bist du allein, auch wenn du deine Lebensbegleiter nicht siehst. Aber das liegt nur daran, dass du dein inneres Auge verschlossen hast.”
”Mein inneres Auge?”
”Ja, Andrea. Solange du bei mir bist werde ich dir zeigen, wie du dein inneres Auge öffnen kannst.”
”Und danach, Cren? Muss ich danach gehen? Darf ich dann nicht mehr bei dir sein?”
”Du wirst immer bei mir sein, Andrea. Ich werde dich nie verlassen.”
”Ich könnte alles verlieren, nur deine Liebe nicht”, gestand sie ihm.
”Ich würde mein ganzes Leben mit dir hier verbringen”, sagte er und strich ihr zärtlich über das weiche Haar. Dann drehte er sich zu ihr um und küsste sie innig auf die Stirn, auf die Augen, die Wangen und zuletzt auf die Lippen.
Er spürte, dass Andrea unter seinen Zärtlichkeiten erbebte. Dann zog er sie ganz zu sich heran, umarmte sie, und presste sie an sich.
Andrea gab seinen Drängen nach und schmiegte sich an ihn, schlang die Arme um ihn und hielt ihn umklammert, als wollte sie sich nie mehr von ihm trennen.
 
Zu den Ebenen von Verilla


Zur gleichen Zeit saßen Freunde und Gäste des Hauses Cepheus zusammen im Garten und unterhielten sich über Themen des Lebens.
”Ich wundere mich schon die ganze Zeit warum ich Sterne am Himmel der Kuppel sehe?”
Die Person, die Luna gegenüber saß und sich bei ihr als Lupus vorgestellt hatte, lächelte sie wissend an und erklärte: ”Die Sterne, das ist nur eine Spiegelung. Wir haben große geschliffene Eis-Spiegel an der irdischen Öffnung aufgestellt um uns hier unten den Luxus eines Sternenhimmels zu gönnen!” Seine Freude über das gelungene Experiment konnte man ihm ansehen.
”Ja, auch finde Sterne am nächtlichen Himmel wundervoll!”
”Ja Luna, auch wir empfinden so.”
”Bestimmt kann so ein Spiegel noch viel mehr zeigen?” Sie lächelte ihn unschuldig an, aber ihre Augen verrieten etwas anderes. Darum antwortete er ebenso geheimnisvoll wie sie fragte: ”Ja, ganz bestimmt kann so ein Spiegel auch andere interessante Dinge wahrnehmen!”
Seine Augen blitzten und strahlten sie an. „Admiral Byrd soll auch hier unten gewesen sein?”
”Nicht bei uns, Luna. Aber wir hörten von anderen, dass er sich bei den Polariern aufgehalten haben soll. Die Polarier sind ein Volk das eigentlich aus dem Weltraum zu uns in die Erde gekommen ist. Sie siedeln hier nicht, sie haben hier nur sehr luxuriöse Aufenthaltsorte. Ich möchte sagen, sie haben es sich hier unten sehr bequem gemacht dank ihrer Techniken. Der Admiral war ein begeisterter Ufologe. Schon während seiner Militärzeit hatte er verschiedene Sichtungen von UFOs gehabt, darunter auch eine Begegnung der 3. Art. Admiral Byrd kam auf Einladung der Polarier.”
”Ich habe darüber etwas anderes gelesen, Lupus. Der Admiral soll eher zufällig den Einstieg am Pol in das Erdinnere gefunden haben. Und das stimmt nicht?”
”Nun, ich will es mal so formulieren: Er konnte sich nicht mehr daran erinnern, dass er eine Einladung bekommen hatte.”
”Ah... ich verstehe!”
”Von Pictor hörte ich, dass sie in zwei Tagen zu den Sirianern aufbrechen wollen. Darum hätte ich sie gerne heute noch zu den Ebenen von Verilla eingeladen.”
”Verilla? Sehr gerne, Lupus! Ich habe davon schon viel gehört und ich würde mich sehr, sehr freuen, wenn Sie mir diesen Ort zeigen würden”, antwortete Luna und ihre Begeisterung konnte man ihr ansehen.
”Ein Ort ist es nicht. Da haben Sie eine falsche Vorstellung. Was würden Sie sagen Luna, wenn ich Sie bitten würde, wir gingen gleich dorthin?”
”Ich würde sofort zustimmen, Lupus!”
”Gut, dann gehen wir!”
Er bot ihr seinen Arm an. Sie hakte sich ein und gemeinsam gingen sie durch den Garten hinaus aus dem Tor.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 03:06

Unsere Freunde weilen nun schon längere Zeit in der unterirdischen Welt, die sie durch den Untersberg erreichten. Sie erleben weitere faszinierende Abenteuer, so auch an diesem Tag, an dem Lupus, ein Bewohner dieser geheimnisvollen Welt, mit Luna unterwegs ist in das Gebiet von Verilla.
Folge 31
 
Die Ebenen von Verilla


Sehen Sie dort unten den Turm?”
”Ja.”
”Das ist unser Ziel.” Mittlerweile hatte er seinen Arm um ihre Taille gelegt. Sie ließ es geschehen. Sie spürte, wie ihr Herz gegen ihre Rippen schlug.
”Was war nur an ihm das mich so fasziniert? Waren es seine Augen oder der Duft seines goldenen Haares? Ich weiß nicht was es ist, was ihn so anziehend auf mich wirken lässt”, dachte sie.
”Luna?”
”Oh, ich war gerade mit meinen Gedanken woanders gewesen, Lupus. Entschuldige bitte, dass ich dir nicht zugehört habe.”
”Hoffentlich waren es besondere Gedanken, Luna!” Luna errötete etwas und antwortete:
”Ja, so könnte man es sagen.”
”Das freut mich aufrichtig!” Er zog Luna noch enger an sich heran und dann beugte er sich zu ihr hinunter und ihre Lippen fanden sich zu einem vorsichtigen Kuss. Mit einem Schlag war ihre Unsicherheit verschwunden.
 
Reichtum ohne Geld und Besitz


”Lupus?”
”Ja, Luna?”
”Es ist hier wunderschön bei euch! Bestimmt sind alle Menschen zufrieden. Habt ihr ein besonderes Regierungs-System?”
”Vor allen Dingen haben wir keine Zahlungsmittel. Jeder besitzt soviel wie er haben möchte und jedem steht es frei alles zu benutzen.”
”Aber es gibt doch wohl so etwas wie Besitz?
”In gewisser Weise schon. Jeder hat die Wahl sich Besitz anzuschaffen, wenn er das möchte.”
”Dann kann jemand auch zwei Häuser oder mehr besitzen?” Lupus lachte übers ganze Gesicht als er Luna antwortete:
”Sag, meine Rosenblume, was sollte jemand mit zwei Häuser anfangen?”
”Er könnte eines davon vermieten.” Und abermals lachte Lupus ganz herzlich, bevor er ihr antwortete.
”Und an wen? Nein, jeder besitzt ein Haus, mehr nicht. Mieten oder vermieten kann hier niemand etwas!”
”Hm, du sagtest aber doch, dass jeder Besitz anhäufen könnte? Dann könnte er doch auch zwei Häuser haben?”
”Ja, er könnte, aber das macht niemand! Und angenommen, jemand würde das, dann müsste er sie allein bewohnen. Aber das würde uns seltsam vorkommen und wahrscheinlich ist noch niemand auf diese Idee gekommen!” Er schaute sie an. Sein Blick zog sie magisch an und ihr Hals wurde ihr plötzlich trocken. Unwillkürlich fuhr sie sich mit der feuchten Zunge über ihre Lippen.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 03:08

Die Energien der Naturgeister werden immens anwachsen


Aus Verlegenheit fragte sie ihn, wie weit es noch bis zum Turm ist. Und er antwortete ihr, dass sie fast schon da wären.
”Sehen Sie dort unten die weiße Säule, Luna? Dort wollen wir hin!” Er hatte seinen Arm gerade ausgestreckt um ihr die Richtung anzuzeigen.
”Diese Säule ist pure Energie und sie kommt aus dem Herzstück dieses Planeten. Momentan wird der Erde großen emotionalen und körperlichen Schaden zugefügt. Und nur weil die Naturgeister Tag und Nacht daran arbeiten der Erde Erleichterung zu verschaffen um dieses schwere Los zu ertragen, ist es noch nicht zu größeren Schäden auf der Erde gekommen.
Die Atombomben, die bei Tests im Erdinneren gezündet wurden, haben große Löcher im Bauch der Erde gerissen. Das ist eines der schweren Vergehen, die die undankbare Menschheit der Erde zugefügt haben. Alles hat seine Grenzen!
Eines Tages werden die Energien der Naturgeister überdimensional angewachsen sein und dann werden die Naturgewalten wie ein Inferno über die unvernünftigen Menschen hereinstürmen und die, die das verursacht haben, werden sterben wie aus heiterem Himmel. Sie werden zuerst noch wunderbare Zeiten an Urlaubsplätzen verbringen, dann aber, wie von Zauberhand, wird sich der Himmel öffnen und durch Naturgewalten werden sie erschlagen, ertränkt oder von Feuer verzehrt. Berge werden einstürzen und große Geröllmassen werden in die Täler stürzen und ganze Städte vernichten.”
Als er den letzten Satz zu Ende gesprochen hatte, standen sie vor ihrem Ziel. ”Kommen Sie, Luna, wir wollen hineingehen.”
Im Turm gab es nur einen einzigen viereckigen Raum und eine kleine Tür. In diesem Raum waren an den Wänden rundum Garderoben angebracht an denen eine Anzahl Mäntel hingen. Lupus ging auf die Garderobe zu und wählte für Luna den richtigen Mantel aus.
”Darf ich?”, fragte er und legte ihr einen Mantel um. Er hatte oben am Hals nur einen Knopf. Er schloss ihn und küsste ihr dabei flüchtig auf ihren kirschroten Mund. Eine warme Welle voller prickelnder Gefühle durchwogte ihren Körper. Dann nahm auch er sich einen Poncho vom Haken und legte ihn sich um.
”Der Mantel ist ganz schön schwer”, bemerkte sie.
”Das fühlt sich nur am Anfang so an, wenn er noch nicht aufgeladen ist! Sind Sie bereit, Luna?”
”Es kann von mir aus losgehen”, sagte sie.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 03:09

Die Energiesäule


”O. K., Luna!” Er ging mit leichten Schritten zu einer Konsole, die mitten im Raum stand. Mit geübten Fingern bediente er die Tastatur der buntleuchtenden Schalttafel. Dann gingen sie zu der einzigen Tür, die sich im Turm befand und betraten die Energiesäule, die sie vorhin von weitem schon sahen. Das auf und ab der pulsierenden Lichtstrahlen umhüllte ihre ganze Gestalt. Die Glitzersteine auf dem Poncho reflektierten spielerisch und faszinierend das Licht der Säule und nahmen das Aussehen von vielen verschiedenen Pastell-Farben an.
Ganz langsam erhoben sich nun ihre Körper innerhalb der Energiesäule. Auf einer bestimmten Höhe angekommen schwebten sie schließlich ruhig und vorsichtig, wie von einer Geisterhand gehalten, aus der Energiesäule hinaus. Nun ging der Flug in ein schnelleres Tempo über. Sie flogen über eine unter ihnen liegende Heide, über einen tiefgrünen See und anschließend über einen dunkelgrünen Blätterwald.
Träumte sie, oder sah sie etwa durch ihr Drittes Auge diese unglaubliche Faszination dieser unendlichen Weite? Lupus flog auf sie zu und umarmte sie und zog sie näher in Richtung zum See hinunter. Immer noch im Fluge sah sie mit Überraschung, wie die Bäume des Waldes durchlässiger wurden, wie ihre Oberflächenstruktur lautlos auseinander fiel.
Lupus hielt immer noch ihre Hand als sie gemeinsam mitten durch die Baumstämme hindurch flogen. Oder flogen die Moleküle der Baumstämme durch sie hindurch? Jedenfalls bestand ihrer Meinung nach die Umgebung nicht mehr aus fester Materie, so sehr diese „Materie” dieses auch vorzutäuschen versuchte. Oder war es keine Täuschung der Natur, sondern eine Realität ihrer sehenden Seele?
In jedem Fall war es wundervoll hier zu sein. Am Ende des Waldes trennten sie sich, um im weitem Bogen wieder zueinander zu kommen. Lupus winkte ihr zu. Mit nur einem Gedanken bei ihm zu sein, schoss ihr Körper in Sekundenschnelle auf ihn zu und verschmolz mit ihm zu einer Einheit des Seins.
Sie kannte sich selbst nicht wieder. Niemals hätte sie es für möglich gehalten, von Liebe so durchdrungen zu sein. Der regelmäßige Pulsschlag von Lupus, den sie jetzt deutlich spürte, übertrug sich auf ihren Körper. Gott musste ihnen sehr nahe sein.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 03:12

Die Kraft der Baumwesen


Zur gleichen Zeit am gleichen Ort gingen Cren und Andrea am See entlang. Er hatte seinen Arm schützend um sie gelegt. Sie schauten nach oben zum Sternenhimmel und sahen mit Erstaunen, wie Lupus und Luna aufeinander zuflogen um ineinander zu verschmelzen.
Der See lag in einer tieferen Ebene, von drei Seiten mit duftenden gelben und violetten Sträuchern und Bäumen umgeben. Cren blieb kurz stehen als suchte er unter den Bäumen nach etwas ganz bestimmten. Er wählte einen Baum aus und winkte Andrea zu sich heran.
”Komm, Andrea”, sagte er zu ihr, ”stell dich bitte an diesen Baum, den ich für dich ausgesucht habe. Umarme ihn, damit du die Energie dieses Baumwesens spüren kannst.” Sie trat zu ihm, er nahm ihre Hand, um sie zu dem ausgesuchten Baum zu führen.
”Bitte ziehe deine Schuhe aus.” Sie wollte gerade etwas erwidern, doch Cren legte seinen Finger auf ihre Lippen und erklärte: ”Schuhe würden deinen Energiefluss zu diesem Baumwesen isolieren. Manche Menschen stellen sich mit dem Rücken an die Bäume, aber der Energieeinfluss ist viel intensiver, wenn man sich mit dem Nabelchakra dem Baum zuwendet.”
”Schließe jetzt deine Augen”, sagte er. ”Richte deine Gedanken ausschließlich nur auf diesen Baum. Dann sage mir, was du fühlst.”
”Liebe”, sagte sie überraschend. „Ich empfinde Liebe für alles was mich hier umgibt!” Lange Zeit blieb sie so vor dem Baum stehen und je mehr sie sich auf ihn konzentrierte, desto mehr wurde sie von Liebe erfüllt.
”Das ist sehr gut”, meinte Cren. ”Nimm deine Hände nun einmal von dem Baum weg. Was spürst du jetzt?”
”Es kribbelt in meinen Handflächen”, stellte sie leise fest.
”Das ist auch gut”, antwortete er. ”Dein Körper und der Baum haben jeder für sich eine bestimmte Energie-Frequenz. Durch das Band der Liebe hast du jetzt eine gemeinsame Energie mit ihm aufgebaut. Horch, was er dir erzählt, Andrea!”

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 03:22

In dem unterirdischen Land von Verilla entdecken Wigo und Professor Rosebär ein weiteres unheimliches Gefilde, das noch tiefer in die Erde führt. Aber dort ist nicht alles aus Gold, wie sie zuerst sehen und meinen, denn eine nicht ganz angenehme Überraschung wartet auf sie...
Folge 32 und 33 
 
Ein geheimnisumwobener, uralter Baum als Wegweiser

                    
„Haha, du hast wohl gedacht, mich alten Knaben für dumm zu verkaufen, und sich schnell allein aus dem Staub zu machen; hihi, aber darauf kannst du noch lange warten, dass so was mir passiert!“ Rosa war aus einer Hausnische herausgetreten und kam händereibend auf Wigo zu, der gerade durch den Torbogen auf die Strasse einbog.
„Ha, Gustav Rosebär ist tatsächlich noch am Leben!" Mehr konnte Wigo nicht über seine Lippen bringen. Zu sehr war er erschrocken von dem plötzlichen Auftauchen seines alten Weggefährten.
„Und wie, mein Lieber! Ich sprühe geradezu voller Leben!“ Gemeinsam gingen sie die Straße hinunter.
Der Sternenhimmel wurde langsam heller. Ein neuer künstlicher Morgen im unterirdischen Verilla begann langsam anzubrechen. Wigo legte einen Schritt zu. Der Professor neben ihm keuchte beim Laufen. „Warum hast du es nur so eilig?“ schnaufte er durch die Lippen.
„Wir müssen vor der Helligkeit dieser Umgebung vor Ort sein. Siehst du dahinten den Baum? Das ist unser Ziel, also leg' einen Zahn zu, die paar Schritte wirst du wohl noch schaffen ohne umzufallen!“
„Du hast gut reden. Du bist ja auch 20 Jahre jünger als ich.“
„Wir sind jetzt da!“ Keuchend und nach Luft japsend hatten sie ihr Ziel erreicht. Der Professor lehnte sich gleich an den Baumstamm und beugte sich vornüber. Er war sichtlich ausgepumpt. Wigo ging um den gewaltigen Baum herum, dessen dicke Wurzeln teilweise über dem Erdboden wuchsen. Dünnere Wurzeln hatten sich wie ein Gitter über den Boden ausgebreitet. Wigo schob die Wurzeln zur Seite. Ein darunter liegender Hohlraum wurde sichtbar. Er stützte sich auf seine beiden Arme und ließ sich in den Hohlraum hinuntergleiten. Als er unten stand, blickte er nach oben und winkte den Professor zu. „Komm..., auf was wartest du, spring runter!“
 
Ein weiteres unterirdisches Areal

                    
Langsam und umständlich wälzte sich Rosa durch das Loch. Beide standen jetzt unten und sahen sich um. „Da geht’s weiter“, meinte Wigo.
„Eigentlich ist es ziemlich hell hier unten, findest du nicht auch, Wigo?“
„Im Moment interessiert mich das herzlich wenig, Rosa.“
„Was interessiert dich dann?“ fragte er Wigo und lief hinter ihm her.
„Ob sich mein Verdacht bestätigt?“ Wigo blieb stehen und drehte sich zu Rosa um. „Vielleicht wäre es doch besser gewesen, ich hätte dich nicht mitgenommen. Vielleicht erlebst du heute Dinge, die du nie wissen wolltest!“
„Mensch Wigo, mach mal halblang. Ich bin doch kein kleines Kind mehr, das sich vor dem bösen Mann fürchtet.“
„Wer weiß? Wer kann das schon von sich selbst behaupten? Dort, die Stufen, gehen wir da mal runter“, entschied er und eilte darauf zu.
„Ach ’Gottchen’, was hast du es nur so eilig, das macht mich richtig fusselig.“ Zielstrebig lief Wigo die Treppenstufen herunter. Rosa hatte Mühe ihm zu folgen und ging darum etwas langsamer die Stufen hinunter. Dabei sah er wundervolle Zeichnungen an den Wänden. Ganze Geschichten wurden dort in Bildern erzählt. Er blieb stehen und schaute sich alles sehr genau an. Welch ein Kulturgut. Unglaublich!
Wigo war dreht sich um: „Mensch Rosa, wo bleibst du?"
„Sieh dir das mal an Wigo!" Rosa war langsam die letzten Stufen im Tunnel runtergegangen und stand nun vor einer Wandmalerei, die sich wie ein Wegweiser durch den Tunnel zog. Rosa's Hand glitt über die Zeichnungen. Die ganze Wand war voll davon. Rosa hatte nur noch Augen für die Wandmalereien und verfolgte sie mit zunehmender Faszination.
„Das ist Gold", murmelte er.
„Was sagtest du?"
„Ich sagte, das musst du sehen, Wigo."
„Immer deine Extratouren, Rosa."
„Nun stell dich doch nicht so an. Sei doch nicht so kleinlich. Guck mal hier. Ganze Reliefs an den Wänden und alles von purem Gold!"
„Wenn der mal was gefunden hat, das nach Hieroglyphen aussieht“, dachte Wigo, „ist der nicht mehr aufzuhalten.“
„Zeig mal her, was du so Wichtiges gefunden hast." Wigo stellte sich an die gegenüberliegende Wand und sah sich die Zeichnungen an. „Und für so was machst du so ein ’Trara’! Damals in Ägypten hatten wir schon bessere Dinge gesehen. Ha, was ist das schon?!“
„Bessere Dinge? Und was sagst du hierzu?"
„Wozu?“
„Na komm' doch her, und sei nicht so stur und arrogant, dann zeig' ich's dir!"
„Warum habe ich dich nur mitgenommen? Kannst du mir das mal erzählen, Rosa?“ Genervt machte Wigo zwei Schritte vorwärts. Er starrte auf die Wandmalereien. „Und was nun...?“
„Komm mal etwas näher ran, zu ’Papi’.“ Wigo überhörte das letzte Wort und kam dichter heran zu Rosa. Rosa grinste. Er glühte sichtlich vor Ungeduld und Freude über seinen Fund.
„Siehst du die Steine hier? Alles echte Steine! Und dieser Knopf hier? Auch pures Gold. Ich werde ihn jetzt herausziehen oder sonst etwas mit ihm machen, zu irgendwas ist der sicher nützlich. Und dann werden wir dem Geheimnis hinter dieser Wand auf die Spur kommen!"

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 03:24

„Ich habe ein mulmiges Gefühl!“

                     
„Halt! Lass das!"
„Wieso?"
„Wir sind keine Schatzsucher. Ich weiß nicht, aber ich habe ein mulmiges Gefühl für das, was hinter dieser Wand liegen könnte.“
„Ach was! Du mit deinen mulmigen Gefühlen. Ängstlich warst du ja schon immer. Wenn ich da an den Mosesberg denke, wo du diese ’Angsthasenshow’ abgezogen hast.“
„Nachtragend bist du nicht, oder?"
„Was ist nun? Kriege ich deinen Segen um das goldene Sesamöffne zu benutzen oder nicht?"
„Mach doch was du willst!"
„Nee, so nicht. Du musst es auch schon wollen. Bist du denn kein bisschen neugierig, was dahinter sein könnte?"
„Ich sagte doch schon, dass ich ein seltsames Gefühl habe."
„Also doch Angst?!"
„Nicht unbedingt. Es ist eben meine düstere Ahnung, die ich habe, dass irgendetwas hinter der Wand ist, das auf mich wartet, das ich kenne, und warum soll ich mich jetzt dieser Gefahr aussetzen, das gibt doch keinen Sinn, nur weil du deine Neugierde befriedigen willst muss ich mitmachen? Mann, hör doch auf mich!"
Unschlüssig blieb Rosa an der Wand stehen. „Ach was, jede Situation ist gleich gut, um eine Antworten zu bekommen", sagte er und hob seine Hand hoch um den goldenen Stift aus der Wand zu ziehen.
Ein dumpfes Grollen war die Antwort auf seine Handlung. „Klingt wie ein Erdbeben", meinte er. Ohne weitere Vorwarnung öffnete sich plötzlich unmittelbar vor ihnen die Wand.
Wigo reagierte sofort und stieß Rosa zur Seite, der dadurch gegen die gegenüberliegende Tunnelwand prallte. Für ihn war es allerdings zu spät, um noch auf die Seite zu springen. Er konnte sich gerade noch an die Seite der eingestürzten Mauer festklammern. Als er nach unten sah, erblickte er ein Netz aus Spinnenweben. Ein Schauer lief durch seinen Körper. Der Schweiß brach ihm aus. Ein nie enden wollendes Kribbeln, das jeder als Gänsehaut kennt, lief ihm über seinem ganzen Körper. Ihm befiel ein tiefes Unbehagen.
„Mein Gott, Wigo, was ist in dich gefahren, dass du mich so an die Wand schleuderst? Ich hätte mir alle Knochen brechen können. Und du stehst nur da und krallst dich an den Steinen fest. Merkst du eigentlich noch was? Verdammt noch mal!"
Ächzend erhob sich Rosa und klopfte sich den Staub von der Kleidung. Dann ging er auf Wigo zu. „Was ist denn los? Warum bleibst du hier stehen?"
Zu spät erkannte Rosa, dass sich vor ihnen ein Abgrund aufgetan hatte und unter ihnen sich ein großes Spinnennetz ausgebreitet war. Als der Alte nun abstürzte, riss er Wigo mit sich. Sie prallten voll auf das Netz.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 03:25

Wir müssen schnell hier raus!“

                    
Ein Beben ging durchs Netz und sie sahen instinktiv nach oben. Dort...! Ein dunkler Schatten huschte mit verblüffender Geschwindigkeit auf sie zu. Rosa kniff die Augen zusammen, und verfolgte den Weg des Schattens. Aber nirgendwo konnte er die Spinne entdecken.
Ein schrilles Sirren, wie der Ruf einer Sirene war alles, was sie warnte. Und dann sahen sie es. Ein gigantisches  Ebenbild wie aus der Höhle am Untersberg, nur mit dem Unterschied, dass dieses Insekt rabenschwarz und auf dem Rücken das Bild vieler Augen hatte. Viele Spinnen, so erinnerte Rosa sich, spinnen auch lebende Beute ein, um die Beute so länger aufzubewahren. Und über ihnen hingen schon viele schwarze, sackähnliche Kokons, ähnlich die aus dem Untersberg. Damals hatte Cisko eingegriffen und Wigo aus seiner misslichen Lage befreit. Heute aber waren sie allein, Cisko oder sonst wer weit weg. Er hasste solche Gedanken.
Rosa schluckte trocken und verbannte das bereits aufkeimende Entsetzen so gut er konnte in eine Imagination von duftenden Blumen und Sonnenschein. Er wartete bis das Netz nicht mehr schwankte. Dann atmete er tief durch und beugte sich zu Wigo. Der lag noch so da wie er gefallen war. Er stieß ihn in die Seite und brüllte ihn an: „Steh' auf, Junge!"
Er zerrte an ihn herum. . . ergriff ihn vorn am Hemd, mit der anderen Hand stützte er seinen Oberkörper hoch. Er war für den Alten einfach zu schwer.
„Verdammter Mist! Beweg dich, du Trantüte, wenn du am Leben bleiben willst“, schrie er ihn an. Dann holte er aus: Links und rechts knallte er dem Jüngeren seine flache Hand ins Gesicht.
„Au! Bist du verrückt?!“
„Komm hoch, Mann. Du hast wohl vergessen, wo wir hier sind? Wir müssen verdammt noch mal raus hier!"
Wigo drehte sich aus den klebrigen Spinnensträngen heraus. „Ich komme ja schon, ich komme ja schon... Aber hör’ du endlich mal auf zu fluchen.“
„Ich fluche nicht. Ich versuche nur meiner Angst Herr zu werden und jeder tut das auf seine Art.“
Keine Minute zu früh war Wigo aufgestanden. Plötzlich begann das Netz erneut zu schwanken. Aus den Augenwinkeln sah Rosa einen Schatten auf sich zurasen und er erfasste, dass er nicht schnell genug sein würde, um dem zu entkommen. Er spähte nach unten. Fast 20 Meter trennten ihn vom sicheren Boden.
„Zu viel“, dachte er noch als er sich fallen ließ und Wigo erneut mit sich runter zog.
„Lieber so sterben als von dem Vieh bei lebendigen Leibe ausgesaugt zu werden“, waren seine letzten Gedanken. Dann schossen ihre Körper wie zwei schwere Steine nach unten...

gefunden bei:

http://www.ufo-nachrichten.de/

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