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 Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt

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Elisa
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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-29, 21:34

Professor Rosebär, Luna und der Außerirdische Vasariah besuchten eine Mondbasis, wo sie eine aufschlussreiche Unterhaltung mit einem alten Mann führten, der dort im Jahre 1950 ausgesetzt wurde. Der Zwischenstopp auf dem Mond wird für Professor Rosebär doch noch zum Verhängnis, denn er gerät in die Fänge von finsteren Gestalten des Planeten Draco.
Folge 17                     
 
In den Lagerhallen des Mond-Flughafens

                    
Der kleine Gleiter zog in geringem Bodenabstand seine Kreise, bis er zur Landung ansetzte. Vor ihnen lagen nun wuchtige Lagerhallen. Ein Tor öffnete sich gerade, wobei sich ein Flügel seitlich öffnete, der andere versank im Boden.
Rosebär und Hata-aan verharrten einen Moment auf ihrem Standort. Als sich nichts rührte liefen sie in die Halle hinein. An den Wänden lagerten in geräumigen Boxen High-Tech-Waren. Der Professor betrachtete jede Box ausgiebig um zu sehen, was drin steckte.
„Also das ist ja…”, flüsterte er.
„Vorsicht”, warnte Hata-aan. „Es nähern sich Lebewesen. Sie bewegen sich sehr schnell.“ Die Augen des Professors durchstreiften in Windeseile die Lagerhalle um ein geeignetes Versteck zu finden.
„Dort entlang“, rief er. Zwischen zwei riesigen Körben aus Eisen fanden sie einen vermeintlich sicheren Ort.
Mit einer grotesken Emsigkeit liefen die Aliens mit den großen Köpfen und den Insektenaugen kreuz und quer durch die vordere Lagerhalle. Zum Glück hatten sie kein Interesse auch mal einen Blick nach hinten zu werfen. Mit angehaltenem Atem beobachtete Rosebär das Geschehen.
„Möglicherweise gehen den Bewohnern irgendwo da draußen in der Milchstrasse gewisse Waren aus“, dachte der Professor grinsend und kicherte in sich hinein.
Keine zehn Schritte von ihnen entfernt sah er jetzt eine Frau stehen. „Wo die wohl plötzlich so schnell herkam?, dachte er. Es war eine attraktive Frau von etwa 20 Jahren mit hoch stehenden Wangenknochen und langen schwarzen Haaren. Die Augen waren dunkel und ihre Lippen voll und rot. Sie öffnete einen Aktenkoffer und holte mehrere Beutel mit weißem Pulver heraus. An wen sie die Beutel weitergab, konnte der Professor von seinem Standort aus nicht sehen.
„Sehe ich richtig?“, sagte er mehr zu sich selbst als zu Hata-aan. „Die von der Erde kaufen High-Tech von den Aliens und bezahlen mit Stoff?“

Plötzlich merkten sie, wie sich die Tore der Lagerhalle wieder in Bewegung setzten. Mit einem Satz sprang der Professor hoch. Das Hata-aan ihm etwas zurief, hörte er leider nicht. Er lief wie in Panik zu den sich schließenden Toren.
Dann stolperte er und fiel direkt vor die Füße der unbekannten Frau. Er blinzelte hoch und erkannte jetzt außerdem drei Männer, die bei der Frau standen. Sie trugen schwarze Kombinationen mit weiß aufgesticktem Emblem. Es zeigte eine Schlange, die sich um einen Drachen wickelte.
Dem Professor überlief es eiskalt. Er fröstelte direkt als er an ihnen hochsah. Mit starren und stummen Gesichtern blickten die Männer zu ihm herab, die Frau grinste ihn hämisch an. Er sah die Waffe in ihrer Hand. Ein kurzes Aufblitzen nahm er noch wahr, dann wurde es dunkel um ihn.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-29, 21:36

Ein schmerzliches Experiment

                    
Rosebär saß auf einem Stuhl. Von weither drang eine Stimme an sein Ohr. Er konnte nicht richtig wach werden. Irgendeine bleierne Müdigkeit hatte ihn erfasst. Dann die Stimme wieder, ihm war als wäre sie in seinem Kopf.
„Sie fühlen sich jetzt ganz entspannt”, klang eine Stimme an Rosebär’s Ohr.
„Jaa“, sagte er. Und wieder sprach die Stimme ihn an: „Sie sind und bleiben ruhig und entspannt.“ „Ja...“, wiederholte der Professor, „...ich bin ruhig und entspannt.“
Die Frau ging zu einem kleinen Medikamentenschrank, der hinter ihr stand und holte eine Ampulle heraus, diese zog sie auf eine Spritze. Dann nahm sie den Arm des Professors und jagte ihm die Spritze in den Arm. Nur wenige Augenblicke später fiel der Professor kopfüber auf den Boden.
Die Tür wurde geöffnet und drei Gestalten kamen herein. Sie trugen Masken und hatten silberne Anzüge an. In den Händen hatten sie Stäbe, die ein mattes grünes Licht ausstrahlten. Die Gesichtsmasken waren oval. Grosse mandelförmige Insektenaugen schimmerten darin und die Kinnpartien der Masken liefen spitz und schmal zum Hals zu.
Sie legten den Professor auf eine graue Pritsche, die mit einem Kunststoffbezug bespannt war. Und dann stellten sie sich hinter ihn und warteten darauf, bis die Frau Anweisungen geben würde. Die Frau ging zu einem Schrank und holte ihre eigene Maske heraus.
Dann tippte sie Rosebär dreimal auf die Stirn und gab ihm das Kommando, aus der Bewusstlosigkeit zu erwachen, um dann wieder in Hypnose zu fallen. Sie beugte sich vor und flüsterte ihm das Wort: „Besucher“ ins Ohr. Gleich darauf begann der Professor zu stammeln: „Oh mein Gott, sie sind wieder da! Nein, nein, ich will nicht!”
Der Professor keuchte, holte tief Luft und fuchtelte dabei mit den Armen und Beinen. Er wollte sich erheben, lag aber auf der Pritsche wie festgewachsen.
Die drei Gestalten traten nun wieder hervor. Ihr Gang war hölzern und steif. Es sah so aus als würden sie im Zeitlupentempo voran gehen. Einer von ihnen hob seinen Stab wie ein Zauberer, der gleich ein Kunststück vorführen würde. „Sie kommen, sie kommen“, schrie der Professor aus Leibeskräften.
Der eine Mann berührte nun mit seinem Stab den Professor leicht zwischen den Augen. Die Wirkung war verblüffend. Der Professor krümmte sich, als hätte jemand einen Hebel umgelegt, der seine Wirbelsäule wie ein Taschenmesser zusammen klappen ließ.
„Schauen Sie in Ihren Erinnerungen zurück“, suggerierte ihm die Frau. „Sie müssen in sie eintauchen, um die Wahrheit über das herauszufinden, was mit Ihnen geschehen ist.“
„Nein“, sagte Rosebär leise. „Nein.“ Die Frau rollte einen handlich kleinen Wagen heran, auf dem eine Menge chirurgischer Instrumente lagen. Zu den drei Männern sagte sie, dass sie ihr helfen müssten, den Professor zu entkleiden.
„Ist das nicht ein bisschen extrem riskant, jemanden wie diesen hier gleich in Projekt QE einzutauchen?”, fragte einer der Männer.
„Das lassen Sie mal meine Sorge sein! – festbinden!“, befahl sie im herrischen Ton.
Die Männer banden den Professor mit Lederriemen auf dem Tisch fest. Die Frau überprüfte die Riemen, nickte bejahend mit dem Kopf und entließ die drei.
Sie beugte sich zu Rosebär und flüsterte ihm ein Wort ins Ohr. Gleich darauf schrie der Professor: „Nein, nicht das schon wieder; nein, hört auf, was soll das? Was wollt ihr von mir? Wer seit ihr?“
„Wer wir sind?“, sagte die Frau, die jetzt mit einer schrillen Stimme sprach. „Das weißt du doch inzwischen. Wir sind Besucher vom Planeten Draco und wir führen Experimente durch. Wir brauchen fruchtbares Sperma von der Erde, weil unsere Art mit den Genen einer primitiven Rasse aufgefrischt werden muss, um eine Mischrasse zu erzeugen.“
Der Stimme des Professors überschlug sich. Er fing an erbärmlich zu kreischen. „Sei bitte kooperativ und höre auf zu jammern“, sagte die Frau kalt, während sie mit einem Gerät neben ihn trat...

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-29, 21:37

Die Befreiung

                    
Hata-aan hatte endlich das Gebäude gefunden, in dem sie den Professor verschleppt hatten. Verschiedene undefinierbare Gerüche schlugen ihm entgegen. Einen Geruch konnte er definitiv herausfinden: Blut!
Dann sah er ihn. Es war hell genug in dem Raum, um den gefesselten Professor auf der Pritsche liegen zu sehen. Sein Gesicht wies blaue Flecken auf und sein Körper war im Genitalbereich blutverkrustet.
Der Professor lebte noch. Er war bewusstlos und atmete nur noch schwach. Das Schlimmste bemerkte er erst jetzt, die Einstiche im Unterarm.
Hata-aan schüttelte ihn leicht an der Schulter. Keine Reaktion. Er schüttelte nochmals. Langsam öffnete der Professor die Augenlider, sein Mund begann sich zu bewegen.
„Sagen Sie jetzt besser nichts, Professor. Bleiben Sie ganz ruhig, ich hole den Gleiter.“
Der Professor öffnete seine Augen und sofort fing er an zu schreien. „Ich bin Hata-aan, Professor, und ich hole Sie hier raus. Aber beruhigen Sie sich bitte”, redete er auf den Professor ein.
Sichtlich erleichtert beruhigte sich der Professor. Hata-aan kleidete ihn notdürftig an. Dann nahm er den Professor auf seine starken Arme und trug ihn wie ein kleines Kind nach draußen. Dort legte er ihn erst einmal auf einen breiten Mondstein nieder. Dann machte er sich mit großen ausholenden Schritten auf dem Weg zum Gleiter.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-29, 21:39

Zurück zur Erde



                     

Der Professor erwachte in einem großen, märchenhaft schönen Raum, dessen Wände aus einer schimmernden Substanz bestanden. Die Farben an den Wänden bewegten sich und flossen ineinander. Er beobachtete dieses Farbenspiel eine Weile.

Dann öffnete sich die gegenüberliegende Wand in zwei Teile und ein vierdimensionales Bild erschien. Er sah Vasariah, der zu ihm sprach und ihm einen guten Tag wünschte.

Der Professor lächelte zurück und sagte, dass er sich sogleich ins ‘Zeug legen’ würde, um eine gute Malzeit mit ihnen einzunehmen, bevor sie in den Erdorbit eintauchen würden.

„Habe ich lange geschlafen?“, wollte der Professor von Luna wissen. „Nein, ganz und gar nicht...“, erwiderte sie ihm und lächelte ihn dabei fröhlich an, ...nur ein kleines bisschen länger als wir.“

„Dann bin ich zufrieden“, lachte er. „Ich versäume nämlich nicht gerne etwas!“

Schweigend trank Luna ihr Glas mit der violetten Flüssigkeit leer. Und nur sie wusste, dass Vasariah Teile seiner furchtbaren Erinnerung aus seinem Gehirn gelöscht hatte. Es war eine Geste der Liebe.

„Ich freue mich wieder auf die gute alte Erde zurückzukommen”, sagte er und rieb sich die Hände. „Und weißt du was noch, Luna? Ich hätte große Lust, Krister in Schweden zu besuchen. Und hoffe, dass du mitkommst.”

„Vielleicht“, erwiderte sie nur. „Jaaa“, fing er an zu schwärmen. „Ich würde zu gerne einmal zum Nordkap fliegen, zu den Nordkaphallen. Selbst im Juli herrschen dort noch durchschnittlich 10 Grad plus, aber das sollte uns nicht abhalten“, sagte er sichtlich erfreut über die in Aussicht stehende Reise. Er lehnte sich auf seinem Stuhl zurück und starrte Löcher in die Luft. Sicherlich war er schon wieder mal in Gedanken auf eine große Reise gegangen.

Vasariah holte ihn in die Wirklichkeit zurück als er sagte, dass sie im Anflug der auf die Erde sind.

„Oh“, entfuhr es ihm. „Ja, dann will ich mich von dir verabschieden. Ich hoffe und wünsche, dass wir uns einmal wieder sehen.“

„Bestimmt werden wir uns wieder sehen, Herr Professor! Geben Sie gut auf sich Acht und besonders auf Luna“, sagte Vasariah und reichte ihm die Hand. Der Professor ergriff sie und hielt sie länger fest als es üblich war, dabei schaute er ihn in die Augen und kniff die Lippen zusammen. Dieser Abschied bewegte ihn doch sehr und er konnte sich beinahe der Tränen nicht verwehren. Schliesslich rollten doch Tränen über Rosebärs Gesicht, so aufgewühlt war er über diesen Abschied.

Und dann ging er aus dem Raum und wartete draußen auf Luna. Gemeinsam stiegen sie in den Gleiter, der sie zur Heimat zurück bringen sollte.

 

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-29, 21:41

Wieder daheim!

                    
Lautlos wie ein hellbeleuchtetes Kriegsschiff der U.S.-Marine schwebte das Raumschiff heran.
„Besuch“, flüsterte der Professor Luna zu. „Ja, ich habe sie schon aus dem Augenwinkel gesehen“, erwiderte sie leise. „Und wir können nichts tun als einfach nur abwartend da zu sitzen, Luna?“
„Vielleicht kommen die Unbekannten mit guten Absichten”, meinte sie. „Ja, das denke ich auch. Sonst hätten sie uns schon längst ’auf’s Korn’ genommen“, bemerkte er laut und dachte: „...man kann nie sicher sein, was den E.T.’s so alles einfällt...“ Dabei liess er das unbekannte Raumschiff nicht eine Sekunde aus den Augen.
„Sie drehen ab“, stellte Luna erleichtert fest. „Wir haben noch mal Glück gehabt!“
Der Himmel war sternenklar. Der Gleiter verlangsamte seinen Flug und ging tiefer. Behutsam senkte er sich herab auf einen Platz, der von Bäumen und Büschen umgeben war.
Der Raumgleiter öffnete sich und Luna und der Professor kletterten aus den engen Sitzen. Sie entfernten sich einige Schritte vom Fahrzeug. Das schloss wieder seine Türen und hob sich mit leisem Summen senkrecht in den Himmel empor. Luna und Rosa schauten ihm hinterher bis der Gleiter ihren Blicken entschwandt, erst dann machten sie sich auf den Heimweg.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-29, 21:42

Wiedersehen mit Wigo

                    
Wie lange ist es her, dass ich hier an diesem Tisch sass und eine Tasse Tee mit dir zusammen trank, Luna?“
Rosa überlegte nur kurz, holte dann tief Luft und sprach weiter: „Hast du schon den Stapel Zeitungen dahinten gesehen, Luna?“ Er deutete mit einem kurzen Kopfnicken in die Richtung des Fensters.
Auf dem Tisch davor lagen fein aufgestapelt ein Berg von Zeitungen. Sie grinste verschmitzt und knallte ihm mit einem glucksenden Lachen eine Zeitung auf den Tisch. Rosa griff nach ihr. Er klappte sie auf und hämmerte ein paar mal mit den Knöcheln der rechten Hand auf die Tischplatte, denn er war hochüberrascht:
„Das ist ja interessant! Hast du das hier schon gesehen?“ Der Professor sass angespannt über die Zeitung gebeugt und sagte dann endlich laut: „Wigo hält einen Vortrag über den Dualismus. Er muss ja eine Menge während seines Aufenthaltes bei den Bousnani’s gelernt haben! Werden wir hingehen, Luna?“ Vielsagend blickte er Luna an.
Die nickte verwundert und meinte: „Dann können wir uns gleich dafür bedanken, dass er unsere Koffer hierher gebracht hat.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-29, 21:44

Beim Vortrag 

                    
Luna wartete mit Rosa zusammen auf dem Flur bis sich die Türen zum Saal öffneten. Sie waren früh gekommen, denn sie wollten möglichst in der ersten Reihe sitzen, nahe genug an jener Person, die sie schon so lange kannten und die dann doch mit den Bousnani’s eigene Wege gegangen war.
Im Saal waren fast alle Plätze bis zum letzten Platz besetzt. Es lag eine ruhige, aber erwartungsvolle Stimmung in der Luft. Als Wigo an das Rednerpult trat, trafen sich ganz unvermittelt die Augen von Rosa und Wigo. Aus unerklärlichen Gründen beschlich Rosa so etwas wie ein schlechtes Gewissen. Er schaute Wigo an und seine Gedanken gingen auf eine lange Reise, von der er erst zurückkehrte als er die Stimme Wigo’s vernahm...

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 01:45

Nach der Rückkehr von Luna und Professor Rosebär gibt es ein freudiges Wiedersehen mit Wigo anlässlich eines Vortrages. Wigo selbst hält diesen Vortrag. Luna und der Professor sind sehr erstaunt darüber und sind der Meinung, dass er während seines längeren Aufenthaltes bei den Bousnani’s sehr viel gelernt haben muss!
Folge 18                     
 
Wigo’s Vortrag

                    
„Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Freunde und Mitforscher auf dem Gebiet der Kommunikation mit dem Weltraum.
Die Welt besteht nicht nur aus den von uns bekannten Sternen und Planeten, sondern aus vielen verschiedenen Ebenen, von denen unser Universum nur eine ist.
Eine ganz besondere Ebene ist die astrale Ebene. Ein Reisender in der astralen Ebene muss sich durch die Kraft seiner Gedanken bewegen, weil die körperliche Kraft nicht möglich ist.
Auch die Zeit fließt in der astralen Ebene anders. Die intelligenten Bewohner dieser Ebene sind uns bestens bekannt, als die ‘Grauen’.
Sie verfügen über gewaltige Machtmittel, denen die meisten Menschen nichts entgegensetzen können. Einige meinen, wenn es diese Außerirdischen geben sollte, hätten sie mit ihrer überlegenden Technologie die Erde schon längst erobert. Andere Menschen argumentieren wiederum, dass diese ‘Grauen‘ mit friedlicher Absicht unsere Erde besuchen, nur um jene Menschen abzuholen, die sich vor ihrer Inkarnation den ‘Grauen‘ verpflichtet haben, sie bei ihrem Projekt der Hybriden-Forschung zu unterstützen.
Aber das stimmt nicht!
Diese Aliens sind für uns Menschen ein reales, globales Problem geworden.“
Wigo machte eine kurze Pause und nahm einen Schluck Wasser aus dem Glas, das vor ihm stand. Als er es wieder auf das Rednerpult zurück stellte, schaute er direkt in die Augen von Luna.
Und während er weitersprach, dachte sie daran, wie sehr er sich in letzter Zeit verändert hatte. Sein Haar war schlohweiß geworden und seine Haltung war müde. Die Schultern waren leicht nach vorne gezogen, in seiner Stimme schwang die ganze Resignation über ein Leben, das seinen Sinn verloren hatte.
„Das Negative ist auf dieser Welt riesengroß und wird durch den Fortschritt der Technik verdeckt. Die meisten Menschen wissen leider nicht, dass neben der positiven Schöpfung auch noch eine gegensätzliche, dämonische Schöpfung besteht, die den Kampf gegen das Gute führt.
Es gibt kaum ein Gebiet der Schöpfung, das nicht in negativer Weise kopiert worden ist. Die ganze Fauna und Flora sind negativ durchsetzt und zu dem Zweck ins Leben gerufen, die positive Schöpfung anzugreifen.
Wenn Gott gutartige Mikroben schuf, setzte die negative Existenz giftige daneben. Wenn Gott gutartige Tiere schuf, so schuf die negative Existenz seine giftigen Skorpione, Reptilien und Insekten.
Die Philosophie hat sich stets an der Tatsache gestoßen, dass sich das organische Leben gegenseitig bekämpft. Ein solcher Zustand ließe sich schwer mit einem liebenden Gott vereinbaren. Aus diesem Grunde steuerte die Philosophie immer wieder zum Atheismus hin. Aber die Natur steht nicht im Widerspruch zueinander, sondern es zeichnet sich nur der Kampf zwischen der göttlichen und der satanischen Schöpfung deutlich ab.
Gott könnte in seiner Allmacht die gesamte dämonische Schöpfung mit einem Schlage vernichten. Aber er müsste mit vielem dann von vorne anfangen.
Im Verhältnis zu den vielen geistigen Ebenen ist der Erdenmensch für die Angriffe von Gut und Böse vorprogrammiert. Denn auf anderen Ebenen - außer den astralen Welten -, ist die Boshaftigkeit dort sehr gering.
Wenn man Gott richtig sehen will, so muss man ihn als ein kosmisches Universalbewusstsein ansehen, aber nicht als eine menschenähnliche Person.
Das trifft auch auf den großen Engel der astralen Ebene zu, ich komme später noch mal auf ihn zurück, er ist ebenfalls keine Person, sondern ein geistiger Prozess, der seine Instrumente inspiriert.
Und weil man dies nicht bedachte, war es stets möglich, die Naturgewalten als Feinde zu betrachten, wenn sie ausuferten. Denn die Naturkatastrophen bestehen zum Teil aus negativen Kräften, die vom Menschen ausgelöst werden können. Aber durch ein gemeinsames zusammenarbeiten zwischen Gott, dem Menschen und der Natur, kann erreicht werden, dass dieser große Apparat Natur noch zuverlässiger und sinnvoller funktioniert zum Segen der Menschheit und zur Freude ihres Schöpfers.
Doch wenn es so weiter geht wie bisher, dann erreichen wir als Menschen das Niveau der negativen Natur, das heißt, wir würden nicht mehr Gut und Böse empfinden, weder Liebe noch Güte und überlassen anderen Bewusstseinen das Denken und letztendlich die Führungen. Es ist daher notwendig, die positive Schöpfung zu erkennen und der negativen Schöpfung entgegenzutreten. Aber das soll keineswegs heißen, dass wir uns wie die wilden Tiere aufführen und darum auch ein Recht hätten zu töten. Grausamkeit ist auch eine Begleiterscheinung des Atheismus, während Liebe eine Begleiterscheinung des wahren Gottglaubens ist.
Die zunehmenden Auseinandersetzungen zwischen Gut und Böse sind Zeichen der Endzeit. Eine Endzeit ist jedoch nicht ein katastrophaler Untergang der Welt, sondern der Sieg des Guten über das Negative.
Sicherlich fragen Sie sich jetzt, woran man denn die negative Schöpfung erkennen kann? Je umfangreicher das spirituelle Wissen ist, umso leichter kann man zwischen positiver und negativer Schöpfung unterscheiden.“
Wigo griff wieder zu seinem Glas und nahm zwei kleine Schlucke. Als er das Glas wieder hinstellte, warf er Luna einen schnellen, prüfenden Blick zu, um gleich weiterzusprechen:
„Es ist die größte Tragik dieser Menschheit, negative Außerirdische nicht ernst zu nehmen. Man lacht, wenn von der Macht des übersinnlich Bösen die Rede ist.
Bei allem persönlichen Unglück oder anderen tragischen Geschehen kann man immer wieder hören, dass der Mensch Gott dafür verantwortlich machen möchte: Warum lässt Gott, wenn ER existiert, dies alles geschehen?
Darauf kann ich nur antworten: Gott ist der Schöpfer allen Seins. Doch niemand vermag zu begreifen, warum im Universum das Böse existiert. Die von Gott geschenkte Freiheit gibt jedem Wesen die Macht, sich zum Guten oder zum Bösen zu entwickeln.
Entwickelt sich ein Wesen zum Bösen, so ist das nicht Gottes Prinzip. Gott ist bemüht, seinen Kindern das zu erklären, aber er ist nicht gewillt, seine Gesetze zu ändern, denn Gott schaut absolut weiter voraus, als es einem Menschen möglich wäre. Jede Energie stammt vom Schöpfer und sie wird vom Menschen benutzt. Doch der ’böse Mensch’ benutzt diese Kräfte für die Zerstörung der Schöpfung.
Wir werden in nächster Zeit mit noch größeren Naturkatastrophen zu rechnen haben, mit der Verschiebung der Erdachse und auch mit weiteren Veränderungen des Klimas und somit wird sich auch unser Leben verändern. Aber dabei geht es nicht darum, sich anzupassen wie ein Chamäleon, sondern wir müssen unser Bewusst–Sein verändern.
Die Menschen beobachten sehr gut, dass böse Mächte ständig die Welt bedrohen und in Unruhe bringen. Aber sie denken einfach nicht darüber nach, dass diese Mächte aus einer außerirdischen Intelligenz stammen und das ist die größte Tragödie dieser Welt. Die Menschen dieser Erde ahnen gar nicht, was diese Auseinandersetzung für sie bedeutet!
Allerdings haben Medien diese Mächte entstellt, sie verharmlosen sie, und erklären Entführte für durchgeknallte Spinner. Aber diese Entführungen sind real.
In den 50-er, 60-er Jahren war das anders. Damals gab es Kontakte anderer Art. Es wurden von humanoiden Wesen berichtet, die sich Santiner nannten, die aussehen wie irdische Menschen und Botschaften von großem Wert zur Erde brachten.
Aber das hat sich etwas verändert. Jetzt kommen auch die negativen Existenzen in die Welt, immer und immer mehr. Und das hängt mit der negativen Denkweise der Menschen zusammen, denn Gleiches zieht Gleiches an! Diese Gedankenschwingungen setzen Energien frei, darum der vermehrte Einsatz dieser E.T.’s!
Diese Wesen sind keine Wesen, die im göttlichen Auftrag handeln. Sie sind nicht von Gott gesandt, sondern sie gehören der anderen Macht an, die die Bibel als den ’gefallenen Engel’ beschreibt.
Das Böse und das Negative ist nicht etwas Vorhandenes, das zur Schöpfung gehört, sondern es wird durch den Geist erschaffen, der sich negativ verhält und den Aufstieg scheut.“
Er griff ein letztes Mal zum Glas und nahm nochmals einen Schluck. Und auch diesmal warf er Luna wieder einen so seltsam, prüfenden Blick zu.
„Es ist ein Irrtum zu glauben, dort wo das Gute ist, sei das Böse nicht vertreten. Diese Polarität besteht nicht etwa 50 zu 50. Das Gute im Universum ist unvorstellbar größer als das Negative. Es ist im Verhältnis etwa so, wie das Sonnensystem zum Mond. Und trotzdem wollen negativ Außerirdische die Welt aus den Angeln heben, um wenigstens einen Teilerfolg zu erzielen.
Ganz umsonst, denn jede Bewegung wird durch erfahrene positive Intelligenzen überwacht. Diese Intelligenzen sind großartig und gewaltig. Bei einem Angriff der negativen Existenzen bekämen sie nämlich die Macht der göttlichen Lichtwesen zu spüren.
Meine Damen und Herren, liebe Freunde, ich bin nun am Ende meines Vortrages angekommen. Ich danke Ihnen sehr, dass Sie hier anwesend waren und würde es begrüßen, wenn Sie mich anlässlich einer meiner kommenden Beiträge wieder so zahlreich besuchen würden. Herzlichen Dank!“
Wigo stellte sich jetzt neben das Rednerpult und verbeugte sich leicht vor dem Publikum. Dann ging er hinter die Bühne.
Wie auf Kommando sprang nun Rosa von seinem Klappstuhl hoch. Mit einem Satz sprang er auf die Bühne und lief Wigo hinterher.
Inzwischen war Luna bereits im Foyer angekommen und hielt Ausschau nach Rosa. Und da kam er auch schon an, begleitet von Wigo.
Mit einem strahlenden Lächeln ging Wigo auf Luna zu und fragte: „Hallo Luna, seit ihr gekommen um nur mich zu sehen oder um meinen Vortrag zu hören?”
„Deinen Vortrag natürlich!“, erwiderte Luna ebenso lässig. „Er war übrigens grandios!”
„Ja, das muss ich auch sagen, Wigo, ganz große Klasse. Vorhin sagte ich schon zu Luna, dass die Bousnani’s dir eine Menge beigebracht haben. Aber eigentlich wollten wir dich zum Essen einladen, was meinst du dazu?“

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 01:47

Eine erschütternde Offenbarung

                   
Einige Zeit später saßen sie in einem gemütlichen Restaurant. Sie hatten einen Tisch direkt am Fenster bekommen.
Das Essen war reichhaltig gewesen und so nahmen sie alle noch einen Cognac. Rosa schaute Wigo freundlich an und meinte dann:
„Wie ich schon vorhin sagte, Wigo, dein Vortrag war grandios, etwas Vergleichbares habe ich noch nicht gehört.“
„Danke, danke Rosa“, erwiderte Wigo und lächelte den Professor an. „Es hat dir also gefallen!“
„Ja! Aber sag’ mal, was machen denn die Bousnani’s? Bist du noch mit den beiden zusammen?“
Das Strahlen auf Wigo’s Gesicht wich jetzt einem schwachen, mühsam aufrecht erhaltenen Lächeln.
„Die Bousnani’s...”, begann er mühsam zu sprechen und seufzte dabei vernehmlich, „...die Bousnani’s sind wieder in Marokko und ich bin hier...“
„Aber Junge, was redest du denn da? Wir sehen doch, dass du hier bist!“ Und bei diesen Worten tätschelte er ermunternd Wigo’s Hand.
„Junge, ist dir nicht gut?“
Rosa sah ihn verständnislos an. Sein Gesicht war ein einziges Fragezeichen und Luna fing an zu lachen. Irritiert schaute er sie an und bevor Rosa darauf etwas erwidern konnte, sprach Wigo weiter:
„Ich kann euch die ganze Geschichte mit den Bousnani’s und dem ganzen Drumherum nicht nur mit ein paar Sätzen erzählen. Da ist einfach zuviel passiert.“
Er beugte sich rüber zu dem leeren Stuhl, der neben ihm stand und holte aus seiner Aktentasche ein grosses, braunes Kuvert heraus. Das legte er auf den Tisch und schob es zu Rosa rüber und nickte ihm zu.
„Für mich?“, fragte Rosa erstaunt.
Wigo nickte ihm nochmals ernst zu und sagte weiter nichts. Rosa drehte das Kuvert mit beiden Händen hin und her und sah, dass es nicht verschlossen war. Dann griff er ins Kuvert hinein und holte einen Packen Fotos heraus. Die Fotos legte er nebeneinander einzeln auf den Tisch.
Gebannt starrte er auf die Fotos...
Er benötigte eine ganze Weile um seine Gedanken beim Anblick dieser Fotos zu ordnen. Und je länger er sich die Fotos auf dem Tisch ansah, desto verblüffter wurde er.
Inzwischen schaute Wigo Luna an und dachte an ihre Wärme die sie für ihn hatte als sie noch zusammen waren. Ihre Geborgenheit, die er in ihrer Nähe verspürt hatte und an ihre Güte. Sie hatte ihm gefehlt als er mit den Bousnani’s zusammen war. Er lächelte sie wie aus weiter Ferne an. Dann sah er wieder auf den Professor.
Als Rosa seinen hocherstaunten Kopf erhob, starrte er direkt in die Augen von Wigo.
„Du kannst es ruhig glauben...!“, sagte Wigo mit einer deutlichen Erschütterung in seiner Stimme, „...das auf den Fotos, ja, das sind die Men in Black . . . und daneben stehen die Bousnani’s! Und die Fotos sind echt, ich habe sie selbst geschossen!”

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Elisa
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Chinesische Tierkreiszeichen : Drache
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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 01:49

Nach seinem Vortrag offenbarte Wigo dem Professor und Luna, dass er in den letzten Monaten sehr viel erlebt hatte, ja sogar mit den berüchtigten „Men in Black“ hatte er seine Erfahrungen gemacht. Aber dabei sollte es nicht bleiben, denn auch der Professor Rosebär und Luna sollten mit diesen geheimnisvollen Schwarzen Männern zusammentreffen...und das sogar noch schneller, wie sie alle dachten!
Folge19                                       
 
Die Men in Black – von Angesicht zu Angesicht

                    
Bevor Rosa irgendetwas sagen konnte, legte Wigo seinen Finger auf den Mund und sagte: „Bitte, lass’ uns jetzt leiser sprechen.“
„Du hast die Men in Black fotografiert?“ flüsterte Rosa erschüttert.
Mit hastigen Handgriffen verstaute Rosa die Fotos wieder ins Kuvert und gab es Wigo zurück.
Der winkte ab und sagte: „Ich schenke sie dir, behalt sie nur!“
„Auf keinen Fall, Wigo, nimm die Fotos ruhig wieder zurück, denn die Men in Black sind heißer als wenn ich mit einem Kilo Heroin im Flugzeug von A nach B reisen würde. Mit diesen Herrschaften ist nicht gut Kirschen essen. Die sind skrupellos und schrecken vor nichts zurück!“
„Ach was! Nun stell’ dich doch nicht so zickig an, Rosa“, murmelte Wigo hinter geschlossenen Zähnen.
Als Rosa etwas erwidern wollte, stieß ihn Luna von der Seite an und sagte: „Bevor ihr euch noch in die Haare kriegt, schaut mal lieber aus dem Fenster.“
Draußen am Straßenrand auf der gegenüber liegenden Seite parkte eine schwarze Limousine. Wie viele Leute im Auto saßen, konnte man vom Restaurant aus nicht sehen, denn die Autofenster waren schwarz getönt.
Vor der Limousine standen jedoch zwei Leute. Sie lehnten gemütlich am Auto und sahen wie hypnotisiert zum Restaurant rüber. Sie trugen schwarze Anzüge und dunkle Sonnenbrillen. Was besonders an ihnen auffiel, waren die kalkweißen Gesichter dieser Leute und ihre Kopfbedeckungen, die sie trugen, diese breitrandigen schwarzen Hüte.
„Mir wird ganz mulmig in der Magengegend“, wisperte der Professor.
„Und nun?“
Fragend blickte er Wigo an. Dieser grinste nur breit und fragte, wo sie ihr Auto stehen hätten. „Nicht weit von hier“, beschrieb Luna und wies mit ihrem Finger in die andere Richtung, wo die M.I.B.’s standen.
„Dann wollen wir mal gleich unsere Beine in die Hand nehmen und losspurten. Laufen können die da draußen nämlich gar nicht, denn bevor sie uns einholen, hat das Asthma sie schon ausgelaugt. Und sollte es einen von denen doch noch gelingen, uns am Rockzipfel zu fassen zu kriegen, dann schlagt ihnen die Brillen runter, denn das Sonnenlicht macht sie blind.“
„Du hast also schon einige Erfahrungen mit ihnen gemacht“, stellte Rosa mit Genugtuung fest. „Das kann ich wohl sagen“, erwiderte Wigo und lachte dabei über’s ganze Gesicht. „Ich habe gewusst, eines Tages würden sie wiederkommen!“
„Na, dann“, sagte Rosa, „dann wollen wir mal aufbrechen.“
Sie standen an der Eingangstür des Restaurant’s. „Einen Moment“, meinte Rosa. „Am besten ist, ich zähle bis drei, und dann stürmen wir gemeinsam zum Angriff!“ Die letzten Worte von ihm gingen schon in einem glucksenden Lachen unter.
„Eins, zwei...“, Rosa holte nochmal tief Luft: „...Drei!“ Er riss die Tür auf und sie stürmten hinaus, gleich links die Strasse hoch.
Schon hörten sie laute Tritte über den Asphalt jagen, als Rosebär links aus dem Augenwinkel herauss eine schwarze Gestalt erblickte. Er stolperte, konnte sich noch fangen, aber das nützte ihm wenig. Die schwarze Gestalt hatte ihn eingeholt und stand nun vor ihm. Rosa blieb auch stehen und starrte den anderen wie ein giftiges Reptil an.
Er wusste, dass er nun wohl zuschlagen musste. Und er handelte so schnell , wie er nur handeln konnte. Seine rechte Hand sauste zum Knirps, den er mit der linken krampfhaft festgehalten hatte. Er riß den Arm hoch und ließ den Schirm auf den Kopf des MiB niedersausen.
„Da hast du deinen Teil, und noch einen!“
Der MiB war total verblüfft, er hatte mit dieser Reaktion seines Gegenübers nicht gerechnet. Er starrte den Alten an und fiel wie ein schlecht montiertes Regal in sich zusammen. Rosa beugt sich noch über ihn um zu sehen, ober auch wirklich k.-o. war.
Da sah er aus dem Augenwinkel, wie der nächste MiB auf ihn zukam. Rosa dreht sich um ... zu spät! Eine eiskalte Hand packt ihn an sein Handgelenk und schleuderte ihn auf die Strasse.
Rosa blieb jedoch nicht liegen, er rappelte sich sofort wieder hoch und wirbelte herum. Der MiB stand nur da, er grinst und zog die Oberlippe hoch, die stark geschwollen war. Der MiB grinste in einer Weise, dass es Rosa eiskalt über den Rücken lief.
In dem Moment näherte sich Wigo. Der MiB drehte sich plötzlich um, aber da hatte Wigo schon zugegriffen. Die Sonnenbrille des MiB flog zu Boden und der hielt sich mit beiden Händen die Augen zu und fing an zu schreien. Er taumelte hin und her, machte eine Drehung und fiel dann zu Boden.
„Siehst blass aus, meine Junge“, sagte Wigo wenig später zu Rosa und fing an zu lachen. Der Alte murmelte etwas vor sich hin und meinte dann nur: „Ich geh’ dann mal schon zum Auto zurück.“
Jetzt sah Wigo, wie Luna an der gegenüberliegenden Wand lehnte und ziemlich mitgenommen aussah. „Sie sieht hübsch aus“, dachte er und ging langsam auf sie zu. Er blieb ganz nahe vor ihr stehen.
„Ich denke, wir haben uns eine Menge zu erzählen.“ Er streichelte ihr bei diesen Worten sacht über ihr hellbraunes Haar. Sie fing leise an zu schluchzen. Dieser Überfall der Men in Black war ihr zuviel gewesen. Jetzt, wo der Stress nachließ, rollten ihr die Tränen nur so über die Wangen.
„Wie schön du bist“, flüsterte er ihr zu. Er nahm ihre Hände und hielt sie fest und sah ihr dabei zärtlich und suchend in die Augen. Sein Blick wurde aber nicht mit derselben Zärtlichkeit erwidert, und plötzlich wusste er, dass ihre Zuneigung zu ihm reine Freundschaft war. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Langsam ließ er ihre Hände los und sagte dann: „Komm Luna, wir wollen zum Auto gehen.“ Dankbar lächelte sie ihn an, und folgte ihm die Strasse hoch.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 01:50

Schockierender Angriff


Der Automotor brummte leise vor sich hin. Der Professor begann zu sprechen: „So unerfreulich wie der Gedanke ist, aber wir müssen wohl damit rechnen, noch öfters mit den Man in Black in Kontakt zu kommen. Man erzählt sich, dass sie von der Regierung angeheuerte Filmkomparsen sind.“

„Hollywoodkomparsen?“, wiederholte Wigo. „Direkt eingeflogen aus den USA um Bekanntschaft mit deinem Regenschirm zu machen. Das wäre witzig!“ Und er fing schallend an zu lachen.

„Ha, ha, ha“, machte Rosebär ihn nach. „Bis jetzt sind sie noch in jedem Land aufgetaucht und haben Leute besucht, die UFOs gesehen haben.“

„Immerhin rufen sie vorher an, Rosa.“ Und Wigo war belustigt über diesen Gedanken.

„Du hast gut reden. Nimmst wohl alles auf die leichte Schulter!“

„Nicht alles“, erwiderte Wigo kaum hörbar. Sein Handy piepte. Er schaute aufs Display und sein Gesicht wurde zu einem großen Fragezeichen, als er das Gerät abschaltete.

„Eine gute Nachricht?“

Wigo schaute direkt in Luna’s Augen, die er in ihrem Rückspiegel sah. „Nein, ich glaube nicht“, sagte er nachdenklich.

„Wie lange dauert es noch bis wir in die nächste Ortschaft kommen?“

„Nur ein paar Kilometer noch“, erwiderte sie ihm.

„Kannst du etwas schneller fahren, Luna?“

„Ja doch“, sagte sie und legte den vierten Gang ein. Der Wagen schnurrte wie ein Laufwerk davon. „Warum nimmst du denn jetzt das Gas weg, Luna?“, fragte er sie gleich danach.

„Es will uns jemand überholen, und ich habe noch nicht so ein Tempo drauf, da lass’ ich ihn eben vorbei fahren.“ Wigo drehte sich um und schaute aus dem Rückfenster.

„Wenn du das siehst was ich eben gesehen habe, dann trittst du jetzt besser aufs Gaspedal!“

Erschrocken über seine Worte schaute sie kurz in den Außenspiegel und drückte voll auf die Tube. „Meine Güte, hatte ich denn keine Augen im Kopf, dass ich die nicht erkannt habe“, antwortete sie nervös.

„Mach’ dir keine Vorwürfe. Sie sind Meister im Versteckspielen. Für jede Szene haben sie eigene Masken.“ Luna drückte das Gaspedal bis zum Anschlag durch. Der Wagen machte einen Satz nach vorn, wie ein brüllender Löwe der seine Beute packt.

Der Professor drehte seinen Kopf nach hinten. Die Angst stand ihm ins Gesicht geschrieben als er die Man in Black im Wagen hinter ihnen erblickte. Im nächsten Moment hörten die drei ein Krachen, Bersten und Knirschen.

„Sind die total verrückt geworden?! Die sind uns hinten drauf gefahren! Trete’ durch, Luna! Trete’ durch!”, schrie der Professor.

Die Limousine hatte sie bei voller Beschleunigung erwischt. Und die Wucht des Aufpralls spürten sie bis in die Magengrube. Der kleine rote Flitzer von Luna war ins Schleudern geraten und wollte zur Seite ausbrechen. Fünf Sekunden lenken und gegenlenken, dann hatte sie den Wagen wieder unter Kontrolle.

Danach setzte die schwarze Limousine zum Überholen an. Auf gleicher Höhe mit Luna’s Auto schoss der Wagen zur Seite und rammte das kleine Fahrzeug mehrere Male. Dann fuhr die Limousine langsamer und ließ dem roten Flitzer einen kleinen Vorsprung, mal gerade soviel, dass der schwarze Wagen in halsbrecherischer Fahrt zurückkam, um den roten Kleinwagen wieder von der Seite aufs Korn zu nehmen.

Der rechte Kotflügel der schwarzen Limousine bohrte sich ins Heck und in die Fahrertür. Es gab ein lang gezogenes knirschendes Klirren. Luna trat aufs Gaspedal, aber der kleine Wagen hatte nicht die nötige Leistung, um von der Blechwalze wegzukommen.

Dampf stieg aus dem Kühler hoch und die Motorhaube vibrierte. Rosebär stand der Schock ins Gesicht geschrieben. „Sie werden uns umbringen“, wisperte der Professor.

„Dieses Mal nicht“, war sich Wigo sicher!

Plötzlich schoss die Limousine davon und fuhr weit voraus, stoppte dann mit rauchenden Reifen und hielt mitten auf der Strasse an. „Fahr’ ruhig an denen vorbei, Luna“, meinte Wigo.

Ihr roter Wagen erreichte kurz darauf die schwarze Limousine. Dort ging ein Seitenfenster runter und ein grinsend, wissendes Gesicht starrte Wigo an.

Dann ging das Fenster wieder hoch und die Limousine schnellte wie aus einem Katapult geschossen davon. Der Wagen wurde immer kleiner, je weiter er sich aus ihrem Blickfeld entfernte. Plötzlich erhellte ein grelles Licht die Schnellstrasse. Instinktief trat Luna auf die Bremse und ließ den Wagen langsamer werden.

Dieses Licht überstrahlte alles. Dicke Stränge sich überkreuzende Laserstrahlen durchfluteten das Licht. Unerwartet wurde es schwächer, bis es wie ausgeknipst erlosch. Die vor ihnen liegende Strasse war nun leer.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 01:53

Wigo, Professor Rosebär und Luna hatten eine sehr schockierende Erfahrung hinter sich gebracht: Eine Begegnung mit den Men in Black von Angesicht zu Angesicht. Bei einer anschließenden Verfolgungsjagd wurde ihr Auto durch die schwarze Limousine der MiB’s beschädigt. Auf höchst seltsame Weise verschwanden dann die Men in Black. Unsere drei Freunde waren aber jedoch nun gezwungen, die Autofahrt zu unterbrechen.
Folge 20                    
 
Die Autopanne

                    
Ein Streifenwagen stoppte neben ihnen. Wigo war gerade dabei, die Motorhaube zu öffnen. Er wollte keine lästigen Fragen beantworten, also winkte er dem Polizisten zu, er möge weiterfahren. Eigentlich sind Verkehrspolizisten neugierig, nur diesmal fuhr er doch weiter.
Rosebär war ebenfalls ausgestiegen und gesellte sich zu ihm. „Schaffen wir es denn noch bis in den nächsten Ort, oder müssen wir zu Fuß gehen und die ’Karre’ hier stehen lassen?”
„Besser wir lassen sie stehen”, sagte Wigo.
Er ging zur Fahrertür und sagte etwas zu Luna, das der Professor nicht hören konnte. Dann drehte sich Wigo zu Professor Rosebär um und rief: „Luna meint, bis zum nächsten Ort bringt es die ’Karre’ noch!” Bei diesen Worten grinste er den Professor an und stieg ins Auto.
Rosebär stieg auch ein. Bevor er sich anschnallte drehte er sich zu Wigo um und sagte: „Junge, ich werd’ das Gefühl bei dir nicht los, ja ich glaub’, irgendwie nimmst du mich bei fast jedem Wort auf die Schippe.”
„Aber dich doch nicht Rosa”, und er grinste ihn unverschämt an. „Mensch Junge, du wirst doch jetzt nicht hinter jedem Wort von mir etwas vermuten das deine Kompetenz in Frage stellt?“
„Ich weiß nicht so recht“, murmelte der Professor vor sich hin, „aber irgendwas stimmt mit dir nicht mehr. Aber gut, wenn du das sagst, wird es wohl stimmen. Also sehen wir mal zu, dass wir mit dieser Kiste oder was noch von ihr übrig geblieben ist, in den nächsten Ort kommen.”

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 01:55

„Die Men in Black sind hinter mir her!“

                   
Rosa drehte sich um und schnallte sich an. Und dann hörte er die Worte, die Wigo sagte und die ihn ganz aus dem Konzept brachten: „Ich hoffe, dass es dort ein Zimmer für mich gibt.”
„Wie? Du kommst nicht mit zu Luna?” Bei diesen Worten drehte er sich wieder zu Wigo um. „Du sagst es“, erwiderte Wigo kurz angebunden.
„Ja warum denn das, Wigo?“, fragte der Alte ziemlich erstaunt.
„Die Men in Black wollen mich, sie sind hinter mir her; ich will euch aber nicht länger in Gefahr bringen. Sie verfolgen mich, seit ich aus den USA zurück bin und die geben nicht auf, bis sie mich wieder haben.”
„Wieder haben?“, entfuhr es Rosebär. „Was willst du denn damit sagen?” Das große Erstaunen konnte man Rosebär im Gesicht ablesen.
Wigo seufzte und verschränkte die Arme vor der Brust. „Deine Fragerei wird mir langsam lästig“, antwortete er. Aber sein Tonfall blieb freundlich.
„Ich bin nicht…“, weiter kam Rosa nicht, denn Wigo brachte ihn mit einem Handzeichen zum Schweigen. Schmollend drehte sich Rosa um und schwieg.
Luna hatte endlich den Motor angelassen. Mit 40 humpelte ihr roter Schlitten über die Strasse. Als sie an die nächste Kreuzung kamen, bog Luna links ab. Fünfzig Meter weiter sahen sie die rote Neonbeschriftung eines Motels. Luna lenkte den Wagen auf den Parkplatz. Gerade noch zur rechten Zeit, denn der Motor gab seinen Geist nun endgültig auf.
Als erstes sahen sie die Imbisbude. „Mannomann”, kicherte Rosebär beim Anblick der Frittenbude. „Ja, es ist 'fantastisch’ eindrucksvoll hier“, ergänzte Wigo.
Das Motel machte einen heruntergekommenen Eindruck. „Es sieht nicht einladend aus. Aber egal, wir brauchen für heute Nacht ein Dach überm Kopf“, sagte Rosa, grinste und drückte die Türklinke runter zum Eingang in die Rezeption.
An der Theke der Rezeption stand eine gut proportionierte Frau. Ihr schwarzes Haar trug sie zu einem Pferdeschwanz gebunden und als Krönung obenauf eine große rosa Schleife.
Rosa musste lachen als er die Schleife auf ihrem Kopf sah. So etwas Auffallendes hatte er schon lange nicht mehr gesehen. Die Frau lachte zurück und sah dabei Rosa tief in die Augen.
Gurrend sprach sie Rosa an: „So liebe Gäste am späten Abend noch zu sehen, wer hätte das gedacht?” Und ihr Lachen breitete sich noch weiter in ihrem Gesicht aus und ließ dabei eine Reihe großer, weißer Zähne sehen, die reichlich mit Gold verziert waren.
„Was darf es denn sein?“, fragte sie die neuen Gäste, als wolle sie ihnen Hundertgrammweise leckere Pralinen anbieten. Ein Einzel- und ein Doppelzimmer, bitte“, gab Rosebär zur Antwort.
Sie beugte sich weitausladend über die Theke und ließ sich unverblümt von Rosebär ins Dekolleté schauen. „Das ist aber schade”, sagte sie und schaute dabei tief in die Augen des Professors. „Ich habe nur noch ein Dreibettzimmer frei. Darf es denn das sein?”, hauchte sie über ihre Lippen und sah den Professor dabei schmachtend an.
„Auch gut”, meinte er. Sie legte ihm den Schlüssel auf den Tresen und wie ganz zufällig, streifte sie dabei seine Hand und warf ihm einen vielsagenden Blick zu, als sie ihm den Weg ins Appartement anwies.
Als sie vor dem Appartement standen und Rosa den Schlüssel in Schloss steckte, ging die Tür schon auf. „Sie war ja gar nicht abgeschlossen”, bemerkte er. „Sollen wir reingehen?“
„Ja was denn sonst”, sagte Wigo.
Den Unterton in Wogo’s Stimme nahm Rosebär gar nicht mehr wahr, denn er testete sofort die Matratzen der Betten. „Die sind wenigstens o. k.“, stellte er fest. „Machst du mal das Licht an, Wigo?“
„Schon geschehen”, erwiderte dieser. Das Licht flammte auf, flackerte etwas und ging dann ganz aus.
„Nun ist auch noch die Birne durchgeknallt. Ich hol’ mal‘ ne neue. Soll’ ich auch noch etwas zu trinken mitbringen?“ Rasch lief der Alte zur Tür hinaus und hörte dabei gerade noch, was Wigo sagte.
Inzwischen hatte Wigo die kleine Lampe angeknipst, die über dem Spiegel vom Waschbecken hing, damit sie wenigstens etwas Licht im Raum hatten. „Nehme mal an, dass Rosa das Bett am Fenster nimmt.“
Er ging zurück ans Waschbecken und kontrollierte, ob die Wasserhähne liefen. „Hier ist auch alles Schrott”, meinte er trocken. „Zwei Wasserhähne und aus beiden kommt kaltes Wasser.“
„Mach dir nichts draus. Das ist doch nur für eine Nacht. Wenn du morgen mit zu mir kommst, dann nimmst du ein langes heißes Bad und dann hast du dies hier alles vergessen.“
„Gerne würde ich das tun, Luna”, antwortete er ihr freundlich.
„Wo Rosa nur bleibt? Das dauert vielleicht lange, bis er wieder zurückkommt! Ob ich mal nachsehe, was da los ist?“ Kaum hatte er das ausgesprochen, kam auch Rosa schon durch die Tür mit 2 Flaschen Mineralwasser unterm Arm und drei kleinen Flaschen Ginger Ale in der anderen Hand.
„Wahrscheinlich habt ihr erst die Glühbirnen blasen müssen”, scherzte Wigo.
„Gute Dinge brauchen seine Zeit“, sagte Rosa und grinste zurück. „Trinken wir aus der Flasche oder aus den Zahnputzbechern?“, fragte er weiter.
„Lass’ uns mal die Gläser nehmen“, sagte Luna und nahm sie von dem Glasbord, um sie unter fließend Wasser klar zu spülen.
„Ich nehme’ dies Bett”, hörte sie Rosa sagen. „Früher in der alten Römerzeit lagen die Menschen auch bei Tische. Das müsste man wieder einführen.“ Wigo nahm das Bett neben ihnen und Luna das gegenüber.
„Wigo“, begann Luna zu sprechen, „du sagtest vorhin im Auto, du wärst in den USA gewesen?“
„Ja”, antwortete er ihr kurz.
„Rosa und ich würden auch mal gerne in die USA fliegen. Du könntest uns begleiten. Zumindest hätten wir dann einen zuverlässigen Reiseführer. Was hältst du von meinem Vorschlag?“
Wigo schaute zu ihr hinüber. Wie gerne würde er sie begleiten, schon allein deswegen, um in ihrer Nähe zu sein. Wenn sie auch seine Liebe nicht erwidern würde, er würde sie immer lieben, seine Liebe zu ihr würde niemals sterben.
Eigentlich sollte man nie, „nie“ sagen, denn danach kommt immer eine Prüfung aus dem spirituellen Bereich.
„Du sagst ja gar nichts“, fragte sie in die Stille hinein.
„Vielleicht hat Wigo schon zu viele heiße Eisen angefasst, hahaha! Vielleicht braucht er eine Abkühlung. Momentan wäre Sibirien ein gutes Land dafür”, und Rosa lachte meckernd weiter.
Luna warf Rosa einen vorwurfsvollen Blick zu und sagte: „Rosa, benimm dich!“
„Wieso...?, entgegnete er und tat sehr erstaunt.
„Wigo, möchtest du uns nicht erzählen, was du in den USA erlebt hast? Vielleicht ist es einmal ganz gut für dich, dir alles von der Seele zu reden?“
„Wie recht sie doch hat“, dachte Wigo. „Sie ist so voller Mitgefühl, ich würde ihr mein ganzes Leben anvertrauen.“
Ein fast unerträgliches Zärtlichkeitsgefühl stieg in ihm hoch, am liebsten würde er zu ihr rüber gehen und diese Nacht nur mit ihr allein verbringen. Ihre samtene Haut mit seinen Fingerspitzen berühren und ihre Haare durch seine Finger gleiten lassen.
Die Wirklichkeit holte ihn zurück wie eine kalte Dusche als er Rosa’s Stimme an seinem Ohr hörte. „Mann, warum schreist du mich denn so an?”, entfuhr es ihm.
„Ich schreie dich doch gar nicht an!”, erwiderte Rosa irritiert.
„Sorry, Rosa! Du hast schon Recht. Ich war mit meinen Gedanken woanders, ist schon o. k. Ich muss endlich mal etwas Seelendampf ablassen.“

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:01

Eine unglaubliche Exkursion

                    
Und dann begann er zu erzählen: „Als ich damals mit den Bousnani’s wegging, hatte ich mir eingebildet, ein großer Magier zu werden. Ha, gar nichts ist aus meinem Wunschtraum geworden. Ich weiß schon was du sagen willst, Rosa, und du hast ja recht, Magier wird man nicht so eben mal.“
„Hui“, rief der Professor. „Hatte ich was gesagt, oder glaubst du, Gedanken lesen zu können?“ Er grinste bei seinen Worten übers ganze Gesicht.
Wigo grinste zurück und sprach weiter: „Ihr macht euch keinen Begriff von dem was ich gesehen und gehört habe, ich glaube sogar, dazu reicht euer Verstand nicht aus!“
„Nur Mut, Wigo. Du hast es doch auch begriffen, also mach’ dir keine Sorgen um uns“, meinte er und nahm einen Schluck Ginger Ale aus der Flasche.
„Die Erde und die Menschen auf ihr sind in größter Gefahr. Kaum einer wagt die Wahrheit zu sagen oder zu schreiben. Entweder wird er verleumdet oder mit dem Tod bedroht. Aber das hält mich nicht davon ab, die Wahrheit zu sagen, immer wieder.“
„Wahrheit, Wigo, gibt es die eigentlich? Ist Wahrheit nicht immer das, was jeder einzelne für die Wahrheit hält?“
„Wenn du so anfängst, brauche ich gar nicht erst weiter zu erzählen.“
„Nun sei doch nicht gleich wieder eingeschnappt!“
„Bin ich aber, Rosa, bin ich! Warum musst du immer alles besser wissen wollen? Du warst doch gar nicht dabei, oder?“
„Rosa“, rief Luna von ihrer Liege aus“. Hör’ doch auf zu streiten, was ist denn in dich gefahren?“
„Ich hab’ doch gar nichts gesagt. Gut, dann halte ich jetzt meinen Mund”, meinte er und lehnte sich schmollend zurück.
„Dieser Rosebär“, dachte Wigo, „überall muss er seinen ’Senf’ dazugegeben. Bestimmt ist er noch gereizt von vorhin. Ich werde es nachher wieder gut machen, ich mag ihn sonst ja ganz gerne.“
„Erzähl doch weiter, Wigo“, hörte er Luna’s Stimme.
„An dem besagten Tag, als ich mit den Bousnani’s zusammen von Bord ging, hatte ich gerade meine Füße auf französischen Boden gesetzt als auch schon die schwarze Limousine auf der Pier stehen sah. Wir stiegen ein. Ich konnte weder den Fahrer sehen, noch konnte ich aus dem Seitenfenster des Autos sehen. Die Scheiben waren einfach schwarz eingefärbt. Noch fand ich alles hochkarätig spannend! Und meine Abenteuerlust produzierte eine Menge Adrenalin, das durch meinen Körper jagte und in mir ein Hochgefühl auslöste, das ich so noch nie empfunden hatte, außer damals, wenn ich mich mit meiner früheren Freundin Sybille verabredet hatte.
Nach einiger Zeit stiegen wir aus und ich erblickte einen Privat-Jet. Ich schaute beim Einsteigen auf meine Armbanduhr. Warum ich das tat, weiß ich auch nicht mehr. Heute weiß ich, dass sie mir irgendwelche K. O.-Tropfen ins Getränk gemischt hatten, denn als ich erwachte, waren 12 Stunden vergangen und ich fand mich an einem Ort wieder, deren Umgebung einmalig für mich erschien.
Das Land erhob sich zu Hügeln und Bergen, in der Ferne sah ich ein Gebirge. Dieses Land war mit vielen kleinen Seen durchzogen und sein blaues Wasser war ein schöner Kontrast zu den übrigen Farben, die am Himmel standen. Kleine Vulkane umsäumten die Seen, die nur noch ganz wenig aktiv waren. Unter dem gelb und grün des Himmels zogen sich Wolken zusammen und zerteilten sich und brachten feinen warmen Regen hervor. Ich dachte, es wäre eine Illusion. Aber so erschien es wohl nur mir.
Und während wir weitergingen, erblickte ich eine Stadt, die sich tief ins Gebirge eingebettet hatte, das ich vorhin aus der Ferne schon gesehen hatte. Ich ging näher auf sie zu und ich sah die breiten Strassen, die eigentümlich gepflastert und mit einer seltsamen Substanz überzogen waren. Die Dächer der Häuser wiesen ein helles Muster auf. Inzwischen bemerkte ich, dass die Strassen dreimal so breit waren. Das Seltsamste jedoch war ein Gefühl das ich empfing, als ich durch diese Strassen ging. Die Häuser kamen mir vor wie lebendige Wesen. Die absolute Stille machte mir große Mühe zu glauben, was ich fühlte. Wir gingen durch die Stadt und ich sah nicht ein einziges Tier, weder in der Stadt noch am Himmel.
Und diese Stadt war nur ein kleiner Ort. Oben vom Hügel aus hatte die Stadt gewaltig ausgesehen, jetzt musste ich feststellen, dass ich die Größe überschätzt hatte.
Die Fremden, die hier wohnten, wollte ich nun unbedingt kennen lernen. Das konnte ich auch gleich am nächsten Tag. Auch wenn ich mir nichts anmerken lassen wollte, fürchtete ich mich vor diesen Men in Black mit ihren kalkweißen Gesichtern und den übergroßen Augen, die uns am nächsten Tag abholten.“
„Kann man die Temperatur hier drinnen nicht etwas senken? Die Luft ist ja zum Schneiden dick!“ Wigo klemmte seinen Zeigefinger zwischen seinem Schlips und öffnete seinen Hemdkragen.
„Ich kann das Fenster öffnen“, schlug der Professor vor und sprang von seiner Liege hoch um es aufzureißen. „Es klemmt“, sagte er dann.
„Ja, lass’ nur, ich halt’s schon noch aus. Danke für deine Mühe. Ist noch Wasser da? Dann gib mal einen Schluck.“
Der Professor gab Wigo eine halbvolle Flasche Wasser rüber und Wigo erzählte weiter:
„Wir fuhren, nein eigentlich müsste ich sagen, wir schwebten über den Mond.“
„Über den Mond?“
Rosa unterbrach Wigo, denn dass er auf dem Mond war, erschreckte Rosa über die Massen und er wusste nicht warum. Und er wiederholte seine Worte nochmals: „Du bist auf den Mond gewesen?“
„Ja, Rosa. Also, wie ich eben schon erzählte bevor du mich unterbrochen hast, wir schwebten über den Mond und zwar mit unseren eigenen Körpern. Diese Technik ist wieder ein Produkt der MiB, der Men in Black. Sie binden Neutronen, Protonen und Elektronen innerhalb unserer körperlichen Atome und dann ist man in der Verfassung nicht nur zu fliegen, sondern auch durch Fenster und Wände zu gleiten. Das ist pure Technik und hat gar nichts mit übernatürlichen Wundern zu tun. Dasselbe Verfahren wenden die Grey’s an, wenn sie ihre Opfer holen.“
„Opfer?“, wiederholte Rosebär noch ungläubiger. „Du meinst doch nicht etwa die entführten Frauen, Männer und Kinder?“
„Doch, die meine ich. Abertausende Menschen sind bereits Entführungsopfer der so genannten Grey’s gewesen. Abgesehen davon haben außer ihnen doppelt so viele Menschen Raumschiffe gesehen und dazu braucht man keine Hypnosesitzungen, das ist Fakt!
Wahrscheinlich sind viele Menschen skeptisch, wenn sie darüber nachdenken müssten, ob es Außerirdische hier auf der Erde gibt. Aber was die Entführten in den letzten 35 Jahren miterlebt haben ist, dass die Grey’s eine nicht menschliche Intelligenz sind, die genetisches Material von der Erde einsammeln um Androiden herzustellen, die Arbeiten außerhalb unseres Planeten ausführen sollen, wie z. B. hier auf dem Mond.
Der Vorzug eines Androiden ist, dass er nicht zu kämpfen hat mit der Schwerkraft und mit der Belastung von ständig wechselnden Atmosphären. Außerdem kann er selbständig denken, im Gegensatz zu den Robotern, die programmiert werden müssen um Arbeiten zu verrichten.
Auf allen Planeten dieses Sonnensystems gibt es Androiden, nur auf der Erde noch nicht. Jedenfalls nicht öffentlich. Sie leben in unterirdischen Basen im geliebten Land USA. Soweit fortgeschritten ist unsere Gesellschaft noch nicht, um die Androiden zu akzeptieren, außer in den Science-Fiction-Filmen. Die USA spielte bereits mit dem Gedanken, sie in ihren Kriegen einzusetzen um das Leben amerikanischer Soldaten zu schonen.“
Wigo hielt kurz inne. Dann kam er auf das Großprojekt der ET’s zu sprechen . . .

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:04

Nach der Begegnung mit den Men in Black erzählt Wigo seinen beiden Gefährten, Professor Rosebär und Luna, was alles geschehen war während seines Aufenthaltes in den USA und über das geheime Mondprojekt der ET’s. Aber auch über das Phänomen der Tierverstümmelungen im Zusammenhang mit UFO-Sichtung weiß Wigo Interessantes zu berichten.
Folge 21                    
 
Das Projekt der ET’s

                    
„Aber nun zurück zum Mond. Auf der Erde gibt es keine Lösung unserer Energieprobleme, aber auf dem Mond schon. Die ET’s haben ein gigantisches Projekt auf dem Mond aufgebaut. Um dieses Projekt effizient zu nutzen braucht es Arbeiter.
Eine Tonne Helium-3 liefert 10.000 Megawatt Energie. Das ist dieselbe Menge, die man aus 130 Fässern Öl erhalten kann. Und Helium-3 und Siliziumoxide um Solarzellen herzustellen gäbe es reichlich auf dem Mond. Außerdem hat der Mond Reserven von Eisen und Aluminium, aus denen sich Sonnenreflektoren herstellen lassen.“
„Und die ET’s haben so was schon hergestellt? Nicht schlecht“, staunte Rosa.
„Ja, ich habe mit meinen eigenen Augen gesehen, was da auf der Mondrückseite los ist. Auf der Rückseite des Mondes stehen megagroße Sonnenschirme bereit um Energie via Mikrowellen-Laser zur Erde zu schicken, um sie von der Erde aus mit großen Antennen aufzufangen, die sie sofort in Elektrizität umformen.
Zurück zu Helium-3. Die ET’s verkaufen diesen begehrten Rohstoff an die Erde. Die ET’s können Helium-3 aus dem Sonnenwind ernten ohne zu säen.

Die Apollo-Astronauten nahmen damals Bodenproben mit, Wissenschaftler stellten dann fest, dass auf der obersten Lage des Mondes mindestens eine Million Tonnen Helium-3 lagern müsste. Aber sie konnten das nicht abbauen, denn die ET’s verboten ihnen, den Mond für diese Zwecke wieder zu betreten.
Helium-3 ist ein sehr begehrter Rohstoff und teurer als Diamanten oder Gold. Er wird auch für Atomkraftwerke benutzt.
Und dann die Eisschmelze an den Mondpolen. Die ET’s haben ein Verfahren eingeleitet, um Mondwasser brauchbar herzustellen für Raketenantriebe. Die Spaceshuttles fliegen sowieso schon auf der Basis Wasserstoff - Sauerstoff.
Und außerdem ist der Mond auch deswegen so attraktiv, weil er als Sprungbrett für Reisen zum Mars dienen soll. Eine Reise dorthin würde längstens 4 Monate dauern. Aber das ist für die USA noch Zukunftsmusik. Im Moment verhandeln sie mit den ET’s über bewohnte Mondbasen. Bis 2020 kommen die ersten US-Ingenieure, Ärzte, Wissenschaftler und Architekten auf den Mond. Ab 2040 werden die ersten Städte fertig sein und 2000 Erdenbürger werden sie bewohnen.“
„Mal ‘ne Frage, Wigo. Was hatte das für einen Sinn, das du auf dem Mond warst?“
Das kann ich dir sagen, Rosa. Die Bousnani's wollten eine Ablösung und für Naima war ich gerade das richtige Opfer. Ein junger Hitzkopf, den man noch manipulieren konnte. Leider, und für mich aber glücklich, verlief die Sache anders. Ja, wenn ich mit einer Frau in der Zeit damals auf dem Mond zusammen gewesen wäre, ja, dann wäre ihre Rechnung aufgegangen und ich wäre gerne geblieben. Allein schon wegen der Faszination Mond und ihren Bewohner.“

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:06

Zurück an „UFO-Brennpunkten“ in den USA

                     
Und sie ließen dich einfach so gehen? Sie haben dich einfach nur mal so in ihrem Raumschiff wieder zur Erde mitgenommen?“
„Ja, haben sie, Rosa. Ich war nämlich damals mächtig in Naima verliebt und ein verliebter Gockel passt nicht in das Schema glasharter ET’s.
Darum kam ich wieder auf die Erde zurück. Wir landeten in Arizona und fuhren in dem bereitstehenden Auto weiter nach Kingman, ein kleiner Ort beim Fishlake National Forrest. Hier war 1953 ein dreieckiges UFO in einer Größe von 3 Kilometern abgestürzt. Und weil es so groß war, wurde es einfach vergraben. Aber wir fuhren weiter nach Garrison, Utah.
Heute besteht der Ort nur noch aus dichtgezimmerten Häusern, deren Farbe schon abblättert. Wer sich die Mühe macht den Ort zu betreten wird allerdings feststellen, dass an den morschen Türen nagelneue Sicherheitsschlösser angebaut sind. Mitunter haben auch Designer die Eingangstüren der verrotteten Häuser verziert. Und dann die kilometerlangen Sonnenreflektoren, die an der einen Seite des eingezäunten Ortes stehen, würden manch einem zweckentfremdet vorkommen. Wenn jemand intensiver den Ort unter der Lupe nehmen würde, könnte er auch die großen Luftschächte sehen die aus dem Boden herausragen.
Und tatsächlich, 1993 entschloss sich eine Gruppe neugieriger UFO-Interessierter einen dieser Schächte zu öffnen, um nachzusehen, welche Geheimnisse darunter lagen. Sie hätten es wohl besser nicht getan. Aber man wird mitunter von so vielem inspiriert und dann geht man der Inspiration nach. In diesem Fall war es Richard Miller, der bei der Luftwaffe war und der einen Freund hatte, der von der Defense Intelligence war und diesen Ort gut kannte.
In dem Kellerraum fanden sie mehrere Kartons mit Luftbildaufnahmen, die aus einer großen Höhe aufgenommen waren. Ihre Freude hielt nicht lange an, denn schon waren die Man in Black zur Stelle und statteten ihnen einen Besuch ab. Ein Foto konnte vor den MIB in Sicherheit gebracht werden, all das andere Material haben sie.”
„Das Foto ist also noch da ... und du hast es, stimmts?!”, wollte der Professor wissen.
„Ja! Das und noch andere Fotos. Fotos von Tierentführungen, die später auf der Weide als verstümmelte Kadaver zurück gelassen wurden.
„Tierverstümmelungen und Entführungen von Menschen durch ET’s gehören zusammen...“
Ich bin nicht der einzige in den USA, der gesehen hat, wie ausgewachsene Stiere, die mehr als 1000 Kilo wogen, in den Weiden auf den Rücken lagen und deren Hörner 15 Zentimeter in die Erde gebohrt waren. Nicht eine einzige Spur fand sich rundum den Tieren, obgleich der Boden trocken und locker war. An anderen Stellen, wo Gras wuchs, war das Gras radioaktiv verseucht; das hat man festgestellt.
Tierverstümmelungen und Entführungen von Menschen gehören zusammen. Da gab es in Texas eine Frau, Judy Doraty, die hatte starke Kopfschmerzen und weil die nicht aufhörten, ging sie zu ihrem Hausarzt. Sie wusste, sie hatte Kopfschmerzen seit sie dieses helle Licht an jenem Abend gesehen hatte, als sie vom Bingo zurück nach Hause fuhr, anhielt und aus dem Auto stieg um nachzusehen, was da los war. Aber als sie dann zu Hause war und auf die Uhr schaute, fehlten ihr zwei Stunden Zeit.
Ihr Arzt schlug ihr vor, sich hypnotisieren zu lassen um herauszufinden, was das grelle Licht auf sich hatte.
In der Sitzung erzählte sie dann, dass sie eine Lichtsäule mitten auf der Weide sah und in der Lichtsäule ein weiss-braunes Kalb da durch das Licht hochgezogen wurde wie in einem Lift und hineingesogen in ein Raumschiff, in dem auch sie gewesen war. Und sie sah, wie kleine Wesen mit grossen schwarzen Augen dem Kalb Nase, Ohren, Zunge und die Geschlechtsteile entfernten. Dasselbe habe ich gesehen und fotografiert.”
„Und darum verfolgen dich die MIB?“
„Ja Rosa, sie wollen alle Beweise. Aber so einfach wie die sich das vorstellen, haha, so geht das nie und nimmer! Ich habe Freunde kennen gelernt, da unten in Arizona, gute Freunde, sehr gute Freunde, die jetzt in ihre Heimat zurück gegangen sind mit einem Haufen Material dabei.”
„Du erzählst uns ziemlich schaurige Geschichten, Wigo“, sagte Luna. „Allerdings leuchtet mir manches aus deiner Geschichte nicht ein. Ich werde einfach die Idee nicht los, dass hinter den Tierverstümmelungen etwas weit Größeres steckt. Denn wenn jemand in der Lage ist, schwergewichtige Stiere in der Luft schweben zu lassen, ihnen Blut abzusaugen ohne dass eine Spur davon gefunden wird, der wäre auch in der Lage, das ganze Tier verschwinden zu lassen. Aber nein, diejenigen bringen das tote ausgeschlachtete Tier wie eine Leihgabe wieder zurück. Das erinnert mich an Erpresser aus den 70-er Jahren. Wenn der zu Erpressende nicht zahlen wollte, schnitt man dem Opfer ein Ohr ab und schickte es als Warnung zurück. Genauso machen es doch die Graunasen, wieso wollen sie sich damit berühmt machen?
Und es sind auch nicht nur Tiere, die so zugerichtet wurden. In Südamerika hat man ähnlich verstümmelte Menschenleichen gefunden. Manche waren sogar teilweise verbrannt, was ein Hinweis auf Radioaktivität schließen lässt.
Mir kommt gerade eine seltsame Idee hoch, aber nein, das wäre zu abstrakt gedacht.”
„Wieso? Keine Idee ist abstrakt genug um nicht gehört zu werden“, antwortete ihr Wigo.
„Ich dachte an Gedankenenergien. Negative ET’s, obgleich ich das Wort negativ in diesem Fall und auch sonst nicht gerne benutze.“
„Willst du jetzt die grässlichen Sachen, die die Graunasen verüben, beschönigen, Luna?”, fragte Wigo erstaunt.
„Ach, so doch nicht. Aber wenn du dieses Thema schon ansprichst, möchte ich doch darauf mal hinweisen, was wir Menschen hier auf der Erde alles so veranstalten!
Nehme ich mal beispielsweise die ’Fleischesser’. Bevor ein Tier überhaupt zur Schlachtbank getrieben wird, wird es unter unvorstellbaren Qualen fettgemästet. Denken wir einmal an die Weihnachtsgans. Mit dem Holzlöffel werden die Gänse gefüttert. Ihnen wird eine dicke Masse in den Hals gestoßen und mit dem Holzlöffel nachgeholfen, dass die Masse auch gut im Kropf landet. Die Tiere taumeln anschließend in eine Ecke und bleiben dort wie betäubt liegen bis sie sich von dem Schmerz erholt haben und dann geht die Prozedur aufs Neue los. Und alles nur, weil einige gefräßige Mitmenschen Gänseleberpastete so sehr schätzen. Wir Vegetarier müssten diese Kategorie Mensch auf die Stufe der negativ Irdischen setzen und würden somit ein Feindbild schaffen, denn es ist durchaus möglich, dass diese Kategorie Gänseleberpasteten-Esser sonst sehr friedliebende Menschen sind, die Sonntags in die Kirche gehen und auch für minderbemittelte Menschen durchaus etwas übrig haben.“
„In den Sanskrit-Schriften steht darüber was anderes, liebste Luna“, erwiderte Rosebär.
„Sie sagen, dass Menschen, die Fleisch verkonsumieren, die Niederträchtigsten unter Gottes Sonne sind.“
„Die Sanskrit-Schriften erzählen auch von Göttern, die Menschenfleisch essen, ich sehe darin eine Parallele zu Tier- und Menschenverstümmelungen.”
„Soweit brauchen wir gar nicht zurück denken, Rosa. Im letzten Jahrhundert gab es noch Kannibalen, die dieselben Praktiken pflegten.“
„Gleich werdet ihr noch vegetarische Rezepte austauschen.“

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:07

Negative Gedankenenergien und Tierverstümmelungen

                    
„Ich nehme an, Wigo, dass sich deine Essgewohnheiten verändert haben, liege ich da richtig?” Und als er keine Antwort gab, sagte sie:
„Ich dachte an Gedankenenergien im Bezug auf Tierverstümmelungen, wenn man sich zu sehr mit diesen Dingen beschäftigen würde. Nicht nur wir drei, das meine ich natürlich nicht, aber eben die, die darüber schreiben und die, die darüber lesen und nachdenken, werden Energien ausstrahlen, von denen sich nur die Graunasen ernähren?“
„Wer sind diese MIB eigentlich”, fragte Rosa.
„“Sie sind die ’kosmische CIA’, zuständig für die 3. und 4.Dimension.“
„Warum landen die ET’s eigentlich nicht?”
„Mit dieser Frage hatte sich schon 1947 die CIA beschäftigt. Sie kam allerdings zu dem Ergebnis, dass die menschliche Rasse psychologisch gesehen die Ankunft der ET’s nicht ertragen könnte, Rosa.
Schließlich wäre alles, was aus dem Himmel käme, Götter. Damit können Menschen nicht umgehen. Sie wären verrückt geworden. Die Kirchen hatten diesbezüglich auch ein Veto eingelegt. Sicherlich hatten sie andere Gründe als die CIA. Darum bereitete die US-Regierung ihre Bürger mit Hollywood-Filmen entsprechend vor. Sicherlich weißt auch du, dass Spielberg-Filme zu diesem Thema von der US-Regierung gesponsert wurden!”
„Hab’ davon gelesen”, antwortete Rosa leise.
„Allerdings wollte man fünfzig Jahre nach 1947 die Akten öffnen“, sprach Wigo weiter. „Aber das tat man dann, aus welchen Gründen auch immer, nicht. Nun sollen sie 2022 geöffnet werden, dann sind inzwischen 3 Generation vergangen.
Außer den Spielberg-Filmen ist auch die Serie ’The X - Files’ sehr bemerkenswert. Chris Carter hat die Serie gemacht. Sie basiert auf wahre Begebenheiten und ist nur in Romanform verkleidet.
Die Wahrheit in Romanform zu pressen, hat nichts mit Desinformation zu tun.
Desinfo sind Strategien vieler Regierungen. Das Seltsame an dem Wort ist, dass Bürokraten es erfunden haben. Wenn du mal ein älteres Wörterbuch aufschlägst wirst du das Wort nicht finden.
Die größte Desinfo vieler Regierungen ist die Tatsache, dass sie Tierverstümmelungen immer noch so überzeugend rüberbringen wollen, als wenn diese Dinge entweder Raubtiere oder Satanssekten verübt hätten.
Jeder denkt, wenn er liest, dass Ex-Militärangehörige aus dem Nähkästchen plaudern, das die volle Wahrheit ist, aber gerade das sind Zeichen für Desinfos. Die besten wahren Infos bekommt man nur von solchen Menschen, die plötzlich auftauchen, die nichts gewinnen wollen, die im Gegenteil alles verlieren können und doch reden wollen.
Ich denke schon, dass die meisten Leser nur eine schöne Geschichte lesen wollen, um die Wahrheit aber gar nichts geben. Besser ist es, wenn man sich mit allen Dingen beschäftigt und so viele Infos reinholt, bis der grosse rote Faden sichtbar wird, denn wir müssen uns für die Zukunft auf alles vorbereiten und das kann man nur, wenn man seinen Geist für diese Dinge öffnet. Wer es nicht tut, hat eines Tages ein böses Erwachen.”

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:09

Der Androide - der moderne Frankenstein

                    
Wie kommen Menschen überhaupt darauf, Androiden zu erschaffen? Es bleibt mir ein Rätsel wie intelligente Menschen überhaupt auf so eine menschenverachtende und gottlose Idee kommen“, fragte Rosa und er war sichtlich erschüttert über das was er bisher von Wigo hörte.
„1818 entstand die romantische Gestalt des künstlichen Menschen, Mary Shelleys ’Frankenstein’. 1920 schließlich schrieb der tschechische Dramatiker Karel Capek das Theaterstück R.U.R., das von denkenden Arbeitsmaschinen handelt, die die Welt übernehmen wollen. Spätestens seit dieser Zeit sind die Roboter und Androiden nicht mehr aus den fantastischen Romanen wegzudenken; kaum ein Science Fiktions-Film würde ohne denkende Maschinen auskommen, in welcher Form auch immer.
Während Frankenstein aus Leichenteilen zusammengesetzt ist, stehen die ETs ihren Androiden dem in nichts nach. Auch sie produzieren ihre künstlichen Menschen aus genau denselben Teilen.
Also ich würde es fantastisch finden, wenn mir ein Androide lästige arbeiten abnimmt und obendrein auch noch das Frühstück ans Bett serviert.
Aber dennoch sollte man darüber nachdenken, wenn ein Androide so vollkommen ist, dass er den Menschen überflüssig macht. Das ist heute schon bittere Wahrheit in der Industrie. Der Mensch sollte sich zurückhalten, sonst erschafft er so etwas schreckliches, das ihn schließlich zerstören muss. Durch amoklaufende Computer einer Bahngesellschaft wurden die Schranken eines Bahnübergangs nicht mehr geschlossen und es kam so zu tödlichen Unfällen.
Ein Androide ist kein Mensch. Er hat andere, meistens dem Menschen überlegene körperliche Eigenschaften, und er hat andere Ziele und steht außerhalb unserer Gesellschaft, weil unsere Gesetze für ihn keine Gültigkeit haben.
Ein Androide für den Menschen sehr interessant. Ein Androide ist unsterblich. Die Hoffnung durch Technik dem Androiden gleich zu werden und Unsterblichkeit zu erlangen, spielt hierbei eine erhebliche Rolle. Zum anderen das Aussehen eines Androiden, es suggeriert dem Zuschauer, er habe es mit einem wirklichen Menschen zu tun und das wiederum erzeugt ein Spannungsverhältnis in den Gefühlen eines Menschen.
Es könnte die Frage auftauchen, wann ein Mensch künstlich ist und wann nicht... und hat so ein künstliches Leben überhaupt eine Lebensberechtigung?
Ob diese Auffassung im Weltbild des heutigen Menschen noch eine Rolle spielt, ist allerdings durch den Überfluss an Künstlichem nicht mehr festzustellen.“
Alles schwieg und in die Stille hinein sagte Wigo: „Kinder, wie wär’ es jetzt mit einer Mütze voll Schlaf? Ich bin müde geworden.“
„Hoffentlich kommen wir hier morgen noch weg”, antwortete Rosa ihm.
„Das Wegkommen wird wohl nicht so einfach sein...außer wir nehmen uns ein Taxi“, meinte Luna.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:11

Nach abenteuerlichen Reisen kehren unsere Freunde in ihre Heimat zurück. Doch die ’Verschnaufpause’ währt nicht lange. Auf dem edlen Gut Kernhem in Holland lernen sie neue Freunde kennen. Diese Reise nach Holland wird ihnen aber unerwartet aufzeigen, mit welch immensen Problemen unser Planet Erde und alle Lebewesen darauf zu kämpfen haben.
folge 22                     
 
Im Hause von Luna

                    
„Darf ich euch Lissa vorstellen?“
An der Tür standen Professor Rosebär und die Dame aus der Rezeption.
„Lissa wird uns nach Hause fahren“, sagte der Professor, „und auch sonst wird sie mich noch weiterhin begleiten.“
„Und was heißt das jetzt im Klartext, Rosa?“, wollte Wigo wissen.
„Jaaa also gestern...,” fing er langsam an zu sprechen, „als ich gestern unsere Getränke holte, das hat ja ein bisschen länger als üblich gedauert, sind sich Lissa und ich etwas näher gekommen und das wollte ich gerne etwas weiter ausbauen... ähm, ich meine, ja also... ich meine, Lissa wird eine Zeitlang mein Leben teilen.“
„Ist ja gut“, meinten Wigo und Luna zusammen wie aus einem Munde, „dann wollen wir mal losfahren.“
„Fahren wir zu dir, Luna?“ Fragend blickte Rosa auf Luna.
„Ja, wir bleiben erstmal bei mir und sehen dann weiter.“ Gemeinsam gingen sie zum Parkplatz und stiegen in den Wagen von Lissa.
Nach längerer Autofahrt sahen sie schon aus der Ferne Luna’s kleines Haus. Als sie ausstiegen stand Luna’s Haushälterin schon an der Eingangstür und begrüßte sie mit einem kleinen Blumenstrauß. Seltsam gerührt und mit schon einem fast feierlichen Gefühl nahm sie den Blumenstrauß von ihr entgegen. Für ein paar Sekunden alles vergessend, schaute sie freudestrahlend Wigo an und sagte: „Es ist schön wieder zu Hause zu sein!”
„Ja!“, bestätigte Wigo atemlos und für einen Moment verschwanden die Schatten auf seinem Gesicht. Er nahm Luna’s Hand und führte sie so durch die Türe. Er spürte den elektrischen, sanften Schlag, der ihn durch Mark und Bein ging. „Ich liebe sie“, dachte er, „und es darf nicht sein!“
Die Haushälterin hatte geschwind einige Partyhäppchen und erfrischende Getränke zubereitet. Nach einem kurzen Gespräch verabschiedete sie sich wieder und ließ die vier zurück.
Rosebär stürzte sich hungrig aufs Buffet. „Hab’ ich einen Appetit! Komm’ Lissa, bediene dich. So viele Köstlichkeiten. Mh, mir läuft das Wasser im Munde zusammen... Ach Lissa, wo bleibst du denn?“
Während er die ersten Häppchen sich in den Mund steckte, saß Lissa immer noch in dem bequemen Stuhl. Und als Rosa sie nochmals einlud, winkte sie ab mit der Begründung auf ihre Figur achten zu wollen.
Rosa lächelte in sich hinein und dachte: „Dann eben nicht, umso mehr bleibt für meinen hungrigen Magen.“ Er drehte sich nochmals kurz zu Wigo und Luna um und sah, dass die beiden sich wohl ziemlich tief in ein Gespräch verwickelt hatten.
„Auch gut“, dachte er und langte nun mit beiden Händen zu, abwechselnd von einem Häppchen auf das andere blickend, wählte er meistens das rechte Häppchen. Als er die Worte von Wigo in seinem Ohr hörte, der jetzt fragte, ob er ihnen auch etwas übrig lassen wolle, stellte sich Rosa stur und tat so als wäre er taub und aß einfach weiter.
„He Junge!“ Wigo war an ihn herangetreten und hatte ihm einen kleinen Kniff in die Seite gegeben. „Ist das hier jetzt Frustessen oder sonst was?“
Wigo lachte und griff blitzschnell nach dem letzten Happen. „Rosa hat alles aufgegessen!“
„Fasst alles“, korrigierte er Wigo, ein verschmitztes Lächeln huschte dabei über sein Gesicht.
„Was hast du denn nun als nächstes vor, Wigo, wenn ich das mal fragen darf?“
„Du darfst, Rosa. Zu allererst werde ich noch für eine Weile bei meinen Eltern bleiben.“
„Jaja, du kommst ja aus dieser Gegend.“
„Und dann habe ich vor, nach Holland zu reisen. Ich habe Freunde in den USA kennen gelernt, die aus Gelderland kamen. Sie hatten mich schon in den USA eingeladen, nach Holland zu kommen. Es ist einfach schade, wenn man liebgewordene Freunde ’adieu’ sagen muss, ohne dass man sie näher hat kennen lernen können. Sie würden sich auch sehr auf euch freuen, denn ich habe viel von dir und Luna erzählt.”
Der Professor sagte eine Weile nichts. Dass er nun ein Problem hatte, konnte man ihm ansehen.
„Ich glaube schon, dass Evert und Jannie, Lissa natürlich auch willkommen heißen, Rosa.”
„Danke Wigo, ich dachte gerade darüber nach, ob ich mitfahren oder hier bleiben solle, wegen Lissa, aber du hast mir diese Entscheidung leicht gemacht, dafür danke ich dir.“ Freundschaftlich legte Rosa seinen Arm um Wigo’s Schultern.
„Ist schon o.k.”, meinte Wigo. „Wir sollten es jetzt den Damen erzählen.”

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:13

Auf Gut Kernhem in Holland

                    
Die Lindenalle mündete in einem weiten Platz auf dem das Landhaus Kernhem stand. 1803 war es auf den Ruinen von Schloss Schelenberg gebaut worden. Das Landhaus war ein imposantes Gebäude. Es erhob sich über vier Stockwerke, die auf vier Seiten von Türmen überragt wurden. Efeu und Rosen rankten sich die alten Mauern hinauf. Zum Portal führte eine breite Freitreppe.
Rosebär war aus dem Auto gestiegen und bewunderte das prächtige Haus. Nacheinander stiegen auch die anderen Personen aus.
„Herzlich willkommen auf Gut Kernhem!“ Evert und Jannie van de Veluwe waren die breite Freitreppe herunter gekommen um ihre deutschen Gäste zu begrüßen.
„Wigo, wir freuen uns, dass du endlich gekommen bist und uns auch noch lieben Besuch mitgebracht hast. Ich hoffe und wünsche, dass ihr lange bleiben werdet.“
„Ich schließe mich dem an, was Evert eben sagte”, und Jannie ging auf Wigo zu und umarmte ihn herzlich. Den anderen drückte sie die Hände und küsste sie auf freundschaftliche Art und Weise auf die Wangen.
„Kommt bitte herein. Eure Zimmer sind gerichtet. Wir haben dem Personal frei gegeben, damit wir uns übers Wochenende frei bewegen können. Zu Abend gibt es eine Spezialität des Hauses.”
Und während sie die Halle betraten, fragte Rosebär die Gastgeberin, ob der beliebte Käse Kernhem auf Gut Kernhem hergestellt werde.
„Nein”, antwortete Jannie lächelnd. „Der Käse hat nur seinen Namen von Kernhem bekommen, aber gerade deswegen hat unsere Köchin eine herrliche Blätterteigpastete und einen vorzüglichen Nachtisch aus Kernhem-Käse zubereitet. Es wird dir schmecken, Rosa.“
Sie verließen die Halle, in deren Hintergrund eine geschwungene Treppe zu den Galerien der oberen Stockwerke hinaufführte. Schwere Teppiche bedeckten den blau-weiß gefliesten Boden. An den Wänden hingen alte Gemälde, die vom Zahn der Zeit dunkler geworden waren.
Sie mussten bis zum 2. Stockwerk hinaufgehen, um die Räume zu beziehen. Luna und Wigo hatten je ein eigenes Appartement. Die Gastgeber hatten frische Blumen aufgestellt in wundervollen Vasen aus Delftblau.
Luna betrachtete die Schönheit ihres Wohnzimmers, besonders die Porzellansammlung in der Vitrine. Durch die hohen Fenster des Raumes drang die Nachmittagssonne. Luna glaubte zu träumen. Schon lange nicht mehr hatte sie so einen schön gestalteten Raum gesehen. Ihre Schuhe hatte sie ausgezogen und ihre Füße versanken im hohen Flor des Teppichs, der den ganzen Boden bedeckte. Die Wände waren mit blauer Seidentapete bespannt. Ihr Blick wanderte über die braunen schweren Möbel und sie bewunderten den großen Spiegel an der Wand. Sie trat näher an ihn heran und befühlte die erhabenen Ornamente, die auf dem Spiegelrahmen so zahlreich vorhanden waren mit beiden Händen. Wie glatt sich alles anfühlt, dachte sie und plötzlich bewegte sich der Spiegel und drehte sich nach innen. Erschrocken wich sie einen Schritt zurück.
Eine Wendeltreppe kam zum Vorschein! Sie ging ein, zwei Schritte näher heran und schaute hinunter. Sie konnte nichts erkennen, denn das Ende der Treppe verschwand in der Dunkelheit. Einerseits war sie neugierig genug, die Wendeltreppe hinunter zu gehen, andererseits wagte sie es nicht, weil sie nur Gast in diesem Haus war. Natürlich musste diese geheime Tür den Besitzern bekannt sein und sie würde Evert und Jannie einfach nachher mal fragen, wo sie hinführen würde.
Sie drückte die Spiegeltür wieder zu und ging ins angrenzende Schlafzimmer und dann ins Bad, um sich frisch zu machen, dann wollte sie noch etwas schlafen.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:14

UFOs, geheimnisvolle Lichter und Kornkreise in Kernhem

                     
Habt ihr euch schon etwas eingelebt auf Kernhem?”, erkundigten sich Evert und Jannie bei ihren Gästen. Rosebär, Lissa und Wigo bejahten es gleich doppelt und dreifach. Luna sagte nichts und hielt sich unbemerkt etwas zurück. Sie war sich plötzlich nicht mehr sicher, ob sie Evert und Jannie nach dem geheimnisvollen Spiegel fragen sollte.
„Luna, meine Liebe”, hörte sie Jannie sprechen, „wie hat dir der Nachtisch geschmeckt? Ich hoffe, er war nicht zu stark?“
„Nein, ganz und gar nicht”, erwiderte sie. „Eingelegter Ingwer ist immer ziemlich scharf, aber in Verbindung mit dem Käse und dem Mangold war es schon eine Köstlichkeit. Ich würde gerne das Rezept mit nach Hause nehmen.”
„Selbstverständlich bekommst du alle Rezepte die du willst. Will sonst noch jemand Rezepte?“, fragte sie und strahlte dabei übers ganze Gesicht.
Evert war schon mit den anderen Richtung Bibliothek gegangen. Jetzt drehten sie sich um und Lissa sagte, dass auch sie gerne das eine und andere Rezept mit nach Hause nehmen würde.
Inzwischen waren sie in der Bibliothek angekommen und saßen in sehr bequemen Sesseln bei Kaffee und Sherry.
„Heute Abend werde ich euch alle ausführen, zwar nicht in die Oper, aber wir werden auch eine wunderbare Aufführung sehen!”
Er lächelte in die Runde und Jannie beschwichtigte: „Evert, bitte übertreibe doch nicht so furchtbar. Du machst unsere Gäste nur neugierig und am Ende hast du etwas versprochen was du nicht halten kannst ... und was dann?”
„Liebes”, sagte er zu seiner Frau gewandt, „hab’ doch etwas mehr Vertrauen in die Sache.”
„Dann kläre doch bitte unsere neuen Freunde auf, Evert.”
„Aber das wollte ich doch gerade tun, Liebes, ich kam nur einfach noch nicht dazu”, entwaffnet lächelte er sie an und sprach weiter: „Kernhem ist nicht nur ein Landsitz, sondern durch unseren Ländereien laufen Kraftlinien.”
Bevor er Weitersprechen konnte, fiel Lissa ihm aufgeregt ins Wort: „Ja, hier gab es schon viele UFO-Sichtungen, die letzte im Jahre 2004. Kornkreise und große weiße Lichter wurden hier auch gesehen. Hast du davon vielleicht sogar Video-Aufnahmen gemacht, die wir uns nachher ansehen können?”
Rosebär war ganz erstaunt darüber, was er aus Lissa’s Mund hörte, er fragte sie aber nichts. Und während Evert noch nachdenklich dreinschaute, fragte Luna in den Raum hinein, ob sie noch Kaffee nachschenken solle. Keiner gab eine Antwort und Lissa nippte an ihrem Sherry als wäre nichts gewesen.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:16

Makabre Probleme

                    
Um diese Stille zu unterbrechen, fing Luna einfach ein Thema an über die heutige Situation in der Welt. Zum Glück ging Evert darauf ein und erzählte. Alle lauschten seinen spannenden Worten:
„Wissenschaftler prognostizierten schon vor 15 Jahren, dass innerhalb von 35 Jahren fast kein Leben hier auf der Erde mehr anzutreffen sein würde, wenn wir so weitermachen wie bisher. Solche Infos würden uns nicht erreichen, wenn es nicht in den letzten Jahren einen starken Wandel innerhalb einiger Regierungen gegeben hätte. Obwohl die da oben uns nicht die ganzen Wahrheiten erzählen ist es immerhin ein Fortschritt.
1990 war im Time-Magazin ein Artikel über die Erde zu lesen. Die ganze Ausgabe widmete sich unserer gefährdeten Erde und ihren Problemen. Ich habe mir die Arbeit gemacht und Vergleiche angestellt zwischen 1990 und 1998, das sind nur acht Jahre. Ich musste aber feststellen, dass in diesen nur acht Jahren nicht soviel hätte passieren können, wie angeblich passiert ist. Darum kann ich sagen, dass der Artikel der damals im Time-Magazin erschienen ist, hochgradig verwässert wurde. Ich wage sogar noch einen Schritt weiter zu gehen, um zu sagen, er war eine ellenlange Lüge!
Der Planet Erde hat viele verschiedene Probleme und wenn die Lösung nur eines Problems davon zusammenbricht, ist auch unser Leben ausgelöscht. Und wenn ein System ausfällt, das können wir selbst nachvollziehen bei unserer Technik beispielsweise, mit der wir tagtäglich zu tun haben, wird das früher oder später auch bei den restlichen Systemen der Fall sein, eine Art Kettenreaktion, ...und das wird es dann gewesen sein. Uns wird dasselbe Schicksal treffen wie den Mars! ...Und im Moment stehen alle Systeme im Begriff zusammenzubrechen!
Über Jahrtausende hinweg durch alle Generationen gab es etwa 30 Millionen unterschiedliche Spezies auf der Erde. Aber nur während 15 Jahren innerhalb unserer Generation wurde die Hälfte bereits ausgerottet. Das verdeutlicht die geradezu makabren Probleme, in denen wir heutzutage feststecken.
Als man Anfang der 90er Jahre bei der Konferenz in Rio versuchen wollte, die ganze Welt an einen Tisch zu bringen, um weltweite Umweltprobleme zu diskutieren und zu mindern, wollten die USA nicht einmal dort mitmachen, weil die Probleme so ernst seien, dass damit ein anderes Problem hinterher käme, nämlich einen weltweiten finanziellen Zusammenbruch. Und das würde auch bedeuten, dass ein großer Prozentsatz der Weltbevölkerung verhungern würde oder an anderen Schwierigkeiten zugrunde gehen würde.
Ein anderes Problem der Erde ist das Sterben der Ozeane. 1978 schrieb Jacques Cousteau ein Buch über das Sterben der Weltmeere. Cousteau war ein hoch geachteter Mann und berühmt für seine Tiefseeforschungen. Wohl jede Woche sahen wir seine Filme im Fernsehen und waren begeistert über die Vielfalt der Ozeane. Aber als er dieses Buch herausbrachte, büßte er in Wissenschaftlerkreisen seine Glaubwürdigkeit ein. Seinen Prognosen wollte keiner Glauben schenken, obwohl seine Aussagen wissenschaftlich fundiert waren, man wollte die Wahrheit einfach nicht akzeptieren.
Er sagte, dass die Mittelmeere bis 1990 ein totes Gewässer sein würde und dass auch dem Atlantik das gleiche Schicksal widerfahren würde. Jetzt ist es passiert. Das Mittelmeer ist bereits zu etwa 98 Prozent ein totes Gewässer.
Und der Atlantik wird folgen. Keine Fische mehr, keine Delfine, kein anderes Leben mehr im Atlantik. Ohne die Ozeane können wir aber nicht leben. Das unterste Glied in der Kette der Nahrungsmittel, das Plankton wird von den roten Algen verdrängt werden, und wenn das Plankton verschwindet, verschwinden auch wir.
Nehmen wir einmal New York City. Die Stadt hat eine Kanalisation, deren Rohre rund 40 Kilometer weit ins offene Meer hinausführen. Über diese Rohre werden die anfallenden Fäkalien der Stadt ins Meer befördert. Damals dachte man, dass die Meere mit diesem Schmutz schon fertig werden würden. Aber über die Jahre hat sich daraus ein riesiges Unterwassergebirge angesammelt, ein gewaltiges Fäkalien-Gebirge sozusagen, das jetzt auf New York City zurück kommt und man rauft sich die Haare, weil New York City das Geld dazu nicht hat, den auf sie zurückfallenden Schaden zu beheben.
Ein anderes Problem, das die Erde hat, ist das vieldiskutierte Ozonloch. Nun gibt es das Ozonloch nicht nur am Südpol, sondern mittlerweile auch am Nordpol und der Rest der Ozonschicht sieht aus wie ein Schweizer Käse. Und es wird weiterhin das dafür schädliche FCKW hergestellt. Wenn man sich darüber Gedanken macht, dann kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass es für die Ozonlöcher absolut keine endgültige Lösung gibt.
Aber wenn wir unser Ozon verlieren, sind wir in ziemlichen Schwierigkeiten. Der damalige US-Präsident Reagan, der einmal gefragt wurde, wie er mit dem Ozon-Problem umgehen würde, sagte so in etwa: ’Tja, dann verteilen wir einfach Regenmäntel und dunkle Sonnenbrillen, dann ist das Problem gelöst!’ Kein Wunder das man bei solchen Äußerungen auf die Idee kommt, dass es in den Regierungen auch nur Schulterzucken gibt nach dem Motto: Na und...wen interessiert’s schon?
Interessieren tut dies aber beispielsweise den Menschen und Tieren in Südchile, dort also, wo der Südpol am nächsten liegt. Die Tiere dort beginnen zunehmend zu erblinden und sogar die dunkelfarbigen Menschen, die ihr ganzes Leben im Freien verbracht haben, ziehen sich jetzt plötzlich Sonnenbrände zu! Das Schlimme daran ist außerdem, dass diese Ozonlöcher wandern, man weiß nie, welche Region der Erde als nächstes heimgesucht wird.
In den ersten sieben Tagen seiner Amtszeit kamen 700 Umweltgruppen auf Präsident Bush zu und sagten, dass die Erde noch ein größeres Problem als das Ozon habe, nämlich den gefährlichen Treibhauseffekt. Wenn man diesen Treibhauseffekt nicht bald in den Griff bekommen würde, zerstöre er den Planeten.
1992 wurde beispielsweise bei Australien und Neuguinea im Meer (!) die höchste Temperatur seit Beginn der Menschheitsgeschichte gemessen, satte 30 Grad Celsius plus. Auch das verdeutlicht die riesigen Probleme, denen wir gegenüberstehen; unser aller Leben hängt davon ab, niemand ist davon ausgenommen!“

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:17

Nachdem unsere Freunde zusammen mit Lissa – einer näheren Bekanntschaft von Professor Rosebär – in Holland angekommen sind, lernen sie das edle Gut Kernhem näher kennen. Doch die Erholung auf dem Gutshof finden schnell ihr Ende, nachdem Luna per Zufall eine Spiegeltür entdeckt, die sich in ihrem Zimmer befindet...
Folge 23 
 
 
Die Spiegeltüre in eine fremde Welt

                    
Als Luna am Spiegel stand um ihn zu öffnen, hörte sie ein leises Klopfen an ihrer Zimmertür. Wigo’s stimme flüsterte leise ihren Namen. Unschlüssig, wie sie sich verhalten solle, hörte sie, wie er die Türklinke drückte und nochmals ihren Namen leise rief. „Er wird wohlmöglich noch die anderen wach machen“, dachte sie und eilte deshalb schnell zur Tür. Kurz entschlossen öffnete sie die Tür und zog ihn am Ärmel zu sich herein. Wortlos ging sie zum Spiegel und betätigte den geheimen Knopf im Ornament. Die Tür sprang mit einem leisen Knarren auf.
„Wenn du schon mal hier bist, Wigo“, meinte sie resignierend, „darfst du mich auch begleiten.“
Erstaunt blickte er sie an. „Wie hast du denn das herausgefunden?“
„Gar nicht“, erwiderte sie mit einem Lächeln im Gesicht, „es war einfach Zufall.“
„Warum hast du vorhin nichts davon erzählt, als wir noch alle zusammen waren, ja das würde ich ganz gerne mal von dir wissen?“
„Vielleicht später einmal, jetzt lass’ uns mal nachsehen, was uns hinter dieser geheimnisvollen Türe erwartet.“
Sie drehte sich zur Seite und nahm von einem kleinen Tischchen den siebenarmigen Kerzenständer herunter. Die Kerzen brannten ruhig. Erst als sie vorsichtig die ersten Stufen der Wendeltreppe hinunter gingen, fingen die Kerzen etwas an zu flackern.
Es war heiß und trocken hier unten. Die Luft war wie tot. Wigo, der stumm neben Luna ging, spürte die elektrische Spannung, die sie ausstrahlte, eine verhaltene Kraft, die seine Nerven vibrieren ließ. Sein Atem ging hastig. „Auf was lass’ ich mich da wieder ein“, grübelte er nach! Aber seine Neugier trieb ihn dazu, weiter zu gehen. Gedanken kamen in ihm hoch, an die er seit Jahren nicht mehr gedacht hatte. Bemüht, sich seine Nervosität nicht anmerken zu lassen, ging er neben ihr weiter.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:20

Die Kapuzenträger

                    
Ihre Schritte verklangen lautlos in dem unterirdischen Gang. Die Wände waren mit Staub bedeckt. Dicke Spinnenweben hingen in den Ecken. Lautlos gingen sie weiter und kamen an eine zweite Treppe, noch weiter nach unten führte. Luna ging mit traumwandlerischer Sicherheit die Stufen hinunter. Es roch muffig und feucht. Vereinzelt hörte er ein schwaches Knistern. Er konnte es nicht orten und wurde auch schon im selben Augenblick von einer schattenhaften Gestalt schwach angerempelt, die plötzlich an ihnen vorbeischlüpfte.
Überaus merkwürdig war das fahle Licht, das den Gang beleuchtete. Irgendwo musste es herkommen.
Noch etwas in Gedanken hörte sie die stimme Wigo’s hinter sich, als er ihr ins Ohr flüsterte: „Woher kommt denn jetzt die Helligkeit hier unten her? Besser ist, du machst die Kerzen aus!“
Die Kerzen waren ziemlich abgebrannt. „Das ist schon merkwürdig“, dachte sie und blies den Rest der Kerzen aus. Den Kerzenständer stellte sie kurzerhand einfach rechts an die Mauer. Als sie weitergingen sahen sie am Ende des Ganges eine mit Gold beschlagene Holztür im romanischen Stiel. Sie gingen darauf zu und sahen noch im letzten Moment, wie aus einem Seitengang eine Gestalt in einem schwarzen Mantel mit Kapuze auf die Tür zusteuerte. An seinen Schritten konnte man hören, dass er sich bemühte, leise aufzutreten. Sie drückten sich eng an die gegenüberliegende Wand und blieben still stehen.
Dann hörten sie Klopfzeichen in einem merkwürdigen Rhythmus. Von irgendwoher antwortete eine hohe Stimme in unverständlichen Zischlauten. Dann sprang die Tür lautlos nach innen auf und der Mann im schwarzen Mantel ging hinein.
Stumm und wissend sahen sich Luna und Wigo an. Schnell aber leise liefen sie nun zu der merkwürdigen Türe. „Noch können wir umkehren...“, sagte er zu ihr, „...noch ist nichts passiert!“
Abwartend schaute er sie an. Stumm nickte sie ihm zu. „Los“, sagte sie kurz, „ich will es wissen!“
Wigo klopfte im selben merkwürdigen Rhythmus an die Türe wie sein Vormann. Wieder ging sie wie von Zauberhand auf. Vorsichtig, den Atem anhaltend, traten sie in einen seltsam düsteren Raum. Bläuliches Licht füllte den Raum, der mittelgroß war. Dieses bläuliche Licht war wie Nebel, der durch den ganzen Raum zog und der weiter oben im Raum eine graue Farbe annahm. Der Boden unter ihren Füssen war aus Kristall und in ihm bewegten sich kleine Partikelchen von Goldglimmer. Dieselben Goldglimmer befanden sich auch an den Wänden, allerdings waren diese nur aus grauem Stein. Die wie Nebelschwaden herumlaufenden Gestalten, die man erkennen konnte, waren ebenfalls grau, hatten aber diesen Goldglimmer auf ihren Mänteln nicht.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:22

Dann sahen sie Lissa!

                    
Ja, welche Überraschung, da war Lissa! Lissa, die mit ihnen zusammen hierher nach Holland gereist war! Ihre Gestalt war wie aus Stein gemeißelt. Sie saß unbeweglich und starr auf einem hohen Podest am Ende der Halle. Und eine kleine Echse aus farbigem Licht schien über ihrem Kopf zu schweben. Ihre Hände hatte sie über die Brust gekreuzt. Träumten sie oder war es die Wirklichkeit, was sie sahen?!
Halb hinter einer Säule verborgen stand aufrecht ein Mann und beobachtete die beiden Besucher verstohlen.
Wigo fühlte, dass sie beobachtet wurden. Er suchte mit seinen Augen die Halle ab. Dann trafen sich die Augen von Wigo und die scharfen Augen der Gestalt! Wigo spürte tief in seinem Innern, dass er diese Augen kannte. Er schaute zu Luna und flüsterte ihr etwas ins Ohr.
Gemeinsam gingen sie zu der Gestalt, die hinter der Säule stand. Es war ein großer Mann und überragte selbst den hoch gewachsenen Wigo noch gut um zwei Köpfe. Fest und muskulös waren seine breiten Schultern, stark genug um einen Stier zu Boden zu zwingen, wenn es darauf ankäme. Die Kapuze, die auf seinen Schultern zurückgeschlagen war, enthüllte einen schmalen Kopf. Seine braunen Augen verdunkelten sich und ließen einen Schatten des Hasses erahnen.
Wie hypnotisiert drehte sich Luna dann um und schaute direkt in die eisblauen Augen von Lissa. In ihren Augen flackerte ein eigenartiges Licht. Luna erkannte ihre erschreckenden Fähigkeiten, aber sie jagten ihr keine Angst ein. Lissa genoss sichtlich das Kräftemessen zwischen Luna und ihr.
Wie von einer tiefen Woge nach oben getragen, tauchte plötzlich das Bild einer Eidechsenfrau in ihren Gedanken auf. Sie spürte Kälte, die wie ein Heer von beißenden Ameisen ihren Rücken hoch lief. Ganz langsam verwischte sich das Bildnis der Gestalt, die auf dem Thron saß und zurück blieb nichts weiter als verschleierte Nebelschwaden, die auf und ab wabberten. Dann hörte sie die Stimme des Kapuzenträgers sagen:
„Wir besitzen die Macht uns bestimmte Naturkräfte zu Dienste zu machen!“
Die Stimme Luna’s war leise als sie zu ihm sagte: „Wir Menschen setzen unsere Macht zum Wohle aller ein, selbst derer, die unsere Feinde sind.“
„Jeder wird mit einem Vorrat an Wissen geboren“, erwiderte er und sprach in einem leiernden Tonfall weiter: „Die Dinge, die wir lernen bereit zu sein, schlagen mitunter Funken, die Funken erzeugen Feuer und die Feuer erhellen die Dunkelheit, in der sich viele Dinge bewegen, die das Licht niemals gesehen hat und nie dazu fähig sein wird, es je zu sehen.“
Sein Blick verschleierte sich mehr und mehr, er sprach: „Wir sind nicht so romantisch wie das Erdenvolk was unsere Weltanschauung angeht. Wir erkennen nur das an, was messbar und im Experiment nachvollziehbar ist.“ Dann seufzte er: „Wir wollten immer nur das Gute, nie das Böse. Vielleicht musste deshalb alles so geschehen seit Äonen.“
„Hör’ doch auf zu labern“, dachte Wigo und konnte sich seine Wut kaum verkneifen. Ungeduldig erwiderte er ihm: „Das ist alles eine Frage der Definition, alter Freund!“
„Ihr Erdenwürmer solltet euch mal Gedanken machen über die Größe, die wir im Universum präsentieren!“ Ironisch starrte er Wigo an, wie ein Reptil, das auf seine Beute fixiert ist.
„Das sehe ich anders“, knurrte Wigo zurück und zog Luna mit sich fort. Er gab sich keinen Illusionen hin. Die Men in Black kannten ihn. Sie wussten meistens, wo er sich aufhielt, er konnte ihnen nicht entkommen. Soviel stand jedenfalls fest. Aber jetzt musste er erstmal hier raus. Nur wie, das wusste er im Moment noch nicht. Die Sache wurde mittlerweile ziemlich brenzlig.
Wenn er doch nur die Möglichkeit hätte näher an die große Hallentür zu gelangen. Makaber war nur, dass die anderen Gestalten jetzt langsam auf sie zu kamen, sie regelrecht einkreisten.
„Ich hatte mir eine andere Gesellschaft hier unten vorgestellt“, raunte er Luna ins Ohr.
Dann hörte er den Ton. Der Ton wurde heller. Er griff sich mit beiden Händen an die Ohren und hielt sie zu. Er bewegte sich nicht... stand wie erstarrt. Dann plötzlich schrie er laut: „Raus hier, raus hier, Luna!”

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:23

Geheimnisvolle schwarze Helikopter

                    
Sie starrte ihn erschrocken an, reagierte aber sofort und schoss wie von einer Tarantel gestochen vorwärts. Etwas Stumpfes flog an ihren Kopf. Warmes Blut floss über ihre rechte Stirn und bahnte sich seinen Weg durch ihre haarfeinen Falten rund um das Auge. Während sie durch die Halle lief, wischte sie sich mit dem Handrücken das Blut vom Gesicht. Sie drehte mit Mühe ihren Kopf zur Seite und sah aus dem Augenwinkel wie von hinten die Meute gegen sie anstürmte.
Kurz vor der mit Gold beschlagenen Holztür sah Wigo einen Gang. Er riss Luna am Arm herum und zog sie mehr als das er sie dirigierte durch das offene Tor. Sie rannten den Gang hinunter direkt auf einen schwarzen Helikopter zu, einen US101.
Wigo fühlte ein unangenehmes pochen unter der Schädeldecke. „Es geht hier nicht weiter“, murmelte sie in die Stille hinein. „Muss es das?”, sagte er mehr zu sich selbst als zu ihr.
„Wo diese Sorte Helis stehen, sind die ’Jat Packs’, diese handlichen fliegenden Rucksäcke, meistens nicht weit!“ Er rannte zum Heli und riss die Cockpit-Türe auf. Mit geübten Handgriffen zerrte er zwei Jet Packs heraus.
„Leg ihn dir an, mach es mir nach, dann muss ich dir nicht lange erklären, wie er funktioniert. Das Ding hier hat keine große Reichweite. In den kommenden 30 Sekunden müssen wir es geschafft haben, den Schacht zu verlassen und irgendwo möglichst sicher landen.“
Er lächelte sie an, eine Welle von Liebe und Zärtlichkeit traf ihre Augen. Sie lächelte zurück und zeigte dabei ihre perlweißen Zähne. „Ja, wir werden es schaffen“, hauchte sie mehr als dass sie es sagte.
Mit geübten Handbewegungen schnallte er sich den Rucksack um, legte den Beingurt um und öffnete das Treibstoffventil. Dann legte er beide Hände auf die Starthebel, stieß sich vom Boden ab und der Jet Pack schoss mit eindrucksvoller Geschwindigkeit den Schacht hoch.
Keine Sekunde zu früh bremste der Jet Pack aus. Im letzten Moment noch hatten sie ein Waldstück erreicht. Das fliegende Vehikel fiel jetzt mit ihnen wie ein Stein nach unten und sie krachten in die Baumwipfel. Die ineinander geschlungenen Baumäste bremsten glücklicherweise den Aufprall ab. So kamen sie mehr schlecht als recht auf den Erdboden zurück. Sichtlich benommen und mit einigen Hautabschürfungen humpelten sie Richtung Herrenhaus zurück.
„Wahrscheinlich hat niemand unseren kleinen Ausflug bemerkt”, meinte Wigo, als sie wieder dort ankamen, wo ihr Abenteuer begonnen hatte.
„Und pünktlich sind wir auch noch”, erwiderte sie verschmitzt lächelnd und schaute dabei auf ihre Armbanduhr. Es war 8 Uhr morgens und um 9 Uhr war Frühstückszeit, also noch reichlich Zeit um sich frisch zu machen und unten im Salon zu erscheinen.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:25

Mit „Blauen Augen“ davongekommen

                     
Zögernd klopfte es an ihrer Zimmertür. Sie vernahm leise die Stimme von Rosa, der ihren Namen flüsterte.
Luna ging rasch zur Tür und öffnete sie. Bevor der Professor eintrat, schaute er nochmals prüfend links und rechts den Gang hinunter, behutsam darauf bedacht, von niemandem gesehen zu werden. Erst dann trat er über die Türschwelle.
„Einen schönen guten Morgen, Rosa! So früh schon auf den Beinen?” Er aber hielt sich den Finger vor dem Mund und flüsterte: „Psst, nicht so laut, Luna. Ich will nicht, dass jemand uns hört. Um diese Zeit sind schon einige auf den Beinen hier im Haus.”
„Warum so geheimnisvoll?”
Und während sie das letzte Wort aussprach, schloss er leise hinter sich die Tür und sauste zum Fenster. Ohne sich noch mal umzudrehen winkte er Luna zu sich heran.
„Was ist denn?”, fragte sie ihn unruhig.
„Da, da, das musst du sehen! Komm, komm näher, da, da...”, aufgeregt wies der Professor mit seiner Hand hastig zum Fenster hinaus. Seine Fingerspitzen trommelten gegen die Scheibe, so aufgebracht war er.
„Ja, und...?”, fragte sie im ruhigen Tonfall. Sie musste sich bemühen, ruhig zu bleiben, denn plötzlich kam in ihr das Gefühl hoch, dass Rosebär etwas von ihrem nächtlichen Abenteuer im mysteriösen Gewölbe wusste. Erzählen wollte sie es ihm schon, ja, nur eben jetzt nicht gleich, denn sie brauchte zuvor noch etwas Ruhe um ihre Gefühle ordnen zu können. Wie in Trance trat sie näher ans Fenster heran. Dann sah sie die Reste der Jet Packs in den Baumkronen hängen.
„Schau mal”, sagte der Professor. „Ein so genannter Jet Pack, auch bekannt unter dem Namen Raketenrucksack. Man schnallt sich so ein Ding auf den Rücken und es fliegt mit einer Geschwindigkeit von etwa 16 km/h einige Meter hoch und das auch nur 30 Sekunden lang.”
Dann drehte er sich um und schaute Luna voll ins Gesicht. Ohne mit einer Wimper zu zucken schaute sie zurück.
„Und nun möchte ich bloß mal wissen, wie so ein Ding, oder was noch von dem Ding da übrig geblieben ist, in den Baumkronen von Gut Kernhem stranden kann?”
Luna’s Augen verdunkelten sich und ihr Blick wurde starr. Sie hatte nun nochmals deutlich die Bilder vor Augen, wie sie vorhin den steilen Schacht empor flogen.
„Ach ‚Gottchen’ Luna! Deine Augen sprechen ja Bände”, hörte sie den Professor schlussfolgern. Rosa legte seine beiden Hände um ihre Schultern und streichelte ihr zart über ihr glattes Haar. Dann führte er sie zur Couch.
„Ich hol’ dir ein Glas Wasser, Liebes”, sagte er zu ihr und ging in Richtung Bad. Bevor er es erreichte, ging die Badtür auf und Wigo stand grinsend vor ihm mit einem vollen Glas Wasser in der Hand.
„Bitte, Rosa, ist das Glas so richtig und das Wasser auch kalt genug, willst du probieren?”
„Natürlich! Wo was los ist, da ist auch Wigo!” Er drehte sich mit einer einladenden Geste um und meinte mit einem strahlenden Gesicht, aber doch mit einem Touch Ironie in der Stimme: „Bitte, nur zu, ich lasse dir heute den Vortritt, hier mal Butler zu spielen.”
Wigo grinste ihn an, rauschte an ihm vorbei und stellte das Glas Wasser zu Luna auf den Tisch. Sie nickte ihm dankend zu und trank mit einem Zug das Glas leer.
Rosebär streckte seinen Kopf zur Decke und sagte: „Ich schnuppere Abenteuerluft... und ich war nicht dabei!” In seiner Stimme lag ein Hauch von Wehmut.
„Alter Junge! Und ich dachte du hättest heute Nacht ein Abenteuer mit Lissa der besonderen Qualität gehabt?” Er grinste ihn verschmitzt an, als könne er wissen, wie heiß es zwischen Rosa und Lissa in der vergangenen Nacht zugegangen war.
„Da irrst du dich aber, mein Lieber. Nix weißt du!”
„Sag’ ich denn, dass ich etwas weiß?“
„Nö, das nicht. Aber du tust so! Na ja egal, früher oder später wird es jeder hier noch merken. Lissa ist verschwunden.”
„Verschwunden? Wir müssen die Polizei verständigen!”
„Äh..., das lass’ mal, Wigo. Sie hat ihre Tasche und den kleinen Koffer mitgenommen, also… sie ist doch erwachsen und jeder über 18 kann hingehen wo er will, auch wenn es mitten in der Nacht ist! Stimmt’s oder stimmt es nicht?”
„Jaaa stimmt”, antwortete Wigo langgezogen. Durch seinen Kopf kreisten bestimmt ganz andere Dinge als die, die zurzeit in Rosa’s Kopf herumschwirrten. Und er dachte an das Ebenbild von Lissa als er sie dort unten in der Halle sah. Nur war es höchstwahrscheinlich doch die echte Lissa gewesen, die sie gesehen hatten. Und seine Gedanken gingen noch weiter zurück bis zu dem Tag, als sie in dem abgewrackten Motel absteigen mussten und dass sie die einzigen Gäste in dem Motel waren, und als Rosa ihnen Lissa vorstellte, und…
Wie aus der Ferne hörte er Rosa’s Frage, was sie heute vorhaben würden. „Nichts mehr, Rosa. Es wird besser sein, wenn wir unsere Koffer packen, Holland verlassen und nach Österreich reisen. Ich gehe mal runter zu Janny und Evert und bespreche mal einiges mit ihnen.”
„Warum denn ausgerechnet nach Österreich, Wigo?”
„Freunde besuchen, Rosa! Wir brauchen Freunde um die Welt zu retten!” Bei diesen Worten war er schon halb aus dem Zimmer entschwunden. Zurück blieben ein nachdenklicher Rosa und eine müde Luna.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:31

Nach einem ereignisreichen Aufenthalt auf Gut Kernhem in Holland, wollen unsere drei Freunde nun nach Österreich reisen. Doch nicht alle werden dort ankommen, denn durch die etwas spektakuläre Abreise mit einem Taxi und durch das Kennenlernen von Cisko - ein etwas seltsamer Polofahrer, der sie mitnahm - nehmen die Ereignisse einen anderen Verlauf.
 Folge 24                   
 
 
Die Abreise

                    
Das Taxi war gekommen. Wigo, Rosa und Luna stiegen ein, schlossen die Türen und drehten wie auf Kommando ihre Hälse nach rechts, hoben die rechte Hand als letzten Gruß für Evert und Jannie van de Veluwe, dann rollte das Taxi gemächlich die Auffahrt hinunter.
Auf der Strasse nach Arnhem hatte das Taxi schnell an Fahrt gewonnen. Der Motor des Mercedes schnurrte leise vor sich hin als Rosebär unvermittelt sagte: „Schade, dass wir nicht länger geblieben sind.“
Niemand gab eine Antwort, jeder hing wohl seinen eigenen Gedanken nach. „Dann nicht...“, dachte er. „Demnächst schalte ich auch auf ’Durchzug’.“ Rosebär seufzte, schloss seine Augen und legte die Arme über seine Brust. Und damit sie nicht abrutschten, faltete er seine Hände wie zum Gebet. Er grinste in sich hinein als er daran dachte, wie… Weiter kam er nicht mit seinen Gedanken.
Ein dumpfer Aufprall von hinten stieß seinen entspannten Oberkörper nach vorne. Nur weil er angeschnallt war, machte er keine Bekanntschaft mit dem Armaturenbrett. „Das hätte mir glatt ein paar Rippen gebrochen“, überlegte er noch, als der zweite Aufprall erfolgte.
Während der Chauffeur in den Rückspiegel schaute, verlangsamte der Mercedes sein Tempo. Rosebär drehte in Zeitlupe seinen Kopf nach links um zu sehen, welcher Irre an diesem schönen Morgen sie aufs Korn genommen hatte. Nichts als nur eine schwarze Wand war zu sehen. Sprachlos schaute er den Chauffeur an, der stoisch geradeaus blickte und seine Hände verkrampft ums Lenkrad geschlossen hatte.
„Der ist wohl weggetreten“, dachte Rosebär, „der fährt ja nur noch automatisch?“
Er verdrehte seinen Hals bis nach hinten und sah direkt in die Gesichter von Wigo und Luna. Sein Mund verzog sich zu einem breiten Grinsen, dann nickte er mehrmals mit seinem Kopf und drehte sich wieder um.
Hihi“, lachte er in sich hinein. „Sie dachten wohl ich würde was fragen, haha, da können die lange warten, ich nicht mehr.“ Rosebär blickte aufs Tacho des Taxis. Sie fuhren wieder 120 km/h, mehr war auf Hollands Strassen auch nicht erlaubt.
Dann rollte er heran ... der große schwarze Transporter. Eine zeitlang fuhren sie auf gleicher Höhe. Dann plötzlich donnerte er rechts an ihnen vorbei, die Sicht nach vorn abschneidend zog er unbeirrt vor ihnen her. Durch die Windschutzscheibe sah Rosebär das Verkehrsschild: Abfahrt Arnhem 5 km, Pfeil rechts.
Der Taxichauffeur setzte zum Überholen an. Rosebär schaute den Driver von der Seite an und dachte: „Was ist denn jetzt mit dem los? Wieso zuckelt der nicht auch noch die letzten paar Kilometer hinter dem her?“
Unbehaglich rutschte er auf seinem Sitz nach vorn. Am liebsten würde er sich klein machen wie Ginny und ins Handschuhfach verschwinden bis sie in Arnhem am Bahnhof angekommen waren. „Dass man auch nicht mal einen Wunsch frei haben kann“, dachte er, „...wenigstens in solchen Situationen“.
Das Taxi war gerade auf mittlerer Höhe mit dem Transporter, als dieser nach links ausscherte. Der Chauffeur trat das Gaspedal durch und knallte seine Hand auf die Hupe, die er wie im Morsetakt benutzte, daraufhin zog der schwarze Transporter noch mehr nach links. „Verdammt noch mal, nehmen Sie doch das Gas weg“, brüllte er den Taxifahrer auf Englisch an.
„Wie kann man nur so borniert sein und Gas geben, Du hast Deinen Führerschein wohl auf dem Jahrmarkt gewonnen?“
Der Taxifahrer nahm abrupt den Fuß vom Gaspedal. Der Mercedes geriet für ein paar Sekunden aus dem Takt und kam ins schleudern, dann aber hatte der Driver wieder die Gewalt über sein Fahrzeug, und sie fuhren wie gehabt, hinter dem schwarzen Transporter her.
Entnervt lehnte sich Rosebär in seinen Autositz zurück. „Das hört wohl nie auf, dass die Man in Black uns ans Leder wollen, so langsam aber sicher werde ich mich doch lieber meiner Schmetterlingssammlung hinwenden. Warum sollte ich mich auf meine alten Tage noch mit solchen Dingen wie diesen abgeben. Es gibt doch weit Schöneres auf der Welt als Schnipperspiele!? Und dann habe ich diesen Typen auch noch ganz fürchterlich abgeblafft. Ich werd dem ein saftiges Trinkgeld geben und mich auch bei ihm entschuldigen. Das mit dem gewonnenen Führerschein war schon ein starkes Stück von mir, das hätte ich nicht sagen sollen.“
Bei diesem Gedanken heraus schaute er mit zusammengekniffenen, spaltbreiten Augenlidern den Taxichauffeur an und überlegte: „Der scheint die Ruhe weg zu haben!“
Langsam rollte das Taxi aus. Rosebär hatte gar nicht bemerkt, dass der Driver rechts an die Straßenseite herangefahren war. Das Taxi stoppte, der Chauffeur, dem es scheinbar zuviel geworden war, stieg aus, öffnete den Kofferraum und stellte die Reisetaschen an den Straßenrand. Dann ging er zu den Autotüren, riss sie auf, nickte mit dem Kopf und zeigte per winkenden Daumen, dass alle aussteigen sollten.
Da standen sie nun mit ihren gepackten Koffern an der Strasse. Als das Taxi wieder anfuhr, ging die Hupe wie eine Sirene los. Rosebär konnte sehen, wie der Chauffeur übers ganze Gesicht lachte und mit der freien Hand hinter seinem Kopf winkte. „Wicht!“, war das einzige, was Rosebär noch dachte, als das Taxi mit enormer Geschwindigkeit wegsauste.
„Da hast Du Dir ja ein hübsches Ding geleistet, Junge, Junge, Rosa, so was kannst auch nur Du bringen.“ Wigo lachte übers ganze Gesicht. Rosa gab keine Antwort und winkte müde ab. Dann nahm er seinen Koffer und ging die Strasse hinunter.
„Gehst Du zu Fuß zum Bahnhof, Rosa? Schick doch dann bitte ein Taxi zu uns rauf.“
Rosa murmelt etwas Unverständliches vor sich hin und was Wigo zu Luna sagte, konnte er nicht mehr hören, denn er war schon in Gedanken auf ’anderen Frequenzen’ seines Ich’s.
„Komm, alter Junge“, sagte seine innere Stimme zu ihm, „machen wir eine kleine Übung zur Aufmunterung der Psyche.“
„Das wird das Beste sein“, dachte er und blieb stehen, reckte und streckte sich wie nach einer morgendlichen Gymnastikstunde. Dann stellte er seinen Koffer auf dem Gehweg ab. Etwas unbeholfen setzte er sich auf seinen Koffer nieder.
„Hätte ich doch einen größeren mitgenommen, dann könnte ich jetzt bequemer sitzen“, stellte er fest. Bei diesem Gedanken legte er seinen rechten Innendaumen auf seinen rechten Nasenflügel, um ihn zuzuhalten.
Er atmete nun tief aber langsam durch die linke Nasenseite, zählte bis sieben, dann hielt er die Luft an, zählte abermals bis sieben, dann nahm er den Daumen von der rechten Nasenseite und hielt sich mit dem rechten Zeigefinger die linke Nasenseite zu, atmete durch die rechte Nasenseite aus. Das machte er dreimal hintereinander.
Dann erhob er sich, grinste in sich hinein und stellte sich an den Straßenrand, den Daumen hoch, bereit um per Anhalter mitgenommen zu werden.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:33

Cisko – der seltsame Fahrer

                    
Kurz darauf hielt ein alter schwarzer Polo. Der Fahrer kurbelte das Seitenfenster herunter und winkte Rosebär heran. Als der Professor sich dem Auto näherte, sagte der Fahrer etwas zu ihm, das die anderen zwei nicht hören konnten, dann aber hatte sich Rosebär mit dem Ellenbogen auf das heruntergekurbelte Autofenster gelehnt. Der Mann, der sie mitnehmen wollte, sah äußerlich ganz harmlos aus. Sein schulterlanges schwarzes Haar hatte er zu einem Pferdeschwanz gebunden, der wie ein schwarzer dünner Stock auf seinem Rücken ruhte. Gekleidet war er nur mit einem dünnen weißen Pulli und einer schwarzen Jeans. Die unrasierten Wangen gaben einen interessanten Kontrast zu seinen meergrünen Augen.
Rosebär konnte sich kaum vom Blick dieser Augen trennen, sie zogen ihn förmlich an, machten ihn fast sprachlos. Er fragte den Lenker, ob er sie mitnehmen könne und wies dabei mit der Hand auf Wigo und Luna. Der nickte nur mit dem Kopf und setzte ein bezauberndes Grinsen auf, das Rosebär so noch nicht gesehen hatte.
„Ach, so einer ist das...“, sinnierte Rosebär und zum ersten Mal beschlich ihm eine Art Verachtung, die er nie in dieser Art bei sich wahrgenommen hatte. Denn was sollte ihm die Lebensweise eines anderen Menschen angehen? Hoffentlich konnte der andere keine Gedanken lesen, das wäre bitter. Wie sehr er sich darin aber täuschen sollte, ahnte Rosebär natürlich noch nicht.
„Ja, kommt, springt rein!“ Rosebär winkte den beiden zu. Die begriffen sofort, dass sich eine Mitfahrtgelegenheit anbot und waren schon zur Stelle. Tolle Begrüßung, Namen wurden ausgetauscht, Hände geschüttelt und dann ging die Fahrt los.
„Cisko ist sicherlich eine Abkürzung von Francisko“, fragte der Professor. Er hatte wie so üblich sofort ein Gespräch angefangen.
„Ja, stimmt“, meinte der Polo-Fahrer. „Ich komme direkt aus England mit kleinem Abstecher nach Holland. Ich fahre jetzt auf diesem schönen Rijksweg dahin um euch einzusammeln.“
„Das ist aber nett gesagt“, erwiderte ihm Rosebär. „Na ja, ein Glück auch für uns, dass Sie diesen Weg genommen haben“, meinte Luna.
„Ja, vielleicht“, antwortete der andere.
„Nein, ganz bestimmt!“, fügte Wigo an und verlieh seiner Stimme einen schärferen Klang. „Wir saßen nämlich in einem schönen Taxi, aber dann kam etwas dazwischen und der Taxichauffeur fuhr lieber ohne uns weiter.“
 „Ja, so kann es gehen!“
„Wahrscheinlich will er keine Unterhaltung.“ Rosebär war etwas mit seinen Gedanken durcheinander und schwieg sich aus. Er schaute sich verstohlen um und bemerkte, dass die Windschutzscheibe mächtig dunkel getönt war. Die anderen waren genauso verdunkelt. „Was das wohl auf sich hat“, überlegte er, und die aberwitzigsten Gedanken schossen ihm durch den Kopf.
Der alte schwarze Polo fraß sich inzwischen Kilometer um Kilometer weiter der deutschen Grenze entgegen. „Wo darf ich Euch denn in Deutschland hinbringen?“, fragte der Fahrer plötzlich.
„Hinbringen?“ Rosebär war sehr erstaunt.
„Oh nein, wir wollen Ihnen keine Umstände machen“, beschwichtigte Wigo den hilfsbereiten Fahrer. „Wenn Sie uns in der nächst besten Stadt absetzen, sind wir Ihnen schon sehr dankbar dafür. Machen Sie sich nur keine Umstände wegen uns.“
Die Sonne war inzwischen ein Stück näher an die Mittagszeit herangerückt. Der schwarze Polo versuchte, in eine freigewordene Parklücke am Bahnhof von Arnhem einzuparken.
„Wollen Sie nicht erstmal nachschauen, wann der nächste Zug abfährt?“ Mit diesem Vorschlag lächelte Cisko den Professor zuvorkommend an.
„Ja, das ist eine gute Idee von Ihnen. Danke! Dann will ich mal...“
Umständlich schälte er sich aus dem Beifahrersitz, öffnete die Autotür und wälzte sich nach draußen.
Nach einem kurzen Augenblick stand Rosa dann wieder vor der Autotür. Cisko öffnete sie, Rosebär stieg nicht ein, er hielt mit der einen Hand die Autotür auf, stützte sich mit der anderen auf das Polodach und sagte zu den anderen, dass leider erst morgen ein Zug für sie abfahren würde.
„Das kann doch nicht sein?“, entgegnete ihm Wigo. „Solche schlechte Verbindungen soll es nach Deutschland geben? Na, ich glaube, ich informiere mich mal selbst.“ Er begann sich von hinten aus dem engen Sitz zu quälen.
„Also das ist das Höchste, Wigo, was Du hier jetzt veranstalten willst“, kreischte der Professor mit sich überschlagender Stimme. „Bitte, bitte, wie Du willst, erkundige Dich nur selbst, aber ab jetzt ohne mich! Ich lasse mich doch nicht wie ein kleines Kind von Dir behandeln, das nicht lesen kann?“
„Cisko, machen Sie doch bitte die Hecktür auf, ich möchte meinen Koffer haben.“
Wigo ließ sich zurück in den Autositz fallen und sagte erstmal gar nichts mehr. Mit offenen Mund starrte er ihn an und dachte: „Was ist denn mit Rosa los, wie geht der denn gereizt ab?“
„Na gut“, sagte er zu Rosa resigniert. „Nehmen wir uns ein Zimmer hier in der Gegend und morgen sehen wir dann weiter.
Unschlüssig blieb Rosa vor dem Auto stehen. Inzwischen hatte sich der Parkplatz verdunkelt. Schwarze Wolken hatten sich vor die Sonne geschoben und ein Windstoß wirbelte Staub und Papierfetzen hoch.
„Kommen Sie, Herr Professor, steigen Sie ein bevor ein Regenguss Ihnen den schönen Anzug versaut.“ Der Professor blieb zögernd am Auto stehen und schaute dann fragend nach oben.
„Ein Raumschiff habe ich nicht zu bieten, Herr Professor, aber wenn Sie möchten, dürfen Sie mich gerne nach Österreich begleiten.“
Rosebär schaute den Autobesitzer befremdend an! Konnte dieser etwa seine Gedanken lesen? Woher wusste er sonst, an was er eben gedacht hatte? War der hier womöglich denn kein ’gewöhnlicher’ Mensch? Ja, der musste etwas außergewöhnliches sein. Vielleicht gar einer von einem anderen Planeten. So was soll es mittlerweile hier auf Erden ja geben, dass Außerirdische neben uns wohnen, sozusagen unsere Nachbarn sind.
„Nun, Herr Professor, wie entscheiden Sie sich?“ Abwartend schaute der Polofahrer ihn an. „Na kommen Sie, Professor, steigen Sie ein, ich bringe Sie da hin, wo Sie wollen!“
Der Wind wurde heftiger und aus der Ferne hörte Rosebär ein ansteigendes Donnergrollen. „Ehe ich nass werde“, dachte er. Laut sagte der Professor dann: „Ja, ich komme gerne mit. Mal andere Gesichter sehen ist auch ganz schön.“
Er stieg ein und klappte die Autotür mit einem Ruck zu. Der Motor wurde gestartet und der Polo setzte sich in Bewegung.
Der Fahrer schaute in den Innenspiegel und suchte die Augen von Wigo. Ihre Blicke trafen sich und der Polofahrer sagte: „Selbstverständlich dürfen Sie und Ihre reizende Begleiterin auch mitkommen.“
Wigo antwortete nicht. „Wahrscheinlich wäre es auch besser, wenn sie sich für eine Weile trennen würden“, dachte er. Aber das wollte er nicht laut sagen, denn Rosa und Luna waren sehr gute Freunde und er wollte da nichts auseinander bringen, nein, das lag nicht in seinem Interesse, da müsste schon Luna oder Rosa selbst etwas dazu sagen. Er jedenfalls konnte sich entscheiden und das sagte er den anderen:
„Nein danke, sehr freundlich von Ihnen, aber ich werde doch nach Hause fahren. Man erwartet mich schon zurück.“
„Ja, natürlich! Ich verstehe! Bestimmt sehen wir uns einmal wieder. Man sagt ja, dass man sich im Leben zweimal sieht.” Wigo nickte zustimmend mit seinem Kopf.
Die Strasse vor ihnen verlief schnurgerade. Links und rechts an der Strasse waren Geschäfte die allerlei anzubieten hatten, so wie man es eben für eine Einkaufsmeile erwartet. In der Ferne sah Wigo die grüne Beschriftung „Hotel“.
„Ahm, ich würde an der nächsten Ecke gerne aussteigen“, sagte er zum Fahrer. „Geht das?“
„Ja natürlich“, erwiderte der Polofahrer und trat schon auf die Bremse, damit der Wagen langsam ausrollen konnte.
„Meldest Du Dich mal wieder bei mir, Luna?“
„Ja, Wigo. Ich ruf Dich per Handy an, wenn wir in Österreich sind. Vielleicht kommst Du ja nach, wenn du in Deutschland alles erledigt hast?“
„Ja, vielleicht, Luna. Mach’s gut, Rosa“, sagte er und klopfte dem Professor auf die Schulter, bevor er endlich aus dem Polo stieg.

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BeitragThema: Re: Wigo- Die Liebe stirbt zuletzt   2016-10-30, 02:35

In Österreich

                    
Die Schönheit des Sternenhimmels über Österreich zeigte sich in seiner ganzen Fülle. Der Mond war schon aufgegangen. Rosebär sah eine Gestalt, die hinter den Büschen hockte. Der Mond schien so günstig, dass sich leicht erkennen ließ, dass es ein Mann war, der sie beobachtete.
Bevor Rosebär weiter darüber nachdenken konnte warum der Mann sie dort auflauerte, hörte er Cisko sagen: „Professor, passen Sie auf, hier wird der Weg ziemlich eng, und der Abhang ist sehr steil. Alles ist mit einer seltsamen Art von Schlingpflanzen bewachsen. Am besten Sie halten sich an den Ranken fest, dann können Sie einigermaßen aufrecht gehen.“
„Schlingpflanzen“, dachte Rosebär und grinste in sich hinein. „Hi, hi, ich sehe nur keine. Für den sind ein paar Bodendecker Grünpflanzen gleich südamerikanische Schlingpflanzen“, kicherte er.
„Hatten Sie etwas gesagt Professor?“
„Ich? Nein! Der hört das Gras wachsen“, dachte Rosa. Langsam und mühevoll einen Schritt nach dem anderen schlich Rosebär hinter dem anderen her.
„Sagen Sie mal, Cisko, dauert es noch lange bis wir zum Einstieg der Höhle kommen?“
Die Luft hier oben hatte sich etwas abgekühlt. Und wenn man so leicht bekleidet wie der Professor war, dann merkte man schon, wie die kalte Bergluft auf der ersten Haut brannte. Er hätte sich doch den dicken Pullover unter seiner Jacke anziehen sollen, aber er wusste alles wieder besser als Luna.
„Die sitzt jetzt bestimmt gemütlich auf dem Sofa und gönnt sich ein Schokoladeneis mit heißen Himbeeren... Und ich friere mir ’einen Ast’ hier oben ab. Und alles nur, weil ich nicht bis Morgenfrüh warten wollte.“
„Tut mir leid, dass Ihnen kalt ist, Professor.”
“Mmmh“, konnte der Professor nur noch durch die Kehle summen. Für mehr war er nicht imstande, so erstaunt und zugleich erschrocken war er. Wie konnte Cisko wissen, dass ihm kalt war?
„Wir sind da, Professor!“
Cisko war zur Seite getreten und machte Platz für den Professor. Rosebär fokussierte seinen Blick auf den Eingang der Höhle.
Dann plötzlich traf etwas Hartes seinen Kopf. Er verlor den Halt. Seine Hände griffen automatisch nach vorn, um sich an irgendetwas festhalten zu können. Aber er fiel zu Boden wie ein gefällter Baum im Regenwald.
„Haben Sie sich wehgetan, Professor?“, fragte Francisko den Professor mitfühlend. Während sich Rosebär aufrappelte, brummte er zwischen seinen Zähnen etwas hindurch, das sich anhörte, wie das Knurren eines gereizten Hundes.
„Ach, es geht schon“, meinte er beschwichtigend. „Sehen Sie mal her, Cisko.“
Rosebär zeigte ihm einen mittelgroßen Stein, den er aufgehoben hatte.
„Das könnte von dem herkommen, der uns beobachtete, als wir hier nach oben gingen“, meinte Cisko.
„Wie? Sie haben den Typen auch hinter den Büschen lauern sehen?”
„Ja“, antwortete Cisko.
„Interessant“, sagte Rosebär und seine Gedanken unternahmen eine Reise fernab aller Zivilisationen. „Mein Schädel brummt, wie eine Armee Presslufthammer, die im Akkord arbeiten“, stellte er fest und hielt sich mit beiden Händen den Kopf fest.
„Zeigen Sie mal her, wo der Stein Sie getroffen hat.”
Francisko besah sich die Stelle und legte seine Fingerspitzen nur für einen Moment auf seinem Kopf.
„Oh, es wird wundersam heiß in mir!“ Rosebär lachte erleichtert auf. „Der Schmerz ist weg, der Schmerz ist weg! Wie haben Sie das gemacht?
„Na, ist egal. Kommen Sie, wir gehen ins Dorf zurück.“ Mit eiligen Schritten gingen sie den Berg hinab und fuhren den Weg zurück nach Salzburg.

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Als ich geboren wurde, haben alle gelacht,
ich aber habe geweint;
wenn wieder gehe, werden alle weinen,
ich aber werde lachen
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