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 Himmel und Hölle

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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-04, 22:31

42)

VON DEN REICHEN
UND DEN ARMEN IM HIMMEL



(357)
Es gibt mancherlei Meinungen über die Aufnahme in den Himmel. Einige meinen, daß die Armen aufgenommen werden, nicht aber die Reichen; andere, daß ebensowohl Reiche als Arme; andere, daß die Reichen nicht aufgenommen werden können, sofern sie nicht ihrem Vermögen entsagen und wie die Armen werden; ein jeder begründet seine Meinung durch das Wort; allein wer hinsichtlich des Himmels einen Unterschied zwischen Armen und Reichen macht, versteht das Wort nicht. Das Wort ist in seinem Schoß geistig, im Buchstaben aber natürlich; wer daher das Wort nur nach seinem buchstäblichen Sinn, nicht aber einigermaßen nach dem geistigen auffaßt, der irrt in vielem, besonders in betreff der Reichen und Armen; so z.B. daß es den Reichen ebenso schwer sei, in den Himmel zu kommen, als einem Kamel durch ein Nadelöhr, den Armen aber leicht, eben weil sie arm seien, da es ja heiße:

„Selig sind die Armen, denn das Himmelreich ist ihr“: Luk.6/20,21; [Matth.5/3];
die aber etwas vom geistigen Sinn des Wortes wissen, die denken anders; sie wissen, daß der Himmel für alle die ist, die ein Leben des Glaubens und der Liebe leben, seien sie nun reich oder arm; wer aber im Wort unter den Reichen und wer unter den Armen verstanden wird, soll im folgenden gesagt werden. Aus vielem Reden und Zusammenleben mit den Engeln ist mir gegeben worden, gewiß zu wissen, daß die Reichen ebenso leicht in den Himmel kommen, als die Armen, und daß der Mensch nicht darum, weil er an vielem Überfluß hat, vom Himmel ausgeschlossen, noch darum, weil er in Dürftigkeit ist, in den Himmel aufgenommen wird; es sind daselbst sowohl Reiche als Arme und mehrere Reiche in größerer Herrlichkeit und Glückseligkeit als die Armen.
(358)
Voraus darf bemerkt werden, daß der Mensch Reichtümer erwerben und Schätze aufhäufen kann, so viel [ihm Gelegenheit] gegeben wird, wenn es nur nicht mit Arglist und durch schlechte Mittel geschieht; daß er gut essen und trinken kann, wenn er nur sein Leben nicht darein setzt; daß er standesmäßig prächtig wohnen und, gleich anderen, geselligen Umgang haben, daß er die Belustigungsorte [lusoria] besuchen, über weltliche Dinge sich traulich unterhalten kann und nicht nötig hat, andächtig, mit niedergeschlagenen Augen und mit Seufzen und hängendem Kopf einherzugehen, sondern fröhlich und wohlgemut; auch nicht, daß er das Seinige den Armen gebe, außer soweit ihn Neigung dazu antreibt; mit einem Wort, er kann in der äußeren Erscheinung ganz wie ein Weltmensch leben, und diese Dinge hindern nicht im geringsten, daß der Mensch in den Himmel komme, wenn er nur innerlich in sich an Gott denkt, wie sich ziemt, und gegen den Nächsten aufrichtig und gerecht handelt; denn der Mensch ist so, wie seine Neigung und sein Denken, oder wie seine Liebe und sein Glaube; alles, was er im Äußeren tut, hat von daher sein Leben, denn handeln ist wollen, und reden ist denken; denn aus dem Willen handelt er, und aus dem Denken redet er; wenn es daher im Wort heißt, der Mensch werde nach seinen Taten gerichtet, und es soll ihm nach seinen Werken vergolten werden, so wird darunter verstanden, nach seinem Denken und seiner Gesinnung, aus denen die Taten [hervorgehen], oder die in den Taten sind; denn ohne sie sind die Taten gar nichts, und diese sind ganz wie jene
234. Hieraus erhellt, daß das Äußere des Menschen nichts zur Sache tut, sondern sein Inneres, aus dem das Äußere [sich gestaltet]. Zur Verdeutlichung: wer redlich handelt und den anderen nicht betrügt, bloß darum, weil er die Gesetze, den Verlust des guten Namens und infolgedessen den der Ehre oder des Gewinns fürchtet, und wenn ihn diese Furcht nicht zügelte, den anderen betrügen würde, so viel er könnte, dessen Denken und Wollen ist Betrug, und doch erscheinen seine Taten in der äußeren Gestalt als redlich; ein solcher hat, weil er innerlich unredlich und betrüglich ist, die Hölle in sich; wer dagegen redlich handelt und den anderen nicht betrügt, darum weil es wider Gott und den Nächsten ist, der würde, wenn er auch den anderen betrügen könnte, es gleichwohl nicht wollen; sein Denken und Wollen ist gewissenhaft; er hat den Himmel in sich; die Taten beider erscheinen in der äußeren Gestalt als einander gleich, in der inneren aber sind sie ganz ungleich.
(359)
Da der Mensch in der äußeren Erscheinung wie ein anderer leben, da er reich werden, je nach seinem Stand und Amt herrlich speisen, wohnen und sich kleiden, Lust und Freude genießen und wegen der ihm obliegenden Berufspflichten und Geschäfte, sowie wegen des Lebens der Seele und des Körpers mit Weltlichem sich beschäftigen kann, sofern er nur das Göttliche anerkennt und dem Nächsten wohl will, so ist offenbar, daß es nicht so schwer ist, wie viele glauben, den Weg des Himmels zu betreten; die alleinige Schwierigkeit ist, der Selbstsucht und der Weltliebe widerstehen und sie zurückhalten zu können, daß sie nicht vorherrschen; denn aus ihnen entspringt alles Böse
235; daß es nicht so schwer ist, als man glaubt, wird verstanden unter den Worten des Herrn:
„Lernet von Mir, denn Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen; denn Mein Joch ist sanft, und Meine Last ist leicht“: Matth.11/29,30;
das Joch des Herrn ist sanft, und Seine Last ist leicht, weil der Mensch, inwieweit er dem aus der Selbst- und Weltliebe entspringenden Bösen widersteht, insoweit vom Herrn und nicht von sich selbst geführt wird, und der Herr hernach diesem beim Menschen widersteht, und es entfernt.
(360)
Ich sprach nach ihrem Tod mit einigen, die, als sie noch in der Welt lebten, der Welt entsagt und sich einem beinahe einsamen Leben ergeben hatten, um mittelst Abziehung der Gedanken von weltlichen Dingen frommen Betrachtungen obliegen zu können, indem sie glaubten, so den Weg des Himmels zu betreten; allein solche sind im anderen Leben von trauriger Gemütsart, sie verachten andere, die ihnen nicht ähnlich sind, sie sind ungehalten, daß ihnen nicht vorzugsweise vor anderen ein glückliches Los zuteil wird, indem sie es verdient zu haben glauben; sie bekümmern sich nicht um andere und wenden sich ab von den Dienstleistungen der Nächstenliebe, durch die eine Verbindung mit dem Himmel statthat; nach dem Himmel verlangen sie mehr als andere; werden sie aber dahin erhoben, wo die Engel sind, so führen sie Beängstigungen herbei, welche die Seligkeit der Engel stören, weshalb sie abgesondert werden, und sobald sie abgesondert sind, begeben sie sich an wüste Orte, um da ein ähnliches Leben wie in der Welt zu führen. Der Mensch kann nicht anders zum Himmel gebildet werden, als durch die Welt; in dieser sind die letzten Wirkungen, in die eines jeden Neigung sich endigen muß; sofern diese nicht in Handlungen ausläuft oder sich ergießt, was in Gesellschaft mehrerer geschieht, so erstickt sie, zuletzt so ganz, daß der Mensch seinen Blick nicht mehr auf den Nächsten, sondern bloß auf sich selber richtet; daraus erhellt, daß das Leben der tätigen Nächstenliebe, das darin besteht, daß man gerecht und recht handelt in jedem Werk und bei jeder Verrichtung, zum Himmel führt, nicht aber ein Leben der Frömmigkeit ohne sie
236; daß mithin die Übungen der Nächstenliebe und die davon abhängigen Fortschritte jenes Lebens nur insoweit statthaben können, als der Mensch in Verkehr mit anderen [in negotiis] ist, und inwieweit nicht statthaben, als er sich von diesem entfernt. Hiervon will ich nun aus Erfahrung reden: aus der Zahl derer, die in der Welt Kauf- und Handelsgeschäfte getrieben haben, und auch dadurch reich geworden sind, befinden sich viele im Himmel, wenigere aber von denen, die durch Ämter zu Ehrenstellen und Reichtümern gelangt sind; und dies darum, weil diese durch die Vorteile und Ehrenbezeugungen, die ihnen wegen der Verwaltung der Gerechtigkeit und des Rechts zukamen, sowie durch das Einkommen und die Ehrenstellen, die ihnen zuteil wurden, sich verleiten ließen, sich selbst und die Welt zu lieben und dadurch ihre Gedanken und Neigungen vom Himmel abzuwenden und sich selbst zuzukehren; denn inwieweit der Mensch sich selbst und die Welt liebt und in allen Dingen sich selbst und die Welt im Auge hat, insoweit entfremdet er sich dem Göttlichen und entfernt sich vom Himmel.
(361)
Das Los der Reichen im Himmel ist, daß sie mehr als die übrigen im Wohlstand sind; einige derselben wohnen in Palästen, in denen inwendig alles wie von Gold und Silber glänzt; sie haben Überfluß an allen Dingen, die zu den Zwecken des Lebens dienen; allein sie hängen ihr Herz nicht an dieselben, sondern an die Nutzzwecke selbst; diese sehen sie in Klarheit und wie im Licht, das Gold und Silber aber im Vergleich damit in Dunkelheit und wie im Schatten; der Grund hiervon ist, daß sie in der Welt die Nutzleistungen geliebt hatten, Gold und Silber aber nur als Mittel und dienstbares Werkzeug; die Nutzwirkungen selbst glänzen so im Himmel, das Gute der Nutzwirkung wie Gold, und das Wahre der Nutzwirkung wie Silber
237; je nach dem Nutzen, den sie in der Welt gestiftet, bestimmt sich auch ihr Reichtum und ihre Lust und Glückseligkeit. Gute Zwecke [Usus boni] sind: sich und die Seinigen mit den Notwendigkeiten des Lebens versehen, Überfluß haben wollen um des Vaterlandes und auch um des Nächsten willen, dem der Reiche vor dem Armen in vielerlei Weise wohltun kann; wie er denn auch so das Gemüt zurückziehen kann von dem untätigen Leben, das ein verderbliches Leben ist, weil in ihm der Mensch aus dem ihm eingepflanzten Bösen böse denkt. Diese Zwecke sind gut, inwieweit sie das Göttliche in sich haben, das heißt, inwieweit der Mensch sein Absehen auf das Göttliche und auf den Himmel hat und in sie sein Gutes setzt, in den Reichtümern aber nur das dazu dienende Gute [sieht].
(362)
Das Gegenteil aber ist das Los der Reichen, die das Göttliche nicht geglaubt und die Dinge des Himmels und der Kirche aus ihrem Gemüt verbannt haben, diese sind in der Hölle, wo Schmutz, Elend und Dürftigkeit ist; in dergleichen verwandeln sich Reichtümer, die als Endzweck geliebt werden; und nicht bloß die Reichtümer, sondern auch die Zwecke selbst [die man durch sie erreichen will], nämlich entweder seinem Hange nachleben und den Lüsten frönen, und üppiger und freier sich den Lastern hingeben, oder über andere, die man verachtet, sich erheben zu können; diese Reichtümer und dieser Gebrauch derselben gehen, weil sie nichts Geistiges, sondern nur Irdisches in sich haben, in Schmutz über; denn das Geistige in den Reichtümern und ihrer Anwendung ist wie die Seele im Körper, und wie das Himmelslicht in feuchtem Erdreich; sie gehen auch in Fäulnis über wie der Körper ohne die Seele, und wie das feuchte Erdreich ohne das Licht des Himmels; diese sind es, die der Reichtum verführt und vom Himmel abgezogen hat.

(363)
Jedem Menschen bleibt nach dem Tode seine Grundneigung oder herrschende Liebe; diese wird in Ewigkeit nicht ausgerottet, weil des Menschen Geist ganz so ist wie seine Liebe, und, was ein Geheimnis ist, eines jeden Geistes oder Engels Leib die äußere Gestaltung seiner Liebe ist, die der inneren Gestalt, nämlich derjenigen seiner Gesinnung und seines Gemütes, ganz entspricht; daher kommt, daß die Geister hinsichtlich ihrer Beschaffenheit an ihrem Angesicht, an ihren Gebärden und an ihrer Rede erkannt werden; und auch der Mensch würde, noch während er in der Welt lebt, seinem Geist nach erkannt werden, hätte er nicht gelernt, im Gesicht, in Gebärden und im Reden solches zu lügen, was nicht sein ist; daraus kann offenbar sein, daß der Mensch in Ewigkeit so bleibt, wie seine Grundneigung oder vorherrschende Liebe ist. Es wurde mir gegeben, mit einigen zu reden, die vor siebzehn Jahrhunderten gelebt hatten, und deren Leben aus den damals herausgekommenen Schriften bekannt ist, und es zeigte sich, daß ihre Liebe, wie sie dieselbe damals hatten, sie jetzt noch mit sich fortreißt. Daraus kann auch erhellen, daß seine Liebe zum Reichtum und der bestimmten Anwendung des Reichtums bei jedem in Ewigkeit bleibt und ganz so beschaffen ist, wie sie in der Welt sich gebildet hatte, mit dem Unterschied jedoch, daß die Reichtümer bei denen, welchen sie zu guten Zwecken gedient hatten, sich in Annehmlichkeiten je nach der Anwendung verwandeln, bei denen aber, denen dieselben zu bösen Zwecken gedient hatten, sich in Schmutz verkehren, an dem sie dann auch das gleiche Ergötzen haben, wie in der Welt an den Reichtümern um der schlimmen Zwecke willen; daß sie alsdann am Schmutz sich ergötzen, kommt daher, daß die schmutzigen Wollüste und die Schandtaten, wozu sie dieselben benützt hatten, sowie auch der Geiz, der eine Liebe zum Reichtum ohne Nutzzweck ist, dem Schmutz entsprechen; der geistige Schmutz ist kein anderer.

(364)
Arme kommen nicht in den Himmel der Armut wegen, sondern des Lebens wegen; einem jeglichen, er mag nun reich oder arm sein, folgt sein Leben nach; es gibt keine besondere Barmherzigkeit für den einen mehr als für den anderen
238; aufgenommen wird, wer einen guten Lebenswandel geführt, und verworfen wird, wer böse gelebt hat. Überdies wird der Mensch durch die Armut ebensosehr verführt und vom Himmel abgezogen, als durch den Reichtum; es gibt unter jenen sehr viele, die mit ihrem Los unzufrieden sind, die nach vielem trachten und Reichtümer für Segnungen halten239, und daher, wenn sie dieselben nicht erhalten, sich erzürnen und übel von der göttlichen Vorsehung denken; auch beneiden sie andere um ihre Güter; zudem betrügen sie auch andere ebensosehr, wenn sich Gelegenheit zeigt, und leben auch ebensosehr in schmutzigen Wollüsten. Anders freilich die Armen, die mit ihrem Lose zufrieden, emsig und fleißig in ihrem Geschäft sind und die Arbeit mehr als den Müßiggang lieben, die redlich und getreu handeln und zugleich dann ein christliches Leben führen. Ich sprach einige Male mit solchen, die aus dem Bauernvolk und aus der niederen Volksklasse waren und während ihres Lebens in der Welt an Gott geglaubt und in ihren Werken das Gerechte und Rechte getan hatten; weil diese ein Verlangen hatten, das Wahre zu erfahren, so fragten sie, was die tätige Liebe und was der Glaube sei; sie hatten nämlich in der Welt viel vom Glauben, im anderen Leben aber viel von der tätigen Liebe gehört; es wurde ihnen daher gesagt, die tätige Liebe sei alles, was zum Leben, und der Glaube alles, was zur Lehre gehört; mithin sei die tätige Liebe: das Gerechte und Rechte wollen und tun bei jeglichem Werk, der Glaube aber: gerecht und recht denken; und es verbinden sich der Glaube und die tätige Liebe wie die Lehre und das ihr gemäße Leben, oder wie der Gedanke und der Wille; und der Glaube werde zur tätigen Liebe, wenn der Mensch das, was er in gerechter und rechter Weise denkt, auch will und tut, und wenn dies geschehe, so seien sie nicht zwei, sondern eines; dies faßten sie ganz gut und freuten sich, indem sie sagten, sie hätten in der Welt nicht begriffen, daß das Glauben etwas anderes sein sollte als das Leben.
(365)
Hieraus kann nun offenbar sein, daß die Reichen ebensowohl als die Armen in den Himmel kommen, und der eine so leicht wie der andere. Daß man glaubt, die Armen kommen leicht und die Reichen schwer dahin, rührt daher, daß das Wort nicht verstanden wurde, wo es von Reichen und Armen spricht; unter den Reichen werden daselbst im geistigen Sinn diejenigen verstanden, die reich an Erkenntnissen des Guten und Wahren sind, somit solche, die innerhalb der Kirche sind, in der das Wort ist; und unter den Armen diejenigen, denen jene Erkenntnisse fehlen und die gleichwohl ein Verlangen nach denselben haben, somit solche, die außerhalb der Kirche sind, wo das Wort nicht ist. Unter dem Reichen, der sich in Purpur und Byssus kleidete und in die Hölle geworfen wurde, wird das jüdische Volk verstanden, das reich heißt, weil es das Wort hatte, und daher reich war an Erkenntnissen des Guten und Wahren; wirklich werden auch durch die Kleider von Purpur die Erkenntnisse des Guten, und durch die Kleider von Byssus die Erkenntnisse des Wahren bezeichnet
240; unter dem Armen aber, der auf dessen Vorplatz lag und ein Verlangen hatte, sich von den Brosamen zu sättigen, die von des Reichen Tische fielen, und der von den Engeln in den Himmel getragen wurde, werden die Heiden verstanden, welche die Erkenntnisse des Guten und Wahren nicht hatten und doch nach denselben sich sehnten: Luk.16/19-31. Unter den Reichen, die zum großen Abendmahl geladen wurden und sich entschuldigten, wird auch das jüdische Volk verstanden, und unter den Armen, die statt derselben eingeführt wurden, werden die Heiden verstanden, die außerhalb der Kirche sind: Luk.14/16-24. Welche es sind, die unter dem Reichen verstanden, von dem der Herr sagt:
„Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher in das Reich Gottes komme“: Matth.19/24,
soll auch gesagt werden. Unter dem Reichen werden hier die Reichen in beiderlei Sinn, sowohl dem natürlichen, als dem geistigen, verstanden; die Reichen im natürlichen Sinn, welche Überfluß an Gütern haben und ihr Herz an diese hängen; im geistigen Sinn aber die, welche Überfluß an Erkenntnissen und Wissenschaften haben, denn diese sind geistige Reichtümer, und mittelst derselben wollen sie sich durch eigene Einsicht in die Dinge des Himmels und der Kirche einführen, und weil dieses gegen die göttliche Ordnung ist, so heißt es, es sei leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe; denn in diesem Sinn wird durch das Kamel das Erkennen und Wissen im allgemeinen, und durch das Nadelöhr das geistige Wahre bezeichnet241; daß unter dem Kamel und dem Nadelöhr diese Dinge verstanden werden, weiß man heutzutage nicht, weil bis daher die Wissenschaft nicht aufgeschlossen war, welche lehrt, was im geistigen Sinn bezeichnet wird durch die Dinge, die im buchstäblichen Sinn im Wort ausgedrückt sind; im einzelnen des Wortes ist nämlich ein geistiger und auch ein natürlicher Sinn; denn damit, nachdem die unmittelbare Verbindung aufgehört hat, noch eine Verbindung des Himmels mit der Welt oder der Engel mit den Menschen sein möchte, wurde das Wort in lauter Entsprechungen der natürlichen Dinge mit den geistigen geschrieben, woraus denn erhellt, welche es sind, die unter den Reichen in ihm insbesondere verstanden werden. Daß unter den Reichen im Wort im geistigen Sinn diejenigen verstanden werden, die in den Erkenntnissen des Wahren und Guten sind, und unter den Reichtümern die Erkenntnisse selbst, die auch wirklich geistige Reichtümer sind, kann aus verschiedenen Stellen in ihm erhellen, die man nachsehen mag, als: Jes.10/12-14; 30/6,7; 45/3; Jer.17/3; 47/7; 50/36,37; 51/13; Da.5/2-4; Ez. 26/7,12; Kap.27; Sach.9/3,4; Ps.45/13; Hos.12/9; Offb.3/17,18; Luk.14/33; und anderwärts, und daß unter den Armen im geistigen Sinn diejenigen bezeichnet werden, welche die Erkenntnisse des Guten und Wahren nicht haben und gleichwohl nach denselben sich sehnen, Matth.11/5; Luk.6/20,21; 14/21; Jes.14/30; 29/19; 41/17,18; Ze.3/12,13. Alle diese Stellen kann man nach dem geistigen Sinn ausgelegt sehen in den »Himmlischen Geheimnissen«, Nr. 10227.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-04, 22:47

43)

VON DEN EHEN IM HIMMEL

(366)
Weil der Himmel aus dem menschlichen Geschlecht ist, und daher die Engel in ihm von beiderlei Geschlecht sind, und weil es von der Schöpfung her [so geordnet] ist, daß das Weib für den Mann und der Mann für das Weib sein, somit das eine dem anderen angehören soll, und weil beiden diese Liebe angeboren ist, so folgt, daß es in den Himmeln ebensowohl Ehen gibt, als auf Erden; allein die Ehen in den Himmeln sind sehr verschieden von den Ehen auf Erden. Wie nun die Ehen in den Himmeln beschaffen, worin sie von den Ehen auf Erden verschieden sind und worin sie übereinstimmen, soll in dem nun folgenden gesagt werden.

(367)
Die Ehe in den Himmeln ist eine Verbindung zweier zu einem Gemüt; wie diese Verbindung beschaffen sei, soll zuerst erklärt werden: das Gemüt besteht aus zwei Teilen, von denen der eine der Verstand, der andere der Wille heißt; wirken diese beiden Teile in Einheit zusammen, dann heißen sie ein Gemüt; der Mann ist dabei als derjenige Teil tätig, welcher der Verstand heißt, und das Weib als derjenige, welcher der Wille heißt; steigt diese Verbindung, welche die der inwendigen Gebiete ist, herab in die unteren Gebiete, welche die ihres Körpers sind, so wird sie als Liebe gefühlt und empfunden, und diese Liebe heißt die eheliche Liebe. Hieraus erhellt, daß die eheliche Liebe ihren Ursprung in der Verbindung zweier zu einem Gemüt hat; dies nennt man im Himmel ein Zusammenwohnen; und man sagt [dann], daß sie nicht zwei, sondern eines seien; weshalb die zwei Ehegatten im Himmel nicht zwei, sondern ein Engel genannt werden
242.
(368)
Daß auch eine solche Verbindung des Mannes und der Frau im Innersten, nämlich in dem der Gemüter statthabe, kommt von der Schöpfung selbst her; der Mann nämlich wird zum Verstandeswesen geboren, so daß er aus dem Verstand denkt, das Weib dagegen zum Willenswesen, so daß sie aus dem Willen denkt; was sich auch an der Hinneigung oder angeborenen Gemütsanlage eines jeden, sowie an der Gestalt herausstellt; an der Gemütsanlage, daß nämlich der Mann nach der Vernunft, das Weib aber nach dem Gefühl handelt; an der Gestalt, sofern der Mann eine strengere und minder schöne Gesichtsbildung, eine rauhere Sprache und einen derberen Körper, das Weib aber eine sanftere und schönere Gesichtsbildung, eine zartere Sprache und einen weicheren Körper hat; ein gleicher Unterschied ist zwischen dem Verstand und dem Willen, oder zwischen dem Gedanken und dem Gefühl; ein gleicher auch zwischen dem Wahren und dem Guten, und ein gleicher zwischen dem Glauben und der Liebe; denn das Wahre und der Glaube gehören dem Verstand, das Gute und die Liebe aber dem Willen an. Daher kommt, daß im Wort unter dem Jüngling und Mann im geistigen Sinn das Verständnis des Wahren, unter der Jungfrau und dem Weib aber das Gefühl für das Gute verstanden wird, sowie auch, daß die Kirche vom Gefühl für das Gute und Wahre Weib und auch Jungfrau heißt; ferner, daß alle die, welche im Gefühl für das Gute sind, Jungfrauen genannt werden, wie Offb.14/4
243.
(369)
Beide, sowohl der Mann als das Weib, haben Verstand und Willen, allein dennoch herrscht beim Mann der Verstand, und beim Weibe der Wille vor, und der Mensch verhält sich gemäß dem, was vorherrscht; bei den Ehen in den Himmeln aber ist gar kein Vorherrschen, denn der Wille des Weibes ist auch der des Mannes, und der Verstand des Mannes ist auch der des Weibes, weil das eine zu wollen und zu denken liebt wie das andere, somit in Gegenseitigkeit und Erwiderung; daher denn ihre Verbindung zu einem. Diese Verbindung ist ein wirkliches Verbundensein; denn der Wille des Weibes dringt in den Verstand des Mannes, und der Verstand des Mannes in den Willen des Weibes ein, und dies besonders, wenn sie einander anblicken; denn wie oben schon öfter gesagt worden, besteht in den Himmeln eine Mitteilung der Gedanken und Gefühle, mehr noch zwischen dem Gatten und der Gattin, weil sie sich gegenseitig lieben. Hieraus kann erhellen, von welcher Beschaffenheit die Verbindung der Gemüter ist, welche die Ehe macht und die eheliche Liebe hervorbringt in den Himmeln, daß sie nämlich darin besteht, daß das eine will, daß das seinige dem anderen gehöre, und so wechselseitig.

(370)
Es ist mir von den Engeln gesagt worden, daß inwieweit zwei Ehegatten in solcher Verbindung stehen, insoweit sie in der ehelichen Liebe und zugleich auch insoweit in der Einsicht, Weisheit und Glückseligkeit seien, und dies darum, weil das göttlich Wahre und das göttlich Gute, aus denen alle Einsicht, Weisheit und Glückseligkeit [kommt], vornehmlich in die eheliche Liebe einfließt, daß mithin die eheliche Liebe die eigentliche Grundlage des göttlichen Einflusses ist, weil sie zugleich eine Ehe des Wahren und Guten ist; denn wie sie eine Verbindung des Verstandes und Willens ist, so ist sie auch eine Verbindung des Wahren und Guten, da der Verstand das göttliche Wahre aufnimmt, auch aus den Wahrheiten sich bildet, und der Wille das göttliche Gute aufnimmt, und auch durch das Gute sich bildet; denn was der Mensch will, das ist ihm Gutes, und was er einsieht, das ist ihm Wahres; daher kommt, daß es einerlei ist, ob man sagt, eine Verbindung des Verstandes und Willens, oder ob man sagt, eine Verbindung des Wahren und Guten. Die Verbindung des Wahren und Guten macht den Engel, und auch seine Einsicht, Weisheit und Seligkeit; denn der Engel ist so, wie bei ihm das Gute mit dem Wahren und das Wahre mit dem Guten verbunden ist, oder, was dasselbe ist, der Engel ist so, wie bei ihm die Liebe mit dem Glauben und der Glaube mit der Liebe verbunden ist.

(371)
Daß das vom Herrn ausgehende Göttliche hauptsächlich in die eheliche Liebe einfließt, hat seinen Grund darin, daß die eheliche Liebe aus der Verbindung des Guten und Wahren hervorgeht [descendit]; denn, wie oben gesagt worden, ob man sagt, eine Verbindung des Verstandes und Willens, oder eine Verbindung des Guten und Wahren ist gleichviel; die Verbindung des Guten und Wahren hat ihren Ursprung in der göttlichen Liebe des Herrn zu allen, die in den Himmeln und auf Erden sind; aus der göttlichen Liebe geht das göttliche Gute hervor, und das göttliche Gute wird von den Engeln und von den Menschen in den göttlichen Wahrheiten aufgenommen; das alleinige Aufnahmegefäß des Guten ist das Wahre, weshalb von keinem, der nicht in den Wahrheiten ist, etwas vom Herrn und aus dem Himmel aufgenommen werden kann; inwieweit daher die Wahrheiten beim Menschen verbunden sind mit dem Guten, insoweit ist der Mensch mit dem Herrn und mit dem Himmel verbunden; daher kommt nun der eigentliche Ursprung der ehelichen Liebe, weshalb diese die eigentliche Grundlage des göttlichen Einflusses ist. Daher rührt, daß die Verbindung des Guten und Wahren in den Himmeln die himmlische Ehe heißt, und daß der Himmel im Wort mit der Ehe verglichen und auch Ehe genannt wird, und daß der Herr der Bräutigam und Mann, der Himmel mit der Kirche aber die Braut und auch das Weib heißt
244.
(372)
Das Gute und das Wahre sind, wenn beim Engel und dem Menschen verbunden, nicht zwei, sondern eines, weil alsdann das Gute dem Wahren, und das Wahre dem Guten angehört; mit dieser Verbindung verhält es sich, wie wenn der Mensch denkt was er will, und will was er denkt, alsdann machen der Gedanke und der Wille eines aus, ja ein Gemüt; denn der Gedanke bildet oder stellt in einer Gestalt dar, was der Wille will, und der Wille macht es zur Lust [jucundat id]; daher kommt auch, daß im Himmel zwei Ehegatten nicht zwei, sondern ein Engel heißen. Dies ist es auch, was verstanden wird unter den Worten des Herrn:

„Habt ihr nicht gelesen, daß der Schöpfer von Anfang sie Mann und Weib schuf und sprach: Um dessentwillen wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen, und seinem Weib anhangen, und es werden die zwei ein Fleisch sein, weshalb sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch sind; was nun Gott verbunden hat, das soll der Mensch nicht trennen; nicht alle fassen dieses Wort, sondern die, denen es gegeben ist“: Matth.19/4-6,11; Mark.10/6-9; 1Mo.2/24;
hier wird die himmlische Ehe beschrieben, in der die Engel sind, und zugleich die Ehe des Guten und Wahren; und darunter, daß der Mensch nicht trennen soll, was Gott verbunden hat, wird verstanden, daß das Gute nicht vom Wahren getrennt werden soll.
(373)
Hieraus kann man nun sehen, woher die wahre eheliche Liebe kommt, daß sie nämlich zuerst gebildet wird in den Gemütern derer, die in der Ehe sind; und daß sie hernach herabsteigt und weitergeleitet wird in den Körper und hier gefühlt und empfunden wird als Liebe; denn alles, was im Körper empfunden und gefühlt wird, hat seinen Ursprung aus dessen Geistigem, weil aus dem Verstand und Willen; Verstand und Wille machen den geistigen Menschen aus; alles, was vom geistigen Menschen in den Körper niedersteigt, das stellt sich in diesem in anderer Gestalt dar, ist aber gleichwohl ähnlich und übereinstimmend [unanimum], wie Seele und Leib, und wie die Ursache und die Wirkung, wie dies erhellen kann aus dem, was in den beiden Abschnitten von den Entsprechungen gesagt und gezeigt worden ist.

(374)
Ich hörte einen Engel die wahrhaft eheliche Liebe und ihre himmlischen Freuden in folgender Weise schildern: Sie sei das Göttliche des Herrn in den Himmeln, welches das göttliche Gute und das göttliche Wahre ist, in zweien so vereint, daß sie nicht zwei, sondern eines sind; er sagte, zwei Gatten im Himmel seien diese Liebe, weil jeder sein Gutes und sein Wahres ist, sowohl hinsichtlich des Gemütes, als des Leibes; denn der Leib ist das Nachbild [effigies] des Gemütes, weil er nach Art desselben gebildet ist; er zog daraus den Schluß, daß das Göttliche abgebildet sei in zweien, die in wahrhaft ehelicher Liebe sind, und weil das Göttliche, sei auch nachgebildet der Himmel, da der gesamte Himmel das vom Herrn ausgehende göttliche Gute und göttliche Wahre ist, und daher komme, daß alles, was zum Himmel gehört, und so viele Seligkeiten und Wonnen, daß keine Zahl sie erreiche, dieser Liebe eingeschrieben sind; er drückte diese Zahl aus durch ein Wort, das Myriaden von Myriaden in sich schließt; er wunderte sich, daß der Mensch der Kirche nichts davon weiß, während doch die Kirche der Himmel des Herrn auf Erden, und der Himmel die Ehe des Guten und Wahren ist; er staune, sagte er, wenn er denke, daß innerhalb der Kirche mehr Ehebrüche begangen und sogar gerechtfertigt werden, als außerhalb derselben, während doch der Lustreiz derselben an sich im geistigen Sinn und daher auch in der geistigen Welt nichts anderes sei, als die Lust an dem mit dem Bösen verbunden Falschen, welche Lust eine höllische ist, weil völlig entgegengesetzt der Lust des Himmels, welche die Lust der Liebe des mit dem Guten verbunden Wahren ist.

(375)
Ein jeder weiß, daß zwei Ehegatten, die sich lieben, innerlich vereinigt sind, und daß das Wesentliche der Ehe die Vereinigung der Seelen oder Gemüter ist, woraus er auch wissen kann, daß je wie die Seelen oder Gemüter in sich sind, so auch die Vereinigung und so auch ihre Liebe zueinander beschaffen ist; das Gemüt bildet sich einzig aus Wahrem und Gutem; denn alles, was im Weltall ist, bezieht sich auf das Gute und Wahre und auch auf ihre Vereinigung zurück, weshalb die Vereinigung der Gemüter ganz so ist wie die Wahrheiten und das Gute, aus denen sie gebildet sind, daß also die Vereinigung der Gemüter, die aus dem echten Wahren und Guten gebildet sind, die vollkommenste ist. Man muß wissen, daß nichts sich gegenseitig mehr liebt als das Wahre und Gute, weshalb aus dieser Liebe die wahrhaft eheliche Liebe niedersteigt
245; zwar lieben sich auch das Falsche und das Böse, allein diese Liebe verwandelt sich nachher in eine Hölle.
(376)
Aus dem, was nun vom Ursprung der ehelichen Liebe gesagt worden ist, läßt sich schließen, wer in der ehelichen Liebe ist, und wer nicht in ihr: daß nämlich in der ehelichen Liebe diejenigen sind, die aus den göttlichen Wahrheiten im göttlichen Guten sind, und daß die eheliche Liebe insoweit echter Art ist, als die Wahrheiten, die mit dem Guten verbunden werden, mehr echter Art sind, und weil alles Gute, das mit den Wahrheiten verbunden wird, vom Herrn ist, so folgt, daß niemand in der wahrhaft ehelichen Liebe sein kann, sofern er nicht den Herrn und Sein Göttliches anerkennt, denn ohne diese Anerkennung kann der Herr keinen Einfluß haben, noch mit den Wahrheiten, die beim Menschen sind, verbunden werden.

(377)
Hieraus erhellt, daß in der ehelichen Liebe diejenigen nicht sind, die sich im Falschen befinden, und ganz und gar nicht die, so im Falschen aus dem Bösen sind; bei denjenigen, die im Bösen und aus diesem im Falschen sind, ist auch das Inwendige, das Gebiet des Gemütes, verschlossen, weshalb es in diesem keinerlei Ursprung der ehelichen Liebe geben kann, sondern unterhalb desselben in dem von inneren getrennten äußeren oder natürlichen Menschen findet eine Verbindung des Falschen und Bösen statt, die eine höllische Ehe heißt; sie reden miteinander, und verbinden sich auch aus Lüsternheit, inwendig aber brennen sie von tödlichem Haß widereinander, der so groß ist, daß er nicht beschrieben werden kann.

(378)
Es gibt auch keine eheliche Liebe zwischen zweien, die von verschiedener Religion sind, weil das Wahre des einen nicht mit dem Guten des anderen zusammenstimmt, zwei ungleiche und mißhellige [Ansichten] aber nicht aus zweien ein Gemüt machen können, weshalb der Ursprung ihrer Liebe gar nichts vom Geistigen an sich hat; leben sie auch zusammen und vertragen sich, so geschieht es bloß aus natürlichen Ursachen
246. Aus diesem Grund werden im Himmel die Ehen mit solchen geschlossen, die in derselben Gesellschaft sind, weil sie in gleichem Guten und Wahren sind, nicht aber mit solchen, die außerhalb der Gesellschaft sind; daß alle, die in derselben Gesellschaft sind, in gleichem Guten und Wahren stehen, und sich von denen, die außerhalb derselben sind, unterscheiden, sehe man Nr. 41f; dies wurde auch beim israelitischen Volk dadurch vorgebildet, daß Ehen innerhalb der Stämme, und insbesondere innerhalb der Familien und nicht außerhalb derselben eingegangen wurden.
(379)
Wahrhaft eheliche Liebe ist auch nicht möglich zwischen einem Mann und mehreren Frauen; denn dies Verhältnis zerstört ihren geistigen Ursprung, der darin besteht, daß aus zweien ein Gemüt gebildet wird, mithin zerstört es die inwendige Verbindung, nämlich die des Guten und Wahren, die diejenige ist, aus der das eigentliche Wesen dieser Liebe stammt; die Ehe mit mehr als einer ist wie ein in mehrere Willen geteilter Verstand, und wie ein Mensch, der nicht einer, sondern mehreren Kirchen zugetan ist, wo dann sein Glaube so zerrissen wird, daß er zuletzt keiner mehr ist. Die Engel sagen, mehrere Weiber nehmen sei ganz und gar gegen die göttliche Ordnung; und sie hätten sich hiervon durch mehrere Gründe, und dann auch dadurch überzeugt, daß sie, sobald sie nur an die Ehe mit mehreren dächten, alsbald der inneren Seligkeit und himmlischen Wonne entfremdet, und alsdann wie betrunken würden, weil bei ihnen das Gute von seinem Wahren abgetrennt werde; und weil das Inwendige, das Gebiet ihres Gemüts, schon beim bloßen Gedanken daran, verbunden mit einiger Hinneigung dazu, in solchen Zustand komme, so erkennen sie deutlich, daß die Ehe mit mehr als einer ihr Inneres verschließe und mache, daß statt der ehelichen Liebe die Liebe der rohen Lust [lasciviae] sich einschleicht, welche Liebe vom Himmel abführe
247. Sie sagen ferner, der Mensch begreife dies nur schwer, weil es nur wenige gebe, die in der wahrhaft ehelichen Liebe sind, und die, welche nicht in ihr sind, ganz und gar nichts wissen von der inwendigen Lust, die in dieser Liebe ist, sondern bloß von der Lust der Zügellosigkeit [lasciviae], welche Lust nach kurzer Beiwohnung sich in Unlust verkehre, wogegen die Lust [jucundum] der wahrhaft ehelichen Liebe nicht bloß bis ins späte Alter in der Welt fortdaure, sondern auch zur Himmelslust nach dem Tode werde, und dann mit inwendiger Wonne sich erfülle, die in Ewigkeit fort sich vervollkommne. Sie sagten auch, es können der Seligkeiten der wahrhaft ehelichen Liebe viele Tausende aufgezählt werden, von denen dem Menschen auch nicht eine bekannt sei, noch mit dem Verstand von jemand erfaßt werden können, der nicht in der Ehe des Guten und Wahren vom Herrn ist.
(380)
Die Sucht eines Ehegatten, den anderen zu beherrschen, hebt die eheliche Liebe und ihre himmlische Wonne völlig auf, denn, wie oben gesagt worden, die eheliche Liebe und ihre Wonne besteht darin, daß des einen Wille der des anderen ist, und dies gegenseitig und in Erwiderung; diese nun wird durch die Herrschsucht in der Ehe zerstört, denn der Herrschende will, daß sein Wille allein im anderen gelte, und umgekehrt der des anderen in ihm keine Geltung habe, somit keine Gegenseitigkeit da sei und folglich auch keine Mitteilung irgendeiner Liebe und ihrer Lust am anderen, und umgekehrt; während doch die Mitteilung und die aus ihr hervorgehende Verbindung die eigentliche inwendige Wonne, die Seligkeit heißt, in der Ehe ist; die Liebe zum Herrschen löscht diese Seligkeit und mit ihr alles Himmlische und Geistige dieser Liebe gänzlich aus, so sehr, daß man gar nicht weiß, daß es so etwas gibt, und man es, wenn es genannt würde, für so geringfügig hielte, daß man schon bei der bloßen Erwähnung dieser Seligkeit auflachen oder sich erzürnen würde. Wenn der eine dasselbe will oder liebt, was der andere, so stehen beide in der Freiheit; denn alle Freiheit gehört der Liebe an, wo hingegen Herrschaft ist, da hat keiner Freiheit; der eine ist Sklave, auch der Herrschende ist es, weil er von der Herrschbegierde als Sklave geführt wird; allein dies begreift ganz und gar nicht, wer nicht weiß, was die Freiheit der himmlischen Liebe ist; dennoch aber kann man aus dem, was oben vom Ursprung und Wesen der ehelichen Liebe gesagt worden ist, wissen, daß inwieweit das Herrschen eintritt, insoweit die Gemüter nicht verbunden, sondern geteilt werden; die Herrschaft unterjocht, und das unterjochte Gemüt hat entweder keinen Willen, oder es hat einen entgegengesetzten Willen; hat es keinen Willen, so hat es auch keine Liebe; hat es einen entgegengesetzten Willen, so ist Haß statt der Liebe da. Das Inwendige derer, die in solcher Ehe leben, steht in gegenseitigem Zusammenstoß und Kampf, wie dies bei zwei einander widerstreitenden [Kräften] der Fall ist, wie sehr auch das Auswendige zurückgehalten und beschwichtigt wird um der Ruhe willen; der Zusammenstoß und Kampf ihres Inwendigen offenbart sich nach ihrem Tod; sie kommen meistens zusammen und kämpfen dann miteinander wie Feinde und zerfleischen sich gegenseitig; denn sie handeln alsdann gemäß dem Zustand ihres Inwendigen; ihre Kämpfe und Zerfleischungen sind mir einige Male zu sehen gegeben worden, und bei einigen waren sie voll Rachsucht und Wut; denn im anderen Leben wird das Inwendige eines jeden in Freiheit gesetzt und nicht mehr aus Rücksichten, wie sie in der Welt vorliegen, durch Äußeres im Zaum gehalten, weil alsdann jeder so ist, wie er inwendige beschaffen ist.

(381)
Es gibt bei einigen etwas der ehelichen Liebe Ähnlichscheinendes, ist aber gleichwohl nicht eheliche Liebe, wenn sie nicht in der Liebe zum Guten und Wahren sind; es ist etwas, das den Schein der ehelichen Liebe annimmt aus mehreren Ursachen, als: um zu Hause bedient zu werden, um in Sicherheit oder in Ruhe oder in Gemächlichkeit leben zu können, oder um in kranken Tagen und im Alter Pflege zu haben, oder aus Sorge für ihre Kinder, die sie lieben; einige tun sich Zwang an aus Furcht vor dem Gatten, für ihren Ruf, vor üblen Folgen; einige bringt die Sinnlichkeit dazu. Die eheliche Liebe ist auch verschieden bei den Gatten: bei dem einen kann sich mehr oder weniger von ihr finden, bei dem anderen wenig oder gar keine; und weil sie verschieden ist, kann der eine den Himmel, der andere die Hölle haben.

382a. Die echte eheliche Liebe ist im innersten Himmel, weil die Engel daselbst in der Ehe des Guten und Wahren sind und auch in der Unschuld; die Engel der unteren Himmel sind auch in der ehelichen Liebe, jedoch in dem Maß, als sie in der Unschuld sind; denn die eheliche Liebe ist an sich betrachtet der Zustand der Unschuld, weshalb zwischen Gatten, die sich in der ehelichen Liebe befinden, himmlische Wonnen sind; vor ihren Seelen bewegen sich beinahe die gleichen Spiele der Kindlichkeit wie zwischen Kindern; denn alles erfreut ihre Gemüter, weil der Himmel mit seiner Freude in die Einzelheiten ihres Lebens einfließt, weshalb im Himmel die eheliche Liebe durch die schönsten Dinge vorgebildet wird; ich sah sie vorgebildet durch eine Jungfrau von unaussprechlicher Schönheit, umgeben mit einer glänzend weißen Wolke; es wurde gesagt, von der ehelichen Liebe hätten die Engel all ihre Schönheit; die aus ihr kommenden Gefühle und Gedanken werden vorgebildet durch Lüfte, die in Diamantenglanz schimmern und wie von Pyropen und Rubinen funkeln, und dies mit Wonnen, die das Inwendige der Gemüter ergreifen. Mit einem Wort, in der ehelichen Liebe stellt sich der Himmel dar, weil der Himmel bei den Engeln die Verbindung des Guten und Wahren ist und diese Verbindung die eheliche Liebe hervorbringt.
382b. Die Ehen in den Himmeln unterscheiden sich von den Ehen auf Erden darin, daß die Ehen auf Erden noch weiter der Erzeugung der Nachkommenschaft wegen da sind, nicht aber die in den Himmeln; statt jener Erzeugung ist in den Himmeln die Erzeugung des Guten und Wahren; diese Erzeugung tritt darum an die Stelle von jener, weil, wie oben gezeigt worden, ihre Ehe die Ehe des Guten und Wahren ist, und in dieser Ehe das Gute und Wahre und deren Vereinigung über alles geliebt wird; weshalb es diese sind, die durch die Ehen in den Himmeln fortgepflanzt werden; daher kommt, daß durch die Geburten und Zeugungen im Wort geistige Geburten und Zeugungen, welche die des Guten und Wahren sind, bezeichnet werden, durch die Mutter und den Vater das mit dem Guten verbundenen Wahre, welches erzeugt, durch die Söhne und Töchter die Wahrheiten und das Gute, die erzeugt werden, und durch die Schwiegersöhne und Schwiegertöchter deren Verbindungen und so weiter248. Hieraus erhellt, daß die Ehen in den Himmeln nicht sind wie die Ehen auf Erden; in den Himmeln sind sie geistige Vermählungen, die nicht Heiraten zu nennen sind, sondern Verbindungen der Gemüter infolge der Ehe des Guten und Wahren, auf Erden aber sind sie Heiraten, weil sie nicht nur den Geist, sondern auch das Fleisch angehen; und weil sie in den Himmel nicht Heiraten sind, so werden die zwei Gatten daselbst nicht Mann und Frau [maritus et uxor] genannt, sondern es wird infolge der engelischen Idee der Verbindung zweier Gemüter in eines der Gatte des anderen mit einem Wort benannt, das dessen Gegenseitiges in Rückwirkung [suum mutuum vicissim] ausdrückt. Hieraus kann man ersehen, wie die Worte des Herrn über die Heiraten, Luk. 20/35,36, zu verstehen sind.
(383)
Wie die Ehen im Himmel geschlossen werden, ist [mir] auch zu sehen gegeben worden; allenthalben im Himmel werden Ähnliche einander beigesellt, Unähnliche aber voneinander getrennt, daher jede Gesellschaft des Himmels aus Ähnlichen besteht; Ähnliche werden mit Ähnlichen zusammengeführt, nicht aus ihnen selbst, sondern aus dem Herrn (man sehe Nr. 41, 43, 44f), in gleicher Weise die Gatten
249, [solche nämlich,] deren Gemüter in eines verbunden werden können, weshalb sie schon beim ersten Anblick einander innigst lieben und sich als Gatten ansehen und eine Ehe eingehen; daher kommt, daß alle Ehen des Himmels allein vom Herrn kommen; sie feiern auch ein Fest, das in Beisein vieler statthat; die Festlichkeiten sind in den Gesellschaften verschieden.
(384)
Weil die Ehen auf Erden die Pflanzschulen des menschlichen Geschlechts und auch der Engel des Himmels sind, (denn wie oben in seinem Abschnitt gezeigt worden ist, ist der Himmel aus dem menschlichen Geschlecht,) dann auch, weil sie aus geistigem Ursprung, nämlich aus der Ehe des Guten und Wahren sind, und das Göttliche des Herrn vornehmlich in diese Liebe einfließt: so sind sie in den Augen der Engel des Himmels höchst heilig; und umgekehrt werden die Ehebrüche, weil sie der ehelichen Liebe entgegengesetzt sind, von ihnen als gottlos [profana] angesehen; denn wie die Engel in den Ehen die Ehe des Guten und Wahren, welche der Himmel ist, erblicken, so erblicken sie in den Ehebrüchen die Ehe des Falschen und Bösen, welche die Hölle ist, weshalb sie denn auch, sobald sie den Ehebruch nur nennen hören, sich wegwenden, worin auch die Ursache liegt, daß dem Menschen, wenn er den Ehebruch mit Lust begeht, der Himmel verschlossen wird, nach dessen Verschließung er das Göttliche nicht mehr anerkennt, noch etwas vom Glauben der Kirche
250. Daß alle, die sich in der Hölle befinden, wider die eheliche Liebe sind, ward [mir] durch die Wallung [sphaera] zu empfinden gegeben, die von da ausdünstete und wie ein fortwährendes Streben war, die Ehen zu zerreißen und zu verletzen; daraus erhellt, daß die in der Hölle herrschende Lust die Lust des Ehebruches ist, und daß die Lust des Ehebruches auch die Lust ist, die Verbindung des Guten und Wahren zu zerstören, welche Verbindung den Himmel ausmacht, woraus folgt, daß die Lust des Ehebruches eine höllische Lust ist, völlig entgegengesetzt der Lust der Ehe, die eine himmlische Lust ist.
(385)
Es waren gewisse Geister, die infolge einer im Leben angenommenen Gewohnheit mich mit besonderer Gewandtheit anfochten, und zwar mittelst eines ganz gelinden, gleichsam wellenförmig sich fortbewegenden Einfließens, wie es von gutgesinnten Geistern zu kommen pflegt; [ich] ward jedoch inne, daß Arglist und dergleichen in ihnen steckte, [mich] zu fangen und zu hintergehen; endlich sprach ich mit einem von ihnen, der, wie mir gesagt ward, als er noch in der Welt lebte, Heerführer gewesen war; und weil ich wahrnahm, daß in seinen Denkbildern etwas Unzüchtiges [lascivum] war, sprach ich mit ihm über die Ehe in geistiger, mit Vorbildlichem verbundener Rede, welche die Gedanken vollständig und in einem Augeblick mehrere ausdrückt; er sagte, er habe bei Leibesleben die Ehebrüche wie nichts geachtet; allein es wurde [mir] gegeben, ihm zu sagen, die Ehebrüche seien Verruchtheiten, obgleich sie Leuten solcher Art infolge der Lust, die sie begierig einsogen, und der aus dieser kommenden Selbstberedung nicht als solche, ja wohl gar als erlaubt erscheinen, was er auch schon daraus wissen könne, daß ja die Ehen die Pflanzschulen des menschlichen Geschlechtes und somit auch die Pflanzschulen des himmlischen Reiches seien, und darum in keiner Weise verletzt, sondern heilig gehalten werden sollen; dann auch daraus, daß er, da er im anderen Leben und im Zustand des Bewußtseins [perceptionis] sei, wissen müsse, daß die eheliche Liebe vom Herrn durch den Himmel herniedersteigt, und daß von dieser Liebe, als der Erzeugerin, die gegenseitige Liebe herstammt, welche die Grundfeste des Himmels ist; sowie daraus, daß die Ehebrecher, sobald sie sich den himmlischen Gesellschaften nähern, ihren eigenen Gestank riechen und sich infolgedessen gegen die Hölle hinabstürzen; zum wenigsten hätte er wissen können, daß die Verletzung der Ehen wider die göttlichen Gesetze und wider die bürgerlichen Gesetze aller Reiche, und dann auch, weil sowohl gegen göttliche als menschliche Ordnung, wider das echte Vernunftlicht ist, und dergleichen mehr; er erwiderte aber, dergleichen habe er bei Leibesleben nicht bedacht; er wollte vernünfteln, ob es so sei; allein es ward ihm bemerkt, die Wahrheit lasse keine Vernünfteleien zu, denn diese nehmen die Lustreize, somit das Böse und Falsche in Schutz, und er müsse erst über das, was gesagt worden, nachdenken, weil es Wahrheit sei; oder auch aus dem in der Welt allbekannten Grundsatz, daß niemand dem anderen tun soll, was er nicht will, daß der andere ihm tue; und wenn demnach jemand seine Gattin, die er geliebt hatte (was zu Anfang jeder Ehe geschieht), in solcher Weise weggefangen, und er dann im Zustand der Entrüstung darüber sich befunden, und in diesem Zustand sich ausgesprochen hätte, ob dann nicht auch er die Ehebrüche verabscheut, und sofort, bei seinem guten Kopf, sich mehr als andere wider dieselben bestärkt, ja sie zur Hölle verdammt haben würde.

(386)
Es ward mir gezeigt, wie die Freuden der ehelichen Liebe zum Himmel fortschreiten, und die Lustreize des Ehebruchs zur Hölle; die Fortbewegung der Freuden der ehelichen Liebe gegen den Himmel ging in immer mehr Seligkeiten und Wonnen bis zu zahllosen und unaussprechlichen hinein, und je tiefer [sie eindrang], in desto zahllosere und unaussprechlichere, bis zu den eigentlichen des innersten Himmels oder des Himmels der Unschuld, und zwar dies in der höchsten Freiheit; denn alle Freiheit stammt aus der Liebe, somit die höchste Freiheit aus der ehelichen Liebe, welche die himmlische Liebe selbst ist. Die Fortbewegung des Ehebruchs aber ging gegen die Hölle, und zwar stufenweise bis zur untersten, wo nichts als Schreckliches und Schauderhaftes ist; ein solches Los erwartet die Ehebrecher nach ihrem Leben in der Welt. Unter Ehebrechern werden diejenigen verstanden, die Lust in den Ehebrüchen und Unlust in den Ehen empfinden
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-04, 23:00

(44)

VON DEN VERRICHTUNGEN
DER ENGEL IM HIMMEL
(387)
Die Verrichtungen in den Himmeln können nicht aufgezählt, noch im besonderen beschrieben, sondern es kann bloß im allgemeinen etwas darüber gesagt werden; denn sie sind unzählig, und auch je nach den Obliegenheiten der Gesellschaften verschieden; denn wie die Gesellschaften abgeteilt sind, je nach ihrem Guten (man sehe Nr. 41), so sind sie es auch nach den Nutzleistungen, weil das Gute bei allen in den Himmeln Gutes in Handlung, und dieses Nutzleistung ist. Jeder schafft dort Nutzen, denn das Reich des Herrn ist ein Reich der Nutzwirkungen
251.
(388)
Es gibt in den Himmeln, wie auf Erden, vielerlei Verwaltungen; denn es gibt kirchliche, es gibt bürgerliche und es gibt häusliche Angelegenheiten; daß es kirchliche Angelegenheiten gibt, erhellt aus dem, was Nr. 221-227 vom Gottesdienst gesagt und gezeigt worden ist; daß es bürgerliche gibt, aus dem, was von den Regierungen im Himmel, Nr. 213-220; und daß es häusliche gibt, aus dem, was von den Wohnungen und Heimstätten der Engel, Nr. 183-190, und von den Ehen im Himmel, Nr. 366-386 [gesagt und gezeigt worden ist]; hieraus erhellt, daß es der Verrichtungen und Verwaltungen innerhalb jeder himmlischen Gesellschaft mancherlei gibt.

(389)
Alles in den Himmeln ist der göttlichen Ordnung gemäß eingerichtet, welche allenthalben überwacht wird durch die Verwaltungen von seiten der Engel, von den Weiseren die Dinge, die das allgemeine Beste und den gemeinen Nutzen, von den minder Weisen diejenigen, die das Wohl eines engeren Kreises betreffen, und so weiter herab; diese [Dinge] sind einander untergeordnet, ganz so wie in der göttlichen Ordnung die Nutzwirkungen einander untergeordnet sind; daher ist mit jeder Dienstverrichtung auch Würde je nach der Würde der Nutzleistung verknüpft; gleichwohl jedoch eignet der Engel nicht sich die Würde zu, sondern gibt sie ganz der Nutzwirkung; und weil die Nutzwirkung das Gute ist, das er leistet, und alles Gute vom Herrn kommt, so gibt er sie ganz dem Herrn; wer daher an Ehre für sich und dann erst an die für die Nutzwirkung, nicht aber zuerst an die für die Nutzwirkung und von da aus an die für sich denkt, der kann im Himmel gar kein Amt verwalten, weil er den Blick rückwärts vom Herrn zuerst auf sich und dann erst auf die Nutzleistung richtet; wenn die Nutzleistung genannt wird, so wird auch der Herr verstanden, weil, wie schon oben gesagt worden, die Nutzleistung das Gute ist, und das Gute vom Herrn kommt.

(390)
Hieraus kann man nun schließen, welcherlei die Unterordnungen in den Himmeln sind, daß nämlich jeder in dem Maß, als er die Nutzleistung liebt, achtet und ehrt, so auch die Person, an die jene Nutzleistung geknüpft ist, liebt, achtet und ehrt; und dann auch, daß die Person insoweit geliebt, geachtet und geehrt wird, als sie die Nutzleistung nicht sich, sondern dem Herrn zuschreibt; denn insoweit ist sie weise, und insoweit leistet sie die Nutzwirkungen, die sie hervorbringt, aus dem Guten; die geistige Liebe, Achtung und Ehre ist nichts anders als die Liebe, Achtung und Ehre der Nutzleistung in der Person und die Ehre der Person von der Nutzleistung her und nicht die der Nutzleistung von der Person her: wer die Menschen aus dem geistig Wahren würdigt, der würdigt sie auch nicht anders; denn er sieht, daß ein Mensch dem anderen gleich ist, er mag nun in hoher Würde oder in niedriger stehen, und daß der Unterschied nur in der Weisheit liegt, und die Weisheit ist, die Nutzstiftung lieben, sowie das Beste des Mitbürgers, der Gesellschaft, des Vaterlandes und der Kirche. Hierin besteht auch die Liebe zum Herrn, weil vom Herrn alles Gute kommt, das Gutes der Nutzleistung ist; und auch die Liebe zum Nächsten, weil der Nächste das Gute ist, das man im Mitbürger, in der Gesellschaft, im Vaterland und in der Kirche lieben und diesen erweisen soll
252.
(391)
Alle Gesellschaften in den Himmeln sind nach den Nutzleistungen abgeteilt, weil sie, wie Nr. 41f gesagt worden, nach dem Guten abgeteilt sind, und das Gute werktätiges Gute oder Gutes der Liebtätigkeit, dieses aber Nutzleistung ist; es gibt Gesellschaften, deren Verrichtungen in der Pflege der Kinder bestehet; es gibt andere Gesellschaften, deren Verrichtungen sind dieselben, wenn sie heranwachsen, zu unterrichten und zu erziehen; es gibt andere, die Knaben und Mädchen, die infolge ihrer Erziehung in der Welt guter Art sind und daher in den Himmel kommen, in gleicher Weise unterrichten und erziehen; es gibt andere, welche die einfältig Guten aus der Christenheit lehren und sie auf den Weg zum Himmel leiten; es gibt andere, die in gleicher Art die mancherlei Heidenvölker [unterweisen]; es gibt andere, welche die Geisterneulinge, diejenigen nämlich, die frisch von der Welt herkommen, vor den Anfechtungen von seiten böser Geister beschützen; es gibt auch solche, die denen, die sich in der unteren Erde befinden, beistehen; und auch solche, die bei den in den Höllen Befindlichen sind und sie im Zaum halten, damit sie nicht über die vorgeschriebenen Grenzen hinaus einander peinigen; auch gibt es solche, die denen beistehen, die von den Toten auferweckt werden. Überhaupt werden Engel von jeder Gesellschaft zu den Menschen gesandt, sie zu behüten und sie von bösen Neigungen und den aus diesen kommenden Gedanken abzulenken, um ihnen, soviel sie deren mit Freiheit annehmen, gute Neigungen einzuflößen, durch die sie dann auch der Menschen Taten oder Werke in der Art leiten, daß sie, soweit es möglich ist, die bösen Absichten entfernen; die Engel wohnen, wenn sie bei den Menschen sind, gleichsam in deren Neigungen und insoweit in der Nähe des Menschen, als er im Guten aus den Wahrheiten ist, entfernter aber, inwieweit sein Leben davon entfernt ist
253. Allein alle diese Verrichtungen der Engel sind Verrichtungen des Herrn durch die Engel; denn die Engel unterziehen sich denselben nicht aus sich, sondern aus dem Herrn; daher kommt, daß unter den Engeln im Wort in dessen inneren Sinn nicht Engel, sondern etwas vom Herrn verstanden wird; und daher kommt auch, daß die Engel im Wort Götter genannt werden254.
(392)
Diese Verrichtungen der Engel sind ihre gemeinsamen Verrichtungen; allein jeder hat noch ein ihm besonders zugeteiltes Gebiet; denn jede gemeinsame Nutzleistung setzt sich zusammen aus unzähligen, welche vermittelnde, helfende und dienende Nutzleistungen heißen; alle und jede sind der göttlichen Ordnung gemäß einander bei- und untergeordnet, und zusammengenommen machen sie aus und vollenden den allgemeinen Nutzen, der das gemeine Beste ist.

(393)
In kirchlichen [Ämtern] stehen im Himmel die, welche das Wort geliebt und mit Sehnsucht nach den Wahrheiten in ihm geforscht hatten, nicht der Ehre oder des Gewinnes wegen, sondern zum Nutzen sowohl ihres eigenen Lebens, als des Lebens anderer; diese sind nach Maßgabe ihrer Liebe und ihres Verlangens zu nützen daselbst in Erleuchtung und im Licht der Weisheit, in das sie auch durch das in den Himmeln befindliche Wort kommen, welches nicht, wie in der Welt, natürlich, sondern geistig ist (man sehe Nr. 259); diese verwalten das Predigtamt, und zwar sind dort, gemäß der göttlichen Ordnung, diejenigen höher gestellt, die in der aus der Erleuchtung kommenden Weisheit über andere hervorragen. In bürgerlichen [Ämtern] stehen die, welche in der Welt das Vaterland und dessen gemeines Wohl mehr als ihr eigenes geliebt und das Gerechte und Rechte aus Liebe zum Gerechten und Rechten getan hatten; inwieweit diese aus dem Verlangen der Liebe die Gesetze des Gerechten durchforscht und dadurch Einsicht erlangt hatten, insoweit sind sie auch befähigt, Ämter im Himmel zu verwalten, die sie auch wirklich verwalten in derjenigen Stellung oder Stufe, in der ihre Einsicht steht, welche alsdann auch gleichen Schritt hält mit der Liebe, Nutzen zu schaffen für das gemeine Beste. Überdies gibt es im Himmel so viele Ämter [officia] und so viele Verwaltungen [administrationes], und auch so viele Geschäfte [operas], daß sie der Menge wegen nicht aufgezählt werden können; in der Welt gibt es im Vergleich damit nur wenige: alle, so viele ihrer sind, sind in der Lust zu ihrem Werk und ihrer Arbeit aus der Liebe Nutzen zu schaffen und niemand aus Selbst- oder Gewinnsucht; auch hat keiner Liebe zum Gewinn um des Lebensunterhaltes willen, weil alle Bedürfnisse des Lebens ihnen umsonst gegeben werden, sie wohnen umsonst, sie werden umsonst gekleidet, sie essen umsonst; woraus erhellt, daß die, welche sich und die Welt mehr als die Nutzleistungen geliebt hatten, im Himmel keine Stelle finden; denn seine Liebe oder Neigung bleibt jedem nach dem Leben in der Welt und wird in Ewigkeit nicht ausgerottet (man sehe Nr. 363).

(394)
Jeder ist im Himmel in seinem Werk gemäß der Entsprechung, und die Entsprechung findet nicht statt mit dem Werk, sondern mit dem Nutzen jeglichen Werkes (man sehe Nr. 112); und zwischen allem besteht Entsprechung, Nr. 106; wer im Himmel in einer Verrichtung oder Wirksamkeit ist, die seiner Brauchbarkeit entspricht, der ist ganz in dem gleichen Lebenszustand, in dem er in der Welt war; denn das Geistige und Natürliche gehen auf eines hinaus [unum agunt] mittelst der Entsprechungen mit dem Unterschied jedoch, daß er mehr in inwendiger Lust ist, weil in geistigem Leben, welches Leben inwendiger und daher empfänglicher für himmlische Seligkeit ist.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-04, 23:02

(45)

VON DER HIMMLISCHEN
FREUDE UND GLÜCKSELIGKEIT
(395)
Was der Himmel und was die himmlische Freude sei, weiß heutzutage kaum jemand; diejenigen, die über jenen und über diese dachten, machten sich eine so gemeine und so grobe Vorstellung davon, daß es kaum noch eine zu nennen war; von den Geistern, die von der Welt her ins andere Leben kommen, konnte ich am besten erfahren, welchen Begriff sie vom Himmel und von der himmlischen Freude hatten; denn sich selbst überlassen, als ob sie noch in der Welt wären, denken sie ebenso. Der Grund, warum man nicht weiß, was die himmlische Freude ist, liegt darin, daß die, welche darüber dachten, nach den äußeren Freuden, welche die des natürlichen Menschen sind, urteilten, und nicht wußten, was der innere oder geistige Mensch, somit auch nicht, was dessen Lust und Seligkeit ist; wäre daher auch von denen, die sich in der geistigen oder inneren Lust befanden, [ihnen] gesagt worden, was und welcherlei die himmlische Freude ist, so hätten sie es doch nicht begreifen können; denn es wäre nicht in eine ihnen bekannte Vorstellung, somit nicht in ihre Auffassung gefallen, und daher unter denjenigen Dingen gewesen, die der natürliche Mensch verworfen hätte. Indessen kann jeder wissen, daß der Mensch, wenn er den äußeren oder natürlichen Menschen verläßt, in den inneren oder geistigen kommt; woraus er auch wissen kann, daß die himmlische Lust eine innere und geistige, nicht aber eine äußere oder natürliche ist, und daß sie, weil sie eine innere und geistige ist, auch eine reinere und höhere sein, und das Inwendige des Menschen, das Gebiet seiner Seele oder seines Geistes, ansprechen muß. Jeder kann schon hieraus den Schluß ziehen, daß seine Lust von der Art sein werde, wie die Lust seines Geistes gewesen war, und daß die Lust des Körpers, welche die Fleischeslust heißt, im Vergleich damit nicht himmlisch ist; auch bleibt ja, was im Geist des Menschen ist, wenn er den Körper verläßt, nach dem Tode zurück; denn alsdann lebt er als Geistmensch.

(396)
Alle Lustreize quellen aus einer Liebe hervor; denn was der Mensch liebt, das fühlt er als Lust; nicht anderswoher hat jemand Lust; daraus folgt, daß wie die Liebe, so die Lust ist; die Lustreize des Körpers oder Fleisches fließen alle aus der Selbst- und Weltliebe; daher stammen auch die Begierden und deren Vergnügungen; die Lustreize der Seele oder des Geistes aber fließen alle aus der Liebe zum Herrn und aus der Nächstenliebe, und daher stammen auch die Neigungen zum Guten und Wahren und die Zustände innerer Freudigkeit; diese [beiden] Arten der Liebe fließen vom Herrn und aus dem Himmel auf einem inneren Weg ein, nämlich von oben herab, und regen das Inwendige an; jene [beiden] Triebe aber mit ihren Lustreizen fließen aus dem Fleisch und aus der Welt ein auf einem äußeren Weg, nämlich von unten her, und regen das Auswendige an. Inwieweit nun jene beiderlei Liebe des Himmels aufgenommen wird und anregt, insoweit wird das Inwendige aufgeschlossen, welches das der Seele oder des Geistes ist und von der Welt ab zum Himmel aufsieht; inwieweit aber jene beiderlei Liebe der Welt aufgenommen wird und anregt, insoweit wird das Äußerliche aufgeschlossen, welches das des Körpers oder Fleisches ist und vom Himmel ab auf die Welt blickt; je wie die eine oder die andere Liebe einfließt und aufgenommen wird, so fließen zugleich auch ihre Lustreize [jucunda] ein, ins Inwendige die Lustreize des Himmels, ins Auswendige die Lustreize der Welt, weil, wie gesagt, jede Lust einer Liebe angehört.

(397)
Der Himmel ist an sich so beschaffen, daß er voller Lustreize ist, so sehr, daß er an sich betrachtet nichts als Seligkeit und Lust ist, weil das aus der göttlichen Liebe des Herrn hervorgehende göttliche Gute bei jedem daselbst den Himmel macht im allgemeinen und im besonderen, die göttliche Liebe aber ist wollen, daß alle das Heil und alle die Seligkeit vom Innersten heraus und vollständig haben; daher kommt, daß es eines ist, ob man sagt Himmel oder himmlische Freude.

(398)
Die Lustreize des Himmels sind unaussprechlich und auch unzählig, allein von diesen unzähligen kann nicht einen einzigen wissen, noch glauben, wer bloß in der Lust des Körpers oder Fleisches ist, weil, wie oben gesagt worden, sein Inwendiges vom Himmel nach der Welt, also rückwärts blickt; denn wer ganz und gar in der Körper- oder Fleischeslust, oder, was dasselbe ist in der Selbst- und Weltliebe ist, der empfindet an nichts anderem Lust, als an Ehre, Gewinn und den Vergnügungen des Körpers und der Sinne, die dann die inwendigen Lustreize, nämlich die des Himmels, so ganz auslöschen und ersticken, daß man nicht mehr an deren Dasein glaubt; weshalb [ein solcher] sich sehr wundern würde, wenn man sagte, es gebe noch Lustreize nach Entfernung der Lustreize der Ehre und des Gewinnes, und noch mehr, wenn man sagte, die Lustreize des Himmels, die an deren Stelle treten, seien zahllos und von der Art, daß die Lustreize des Körpers und des Fleisches, die besonders die der Ehre und des Gewinnes sind, mit ihnen gar nicht verglichen werden können; hieraus erhellt, worin die Ursache liegt, daß man nicht weiß, was die himmlische Freude ist.

(399)
Wie groß die Lust des Himmels ist, kann schon daraus erhellen, daß es allen in ihm eine Lust ist, ihre Wonnen und Seligkeiten dem anderen mitzuteilen, und da in den Himmeln alle so sind, so ist offenbar, wie überschwänglich groß die Lust des Himmels sein muß; denn wie Nr. 268 gezeigt worden, findet in den Himmeln eine Mitteilung aller an jeden einzelnen und jedes einzelnen an alle statt. Ein solches Gemeinschaftlichmachen geht aus den zwei Grundneigungen des Himmels hervor, die, wie gesagt, die Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten sind; diese Liebearten sind mitteilsam hinsichtlich ihrer Lust. Daß die Liebe zum Herrn so ist, kommt daher, daß die Liebe des Herrn die Liebe ist, all das Ihrige allen mitzuteilen, denn sie will die Seligkeit aller; eine ähnliche Liebe ist auch in allen einzelnen, die Ihn lieben, weil der Herr in ihnen ist; daher kommt, daß eine gegenseitige Mitteilung der Wonnen unter den Engeln statthat; daß auch die Nächstenliebe von der Art ist, wird man im folgenden sehen; woraus erhellen kann, daß diese Liebearten mitteilsam hinsichtlich ihrer Wonnen sind; anders ist es mit der Selbstsucht und der Weltliebe; die Selbstliebe entzieht und entreißt anderen alle Lust, und leitet sie auf sich über; denn sie will sich allein wohl; und die Weltliebe will, daß ihr gehöre was des Nächsten ist; weshalb diese Triebe zerstörend sind für die Lust anderer; sind sie je mitteilsam, so ist es um ihrer selbst, nicht um jener willen; daher sie hinsichtlich auf jene, soweit nicht deren Lustreize bei ihnen oder in ihnen sind, nicht mitteilsam, sondern zerstörend sind. Daß die Selbst- und die Weltliebe, wenn sie herrschen, so beschaffen sind, ist mir oft durch eigene Erfahrung zu empfinden gegeben worden; sooft Geister, die, solange sie als Menschen in der Welt lebten, in jenen Trieben waren, sich [mir] nahten, so oft entwich auch meine Lust und verschwand; und es ward mir auch gesagt, daß wenn solche auch nur auf eine himmlische Gesellschaft zugehen, ganz nach dem Grad ihrer Annäherung die Lust derer, die in der Gesellschaft sind, sich vermindere, und was wunderbar ist, jene Bösen sich alsdann in ihrer Lust fühlen; daraus war offenbar, wie der Zustand des Geistes eines solchen Menschen im Körper beschaffen sein muß; denn er ist der gleiche wie nach der Trennung vom Körper, daß er nämlich begierig und lüstern ist nach den Genüssen oder Gütern des anderen und insoweit in seiner Lust ist, als er sie erhält; hieraus kann man sehen, daß die Selbst- und die Weltliebe zerstörend für die Freuden des Himmels, somit völlig entgegengesetzt sind den himmlischen Liebesarten, welche mitteilsam sind.

(400)
Man muß aber wissen, daß die Lust, in der diejenigen, die in der Selbst- und Weltliebe stehen, bei ihrer Annäherung zu irgendeiner himmlischen Gesellschaft sind, die Lust ihrer Begierde, somit auch der Lust des Himmels völlig entgegengesetzt ist; in die Lust ihrer Begierde kommen sie dadurch, daß die himmlische Lust denen, die darin sind, geraubt und entrissen wird; anders aber verhält es sich, wenn keine Beraubung und Entfernung stattfindet; alsdann können sie nicht hinzunahen, weil sie in dem Maß ihres Herzunahens auch in Beängstigungen und Schmerzen kommen; daher sie denn selten wagen, nahe hinzuzutreten; auch dies wurde mir durch viele Erfahrungen zu wissen gegeben, von denen ich ebenfalls etwas anführen will. Die Geister, die aus der Welt ins andere Leben kommen, wünschen nichts so sehnlich, als in den Himmel zu kommen; fast alle trachten danach, indem sie glauben, der Himmel sei nichts als [eine Wirkung des] Eingelassen- und Aufgenommenwerdens; weshalb sie denn auch, weil sie es wünschen, zu einer Gesellschaft des untersten Himmels gebracht werden; die nun in der Selbst- und Weltliebe stehen, fangen schon bei Betreten der ersten Schwelle dieses Himmels an beängstigt und innerlich so gequält zu werden, daß sie in sich vielmehr die Hölle als den Himmel empfinden; weshalb sie sich von da Hals über Kopf hinabstürzen und nicht eher ruhen, als bis sie in den Höllen bei den Ihrigen sind. Öfter geschah auch, daß dergleichen [Geister] zu erfahren wünschten, was die himmlische Freude sei, und wenn sie hörten, daß sie im Inwendigen der Engel wohne, verlangten sie, daß dieselbe ihnen mit zu empfinden gegeben werde, was denn auch geschah; denn wonach ein Geist, der noch nicht im Himmel oder in der Hölle ist, ein Verlangen hat, das wird ihm, wenn es dienlich ist, auch gegeben; nach geschehener Mitteilung fingen sie an, so sehr gequält zu werden, daß sie vor Schmerz nicht wußten, wie sie den Leib eindrücken sollten; man sah, wie sie den Kopf bis zu den Füßen hinunterbogen, sich zur Erde warfen und da wie eine Schlange sich im Kreis zusammenkrümmten, und zwar dies vor inwendiger Qual; eine solche Wirkung hatte die himmlische Lust bei denen, die in den Lustreizen aus der Selbst- und Weltliebe waren; die Ursache ist, weil diese Triebe [den himmlischen] völlig entgegengesetzt sind, und wenn ein Entgegengesetztes auf sein Entgegengesetztes wirkt, ein solcher Schmerz entsteht; und weil die himmlische Lust auf innerem Weg eindringt und auf die entgegengesetzte Lust einwirkt, so dreht sie das Inwendige, das in dieser Lust ist, rückwärts, somit in das ihm Entgegengesetzte, daher dann solche Qualen. Daß sie einander entgegengesetzt sind, hat, wie oben gesagt worden, seinen Grund darin, daß die Liebe zum Herrn und die Nächstenliebe all das Ihrige anderen mitteilen wollen (denn dies ist ihre Lust), die Selbst- und die Weltliebe dagegen anderen das Ihrige nehmen und auf sich überleiten wollen, und inwieweit sie dies können, in ihrer Lust sind. Hieraus kann man auch wissen, woher es kommt, daß die Hölle vom Himmel getrennt ist, denn alle, die in der Hölle sind, waren, solange sie in der Welt lebten, bloß in den Lustreizen des Körpers und des Fleisches aus der Selbst- und Weltliebe, alle dagegen, die in den Himmeln sind, waren, als sie in der Welt lebten, in den Lustreizen der Seele und des Geistes aus der Liebe zum Herrn und aus der Nächstenliebe; und weil diese [letzteren Arten der] Liebe [den ersteren] entgegengesetzt sind, darum sind auch die Höllen und die Himmel gänzlich voneinander geschieden, und zwar so sehr, daß ein Geist, der in der Hölle ist, nicht einmal einen einzigen Finger von da heraus zu strecken oder den Scheitel des Hauptes darüber emporzuheben wagt, denn wenn er auch nur ein klein wenig [jenen] hinausstreckt, oder [diesen] emporhebt, wird er sofort verrenkt und gequält; auch dies habe ich oft gesehen.

(401)
Ein Mensch, der in der Selbst- und Weltliebe ist, empfindet, solange er im Körper lebt, die Lust aus ihnen, und auch in den einzelnen Vergnügungen, die aus ihnen stammen; ein Mensch dagegen, der in der Liebe zu Gott und in der Nächstenliebe ist, empfindet, solange er im Körper lebt, keine ins Bewußtsein hervortretende Lust aus ihnen und aus den guten Regungen, die aus ihnen hervorgehen, sondern nur etwas Beseligendes, das ihm beinahe unmerklich bleibt, weil es in seinem Inwendigen verborgen und durch das Auswendige, das dem Körper angehört, verhüllt und durch die Sorgen der Welt abgeschwächt ist; nach dem Tod aber verändern sich die Zustände ganz und gar; die Lustreize der Selbst- und Weltliebe verkehren sich alsdann in Schmerzhaftes und Schreckliches, weil in solches, das höllisches Feuer heißt, und zuweilen auch in Ekelhaftes und Schmutziges, das ihren unreinen Wollüsten entspricht und ihnen, merkwürdigerweise, alsdann angenehm ist; dagegen aber die verborgene Lust und die beinahe unmerkliche Seligkeit, die in der Welt bei denen war, die in der Liebe zu Gott und in der Nächstenliebe standen, verwandelt sich alsdann in die Lust des Himmels, die auf alle Weise fühlbar und empfindbar wird; denn jenes Selige, das, als sie noch in der Welt lebten, im Inwendigen verborgen lag, wird alsdann offenbar und tritt ins deutliche Bewußtsein heraus, weil sie jetzt im Geist sind und jene Lust die ihres Geistes war.

(402)
Alle Lustreize des Himmels sind mit den Nutzleistungen verbunden und wohnen diesen inne, weil die Nutzleistungen das Gute der Liebe und Liebtätigkeit sind, in dem die Engel sich befinden; weshalb jeder solcherlei Lustreize hat, welcherlei [seine] Nutzleistungen sind, und auch in demselben Grad, in dem die Neigung zur Nutzleistung steht. Daß alle Lustreize des Himmels Lustreize der Nutzleistungen sind, kann aus dem Vergleich mit den fünf Körpersinnen beim Menschen erhellen; es ist jeglichem Sinn ein Lustreiz je nach seiner Nutzleistung gegeben; dem Gesicht sein Lustreiz, dem Gehör der seinige, dem Geruch der seinige, dem Geschmack der seinige und dem Gefühl der seinige; dem Gesicht ein Lustreiz aus der Schönheit und den Formen, dem Gehör aus den Harmonien, dem Geruch aus den Wohlgerüchen, dem Geschmack aus dem Wohlschmeckenden; die nützlichen Dienste, welche die einzelnen [Sinne] leisten, sind denen bekannt, die sie zum Gegenstand ihres Nachdenkens machen, und noch vollständiger denen, welche die Entsprechungen kennen; daß dem Gesichtssinn ein solcher Lustreiz zugeteilt ist, rührt von dem Nutzen her, den er dem Verstand leistet, welcher der innere Gesichtssinn ist; daß der Gehörsinn einen solchen Lustreiz hat, kommt von dem Nutzen her, den er dem Verstand und dem Willen durch das Aufmerken leistet; daß der Geruchssinn solch einen Lustreiz hat, kommt von dem Nutzen her, den er dem Gehirn und auch der Lunge leistet; daß der Geschmackssinn einen Lustreiz hat, kommt von dem Nutzen her, den er dem Magen und von da aus dem ganzen Körper leistet, indem er ihn ernährt; die eheliche Lust, welche die reinere und erhöhtere Lust des Gefühls ist, ist vorzüglicher als jene alle wegen der Nutzleistung, welche die Erzeugung des Menschengeschlechts und somit der Engel des Himmels ist. Diese Lustreize wohnen jenen Sinnesorganen inne infolge eines Einflusses des Himmels, wo jeder Lustreiz einer Nutzleistung angehört und der Nutzleistung gemäß ist.

(403)
Einige Geister hatten infolge einer in der Welt gefaßten Meinung geglaubt, die himmlische Seligkeit bestehe in einem müßigen Leben, in dem sie von anderen bedient würden; allein es ward ihnen gesagt, nirgends bestehe irgendwelche Glückseligkeit darin, daß man ruht und darin Glückseligkeit genießt; denn so würde jeder die Glückseligkeit der anderen für sich haben wollen, und wenn jeder, so würde sie keiner haben; ein solches Leben wäre kein tätiges, sondern ein müßiges, in dem sie erschlaffen würden, während ihnen doch bekannt sein könne, daß es ohne ein tätiges Leben kein Lebensglück gibt, und daß die Muße bei einem solchen Leben bloß der Erholung wegen statthat, damit man um so munterer zur Tätigkeit seines Lebens zurückkehren könne; nachher wurde mit vielem gezeigt, daß das engelische Leben in Leistung des Guten der Liebtätigkeit besteht, das Nutzwirkung ist, und daß die Engel alle ihre Glückseligkeit in der Nutzleistung, von der Nutzleistung und gemäß der Nutzleistung haben. Um solche zu beschämen, die jene Vorstellung hatten, als ob die himmlische Freude darin bestehe, daß sie müßig dahin leben und im Müßiggang ewige Freude einschlürfen, ward ihnen zu empfinden gegeben, wie ein solches Leben beschaffen wäre, und so empfanden sie denn, daß es ein höchst trauriges Leben wäre, und daß es, weil so alle Freude unterginge, nach kurzer Zeit sie anwidern und anekeln würde.

(404)
Geister, die besser als die anderen unterrichtet zu sein glaubten, sagten, ihr Glaube sei in der Welt gewesen, die himmlische Freude bestehe bloß darin, Gott zu loben und zu preisen, und daß dies das tätige Leben sei; allein es ward ihnen gesagt, Gott loben und preisen sei nicht ein solch tätiges Leben, und Gott bedürfe auch nicht des Lobes und Preises, sondern verlange, daß man Nutzen schaffe und so das Gute tue, das man das Gute der Liebtätigkeit heißt; sie aber konnten mit dem Guten der tätigen Liebe nicht die geringste Vorstellung himmlischer Freude, sondern nur die der Knechtschaft verbinden; daß jedoch [diese Tätigkeit] eine höchst freie ist, weil sie aus tieferem Gefühl hervorgeht und mit unaussprechlicher Wonne verbunden ist, bezeugten die Engel.

(405)
Beinahe alle, die ins andere Leben kommen, meinen, daß die Hölle für jeden die gleiche sei und ebenso auch der Himmel für jeden der gleiche, während doch in beiden unendliche Mannigfaltigkeiten und Verschiedenheiten sind, und nirgends einer ganz die gleiche Hölle wie der andere, und ebenso auch keiner irgendwo ganz den gleichen Himmel wie der andere hat, sowie es auch nirgends einen Menschen, Geist oder Engel gibt, der einem anderen, und wäre es auch nur in den Gesichtszügen, ganz gleich wäre; schon als ich nur den Gedanken hatte, es könnten zwei einander ganz ähnlich oder gleich sein, entsetzten sich die Engel und sagten, jede Einheit werde durch die harmonische Zusammenstimmung vieler gebildet, und die Beschaffenheit der Einheit sei durch die Beschaffenheit der Zusammenstimmung bestimmt; und so bilde jede Gesellschaft des Himmels eine Einheit, und ebenso bilden alle Gesellschaften des Himmels eine Einheit, und dies nur allein aus dem Herrn durch die Liebe
255. In gleicher Weise sind in den Himmeln die Nutzleistungen in aller Mannigfaltigkeit und Verschiedenheit, und nirgends ist die Nutzleistung des einen ganz gleich und dieselbe mit der Nutzleistung des anderen, somit auch nicht die Lust des einen mit der des anderen; ja noch mehr, die Lustreize jeglicher Nutzleistung sind unzählig, und diese unzähligen in gleicher Weise voneinander verschieden, und doch wieder in solcher Ordnung miteinander verbunden, daß sie gegenseitig ihr Absehen aufeinander haben, wie die Nutzwirkungen jedes Gliedes, Organes und Eingeweidestücks im Körper, ja sogar wie die eines jeden Gefäßes oder Fäserchen in jedem Glied, Organ und Eingeweidestück, welche alle und jede so zusammengestellt sind, daß sie ihr Gutes im anderen erblicken, und so in allen, und alle in jedem einzelnen; infolge dieses allgemeinen und besonderen Absehens aufeinander wirken sie wie eines zusammen.
(406)
Mit Geistern, die frisch von der Welt her kamen, sprach ich einigemal über den Zustand des ewigen Lebens, daß nämlich von Wichtigkeit sei zu wissen, wer der Herr des Reiches, welcherlei die Regierung und wie die Regierungsform ist, wie bei denen, die in der Welt in ein anderes Reich kommen; wenn diesen nichts wichtiger sei, als zu erfahren, wer der König, und wie er, wie seine Regierung [regimen] beschaffen ist, und so vieles, was dieses Reich betrifft, wieviel mehr [also] in diesem Reich, in dem sie ewig leben sollen ! Sie mögen demnach wissen, daß es der Herr ist, Der den Himmel und Der auch das Weltall regiert; denn wer den einen regiert, regiert auch das andere; daß also das Reich, in dem sie jetzt sind, das des Herrn ist, und die Gesetze dieses Reiches die ewigen Wahrheiten sind, die alle in dem einen Gesetz gegründet sind, daß sie den Herrn über alles und den Nächsten wie sich selber lieben sollen, ja noch mehr, daß sie, wollen sie wie die Engel sein, den Nächsten mehr als sich selbst lieben müssen. Als sie dies hörten, konnten sie nichts darauf erwidern, weil sie bei Leibesleben wohl dergleichen gehört, aber nicht geglaubt hatten; sie wunderten sich, daß es im Himmel eine solche Liebe geben soll und könne, daß nämlich jemand den Nächsten mehr als sich selber liebe; sie wurden aber belehrt, daß alles Gute im anderen Leben ins Unendliche fort zunimmt, und daß es in der Art des Lebens im Körper liege, daß man [in ihm] nicht weiter fortschreiten kann, als den Nächsten wie sich selbst zu lieben, weil man noch im Körperlichen [befangen] ist; nach dessen Entfernung aber werde die Liebe immer reiner und zuletzt eine engelische, welche eben sei, den Nächsten mehr als sich selbst zu lieben; denn in den Himmeln sei es eine Lust, dem anderen Gutes zu tun, und Unlust, sich selbst Gutes zu tun, außer zu dem Zweck, daß es dem anderen zuteil werde, somit um des anderen willen geschieht; und dies heiße den Nächsten mehr als sich selber lieben. Daß eine solche Liebe möglich sei, das hätte man, ward bemerkt, sehen können an der ehelichen Liebe einiger, welche lieber sterben als zugeben wollten, daß dem Gatten ein Leid geschehe, an der Liebe der Eltern zu den Kindern, daß die Mutter lieber Hunger leiden, als ihr Kind hungern sehen will, sowie auch an der aufrichtigen Freundschaft, bei der man für die Freunde sich in Gefahren begibt, und in der konventionellen und erheuchelten Freundschaft, die es der aufrichtigen darin gleich zu tun sucht, daß sie die besseren Stücke denen anbietet, gegen die sie Wohlwollen zu hegen vorgibt, und auch wirklich dergleichen im Mund, obwohl nicht im Herzen führt; endlich schon an der Natur der Liebe, die von der Art ist, daß sie ihre Freude darein setzt, anderen zu dienen, und zwar nicht um des eigenen Selbst, sondern um des anderen willen. Dies konnten jedoch diejenigen nicht fassen, die sich mehr als andere liebten und bei Leibesleben gewinnsüchtig waren, am allerwenigsten die Geizigen.

(407)
Einer, der bei Leibesleben mächtiger als andere gewesen war, behielt im anderen Leben bei, daß er auch noch befehlen wollte; diesem ward gesagt, er sei [hier] in einem anderen Reich, das ewig ist, und sein Befehlen sei auf Erden gestorben und jetzt werde niemand nach etwas anderem geachtet als nach dem Guten und Wahren und nach der Gnade des Herrn, in der er infolge seines Lebens in der Welt stehe; auch werde es in diesem Reich gehalten wie auf Erden, wo man geschätzt werde wegen des Vermögens und wegen der Gunst beim Fürsten; das Vermögen sei hier das Gute und Wahre und die Gunst beim Fürsten sei die Gnade [Misericordia], in welcher der Mensch je nach seinem in der Welt geführten Leben beim Herrn steht; wollte er in anderer Weise befehlen, so wäre er ein Empörer, denn er sei in eines anderen Reich; als er dies hörte, ward er beschämt.

(408)
Ich sprach mit Geistern, welche meinten, der Himmel und die himmlische Freude bestehe darin, daß man ein Großer sei; allein es ward ihnen gesagt; im Himmel sei der Größte, wer der Kleinste ist; denn der Kleinste heiße, wer nichts vermag und weiß und auch nichts vermögen und wissen will aus sich selbst, sondern aus dem Herrn; ein solcher Kleinster genieße die größte Glückseligkeit; und weil er die größte Glückseligkeit genieße, so sei er auch der Größte; denn so vermöge er aus dem Herrn alles und sei weiser als alle; und was anderes heiße der Größte sein, als der Glückseligste sein ? Denn die höchste Glückseligkeit suchen die Mächtigen durch die Macht und die Reichen durch den Reichtum. Weiter ward gesagt, der Himmel bestehe auch nicht darin, daß man der Kleinste sein wolle, um der Größte zu sein, denn dann trachte und verlange man danach, der Größte zu sein, sondern er bestehe darin, daß man von Herzen anderen mehr wohl will als sich selbst und anderen dienen will um ihrer Glückseligkeit willen, ohne irgendwelche selbstische Absicht, um belohnt zu werden, sondern aus Liebe.

(409)
Die eigentliche himmlische Freude, wie sie in ihrem Wesen ist, kann nicht beschrieben werden, weil sie im Innersten des Lebens der Engel und von da aus im einzelnen ihrer Gedanken und Gefühle ist, und von diesen aus im einzelnen ihres Redens und im einzelnen ihres Handelns; es ist, wie wenn das Inwendige ganz aufgeschlossen und aufgelöst wäre, um Lust und Seligkeit in sich aufzunehmen, die sich in die einzelnen Fibern und so durch das Ganze verbreitet; daher die Empfindung und das Gefühl davon so ist, daß es nicht beschrieben werden kann; denn was im Innersten beginnt, das fließt in [alles] einzelne ein, das vom Innersten herkommt, und verbreitet sich mit immer neuem Zuwachs gegen das Auswendige hin. Gute Geister, die noch nicht in jener Wonne, weil noch nicht in den Himmel erhoben sind, werden, wenn sie dieselbe an einem Engel infolge der Ausströmung [sphaera] seiner Liebe empfinden, mit solcher Wonne erfüllt, daß sie gleichsam in süße Ohnmacht versinken; dies geschah einige Male mit denen, die zu wissen verlangten, was himmlische Freude sei.

(410)
Gewisse Geister verlangten ebenfalls zu wissen, was himmlische Freude sei; sie ward ihnen daher bis zu demjenigen Grad zu empfinden gegeben, daß sie es nicht mehr aushalten konnten, und doch war es noch nicht die engelische Freude; es war kaum wie das geringste Engelische, was mir durch Mitteilung zu empfinden gegeben wurde; es war so unbedeutend [leve], daß es beinahe matt [frigidiusculum] zu nennen war, und doch nannten sie es höchst himmlisch, weil es ihr Innerstes war; daraus ward klar, nicht bloß daß es Grade der Freude des Himmels gibt, sondern auch, daß das Innerste des einen kaum zum Äußersten oder Mittleren des anderen hinanreicht; ferner, daß wer seine innerste empfängt, in seiner himmlischen Freude ist, und daß er die noch innigere nicht erträgt und sie ihm schmerzhaft wird.

(411)
Einige Geister, die nicht böse waren, versanken in einen Zustand der Ruhe, der wie ein Schlaf war, und wurden so nach ihrem Inwendigen, dem Gebiet ihres Gemütes, in den Himmel, versetzt; denn die Geister können, bevor ihr Inwendiges aufgeschlossen ist, in den Himmel versetzt werden und die Seligkeit derer, die dort sind, kennenlernen; ich sah, wie sie so eine halbe Stunde lang ruhten und dann in das Äußerliche, in dem sie zuvor waren, zurückfielen, doch aber zugleich auch in die Rückerinnerung dessen, was sie gesehen hatten; und sie sagten, sie seien unter den Engeln im Himmel gewesen und haben daselbst erstaunenswerte Dinge gesehen und vernommen, alles glänzend wie von Gold, Silber und kostbaren Steinen, in bewundernswerten Gestalten, die in wunderbarer Weise wechselten; und die Engel hätten sich nicht an den Außendingen selbst ergötzt, sondern an denjenigen, die sie vorbildeten, welche unaussprechliche göttliche Dinge waren, von unendlicher Weisheit, und an diesen hätten dieselben ihre Freude gehabt; außer Unzähligem, was durch menschliche Sprachen nicht zum zehntausendsten Teil ausgedrückt werden, noch in Vorstellungen fallen könne, in denen etwas Materielles ist.

(412)
Fast allen, die ins andere Leben kommen, ist unbekannt, was die himmlische Seligkeit und Wonne ist, weil sie nicht wissen, was und wie beschaffen die innere Freude ist; sie haben bloß einen Begriff von körperlichen und weltlichen Genüssen und Freuden; was sie daher nicht wissen, das halten sie für nichts, während doch die körperlichen und weltlichen Freuden im Vergleich damit nichts sind; damit nun Gutgesinnte, die nicht wissen, was himmlische Freude ist, solches wissen und erkennen mögen, werden sie zuerst in paradiesische Gefilde gebracht, die jedes Denkbild der Einbildungskraft übertreffen; sie meinen dann, sie seien ins himmlische Paradies gekommen; werden aber belehrt, daß dies nicht die wahrhaft himmlische Seligkeit ist; es werden ihnen daher die tiefer inwendigen Zustände der Freude bis zu ihrem Innersten zu empfinden gegeben; hernach werden sie in den Zustand des Friedens bis in ihr Innerstes versetzt, wo sie dann bekennen, daß nichts davon je [durch Worte] ausgedrückt, oder auch nur durch Gedanken erreicht werden könne; endlich in den Zustand der Unschuld, gleichfalls bis zu ihrer innersten Empfindung; dadurch wird ihnen zu erkennen gegeben, was das wahrhaft geistige und himmlische Gute ist.

(413)
Damit ich aber wissen möge, was und wie beschaffen der Himmel und die himmlische Freude ist, wurde mir vom Herrn gegeben, oft und lange die Wonnen der himmlischen Freuden zu empfinden, weshalb ich sie, weil aus lebendiger Erfahrung wohl kennen, aber durchaus nicht beschreiben kann; damit man aber auch nur ein Denkbild davon haben möge, soll etwas darüber gesagt werden: sie ist ein Gefühl [affectio] zahlloser Wonnen und Freuden, die zusammen ein Allgemeines [commune] darstellen, in welchem Allgemeinen oder in welchem allgemeinen Gefühl die Harmonien unzähliger Gefühle liegen, die nicht deutlich, sondern nur dunkel zum Bewußtsein [ad perceptionem] kommen, weil die Empfindung [perceptio] eine höchst allgemeine ist; gleichwohl ward zu empfinden gegeben, daß Unzähliges darin liegt, und zwar so geordnet, daß es durchaus nicht beschrieben werden kann; diese unzähligen Bestandteile fließen ihrer Beschaffenheit nach aus der Ordnung des Himmels; eine solche Ordnung ist in jedem einzelnen, auch dem kleinsten Teil des Gefühls, daß nur als die allgemeinste Einheit dargestellt und empfunden wird je nach der Empfänglichkeit des [aufnehmenden] Subjekts; mit einem Wort, unendliches vieles liegt in der geordnetsten Gestalt in jedem Allgemeinen, und nichts ist, das nicht lebt und anregt, und zwar alles vom Innersten heraus; denn die himmlischen Freuden gehen aus dem Innersten hervor. Es ward auch empfunden, daß die Freude und Wonne wie vom Herzen kam und sich ganz sanft durch alle innersten Fibern und von da aus in die Faserbündel mit solchem innigsten Wonnegefühl ergoß, daß die Fiber gleichsam nichts als Freude und Wonne war und alle daher rührende Wahrnehmung und Empfindung [perceptivum et sensitivum] in gleicher Weise, lebend aus Seligkeit heraus; die Freude der Wollüste des Körpers verhält sich zu diesen Freuden wie ein plumper und stechender Klotz zu dem reinsten und sanftesten Lüftchen. Ich bemerkte, daß wenn ich all meine Lust auf einen anderen übertragen wollte, an deren Stelle beständig eine innigere und vollkommenere Lust, als die vorige war, einströmte, und daß, soviel ich jenes wollte, soviel auch einströmte; und ich ward inne, daß dies vom Herrn kam.

(414)
Die im Himmel sind, schreiten fortwährend zum Frühling ihres Lebens fort, und zwar zu einem um so wonnigeren und seligeren Frühling, je mehr Jahrtausende sie leben, und dies in Ewigkeit fort, mit Zunahme, je nach den Fortschritten und Graden der Liebe, Liebtätigkeit und des Glaubens. Vom weiblichen Geschlecht gelangen die, welche bejahrt und vom Alter abgezehrt gestorben sind, und im Glauben an den Herrn, in der Liebe gegen den Nächsten und in glücklicher ehelicher Liebe mit ihrem Mann gelebt hatten, mit dem Fortgang der Jahre mehr und mehr in die Blüte des jugendlichen und mannbaren Alters und in eine Schönheit, die jedes Ideal von Schönheit übertrifft, das je das Auge geschaut haben könnte. Die Güte und Liebtätigkeit ist es, die so gestaltet und ihr Ebenbild darstellt und macht, daß das Angenehme und Schöne der Liebtätigkeit aus den einzelnsten Zügen des Angesichts hervorleuchtet, so daß sie die eigentlichen Ausgestaltungen der Liebtätigkeit sind; einige sahen sie und waren darüber erstaunt; die Gestalt der tätigen Liebe ist von der Art, daß sich im Himmel lebendig vor Augen stellt, daß es die tätige Liebe selbst ist, die abbildet und abgebildet wird, und zwar so, daß der ganze Engel, besonders sein Antlitz, gleichsam Liebtätigkeit ist, welche klar sowohl erscheint, als empfunden wird; diese Gestalt, wenn sie geschaut wird, ist unaussprechliche Schönheit, die unmittelbar das innerste Leben des Gemüts mit Liebe überströmt; mit einem Wort, alt werden im Himmel heißt, jung werden; die in der Liebe zum Herrn und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten gelebt haben, werden solche Gestalten oder solche Schönheiten im anderen Leben; alle Engel sind solche Gestalten, mit unübersehbarer Mannigfaltigkeit; aus diesen besteht der Himmel.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-04, 23:04

(46)

VON DER UNERMEßLICHEN
GRÖßE DES HIMMELS
(415)
Daß der Himmel des Herrn unermeßlich groß ist, kann aus vielem erhellen, was im Vorhergehenden gesagt und gezeigt worden ist, besonders daraus, daß der Himmel aus dem menschlichen Geschlecht ist (man sehe Nr. 311-317), und zwar nicht bloß aus demjenigen [Teil desselben], der innerhalb der Kirche, sondern auch aus demjenigen, der außerhalb derselben geboren ist, Nr. 318-328, somit aus allen, die von der ersten Entstehung dieser Erde an im Guten gelebt haben. Welch große Menschenmenge auf diesem ganzen Erdkreis ist, kann jeder sich denken, der von den Weltteilen, Ländern und Reichen dieser Erde etwas weiß; wer eine Berechnung anstellt, wird finden, daß jeden Tag viele Tausende aus ihr wegsterben, somit innerhalb eines Jahres einige Myriaden oder [vielmehr] Millionen (und dies von den ersten Zeiten an, seit denen einige Jahrtausende verflossen sind), die alle nach ihrem Verscheiden in die andere Welt, genannt die geistige Welt, kamen, und noch fort und fort kommen. Wie viele aber von diesen Engel des Himmels geworden sind und noch werden, kann nicht gesagt werden; das wurde mir gesagt, daß [es] in den alten Zeiten sehr viele [wurden], weil damals die Menschen innerlicher und geistiger dachten und infolgedessen in himmlischer Neigung waren; in den folgenden Zeiten aber nicht so viele, weil der Mensch mit dem Fortgang der Zeit äußerlicher wurde und mehr natürlich zu denken, und infolgedessen in irdischer Neigung zu sein begann. Dies kann nun den ersten Beleg dafür geben, daß der Himmel nur allein von den Bewohnern dieses Weltkörpers schon groß ist.

(416)
Daß der Himmel des Herrn unermeßlich groß ist, kann aber auch schon daraus erhellen, daß alle Kinder, seien sie nun innerhalb oder außerhalb der Kirche geboren, vom Herrn an Kindes Statt angenommen und Engel werden, und ihre Zahl bis zum vierten oder fünften Teil des Menschengeschlechts auf Erden sich erhebt. Daß jegliches Kind, wo es auch geboren sein mag, sei es innerhalb der Kirche oder außerhalb derselben, sei es von frommen oder von gottlosen Eltern, wenn es stirbt, vom Herrn angenommen und im Himmel erzogen und nach der göttlichen Ordnung unterrichtet und mit Neigungen zum Guten und durch diese mit Erkenntnissen des Wahren erfüllt und hernach, sowie es an Einsicht und Weisheit vollkommener wird, in den Himmel eingeführt und ein Engel wird, sehe man Nr. 329-345; welch große Menge Engeln des Himmels also von der ersten Schöpfung an bis auf den heutigen Tag schon allein aus diesen [Kindern] hervorging, kann man [hieraus] schließen.

(417)
Wie unermeßlich groß der Himmel des Herrn sei, kann auch daraus erhellen, daß alle den Augen in unserer Sonnenwelt sichtbaren Planeten Erdbälle sind, und daß es außer ihnen noch unzählige im Weltall gibt und alle voll Bewohner sind, von denen in einem besonderen Werkchen [»Über die Erdkörper« Nr. 2-4, 6, 126] über jene Weltkörper gehandelt worden ist, aus dem ich folgendes anführen will:

„Daß es viele Erdbälle und auf ihnen Menschen gibt, und aus diesen Geister und Engel, ist im anderen Leben eine ganz bekannte Sache; denn es wird jedem daselbst, der aus Liebe zum Wahren und zu dem aus diesen kommenden Nutzen ein Verlangen danach hat, gestattet, mit Geistern anderer Erdkörper zu reden und dadurch von der Mehrheit der Welten überzeugt und belehrt zu werden, daß das Menschengeschlecht nicht bloß aus einem Erdkörper, sondern aus unzähligen hervorgeht. Ich sprach hierüber einige Male mit Geistern unseres Erdkörpers, und es ward gesagt, daß ein Mensch, der Verstand hat, aus vielen ihm bekannten Dingen wissen könne, daß es viele Erdbälle und auf ihnen Menschen gibt; denn aus [Gründen] der Vernunft kann man schließen, daß so große Massen wie die Planeten, deren einige größer als diese Erde sind, nicht leere Klumpen, noch bloß dazu geschaffen sind, um die Sonne sich zu wälzen und zu ergehen und mit ihrem geringen Schimmer einem einzigen Erdkörper zu leuchten, sondern daß ihr Nutzzweck ein höherer als dieser sein muß. Wer glaubt (wie denn jeder so glauben muß), daß das Göttliche das Weltall zu keinem anderen Zweck erschaffen hat, als daß ein Menschengeschlecht und aus diesem ein Himmel entstehe [denn das Menschengeschlecht ist die Pflanzschule des Himmels], der muß notwendig glauben, daß überall Menschen sind, wo nur immer ein Erdball ist. Daß die Planeten, die, weil innerhalb der Grenzen dieser Sonnenwelt, befindlich, unseren Augen sichtbar sind, Erdbälle seien, kann man handgreiflich daraus erkennen, daß sie Körper von irdischer Materie sind, da sie ja das Licht der Sonne zurückwerfen und, durch Fernrohre betrachtet, nicht wie die Sterne einen rötlichen Schimmer von einer Flamme zeigen, sondern wie Erdkörper von dunklem Grunde her als vielfarbig erscheinen; dann auch daraus, daß sie gerade wie unsere Erde sich um die Sonne bewegen und auf der Bahn des Tierkreises fortgehen, und dadurch Jahre und Jahreszeiten, nämlich Frühling, Sommer, Herbst und Winter bilden; desgleichen daß sie sich ebenso wie unsere Erde um ihre Achse drehen und dadurch Tage und Tageszeiten machen, nämlich Morgen, Mittag, Abend und Nacht; und überdies auch, daß einige von ihnen Monde haben, welche Trabanten heißen, und in festgesetzten Zeiten ihren Umlauf um ihren Erdkreis machen wie der Mond um den unseren; und daß der Planet Saturn, weil er am weitesten von der Sonne entfernt ist, auch einen großen leuchtenden Gürtel hat, der diesem Erdkörper vieles, obwohl nur zurückgeworfenes Licht gibt. Wer könnte wohl je, wenn er diese Dinge weiß, und vernünftig denkt, noch sagen, dies seien unbewohnte Körper ? Überdies habe ich mit Geistern gesprochen, der Mensch könne den Glauben, daß im Weltall mehr als ein Erdkörper sei, schon daraus fassen, daß ja der Sternenhimmel so unermeßlich groß ist und in ihm so unzählig viele Sterne sind, deren jeder an seiner Stelle oder in seiner Welt eine Sonne ist wie unsere Sonne, [nur] in verschiedener Größe; wer dies wohl erwägt, der zieht den Schluß, daß dies unermeßlich große Ganze notwendig ein Mittel zu dem Endzweck sein muß, welcher der letzte der Schöpfung ist, und welcher Endzweck das himmlische Reich ist, in dem das Göttliche mit den Engeln und Menschen wohnen kann; denn das sichtbare Weltall oder der Himmel, der von so unzählig vielen Sternen erleuchtet ist, die ebenso viele Sonnen sind, ist nur das Mittel, daß Erdbälle und auf ihnen Menschen existieren, aus denen das himmlische Reich sich bilden [möge]. Jene Umstände müssen den vernünftigen Menschen notwendig zu dem Schluß führen, daß ein so unermeßliches Mittel zu so großem Endzweck nicht bloß für das Menschengeschlecht [und den aus diesen hervorgehendem Himmel] aus einem Erdball gemacht sein könne; was wäre auch dies für das Göttliche, welches das Unendliche ist, für das Tausende, ja Myriaden von Erdbällen, und diese alle voller Bewohner, nur wenig, ja kaum etwas wären ? Es gibt Geister, deren einziges Streben ist, sich Erkenntnisse zu erwerben, weil sie daran allein Vergnügen haben; diesen Geistern ist daher erlaubt, umher zu schweifen, und auch über dieses Sonnensystem hinaus in andere [Sonnensysteme] überzugehen und so sich Erkenntnisse zu erwerben; diese sagten, Erdbälle, auf denen Menschen sind, gebe es nicht bloß in diesem Sonnensystem, sondern auch außerhalb desselben, im Fixsternhimmel, in unermeßlicher Anzahl; diese Geister sind aus dem Planeten Merkur. Man hat berechnet: wenn 1,000.000 Erdbälle im Weltall wären, und auf jedem Erdball eine Zahl von 300 Millionen Menschen, und 200 Generationen innerhalb von 6000 Jahren, und jedem Menschen oder Geist ein Raum von drei Kubikellen gegeben würde, so würde gleichwohl die Gesamtzahl so vieler Menschen oder Geister nicht den Raum des [tausendsten Teiles] dieser Erde und kaum etwas mehr als den Raum eines Trabanten um die Planeten ausfüllen, was im Weltall ein Raum von beinahe unbemerkbarer Kleinheit wäre, da ein Trabant dem bloßen Auge nicht leicht erscheint; was wäre dies für den Schöpfer des Weltalls, Dem noch nicht genügte, wenn auch das ganze Weltall angefüllt wäre, da Er ja unendlich ist ? Ich sprach hierüber mit Engeln, welche sagten, sie hätten die gleiche Vorstellung von der geringen Zahl des Menschengeschlechts gegenüber der Unendlichkeit des Schöpfers, doch dächten sie nicht aus den Räumen, sondern aus den Zuständen, und nach ihrer Idee wären Erdbälle in der Zahl so vieler Myriaden, als irgend gedacht werden könnten, dennoch ganz und gar nichts vor dem Herrn.“
Über die Erdbälle im Weltall und über ihre Bewohner und die aus ihnen stammenden Geister und Engel sehe man in oben genanntem Werkchen nach; das darin Enthaltene ist mir zu dem Ende geoffenbart und gezeigt worden, damit man wissen möge, daß der Himmel des Herrn unermeßlich groß, und daß er ganz aus dem menschlichen Geschlecht ist; ferner, daß unser Herr allenthalben als Gott des Himmels und der Erde anerkannt wird.
(418)
Daß der Himmel des Herrn unermeßlich groß ist, kann auch daraus erhellen, daß der Himmel im ganzen Inbegriff einen Menschen darstellt und auch allem und jedem beim Menschen entspricht, und daß diese Entsprechung niemals ausgefüllt werden kann, weil nicht nur eine Entsprechung mit den einzelnen Gliedmaßen, Organen und Eingeweiden des Körpers im allgemeinen, sondern auch im besonderen und einzelnen mit allen und jeden Eingeweidestückchen und kleinsten Organen, die innerhalb derselben befindlich sind, ja mit den einzelnen Gefäßen und Fasern statthat, und nicht nur mit diesen, sondern auch mit den organischen Substanzen, die von innen den Einfluß des Himmels aufnehmen, aus welchem dem Menschen die inwendigen Tätigkeiten kommen, die seinen Seelenwirkungen [als Anstoß] dienen; denn alles, was inwendig im Menschen existiert, hat seine Existenz in Formen, welche Substanzen sind; denn was nicht in Substanzen als Trägern seine Existenz hat, das ist nichts; alle diese Dinge stehen im Entsprechungsverhältnis mit dem Himmel, wie dies aus dem Abschnitt erhellen kann, in welchem von der Entsprechung aller Dinge des Himmels mit allen Dingen des Menschen gehandelt worden ist, Nr. 87-102; diese Entsprechung kann niemals zu ihrer ganzen Fülle gelangen, weil je mehr engelische Zusammengesellungen stattfinden, die einem Glied entsprechen, desto vollkommener der Himmel wird, denn in den Himmeln wächst alle Vollkommenheit mit der größeren Zahl; die Ursache, warum die Vollkommenheit in den Himmeln mit der Vielheit wächst, liegt darin, daß daselbst alle ein Endziel haben und ein einmütiges Hinblicken aller auf dieses Endziel statthat; dieses Endziel ist das allgemeine Wohl, und wenn dieses herrscht, so fließt von dem allgemeinen Wohl auch den Einzelnen Gutes zu, und von dem Guten der Einzelnen fließt Gutes dem Allgemeinen zu; dies geschieht, weil der Herr alle im Himmel Sich zukehrt [man sehe Nr. 123] und dadurch macht, daß sie eins sind in Ihm. Daß die Einmütigkeit und Eintracht vieler, besonders aus solchem Ursprung und in solchem Verband, die Vollkommenheit hervorbringt, kann jeder durch die einigermaßen erleuchtete Vernunft einsehen.

(419)
Es wurde mir auch gegeben, die Ausdehnung des bewohnten Himmels und auch die des unbewohnten zu sehen, und ich sah, daß der Umfang des unbewohnten Himmels so groß ist, daß er in Ewigkeit nicht ausgefüllt werden könnte, wenn es auch Myriaden Erdbälle, und auf jedem Erdball eine Menschenmenge so groß wie auf dem unseren gäbe, worüber man auch nachsehe in dem Werkchen »Die Erdkörper im Weltall« Nr. 168.

(420)
Daß der Himmel nicht unermeßlich groß, sondern klein sei, schließen einige aus einigen Stellen im Wort, die sie nach dessen buchstäblichem Sinn verstanden, wie z.B. aus denen, in denen es heißt, daß in den Himmel nur die Armen aufgenommen werden, dann auch, daß nur die Auserwählten [electi], und daß nur die innerhalb der Kirche, nicht aber die außerhalb derselben sind, daß nur die, für die der Herr Fürsprache tut, [aufgenommen werden;] daß der Himmel geschlossen werde, wenn er ausgefüllt ist, und daß diese Zeit vorausbestimmt sei; allein diese wissen nicht, daß der Himmel niemals geschlossen wird, und daß gar keine Zeit vorausbestimmt, noch eine bestimmte Menge festgesetzt ist, und daß Auserwählte heißen, die im Leben des Guten und Wahren sind
256, und Arme, die nicht in den Erkenntnissen des Guten und Wahren sind, und doch nach denselben ein Verlangen haben, wie sie denn auch dieses Verlangens wegen Hungrige genannt werden257. Die, welche infolge des nicht verstandenen Wortes die Meinung gefaßt haben, der Himmel sei klein, die wissen auch nicht anders, als daß der Himmel an einem Orte sei, wo der Sammelplatz für alle ist, während doch der Himmel aus unzähligen Gesellschaften besteht (man sehe Nr. 41-50); auch wissen sie nicht anders, als daß der Himmel jedem aus unvermittelter Gnade zuteil werde und somit bloß eine Einlassung und Aufnahme nach Wohlgefallen sei; auch sehen sie nicht ein, daß der Herr aus Gnaden jeden führt, der Ihn aufnimmt, und daß derjenige Ihn aufnimmt, der nach den Gesetzen der göttlichen Ordnung lebt, welche die Gebote der Liebe und des Glaubens sind; und daß, also vom Herrn geführt werden von der Kindheit an bis zum letzten Lebensziel in der Welt und nachher in Ewigkeit, die Gnade ist, die gemeint ist; sie mögen also wissen, daß jeglicher Mensch für den Himmel geboren wird, und daß aufgenommen wird, wer in der Welt den Himmel in sich aufnimmt, und ausgeschlossen wird, wer ihn nicht aufnimmt.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 11:58

(II)

VON DER GEISTERWELT
UND VOM
ZUSTAND DES MENSCHEN
NACH DEM TOD
(47)

WAS DIE GEISTERWELT SEI
(421)
Die Geisterwelt ist nicht der Himmel und ist auch nicht die Hölle, sondern ein Mittelort oder Mittelzustand zwischen beiden; denn dahin kommt der Mensch nach dem Tode zuerst, und dann nach vollbrachter Zeit wird er gemäß seinem Leben in der Welt entweder in den Himmel erhoben oder in die Hölle geworfen.

(422)
Die Geisterwelt ist ein Mittelort zwischen Himmel und Hölle und ist auch ein Mittelzustand des Menschen nach dem Tode; daß sie ein Mittelort ist, ward mir dadurch offenbar, daß die Höllen unterhalb, und die Himmel oberhalb sind; und daß sie ein Mittelzustand ist, dadurch, daß der Mensch, solange er daselbst ist, noch nicht im Himmel und auch noch nicht in der Hölle ist. Der Zustand des Himmels beim Menschen ist die Verbindung des Guten und Wahren bei ihm, und der Zustand der Hölle ist die Verbindung des Bösen und Falschen bei ihm; ist bei einem Geistmenschen das Gute mit dem Wahren verbunden, dann kommt er in den Himmel, weil, wie gesagt, diese Verbindung der Himmel bei ihm ist; ist aber beim Geistmenschen das Böse mit dem Falschen verbunden, dann kommt er in die Hölle, weil diese Verbindung die Hölle bei ihm ist; diese Verbindung geschieht in der Geisterwelt, weil alsdann der Mensch im Mittelzustand ist. Es ist gleichviel, ob man sagt: Verbindung des Verstandes und Willens, oder ob man sagt: Verbindung des Wahren und Guten.

(423)
Zuerst soll hier etwas von der Verbindung des Verstandes und Willens und von ihrer Gleichheit mit der Verbindung des Guten und Wahren gesagt werden, weil diese Verbindung in der Geisterwelt geschieht. Der Mensch hat Verstand und hat Willen; der Verstand nimmt die Wahrheiten auf und bildet sich aus ihnen, und der Wille nimmt das Gute auf und wird aus ihm gebildet; alles daher, was der Mensch einsieht und infolgedessen denkt, das nennt er wahr, und alles, was der Mensch will und infolgedessen denkt, das nennt er gut; der Mensch kann aus dem Verstand denken und daher auch inne werden, daß etwas wahr und auch daß es gut sei; gleichwohl jedoch denkt er es nicht aus dem Willen, sofern er es nicht will und es tut; wenn er es will und aus dem Wollen es tut, dann ist es sowohl im Verstand, als im Willen, mithin im Menschen, denn der Verstand allein macht den Menschen nicht aus, und auch nicht der Wille allein, sondern Verstand und Wille zusammen; was daher in beiden ist, das ist im Menschen und ihm angeeignet; was bloß im Verstand ist, das ist zwar beim Menschen, aber nicht in ihm; es ist bloß Sache seines Gedächtnisses und Sache des Gedächtniswissens, an die er denken kann, wenn er nicht in sich, sondern außer sich bei anderen ist, von der er also auch reden und darüber Betrachtungen anstellen, und nach welcher er auch Gefühle und Gebärden heucheln kann.

(424)
Daß der Mensch aus dem Verstand denken kann, ohne zugleich aus dem Willen zu denken, ist zu dem Ende vorgesehen worden, daß er umgebildet werden könne; denn der Mensch wird durch die Wahrheiten umgebildet [reformatur], und die Wahrheiten sind, wie gesagt, Sache des Verstandes; der Mensch wird nämlich dem Willen nach in alles Böse geboren, daher er keinem wohl will, als nur sich allein, und wer sich allein wohl will, der freut sich über das Übel, das anderen, besonders seinetwegen, zustößt; denn er will die Güter aller anderen, seien es nun Ehrenstellen oder Reichtümer, an sich bringen, und inwieweit er dies kann, ist er in sich vergnügt; damit nun dieses Wollen gebessert und umgebildet werde, ist dem Menschen gegeben, die Wahrheiten einsehen und durch dieselben die Neigungen zum Bösen, die aus seinem Willen hervorbrechen, zähmen zu können; daher kommt, daß der Mensch die Wahrheiten aus dem Verstand denken und sie auch aussprechen und tun kann, gleichwohl aber sie nicht aus dem Willen zu denken vermag, bevor er so geartet ist, daß er sie aus sich, das heißt von Herzen will und sie tut; ist der Mensch so, dann ist, was er aus dem Verstand denkt, Sache seines Glaubens, und was er aus dem Willen denkt, Sache seiner Liebe; weshalb sich alsdann Glaube und Liebe bei ihm verbinden, wie Verstand und Wille.

(425)
Inwieweit demnach die Wahrheiten, die im Verstand sind, verbunden sind mit dem Guten, das im Willen ist, inwieweit also der Mensch die Wahrheiten will und infolgedessen sie tut, insoweit hat der Mensch den Himmel in sich, weil, wie oben gesagt worden, die Verbindung des Guten und Wahren der Himmel ist; inwieweit dagegen das Falsche, das im Verstand ist, verbunden ist mit dem Bösen, das im Willen ist, insoweit hat der Mensch die Hölle in sich; inwieweit aber die Wahrheiten, die im Verstand sind, nicht verbunden sind mit dem Guten, das im Willen ist, insoweit ist der Mensch im Mittelzustand; fast jeder Mensch ist heutzutage in einem solchen Zustand, daß er Wahrheiten weiß, und aus dem Wissen und auch aus dem Verstand sie denkt, und entweder vieles oder wenig oder gar nichts aus ihnen tut, oder wider sie tut aus Liebe zum Bösen und dem daher rührenden Glauben an Falsches; damit er nun entweder den Himmel oder die Hölle habe, wird er nach dem Tode zuerst in die Geisterwelt geführt, und dort erfolgt eine Verbindung des Guten und Wahren bei denen, die in den Himmel erhoben, und eine Verbindung des Bösen und Falschen bei denen, die in die Hölle geworfen werden sollen; denn weder im Himmel, noch in der Hölle darf jemand ein zerteiltes Gemüt haben, nämlich anderes erkennen und anderes wollen, sondern was er will, das soll er auch erkennen, und was er erkennt, das soll er auch wollen; wer daher im Himmel das Gute will, der soll auch das Wahre einsehen, und wer in der Hölle das Böse will, soll Falsches verstehen; darum wird dort bei den Guten das Falsche entfernt und werden ihnen die mit ihrem Guten übereinstimmenden und gleichförmigen Wahrheiten gegeben, und bei den Bösen daselbst werden die Wahrheiten weggeschafft, und es wird ihnen das mit ihrem Bösen übereinstimmende Falsche gegeben. Hieraus erhellt, was die Geisterwelt ist.

(426)
In der Geisterwelt ist eine ungeheure Zahl, weil dort der erste Sammelplatz aller ist, und daselbst alle geprüft und zubereitet werden; die Dauer ihres Aufenthaltes daselbst hat kein festbestimmtes Ziel: einige treten nur ein und werden dann gleich entweder in den Himmel erhoben oder in die Hölle hinabgeworfen; einige bleiben nur etliche Wochen dort, einige viele Jahre, jedoch nicht über dreißig. Die Verschiedenheit der Dauer findet statt infolge der Entsprechung und Nichtentsprechung des Inwendigen und des Auswendigen beim Menschen. Wie aber der Mensch in jener Welt von einem Zustand in den anderen übergeleitet und zubereitet wird, soll im folgenden gesagt werden.

(427)
Die Menschen werden nach ihrem Hingang, sobald sie in die Geisterwelt kommen, vom Herrn wohl unterschieden; die Bösen werden sogleich an die höllische Gesellschaft gekettet, in der sie ihrer herrschenden Liebe nach [schon] in der Welt waren; die Guten aber werden alsbald mit der himmlischen Gesellschaft verknüpft, in der auch sie schon in der Welt hinsichtlich der Liebe, der Liebtätigkeit und des Glaubens waren. Obgleich sie aber so unterschieden sind, kommen sie doch in jener Welt zusammen, und es sprechen sich, wenn sie es wünschen, alle, die bei Leibesleben miteinander befreundet und bekannt waren, besonders die Ehefrauen und Ehemänner und auch die Brüder und Schwestern; ich sah, wie ein Vater mit seinen sechs Söhnen sprach und sie wieder erkannte; und viele andere mit ihren Verwandten und Freunden; weil sie aber von ihrem Leben in der Welt her verschiedener Gesinnung waren, trennten sie sich nach kurzer Zeit voneinander; diejenigen hingegen, die aus der Geisterwelt in den Himmel, und die in die Hölle kommen, sehen sich nachher nicht wieder, noch erkennen sie einander, außer wenn sie gleicher Gesinnung aus gleicher Liebe sind; die Ursache, warum sie wohl in der Geisterwelt, nicht aber im Himmel und in der Hölle sich wiedersehen, ist die, daß die, welche in der Geisterwelt sind, in die gleichen Zustände, die sie bei Leibesleben hatten, und zwar von einem in den anderen versetzt werden, nachher aber alle in einen bleibenden Zustand gebracht werden, der dem Zustand ihrer herrschenden Liebe gleich ist, und in dem der eine den anderen bloß infolge der Gleichheit der Liebe kennt; denn, wie Nr. 41-50 gesagt worden, die Ähnlichkeit verbindet und die Unähnlichkeit trennt.

(428)
So wie die Geisterwelt ein Mittelzustand zwischen Himmel und Hölle beim Menschen ist, so ist sie auch ein Mittelort; unterhalb sind die Höllen, und oberhalb sind die Himmel. Alle Höllen sind gegen jene Welt hin verschlossen und nur zugänglich durch Löcher und Ritze wie die der Felsen und durch in die Breite sich ausdehnende Spalten, welche bewacht sind, damit keiner herausgehe, außer es sei ihm erlaubt worden, was auch zuweilen geschieht, wenn irgendeine Notwendigkeit es erfordert, wovon im folgenden; auch der Himmel ist auf allen Seiten umzäunt, und zu irgendeiner himmlischen Gesellschaft ist der Zutritt nur offen auf einem schmalen Pfad, dessen Eingang auch bewacht ist; jene Ausgänge und diese Eingänge sind es, die im Wort Tore und Pforten der Hölle und des Himmels heißen.

(429)
Die Geisterwelt erscheint wie ein Tal zwischen Bergen und Felsen, das da und dort sich einsenkt und ansteigt. Die Tore und Pforten zu den himmlischen Gesellschaften sind nur sichtbar für die, welche zum Himmel zubereitet sind und werden von anderen nicht gefunden; zu jeder Gesellschaft führt aus der Geisterwelt ein Eingang, und hinter diesem ein Weg, der aber beim Hinansteigen sich in mehrere teilt; die Tore und Eingänge zu den Höllen erscheinen auch nur denen, die hineingehen sollen und denen sie alsdann geöffnet werden; wenn sie geöffnet sind, so erscheinen finstere, wie mit Ruß überzogene Höhlen, die sich schief abwärts in die Tiefe ziehen, wo wieder mehrere Eingänge sind; durch jene Höhlen dünsten garstige Dämpfe und ekelhafte Gerüche hervor, welche die guten Geister fliehen, weil sie ihnen ein Abscheu sind, während die bösen Geister sie begierig aufsuchen, weil sie ihnen behagen; denn wie jeder in der Welt sich an seinem Bösen ergötzte, so ergötzt er sich nach dem Tod an dem üblen Geruch, dem sein Böses entspricht; sie können hierin den Raubvögeln und reißenden Tieren, z.B. den Raben, Wölfen, Schweinen verglichen werden, die, wenn sie den Qualm davon wittern, auf das Aas und den Mist zufliegen und zulaufen; ich hörte einen wie von inwendigem Schmerz laut aufschreien, als ihn der dem Himmel entströmende Hauch berührte, dagegen aber [sah ich ihn] ruhig und vergnügt, als ihn der aus der Hölle ausströmende Dunst traf.

(430)
Es gibt auch bei jeglichem Menschen zwei Pforten, deren eine gegen die Hölle zu offen steht und geöffnet ist für das Böse und das Falsche aus diesem, die andere Pforte aber gegen den Himmel zu offen steht und geöffnet ist für das Gute und die Wahrheiten aus diesem; die Pforte der Hölle ist denjenigen geöffnet, die im Bösen und hieraus im Falschen sind, und nur durch die Spalten oben fließt etwas Licht aus dem Himmel ein, durch welchen Einfluß der Mensch denken, schließen und reden kann; die Pforte des Himmels hingegen ist denen geöffnet, die im Guten und hieraus im Wahren sind; es gibt nämlich zwei Wege, die zum vernünftigen Gemüt des Menschen führen, einen oberen oder inneren Weg, durch den Gutes und Wahres vom Herrn her eindringt, und einen unteren oder äußeren Weg, durch den Böses und Falsches von der Hölle her eindringt; das vernünftige Gemüt selbst, zu dem beide Wege führen, liegt in der Mitte; in dem Maß daher, in welchem Licht aus dem Himmel eingelassen wird, ist der Mensch vernünftig, in dem Maß aber, in dem es nicht aufgenommen wird, ist er nicht vernünftig, wie sehr er sich auch dünken mag. Dies ist gesagt worden, damit man auch wisse, in welcher Entsprechung der Mensch mit dem Himmel und mit der Hölle steht; sein vernünftiges Gemüt entspricht, solange es in der Bildung begriffen ist, der Geisterwelt, was über jenem ist, dem Himmel, und was unterhalb ist, der Hölle; die oberhalb desselben befindlichen Gebiete werden geöffnet und die unterhalb desselben befindlichen dem Einfluß des Bösen und des Falschen verschlossen, bei denen, die zum Himmel zubereitet werden; dagegen werden die unterhalb desselben befindlichen Dinge geöffnet und die oberhalb desselben befindlichen dem Einfließen des Guten und Wahren verschlossen bei denen, die zur Hölle zubereitet werden; daher diese nur unter sich, das heißt nach der Hölle zu blicken können, jene dagegen nur über sich, das heißt zum Himmel; über sich blicken heißt, zum Herrn aufsehen, weil Er der allgemeine Mittelpunkt ist, auf den alle Dinge des Himmels ihr Absehen haben, unter sich blicken aber heißt, rückwärts vom Herrn weg auf den entgegengesetzten Mittelpunkt hinblicken, gegen den alle Dinge der Hölle hinsehen und sich hinwenden, man sehe Nr. 123, 124.

(431)
Diejenigen, die in der Geisterwelt sind, sind im bisherigen unter den Geistern, wo diese genannt wurden, verstanden worden, unter den Engeln dagegen die, welche im Himmel sind.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 12:19

II)

VON DER GEISTERWELT
UND VOM
ZUSTAND DES MENSCHEN
NACH DEM TOD
(47)

WAS DIE GEISTERWELT SEI
(421)
Die Geisterwelt ist nicht der Himmel und ist auch nicht die Hölle, sondern ein Mittelort oder Mittelzustand zwischen beiden; denn dahin kommt der Mensch nach dem Tode zuerst, und dann nach vollbrachter Zeit wird er gemäß seinem Leben in der Welt entweder in den Himmel erhoben oder in die Hölle geworfen.

(422)
Die Geisterwelt ist ein Mittelort zwischen Himmel und Hölle und ist auch ein Mittelzustand des Menschen nach dem Tode; daß sie ein Mittelort ist, ward mir dadurch offenbar, daß die Höllen unterhalb, und die Himmel oberhalb sind; und daß sie ein Mittelzustand ist, dadurch, daß der Mensch, solange er daselbst ist, noch nicht im Himmel und auch noch nicht in der Hölle ist. Der Zustand des Himmels beim Menschen ist die Verbindung des Guten und Wahren bei ihm, und der Zustand der Hölle ist die Verbindung des Bösen und Falschen bei ihm; ist bei einem Geistmenschen das Gute mit dem Wahren verbunden, dann kommt er in den Himmel, weil, wie gesagt, diese Verbindung der Himmel bei ihm ist; ist aber beim Geistmenschen das Böse mit dem Falschen verbunden, dann kommt er in die Hölle, weil diese Verbindung die Hölle bei ihm ist; diese Verbindung geschieht in der Geisterwelt, weil alsdann der Mensch im Mittelzustand ist. Es ist gleichviel, ob man sagt: Verbindung des Verstandes und Willens, oder ob man sagt: Verbindung des Wahren und Guten.

(423)
Zuerst soll hier etwas von der Verbindung des Verstandes und Willens und von ihrer Gleichheit mit der Verbindung des Guten und Wahren gesagt werden, weil diese Verbindung in der Geisterwelt geschieht. Der Mensch hat Verstand und hat Willen; der Verstand nimmt die Wahrheiten auf und bildet sich aus ihnen, und der Wille nimmt das Gute auf und wird aus ihm gebildet; alles daher, was der Mensch einsieht und infolgedessen denkt, das nennt er wahr, und alles, was der Mensch will und infolgedessen denkt, das nennt er gut; der Mensch kann aus dem Verstand denken und daher auch inne werden, daß etwas wahr und auch daß es gut sei; gleichwohl jedoch denkt er es nicht aus dem Willen, sofern er es nicht will und es tut; wenn er es will und aus dem Wollen es tut, dann ist es sowohl im Verstand, als im Willen, mithin im Menschen, denn der Verstand allein macht den Menschen nicht aus, und auch nicht der Wille allein, sondern Verstand und Wille zusammen; was daher in beiden ist, das ist im Menschen und ihm angeeignet; was bloß im Verstand ist, das ist zwar beim Menschen, aber nicht in ihm; es ist bloß Sache seines Gedächtnisses und Sache des Gedächtniswissens, an die er denken kann, wenn er nicht in sich, sondern außer sich bei anderen ist, von der er also auch reden und darüber Betrachtungen anstellen, und nach welcher er auch Gefühle und Gebärden heucheln kann.

(424)
Daß der Mensch aus dem Verstand denken kann, ohne zugleich aus dem Willen zu denken, ist zu dem Ende vorgesehen worden, daß er umgebildet werden könne; denn der Mensch wird durch die Wahrheiten umgebildet [reformatur], und die Wahrheiten sind, wie gesagt, Sache des Verstandes; der Mensch wird nämlich dem Willen nach in alles Böse geboren, daher er keinem wohl will, als nur sich allein, und wer sich allein wohl will, der freut sich über das Übel, das anderen, besonders seinetwegen, zustößt; denn er will die Güter aller anderen, seien es nun Ehrenstellen oder Reichtümer, an sich bringen, und inwieweit er dies kann, ist er in sich vergnügt; damit nun dieses Wollen gebessert und umgebildet werde, ist dem Menschen gegeben, die Wahrheiten einsehen und durch dieselben die Neigungen zum Bösen, die aus seinem Willen hervorbrechen, zähmen zu können; daher kommt, daß der Mensch die Wahrheiten aus dem Verstand denken und sie auch aussprechen und tun kann, gleichwohl aber sie nicht aus dem Willen zu denken vermag, bevor er so geartet ist, daß er sie aus sich, das heißt von Herzen will und sie tut; ist der Mensch so, dann ist, was er aus dem Verstand denkt, Sache seines Glaubens, und was er aus dem Willen denkt, Sache seiner Liebe; weshalb sich alsdann Glaube und Liebe bei ihm verbinden, wie Verstand und Wille.

(425)
Inwieweit demnach die Wahrheiten, die im Verstand sind, verbunden sind mit dem Guten, das im Willen ist, inwieweit also der Mensch die Wahrheiten will und infolgedessen sie tut, insoweit hat der Mensch den Himmel in sich, weil, wie oben gesagt worden, die Verbindung des Guten und Wahren der Himmel ist; inwieweit dagegen das Falsche, das im Verstand ist, verbunden ist mit dem Bösen, das im Willen ist, insoweit hat der Mensch die Hölle in sich; inwieweit aber die Wahrheiten, die im Verstand sind, nicht verbunden sind mit dem Guten, das im Willen ist, insoweit ist der Mensch im Mittelzustand; fast jeder Mensch ist heutzutage in einem solchen Zustand, daß er Wahrheiten weiß, und aus dem Wissen und auch aus dem Verstand sie denkt, und entweder vieles oder wenig oder gar nichts aus ihnen tut, oder wider sie tut aus Liebe zum Bösen und dem daher rührenden Glauben an Falsches; damit er nun entweder den Himmel oder die Hölle habe, wird er nach dem Tode zuerst in die Geisterwelt geführt, und dort erfolgt eine Verbindung des Guten und Wahren bei denen, die in den Himmel erhoben, und eine Verbindung des Bösen und Falschen bei denen, die in die Hölle geworfen werden sollen; denn weder im Himmel, noch in der Hölle darf jemand ein zerteiltes Gemüt haben, nämlich anderes erkennen und anderes wollen, sondern was er will, das soll er auch erkennen, und was er erkennt, das soll er auch wollen; wer daher im Himmel das Gute will, der soll auch das Wahre einsehen, und wer in der Hölle das Böse will, soll Falsches verstehen; darum wird dort bei den Guten das Falsche entfernt und werden ihnen die mit ihrem Guten übereinstimmenden und gleichförmigen Wahrheiten gegeben, und bei den Bösen daselbst werden die Wahrheiten weggeschafft, und es wird ihnen das mit ihrem Bösen übereinstimmende Falsche gegeben. Hieraus erhellt, was die Geisterwelt ist.

(426)
In der Geisterwelt ist eine ungeheure Zahl, weil dort der erste Sammelplatz aller ist, und daselbst alle geprüft und zubereitet werden; die Dauer ihres Aufenthaltes daselbst hat kein festbestimmtes Ziel: einige treten nur ein und werden dann gleich entweder in den Himmel erhoben oder in die Hölle hinabgeworfen; einige bleiben nur etliche Wochen dort, einige viele Jahre, jedoch nicht über dreißig. Die Verschiedenheit der Dauer findet statt infolge der Entsprechung und Nichtentsprechung des Inwendigen und des Auswendigen beim Menschen. Wie aber der Mensch in jener Welt von einem Zustand in den anderen übergeleitet und zubereitet wird, soll im folgenden gesagt werden.

(427)
Die Menschen werden nach ihrem Hingang, sobald sie in die Geisterwelt kommen, vom Herrn wohl unterschieden; die Bösen werden sogleich an die höllische Gesellschaft gekettet, in der sie ihrer herrschenden Liebe nach [schon] in der Welt waren; die Guten aber werden alsbald mit der himmlischen Gesellschaft verknüpft, in der auch sie schon in der Welt hinsichtlich der Liebe, der Liebtätigkeit und des Glaubens waren. Obgleich sie aber so unterschieden sind, kommen sie doch in jener Welt zusammen, und es sprechen sich, wenn sie es wünschen, alle, die bei Leibesleben miteinander befreundet und bekannt waren, besonders die Ehefrauen und Ehemänner und auch die Brüder und Schwestern; ich sah, wie ein Vater mit seinen sechs Söhnen sprach und sie wieder erkannte; und viele andere mit ihren Verwandten und Freunden; weil sie aber von ihrem Leben in der Welt her verschiedener Gesinnung waren, trennten sie sich nach kurzer Zeit voneinander; diejenigen hingegen, die aus der Geisterwelt in den Himmel, und die in die Hölle kommen, sehen sich nachher nicht wieder, noch erkennen sie einander, außer wenn sie gleicher Gesinnung aus gleicher Liebe sind; die Ursache, warum sie wohl in der Geisterwelt, nicht aber im Himmel und in der Hölle sich wiedersehen, ist die, daß die, welche in der Geisterwelt sind, in die gleichen Zustände, die sie bei Leibesleben hatten, und zwar von einem in den anderen versetzt werden, nachher aber alle in einen bleibenden Zustand gebracht werden, der dem Zustand ihrer herrschenden Liebe gleich ist, und in dem der eine den anderen bloß infolge der Gleichheit der Liebe kennt; denn, wie Nr. 41-50 gesagt worden, die Ähnlichkeit verbindet und die Unähnlichkeit trennt.

(428)
So wie die Geisterwelt ein Mittelzustand zwischen Himmel und Hölle beim Menschen ist, so ist sie auch ein Mittelort; unterhalb sind die Höllen, und oberhalb sind die Himmel. Alle Höllen sind gegen jene Welt hin verschlossen und nur zugänglich durch Löcher und Ritze wie die der Felsen und durch in die Breite sich ausdehnende Spalten, welche bewacht sind, damit keiner herausgehe, außer es sei ihm erlaubt worden, was auch zuweilen geschieht, wenn irgendeine Notwendigkeit es erfordert, wovon im folgenden; auch der Himmel ist auf allen Seiten umzäunt, und zu irgendeiner himmlischen Gesellschaft ist der Zutritt nur offen auf einem schmalen Pfad, dessen Eingang auch bewacht ist; jene Ausgänge und diese Eingänge sind es, die im Wort Tore und Pforten der Hölle und des Himmels heißen.

(429)
Die Geisterwelt erscheint wie ein Tal zwischen Bergen und Felsen, das da und dort sich einsenkt und ansteigt. Die Tore und Pforten zu den himmlischen Gesellschaften sind nur sichtbar für die, welche zum Himmel zubereitet sind und werden von anderen nicht gefunden; zu jeder Gesellschaft führt aus der Geisterwelt ein Eingang, und hinter diesem ein Weg, der aber beim Hinansteigen sich in mehrere teilt; die Tore und Eingänge zu den Höllen erscheinen auch nur denen, die hineingehen sollen und denen sie alsdann geöffnet werden; wenn sie geöffnet sind, so erscheinen finstere, wie mit Ruß überzogene Höhlen, die sich schief abwärts in die Tiefe ziehen, wo wieder mehrere Eingänge sind; durch jene Höhlen dünsten garstige Dämpfe und ekelhafte Gerüche hervor, welche die guten Geister fliehen, weil sie ihnen ein Abscheu sind, während die bösen Geister sie begierig aufsuchen, weil sie ihnen behagen; denn wie jeder in der Welt sich an seinem Bösen ergötzte, so ergötzt er sich nach dem Tod an dem üblen Geruch, dem sein Böses entspricht; sie können hierin den Raubvögeln und reißenden Tieren, z.B. den Raben, Wölfen, Schweinen verglichen werden, die, wenn sie den Qualm davon wittern, auf das Aas und den Mist zufliegen und zulaufen; ich hörte einen wie von inwendigem Schmerz laut aufschreien, als ihn der dem Himmel entströmende Hauch berührte, dagegen aber [sah ich ihn] ruhig und vergnügt, als ihn der aus der Hölle ausströmende Dunst traf.

(430)
Es gibt auch bei jeglichem Menschen zwei Pforten, deren eine gegen die Hölle zu offen steht und geöffnet ist für das Böse und das Falsche aus diesem, die andere Pforte aber gegen den Himmel zu offen steht und geöffnet ist für das Gute und die Wahrheiten aus diesem; die Pforte der Hölle ist denjenigen geöffnet, die im Bösen und hieraus im Falschen sind, und nur durch die Spalten oben fließt etwas Licht aus dem Himmel ein, durch welchen Einfluß der Mensch denken, schließen und reden kann; die Pforte des Himmels hingegen ist denen geöffnet, die im Guten und hieraus im Wahren sind; es gibt nämlich zwei Wege, die zum vernünftigen Gemüt des Menschen führen, einen oberen oder inneren Weg, durch den Gutes und Wahres vom Herrn her eindringt, und einen unteren oder äußeren Weg, durch den Böses und Falsches von der Hölle her eindringt; das vernünftige Gemüt selbst, zu dem beide Wege führen, liegt in der Mitte; in dem Maß daher, in welchem Licht aus dem Himmel eingelassen wird, ist der Mensch vernünftig, in dem Maß aber, in dem es nicht aufgenommen wird, ist er nicht vernünftig, wie sehr er sich auch dünken mag. Dies ist gesagt worden, damit man auch wisse, in welcher Entsprechung der Mensch mit dem Himmel und mit der Hölle steht; sein vernünftiges Gemüt entspricht, solange es in der Bildung begriffen ist, der Geisterwelt, was über jenem ist, dem Himmel, und was unterhalb ist, der Hölle; die oberhalb desselben befindlichen Gebiete werden geöffnet und die unterhalb desselben befindlichen dem Einfluß des Bösen und des Falschen verschlossen, bei denen, die zum Himmel zubereitet werden; dagegen werden die unterhalb desselben befindlichen Dinge geöffnet und die oberhalb desselben befindlichen dem Einfließen des Guten und Wahren verschlossen bei denen, die zur Hölle zubereitet werden; daher diese nur unter sich, das heißt nach der Hölle zu blicken können, jene dagegen nur über sich, das heißt zum Himmel; über sich blicken heißt, zum Herrn aufsehen, weil Er der allgemeine Mittelpunkt ist, auf den alle Dinge des Himmels ihr Absehen haben, unter sich blicken aber heißt, rückwärts vom Herrn weg auf den entgegengesetzten Mittelpunkt hinblicken, gegen den alle Dinge der Hölle hinsehen und sich hinwenden, man sehe Nr. 123, 124.

(431)
Diejenigen, die in der Geisterwelt sind, sind im bisherigen unter den Geistern, wo diese genannt wurden, verstanden worden, unter den Engeln dagegen die, welche im Himmel sind.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 12:20

(48)

DAß JEGLICHER MENSCH
SEINEM INWENDIGEN NACH EIN GEIST SEI
(432)
Wer es gehörig erwägt, kann wissen, daß der Körper, weil er materiell ist, nicht denkt, sondern die Seele, weil sie geistig ist; die Seele des Menschen, über deren Unsterblichkeit viele geschrieben haben, ist sein Geist; denn dieser ist unsterblich nach allem, was ihm angehört, und er ist es auch, der im Körper denkt; denn er ist geistig, und das Geistige nimmt das Geistige in sich auf und lebt geistig, das heißt, es denkt und will; alles geistige Leben daher, das im Körper erscheint, gehört jenem und nichts davon dem Körper an; denn der Körper ist, wie oben gesagt worden, materiell, und das Materielle, welches das Eigentümliche des Körpers ist, ist dem Geiste nur beigefügt und beinahe wie beigebunden, zu dem Ende, daß der Geist des Menschen sein Leben führen und Nutzen schaffen könne in der natürlichen Welt, deren sämtliche Dinge materiell und an sich leblos sind, und weil das Materielle nicht lebt, sondern bloß das Geistige, so kann offenbar sein, daß alles, was beim Menschen lebt, seinem Geist angehört, und daß der Körper diesem nur dient, ganz wie ein Werkzeug der lebendigen Bewegkraft; zwar sagt man von einem Werkzeuge, daß es wirke, bewege oder stoße; glaubt man aber wirklich, daß dies dem Werkzeug und nicht demjenigen zukomme, welcher wirkt, bewegt und stößt, so täuscht man sich.

(433)
Da nun alles, was im Körper lebt und aus dem Leben wirkt und fühlt, einzig dem Geist und nichts davon dem Körper angehört, so folgt, daß der Geist der Mensch selbst ist; oder, was gleichviel ist, daß der Mensch an sich betrachtet ein Geist ist und [dieser] auch gleiche Gestalt hat; denn alles, was im Menschen lebt und empfindet, gehört seinem Geist an, und vom Haupt bis zur Fußsohle ist nichts im Menschen, das nicht lebt und empfindet; woraus folgt, daß wenn der Körper von seinem Geist abgetrennt wird, was man sterben heißt, der Mensch dennoch Mensch bleibt und lebt. Ich hörte aus dem Himmel, daß einige bei ihrem Sterben, wenn sie auf der Totenbahre [ferali mensa] liegen und noch nicht auferweckt sind, in ihrem erkalteten Körper fortdenken und nicht anders wissen, als daß sie noch leben, mit dem Unterschied jedoch, daß sie kein einziges materielles Teilchen, das zum Körper gehört, bewegen können.

(434)
Der Mensch kann nicht denken und nicht wollen, sofern nicht eine substantielle Unterlage da ist, aus der und in der es geschieht; was vermeintlich existieren soll ohne substantielle Unterlage, das ist ein Nichts; man kann dies daraus wissen, daß der Mensch ohne ein Organ, das die Unterlage seines Gesichtssinnes ist, nicht sehen, und ohne ein Organ, das die Unterlage seines Gehörsinnes ist, nicht hören kann; Gesicht und Gehör sind ohne diese ein Nichts, ja eine Unmöglichkeit; so denn auch das Denken, welches das innere Sehen, und das Innewerden [apperceptio], welches das innere Hören ist, wären diese nicht in Substanzen und aus solchen, die organische Formen und die Unterlagen sind, so würden sie durchaus nicht zum Dasein kommen; woraus erhellen kann, daß der Geist des Menschen, wenn er vom Körper getrennt ist, ebenso eine Gestalt hat, und daß diese Gestalt die menschliche ist, und daß er ebensowohl Sinnesorgane und Sinne hat, wie da er noch in jenem [Körper] war, und daß alles Leben des Auges und alles Leben des Ohres, kurz alles Leben der Sinne, das der Mensch hat, nicht seinem Körper, sondern seinem Geist angehört, der in jenen und im einzelnsten derselben ist; daher kommt, daß die Geister ebensogut wie die Menschen sehen, hören und empfinden, jedoch nach der Trennung vom Körper nicht [mehr] in der natürlichen, sondern in der geistigen Welt; daß der Geist, solange er im Körper war, in natürlicher Weise empfand, geschah durch das ihm beigefügte Materielle, gleichwohl jedoch empfand er damals auch zugleich geistig, indem er dachte und wollte.

(435)
Dies ist zu dem Ende gesagt worden, daß der vernünftige Mensch überführt werde, daß der Mensch an sich betrachtet ein Geist, und daß das ihm wegen seiner Verrichtungen in der natürlichen und materiellen Welt beigefügte Körperliche nicht der Mensch, sondern nur ein Werkzeug seines Geistes ist. Doch besser sind Belege aus der Erfahrung, weil die Vernunftgründe von vielen nicht gefaßt und von denen, die sich im Gegenteil bestärkt haben, durch Folgerungen aus den Täuschungen der Sinne in Zweifelhaftes verwandelt werden. Die sich im Gegenteil bestärkt haben, denken gewöhnlich, die Tiere leben und empfinden ja in gleicher Weise und haben also ein Geistiges gleich dem des Menschen, und doch sterbe dasselbe mit dem Körper, allein das Geistige der Tiere ist nicht von der Art, wie das des Menschen; der Mensch hat, was die Tiere nicht haben, ein Innerstes, in welches das Göttliche einfließt, es zu Sich erhebt und dadurch mit Sich verbindet, infolgedessen der Mensch vor den Tieren voraus hat, daß er über Gott und über die göttlichen Dinge, welche die des Himmels und der Kirche sind, denken und Gott aus diesen und in ihnen lieben, und so mit Ihm verbunden werden kann, und was mit dem Göttlichen verbunden werden kann, das kann nicht zerfallen; was aber nicht mit dem Göttlichen verbunden werden kann, das zerfällt; vom Innersten, das der Mensch vor den Tieren voraus hat, ist Nr. 39 gehandelt worden, und das dort Gesagte muß hier wieder eingerückt werden, weil von Wichtigkeit ist, die Trugschlüsse zu zerstreuen, die aus jenem [Schein] gezogen werden, wie dies von vielen geschieht, die aus Mangel an Kenntnissen und wegen nicht aufgeschlossenen Verstandes hierüber nicht vernünftig urteilen können; die dort stehenden Worte sind:

„Ich möchte ein Geheimnis von den Engeln der drei Himmel kund geben, das früher keinem in den Sinn kam, weil man die Abstufungen [gradus] nicht kannte, von denen Nr. 38 die Rede war; daß nämlich bei jedem Engel und auch bei jedem Menschen eine innerste und höchste Stufe ist, oder ein Innerstes und Höchstes, in welches das Göttliche des Herrn zuerst oder zunächst einfließt, und aus dem es das übrige Inwendige zurechtstellt, das nach den Abstufungen der Ordnung bei ihnen sich anreiht: dieses Innerste oder Höchste kann der Eingang des Herrn zum Engel und zum Menschen und Seine eigentlichste Wohnung bei ihnen genannt werden; durch dieses Innerste oder Höchste ist der Mensch Mensch und unterscheidet er sich von den unvernünftigen Tieren, denn diese haben es nicht; daher kommt, daß der Mensch, zum Unterschied von den Tieren, nach all seinem Inwendigen, dem Gebiet seines Gemütes und seiner Gesinnung, vom Herrn zu Sich erhoben werden, daß er an Ihn glauben, von Liebe zu Ihm angeregt werden und so Ihn sehen, und daß er Einsicht und Weisheit in sich aufnehmen und mit Vernunft reden kann; daher kommt auch, daß er ewig fortlebt. Was aber in jenem Innersten vom Herrn in Ordnung gebracht und vorgesehen wird, das fließt nicht klar ins Bewußtsein eines Engels ein, weil es über seinem Denken steht und über seine Weisheit hinausgeht“.
(436)
Daß der Mensch seinem Inwendigen nach ein Geist ist, ward mir durch viele Erfahrungen zu wissen gegeben, die, wenn ich sie alle anführen wollte, wie man zu sagen pflegt, ganze Bücher füllen würden; ich sprach mit den Geistern als Geist und sprach mit ihnen als Mensch im Körper; und wenn ich mit ihnen als Geist sprach, so wußten sie nicht anders, als daß ich selbst ein Geist sei und auch wie sie in menschlicher Gestalt; so erschien ihnen mein Inwendiges, weil, solange ich als Geist sprach, mein materieller Körper nicht erschien.

(437)
Daß der Mensch seinem Inwendigen nach ein Geist ist, kann daraus erhellen, daß er, nachdem sein Körper abgetrennt ist, was mit dem Tode geschieht, nachher dennoch als Mensch fortlebt wie zuvor; damit ich darin bestärkt würde, ward mir gegeben, fast mit allen zu reden, die ich je bei ihres Körpers Leben gekannt hatte, mit einigen stundenlang, mit einigen wochen- und monatelang und mit einigen jahrelang, und dies hauptsächlich darum, damit ich darin bestärkt würde und es bezeugen könnte.

(438)
Diesem darf ich beifügen, daß jeglicher Mensch, auch während er noch im Körper lebt, seinem Geiste nach, obwohl er nichts davon weiß, in Gesellschaft von Geistern, und durch diese der Gute in einer engelischen Gesellschaft, und der Böse in einer höllischen Gesellschaft ist, und daß er in dieselbe Gesellschaft auch nach dem Tode kommt; dies ist denen, die nach dem Tod unter die Geister kamen, öfter gesagt und gezeigt worden. Zwar erscheint der Mensch, solange er in der Welt lebt, nicht als Geist in dieser Gesellschaft, weil er so lange noch naturmäßig denkt; diejenigen jedoch, welche abgezogen [abstracte] vom Körper denken, erscheinen, weil sie dann im Geiste sind, zuweilen in ihrer Gesellschaft und werden, wenn sie erscheinen, von den darin befindlichen Geistern wohl unterschieden; denn sie gehen, in Gedanken versunken, stumm einher und sehen andere nicht an, es ist, wie wenn sie diese gar nicht bemerkten, und sobald ein Geist sie anredet, verschwinden sie.

(439)
Zur Verdeutlichung, daß der Mensch seinem Inwendigen nach ein Geist ist, will ich aus [meiner] Erfahrung anführen, wie es zugeht, wenn der Mensch dem Körper entrückt, und wie, wenn er vom Geist an einen anderen Ort versetzt wird.

(440)
Was das erste anbelangt, nämlich das vom Körper weggeführt werden, so verhält es sich damit so: der Mensch wird in einen Zustand gebracht, der die Mitte hält zwischen Schlafen und Wachen, und wenn er in diesem Zustand ist, so kann er nicht anders wissen, als daß er völlig wach sei; alle Sinne sind so wach wie beim vollkommensten Wachen des Körpers, sowohl das Gesicht als das Gehör, und, merkwürdigerweise, auch das Gefühl, das alsdann feiner ist, als es je beim Wachen des Körpers möglich wäre; in diesem Zustand sind auch Geister und Engel ganz leibhaftig [von mir] gesehen und gehört, und, merkwürdigerweise, auch berührt worden, und doch war damals fast nichts vom Körper dabei [intererat]; dies ist der Zustand, von dem es heißt, man werde vom Körper weggeführt und wisse nicht, ob man im Körper oder außerhalb des Körpers sei. In diesem Zustand bin ich bloß drei- oder viermal versetzt worden, bloß damit ich wisse, wie er beschaffen ist, und zugleich auch, daß die Geister und Engel alle Sinne haben und ebenso der Mensch als Geist, wenn er dem Körper entrückt ist.

(441)
Was das andere anbelangt, nämlich vom Geist an einen anderen Ort entrückt werden, so ist mir durch lebendige Erfahrung gezeigt worden, was es ist und wie es geschieht, doch dies nur zwei- oder dreimal; ich will bloß die Erfahrung anführen; indem ich durch die Straßen einer Stadt und durch die Gefilde lustwandelte und zugleich auch im Gespräch mit Geistern war, wußte ich nicht anders, als daß ich ebenso wache und sehe, wie zu anderen Zeiten; so ging ich, ohne mich zu verirren, und währenddessen war ich im Gesicht und sah Haine, Ströme, Paläste, Häuser, Menschen und anderes mehr; nachdem ich aber so stundenlang mich ergangen hatte, war ich im Gesichtssinn des Körpers und gewahrte, daß ich mich an einem anderen Ort befinde, worüber ich sehr erstaunte und nun bemerkte, daß ich in einem Zustand war, wie die, von denen es heißt, daß sie „vom Geist an einen anderen Ort entrückt worden seien“; denn solange derselbe währt, denkt man nicht an den Weg, und wenn es auch mehrere Meilen weit ginge, noch wird irgend Ermüdung empfunden; auch wird man dann auf Wegen geführt, die man selbst nicht kennt, bis an den bestimmten Ort, ohne sich zu verirren.

(442)
Allein diese beiden Zustände des Menschen, die seine Zustände sind, wenn er sich in seinem Inwendigen befindet, oder, was dasselbe besagt, in seinem Geist ist, sind außerordentlich mir bloß gezeigt, damit ich wüßte, wie sie beschaffen sind, weil sie innerhalb der Kirche bekannt sind; hingegen mit Geistern zu reden und bei ihnen zu sein wie einer von ihnen, ist mir auch bei vollem Wachen des Körpers gegeben worden, und dies nun schon viele Jahre hindurch.

(443)
Daß der Mensch seinem Inwendigen nach ein Geist ist, kann noch weiter bestätigt werden durch das, was Nr. 311-317 gesagt und gezeigt worden ist, wo davon, daß Himmel und Hölle aus dem menschlichen Geschlecht sind, gehandelt worden ist.

(444)
Unter dem, daß der Mensch seinem Inwendigen nach ein Geist sei, wird verstanden, hinsichtlich dessen, was zu seinem Denken und Wollen gehört, weil diese das eigentliche Inwendige sind, das macht, daß der Mensch Mensch ist, und zwar ein solcher Mensch, wie er hinsichtlich derselben beschaffen ist.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 12:22

(48)

DAß JEGLICHER MENSCH
SEINEM INWENDIGEN NACH EIN GEIST SEI
(432)
Wer es gehörig erwägt, kann wissen, daß der Körper, weil er materiell ist, nicht denkt, sondern die Seele, weil sie geistig ist; die Seele des Menschen, über deren Unsterblichkeit viele geschrieben haben, ist sein Geist; denn dieser ist unsterblich nach allem, was ihm angehört, und er ist es auch, der im Körper denkt; denn er ist geistig, und das Geistige nimmt das Geistige in sich auf und lebt geistig, das heißt, es denkt und will; alles geistige Leben daher, das im Körper erscheint, gehört jenem und nichts davon dem Körper an; denn der Körper ist, wie oben gesagt worden, materiell, und das Materielle, welches das Eigentümliche des Körpers ist, ist dem Geiste nur beigefügt und beinahe wie beigebunden, zu dem Ende, daß der Geist des Menschen sein Leben führen und Nutzen schaffen könne in der natürlichen Welt, deren sämtliche Dinge materiell und an sich leblos sind, und weil das Materielle nicht lebt, sondern bloß das Geistige, so kann offenbar sein, daß alles, was beim Menschen lebt, seinem Geist angehört, und daß der Körper diesem nur dient, ganz wie ein Werkzeug der lebendigen Bewegkraft; zwar sagt man von einem Werkzeuge, daß es wirke, bewege oder stoße; glaubt man aber wirklich, daß dies dem Werkzeug und nicht demjenigen zukomme, welcher wirkt, bewegt und stößt, so täuscht man sich.

(433)
Da nun alles, was im Körper lebt und aus dem Leben wirkt und fühlt, einzig dem Geist und nichts davon dem Körper angehört, so folgt, daß der Geist der Mensch selbst ist; oder, was gleichviel ist, daß der Mensch an sich betrachtet ein Geist ist und [dieser] auch gleiche Gestalt hat; denn alles, was im Menschen lebt und empfindet, gehört seinem Geist an, und vom Haupt bis zur Fußsohle ist nichts im Menschen, das nicht lebt und empfindet; woraus folgt, daß wenn der Körper von seinem Geist abgetrennt wird, was man sterben heißt, der Mensch dennoch Mensch bleibt und lebt. Ich hörte aus dem Himmel, daß einige bei ihrem Sterben, wenn sie auf der Totenbahre [ferali mensa] liegen und noch nicht auferweckt sind, in ihrem erkalteten Körper fortdenken und nicht anders wissen, als daß sie noch leben, mit dem Unterschied jedoch, daß sie kein einziges materielles Teilchen, das zum Körper gehört, bewegen können.

(434)
Der Mensch kann nicht denken und nicht wollen, sofern nicht eine substantielle Unterlage da ist, aus der und in der es geschieht; was vermeintlich existieren soll ohne substantielle Unterlage, das ist ein Nichts; man kann dies daraus wissen, daß der Mensch ohne ein Organ, das die Unterlage seines Gesichtssinnes ist, nicht sehen, und ohne ein Organ, das die Unterlage seines Gehörsinnes ist, nicht hören kann; Gesicht und Gehör sind ohne diese ein Nichts, ja eine Unmöglichkeit; so denn auch das Denken, welches das innere Sehen, und das Innewerden [apperceptio], welches das innere Hören ist, wären diese nicht in Substanzen und aus solchen, die organische Formen und die Unterlagen sind, so würden sie durchaus nicht zum Dasein kommen; woraus erhellen kann, daß der Geist des Menschen, wenn er vom Körper getrennt ist, ebenso eine Gestalt hat, und daß diese Gestalt die menschliche ist, und daß er ebensowohl Sinnesorgane und Sinne hat, wie da er noch in jenem [Körper] war, und daß alles Leben des Auges und alles Leben des Ohres, kurz alles Leben der Sinne, das der Mensch hat, nicht seinem Körper, sondern seinem Geist angehört, der in jenen und im einzelnsten derselben ist; daher kommt, daß die Geister ebensogut wie die Menschen sehen, hören und empfinden, jedoch nach der Trennung vom Körper nicht [mehr] in der natürlichen, sondern in der geistigen Welt; daß der Geist, solange er im Körper war, in natürlicher Weise empfand, geschah durch das ihm beigefügte Materielle, gleichwohl jedoch empfand er damals auch zugleich geistig, indem er dachte und wollte.

(435)
Dies ist zu dem Ende gesagt worden, daß der vernünftige Mensch überführt werde, daß der Mensch an sich betrachtet ein Geist, und daß das ihm wegen seiner Verrichtungen in der natürlichen und materiellen Welt beigefügte Körperliche nicht der Mensch, sondern nur ein Werkzeug seines Geistes ist. Doch besser sind Belege aus der Erfahrung, weil die Vernunftgründe von vielen nicht gefaßt und von denen, die sich im Gegenteil bestärkt haben, durch Folgerungen aus den Täuschungen der Sinne in Zweifelhaftes verwandelt werden. Die sich im Gegenteil bestärkt haben, denken gewöhnlich, die Tiere leben und empfinden ja in gleicher Weise und haben also ein Geistiges gleich dem des Menschen, und doch sterbe dasselbe mit dem Körper, allein das Geistige der Tiere ist nicht von der Art, wie das des Menschen; der Mensch hat, was die Tiere nicht haben, ein Innerstes, in welches das Göttliche einfließt, es zu Sich erhebt und dadurch mit Sich verbindet, infolgedessen der Mensch vor den Tieren voraus hat, daß er über Gott und über die göttlichen Dinge, welche die des Himmels und der Kirche sind, denken und Gott aus diesen und in ihnen lieben, und so mit Ihm verbunden werden kann, und was mit dem Göttlichen verbunden werden kann, das kann nicht zerfallen; was aber nicht mit dem Göttlichen verbunden werden kann, das zerfällt; vom Innersten, das der Mensch vor den Tieren voraus hat, ist Nr. 39 gehandelt worden, und das dort Gesagte muß hier wieder eingerückt werden, weil von Wichtigkeit ist, die Trugschlüsse zu zerstreuen, die aus jenem [Schein] gezogen werden, wie dies von vielen geschieht, die aus Mangel an Kenntnissen und wegen nicht aufgeschlossenen Verstandes hierüber nicht vernünftig urteilen können; die dort stehenden Worte sind:

„Ich möchte ein Geheimnis von den Engeln der drei Himmel kund geben, das früher keinem in den Sinn kam, weil man die Abstufungen [gradus] nicht kannte, von denen Nr. 38 die Rede war; daß nämlich bei jedem Engel und auch bei jedem Menschen eine innerste und höchste Stufe ist, oder ein Innerstes und Höchstes, in welches das Göttliche des Herrn zuerst oder zunächst einfließt, und aus dem es das übrige Inwendige zurechtstellt, das nach den Abstufungen der Ordnung bei ihnen sich anreiht: dieses Innerste oder Höchste kann der Eingang des Herrn zum Engel und zum Menschen und Seine eigentlichste Wohnung bei ihnen genannt werden; durch dieses Innerste oder Höchste ist der Mensch Mensch und unterscheidet er sich von den unvernünftigen Tieren, denn diese haben es nicht; daher kommt, daß der Mensch, zum Unterschied von den Tieren, nach all seinem Inwendigen, dem Gebiet seines Gemütes und seiner Gesinnung, vom Herrn zu Sich erhoben werden, daß er an Ihn glauben, von Liebe zu Ihm angeregt werden und so Ihn sehen, und daß er Einsicht und Weisheit in sich aufnehmen und mit Vernunft reden kann; daher kommt auch, daß er ewig fortlebt. Was aber in jenem Innersten vom Herrn in Ordnung gebracht und vorgesehen wird, das fließt nicht klar ins Bewußtsein eines Engels ein, weil es über seinem Denken steht und über seine Weisheit hinausgeht“.
(436)
Daß der Mensch seinem Inwendigen nach ein Geist ist, ward mir durch viele Erfahrungen zu wissen gegeben, die, wenn ich sie alle anführen wollte, wie man zu sagen pflegt, ganze Bücher füllen würden; ich sprach mit den Geistern als Geist und sprach mit ihnen als Mensch im Körper; und wenn ich mit ihnen als Geist sprach, so wußten sie nicht anders, als daß ich selbst ein Geist sei und auch wie sie in menschlicher Gestalt; so erschien ihnen mein Inwendiges, weil, solange ich als Geist sprach, mein materieller Körper nicht erschien.

(437)
Daß der Mensch seinem Inwendigen nach ein Geist ist, kann daraus erhellen, daß er, nachdem sein Körper abgetrennt ist, was mit dem Tode geschieht, nachher dennoch als Mensch fortlebt wie zuvor; damit ich darin bestärkt würde, ward mir gegeben, fast mit allen zu reden, die ich je bei ihres Körpers Leben gekannt hatte, mit einigen stundenlang, mit einigen wochen- und monatelang und mit einigen jahrelang, und dies hauptsächlich darum, damit ich darin bestärkt würde und es bezeugen könnte.

(438)
Diesem darf ich beifügen, daß jeglicher Mensch, auch während er noch im Körper lebt, seinem Geiste nach, obwohl er nichts davon weiß, in Gesellschaft von Geistern, und durch diese der Gute in einer engelischen Gesellschaft, und der Böse in einer höllischen Gesellschaft ist, und daß er in dieselbe Gesellschaft auch nach dem Tode kommt; dies ist denen, die nach dem Tod unter die Geister kamen, öfter gesagt und gezeigt worden. Zwar erscheint der Mensch, solange er in der Welt lebt, nicht als Geist in dieser Gesellschaft, weil er so lange noch naturmäßig denkt; diejenigen jedoch, welche abgezogen [abstracte] vom Körper denken, erscheinen, weil sie dann im Geiste sind, zuweilen in ihrer Gesellschaft und werden, wenn sie erscheinen, von den darin befindlichen Geistern wohl unterschieden; denn sie gehen, in Gedanken versunken, stumm einher und sehen andere nicht an, es ist, wie wenn sie diese gar nicht bemerkten, und sobald ein Geist sie anredet, verschwinden sie.

(439)
Zur Verdeutlichung, daß der Mensch seinem Inwendigen nach ein Geist ist, will ich aus [meiner] Erfahrung anführen, wie es zugeht, wenn der Mensch dem Körper entrückt, und wie, wenn er vom Geist an einen anderen Ort versetzt wird.

(440)
Was das erste anbelangt, nämlich das vom Körper weggeführt werden, so verhält es sich damit so: der Mensch wird in einen Zustand gebracht, der die Mitte hält zwischen Schlafen und Wachen, und wenn er in diesem Zustand ist, so kann er nicht anders wissen, als daß er völlig wach sei; alle Sinne sind so wach wie beim vollkommensten Wachen des Körpers, sowohl das Gesicht als das Gehör, und, merkwürdigerweise, auch das Gefühl, das alsdann feiner ist, als es je beim Wachen des Körpers möglich wäre; in diesem Zustand sind auch Geister und Engel ganz leibhaftig [von mir] gesehen und gehört, und, merkwürdigerweise, auch berührt worden, und doch war damals fast nichts vom Körper dabei [intererat]; dies ist der Zustand, von dem es heißt, man werde vom Körper weggeführt und wisse nicht, ob man im Körper oder außerhalb des Körpers sei. In diesem Zustand bin ich bloß drei- oder viermal versetzt worden, bloß damit ich wisse, wie er beschaffen ist, und zugleich auch, daß die Geister und Engel alle Sinne haben und ebenso der Mensch als Geist, wenn er dem Körper entrückt ist.

(441)
Was das andere anbelangt, nämlich vom Geist an einen anderen Ort entrückt werden, so ist mir durch lebendige Erfahrung gezeigt worden, was es ist und wie es geschieht, doch dies nur zwei- oder dreimal; ich will bloß die Erfahrung anführen; indem ich durch die Straßen einer Stadt und durch die Gefilde lustwandelte und zugleich auch im Gespräch mit Geistern war, wußte ich nicht anders, als daß ich ebenso wache und sehe, wie zu anderen Zeiten; so ging ich, ohne mich zu verirren, und währenddessen war ich im Gesicht und sah Haine, Ströme, Paläste, Häuser, Menschen und anderes mehr; nachdem ich aber so stundenlang mich ergangen hatte, war ich im Gesichtssinn des Körpers und gewahrte, daß ich mich an einem anderen Ort befinde, worüber ich sehr erstaunte und nun bemerkte, daß ich in einem Zustand war, wie die, von denen es heißt, daß sie „vom Geist an einen anderen Ort entrückt worden seien“; denn solange derselbe währt, denkt man nicht an den Weg, und wenn es auch mehrere Meilen weit ginge, noch wird irgend Ermüdung empfunden; auch wird man dann auf Wegen geführt, die man selbst nicht kennt, bis an den bestimmten Ort, ohne sich zu verirren.

(442)
Allein diese beiden Zustände des Menschen, die seine Zustände sind, wenn er sich in seinem Inwendigen befindet, oder, was dasselbe besagt, in seinem Geist ist, sind außerordentlich mir bloß gezeigt, damit ich wüßte, wie sie beschaffen sind, weil sie innerhalb der Kirche bekannt sind; hingegen mit Geistern zu reden und bei ihnen zu sein wie einer von ihnen, ist mir auch bei vollem Wachen des Körpers gegeben worden, und dies nun schon viele Jahre hindurch.

(443)
Daß der Mensch seinem Inwendigen nach ein Geist ist, kann noch weiter bestätigt werden durch das, was Nr. 311-317 gesagt und gezeigt worden ist, wo davon, daß Himmel und Hölle aus dem menschlichen Geschlecht sind, gehandelt worden ist.

(444)
Unter dem, daß der Mensch seinem Inwendigen nach ein Geist sei, wird verstanden, hinsichtlich dessen, was zu seinem Denken und Wollen gehört, weil diese das eigentliche Inwendige sind, das macht, daß der Mensch Mensch ist, und zwar ein solcher Mensch, wie er hinsichtlich derselben beschaffen ist.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 12:32

(49)

VON DES MENSCHEN
AUFERWECKUNG VON DEN TOTEN
UND SEINEM EINTRITT INS EWIGE LEBEN
(445)
Wenn der Körper seine Verrichtungen in der natürlichen Welt, die den Gedanken und Neigungen seines Geistes, die er aus der geistigen Welt hat, entsprechen, nicht mehr versehen kann, so sagt man, der Mensch sterbe; dies geschieht, wenn die Atemzüge der Lunge und die Pulsschläge des Herzens aufhören; gleichwohl jedoch stirbt der Mensch nicht, sondern wird bloß vom Körperlichen getrennt, das ihm in der Welt zum Gebrauch gedient hatte; der Mensch selbst lebt; ich sagte, der Mensch selbst lebe, weil der Mensch nicht Mensch ist durch den Körper, sondern durch den Geist, da es ja der Geist ist, der im Menschen denkt und das Denken nebst der Neigung den Menschen ausmacht. Hieraus erhellt, daß der Mensch, wenn er stirbt, nur von einer Welt in die andere übergeht; daher kommt, daß der Tod im Wort in dessen innerem Sinn die Auferstehung und das Fortleben bedeutet
258.
(446)
Der Geist steht in innigster Gemeinschaft mit dem Atmen und mit dem Herzschlag, sein Denken mit dem Atmen und die Neigung [affectio], die seiner Liebe angehört, mit dem Herzen
259, weshalb, sobald diese beiden Bewegungen im Körper aufhören, sofort die Trennung da ist; jene beiden Bewegungen, nämlich das Atemholen der Lunge und der Pulsschlag des Herzens, sind die eigentlichen Bande, nach deren Zerreißung der Geist sich selbst überlassen ist, und der Körper, weil er alsdann ohne das Leben seines Geistes ist, erkaltet und verwest. Daß die innigste Gemeinschaft des Menschengeistes mit dem Atem und mit dem Herzen besteht, hat seinen Grund darin, daß alle Lebensbewegungen davon abhängen, nicht bloß im allgemeinen, sondern auch in jedem Teil260.
(447)
Der Geist des Menschen bleibt nach der Lostrennung noch eine Zeitlang im Körper, jedoch nicht länger als bis zum völligen Stillstehen des Herzens, was mit Verschiedenheit geschieht je nach dem Zustand der Krankheit, an welcher der Mensch stirbt; denn die Bewegung des Herzens hält bei einigen lange und bei anderen nicht lange an; sobald diese Bewegung aufhört, wird der Mensch auferweckt: dies geschieht aber allein vom Herrn; unter der Auferweckung wird verstanden die Herausführung des Menschengeistes aus dem Körper und seine Einführung in die geistige Welt, die gemeinhin die Auferstehung genannt wird. Daß der Geist des Menschen nicht früher vom Körper getrennt wird, als wann die Bewegung des Herzens aufgehört hat, hat seinen Grund darin, daß das Herz der aus der Liebe kommenden Neigung entspricht, die das eigentliche Leben des Menschen ist; denn aus einer Liebe hat jeder seine Lebenswärme
261; solange daher diese Verbindung besteht, so lange ist auch die Entsprechung da und aus dieser das Leben des Geistes im Körper.
(448)
Wie die Auferweckung vor sich gehe, ist mir nicht bloß gesagt, sondern auch durch lebendige Erfahrung gezeigt worden; die Erfahrung selbst geschah an mir, damit ich vollkommen wissen möchte, wie es damit zugeht.

(449)
Ich ward in einen Zustand der Empfindungslosigkeit hinsichtlich der körperlichen Sinne, somit beinahe in den Zustand der Sterbenden gebracht, während jedoch das inwendige Leben samt dem Denken unversehrt blieb, damit ich wahrnehmen und im Gedächtnis behalten möchte, was vorging und was denen geschieht, die von den Toten auferweckt werden; ich nahm war, daß das Atmen des Körpers beinahe weggenommen war, während das inwendige Atmen, welches das des Geistes ist, zurückblieb, verbunden mit einem schwachen und leisen des Körpers. Zuerst ward nun eine Gemeinschaft hinsichtlich des Herzschlages mit dem himmlischen Reich eröffnet, weil dieses Reich dem Herzen des Menschen entspricht
262; es erschienen auch Engel aus demselben, einige in der Ferne und zwei nahe beim Haupt, bei dem sie sich niederließen; infolgedessen wurde [mir] alle eigene Gemütsregung [affectio] weggenommen, dennoch aber blieb das Denken und das Bewußtsein [perceptio]; in diesem Zustand war ich einige Stunden lang. Die Geister, die um mich gewesen waren, entfernten sich jetzt, weil sie meinten, ich sei gestorben; auch ward ein aromatischer Geruch empfunden, wie von einem einbalsamierten Leichnam; denn wenn himmlische Engel zugegen sind, so wird das Leichenhafte wie Aromatisches empfunden, und wenn dieses die Geister riechen, so können sie nicht herzunahen; so werden denn auch die bösen Geister vom Geist des Menschen gleich bei seiner Einführung in das ewige Leben abgehalten. Die Engel, die beim Haupt saßen, waren still; sie brachten bloß ihre Gedanken in Berührung mit den meinigen; werden jene aufgenommen, so wissen die Engel, daß der Geist des Menschen in dem Zustand ist, daß er aus dem Körper herausgeführt werden kann. Die Mitteilung ihrer Gedanken geschah dadurch, daß sie mir ins Angesicht sahen; denn so geschehen im Himmel die Mitteilungen der Gedanken. Weil mir das Denken und Empfinden gelassen war, und zwar zu dem Ende, daß ich wissen und behalten möchte, wie die Auferweckung geschieht, so ward ich inne, daß jene Engel zuerst forschten, wohin mein Denken gehe, (ob es gleich sei dem der Sterbenden, die gewöhnlich an das ewige Leben denken), und daß sie mein Gemüt in diesen Gedanken festhalten wollten; nachher wurde [mir] gesagt, daß der Geist des Menschen beim Verscheiden des Körpers so lange in seinem letzten Gedanken festgehalten wird, bis er zu den Gedanken zurückkehrt, die aus derjenigen Neigung hervorgehen, die in der Welt die allgemeine oder herrschende bei ihm gewesen war. Besonders ward [mir] wahrzunehmen und auch zu empfinden gegeben, daß ein Ansichziehen und gleichsam Herausreißen des Inwendigen, des Gebietes meines Gemütes, somit meines Geistes aus dem Körper stattfand, und es ward [mir] gesagt, daß dies vom Herrn kam, und daß daher die Auferstehung komme.
(450)
Wenn die himmlischen Engel beim Auferweckten sind, so verlassen nicht sie ihn, weil sie jeglichen lieben; ist aber der Geist von der Art, daß er nicht länger mehr im Umgang mit den himmlischen Engeln sein kann, so ist er es, der sich von ihnen hinwegsehnt; wenn dies geschieht, so kommen Engel aus dem geistigen Reich des Herrn, durch die ihm der Genuß des Lichtes gegeben wird, denn vorher hatte er nichts gesehen, sondern bloß gedacht; es ward auch gezeigt, wie dies geschieht; es schien, als ob jene Engel die Haut des linken Auges gegen die Scheidewand der Nase hin aufwickelten, damit das Auge geöffnet und das Sehen gegeben würde; der Geist nimmt auch nicht anders wahr, als daß es so geschehe, allein es ist ein Schein; haben sie nun, wie es schien, das Häutchen weggezogen, so erscheint einige Helle, jedoch noch dunkel, wie wenn der Mensch beim ersten Erwachen durch die Augenwimpern blickt; dies Helldunkel schien mir von himmlischer Farbe zu sein; nachher wurde [mir] jedoch gesagt, daß dies [nach Umständen] in verschiedener Weise geschehe; hierauf fühlt man, als ob vom Angesicht etwas sanft ausgewickelt werde; ist dies geschehen, so wird [ihm] geistiges Denken beigebracht; jene Auswickelung aus dem Angesicht ist auch ein Schein, denn es wird dadurch vorgebildet, daß er aus dem natürlichen Denken ins geistige Denken komme; die Engel suchen dann mit größter Sorgfalt zu bewirken, daß vom Auferweckten keine andere Vorstellung ausgehe, als die nach der Liebe schmeckt [sapit ex amore]; dann sagen sie ihm, daß er ein Geist sei. Die geistigen Engel leisten, nachdem ihm der Genuß des Lichtes gegeben worden, dem neuen Geist alle Dienste, die er in diesem Zustand irgend wünschen mag, und unterrichten ihn über die Dinge, die im anderen Leben sind, soweit er es nämlich fassen kann; ist er aber nicht von der Art, daß er unterrichtet werden will, so sehnt sich der Auferweckte aus der Gesellschaft dieser Engel hinweg; gleichwohl jedoch verlassen nicht die Engel ihn, sondern er trennt sich von ihnen; denn die Engel lieben einen jeden und wünschen nichts sehnlicher, als Dienste zu leisten, zu unterrichten und in den Himmel zu erheben; darin besteht ihr größtes Vergnügen. Trennt sich nun der Geist auf diese Weise, so wird er von guten Geistern aufgenommen, und wenn er in ihrer Gemeinschaft ist, so werden ihm auch alle Dienste geleistet; ist aber sein Leben in der Welt so beschaffen gewesen, daß er in der Gesellschaft der Guten nicht sein konnte, so sehnt er sich auch von diesen weg, und dies so lange und so oft, bis er sich solchen beigesellt, die mit seinem in der Welt geführten Leben völlig übereinstimmen, bei diesen findet er sein Leben und führt dann, merkwürdigerweise, das gleiche Leben wie in der Welt.

(451)
Allein dieser Anfang des Lebens des Menschen nach dem Tode währt nicht länger als einige Tage; wie er aber nachher von einem Zustand in den anderen und zuletzt entweder in den Himmel oder in die Hölle geführt wird, soll im folgenden gesagt werden; auch dies ist mir durch viele Erfahrung zu wissen gegeben worden.

(452)
Ich sprach mit einigen am dritten Tag nach ihrem Hinscheiden, und da ging dasjenige vor, wovon Nr. 449, 450 [die Rede war] mit dreien auch, die ich in der Welt gekannt hatte, und diesen erzählte ich, daß man nun eben zu ihrem Leichenbegängnis Anstalten treffe, damit ihr Körper begraben werde; ich hatte den Ausdruck gebraucht, damit sie begraben würden; da sie dies hörten, befiel sie einiges Staunen; sie sagten, sie leben ja, das aber möge man beerdigen, was ihnen in der Welt gedient hatte; nachher wunderten sie sich sehr, daß sie, solange sie im Körper lebten, nicht an ein solches Leben nach dem Tode geglaubt hatten, und besonders darüber, daß innerhalb der Kirche beinahe alle [in solchem Unglauben sind]. Die, welche in der Welt an gar kein Leben der Seele nach dem Tode des Körpers geglaubt hatten, sind, wenn sie bemerken, daß sie leben, sehr beschämt; allein diejenigen, die sich hierin bestärkt hatten, werden zu gleichen gesellt und von denen, die im Glauben waren, getrennt; meistens werden sie an eine höllische Gesellschaft gekettet, weil solche ebenfalls das Göttliche geleugnet und die Wahrheiten der Kirche verachtet hatten; denn inwieweit jemand sich wider das ewige Leben seiner Seele bestärkt, insoweit bestärkt er sich auch wider die Dinge des Himmels und der Kirche.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 12:33

(50)

DAß DER MENSCH NACH DEM TODE
VOLLKOMMENE MENSCHENGESTALT HABE
(453)
Daß die Gestalt des Geistes des Menschen die menschliche Gestalt sei, oder daß der Geist auch seiner Gestalt nach Mensch sei, kann aus demjenigen erhellen, was oben in mehreren Abschnitten gezeigt worden ist, besonders aus denen, in denen gezeigt wurde, daß jeglicher Engel vollkommene Menschengestalt hat, Nr. 73-77, und daß jeder Mensch seinem Inwendigen nach ein Geist ist, Nr. 432-444; und daß die Engel im Himmel aus dem menschlichen Geschlecht stammen, Nr. 311-317. Noch deutlicher aber läßt es sich daraus erkennen, daß der Mensch Mensch ist vermöge seines Geistes und nicht vermöge des Körpers; und daß die Körpergestalt dem Geist beigefügt ist nach dessen Gestalt, und nicht umgekehrt; denn der Körper umkleidet den Geist unter Anschmiegung an dessen Gestalt, weshalb der Geist des Menschen in die einzelnen, ja in die allereinzelnsten [Teilchen] des Körpers einwirkt, so sehr, daß derjenige Teil, der nicht vom Geist in Bewegung gesetzt wird, oder in dem der Geist nicht das in Bewegungssetzende ist, auch nicht lebt; daß dem so ist, kann jeder schon daraus wissen, daß der Gedanke und der Wille alle und jede [Teile] des Körpers so ganz nach seinem Wink in Bewegung setzt, daß da nichts ist, das nicht herbeieilte, und was nicht herbeieilt, auch kein Teil des Körpers ist, wie es denn auch ausgestoßen wird als solches, in dem nichts Lebendiges ist. Gedanke und Wille aber gehören dem Geist des Menschen an, nicht dem Körper. Daß der Geist, nachdem er vom Körper abgelöst worden, dem Menschen nicht in menschlicher Gestalt erscheint und auch nicht [der] in einem anderen Menschen, kommt daher, daß das Gesichtsorgan des Körpers oder sein Auge, soweit es in der Welt sieht, materiell ist, und das Materielle nichts als das Materielle sieht, das Geistige hingegen das Geistige sieht, weshalb denn, wenn das Materielle des Auges verhüllt und seiner Mitwirkung mit dem Geistigen beraubt wird, die Geister alsdann in ihrer Gestalt erschienen, welche die menschliche ist, und zwar nicht bloß die Geister, die in der geistigen Welt sind, sondern auch der Geist, der in einem anderen ist, während derselbe sich noch in seinem Körper befindet.

(454)
Daß die Gestalt des Geistes die menschliche Gestalt ist, kommt daher, daß der Mensch seinem Geist nach gemäß der Gestalt des Himmels erschaffen ist; denn alle Dinge des Himmels und seiner Ordnung sind in die zum Gemüt des Menschen gehörigen Dinge hineingelegt worden
263; daher dieser die Fähigkeit hat, Einsicht und Weisheit in sich aufzunehmen; ob man sagt, die Fähigkeit, Einsicht und Weisheit in sich aufzunehmen, oder ob man sagt, die Fähigkeit, den Himmel in sich aufzunehmen, ist gleichviel; wie dies aus demjenigen erhellen kann, was gezeigt wurde vom Licht und von der Wärme des Himmels, Nr. 126-140; von der Gestalt des Himmels, Nr. 200-212; von der Weisheit der Engel, Nr. 265-275; und im Abschnitt, in dem gezeigt wurde, daß der Himmel hinsichtlich seiner Gestalt im Ganzen und in seinen Teilen einen Menschen darstelle, Nr. 59-77; und zwar dies vermöge des Göttlich-Menschlichen des Herrn, aus dem der Himmel und dessen Gestalt stammt, Nr. 78-86.
(455)
Was soeben gesagt worden, kann der vernünftige Mensch verstehen; denn er kann es aus dem Zusammenhang der Ursachen und aus den Wahrheiten in ihrer Ordnung sehen; derjenige Mensch aber, der nicht vernünftig ist, faßt es nicht; er faßt es nicht aus mehreren Gründen; der Hauptgrund ist, daß er es nicht fassen will, weil es wider sein Falsches ist, das er zu seinen Wahrheiten gemacht hat; und wer aus diesem Grund nicht fassen will, der hat den Weg des Himmels zu seinem Vernünftigen verschlossen, der jedoch stets [wieder] geöffnet werden kann, wenn nur der Wille nicht widersteht (man sehe Nr. 424); daß der Mensch die Wahrheiten einsehen und vernünftig sein kann, wenn er nur will, ist mir durch viele Erfahrung gezeigt worden; es wurden öfter böse Geister, die dadurch unvernünftig geworden waren, daß sie in der Welt das Göttliche und die Wahrheiten der Kirche geleugnet und sich wider dieselben bestärkt hatten, durch göttliche Kraft zu denen gewendet, die im Licht des Wahren waren, und dann begriffen sie alles, wie die Engel, und bekannten, daß es Wahrheiten seien, und daß sie auch alles begreifen; sobald sie aber wieder in sich selbst zurückgefallen, und der Liebe ihres Willens zugekehrt waren, begriffen sie nichts und redeten das Gegenteil; ich hörte auch einige Höllische sagen, sie wissen und fühlen, daß böse sei, was sie tun, und falsch, was sie denken; allein sie können dem Lustreiz ihrer Liebe, somit ihrem Willen nicht widerstehen, und von diesem seien ihre Gedanken getragen, so daß sie das Böse als Gutes und das Falsche als Wahres ansehen; hieraus war klar, daß die, welche im Falschen aus dem Bösen sind, einsehen, somit vernünftig sein konnten, daß sie es aber nicht wollten; und daß sie darum nicht wollten, weil sie das Falsche mehr als das Wahre liebten, sofern es mit dem Bösen, in dem sie waren, zusammenstimmte; lieben und wollen ist dasselbe, denn was der Mensch will, das liebt er, und was er liebt, das will er. Eben weil der Zustand der Menschen so beschaffen ist, daß sie die Wahrheiten einsehen können, wenn sie nur wollen, ist mir gestattet worden, die geistigen Wahrheiten, welche die der Kirche und des Himmels sind, auch durch Vernunftgründe zu bestätigen, somit zu dem Ende, daß das Falsche, das bei vielen das Vernunftgebiet verschlossen hat, durch Vernunftwahrheiten zerstreut und so vielleicht das Auge einigermaßen aufgeschlossen werde; denn die geistigen Wahrheiten durch Vernunftwahrheiten zu begründen, ist allen erlaubt, die in den Wahrheiten sind; wer würde je das Wort aus dessen buchstäblichen Sinn verstehen, wenn er nicht die in ihm enthaltenen Wahrheiten aus der erleuchteten Vernunft sehen würde ? Woher sonst so viele Irrlehren aus demselben Wort
264 ?
(456)
Daß der Geist des Menschen nach der Trennung vom Körper Mensch ist und in derselben Gestalt, ist mir durch tägliche Erfahrung vieler Jahre zur unleugbaren Wahrheit geworden; denn ich habe sie tausendmal gesehen, gehört und mit ihnen gesprochen, auch darüber, daß die Menschen in der Welt nicht glauben, daß sie so beschaffen sind, und daß diejenigen, die es glauben, von den Gebildeten für einfältig gehalten werden; es tat den Geistern herzlich leid, daß noch eine solche Unwissenheit auf dem Erdkreis und besonders innerhalb der Kirche fortbesteht; sie sagten aber, diese Ansicht sei hauptsächlich von den Gelehrten ausgegangen, die aus dem Fleischlich-Sinnlichen über die Seele gedacht und aus diesem sich keinen anderen Begriff von ihr gemacht haben, als den von einem bloßen Denken, das, wenn es ohne irgendwelche Unterlage, in der es [ist] und aus der es [kommt], betrachtet wird, wie ein schwebendes [Teilchen] des reinen Äthers ist, das, wenn der Körper stirbt, notwendig zerstreut werden muß; weil aber die Kirche nach Anleitung des Wortes an die Unsterblichkeit der Seele glaubt, so konnten sie nicht umhin, ihr etwas Lebenskräftiges [vitale], wie das des Denkens ist, zuzuschreiben, jedoch nicht das Empfindungsvermögen [sensitivum], wie der Mensch es hat, bevor sie wieder mit dem Körper verbunden sein würde; auf diese Meinung gründet sich die Lehre von der Auferstehung und der Glaube, daß die Verbindung geschehen werde, wann das Letzte Gericht kommt; daher rührt, daß wer sich die Seele nach der Lehre und zugleich nach der Voraussetzung denkt, durchaus nicht faßt, daß sie ein Geist ist, und dieser menschliche Gestalt hat; dazu kommt noch, daß heutzutage kaum jemand weiß, was das Geistige ist, und weniger noch, daß diejenigen, die geistig sind, wie alle Geister und Engel, irgend menschliche Gestalt haben. Daher kommt auch, daß fast alle, die aus der Welt ankommen, sich gar sehr wundern, daß sie leben, und daß sie Menschen sind gerade wie zuvor, daß sie sehen, hören und reden, und daß ihr Körper einen Tastsinn hat, wie zuvor, und daß ganz und gar kein Unterschied ist, man sehe Nr. 74; wenn sie aber aufhören, sich über sich selbst zu verwundern, so wundern sie sich darüber, daß die Kirche nichts von einem solchen Zustand der Menschen nach dem Tode weiß, somit auch nicht vom Himmel und der Hölle, während doch alle, die je in der Welt lebten, im anderen Leben sind und als Menschen fortleben; und weil sie sich auch darüber wunderten, daß dies, als ein so wesentliches Stück des Glaubens der Kirche, dem Menschen nicht durch Gesichte geoffenbart worden ist, so wurde ihnen aus dem Himmel gesagt, dies hätte wohl geschehen können, denn nichts sei leichter, wenn es dem Herrn gefällt, allein alsdann würden gleichwohl diejenigen nicht geglaubt haben, die sich im Falschen dawider bestärkt hatten, auch wenn sie selbst es gesehen hätten; dann sei es aber auch bei denen, die im Falschen sind, gefährlich, etwas durch Gesichte zu beweisen, weil sie so zuerst glauben und nachher wieder leugnen und somit jene Wahrheit selbst entheiligen würden; denn entheiligen heißt glauben und nachher leugnen, und die, welche die Wahrheiten entweihen, werden in die unterste und härteste aller Höllen hinabgestoßen
265. Diese Gefahr ist es, die verstanden wird unter den Worten des Herrn:
„Verblendet hat Er ihre Augen, und verhärtet ihre Herzen, damit sie nicht mit den Augen sehen, und mit dem Herzen verstehen, und sich bekehren, und Ich sie heile“: Joh.12/40;
und daß die, welche im Falschen sind, dennoch nicht glauben würden, unter folgendem:
„Abraham sprach zum Reichen in der Unterwelt: Sie haben Moses und die Propheten, mögen sie diese hören; er aber sagte: Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen käme, würden sie sich bekehren; Abraham aber sprach zu ihnen: Hören sie Moses und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, wenn jemand von den Toten auferstände“: Luk.16/29-31.
(457)
Anfänglich, wenn der Geist des Menschen in die Geisterwelt eintritt, was kurz nach seiner Auferweckung geschieht, wovon oben, hat er dasselbe Angesicht und denselben Ton der Rede, die er in der Welt hatte; der Grund ist, weil er sich alsdann im Zustand seines Auswendigen befindet und sein Inwendiges noch nicht aufgedeckt ist. Dieser Zustand ist der Menschen erster Zustand nach dem Hingang; nachher aber verändert sich sein Angesicht und wird ein ganz anderes, es wird gleich seiner herrschenden Neigung oder Liebe, in der sein Inwendiges, nämlich das seines Gemütes, in der Welt und in der sein Geist im Körper gewesen war; denn das Angesicht des Menschengeistes ist vom Angesicht seines Körpers sehr verschieden; das Angesicht des Körpers stammt von den Eltern her, das Angesicht des Geistes aber aus seiner Neigung, deren Bild es ist; in dieses kommt der Geist nach dem Leben im Körper, wenn das Auswendige entfernt und das Inwendige enthüllt wird; dieser Zustand ist des Menschen dritter. Ich sah einige, wie sie aus der Welt neu angekommen waren, und erkannte sie am Angesicht und der Rede, später aber, als ich sie wieder sah, erkannte ich sie nicht mehr; die, welche in guten Neigungen waren, erschienen mit schönem Angesicht, die aber in bösen Neigungen waren, mit häßlichem Angesicht; denn der Geist des Menschen ist an sich betrachtet nichts als seine Neigung, deren Außengestalt das Angesicht ist. Eine Ursache auch, warum die Gesichter sich verändern, ist die, daß im anderen Leben keiner Gefühle heucheln darf, die ihm nicht eigen sind, somit auch nicht Gesichtszüge annehmen, die der Liebe, in der er ist, entgegengesetzt sind; alle, soviel ihrer dort sind, werden in den Zustand gebracht, daß sie reden wie sie denken und in Miene und Gebärden kundgeben, wie sie wollen; daher kommt nun, daß die Gesichter aller zu Gestalten und Ebenbilder ihrer Neigungen werden; und daher kommt auch, daß alle, die sich in der Welt gekannt hatten, sich auch in der Geisterwelt kennen, nicht aber im Himmel und in der Hölle, wie Nr. 427 gesagt worden ist
266.
(458)
Die Gesichter der Heuchler verändern sich später als die der übrigen, und dies darum, weil sie durch Übung eine Fertigkeit erlangt haben, ihrem Inwendigen die Außengestalt guter Neigungen zu geben, weshalb sie lange Zeit nicht unschön aussehen; weil [ihnen] aber nach und nach die erheuchelte Miene ausgezogen und ihr Inwendiges, das ihres Gemütes, der Gestalt ihrer Neigungen angepaßt wird, so werden sie nachher häßlicher als andere. Heuchler sind diejenigen, die wie Engel geredet, inwendig aber bloß die Natur und somit nicht das Göttliche anerkannt und daher die Dinge der Kirche und des Himmels geleugnet hatten.

(459)
Zu wissen ist, daß die menschliche Gestalt eines jeden Menschen nach dem Tode um so schöner ist, je inniger er die göttlichen Wahrheiten geliebt und nach denselben gelebt hatte; denn das Inwendige eines jeden wird gemäß der Liebe zu denselben und dem Leben [nach denselben] aufgeschlossen und gebildet; je inniger daher die Neigung, desto gleichförmiger dem Himmel und desto schöner infolgedessen das Angesicht; daher kommt, daß die Engel des innersten Himmels die schönsten sind, weil sie Gestalten der himmlischen Liebe sind; die aber äußerlich die göttlichen Wahrheiten geliebt und so auch äußerlich nach denselben gelebt hatten, sind weniger schön, denn nur Äußerliches scheint aus ihrem Angesicht hervor und nicht inwendige himmlische Liebe leuchtet durch das auswendige hindurch, folglich auch nicht die Gestalt des Himmels, wie sie an sich ist; es scheint im Vergleich damit etwas Dunkles aus ihrem Gesicht hervor, das nicht belebt ist vom Durchglänzen des inwendigen Lebens; mit einem Wort, es wächst alle Vollkommenheit gegen das Inwendige hin und nimmt ab gegen das Auswendige hin, und wie die Vollkommenheit, so wächst und schwindet auch die Schönheit. Ich sah Engelangesichter des dritten Himmels, die so [schön] waren, daß kein Maler je mit all seiner Kunst solchen Schmelz in seine Farben bringen könnte, um auch nur den tausendsten Teil des Lichtes und Lebens, das in ihrem Angesicht erscheint, wiederzugeben; die Gesichter der Engel des untersten Himmels aber können einigermaßen erreicht werden.

(460)
Zum Schluß möchte ich noch ein bis jetzt niemandem bekanntes Geheimnis mitteilen, welches ist, daß alles Gute und Wahre, das vom Herrn ausgeht und den Himmel macht, menschliche Gestalt hat, und zwar nicht nur im ganzen und im größten, sondern auch in jedem Teil und im Kleinsten, und daß diese Gestalt auf jeglichen einwirkt, der das Gute und Wahre vom Herrn aufnimmt und macht, daß jeder im Himmel menschliche Gestalt hat gemäß der Aufnahme; daher kommt, daß der Himmel sich selbst gleich ist im Allgemeinen und im Besonderen, und daß menschliche Gestalt hat das Ganze, jede Gesellschaft und jeder Engel, wie dies in vier Abschnitten von Nr. 59-86 gezeigt worden ist; dem noch beizufügen ist, daß diese [Gestalt] auch haben die Einzelheiten des Gedankens, der aus der himmlischen Liebe bei den Engeln stammt. Allein dieses Geheimnis geht nur schwer in den Verstand irgendeines Menschen ein, mit Klarheit aber in den Verstand der Engel, weil sie im Licht des Himmels sind.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 12:36

(51)

DAß DER MENSCH NACH DEM TODE
ALLE SINNE, ALLES GEDÄCHTNIS, ALLES DENKEN
UND ALLE NEIGUNG HAT, DIE ER IN DER WELT HATTE,
UND DAß ER NICHTS ZURÜCKLÄßT,
ALS SEINEN IRDISCHEN LEIB
(461)
Daß der Mensch, wenn er aus der natürlichen Welt in die geistige übergeht, welches geschieht, wenn er stirbt, all das Seinige, oder was zu seinem Menschen gehört, mit sich nimmt, mit Ausnahme seines irdischen Leibes, ist mir durch vielfache Erfahrung gewiß geworden; denn wenn der Mensch in die geistige Welt oder in das Leben nach dem Tod eintritt, so ist er in einem Leib wie in der Welt; dem Anschein nach ist gar kein Unterschied; weil er keinen Unterschied fühlt und empfindet; allein sein Leib ist ein geistiger, also vom Irdischen geschiedener oder gereinigter, und da das Geistige das Geistige berührt und sieht, so ist es ganz, wie wenn das Natürliche das Natürliche berührt und sieht; daher denn der Mensch, wenn er ein Geist geworden ist, nicht anders weiß, als daß er in seinem Körper ist, in dem er in der Welt war, und somit nicht weiß, daß er gestorben ist. Der Geistmensch besitzt auch jeden äußeren und inneren Sinn, den er in der Welt hatte; er sieht wie zuvor, er hört und redet wie zuvor, er riecht und schmeckt auch, und wenn er berührt wird, fühlt er auch, wie zuvor; er begehrt auch, verlangt, wünscht, denkt, überlegt, wird angeregt, liebt, will, wie zuvor; und wer Freude an wissenschaftlicher Beschäftigung hat, liest und schreibt wie zuvor; mit einem Wort, wenn der Mensch von dem einen Leben ins andere, oder von der einen Welt in die andere übergeht, so ist es, wie wenn er von einem Ort in den anderen [geht] und alles mit sich nimmt, was er in sich als Mensch besitzt, so daß man nicht sagen kann, daß der Mensch nach dem Tod, der bloß derjenige seines irdischen Körpers ist, etwas von dem Seinigen verloren habe; auch das natürliche Gedächtnis nimmt er mit sich; denn alles, was er in der Welt gehört, gesehen, gelesen, gelernt, gedacht hat von der ersten Kindheit an bis zum letzten Lebensziel, das behält er; weil aber die natürlichen Gegenstände, die im Gedächtnis sind, in der geistigen Welt nicht hervorgerufen werden können, so ruhen sie, wie dies beim Menschen geschieht, wenn er nicht aus ihnen denkt; sie werden aber dennoch hervorgerufen, wann es dem Herrn gefällt; doch von diesem Gedächtnis und seinem Zustand nach dem Tode soll in dem nun gleich folgenden mehreres gesagt werden. Daß ein solcher Zustand des Menschen nach dem Tode statthat, kann der sinnliche Mensch durchaus nicht glauben, weil er es nicht faßt; denn der sinnliche Mensch kann nicht anders als nur natürlich denken, und zwar auch von geistigen Dingen; darum sagt er von Dingen, die er nicht empfindet, das heißt nicht mit den Augen seines Körpers sieht, noch mit dessen Händen greift, sie seien nicht, wie man von Thomas liest Joh.20/25,27,29; wie der sinnliche Mensch beschaffen ist, sehe man Nr. 267 und in den Anmerkungen daselbst.

462a. Dennoch aber ist zwischen dem Leben des Menschen in der geistigen Welt und seinem Leben in der natürlichen Welt ein großer Unterschied, sowohl hinsichtlich der äußeren Sinne und ihrer Eindrücke [affectiones], als hinsichtlich der inneren Sinne und ihrer Eindrücke; die, welche im Himmel sind, empfinden, das heißt sehen und hören viel schärfer und denken auch weiser, als da sie auf der Welt waren; denn sie sehen aus dem Licht des Himmels, welches das Licht der Welt um viele Grade übertrifft, (man sehe Nr. 126); auch hören sie mittelst der geistigen Atmosphäre, die ebenfalls die irdische um viele Grade übertrifft, Nr. 235; der Unterschied dieser äußeren Sinne ist wie der Unterschied zwischen der Helle [des Sonnenscheins] und dem Dunkel des dichten Nebels [nimbi] in der Welt und wie des Lichtes am Mittag und des Schattens am Abend; denn das Licht des Himmels verleiht, weil es das göttliche Wahre ist, dem Gesichtssinn der Engel, daß sie die allerkleinsten Dinge bemerken und unterscheiden; auch entspricht ihr äußeres Sehen ihrem inneren Sehen oder Verstand; denn bei den Engeln fließt das eine Sehen in das andere ein, so daß sie als eines zusammenwirken; daher sie eine so große Schärfe [des Gesichtes] haben; und ebenso entspricht auch ihr Gehör ihrem Innewerden [perceptioni], das sowohl dem Verstand als dem Willen angehört; daher sie im Ton und in den Worten des Redenden die kleinsten Einzelheiten seiner Neigung und seines Gedankens wahrnehmen; im Ton diejenigen der Neigung und in den Worten diejenigen des Gedankens (man sehe Nr. 234-245); allein die übrigen Sinne sind bei den Engeln nicht so scharf wie der Sinn des Gesichtes und der des Gehörs, und dies darum, weil das Gesicht und das Gehör ihrer Einsicht und Weisheit dienen, nicht aber die übrigen; wären auch diese in gleichem Grade scharf, so würden sie das Licht und die Lust ihrer Weisheit wegnehmen und die Lust der Neigungen einstreuen, die den mannigfaltigen Begierden und dem Körper angehören, und dem Verstand in demselben Maße verdunkeln und schwächen, in dem sie überwiegen, wie dies auch bei den Menschen in der Welt geschieht, die hinsichtlich der geistigen Wahrheiten insoweit stumpfsinnig und dumm sind, als sie dem Geschmack und den Lockungen des körperlichen Kitzels frönen. Daß auch die inwendigen Sinne der Engel, welche die ihres Denkens und ihrer Neigung sind, schärfer und vollkommener sind, als sie dieselben in der Welt hatten, kann aus demjenigen erhellen, was in dem Abschnitt von der Weisheit der Engel des Himmels gesagt und gezeigt worden ist, Nr. 265-275. Was aber den Unterschied zwischen dem Zustand derer, die in der Hölle sind, und ihrem Zustand in der Welt anbelangt, so ist auch dieser groß; denn so groß die Vollkommenheit und Vorzüglichkeit der äußeren und inneren Sinne bei den Engeln im Himmel ist, so groß ist die Unvollkommenheit [derselben] bei denen, die in der Hölle sind; doch vom Zustand dieser soll im folgenden gehandelt werden.
462b. Daß der Mensch aus der Welt auch sein ganzes Gedächtnis bei sich habe, ist durch vieles gezeigt worden; ich habe darüber vieles Denkwürdige gesehen und gehört, wovon ich einiges der Ordnung nach berichten will; da waren solche, die ihre Verbrechen und Schandtaten, die sie in der Welt begangen hatten, leugneten; weshalb, damit sie nicht für schuldlos gehalten würden, alles enthüllt und aus ihrem Gedächtnis der Ordnung nach aufgezählt wurde von ihrem ersten Lebensalter an bis zum letzten; es waren hauptsächlich Ehebrüche und Verbrechen der Unzucht. Da waren solche, die andere mittelst arglistiger Kunstgriffe betrogen und welche gestohlen hatten; ihre Schlauheiten und Betrügereien wurden der Reihe nach aufgezählt, worunter viele, die kaum jemandem in der Welt, außer ihnen selbst bekannt gewesen waren; sie erkannten dieselben auch an, weil sie wie ins Licht herausgestellt wurden, mit jedem Gedanken, jeder Absicht, Lust und Befürchtung, die damals zugleich ihre Gemüter hin und her getrieben hatten. Da waren solche, die Geschenke angenommen und aus dem Gericht eine Erwerbsquelle gemacht hatten, diese wurden ebenfalls nach ihrem Gedächtnis untersucht und aus diesem alles von der ersten Zeit ihrer Amtsführung an bis zur letzten hererzählt; die einzelnen [Bestechungen] nach ihrer Größe und Beschaffenheit, nebst der Zeit, ihrem Gemütszustand und ihrer Absicht, was alles zugleich in ihre Erinnerung zurückgerufen und sichtbar dargestellt wurde; die Fälle überstiegen die Zahl von mehreren Hunderten; dies geschah mit einigen, und wunderbarerweise wurden selbst ihre Tagebücher, in denen sie dergleichen eingezeichnet hatten, aufgeschlagen und ihnen von Seite zu Seite vorgelesen. Da waren solche, die Jungfrauen zur Unzucht verlockt, und welche die Keuschheit verletzt hatten, auch sie wurden vor ein gleiches Gericht gefordert und aus ihrem Gedächtnis die Einzelheiten herausgenommen und hererzählt; selbst die Gestalten der Jungfrauen und Weiber wurden ebenfalls wie gegenwärtig dargestellt, nebst Ort, Gespräch und Gesinnung, und dies so schnell, wie wenn etwas sich sichtbar darstellt; die Enthüllungen dauerten zuweilen stundenlang. Da war einer, der sich nichts daraus gemacht hatte, andere anzuschwärzen [vituperare]; ich hörte seine Anschwärzungen der Reihe nach aufgezählt und auch seine Lästerung mit seinen eigenen Worten, über welche Personen und vor welchen [sie ausgestoßen worden], was alles vorgeführt und zusammen lebendig dargestellt wurde, und doch war von ihm, als er noch in der Welt lebte, alles sorgfältig verborgen gehalten worden. Da war einer, der unter trügerischem Vorwand seinen Verwandten der Erbschaft beraubt hatte, auch er wurde in gleicher Weise überführt und gerichtet, und merkwürdigerweise wurden auch die Briefe und Zettel, die zwischen ihnen [gewechselt worden waren], vor meinen Ohren abgelesen und gesagt, daß kein Wort fehle. Ebenderselbe hatte auch, kurz vor seinem Tode, seinen Nachbar heimlich mit Gift getötet; dies wurde auf folgende Weise enthüllt: Er schien unter den Füßen eine Grube zu graben, nach deren Aufgrabung ein Mann daraus hervorging, wie aus einem Grab, und ihn anschrie: Was hast du mir getan ? Und nun ward alles enthüllt, wie nämlich der Giftmischer freundlich mit ihm geredet und ihm einen Becher dargereicht, dann auch, was er vorher gedacht hatte und was sich nachher zutrug; nachdem dieses aufgedeckt war, wurde er zur Hölle verurteilt. Mit einem Wort, alle bösen und ruchlosen Taten, Räubereien, Kunstgriffe und Betrügereien werden jedem bösen Geist sichtbar dargestellt und aus seinem eigenen Gedächtnis herausgenommen und er so überführt; es bleibt auch kein Raum zum Leugnen übrig, weil alle Umstände zugleich erscheinen. So hörte ich aus dem Gedächtnis eines Gewissen, das von Engel eingesehen und durchgangen worden war, [hersagen,] was er innerhalb eines Monats von einem Tag zum anderen gedacht hatte, und dies ohne irgendwelche Täuschung, ja diese [Gedanken] wurden so zurückgerufen, wie er selbst in jenen Tagen in denselben gewesen war. Aus diesen Beispielen kann erhellen, daß der Mensch sein ganzes Gedächtnis mit sich [hinüber] nimmt, und daß nichts in der Welt so verborgen ist, das nicht offenbar wird nach dem Tode, und zwar dies vor einer Versammlung vieler, gemäß den Worten des Herrn:
„Nichts ist verborgen, das nicht aufgedeckt, und nichts heimlich, das nicht kund werden sollte; darum, was ihr im Finstern gesprochen habt, das wird man im Licht hören, und was ihr ins Ohr gesagt habt, wird auf den Dächern verkündigt werden“: Luk.12/2,3.
(463)
Wenn dem Menschen nach dem Tode seine Taten aufgedeckt werden, so betrachten die Engel, denen das Amt der Untersuchung übergeben ist, sein Angesicht, und die Untersuchung fährt durch den ganzen Leib, indem sie bei den Fingern der einen und der anderen Hand anfängt und von da aus durch das Ganze sich verbreitet; da ich mich wunderte, woher dies komme, so wurde es [mir] entdeckt; daß nämlich die Einzelheiten des Denkens und Wollens, wie sie dem Gehirn eingeschrieben sind (denn in diesem sind deren Anfänge), so auch dem ganzen Leib eingeschrieben sind, weil in diesen alle Teile des Denkens und Wollens von ihren Anfängen aus sich verbreiten und in ihm als in ihrem Letzten sich endigen; daher kommt, daß, was dem Gedächtnis aus dem Wollen und aus seinem daraus hervorgehenden Denken eingeschrieben ist, nicht bloß dem Gehirn, sondern auch dem ganzen Menschen eingeschrieben ist und in ihm der Reihe nach gemäß der Ordnung der Körperteile vorliegt; hieraus war klar, daß der Mensch im ganzen so ist, wie er in seinem Wollen und in dem daraus hervorgehenden Denken ist, so ganz, daß der böse Mensch sein Böses und der gute Mensch sein Gutes ist
267. Hieraus kann auch erhellen, was verstanden wird unter dem Lebensbuch des Menschen, von dem im Wort die Rede ist, nämlich dies, daß alles, sowohl die Handlungen als die Gedanken dem ganzen Menschen eingeschrieben sind, und wenn sie aus dem Gedächtnis zurückgerufen werden, wie aus einem Buch abgelesen erscheinen, und wie im Bilde gesehen, wenn der Geist im Licht des Himmels betrachtet wird. Diesem will ich noch etwas Denkwürdiges über das nach dem Tode bleibende Gedächtnis des Menschen beifügen, wodurch ich bestärkt wurde, daß nicht nur das Allgemeine, sondern auch das Allereinzelnste, was ins Gedächtnis eingegangen war, darin haftet und nie ausgelöscht wird; es erschienen mir Bücher mit Schrift darin, wie in der Welt, und ich ward belehrt, daß sie aus dem Gedächtnis derer seien, die sie geschrieben hatten, und daß darin auch nicht ein Wort fehle, das in dem von ihnen in der Welt geschriebenen Buch stand, und daß in dieser Weise aus dem Gedächtnis eines anderen die allereinzelnsten Dinge herausgenommen werden können, auch solche, die er in der Welt vergessen hatte; die Ursache ward auch enthüllt, daß nämlich der Mensch ein äußeres und ein inneres Gedächtnis hat; ein äußeres, welches das seines natürlichen Menschen ist, und ein inneres, welches das seines geistigen Menschen ist; und daß die Einzelheiten, die der Mensch gedacht, gewollt, geredet, getan, ja selbst die er gehört und gesehen hat, seinem inneren oder geistigen Gedächtnis eingeschrieben sind268; und daß die darin befindlichen Dinge niemals verlöschen, weil sie zugleich, wie oben gesagt worden, dem Geist selbst und den Gliedern seines Leibes eingeschrieben sind; und daß demnach der Geist nach den Gedanken und Handlungen seines Willens gebildet ist; ich weiß, daß diese Dinge als Widersinniges erscheinen und daher kaum geglaubt werden, allein gleichwohl sind sie wahr. Der Mensch glaube also nicht, daß irgend etwas, das er in sich gedacht und im Verborgenen getan hat, nach dem Tode verborgen sei; sondern er glaube, daß alles und jedes sich alsdann wie am hellen Tage zeigt.
(464)
Ob nun gleich das äußere oder natürliche Gedächtnis nach dem Tode noch im Menschen ist, so werden doch die bloß natürlichen Dinge, die darin sind, im anderen Leben nicht zurückgerufen, sondern [nur] die geistigen, die mittelst der Entsprechungen mit den natürlichen zusammenhängen, die jedoch, wenn sie sichtbar dargestellt werden, in ganz gleicher Gestalt erscheinen, wie in der natürlichen Welt; denn alle Dinge, die in den Himmeln erscheinen, erscheinen ebenso in der Welt, obgleich sie ihrem Wesen nach nicht natürlich, sondern geistig sind, wie man dies im Abschnitt von den Vorbildungen und Erscheinungen im Himmel Nr. 170-176 nachgewiesen sehen kann. Allein das äußere oder natürliche Gedächtnis, soweit es diejenigen Dinge in ihm betrifft, die vom Materiellen und von Zeit und Raum und von dem übrigen, was der Natur eigentümlich ist, etwas an sich haben, dient dem Geist nicht zu demjenigen Gebrauch, zu dem es ihm in der Welt gedient hatte, weil der Mensch in der Welt, da er aus dem äußeren Sinnlichen und nicht zugleich aus dem inneren oder verstandesmäßigen Sinnlichen dachte, natürlich und nicht geistig gedacht hatte; dagegen aber im anderen Leben der Geist, weil er in der geistigen Welt ist, nicht natürlich, sondern geistig denkt; geistig denken aber heißt verstandes- oder vernunftmäßig denken; wovon die Folge ist, daß das äußere oder natürliche Gedächtnis hinsichtlich derjenigen Dinge, die materiell sind, alsdann ruht, und nur dasjenige in Gebrauch kommt, was der Mensch mittelst derselben in der Welt in sich aufgenommen und zu Vernunftmäßigem gemacht hat; daß das äußere Gedächtnis hinsichtlich seiner materiellen Dinge ruht, hat seinen Grund darin, daß diese nicht zurückgerufen werden können, da die Geister und Engel aus den Neigungen und den aus diesen hervorgehenden Gedanken, dem Gebiet ihres Gemütes, reden, und daher Dinge, die nicht zu diesen passen, gar nicht aussprechen können, wie dies aus demjenigen erhellen kann, was von der Rede der Engel im Himmel und von ihrem Sprechen mit dem Menschen Nr. 234-257 gesagt worden ist; daher kommt, daß der Mensch insoweit, als er durch die Sprachen und durch die Wissenschaften in der Welt vernünftig geworden ist, auch vernünftig ist nach dem Tode, keineswegs aber in dem Maß, als er die Sprachen und Wissenschaften verstanden hat. Ich sprach mit vielen, die man in der Welt für Gebildete hielt, weil sie die alten Sprachen, wie die hebräische, die griechische und die lateinische verstanden, da sie aber ihre Vernunft nicht durch das, was in diesen [Sprachen] geschrieben war, ausgebildet hatten, so erschienen einige so einfältig wie die, welche nichts von jenen Sprachen verstanden, einige als dumm, dennoch aber blieb bei ihnen der Dünkel, als ob sie weiser als andere wären. Ich sprach mit einigen, die in der Welt geglaubt hatten, der Mensch sei in dem Maß weise, als er viel im Gedächtnis behalte, und die auch wirklich ihr Gedächtnis mit vielem bereichert hatten und fast nur aus diesem, somit nicht aus sich, sondern aus anderen sprachen, und durch die Gedächtnisdinge in keiner Weise ihre Vernunft vervollkommnet hatten; einige von ihnen waren stumpfsinnig [stupidi], einige albern [fatui], durchaus unfähig zu beurteilen, ob eine Wahrheit wahr ist oder nicht, und alles Falsche ergreifend, was von denen, die sich Gebildete [eruditos] nennen, für wahr ausgegeben wird; denn ob etwas so ist oder nicht, können sie durchaus nicht aus sich selber sehen, folglich nichts mit der Vernunft, wenn sie andere hören. Ich sprach auch mit einigen, die in der Welt vieles, und zwar in Wissenschaftlichem jeder Art geschrieben hatten und daher weit und breit in großem Ruf der Gelehrsamkeit standen; einige derselben konnten zwar auch über die Wahrheiten vernünfteln, ob sie wahr oder nicht wahr seien; einige konnten, wenn sie denen zugewandt wurden, die im Licht des Wahren standen, einsehen, daß sie wahr seien, wollten es aber dennoch nicht einsehen; weshalb sie dieselben leugneten, sobald sie in ihrem Falschen und so in sich selber waren; einige waren nicht viel weiser als die ungebildete Menge, somit der eine und der andere in verschiedener Weise, je wie er durch die wissenschaftlichen Dinge, die er zusammen- und aufgeschrieben, seine Vernunft ausgebildet hatte; diejenigen hingegen, die wider die Wahrheiten der Kirche gewesen waren und aus Wissenschaftlichem [darüber] gedacht und sich wider dieselben im Falschen bestärkt hatten, hatten nicht ihre Vernunft ausgebildet, sondern nur das Vermögen zu vernünfteln [ratiocinandi]; dieses Vermögen wird zwar in der Welt für Vernünftigkeit gehalten, ist aber eine von der Vernünftigkeit getrennte Fertigkeit; sie ist die Fertigkeit, alles, was man nur will, zu begründen; und aus [willkürlich] angenommenen Grundsätzen, sowie aus Trugschlüssen Falsches, nicht aber die Wahrheiten zu sehen; solche können niemals zur Anerkennung der Wahrheiten gebracht werden, weil man aus dem Falschen nicht das Wahre, sondern nur aus dem Wahren das Falsche sehen kann. Die Vernunft des Menschen gleicht einem Garten und Blumenbeet, sowie auch einem Neubruch: Das Gedächtnis ist das Erdreich [humus], die wissenschaftlichen Wahrheiten und Erkenntnisse sind die Samen, das Licht und die Wärme bringen hervor, ohne sie gibt es kein Keimen; so verhält es sich auch, sofern nicht das Licht des Himmels, welches das göttliche Wahre ist, und die Wärme des Himmels, welche die göttliche Liebe ist, zugelassen werden; aus ihnen allein stammt das Vernünftige. Die Engel beklagen gar sehr, daß die Gebildeten [eruditi] größtenteils alles der Natur zuschreiben und infolgedessen das Inwendige ihres Gemüts sich so sehr verschlossen habe, daß sie nichts Wahres aus dem Licht des Wahren, welches das Licht des Himmels ist, sehen können; sie werden darum im anderen Leben der Fähigkeit, zu vernünfteln, beraubt, damit sie nicht durch die Vernünfteleien Falsches unter die einfältig Guten ausstreuen und sie verführen mögen; sie selbst aber werden in Wüsten verwiesen.

(465)
Ein gewisser Geist war ungehalten, daß er sich mehrerer Dinge, die er im Leben des Körpers gekannt hatte, nicht mehr erinnerte; er war betrübt über die verlorene Unterhaltung, die ihm sehr großes Vergnügen gemacht hatte; allein es ward ihm gesagt, er habe durchaus nichts verloren, sondern wisse noch alles und jedes; es sei ihm aber in der Welt, in der er sich jetzt befinde, nicht erlaubt, dergleichen zurückzurufen, und es sei ja genug, daß er jetzt viel besser und vollkommener denken und reden und seine Vernunft nicht mehr wie früher in dichtes Dunkel, in materielle und körperliche Dinge versenken könne, welche Dinge in dem Reich, in das er jetzt gekommen, von gar keinem Nutzen seien; auch habe er ja jetzt alles, was zum Genuß des ewigen Lebens diene, und nur so und nicht anders könne er selig und glücklich werden; es sei also ein Zeichen von Unwissenheit, zu glauben, daß in diesem Reich dadurch, daß die materiellen Dinge entfernt werden und im Gedächtnis ruhen, die Verständigkeit verloren gehe
269, während doch die Sache sich so verhalte, daß in dem Maß, als das Gemüt von den sinnlichen Dingen, die dem äußeren Menschen oder dem Körper angehören, abgelenkt werden kann, es zu geistigen und himmlischen Dingen erhoben wird.
(466)
Wie die Gedächtnisse beschaffen sind, stellt sich im anderen Leben zuweilen sichtbar in Gestalten dar, die nur dort zur Erscheinung kommen (es stellt sich dort vieles dar, was sonst bei den Menschen nur in die Denkbilder fällt); das auswendige Gedächtnis stellt sich dort als Erscheinung dar wie eine dicke Haut [instar calli], das inwendige Gedächtnis aber wie eine Marksubstanz, dergleichen im menschlichen Gehirn ist; woraus denn auch zu wissen gegeben wird, wie sie beschaffen sind. Bei denen, die bei Leibesleben bloß dem Gedächtnis obgelegen und so ihre Vernunft nicht ausgebildet hatten, erscheint ihre Dickhäutigkeit wie etwas Hartes und inwendig mit Strichen von Sehnen durchzogen. Bei denen, die ihr Gedächtnis mit Falschem angefüllt hatten, erscheint es haarig und struppig, und zwar dies infolge der ungeordneten Zusammenhäufung von Dingen. Bei denen, die aus Selbstsucht und Weltliebe dem Gedächtniswissen oblagen, erscheint es wie zusammengeleimt und verknöchert. Bei solchen, die durch Wissenschaftliches, besonders durch Philosophisches, in die göttlichen Geheimnisse eindringen und nicht eher glauben wollten, als bis sie durch dieselben überzeugt würden, erscheint das Gedächtnis als etwas Finsteres, das so geartet ist, daß es die Lichtstrahlen in sich schluckt und in Finsternis verkehrt. Bei solchen, die betrügerisch und heuchlerisch waren, erscheint es hart verknöchert wie von Ebenholz, und wirft die Lichtstrahlen zurück. Bei denen hingegen, die im Guten der Liebe und in den Wahrheiten des Glaubens waren, erscheint keine solche dicke Haut, weil ihr inwendiges Gedächtnis die Lichtstrahlen hindurchläßt in das auswendige, in dessen Eindrücken oder Denkbildern die Strahlen wie in ihrer Unterlage oder in ihrem Erdreich zu ihrem Ende kommen und hier vergnügliche Aufnahmegefäße finden; denn das auswendige Gedächtnis ist das Letzte der Ordnung, in welchem die geistigen und himmlischen Dinge sich sanft begrenzen und niederlassen, vorausgesetzt, daß daselbst Gutes und Wahres ist.

(467)
Menschen, die in der Liebe zum Herrn und in der tätigen Liebe gegen den Nächsten stehen, haben während ihres Lebens in der Welt Engelseinsicht und Weisheit bei sich und in sich, jedoch verborgen im Innersten ihres inwendigen Gedächtnisses, welche Einsicht und Weisheit aber durchaus nicht für sie zum Vorschein kommen kann, bevor sie das Körperliche ausziehen; alsdann wird das natürliche Gedächtnis eingeschläfert, und sie erwachen in das inwendige Gedächtnis und hierauf allmählich in das eigentliche engelmäßige.

(468)
Wie die Vernunft ausgebildet werden kann, soll auch mit wenigem gesagt werden: die echte Vernunft besteht aus Wahrheiten und nicht aus Falschem; die, welche aus Falschem besteht, ist nicht Vernunft; die Wahrheiten sind von dreifacher Art: es gibt bürgerliche, moralische und geistige; die bürgerlichen Wahrheiten beziehen sich auf die Dinge, welche Gegenstand des Gerichts und der Regierung in den Staaten sind, im allgemeinen auf die Gerechtigkeit und Billigkeit [justum et aequum] in denselben; die moralischen Wahrheiten beziehen sich auf die Dinge, welche das Leben eines jeden Menschen hinsichtlich auf die Gesellschaft und den Umgang betreffen, im allgemeinen auf die Redlichkeit und Geradheit [sincerum et rectum] und im besonderen auf die Tugenden jeder Art; die geistigen Wahrheiten hingegen beziehen sich auf die Dinge des Himmels und der Kirche, im allgemeinen auf das Gute, das Sache der Liebe, und das Wahre, das Sache des Glaubens ist. Es gibt drei Stufen des Lebens bei jeglichem Menschen (man sehe Nr. 267); die Vernunft wird bis zur ersten Stufe aufgeschlossen durch die bürgerlichen [das Leben im Staate betreffenden] Wahrheiten; bis zur zweiten Stufe durch die moralischen Wahrheiten und bis zur dritten Stufe durch die geistigen Wahrheiten. Man muß jedoch wissen, daß die Vernunft aus denselben nicht dadurch gebildet und aufgeschlossen wird, daß der Mensch sie weiß, sondern dadurch, daß er nach ihnen lebt; und unter „nach ihnen leben“ wird verstanden sie lieben aus geistiger Neigung, und sie aus geistiger Neigung lieben heißt, das Gerechte und Billige lieben, weil es gerecht und billig ist, das Redliche und Gerade, weil es redlich und gerade ist, und das Gute und Wahre, weil es gut und wahr ist; hingegen nach ihnen leben und sie lieben aus fleischlicher Neigung heißt, sie lieben um seinet-, um seines Rufes, seiner Ehre oder seines Vorteils willen; inwieweit daher der Mensch jene Wahrheiten aus fleischlicher Neigung liebt, insoweit wird er nicht vernünftig; denn er liebt nicht sie, sondern sich, dem die Wahrheiten dienen wie die Knechte ihrem Herrn; und wenn die Wahrheiten zu dienstbaren Werkzeugen werden, so dringen sie nicht in den Menschen ein und schließen keinen einzigen Grad des Lebens auf, nicht einmal den ersten, sondern haben ihren Sitz bloß im Gedächtnis, als Kenntnisse unter materieller Gestalt, und verbinden sich hier mit der Selbstliebe, die eine fleischliche Liebe ist. Hieraus kann erhellen, wie der Mensch vernünftig wird, daß er es nämlich bis zum dritten Grad wird durch die geistige Liebe zum Guten und zum Wahren, die dem Himmel und der Kirche angehören; bis zum zweiten Grad durch die Liebe zum Redlichen und Geraden; und bis zum ersten Grad durch die Liebe zum Gerechten und Billigen, welche beide Liebesarten auch geistig werden durch die geistige Liebe zum Guten und Wahren, weil diese in sie einfließt und sich mit ihnen verbindet und in ihnen gleichsam ihre Gesichtszüge bildet.

(469)
Die Geister und Engel haben ebensowohl ein Gedächtnis wie die Menschen; denn es bleibt bei ihnen alles, was sie hören, sehen, denken, wollen und tun, und es wird dadurch auch ihre Vernunft fortwährend ausgebildet, und dies in Ewigkeit fort; daher kommt, daß die Geister und Engel durch die Erkenntnisse des Wahren und Guten an Einsicht und Weisheit vollkommener werden, ebenso wie die Menschen. Daß die Geister und Engel ein Gedächtnis haben, ist mir auch durch viele Erfahrung zu wissen gegeben worden; denn ich sah, daß alles, was sie, sowohl öffentlich als im Verborgenen, gedacht und getan hatten, aus ihrem Gedächtnis hervorgerufen wurde, wenn sie mit anderen Geistern zusammen waren; und auch, daß solche, die in einigem Wahren aus dem einfältigem Guten waren, mit Erkenntnissen und durch diese mit Einsicht ausgestattet und hierauf in den Himmel erhoben wurden. Man muß jedoch wissen, daß sie nicht weiter mit Erkenntnissen und durch diese mit Einsicht ausgestattet werden, als bis zu demjenigen Grad der Neigung zum Guten und Wahren, in dem sie in der Welt standen, nicht aber über diesen hinaus; denn jedem Geist und Engel bleibt seine Neigung in der Größe und Beschaffenheit, wie er sie in der Welt hatte, und diese wird nachher vervollkommnet durch Befriedigung was auch in Ewigkeit fort geschieht; denn alles kann in Ewigkeit fort weiter erfüllt werden, weil jegliches Ding unendlich verändert, somit durch Mannigfaltiges bereichert, folglich vervielfältigt und fruchtbarer gemacht werden kann; kein Ende hat irgendein gutes Ding, weil es vom Unendlichen herstammt. Daß die Geister und Engel fortwährend an Einsicht und Weisheit vervollkommnet werden durch die Erkenntnisse des Wahren und Guten, sehe man in den Abschnitten, in denen von der Weisheit der Engel des Himmels, Nr. 265-275; von den Heiden und den Völkern außerhalb der Kirche im Himmel, Nr. 318-328; und von den Kindern im Himmel, Nr. 329-345 gehandelt worden ist; und daß dies bis zu demjenigen Grad der Neigung zum Guten und Wahren gehe, in dem sie in der Welt waren, und nicht über diesen hinaus, Nr. 349.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 12:38

(52)

DAß DER MENSCH NACH DEM TODE
SO SEI, WIE SEIN LEBEN IN DER WELT WAR
(470)
Daß jedweden nach dem Tod sein Leben erwartet, ist jedem Christen aus dem Wort bekannt; denn in diesem wird in so vielen Stellen gesagt, daß der Mensch nach seinen Taten und Werken werde gerichtet und ihm vergolten werden; jeglicher auch, der aus dem Guten und aus dem Wahren selbst heraus denkt, sieht nicht anders, als daß wer ein gutes Leben führt, in den Himmel, und wer böse lebt, in die Hölle kommt; wer hingegen im Bösen ist, der will nicht glauben, daß sein Zustand nach dem Tode sich seinem Leben in der Welt gemäß verhält, sondern er denkt - und zwar hauptsächlich wenn er krank ist - den Himmel habe jeder aus lauter Gnade, gleichviel wie er gelebt hatte, und [er habe denselben] gemäß dem Glauben, den er vom Leben trennt.

(471)
Daß der Mensch nach seinen Taten und Werken werde gerichtet und ihm vergolten werden, wird in vielen Stellen im Wort gesagt, von denen ich einige hier anführen will:

„Des Menschen Sohn wird kommen in der Herrlichkeit Seines Vaters mit Seinen Engeln, und dann jeglichem vergelten nach seinen Werken“: Matth.16/27.
„Selig die Toten, die im Herrn sterben; ja, spricht der Geist, sie sollen ruhen von ihren Arbeiten, ihre Werke folgen ihnen nach“: Offb.14/13.
„Ich werde jeglichem nach seinen Werken geben“: Offb.2/23.
„Ich sah die Toten, Kleine und Große, vor Gott stehen, und Bücher wurden geöffnet, und gerichtet wurden die Toten nach dem, was geschrieben war in den Büchern, nach ihren Werken: das Meer gab die in ihm befindlichen Toten, und der Tod und die Unterwelt gaben die in ihnen befindlichen Toten; und gerichtet wurden sie, jeglicher nach seinen Werken“: Offb.20/[12],13,15.
„Siehe, Ich komme, und Mein Lohn mit Mir, zu geben einem jeglichen nach seinen Werken“: Offb.22/12.
„Jeden, der Meine Worte hört und sie tut, will Ich einem klugen Manne vergleichen, jeden aber, der sie hört, und nicht tut, will ich einem törichten Manne vergleichen“: Matth.7/24,26.
„Nicht jeder, der zu Mir sagt: Herr, Herr, wird in das Himmelreich eingehen, sondern der den Willen tut Meines Vaters, Der in den Himmeln ist; viele werden an jenem Tag zu Mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht durch Deinen Namen geweissagt, und durch Deinen Namen Dämonen ausgetrieben, und in Deinem Namen viele Kräfte geübt ? Alsdann aber werde Ich ihnen bekennen: Ich habe euch nicht erkannt, weichet von Mir, ihr Übeltäter !“: Matth.7/[21]-23.
„Alsdann werdet ihr anheben zu sagen: Wir haben vor Dir gegessen und getrunken, [und] in unseren Straßen hast Du gelehrt; Er aber wird sprechen: Ich sage euch, Ich kenne euch nicht, ihr Täter der Ungerechtigkeit“: Luk.13/25-27.
„Vergelten will ich ihnen nach ihrem Werk und nach der Tat ihrer Hände“: Jerem.25/14.
„Jehovah, Dessen Augen geöffnet sind über alle Wege des Menschen, zu geben einem jeglichen nach seinen Wegen, und nach der Frucht seiner Werke“: Jerem.32/19.
„Heimsuchen will Ich über seinen Wegen und seine Werke ihm vergelten“: Hos.4/9. „Jehovah tut mit uns nach unseren Wegen und nach unseren Werken“: Sach.1/6.
Wo der Herr vom Letzten Gericht voraussagt, zählt Er bloß die Werke auf, und [sagt], daß diejenigen ins ewige Leben eingehen werden, die gute Werke getan haben, und in die Verdammnis, die böse Werke getan haben: Matth.25/32-46; und so in vielen anderen Stellen, in denen von der Seligmachung und von der Verdammnis des Menschen die Rede ist. Daß die Werke und Taten das äußere Leben des Menschen sind, und daß durch sie sein inneres Leben, so wie es ist, sich herausstellt, ist offenbar.
(472)
Allein unter den Taten und Werken werden nicht verstanden die Taten und Werke, bloß wie sie sich in der äußeren Gestalt darstellen, sondern auch wie sie in der inneren sind; denn ein jeglicher weiß, daß jede Tat und jedes Werk aus dem Wollen und Denken des Menschen hervorgeht; denn gingen sie nicht aus diesem hervor, so wären sie eine bloße Bewegung, wie die der Selbstgetriebe und der Gaukelpuppen [ex automatis et simulacris]; weshalb die Tat oder das Werk an sich betrachtet eine bloße Wirkung ist, die ihre Seele und ihr Leben vom Wollen und Denken bekommt, so sehr, daß sie das Wollen und Denken in Wirksamkeit, somit das Wollen und Denken in der Außengestalt ist, woraus denn folgt, daß so wie das Wollen und Denken, die eine Tat oder ein Werk hervorbringen, beschaffen sind, so auch die Tat und das Werk beschaffen ist; sind der Gedanke und der Wille gut, so sind auch die Taten und die Werke gut, sind aber Gedanke und Wille böse, so sind auch die Taten und Werke böse, obgleich sie in der Außengestalt als die gleichen erscheinen; es können tausend Menschen das gleiche tun, das heißt, die gleiche Handlung darstellen, so gleich, daß sie der Außengestalt nach kaum unterschieden werden können, und doch ist jede, an sich betrachtet, [von der anderen] verschieden, weil aus verschiedenem Wollen [hervorgehend]; zum Beispiel diene das redlich und gerecht an dem Nebenmenschen Handeln; der eine kann redlich und gerecht an ihm handeln in der Absicht, als redlich und gerecht zu erscheinen um seiner selbst und seiner Ehre willen; ein anderer um der Welt und seines Vorteils willen; ein dritter, damit sie ihm wieder vergolten und als Verdienst angerechnet werden möge; ein vierter um der Freundschaft willen; ein fünfter aus Furcht vor dem Gesetz und dem Verlust seines guten Rufes und seines Amtes; ein sechster, um jemand für seine Absichten zu gewinnen, auch die bösen; ein siebenter, um zu hintergehen; so andere anders; allein die Taten dieser aller, obgleich sie als gut erscheinen, (denn redlich und gerecht an seinem Nebenmenschen handeln ist gut), sind dennoch böse, weil sie nicht um des Redlichen und Gerechten willen, nicht aus Liebe zu diesem, sondern um des eigenen Selbst und der Welt willen geschehen, die er liebt, und welcher Liebe die Redlichkeit und Gerechtigkeit dienen, wie die Knechte ihrem Herrn, die ihr Herr auch geringschätzt und fortschickt, sobald sie ihm nicht dienen. Redlich und gerecht handeln in der Außengestalt scheinbar in gleicher Weise diejenigen, die wirklich aus Liebe zur Redlichkeit und Gerechtigkeit handeln; einige von ihnen aus dem Wahren des Glaubens oder aus Gehorsam, weil es im Wort so geboten ist; einige aus dem Guten des Glaubens oder aus Gewissen, weil aus Religion; einige aus dem Guten der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, weil für dessen Wohl gesorgt werden muß; einige aus Liebe zum Herrn, weil man das Gute um des Guten, somit auch das Redliche und Gerechte um der Redlichkeit und Gerechtigkeit willen tun soll, welche [letztere] sie lieben, weil sie vom Herrn sind, und weil das vom Herrn ausgehende Göttliche darin ist, und dieselben daher, in ihrem eigentlichen Wesen betrachtet, göttlich sind; die Taten oder Werke von diesen sind inwendig gut, weshalb sie denn auch auswendig gut sind, denn, wie oben gesagt worden, die Taten oder Werke sind ganz so, wie das Denken und Wollen ist, aus denen sie hervorgehen, und ohne diese sind sie keine Taten und Werke, sondern nur seelenlose Bewegungen. Hieraus ergibt sich, was unter den Werken und Taten im Wort verstanden wird.

(473)
Weil die Taten oder Werke dem Willen und Denken angehören, so gehören sie auch der Liebe und dem Glauben an und sind folglich so beschaffen, wie die Liebe und der Glaube beschaffen ist; denn ob man die Liebe oder den Willen des Menschen nennt, ist gleichviel, und wieder, ob man sagt, der Glaube oder ein bestimmtes Denken des Menschen ist auch dasselbe; denn was der Mensch liebt, das will er auch, und was der Mensch glaubt, das denkt er auch; wenn der Mensch liebt, was er glaubt, so will er es auch und tut es, soweit er kann; jeder kann wissen, daß die Liebe und der Glaube in des Menschen Wollen und Denken wohnen und nicht außerhalb derselben sind, weil der Wille es ist, der von der Liebe entzündet wird, und das Denken, das in den Dingen des Glaubens erleuchtet wird; weshalb nur die, welche weise denken können, erleuchtet werden, und gemäß der Erleuchtung die Wahrheiten denken und die Wahrheiten wollen, oder was dasselbe ist, die Wahrheiten glauben und die Wahrheiten lieben
270.
(474)
Man muß jedoch wissen, daß der Wille den Menschen ausmacht, und das Denken nur insoweit, als es aus dem Willen hervorgeht, und daß die Taten oder Werke aus beiden hervorgehen, oder was dasselbe ist, daß die Liebe den Menschen ausmacht, und der Glaube nur insoweit, als er aus der Liebe hervorgeht, und daß die Taten oder Werke aus beiden hervorgehen; woraus folgt, daß der Wille oder die Liebe der Mensch selbst ist; denn was hervorgeht, gehört demjenigen an, aus dem es hervorgeht; hervorgehen heißt, hervorgebracht und in übereinstimmender Gestalt dargestellt werden, damit es wahrgenommen werde und in Erscheinung trete
271. Hieraus kann erhellen, was der von der Liebe getrennte Glaube ist, daß er nämlich kein Glaube, sondern bloß ein Wissen ist, das kein geistiges Leben in sich hat, ebenso was die Tat oder das Werk ohne die Liebe ist, daß sie nämlich nicht eine Tat oder ein Werk des Lebens, sondern eine Tat oder ein Werk des Todes ist, dem ein Schein des Lebens innewohnt aus der Liebe zum Bösen und aus dem Glauben an Falsches; dieser Schein des Lebens ist, was der geistige Tod genannt wird.
(475)
Weiter ist zu wissen, daß in den Taten oder Werken sich der ganze Mensch herausstellt und daß sein Wollen und Denken oder seine Liebe und sein Glaube, die das Inwendige des Menschen sind, nicht ihre Vollständigkeit haben, bevor sie in Taten oder Werken sind, die das Auswendige des Menschen sind; diese sind nämlich das Letzte, in dem jene sich begrenzen, und ohne diese Begrenzungen sind sie wie das Unbegrenzte, das noch nicht existiert, somit noch nicht im Menschen ist; denken und wollen, ohne zu tun, während man doch letzteres kann, ist wie eine in ein Gefäß eingeschlossene Flamme, die erlischt, und wie ein in den Sand geworfener Same, der nicht aufgeht, sondern samt seiner fruchtbringenden Kraft verdirbt; dagegen aber denken und wollen, und hieraus auch tun, ist wie eine Flamme, die ringsumher Wärme und Licht verbreitet; und ist wie ein Same im Erdreich, der zum Baum oder zur Blume aufkeimt und aufwächst. Jeder kann wissen, daß wollen und nicht tun, wenn man es doch kann, soviel ist als nicht wollen, und daß lieben und nicht tun das Gute, während man es doch kann, soviel ist als nicht lieben, daß es also bloß das Denken ist, daß man wolle und liebe, somit ein [vom Sein] abgetrenntes Denken, das entschwindet und vergeht; das Lieben und Wollen ist die eigentliche Seele der Tat oder des Werkes; es bildet seinen Leib im Redlichen und Gerechten, das der Mensch tut, der geistige Leib oder der Leib des Menschengeistes stammt nicht anderswoher, das heißt, er wird aus nichts anderem gebildet, als aus dem, was der Mensch aus Liebe oder mit Willen tut (man sehe Nr. 463); mit einem Wort, alles, was zum Menschen und seinem Geist gehört, ist in seinen Taten oder Werken
272.
(476)
Hieraus kann nun erhellen, was unter dem Leben verstanden wird, das den Menschen nach dem Tod erwartet; daß es nämlich seine Liebe und der aus dieser stammende Glaube ist, nicht nur dem Vermögen nach, sondern auch in Handlung, daß es also die Taten oder Werke sind, weil diese alles, was zur Liebe oder zum Glauben des Menschen gehört, in sich schließen.     universe-people.com

(477)
Es ist die herrschende Liebe, die den Menschen nach dem Tod erwartet, und in Ewigkeit niemals verändert wird; jeder hat mehrerlei [Triebe der] Liebe [amores], sie beziehen sich aber alle auf seine herrschende Liebe und machen eines mit ihr aus, oder bilden sie miteinander; alles im Willen, was mit der herrschenden Liebe zusammenstimmt, heißt Liebe [amores], weil es geliebt wird; diese [Triebe der] Liebe sind teils innerliche, teils äußerliche, teils unmittelbar, teils mittelbar verbundene, teils nähere, teils entferntere und in verschiedener Weise dienende; zusammengenommen bilden sie gleichsam ein Reich; denn in solcher Art sind sie beim Menschen geordnet, obgleich der Mensch von ihrer Zusammenordnung durchaus nichts weiß, es wird ihm jedoch im anderen Leben etwas davon offenbar; denn je nach ihrer Ordnung hat er daselbst Ausdehnung des Denkens und der Neigung, Ausdehnung in himmlische Gesellschaften, wenn seine herrschende Liebe aus Trieben des Himmels besteht, in höllische Gesellschaften dagegen, wenn die herrschende Liebe aus Trieben der Hölle besteht. Daß jeder Gedanke und jede Neigung der Geister und Engel eine Ausdehnung in Gesellschaften hat, sehe man im Abschnitt von der Weisheit der Engel des Himmels und im Abschnitt von der Gestalt des Himmels, nach der die Zusammengesellungen und Mitteilungen daselbst geschehen.

(478)
Doch das, was bisher gesagt worden, spricht nur das Denken des vernünftigen Menschen an; um es nun auch den Sinnen vor Augen zu stellen, will ich Erfahrungen anführen, durch die ebendasselbe verdeutlicht und bestätigt wird. Erstens, daß der Mensch nach dem Tode seine Liebe oder sein Wille ist. Zweitens, daß der Mensch [nach dem Tod] in Ewigkeit so bleibt, wie er seinem Willen oder seiner herrschenden Liebe nach beschaffen ist. Drittens, daß in den Himmel derjenige Mensch kommt, der eine himmlische und geistige Liebe hat, und in die Hölle derjenige, der eine fleischliche und weltliche Liebe ohne die himmlische und geistige hat. Viertens, daß dem Menschen nicht sein Glaube bleibt, sofern dieser nicht aus der himmlischen Liebe stammt. Fünftes, daß es die tätige Liebe [amor actu] ist, welche bleibt, somit das Leben des Menschen.

(479)
Daß der Mensch nach dem Tode seine Liebe oder sein Wille ist, ist mir durch vielfältige Erfahrung gewiß geworden. Der gesamte Himmel ist in Gesellschaften abgeteilt je nach den Unterschieden des Guten der Liebe, und jeglicher Geist, der in den Himmel erhoben und ein Engel wird, wird zu der Gesellschaft geführt, in der seine Liebe ist, und wenn er dahin kommt, ist er da gleichsam heimisch und wie in dem Haus, in dem er sozusagen geboren wurde: dies wird der Engel inne und gesellt sich hier zu seinesgleichen; geht er von da weg und kommt anderswohin, so fühlt er fortwährend ein Widerstreben und einen Zug der Sehnsucht, zu seinesgleichen, somit zu seiner herrschenden Liebe zurückzukehren; in dieser Weise geschehen die Zusammengesellungen im Himmel; ebenso in der Hölle, wo sie ebenfalls nach ihren, den himmlischen entgegengesetzten Trieben zusammengesellt sind; daß es Gesellschaften sind, die den Himmel und auch solche, welche die Hölle bilden; und daß sie alle nach den Unterschieden der Liebe unterschieden sind, sehe man Nr. 41-50 und Nr. 200-212. Daß der Mensch nach dem Tode seine Liebe ist, konnte auch daraus erhellen, daß alsdann dasjenige entfernt und ihm gleichsam genommen wird, was mit seiner herrschenden Liebe nicht eins ausmacht; wer gut ist, dem wird alles Nichtzusammenstimmende oder Abweichende weggerückt und gleichsam genommen, und er wird so in seine Liebe versetzt; ebenso der Böse, nur mit dem Unterschied, daß diesem die Wahrheiten genommen werden, dem Guten hingegen das Falsche weggenommen wird, bis dahin, daß endlich jeder seine Liebe wird; dies geschieht, wenn der Geistmensch in seinen dritten Zustand gebracht wird, von dem im folgenden [die Rede sein wird]. Ist dies geschehen, dann wendet er sein Angesicht beständig seiner Liebe zu, die er stets vor Augen hat, wohin er sich auch wendet, man sehe Nr. 123, 124. Alle Geister können, wohin man will, geführt werden, wenn man sie nur in ihrer herrschenden Liebe festhält, und sie können auch nicht widerstehen, wie sehr sie sich auch bewußt sind, daß [ihnen] so geschieht, und wie sehr sie auf Widerstand sinnen; es ward mehrmals versucht, ob sie etwas dawider tun können, jedoch vergebens; ihre Liebe ist wie ein Band oder wie ein Tau, mit dem sie gleichsam umbunden sind, durch das sie gezogen werden können und von dem sie sich nicht loszumachen vermögen; ähnliches geschieht mit den Menschen in der Welt, auch diese führt ihre Liebe, und mittelst ihrer Liebe werden sie von anderen gelenkt, noch mehr jedoch, wenn sie Geister werden, weil sie alsdann nicht eine andere Liebe zur Schau tragen, noch solches lügen dürfen, das ihnen nicht eigen ist. Daß der Geist des Menschen seine herrschende Liebe ist, zeigt sich im ganzen Verkehr im anderen Leben; denn inwieweit jemand nach der Liebe des anderen [alterius] handelt und spricht, insoweit erscheint dieser [hic] ganz [wie er ist], mit vollem, heiterem und lebendigen Angesicht; inwieweit dagegen jemand wider dessen [ejus] Liebe handelt und spricht, insoweit fängt dessen [ejus] Gesicht an sich zu verändern und zu verfinstern und unsichtbar zu werden, und zuletzt verschwindet er ganz, wie wenn er nicht zugegen gewesen wäre; daß dies geschieht, hat mich oft in Verwunderung gesetzt, weil so etwas in der Welt nicht statthaben kann; allein es ward mir gesagt, daß ähnliches mit dem Geist im Menschen vorgehe, der auch, wenn er sich vom anderen abwendet, nicht mehr unter dessen Augen ist. Daß der Geist seine herrschende Liebe ist, ging auch daraus hervor, daß jeder Geist alles das an sich reißt und sich aneignet, was mit seiner Liebe übereinstimmt, dagegen aber alles zurückstößt und von sich tut, was nicht übereinstimmt; eines jeden Liebe gleicht einem schwammartigen und löcherigen Holz, das solche Flüssigkeiten einsaugt, die seiner pflanzlichen Entwicklung zuträglich sind, die übrigen aber von sich stößt; auch gleicht sie den Tieren jeglicher Art, die ihr Futter kennen und nach dem begehren, was zu ihrer Natur stimmt, dagegen aber scheuen, was nicht zu ihr stimmt; denn jede Liebe will mit dem Ihrigen sich nähren, die böse Liebe mit Falschem und die gute Liebe mit Wahrem; es ward [mir] einige Male zu sehen gegeben, daß einige Einfältig-Gute die Bösen im Wahren und Guten unterrichten wollten, diese aber beim Unterricht weit weg flohen, und als sie zu den Ihrigen kamen, das mit ihrer Liebe übereinstimmende Falsche mit großer Lust ergriffen; dann auch, daß gute Geister über die Wahrheiten miteinander redeten, und die anwesenden Guten diese mit Verlangen anhörten, die Bösen aber, die auch zugegen waren, auf nichts merkten, wie wenn sie [selbige] nicht hörten. Es zeigen sich in der Geisterwelt Wege, von denen einige zum Himmel, andere zur Hölle führen, jeder zu einer gewissen Gesellschaft; die guten Geister gehen keine anderen Wege, als die zum Himmel führen, und zwar zu derjenigen Gesellschaft, die im Guten ihrer Liebe ist, und die anderswohin zielenden Wege sehen sie nicht; die bösen Geister hingegen gehen keine anderen Wege, als die zur Hölle führen, und in dieser zu derjenigen Gesellschaft, die im Bösen ihrer Liebe ist; anderwärtshin zielende Wege sehen sie nicht, und wenn sie solche sehen, wollen sie selbige doch nicht gehen. Solche Wege in der geistigen Welt sind Erscheinungen mit Wirklichkeit, die den Wahrheiten oder Falschem entsprechen; weshalb die Wege im Wort diese bezeichnen
273. Durch diese Erfahrungsbelege wurde bestätigt, was eben aus [Gründen] der Vernunft gesagt wurde, daß nämlich jeder Mensch nach dem Tode seine Liebe ist und sein Wille; der Wille wird genannt, weil der eigenste Wille eines jeden seine Liebe ist.
(480)
Daß der Mensch nach dem Tod in Ewigkeit so bleibt, wie er seinem Willen oder seiner herrschenden Liebe nach beschaffen ist, ist auch durch viele Erfahrungen bestätigt worden; es ward [mir] gegeben, mit einigen zu reden, die vor zweitausend Jahren gelebt hatten, und deren Leben in den Geschichtswerken beschrieben und aus denselben bekannt ist; es fand sich, daß sie sich gleich geblieben und noch ganz so sind, wie sie beschrieben wurden, somit hinsichtlich der Liebe, aus der ihr Leben hervorging und der es gemäß war. Da waren andere, die vor siebenzehn Jahrhunderten gelebt hatten und auch aus den Geschichtsbüchern bekannt waren, und wieder solche, die vor vier Jahrhunderten und die vor dreien gelebt hatten, und so weiter; auch mit diesen durfte ich reden, und es fand sich, daß noch die gleiche Neigung bei ihnen herrschte, ohne anderen Unterschied, als daß die Lustreize ihrer Liebe sich in solche Dinge verwandelt hatten, die jenen entsprachen. Die Engel sagten, das Leben der herrschenden Liebe werde bei keinem je in Ewigkeit verändert, weil jeder seine Liebe ist, diese also bei einem Geist verändern soviel wäre, als ihn seines Lebens berauben oder [ihn] vernichten. Sie nannten auch die Ursache, daß nämlich der Mensch nach dem Tode nicht mehr, wie in der Welt, durch Unterricht gebessert werden könne, weil die letzte Unterlage, die aus natürlichen Erkenntnissen und Neigungen besteht, alsdann ruht und nicht aufgeschlossen werden kann, da sie nicht geistig ist (man sehe Nr. 464), und daß auf dieser Unterlage das Inwendige, nämlich das des Gemütes [mentis] oder der Gesinnung [animi] ruht, wie ein Haus auf seiner Grundlage; und daher komme, daß der Mensch in Ewigkeit so bleibt, wie sein Leben der Liebe in der Welt gewesen war; die Engel wundern sich sehr, daß der Mensch nicht weiß, daß jeder so ist wie seine herrschende Liebe; und darüber, daß viele glauben, sie können aus unvermittelter Gnade und durch den bloßen Glauben selig werden, wie sie auch immer ihrem Leben nach beschaffen sein mögen, sowie auch darüber, daß diese nicht wissen, daß die göttliche Gnade eine vermittelte ist und darin besteht, daß man vom Herrn geführt wird, sowohl in der Welt als nachher in Ewigkeit, und daß durch die Gnade diejenigen geführt werden, die nicht im Bösen leben; auch wissen diese nicht, daß der Glaube eine Hinneigung zur Wahrheit ist, hervorgehend aus der himmlischen Liebe, die aus dem Herrn ist.

(481)
Daß in den Himmel derjenige Mensch kommt, der eine himmlische und geistige Liebe hat, und in die Hölle derjenige, der eine fleischliche und weltliche Liebe ohne die himmlische und geistige hat, dies konnte ich an allen denjenigen bewährt finden, die ich in den Himmel erhoben, und [an denen, die ich] in die Hölle geworfen sah; diejenigen, die in den Himmel erhoben wurden, hatten ein Leben aus himmlischer und geistiger Liebe gehabt, diejenigen aber, die in die Hölle geworfen wurden, hatten ein Leben aus fleischlicher und weltlicher Liebe gehabt; himmlische Liebe ist, das Gute, Redliche und Gerechte lieben, weil es gut, redlich und gerecht ist, und aus dieser Liebe es tun, infolgedessen jene ein Leben des Guten, Redlichen und Gerechten haben, welches das himmlische Leben ist; diejenigen, die jenes um ihrer selbst willen lieben und es tun oder es üben im Leben, lieben auch den Herrn über alles, weil es aus Ihm ist, und lieben auch den Nächsten, weil jenes der Nächste ist, der geliebt werden soll
274; fleischliche Liebe aber ist, das Gute, Redliche und Gerechte nicht um ihret-, sondern um seiner selbst willen lieben, weil man mittelst derselben Ruf, Ehrenstellen und Vorteile erhascht; solche sehen im Guten, Redlichen und Gerechten nicht auf den Herrn und den Nächsten, sondern auf sich selbst und die Welt und empfinden Lust im Betrug; das aus dem Betrug stammende Gute, Redliche und Gerechte ist aber Böses, Unredliches und Ungerechtes, das sie in jenem lieben. Da nun in dieser Weise die Triebe das Leben eines jeden bestimmen, so werden alle, sobald sie nach dem Tod in die Geisterwelt kommen, sofort geprüft, wie sie beschaffen sind, und mit denjenigen in Verband gebracht, die in gleicher Liebe sind; die in himmlischer Liebe stehen, mit solchen, die im Himmel sind, und die in fleischlicher Liebe stehen, mit denen, die in der Hölle sind; auch werden sie nach durchlaufenem ersten und zweiten Zustand dergestalt voneinander getrennt, daß sie nicht mehr einander sehen, noch sich erkennen; denn es wird jeglicher seine Liebe, nicht nur dem Inwendigen nach, dem Gebiete seines Gemütes, sondern auch dem Auswendigen nach, nämlich demjenigen seines Angesichtes, seines Leibes und seiner Rede; denn jeder wird das Abbild seiner Liebe, auch im Äußeren; diejenigen, die fleischliche Liebe sind, erscheinen schwerfällig [crassi], dunkel, schwarz und mißgestaltet; solche aber, die himmlische Liebe sind, erscheinen rüstig [vegeti], strahlend [lucidi], weiß und schön; auch hinsichtlich ihrer Gesinnungen und Denkweisen sind sie völlig verschieden; solche, die himmlische Liebe sind, sind auch einsichtsvoll und weise; die aber fleischliche Liebe sind, sind dumm und sozusagen albern. Wenn das Inwendige und Auswendige des Denkens und der Neigung derer, die in himmlischer Liebe sind, sichtbar herausgestellt wird, so erscheint das Inwendige wie ein Licht, bei einigen wie ein Flammenlicht, und das Auswendige in mancherlei schönen Farben, wie Regenborgen; dagegen erscheint das Inwendige derer, die in fleischlicher Liebe sind, wie schwarz, weil es verschlossen ist, und bei einigen wie dunkelfeurig, nämlich bei denen, die innerlich in bösartiger Hinterlist waren; das Auswendige aber erscheint in garstiger und für das Auge unangenehmer Farbe (das Inwendige und das Auswendige, nämlich des Gemütes und der Gesinnung, wird in der geistigen Welt, sooft es dem Herrn gefällt, sichtbar dargestellt); solche, die in fleischlicher Liebe sind, sehen nichts im Licht des Himmels; das Licht des Himmels ist für sie Finsternis, das Licht der Hölle aber, das wie das Licht von glühenden Kohlen ist, ist für sie wie helles Licht; im Licht des Himmels verfinstert sich auch ihr inwendiges Sehen so sehr, daß sie wahnsinnig werden [insaniant]; weshalb sie dasselbe fliehen und sich in Höhlen und Schlünden verbergen, in einer Tiefe je nach dem Falschen aus Bösem, das bei ihnen ist; umgekehrt aber sehen die, welche in himmlischer Liebe sind, je inwendiger oder höher sie in das Licht des Himmels kommen, alles um so heller und auch alles um so schöner, und mit um so größerer Einsicht und Weisheit erfassen sie die Wahrheiten. Solche, die in fleischlicher Liebe sind können in der Wärme des Himmels gar nicht leben, (denn die Wärme des Himmels ist die himmlische Liebe), wohl aber in der Wärme der Hölle, welche die Sucht ist, gegen andere, die ihnen nicht günstig sind, zu wüten; Geringschätzung anderer, Feindseligkeiten, Ausbrüche des Hasses, der Rache, sind die Lustreize dieser Liebe, und wenn sie in diesen sind, so sind sie in ihrem Leben, und wissen ganz und gar nicht, was da ist anderen Gutes tun aus dem Guten selbst und um des Guten selbst willen, sondern nur das Gute aus dem Bösen und um des Bösen willen. Die in fleischlicher Liebe sind, können auch nicht atmen im Himmel; wird ein böser Geist dahin gebracht, so schnappt er nach Luft wie einer, der mit dem Tode kämpft; die aber in himmlischer Liebe sind, atmen um so freier und bewegen sich um so mehr in der Lebensfülle, je inwendiger sie im Himmel sind. Hieraus kann erhellen, daß die himmlische und die geistige Liebe der Himmel bei den Menschen ist, weil dieser Liebe alle Dinge des Himmels eingeschrieben sind; und daß die fleischliche und die weltliche Liebe ohne die himmlische und geistige die Hölle beim Menschen sind, weil diesen Liebearten alle Dinge der Hölle eingeschrieben sind. Hieraus ist klar, daß in den Himmel kommt, wer die himmlische und [wer] die geistige Liebe hat, und in die Hölle, wer die fleischliche und [wer] die weltliche Liebe ohne die himmlische und geistige hat.
(482)
Daß dem Menschen nicht der Glaube bleibt, wenn dieser nicht aus der himmlischen Liebe stammt, hat sich mir durch so viele Erfahrungen herausgestellt, daß, was ich davon gesehen und gehört habe, wenn es angeführt werden sollte, ein [ganzes] Buch anfüllen würde; das kann ich bezeugen, daß bei denen, die in fleischlicher und weltlicher Liebe ohne die himmlische und geistige sind, gar kein Glaube ist, noch irgendwelcher sein kann, und daß er nur ein Wissen oder eine Überredung ist, daß es Wahrheit sei, weil es ihrer Liebe dient; es wurden auch viele von denen, die meinten, sie seien im Glauben gewesen, zu solchen hinzugeführt, die [wirklich] im Glauben standen, und da wurden sie, nach gegebener Gemeinschaft, inne, daß sie gar keinen Glauben haben; sie bekannten auch nachher, daß das bloße Glauben an eine Wahrheit und an das Wort nicht Glaube sei, sondern das Wahre lieben aus himmlischer Liebe, und es wollen und tun aus inwendiger Neigung; es ward auch gezeigt, daß ihre Überredung, die sie Glauben nannten, nur wie das Winterlicht war, in dem, weil es der Wärme ermangelt, alles auf Erden zusammengefriert und erstarrt und unter Schnee begraben liegt; weshalb das Licht des Überredungsglaubens bei ihnen, sobald die Strahlen des Himmelslichtes auf dasselbe treffen, nicht nur sofort erlischt, sondern auch wie dichte Finsternis wird, in der sich niemand sieht; wie denn auch alsdann ihr Inwendiges sich zugleich so verfinstert, daß sie gar nichts verstehen und zuletzt infolge des Falschen wahnsinnig sind [insaniant]. Es werden daher bei solchen alle Wahrheiten, die sie aus dem Wort und aus der Kirchenlehre gewußt und für diejenigen ihres Glaubens ausgegeben hatten, weggenommen, und statt derselben werden sie mit allem Falschen erfüllt, das mit dem Bösen ihres Lebens zusammenstimmt; es werden nämlich alle in ihre Grundneigungen und mit diesen in das dazu stimmende Falsche versetzt; und weil die Wahrheiten dem Falschen des Bösen, in dem sie sind, widerstreiten, so hassen und verabscheuen sie dieselben dann und stoßen sie so von sich. Das kann ich nach aller Erfahrung über die Dinge des Himmels und der Hölle bezeugen, daß die, welche den bloßen Glauben der Lehre gemäß bekannt hatten und hinsichtlich ihres Lebens im Bösen waren, alle in der Hölle sind; ich sah, wie sie zu vielen Tausenden in dieselbe hinabgeworfen wurden, wovon im Werkchen vom »Letzten Gericht und vom zerstörten Babylonien» [die Rede ist].

(483)
Daß es die ins Handeln übergehende Liebe ist, welche bleibt, somit das Leben des Menschen, folgt als Schlußsatz aus allem dem, was nun aus der Erfahrung nachgewiesen, sowie auch aus dem, was oben von den Taten und Werken gesagt worden ist. Die ins Handeln übergehende Liebe ist das Werk und die Tat.

(484)
Man muß wissen, daß alle Werke und Taten Sache des moralischen und bürgerlichen Lebens sind, und daß sie demnach auf das Redliche und Gerade [sinserum et rectum], und dann auch auf das Gerechte und Billige [justum et aequum] sich beziehen; das Redliche und Gerade sind Gegenstand des moralischen Lebens, und das Gerechte und Billige sind Gegenstand des bürgerlichen Lebens; die Liebe aus der sie hervorgehen, ist entweder eine himmlische oder eine höllische; die Werke und Taten des moralischen und bürgerlichen Lebens sind himmlisch, wenn sie aus himmlischer Liebe heraus getan werden; denn was aus himmlischer Liebe geschieht, geschieht aus dem Herrn, und was aus dem Herrn geschieht, ist alles gut; dagegen sind die Taten und Werke des sittlichen und bürgerlichen Lebens höllisch, wenn sie aus höllischer Liebe geschehen; denn was aus dieser Liebe, welche die Selbst- und Weltliebe ist, geschieht, das geschieht aus dem Menschen selbst, und was aus dem Menschen selbst geschieht, das ist alles in sich böse; denn der Mensch an sich betrachtet, oder sein Eigenes, ist nichts als Böses
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 12:49

(53)

DAß DIE LUSTREIZE DES LEBENS
EINES JEDEN NACH DEM TODE
SICH IN ENTSPRECHENDES VERWANDELN
(485)
Daß die Grundneigung [Affectio regnans] oder herrschende Liebe bei jeglichem in Ewigkeit bleibt, ist in dem vorhergehenden Abschnitt gezeigt worden; daß aber die Lustreize [jucunda] seiner Neigung oder Liebe sich in Entsprechendes verwandeln, soll jetzt gezeigt werden: unter dem in Entsprechendes verwandelt werden wird verstanden in Geistiges, das dem Natürlichen entspricht; daß es in Geistiges verwandelt wird, kann daraus erhellen, daß der Mensch, solange er in seinem irdischen Leib ist, sich in der natürlichen Welt befindet, dann aber, nachdem er diesen Leib verlassen hat, in die geistige Welt kommt und einen geistigen Leib anzieht. Daß die Engel in vollkommener Menschengestalt und [wirklich] auch Menschen sind nach dem Tode, und daß ihre Leiber, mit denen sie bekleidet sind, geistig sind, sehe man Nr. 73-77 und Nr. 453-460; und was das Entsprechungsverhältnis der geistigen Dinge mit den natürlichen sei, Nr. 87-115.

(486)
Alle Lustreize, die der Mensch hat, gehören seiner herrschenden Liebe an; denn der Mensch empfindet nichts anderes als Lust, als was er liebt, somit am allermeisten das, was er über alles liebt; ob man sagt: die herrschende Liebe, oder: das, was er über alles liebt, ist gleichviel. Diese Lustreize sind von mancherlei Art; im allgemeinen [sind ihrer] so viele, als es Arten von herrschender Liebe, mithin [ebenso viele], als es Menschen, Geister und Engel gibt; denn die herrschende Liebe des einen ist der des anderen nicht durchgängig gleich; daher kommt, daß keiner ganz die gleiche Gesichtsbildung wie der andere hat; denn das Angesicht ist das Abbild der Gesinnung eines jeden, und in der geistigen Welt ist es das Abbild der herrschenden Liebe eines jeden; die Lustreize eines jeden im besonderen sind ebenfalls von unendlicher Mannigfaltigkeit, und es gibt bei einem [und demselben] auch nicht einen Lustreiz [unum alicujus jucundum], der dem anderen ganz gleich oder mit ihm derselbe wäre, weder solche, die aufeinander folgen, noch solche, die zugleich beisammen sind; es gibt nicht einen, der [oder eines, das] mit dem anderen dasselbe wäre [unum idem cum altero non datur]; dennoch aber beziehen sich die Lustreize bei jeglichem insonderheit auf eine Liebe bei ihm, welche die herrschende Liebe ist, denn sie bilden [componunt] diese, und machen so eines mit ihr aus; ebenso beziehen sich auch alle Lustreize überhaupt auf eine allgemein durchherrschende Liebe zurück, im Himmel auf die Liebe zum Herrn, und in der Hölle auf die Liebe zu sich.

(487)
Welche und welcherlei die geistigen Lustreize sind, in die sich eines jeden natürlichen Lustreize nach dem Tode verwandeln, kann man nicht anderswoher wissen, als aus der Wissenschaft der Entsprechungen; diese lehrt im allgemeinen, daß es nichts Natürliches gibt, dem nicht etwas Geistiges entspricht, und sie lehrt auch im besonderen, was und welcher Art das ist, das damit in Entsprechung steht; daher denn, wer diese Wissenschaft innehat, seinen Zustand nach dem Tod erkennen und wissen kann, wenn er nur seinen Trieb kennt und [weiß], welche Beschaffenheit derselbe in der durchherrschenden Liebe hat, auf welche sich, wie soeben gesagt worden, alle Triebe zurückbeziehen. Allein, ihre herrschende Liebe zu kennen, ist denjenigen unmöglich, die in der Liebe zu sich sind, weil sie das Ihrige lieben und ihr Böses gut heißen, und zugleich auch das Falsche, das [ihnen] günstig ist und durch das sie ihr Böses begründen, Wahres nennen; gleichwohl jedoch können sie es, wenn sie wollen, von anderen, die weise sind, erfahren, weil diese sehen, was sie nicht selbst [sehen]; allein auch dies geschieht nicht bei denen, die so von Selbstliebe gesättigt sind, daß sie alle Lehre der Weisen von sich stoßen. Solche aber, die in himmlischer Liebe sind, nehmen Unterricht an und sehen ihr Böses, in das sie hineingeboren wurden, sobald sie in dasselbe versetzt werden, aus den Wahrheiten, denn diese machen das Böse offenbar: Jeder nämlich kann aus dem Wahren, das aus dem Guten ist, das Böse und dessen Falsches sehen, niemand aber kann aus dem Bösen das Gute und Wahre sehen; die Ursache ist, weil das Falsche des Bösen Finsternis ist und dieser auch entspricht; weshalb die, welche im Falschen aus dem Bösen sind, den Blinden gleichen, welche die Dinge, die im Licht sind, nicht sehen, und dieselben auch fliehen, wie die Nachteulen
276; die Wahrheiten aus dem Guten hingegen sind Licht und entsprechen auch dem Licht (man sehe Nr. 126-134); weshalb die, welche in den Wahrheiten aus dem Guten sind, Sehende sind und offene Augen haben und die Dinge des Lichts von denjenigen, die im Schatten sind, zu unterscheiden wissen. Auch hierin ward [mir] gegeben, durch die Erfahrung bestärkt zu werden; die Engel, die in den Himmeln sind, sehen nicht nur, sondern empfinden auch [percipiunt] das Böse und Falsche, das zuweilen in ihnen [in se] aufsteigt, und auch das Böse und Falsche, in dem sich die Geister befinden, die in der Geisterwelt an die Höllen gekettet sind, die Geister selbst aber können ihr Böses und Falsches nicht sehen; was das Gute der himmlischen Liebe, was Gewissen, was das Redliche und Gerechte sei, außer dem, das sie um ihrer selbst willen tun, was das vom Herrn geführt werden sei, fassen sie nicht; sie sagen, dergleichen gebe
es nicht, somit sei es nichts. Dies ist zu dem Ende gesagt worden, damit der Mensch sich prüfe und aus seinen Lustreizen seine Liebe erkenne, und hieraus, inwieweit er es aus der Kenntnis der Entsprechungen faßt, den Zustand seines Lebens nach dem Tode wissen möge.
(488)
Auf welche Weise die Lebensreize eines jeden sich nach dem Tod in Entsprechendes verwandeln, kann man zwar aus der Wissenschaft der Entsprechungen wissen; weil aber diese Wissenschaft noch nicht kundgegeben ist, so will ich die Sache durch einige Beispiele aus der Erfahrung einigermaßen ins Licht setzen. Alle die, welche im Bösen sind und sich im Falschen wider die Wahrheiten der Kirche bestärkt, besonders solche, die das Wort verworfen haben, fliehen das Licht des Himmels und stürzen sich in unterirdische Höhlen, die in ihren Öffnungen finster erscheinen, und in Felsenklüften und verbergen sich darin; und dies darum, weil sie das Falsche geliebt und die Wahrheiten gehaßt hatten; denn solche unterirdische Höhlen und auch die Felsenklüfte
277, sowie die Falschheiten entsprechen der Finsternis, das Licht aber den Wahrheiten; ihre Lust ist, sich darin aufzuhalten, Unlust aber, auf freiem Felde.
Ebenso machen es diejenigen, deren Lust war, heimlich [anderen] nachzustellen und im Verborgenen Ränke zu schmieden; auch diese sind in jenen unterirdischen Höhlen und verkriechen sich in Gewölbe, die so dunkel sind, daß nicht einmal einer den anderen sieht, und raunen sich in den Winkeln einander in die Ohren; darein verwandelt sich die Lust ihrer Liebe.
Solche, die ohne anderen Endzweck, als um für gelehrt zu gelten, sich auf die Wissenschaften gelegt und nicht ihre Vernunft durch dieselben ausgebildet und Lust an den Gedächtnisdingen infolge des daher rührenden Dünkels gefunden haben, diese lieben sandige Orte, die sie vor den Feld- und Gartenplätzen sich erwählen, weil das Sandige solchen Studien entspricht.
Solche, die in der Kenntnis der Lehrbestimmungen ihrer und anderer Kirchen gewesen waren und nichts davon aufs Leben angewandt hatten, erwählen sich felsige Orte und halten sich zwischen Steinhaufen auf, die angebauten Orte fliehen sie, weil sie einen Widerwillen dagegen haben.
Solche, die alles der Natur, und auch solche, die alles der eigenen Klugheit zugeschrieben und durch mancherlei Kunstgriffe sich zu Ehrenstellen emporgeschwungen und Reichtümer gewonnen hatten, legen sich im anderen Leben auf Zauberkünste, die ein Mißbrauch der göttlichen Ordnung sind, und empfinden in diesen die höchste Lebenslust.
Diejenigen, welche die göttlichen Wahrheiten nach ihren Neigungen gedreht und so sie verfälscht hatten, lieben das Harnhafte [urinosa], weil das Harnhafte den Lustreizen einer solchen Liebe entspricht278.
Solche, die schmutzig geizig waren, wohnen in Kellern und lieben den Unflat der Schweine, sowie auch die Dünste, die aus den Unverdaulichkeiten des Magens aufsteigen.
Solche, die ihr Leben bloß in Vergnügungen zugebracht und üppig [delicate] gelebt und dem Gaumen und Bauch gefrönt hatten, indem sie diese [Genüsse] als das höchste Gut des Lebens liebten, die lieben im anderen Leben die Exkremente und Kloaken; an diesen haben sie alsdann ihr Ergötzen; und dies darum, weil jene Art Vergnügungen geistiger Schmutz sind; reinliche und schmutzfreie Orte fliehen sie, weil sie ihnen unangenehm sind.
Diejenigen, die in Ehebrüchen ihre Lust gefunden hatten, halten sich in unzüchtigen Häusern auf, wo alles schmutzig und unflätig ist; diese lieben sie, die sittlich reinen Häuser aber fliehen sie; sobald sie zu diesen kommen, fallen sie in Ohnmacht; nichts ist ihnen angenehmer, als die Ehen zu zerreißen.
Solche, die rachgierig waren und sich daher eine blutdürstige und grausame Natur angebildet hatten, lieben das Aashafte und sind auch in dergleichen Höllen. Andere anders.
(489)
Die Lebensreize derer hingegen, die in der Welt in himmlischer Liebe gelebt hatten, verwandeln sich in entsprechende Dinge, dergleichen in den Himmeln sind, die aus der Sonne des Himmels und aus dem aus ihr hervorgehenden Licht entstehen, welches Licht solche Dinge zur Erscheinung bringt, die inwendig das Göttliche in sich bergen; die infolgedessen erscheinenden Dinge regen das Inwendige der Engel, das ihrem Gemüt angehört, und zugleich das Auswendige an, das ihrem Leib angehört; und weil das göttliche Licht, welches das vom Herrn ausgehende göttliche Wahre ist, in ihre Gemüter einfließt, die durch die himmlische Liebe aufgeschlossen sind, so stellt es im Äußeren solche Dinge dar, die den Lustreizen ihrer Liebe entsprechen; daß die Dinge, die in den Himmeln dem Auge erscheinen, dem Inwendigen der Engel oder denjenigen Dingen entsprechen, welche die Gegenstände ihres Glaubens und ihrer Liebe und hieraus der Einsicht ihrer Weisheit sind, ist gezeigt worden im Abschnitt, in dem von den Vorbildungen und Erscheinungen im Himmel, Nr. 170-176, und im Abschnitt, in dem von der Weisheit der Engel des Himmels, Nr. 265-275, gehandelt wurde. Da ich nun angefangen habe, diese Sache durch Beispiele aus der Erfahrung zu bestätigen, damit das vorerst aus den Gründen der Dinge Abgeleitete verdeutlicht würde, so will ich auch einiges von den himmlischen Lustreizen vorführen, in welche die natürlichen Lustreize bei denen, die in der Welt in himmlischer Liebe leben, verwandelt werden.

Solche, welche die göttlichen Wahrheiten und das Wort aus inwendiger Neigung oder aus Neigung zur Wahrheit selbst geliebt hatten, wohnen im anderen Leben im Licht, auf erhabenen Orten, die wie Berge erscheinen, und sind hier fortwährend im Licht des Himmels; sie wissen nicht, was Finsternis ist, wie die der Nacht in der Welt; auch leben sie in Frühlingswärme [in temperie verna]; ihrem Blick stellen sich wie Äcker und Ernten und auch Weinberge dar; in ihren Häusern glänzt alles wie von Edelsteinen; ihr Ausblick durch die Fenster wie durch reinen Kristall; diese Lustreize sind die ihres Gesichtssinnes, aber ebendieselben sind auch inwendig Lustreize vermöge der Entsprechung mit himmlisch Göttlichem; denn die Wahrheiten aus dem Wort, die sie geliebt hatten, entsprechen den Ernten, den Weinbergen, den Edelsteinen, den Fenstern und Kristallen279.
Diejenigen, welche die dem Wort entnommenen Lehren der Kirche sogleich aufs Leben angewandt hatten, sind im innersten Himmel und mehr als die übrigen in der Lust der Weisheit; in den einzelnen Gegenständen erblicken sie Göttliches; sie sehen zwar die Gegenstände, allein das entsprechende Göttliche fließt alsbald in ihre Gemüter ein und erfüllt sie mit einer Seligkeit, von der alle ihre Empfindungen angeregt werden, daher dann alles vor ihren Augen gleichsam lacht, spielt und lebt; man sehe hierüber Nr. 270.
Bei solchen, welche die Wissenschaften geliebt und durch dieselben ihre Vernunft ausgebildet und dadurch sich Einsicht erworben und zugleich das Göttliche anerkannt hatten, wird ihr Vergnügen an den Wissenschaften und ihr vernunftmäßiger Lustreiz im anderen Leben in einen geistigen Lustreiz verwandelt, welcher der der Erkenntnisse des Guten und Wahren ist; sie wohnen in Gärten, in denen Blumenauen und grüne Plätze schön in Beete abgeteilt und ringsumher Baumgruppen mit Bogengängen und Alleen erscheinen; die Bäume und Blumen wechseln von einem Tag zum anderen; der Anblick des Ganzen gibt ihren Gemütern die Lustreize im Gesamteindruck, während die Mannigfaltigkeiten im besonderen dieselben fortwährend erneuern; und weil diese Dinge Göttlichem entsprechen und sie in der Wissenschaft der Entsprechungen sind, so werden sie stets mit neuen Erkenntnissen erfüllt, und durch diese wird ihr geistig Vernünftiges vervollkommnet; in diesen Lustreizen sind sie, weil die Gärten, Blumenbeete [floreta], grünen Plätze [vireta] und Bäume den Wissenschaften, Erkenntnissen und der daraus hervorgehenden Einsicht entsprechen280.
Solche, die alles dem Göttlichen zugeschrieben und die Natur ihm gegenüber als Totes und nur den geistigen Dingen Dienendes betrachtet und sich hierin bestärkt hatten, sind in himmlischem Licht, und alles, was vor ihren Augen erscheint, hat von diesem Licht, daß es durchsichtig ist, und in dieser Durchsichtigkeit sehen sie unzählige Wechselspiele des Lichtes, die ihr inneres Sehen gleichsam unmittelbar einzieht; infolgedessen empfinden sie inwendige Lustreize; die in ihren Häusern erscheinenden Dinge sind wie von Diamant, und in ihnen ist ein ähnliches Strahlenspiel; es ward gesagt, die Wände ihrer Häuser seien wie von Kristall, somit ebenfalls durchsichtig, und an ihnen erscheinen wie fließende Gestalten, welche himmlische Dinge vorbilden, ebenfalls in beständigem Wechsel; und dies, weil solche Durchsichtigkeit dem Verstand entspricht, der vom Herrn erleuchtet worden, nach Entfernung der Schatten aus dem Glauben und der Liebe der natürlichen Dinge; dergleichen und unendlich viele andere Dinge sind es, von denen solche, die im Himmel waren, sagen, sie hätten Dinge gesehen, die noch kein Auge je sah, und infolge des ihnen durch dieselben mitgeteilten Innewerdens göttlicher Dinge, sie hätten gehört, was noch kein Ohr je gehört.
Solche, die nichts heimlich taten, sondern wollten, daß alles, was sie dachten, offenbar sei, soweit das bürgerliche Leben dies zuließ, die haben, weil sie nur Redliches und Gerechtes aus dem Göttlichen dachten, im Himmel ein leuchtendes Angesicht, und vermöge dieses Lichtes erscheinen in ihrem Angesicht die einzelnen Gefühle und Gedanken wie in Gestalt, und was ihre Reden und Handlungen betrifft, so sind sie gleichsam die Abbilder ihrer Neigungen; sie werden daher mehr als andere geliebt; wenn sie reden, verdunkelt sich ihr Angesicht ein wenig, nachdem sie aber ausgeredet haben, erscheint dasselbe, was sie geredet, zumal und völlig sichtbar im Angesicht; auch alles, was um sie her ist, zeigt sich, weil es ihrem Inwendigen entspricht, in solcher Erscheinung, daß die anderen deutlich wahrnehmen, was es vorbildet und bezeichnet; Geister, die Lust an heimlichem Handeln hatten, fliehen schon von Ferne vor ihnen, und erscheinen sich, als verkröchen sie sich wie Schlangen vor ihnen.
Solche, welche die Ehebrüche für Schandtaten gehalten und in keuscher ehelicher Liebe gelebt hatten, sind mehr als die übrigen in der Ordnung und Form des Himmels und infolgedessen in aller Schönheit und fortwährend in der Blüte der Jugend; die Wonnen ihrer Liebe sind unaussprechlich und nehmen in Ewigkeit fort zu; denn in diese Liebe fließen alle Wonnen und Freuden des Himmels ein; weil diese Liebe aus der Verbindung des Herrn mit dem Himmel und mit der Kirche, und im allgemeinen aus der Verbindung des Guten und Wahren entspringt, welche Verbindung der Himmel selbst im allgemeinen und bei jeglichem Engel im besonderen ist, (man sehe Nr. 366-386); ihre äußeren Freuden sind von der Art, daß sie nicht mit menschlichen Worten beschrieben werden können. Allein was hier von den Entsprechungen der Lustreize bei denen, die in himmlischer Liebe sind, gesagt worden, ist nur weniges.
(490)
Hieraus kann man wissen, daß die Lustreize aller nach dem Tode sich in Entsprechendes verwandeln, während jedoch die Liebe selbst in Ewigkeit bleibt, wie z.B. die eheliche Liebe, die Liebe zum Gerechten, zum Redlichen, zum Guten und Wahren, die Liebe zu den Wissenschaften und Erkenntnissen, die Liebe zur Einsicht und Weisheit, und [so] die übrigen; die [Zustände nun], die aus diesen wie die Bäche aus ihrer Quelle hervorfließen, sind die Lustreize, die ebenfalls fortdauern, aber auf eine höhere Stufe erhoben werden, wenn vom Natürlichen zum Geistigen.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 12:50

(54)

VON DES MENSCHEN
ERSTEM ZUSTAND NACH DEM TODE
(491)
Es sind drei Zustände, die der Mensch nach dem Tode durchläuft, bevor er entweder in den Himmel oder in die Hölle kommt; der erste Zustand ist der seines Auswendigen; der zweite Zustand ist der seines Inwendigen; und der dritte Zustand ist der seiner Zubereitung; der Mensch durchläuft diese Zustände in der Geisterwelt. Es gibt jedoch einige, welche diese Zustände nicht durchlaufen, sondern sogleich nach dem Tode entweder in den Himmel erhoben oder in die Hölle geworfen werden; diejenigen, die sogleich in den Himmel erhoben werden, sind solche, die wiedergeboren und so zum Himmel zubereitet worden sind in der Welt; solche, die dergestalt wiedergeboren und zubereitet sind, daß sie nur nötig haben, die natürlichen Unreinheiten mit dem Körper abzuwerfen, werden sogleich von den Engeln in den Himmel geführt; ich sah, wie welche nach der Todesstunde dahin erhoben wurden. Solche aber, die inwendig bösartig und auswendig dem Schein nach gut waren, die also ihre Bösartigkeit mit Trugkünsten erfüllt und sich des Guten als eines Trugmittels bedient hatten, werden sogleich in die Hölle geworfen; ich sah, wie einige von dieser Art alsbald nach ihrem Tod in die Hölle geworfen wurden; einen Erzbetrüger mit dem Kopf nach unten und den Füßen nach oben; und andere anders. Es gibt auch solche, die gleich nach dem Tod in Höhlen geworfen und so von denen in der Geisterwelt abgesondert und abwechslungsweise von da herausgenommen und wieder hinein versetzt werden; dies sind solche, die unter dem Schein des Wohlwollens bösartig an ihrem Nächsten gehandelt hatten. Allein diese und jene sind wenige gegen die, welche in der Geisterwelt behalten und hier der göttlichen Ordnung gemäß zum Himmel oder zur Hölle zubereitet werden.

(492)
Was den ersten Zustand betrifft, welcher der des Auswendigen ist, so kommt in ihn der Mensch sogleich nach dem Tode; jeder Mensch hat hinsichtlich seines Geistes ein Auswendiges und ein Inwendiges; das Auswendige des Geistes ist das, wodurch dieser den Körper des Menschen in der Welt, besonders sein Gesicht, seine Rede und seine Gebärden dem Umgang mit anderen anpaßt; das Inwendige des Geistes aber ist das, was zu seinem eigenen Willen und aus diesem kommenden Denken gehört und sich selten im Gesicht, in Rede und Gebärde offenbart; denn der Mensch gewöhnt sich von Kindheit an, Freundschaft, Wohlwollen und Redlichkeit auszuhängen und die Absichten seines eigenen Willens zu verbergen; daher er aus Angewöhnung ein sittlich und bürgerlich gutes Leben im Äußeren annimmt, wie er auch im Inneren beschaffen sei; von dieser Angewöhnung kommt her, daß der Mensch kaum sein Inwendiges kennt, sowie auch, daß er nicht darauf merkt.

(493)
Der erste Zustand des Menschen nach dem Tode gleicht seinem Zustand in der Welt, weil er alsdann in gleicher Weise im Äußeren ist; er hat auch die gleiche Gesichtsbildung, die gleiche Rede- und Denkweise, somit das gleiche moralische und bürgerliche Leben; daher kommt, daß er alsdann nicht anders weiß, als daß er noch in der Welt sei, sofern er nämlich nicht auf dasjenige merkt, was ihm aufstößt und was ihm die Engel sagten, als er auferweckt wurde, daß er nämlich jetzt ein Geist sei, Nr. 450. So setzt sich das eine Leben in das andere fort, und der Tod ist bloß der Übergang.

(494)
Weil der neuangekommene Geist des Menschen nach dem Leben in der Welt diese Beschaffenheit hat, so wird er alsdann auch von seinen Freunden und von denen, die er in der Welt gekannt hatte, erkannt; denn die Geister erkennen ihn nicht nur an seinem Angesicht und an seiner Rede, sondern auch an seiner Lebenssphäre, wenn sie ihm nahe kommen; jeder im anderen Leben stellt, wenn er an den anderen denkt, sich auch dessen Gesicht und zugleich vieles vor, was zu dessen Leben gehört, und sobald er dies tut, wird der andere gegenwärtig, wie wenn er herbeigeholt und gerufen wäre; dergleichen findet in der geistigen Welt statt infolgedessen, daß daselbst die Gedanken sich mitteilen und die Räume dort nicht sind wie in der natürlichen Welt (man sehe Nr. 191-199); daher kommt, daß alle, sobald sie in das andere Leben kommen, von ihren Freunden, Verwandten und einigermaßen Bekannten wiedererkannt werden, und daß sie auch miteinander reden und hernach sich zusammentun je nach ihren freundschaftlichen Verbindungen in der Welt; ich hörte mehrmals mit an, wie die, welche aus der Welt ankamen, sich freuten, daß sie ihre Freunde wieder sahen, und auf der anderen Seite auch die Freunde, daß [jene] zu ihnen gekommen seien. Etwas Gewöhnliches ist, daß die Gatten zusammenkommen und sich einander gegenseitig beglückwünschen; sie verweilen auch beieinander, aber länger oder kürzer, je nach der Lust ihres Zusammenwohnens in der Welt; dennoch aber, wenn nicht wahrhaft eheliche Liebe sie verbunden hatte, welche Liebe eine Verbindung der Gemüter aus himmlischer Liebe ist, trennen sie sich nach einigem Zusammenleben wieder. Waren aber die Gemüter der Ehegatten miteinander uneinig und hatten sie innerlich einen Widerwillen gegeneinander, so brechen sie in offene Feindschaften aus und streiten miteinander, und dennoch trennen sie sich nicht eher, als bis sie in den zweiten Zustand treten, von dem in dem gleich folgenden die Rede sein wird.

(495)
Weil das Leben der neuangekommenen Geister nicht unähnlich ist ihrem Leben in der natürlichen Welt, und weil sie nichts wissen vom Zustand ihres Lebens nach dem Tod, noch etwas von Himmel und Hölle, außer dem, was sie aus dem Buchstabensinn des Wortes und aus der daraus genommenen Predigt gelernt hatten, so kommt sie, nachdem sie sich gewundert, daß sie in einem Leib sind und alle Sinne haben, wie in der Welt, und daß sie ähnliche Gegenstände sehen, ein Verlangen an, zu wissen, wie der Himmel und wie die Hölle beschaffen und wo diese seien; weshalb sie von ihren Freunden über den Zustand des ewigen Lebens belehrt und auch herumgeführt werden an mancherlei Orte und in mancherlei Gesellschaften, und einige in Städte und auch in Gärten und Paradiese, meistens zu Prächtigem, weil dergleichen das Äußere ergötzt, in dem sie sind; sie werden dann auch von Zeit zu Zeit in ihre Gedanken, die sie im Leben des Körpers vom Zustand ihrer Seele nach dem Tod und von Himmel und Hölle gehabt hatten, zurückversetzt, und dies so lange, bis sie unwillig werden, daß ihnen dergleichen Dinge ganz unbekannt blieben, und daß auch die Kirche nichts davon weiß. Fast alle sehnen sich zu erfahren, ob sie in den Himmel kommen werden; die meisten versprechen sich den Himmel, weil sie in der Welt ein sittlich und bürgerlich gutes Leben geführt hatten, und bedenken nicht, daß Böse und Gute das gleiche Leben im Äußeren führen, in gleicher Weise anderen Gutes tun und in gleicher Weise die Kirchen besuchen und die Predigten anhören und beten; sie wissen gar nicht, daß es nicht auf die äußeren Handlungen und auf den äußeren Gottesdienst ankommt, sondern auf das Innere, aus dem das Äußere hervorgeht; unter einigen Tausenden weiß kaum einer, was das Innere ist, und daß in diesem der Himmel und die Kirche für den Menschen liegt; und weniger noch, daß die äußeren Handlungen so beschaffen sind wie die Absichten und Gedanken, und in diesen die Liebe und der Glaube, aus denen jene stammen; und werden sie darüber belehrt, so fassen sie nicht, daß auf das Denken und Wollen etwas ankommt, sondern [meinen], bloß auf das Reden und Tun; von dieser Art sind die meisten, die heutzutage aus der christlichen Welt ins andere Leben kommen.

(496)
Sie werden jedoch von guten Geistern geprüft, wie sie beschaffen sind, und dies in verschiedener Weise, weil in diesem ersten Zustand die Bösen ebensowohl Wahres reden und Gutes tun, wie die Guten, aus dem oben erwähnten Grund, weil sie nämlich, da sie in Staaten und unter Gesetzen lebten, in der äußeren Form ebenso sittlich gut lebten, und dadurch den Ruf der Redlichkeit und Gerechtigkeit erlangten, und die Gemüter für sich einnahmen, und so zu Ehrenstellen erhoben wurden und zu Reichtümern gelangten; es werden aber die bösen Geister, den Guten gegenüber, besonders daran erkannt, daß die Bösen begierig auf das achten, was von Außendingen, und wenig auf das, was von Innerem, nämlich von den Wahrheiten und dem Guten der Kirche und des Himmels gesagt wird; diese Dinge hören sie zwar an, aber nicht mit Aufmerksamkeit und Freude; sie werden auch daran erkannt, daß sie sich häufig gegen gewisse Gegenden hinwenden, und, wenn sie sich selbst überlassen sind, die dahin führenden Wege gehen; an dem Sichhinwenden gegen bestimmte Gegenden und an dem Wandel auf bestimmten Wegen wird erkannt, welcherlei die leitende Liebe ist.

(497)
Alle Geister, die aus der Welt anlangen, stehen zwar im Verband mit einer gewissen Gesellschaft im Himmel, oder mit einer gewissen Gesellschaft in der Hölle, jedoch nur ihrem Inwendigen nach; das Inwendige ist aber keinem offenbar, solange sie im Auswendigen sind; denn das Äußere verdeckt und verbirgt das Innere, besonders bei denen, die in inwendigerem Bösen sind; nachher aber, wenn sie in den zweiten Zustand kommen, liegt es offen zutage, weil alsdann ihr Inwendiges aufgeschlossen und das Auswendige eingeschläfert wird.

(498)
Dieser erste Zustand des Menschen nach dem Tode dauert bei einigen tagelang, bei einigen monatelang, und bei einigen ein Jahr lang, und nur selten bei irgendeinem über ein Jahr; bei den einzelnen mit Unterschied je nach der Zusammenstimmung oder Nichtzusammenstimmung ihres Inwendigen mit dem Auswendigen; denn bei jedem müssen das Auswendige und das Inwendige eins ausmachen und einander entsprechen; keiner darf in der geistigen Welt anders denken und wollen und anders reden und handeln, jeder muß dort das Abbild seiner Neigung oder Liebe sein; wie er daher im Inwendigen ist, so muß er auch im Auswendigen sein; weshalb das Auswendige des Geistes zuerst aufgedeckt und in Ordnung gebracht wird, damit es dem Inwendigen zur entsprechenden Unterlage diene.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 12:52

(55)

VOM ZWEITEN ZUSTAND
DES MENSCHEN NACH DEM TODE
(499)
Der zweite Zustand des Menschen nach dem Tode heißt der Zustand des Inwendigen, weil er alsdann in das Inwendige, das seinem Gemüt oder Wollen und Denken angehört, versetzt und das Auswendige, in dem er in seinem ersten Zustand war, eingeschläfert wird. Jeder, der auf das Leben des Menschen und seine Reden und Handlungen merkt, kann erkennen, daß bei jedem Menschen ein Auswendiges und ein Inwendiges, oder auswendige und inwendige Gedanken und Absichten sind; er kann dies aus folgendem abnehmen: wer seine Lebensart hat, denkt zwar über andere, wie er entweder durch das Gerücht oder durch Umgang von ihnen gehört und wahrgenommen hat, dennoch aber redet er nicht mit ihnen wie er denkt, und obwohl sie böse sind, benimmt er sich doch mit Artigkeit gegen sie; daß dem so ist, ist besonders von den Gleisnern und Schmeichlern bekannt, die ganz anders reden und handeln, als sie denken und wollen; und von den Heuchlern, die von Gott, vom Himmel, vom Heil der Seelen, von den Wahrheiten der Kirche, vom Wohl des Vaterlandes und vom Nächsten wie aus Glauben und Liebe reden, und doch im Herzen anders glauben und sich allein lieben. Hieraus kann erhellen, daß es ein zweifaches Denken gibt, ein auswendiges und ein inwendiges, und daß sie aus dem auswendigen Denken reden und aus dem inwendigen Denken andere Gedanken haben, und daß diese zweifachen Gedanken voneinander getrennt sind; denn man nimmt sich in Acht, daß der inwendige nicht in den auswendigen einfließe und einigermaßen zum Vorschein komme. Von der Schöpfung her ist der Mensch so geartet, daß das inwendige Denken eins ausmacht mit dem auswendigen durch Entsprechung; und wirklich macht es auch eins aus bei denen, die im Guten sind; denn diese denken nichts als Gutes und reden nichts als Gutes; bei denen hingegen, die im Bösen sind, macht das inwendige Denken nicht eins aus mit dem auswendigen, denn diese denken Böses und reden Gutes; bei diesen ist die Ordnung umgekehrt; denn das Gute ist bei ihnen außerhalb, und das Böse ist innerhalb; daher kommt, daß das Böse über das Gute herrscht und dieses sich unterwirft wie einen Knecht, damit es ihm zum Mittel zur Erreichung seiner Endzwecke diene, welche Gegenstand seiner Liebe sind, und weil in dem Guten, das sie reden und tun, ein solcher Endzweck liegt, so ist offenbar, daß ihr Gutes nicht gut, sondern vom Bösen angesteckt ist, wie sehr es auch in der Außengestalt bei denen, die dies Inwendige nicht kennen, als Gutes erscheinen mag; anders bei denen, die im Guten sind; bei diesen ist die Ordnung nicht verkehrt, sondern das Gute fließt aus dem inwendigen Denken in das auswendige und so in die Rede und Handlungen ein; dies ist die Ordnung, in die der Mensch geschaffen wurde; denn so ist ihr Inwendiges im Himmel und in dem Licht daselbst, und weil das Licht des Himmels das vom Herrn ausgehende göttliche Wahre, folglich der Herr im Himmel ist, Nr. 126-140, so werden sie vom Herrn geführt. Dies ist gesagt worden, damit man wisse, daß jeder Mensch ein inwendiges und ein auswendiges Denken hat, und daß diese voneinander unterschieden sind. Wenn das Denken genannt wird, so wird auch der Wille verstanden, denn das Denken kommt aus dem Willen, da niemand ohne den Willen denken kann. Hieraus erhellt, was der Zustand des Auswendigen und der Zustand des Inwendigen des Menschen ist.

(500)
Wenn der Wille und das Denken genannt wird, so wird unter dem Willen auch die Neigung und Liebe, sowie alle Annehmlichkeit und Lust [jucunditas et voluptas] verstanden, die mit der Neigung und Liebe zusammenhängen, weil diese sich auf den Willen als ihren Träger [subjectum] beziehen; denn was der Mensch will, das liebt er und empfindet [es als etwas] Angenehmes und Vergnügliches, und umgekehrt, was der Mensch liebt und als angenehm und vergnüglich empfindet, das will er; unter dem Denken aber wird alsdann auch alles das verstanden, wodurch er seine Neigung oder Liebe begründet; denn das Denken ist nichts anderes, als die Form des Willens oder [das Mittel], daß im Licht erscheine, was der Mensch will; diese Form stellt sich durch mancherlei vernunftmäßige Zergliederungen dar, die aus der geistigen Welt herstammen und [ganz] eigentlich dem Geist des Menschen angehören.

(501)
Man muß wissen, daß der Mensch ganz so ist, wie er seinem Inwendigen nach beschaffen ist, nicht aber wie er hinsichtlich des vom Inwendigen getrennten Auswendigen ist; die Ursache ist, weil sein Inwendiges sein Geist ist und das Leben des Menschen das Leben seines Geistes ist; denn aus diesem lebt der Körper; weshalb auch der Mensch in Ewigkeit so bleibt, wie er seinem Inwendigen nach beschaffen ist; das Auswendige aber, weil es auch zum Körper gehört, wird nach dem Tode abgetrennt, und dasjenige davon, was dem Geist anhängt, wird eingeschläfert und dient nur dem Inwendigen zur Unterlage [pro plano], wie dies oben gezeigt worden ist, wo von dem nach dem Tode noch fortdauernden Gedächtnis des Menschen gehandelt wurde. Daraus erhellt, was des Menschen Eigenes und was nicht sein Eigenes ist, daß nämlich bei den Bösen alles das, was zum auswendigen Denken, aus dem sie reden, und zum auswendigen Wollen gehört, aus dem sie handeln, nicht ihr Eigenes ist, sondern das, was ihrem inwendigen Denken und Wollen angehört.

(502)
Nach vollbrachtem ersten Zustand, welcher der Zustand des Auswendigen ist, von dem im vorhergehenden Abschnitt gehandelt worden ist, wird der Geistmensch in den Zustand seines Inwendigen oder in den Zustand seines inwendigen Wollens und des daher stammenden Denkens versetzt, in dem er in der Welt war, wenn er, sich selbst überlassen, frei und zügellos dachte; in diesen Zustand verfällt er, ohne es selbst zu wissen, gerade wie in der Welt, wenn er das der Rede am nächsten liegende Denken, oder dasjenige, aus dem die Rede hervorgeht, gegen das inwendigere zurückzieht und in diesem stehen bleibt; ist daher der Geistmensch in diesem Zustand, so ist er in sich selbst und in seinem eigentlichen Leben; denn frei denken aus der eigenen Neigung ist das eigenste Leben des Menschen und ist er selbst.

(503)
Der Geist denkt in diesem Zustand aus seinem eigensten Willen, somit aus seiner eigensten Neigung, oder aus seiner eigensten Liebe, und alsdann macht sein Denken eins aus mit seinem Wollen, und zwar so sehr eines, daß er kaum zu denken, sondern nur zu wollen scheint; fast ebenso [ist es], wenn er spricht, mit dem Unterschied jedoch, daß es mit einiger Furcht geschieht, es möchten die Gedanken seines Willens nackt hervortreten, weil auch dies infolge der geselligen Verhältnisse in der Welt [ein Bestandteil] seines Willens geworden war.

(504)
Alle Menschen, so viele ihrer sind, werden nach dem Tod in diesen Zustand versetzt, weil er der ihrem Geist eigene ist; der vorige Zustand ist derjenige, in welchem der Mensch seinem Geist nach ist im Verkehr mit anderen [in consortiis], welcher Zustand nicht der ihm eigene ist; daß dieser Zustand, oder der Zustand des Auswendigen in dem der Mensch nach dem Tode zuerst ist und von dem im vorhergehenden Abschnitt gehandelt wurde, nicht der ihm eigene Zustand ist, kann aus vielem erhellen, wie z.B. daraus, daß die Geister aus ihrer Neigung nicht nur denken, sondern auch reden; denn ihre Rede kommt aus dieser, wie dies aus demjenigen erhellen kann, was im Abschnitt von der Rede der Engel, Nr. 234-245, gesagt und gezeigt worden ist; in gleicher Weise hatte auch der Mensch in der Welt gedacht, wenn er innerhalb seiner [selbst dachte]; denn alsdann dachte er nicht aus der Rede seines Körpers, sondern sah nur diese Dinge, und zwar zugleich in einer Minute mehr, als er nachher in einer halben Stunde aussprechen konnte; daß der Zustand des Auswendigen nicht der dem Menschen oder seinem Geist eigene ist, erhellt auch daraus, daß er in der Welt, wenn er im Verkehr mit anderen ist, sich nach den Gesetzen des moralischen und bürgerlichen Lebens ausspricht, und daß alsdann sein inwendiges Denken das auswendige regiert, wie einer den anderen, damit es die Grenzen des Anständigen und Ehrbaren nicht überschreite; es erhellt auch daraus, daß der Mensch, wenn er innerhalb seiner selbst denkt, auch denkt, wie er reden und handeln muß, um zu gefallen, und um Freundschaft, Wohlwollen und Gunst zu erwerben, und zwar dies in einer [ihm] äußerlichen Weise [modis extraneis], somit anders, als wenn es aus dem eigenen Willen geschehen würde. Hieraus erhellt, daß der Zustand des Inwendigen, in den der Geist versetzt wird, sein eigener Zustand ist, also auch der eigene des Menschen [war], da er noch in der Welt lebte.

(505)
Wenn der Geist im Zustand seines Inwendigen ist, dann liegt offen zutage, wie der Mensch in sich in der Welt beschaffen war; denn alsdann handelt er aus seinem Eigenen; wer inwendig im Guten war in der Welt, der handelt dann vernünftig und weise, ja jetzt noch weiser als in der Welt, weil er jetzt los ist vom Verband mit dem Körper und infolgedessen auch von dem mit den irdischen Dingen, die eine Verdunkelung und gleichsam eine Wolke dazwischen gestellt hatten. Wer aber im Bösen war in der Welt, der handelt alsdann unweise und unverständig, ja noch unverständiger als in der Welt, weil er jetzt in Freiheit ist und nicht in Schranken gehalten wird; denn solange er noch in der Welt lebte, war er im Äußeren verständig, da er durch dieses einen vernünftigen Menschen darstellte; sobald ihm daher das Äußere genommen ist, werden seine Tollheiten offenbar. Der Böse, der im Äußeren einen guten Menschen nachbildet, kann einem äußerlich glänzenden und fein geglätteten und mit einem Überwurf bedeckten Gefäß verglichen werden, innerhalb dessen alle Arten von Unreinheiten verborgen sind nach dem Ausspruch des Herrn:

„Ihr seid gleich übertünchten Gräbern, die von außen hübsch erscheinen, inwendig aber voller Totengebeine und aller Unreinheit sind“: Matth.23/27.
(506)
Alle, die in der Welt im Guten gelebt und nach dem Gewissen gehandelt haben, welche diejenigen sind, die das Göttliche anerkannt und die göttlichen Wahrheiten geliebt, und besonders die, welche sie auf das Leben angewandt hatten, erscheinen sich, wenn sie in den Zustand ihres Inwendigen versetzt werden, wie die, welche aus dem Schlaf erwacht in den Zustand des Wachens, und wie die, welche aus dem Schatten ins Licht kommen; sie denken auch aus dem Licht des Himmels, somit aus inwendiger Weisheit, und handeln aus dem Guten, somit aus inwendiger Neigung; auch fließt der Himmel in ihre Gedanken und Neigungen ein mit einer inwendigen Seligkeit und Lust, von der sie früher nichts gewußt hatten; denn sie haben Gemeinschaft mit den Engeln des Himmels; sie erkennen auch alsdann den Herrn an und verehren Ihn aus ihrem eigensten Leben; denn sie sind in ihrem eigensten Leben, wenn sie im Zustand ihres Inwendigen sind, wie soeben Nr. 505 gesagt worden ist; und sie erkennen Ihn auch an und verehren Ihn in Freiheit; denn die Freiheit gehört der inwendigen Neigung an; so entsagen sie auch der äußerlichen Heiligkeit und kommen in die innere Heiligkeit, in welcher der eigentliche Gottesdienst wesentlich besteht; von solcher Art ist der Zustand derer, die nach den Geboten im Wort ein christliches Leben geführt haben. Ganz entgegengesetzt aber ist der Zustand derer, die auf der Welt im Bösen gelebt und kein Gewissen gehabt und daher das Göttliche geleugnet hatten; denn alle, die im Bösen leben, leugnen inwendig bei sich das Göttliche, wie sehr sie auch, wenn sie im Äußeren sind, glauben mögen, daß sie dasselbe nicht leugnen, sondern anerkennen; denn das Göttliche anerkennen und böse leben, sind Gegensätze; die so beschaffen sind, erscheinen im anderen Leben, wenn sie in den Zustand ihres Inwendigen kommen und man sie reden hört und handeln sieht, wie Narren [fatui]; denn von ihren bösen Begierden aus stürzen sie sich in Schandtaten, in Geringschätzung anderer, in Verhöhnungen und Lästerungen, in Ausbrüche des Hasses, der Rache, sie schmieden Ränke, und zwar einige von ihnen mit solcher Arglist und Bosheit, daß man kaum glauben kann, daß dergleichen inwendig in einem Menschen [verborgen] gewesen sei; sie sind nämlich alsdann im Zustand der Freiheit, nach ihres Willens Gedanken zu handeln, weil sie vom Auswendigen abgeschieden sind, das sie in der Welt in Zaum und Zügel hielt; mit einem Wort, sie sind der Vernünftigkeit beraubt, weil das Vernünftige in der Welt seinen Sitz nicht in ihrem Inwendigen, sondern im Auswendigen gehabt hatte; gleichwohl jedoch erscheinen sie sich selbst alsdann als weiser denn andere. Weil sie von der Art sind, so werden sie, wenn sie in diesem zweiten Zustand sind, zwischenhinein für kurze Zeit in den Zustand ihres Auswendigen und alsdann in die Rückerinnerung an die Handlungen versetzt, die sie begangen hatten, als sie im Zustand des Inwendigen waren; einige schämen sich alsdann und erkennen an, daß sie wahnsinnig waren; andere schämen sich nicht; andere sind unwillig, daß sie nicht fortwährend im Zustand ihres Auswendigen sein dürfen; allein diesen wird gezeigt, wie sie sein würden, wenn sie unausgesetzt in diesem Zustand wären, daß sie nämlich heimlich mit ähnlichen Tücken umgehen und durch den Schein des Guten, Redlichen und Gerechten diejenigen, die einfältigen Herzens und Glaubens sind, verführen und auch sich selbst vollends ganz verderben würden; denn das Auswendige würde zuletzt in gleichen Brand geraten wie das Inwendige, der dann ihr ganzes Leben verzehren würde.

(507)
Wenn die Geister in diesem zweiten Zustand sind, so erscheinen sie ganz so, wie sie in der Welt in sich waren, und es kommt auch an den Tag, was sie im Verborgenen getan und geredet hatten; denn weil das Äußere nicht mehr zurückhält, so reden sie alsdann Gleiches und versuchen auch Gleiches zu tun und fürchten nicht, wie in der Welt, die üble Nachrede; sie werden auch in mehrere Zustände ihres Bösen versetzt, damit sie den Engeln und den guten Geistern so erscheinen möchten, wie sie wirklich sind; so wird das Verborgene geöffnet und das Heimliche aufgedeckt, nach den Worten des Herrn:

„Nichts ist zugedeckt, das nicht enthüllt, und nichts verborgen, das nicht erkannt werden wird; was ihr im Finstern gesagt habt, wird man im Lichte hören, und was ihr ins Ohr geredet in den Gemächern, das wird man auf den Dächern verkündigen“: Luk.12/2,3;
und anderwärts:
„Ich sage euch, daß von jedem unnützen Wort, das die Menschen geredet haben, sie werden Rechenschaft geben müssen am Tage des Gerichts“: Matth.12/36.
(508)
Wie die Bösen in diesem Zustand beschaffen sind, kann nicht mit wenigem beschrieben werden; denn jeder rast dann je nach seinen Begierden, und diese sind verschieden; weshalb ich nur einige einzelne Fälle anführen will, aus denen man auf die übrigen schließen kann. Diejenigen, die sich selbst über alles geliebt und in ihren Ämtern und Verrichtungen nur auf ihre eigene Ehre gesehen und nicht um des Nutzenschaffens willen Nutzen geleistet und daran Freude gehabt hatten, sondern um ihres Rufes willen, damit sie deshalb für würdiger als andere gehalten würden, und so ihre Freude am Ruf ihrer Ehre gehabt hatten, die sind, wenn sie sich in dem zweiten Zustand befinden, stumpfsinniger als die übrigen; denn inwieweit jemand sich selbst liebt, insoweit entfernt er sich vom Himmel, und inwieweit vom Himmel, insoweit auch von der Weisheit. Solche aber, die in der Selbstsucht und zugleich schlau gewesen waren und sich durch List zu Ehrenstellen emporgeschwungen hatten, gesellen sich zu den Schlimmsten und erlernen Zauberkünste, die ein Mißbrauch der göttlichen Ordnung sind, und durch diese reizen und beunruhigen sie alle, die ihnen keine Ehre erweisen, sie legen Hinterhalt, hegen Haß, brennen von Rachgier und wollen in Wut ausbrechen gegen alle, die sich [ihnen] nicht unterwerfen, und in all dieses stürzen sie sich so tief hinein, als der bösartige Haufen sie [durch Beifall] begünstigt, und zuletzt gehen sie in ihrem Gemüt damit um, wie sie in den Himmel aufsteigen möchten, um denselben zu zerstören, oder um in ihm als Götter verehrt zu werden; bis dahin treibt sie ihr Wahnsinn. Diejenigen von solcher Art, die der päpstlichen Religion angehörten, sind noch rasender als die übrigen, denn sie tragen sich mit dem Gedanken, sie haben Gewalt über Himmel und Hölle, und sie können nach Willkür die Sünden vergeben, sie maßen sich alles Göttliche an und nennen sich Christus; ihre Selbstberedung, daß dem so sei, ist so stark, daß sie, wo sie eindringt, die Gemüter verwirrt und mit Finsternis überzieht bis zum Schmerz; sie sind sich beinahe gleich in beiden Zuständen, im zweiten aber sind sie ohne Vernunft; doch von ihren Rasereien und von ihrem Los nach diesem Zustand soll noch einiges im besonderen gesagt werden in dem Werkchen »Vom Letzten Gericht und dem zerstörten Babylonien«. Solche, welche die Schöpfung der Natur zugeschrieben und daher im Herzen, obwohl nicht mit dem Mund, das Göttliche, mithin auch alle Dinge der Kirche und des Himmels geleugnet hatten, gesellen sich in diesem Zustand zu ihresgleichen und nennen jeden, der durch Schlauheit sich auszeichnet, [ihren] Gott und erzeigen ihm auch göttliche Ehre; ich sah, wie solche in Versammlung einen Zauberer anbeteten und über die Natur um Rat fragten und sich so albern benahmen, wie wenn sie vernunftlose Tiere in Menschengestalt wären; unter ihnen befanden sich auch solche, die in der Welt hochgestellt waren, und einige, die in der Welt für gelehrt und weise gehalten wurden. Andere anders. Hieraus kann man schließen, wie diejenigen beschaffen sind, deren Inwendiges des Gemüts gegen den Himmel zu verschlossen ist, wie dies der Fall ist bei allen, die gar keinen Einfluß aus dem Himmel aufnehmen durch Anerkennung des Göttlichen und durch ein Leben des Glaubens; jeder kann aus sich urteilen, wie er werden würde, wenn er ein solcher wäre und handeln dürfte ohne Furcht vor dem Gesetz und für sein Leben und ohne äußere Bande, welche sind die Befürchtungen, er möchte an seinem Ruf Schaden leiden und der Ehre, des Gewinnes und der daher rührenden Genüsse beraubt werden. Gleichwohl jedoch wird ihre Raserei vom Herrn in Schranken gehalten, damit sie nicht über die Grenzen des Nützlichen hinausrenne; denn von jedem so Gearteten kommt immerhin noch Nutzen; die guten Geister sehen an ihnen, was Böse ist und wie es beschaffen ist und wie der Mensch beschaffen ist, wenn er nicht vom Herrn geführt wird; ein Nutzen ist auch, daß durch sie die gleichgearteten Bösen zusammengesammelt und von den Guten ausgeschieden werden; ferner, daß das Wahre und Gute, das die Bösen im Äußeren gezeigt und gelogen hatten, ihnen genommen wird und sie in das Böse ihres Lebens und in das Falsche des Bösen gebracht und so zur Hölle zubereitet werden; denn keiner kommt früher in die Hölle, als bis er in seinem Bösen und im Falschen des Bösen ist, weil keiner ein geteiltes Gemüt haben, nämlich anderes denken und reden und anderes wollen darf; jeder daselbst befindliche Böse muß dort das Falsche aus dem Bösen denken und aus dem Falschen des Bösen reden, beides aus dem Willen, somit aus seiner eigenen Liebe und aus deren Lust und Freude, wie er in der Welt, wenn er in seinem Geiste, das heißt, wie er in sich, wenn aus inwendiger Neigung, dachte; die Ursache hiervon ist, weil der Wille der Mensch selbst ist und nicht das Denken, außer soviel solches vom Willen an sich hat, der Wille aber die eigenste Natur oder Anlage des Menschen ist; daher denn in seinen Willen zurückversetzt werden soviel ist, als in seine Natur oder Anlage und auch in sein Leben [zurückversetzt werden]; denn durch das Leben zieht der Mensch eine Natur an; und der Mensch bleibt nach dem Tode in derjenigen Natur, die er durch das Leben in der Welt sich angebildet hat und die bei den Bösen nicht mehr auf dem Wege des Denkens oder des Verständnisses des Wahren gebessert und verändert werden kann.

(509)
Wenn die bösen Geister in diesem zweiten Zustand sind, so pflegen sie, weil sie in alle Arten des Bösen rennen, häufig und schwer gestraft zu werden; die Strafen sind vielfach in der Geisterwelt; und es gilt durchaus kein Ansehen der Person, ob einer König oder Knecht in der Welt gewesen war; jegliches Böse führt seine Strafe mit sich, sie sind miteinander verknüpft; daher wer im Bösen ist, auch in der Strafe des Bösen ist; dennoch aber wird daselbst keiner wegen des Bösen gestraft, das er in der Welt getan, sondern wegen des Bösen, das er jetzt tut; es kommt jedoch auf dasselbe hinaus und ist gleichviel, ob man sagt, sie büßen für ihr in der Welt verübtes Böse, oder ob man sagt, sie büßen für das Böse, das sie im anderen Leben tun, weil nach dem Tode jeder wieder in sein Leben und so in sein Böses zurückkehrt; denn der Mensch ist so, wie er im Leben seines Körpers beschaffen war, Nr. 470-480. Sie werden aber gestraft, weil die Furcht vor der Strafe das einzige Mittel ist, das Böse in diesem Zustand zu zähmen; nichts vermag mehr Ermahnung, nichts Belehrung, noch die Furcht vor dem Gesetz und der üblen Nachrede, weil er aus seiner Natur heraus handelt, die nicht anders in Schranken gehalten, noch gebrochen werden kann, als durch Strafen. Die guten Geister hingegen werden niemals gestraft, obgleich sie Böses in der Welt getan hatten; denn ihr Böses kehrt nicht zurück, und es wird auch zu wissen gegeben, daß ihr Böses von anderer Art oder Natur war; denn [sie hatten] nicht aus Vorsatz wider das Wahre und nicht aus anderem bösen Herzen, als demjenigen [gehandelt], das ihnen von den Eltern angeerbt war, und in das sie, wenn sie in dem vom Inneren getrennten Äußeren waren, aus blinder Lust fortgerissen wurden.

(510)
Jeder kommt zu der Gesellschaft, in der sein Geist in der Welt [schon] gewesen war; denn jeder Mensch ist seinem Geiste nach mit irgendeiner Gesellschaft, entweder einer höllischen oder einer himmlischen verbunden, der böse mit einer höllischen Gesellschaft, der gute mit einer himmlischen Gesellschaft; daß jeglicher nach dem Tode zu seiner Gesellschaft zurückkehrt, sehe man Nr. 438; zu dieser wird der Geist allmählich hingeführt, und zuletzt tritt er in sie ein; der böse Geist wird, wenn er im Zustand seines Inwendigen ist, stufenweise seiner Gesellschaft zugekehrt und zuletzt ihr gerade [zugewandt], noch ehe dieser Zustand zu seinem Ende gelangt ist; und ist dieser Zustand zu Ende, so stürzt der böse Geist selbst sich in die Hölle, wo seinesgleichen sind; das Hinabstürzen selbst erscheint dem Auge, wie wenn einer rücklings den Kopf nach unten und die Füße nach oben hinabfällt; die Ursache, daß es so aussieht, ist, weil derselbe in verkehrter Ordnung ist; denn er hatte die höllischen Dinge geliebt und die himmlischen verworfen; einige Böse gehen in diesem zweiten Zustand abwechslungsweise in die Höllen und auch wieder heraus, diese aber erscheinen alsdann nicht als rücklings hinabfallend, wie dies der Fall ist, wenn sie völlig abgeödet sind. Die Gesellschaft selbst, in der sie ihrem Geiste nach in der Welt sich befanden, wird ihnen auch [schon] gezeigt, wenn sie [noch] im Zustand ihres Auswendigen sind, damit sie daraus erkennen, daß sie auch schon während ihres Lebens im Körper in der Hölle waren, dennoch aber sind sie nicht im gleichen Zustand mit denen, die in der Hölle selbst, sondern im gleichen Zustand mit denen, die in der Geisterwelt sind; vom Zustand der letzteren gegenüber dem [Zustand] derer in der Hölle wird im folgenden die Rede werden.

(511)
Die Trennung der bösen Geister von den guten Geistern geschieht in diesem zweiten Zustand; denn im ersten Zustand sind sie beisammen, weil der Geist, solange er in seinem Auswendigen ist, so ist, wie er in der Welt war, mithin wie dort, der Böse beim Guten, und der Gute beim Bösen; anders, wenn er in sein Inwendiges versetzt und seiner Natur oder seinem Willen überlassen ist. Die Ausscheidung der Guten von den Bösen geschieht auf mancherlei Weise, gemeinhin durch Herumführung zu denjenigen Gesellschaften, mit denen sie Gemeinschaft hatten durch gute Gedanken und Gefühle im ersten Zustand, und so zu denen, die sie durch äußeren Schein auf den Glauben gebracht hatten, daß sie nicht böse seien; meistens pflegt man sie in weitem Kreise herumzuführen und überall den guten Geistern zu zeigen, wie sie in sich beschaffen sind; bei ihrem Anblick wenden dann die guten Geister sich ab, und wie diese sich abwenden, so werden auch die bösen Geister, die herumgeführt werden, mit dem Angesicht ab- und zu der Gegend hingewendet, in der ihre höllische Gesellschaft ist, in die sie kommen sollen. Zu schweigen von anderen Arten der Trennung, deren es mehrere gibt.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 12:54

(56)

VOM DRITTEN ZUSTAND
DES MENSCHEN NACH DEM TODE,
WELCHER DER ZUSTAND
DES UNTERRICHTS DERER IST,
DIE IN DEN HIMMEL KOMMEN
(512)
Der dritte Zustand des Menschen nach dem Tod oder seines Geistes ist der Zustand des Unterrichts; dieser Zustand ist für die, welche in den Himmel kommen und Engel werden; nicht aber für die, welche in die Hölle kommen, weil diese nicht unterrichtet werden können; weshalb deren zweiter Zustand auch ihr dritter ist und sich damit endigt, daß sie ganz und gar ihrer Liebe, somit der höllischen Gesellschaft zugewendet sind, die in ähnlicher Liebe steht; ist dies geschehen, dann wollen und denken sie aus dieser Liebe; und weil diese Liebe höllisch ist, so wollen sie nichts als Böses und denken nichts als Falsches; dies sind ihre Lustreize, weil sie [die Gegenstände] ihrer Liebe sind; und infolgedessen verwerfen sie alles Gute und Wahre, das sie früher angenommen hatten, weil es ihrer Liebe zum Mittel gedient hatte. Die Guten hingegen werden vom zweiten Zustand in den dritten geführt, welcher der Zustand ihrer Zubereitung zum Himmel mittelst des Unterrichts ist; denn niemand kann anders zum Himmel zubereitet werden, als durch Kenntnisse des Guten und Wahren, somit nicht anders als durch Unterricht; denn niemand kann wissen, was das geistig Gute und Wahre ist, und was das diesem entgegengesetzte Böse und Falsche ist, sofern er nicht unterrichtet wird; was das bürgerlich und das sittlich Gute und Wahre sei, die man das Gerechte und Redliche nennt, kann man in der Welt wissen, weil es hier bürgerliche Gesetze gibt, welche lehren, was gerecht ist, und auch Genossenschaften, mit denen der Mensch leben lernt nach den sittlichen Gesetzen, welche alle sich auf das Redliche und Gerade beziehen; das geistig Gute und Wahre hingegen lernt man nicht aus der Welt, sondern aus dem Himmel; wissen zwar kann man sie aus dem Wort und aus der wirklich aus dem Wort genommenen Lehre der Kirche, dennoch aber können sie nicht ins Leben eindringen, sofern nicht der Mensch seinem Inwendigen nach, das seinem Gemüt angehört, im Himmel ist; und im Himmel ist der Mensch alsdann, wenn er das Göttliche anerkennt und zugleich gerecht und redlich handelt, weil man so handeln soll, da es im Wort geboten ist; so lebt er gerecht und redlich um des Göttlichen willen und nicht um seiner selbst und der Welt als der Zwecke willen; allein so zu handeln vermag niemand, sofern er nicht zuvor unterrichtet worden ist, daß nämlich ein Gott ist, daß Himmel und Hölle sind, daß ein Leben nach dem Tod ist, daß man Gott über alles lieben soll und den Nächsten wie sich selbst, und daß man, was im Wort steht, glauben soll, weil das Wort göttlich ist; ohne die Kenntnis und Anerkenntnis dieser [Wahrheiten] kann der Mensch nicht geistig denken, und ohne das Denken an sie will er sie nicht; denn was der Mensch nicht weiß, kann er nicht denken, und was er nicht denkt, kann er nicht wollen; sobald also der Mensch jene Dinge will, fließt der Himmel, das heißt durch den Himmel der Herr ins Leben ein; denn er fließt in den Willen und durch diesen ins Denken und durch beide ins Leben ein; denn alles Leben des Menschen stammt daher; hieraus erhellt, daß man das geistige Gute und Wahre nicht aus der Welt, sondern aus dem Himmel lernt, und daß keiner zum Himmel anders zubereitet werden kann, als mittelst des Unterrichts. In dem Maß auch, als der Herr in jemandes Leben einfließt, unterweist Er ihn; denn insoweit befeuert er den Willen mit der Liebe, die Wahrheiten zu wissen, und insoweit erleuchtet er das Denken, daß es sie erkennt; und inwieweit dies geschieht, insoweit wird das Inwendige des Menschen aufgeschlossen und der Himmel ihm eingepflanzt; ja noch mehr, insoweit fließt das Göttliche und das Himmlische in das Redliche ein, das Sache des sittlichen Lebens, und in das Gerechte, das Sache des bürgerlichen Lebens beim Menschen ist, und macht sie geistig, indem der Mensch sie alsdann aus dem Göttlichen, weil um des Göttlichen willen, tut; denn die redlichen und die gerechten [Handlungen] des moralischen und bürgerlichen Lebens, die der Mensch aus diesem Grund tut, sind die eigensten Wirkungen des geistigen Lebens; und die Wirkung nimmt all das Ihrige aus ihrer wirkenden Ursache; denn wie diese ist, so ist auch jene.

(513)
Die Unterweisungen geschehen durch Engel mehrerer Gesellschaften, besonders durch die, welche in der nördlichen und südlichen Gegend sind; denn diese Engelgesellschaften sind in der Einsicht und Weisheit aus den Kenntnissen des Guten und Wahren; die Orte des Unterrichts sind gegen Norden und sind mannigfaltig geordnet und unterschieden je nach den Gattungen und Arten des himmlischen Guten, damit dort alle und jede unterrichtet werden je nach ihrer Anlage und Empfänglichkeit; diese Orte dehnen sich ringsumher in weitem Umfang aus. Dahin werden, nachdem sie ihren zweiten Zustand in der Geisterwelt vollbracht haben, die guten Geister, die unterrichtet werden sollen, vom Herrn geführt; jedoch nicht alle; denn die, welche [schon] in der Welt unterrichtet worden sind, sind dort auch vom Herrn zum Himmel zubereitet worden und werden auf anderem Weg in den Himmel erhoben; einige sogleich nach dem Tod; andere nach kurzem Verweilen bei den guten Geistern, wo das Gröbere ihrer Gedanken und Neigungen, das sie von den Ehrenstellen und Reichtümern in der Welt her an sich genommen hatten, entfernt wird und sie so gereinigt werden; andere werden vorher abgeödet, was an den Orten unter den Fußsohlen geschieht, welche die untere Erde genannt werden, wo einige Hartes zu erleiden haben; dies sind die, welche sich im Falschen bestärkt und dennoch einen guten Lebenswandel geführt hatten; denn das begründete Falsche klebt hartnäckig an und bevor es weggeschafft ist, kann man die Wahrheiten nicht sehen, somit auch nicht annehmen. Doch von den Abödungen und von den Weisen, wie sie geschehen, ist in den »Himmlischen Geheimnissen« gehandelt worden, und das aus diesem Gesammelte mag man in den Anmerkungen unter der Linie nachsehen
281.
(514)
Alle, die an den Orten des Unterrichts sind, wohnen getrennt voneinander; denn die einzelnen stehen ihrem Inwendigen nach im Verband mit den Gesellschaften des Himmels, zu denen sie kommen sollen; da nun die Gesellschaften des Himmels nach der Form des Himmels geordnet sind, (man sehe Nr. 200-212), so sind es auch die Orte, an denen die Unterweisungen geschehen; daher denn diese Orte, wenn sie vom Himmel aus betrachtet werden, wie ein Himmel in verjüngter Gestalt erscheinen; sie dehnen sich daselbst in die Länge aus von Osten nach Westen und in die Breite von Süden nach Norden; allein die Breite ist dem Anschein nach kleiner als die Länge. Die Ordnung ist im allgemeinen folgende: vorne sind die, welche als Kinder gestorben und bis zum ersten Jünglingsalter im Himmel erzogen worden sind; diese werden, nachdem sie den Stand der Kindheit bei Erzieherinnen zugebracht, vom Herrn dahin geführt und unterrichtet. Hinter diesen sind die Orte, an denen diejenigen unterrichtet werden, die als Erwachsene gestorben sind und in der Welt in der Neigung zum Wahren aus dem Guten des Lebens gewesen waren. Hinter diesen aber sind die, welche der mohammedanischen Religion zugetan waren und in der Welt ein sittlich-gutes Leben geführt und ein göttliches [Wesen], den Herrn aber als den eigentlichen Propheten anerkannt hatten; wenn diese von Mohammed zurücktreten, weil er ihnen gar keine Hilfe leisten kann, so kommen sie zum Herrn und verehren Ihn und erkennen Sein Göttliches an und werden dann in der christlichen Religion unterrichtet. Hinter diesen mehr gegen Norden sind die Unterrichtsorte der mancherlei Heiden, die in der Welt ein ihrer Religion gemäßes gutes Leben geführt und von daher sich eine Art von Gewissen angeeignet und das Gerechte und Rechte getan hatten, nicht sowohl um ihrer Regierungsgesetze als um der Religionsgesetze willen, die sie glaubten unverbrüchlich halten zu müssen und auf keine Weise durch ihr Tun verletzen zu dürfen; diese alle werden, wenn sie unterrichtet sind, leicht zur Anerkennung des Herrn gebracht, weil sie im Herzen tragen, daß Gott nicht unsichtbar, sondern unter menschlicher Gestalt sichtbar ist, diese sind zahlreicher als die übrigen; die besten unter ihnen sind aus Afrika.

(515)
Jedoch werden nicht alle in gleicher Weise, noch von den gleichen Gesellschaften des Himmels unterrichtet; die, welche von Kindheit an im Himmel erzogen wurden, werden von Engeln der inwendigeren Himmel unterrichtet, weil sie nichts Falsches aus falschen Religionslehren eingesogen, noch ihr geistiges Leben durch die Hefen der Ehrenstellen und Reichtümer verunreinigt hatten. Solche, die als Erwachsene gestorben sind, werden meistens von Engeln des äußersten Himmels unterrichtet, weil diese Engel mehr zu ihnen passen, als die Engel der inwendigeren Himmel, denn diese sind in mehr inwendiger Weisheit, die noch nicht aufgenommen wird. Die Mohammedaner aber von Engeln, die früher in derselben Religion gewesen und zur christlichen bekehrt worden waren. Die Heiden ebenfalls von ihren Engeln.

(516)
Aller Unterricht geschieht daselbst aus der Lehre, die aus dem Wort ist, und nicht aus dem Wort ohne die Lehre; die Christen werden aus der himmlischen Lehre unterrichtet, die ganz mit dem inneren Sinn des Wortes zusammenstimmt. Die übrigen, wie die Mohammedaner und die Heiden, nach Lehren, die ihrer Fassungskraft angemessen sind und sich von der himmlischen Lehre bloß darin unterscheiden, daß das geistige Leben durch das sittliche, den guten Lehrbestimmungen ihrer Religion gemäße Leben gelehrt wird, nach dem sie ihr Leben in der Welt eingerichtet hatten.

(517)
Die Unterweisungen im Himmel unterscheiden sich von den Unterweisungen auf Erden darin, daß die Kenntnisse nicht dem Gedächtnis, sondern dem Leben übergeben werden; denn das Gedächtnis der Geister ist in ihrem Leben, indem sie alles annehmen und sich aneignen, was mit ihrem Leben zusammenstimmt, dagegen aber nicht annehmen, noch weniger sich aneignen, was nicht übereinstimmt; denn die Geister sind Neigungen [affectiones], und daher in einer ihren Neigungen ähnlichen Menschengestalt. Weil sie so beschaffen sind, wird ihnen fortwährend die Neigung zum Wahren, welche auf die Anwendung im Leben abzielt, eingeflößt; denn der Herr tut Vorsehung, daß jeder die Nutzzwecke liebt, die mit seiner Anlage zusammenstimmen; diese Liebe wird auch erhöht durch die Hoffnung, Engel zu werden; und weil alle Nutzzwecke des Himmels sich auf den allgemeinen Nutzzweck beziehen, welcher der für das Reich des Herrn ist, das dort ihr Vaterland ist, und weil alle besonderen und einzelnen Nutzzwecke um so höher stehen, als sie näher und umfassender auf jenen allgemeinen abzielen, darum sind alle besonderen und einzelnen Nutzzwecke, welche unzählig sind, gut und himmlisch; weshalb bei jeglichem die Neigung zum Wahren mit der Neigung, Nutzen zu schaffen, sich so sehr verbindet, daß sie eins ausmachen; dadurch wird das Wahre dem Nutzzweck eingepflanzt, so daß die Wahrheiten, die sie lernen, Nutzwahrheiten [usus vera, praktische Wahrheiten] sind; in dieser Weise werden die Engelgeister unterwiesen und zum Himmel zubereitet. Die Neigung zu dem mit dem Nutzzweck übereinstimmenden Wahren wird durch verschiedene Mittel eingeflößt, von denen die meisten in der Welt unbekannt sind; besonders durch Vorbildungen von Nutzwirkungen, die in der geistigen Welt auf tausenderlei Weise und mit solchen Wonnen und Genüssen dargestellt werden, daß sie den Geist vom Inwendigen her, dem Gebiet seines Gemütes, bis zum Auswendigen, dem Gebiet seines Leibes, durchdringen, und so ihn ganz ergreifen; daher der Geist gleichsam zu seinem Nutzzweck wird; weshalb der Geist, sobald er in seine Gesellschaft kommt, in die er durch den Unterricht eingeleitet wird, in seinem Leben, weil in seiner Nutzwirkung ist
282. Hieraus kann erhellen, daß die Kenntnisse, die äußere Wahrheiten sind, nicht machen, daß jemand in den Himmel kommt, sondern das Leben selbst, das ein Leben der Nutzwirkungen ist, beigebracht durch die Kenntnisse.
(518)
Es waren Geister, die infolge der Gedanken, die sie in der Welt hatten, sich überredeten, sie würden in den Himmel kommen und vor anderen aufgenommen werden, weil sie gelehrt waren und vieles aus dem Wort und aus den Lehren der Kirchen wußten, indem sie so meinten, sie seien weise und seien unter denen verstanden worden, von denen es heißt, sie werden strahlen wie der Glanz des Himmelsgewölbes und wie die Sterne, bei Da.12/3; allein sie wurden geprüft, ob ihre Kenntnisse ihren Sitz im Gedächtnis oder im Leben hätten; diejenigen, die in echter Neigung zum Wahren waren, somit dieses liebten und der von körperlichen und weltlichen [Dingen] getrennten Nutzzwecke willen, die in sich geistige Nutzzwecke sind, wurden auch, nachdem sie unterrichtet worden waren, in den Himmel aufgenommen, und es wurde ihnen dann zu wissen gegeben, was im Himmel glänzt, daß es nämlich das göttliche Wahre, das dort das Licht des Himmels ist, in der Nutzwirkung sei, welche die Grundlage ist, welche die Strahlen jenes Lichtes in sich aufnimmt und in mancherlei Glanzströmungen verwandelt. Solche hingegen, bei denen die Kenntnisse bloß im Gedächtnis saßen, und die von daher die Fähigkeit erlangt hatten, über die Wahrheiten zu vernünfteln und diejenigen [Sätze] zu begründen, die sie als Grundsätze [principia] angenommen hatten, die sie dann, obwohl sie falsch waren, nach der Begründung als Wahrheiten ansahen, die, weil sie in keinem Licht des Himmels waren und doch infolge des Dünkels, der solchem Wissen gewöhnlich anklebt, im Glauben standen, sie seien gelehrter als andere und werden so in den Himmel kommen und die Engel werden ihnen dienen, diese wurden, damit sie von ihrem albernen Glauben abgebracht würden, bis zum ersten oder untersten Himmel erhoben, um in eine gewisse Engelgesellschaft eingeführt zu werden; als sie aber im Eingang standen, fingen sie an, beim Einfluß des Himmelslichtes an den Augen zu erblinden und dann im Verstand verwirrt zu werden und zuletzt mit dem Atem zu kämpfen [trahere animam], wie die Sterbenden; und als sie die Wärme des Himmels fühlten, welche die himmlische Liebe ist, begannen sie inwendig gequält zu werden, weshalb sie von da herabgeworfen und nachher belehrt wurden, daß die Kenntnisse den Engel nicht machen, sondern das wirkliche Leben, das man durch die Kenntnisse erlangt hat, weil die Kenntnisse an sich betrachtet außerhalb des Himmels sind, das durch die Kenntnisse erlangte Leben aber innerhalb des Himmels ist.

(519)
Nachdem die Geister an den oben bemerkten Orten durch Unterweisungen zum Himmel zubereitet worden sind, was in kurzer Zeit geschieht, weil sie in geistigen Ideen sind, die vieles zugleich umfassen, so werden sie mit Engelgewändern bekleidet, die meistens glänzend weiß wie von feiner Leinwand [ex bysso] sind, und so auf den Weg gebracht, der aufwärts zum Himmel führt, und dort Hüter-Engeln übergeben und hernach von anderen Engeln aufgenommen und in Gesellschaften eingeführt und in diesen in viele Seligkeiten; hierauf wird jeder vom Herrn in seine eigene Gesellschaft gebracht, was auch auf verschiedenen Wegen geschieht, zuweilen auf Umwegen; die Wege, auf denen sie geführt werden, weiß kein Engel, sondern allein der Herr; wenn sie zu ihrer Gesellschaft kommen, dann wird ihr Inwendiges aufgeschlossen, und weil dieses dem Inwendigen der Engel, die in dieser Gesellschaft sind, gleichförmig ist, so werden sie sogleich anerkannt und mit Freuden aufgenommen.

(520)
Diesem möchte ich noch etwas Denkwürdiges über die Wege beifügen, die von jenen Orten zum Himmel führen und auf denen die neuen Engel eingeführt werden; es sind acht Wege, zwei von jedem Ort des Unterrichts, der eine erhebt sich gegen Osten, der andere gegen Westen; die in das himmlische Reich des Herrn kommen, werden auf dem östlichen Weg eingeführt; die aber in das geistige Reich [kommen], werden auf dem westlichen Weg eingeführt. Die vier Wege, die zum himmlischen Reich des Herrn führen, erscheinen mit Ölbäumen und fruchtbaren Bäumen von mancherlei Art geziert; die aber zum geistigen Reich des Herrn kommen, erscheinen mit Weinstöcken und Lorbeerbäumen geziert; dies infolge der Entsprechung, weil die Weinstöcke und Lorbeerbäume der Neigung zum Wahren und deren Nutzzwecken
entsprechen, die Ölbäume und Früchte aber mit der Neigung zum Guten und deren Nutzzwecken in Entsprechung stehen.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 12:56

(57)

DAß NIEMAND DURCH UNVERMITTELTE
BARMHERZIGKEIT IN DEN HIMMEL KOMME
(521)
Solche, die über den Himmel und über den Weg zum Himmel, sowie auch über das Leben des Himmels beim Menschen nicht unterrichtet sind, stehen in der Meinung, das in den Himmel-aufgenommen-werden geschehe bloß aus Barmherzigkeit, die denen zuteil werde, die im Glauben sind, und für die der Herr Fürbitte einlegt [intercedit], somit sei es bloß ein Hineinlassen aus Gnaden, folglich können alle Menschen, so viele ihrer seien, nach Wohlgefallen selig gemacht werden, ja sogar, wie einige meinen, auch alle in der Hölle. Allein diese wissen nichts vom Menschen, daß er nämlich ganz so ist wie sein Leben, und sein Leben wie seine Liebe, nicht nur hinsichtlich des Inwendigen, des Gebietes seines Willens und seines Verstandes, sondern auch hinsichtlich des Auswendigen, das seinem Körper angehört, und daß die Körperform nur die äußere Gestaltung ist, in der das Inwendige sich in Wirkung darstellt, und daß somit der ganze Mensch seine Liebe ist; man sehe Nr. 363; auch wissen sie nicht, daß der Körper nicht aus sich lebt, sondern aus seinem Geist, und daß der Geist des Menschen seine eigenste Neigung ist und sein geistiger Leib nichts anderes als des Menschen Neigung in menschlicher Gestalt, in der er auch nach dem Tod erscheint, man sehe Nr. 453-460. Solange diese Dinge unbekannt sind, kann der Mensch zu dem Glauben verleitet werden, die Seligmachung sei nichts als die göttliche Willkür [Beneplacentia], die man Barmherzigkeit und Gnade [Misericordia et Gratia] nennt.

(522)
Was aber die göttliche Barmherzigkeit sei, soll zuerst gesagt werden. Die göttliche Barmherzigkeit ist lauteres Erbarmen gegen das ganze menschliche Geschlecht, es selig zu machen, und sie ist auch unausgesetzt bei jeglichem Menschen und tritt von keinem je zurück, weshalb denn jeder, der selig gemacht werden kann, auch selig gemacht wird; es kann jedoch niemand anders selig werden, als durch die göttlichen Mittel, welche Mittel vom Herrn im Wort geoffenbart worden sind; die göttlichen Mittel sind, was man die göttlichen Wahrheiten nennt; diese lehren, wie der Mensch leben muß, um selig werden zu können; durch dieselben führt der Herr den Menschen zum Himmel, und durch dieselben flößt Er ihm das Leben des Himmels ein; dies tut der Herr bei allen; allein das Leben des Himmels kann Er in keinen legen, sofern er nicht vom Bösen absteht; denn das Böse steht hindernd im Weg; inwieweit nun der Mensch vom Bösen absteht, insoweit führt ihn der Herr durch Seine göttlichen Mittel aus lauter Barmherzigkeit, und dies von der Kindheit an bis ans Ende seines Lebens in der Welt und nachher in Ewigkeit; dies ist die göttliche Barmherzigkeit, die gemeint ist; daraus erhellt, daß die göttliche Barmherzigkeit lauteres Erbarmen ist, aber nicht ein unvermitteltes, das darin bestände, daß alle nach Willkür selig gemacht werden, wie sie auch immer gelebt hatten.

(523)
Der Herr tut nirgends etwas gegen die Ordnung, weil Er selbst die Ordnung ist; das vom Herrn ausgehende göttliche Wahre ist es, was die Ordnung macht, und die göttlichen Wahrheiten sind die Gesetze der Ordnung; nach diesen führt der Herr den Menschen; den Menschen selig machen aus unvermitteltem Erbarmen ist wider die göttliche Ordnung, und was wider die göttliche Ordnung ist, das ist wider das Göttliche. Die göttliche Ordnung ist der Himmel beim Menschen; sie hatte der Mensch bei sich verkehrt durch ein Leben wider die Gesetze der Ordnung, welche die göttlichen Wahrheiten sind; in diese Ordnung wird der Mensch zurückgeführt aus lauterer Barmherzigkeit durch die Gesetze der Ordnung, und inwieweit er zurückgeführt wird, insoweit nimmt er den Himmel in sich auf, und wer den Himmel in sich aufnimmt, der kommt in den Himmel. Daraus erhellt wiederum, daß die göttliche Barmherzigkeit des Herrn lauteres Erbarmen, aber nicht ein unvermitteltes ist
283.
(524)
Hätten die Menschen aus unvermittelter Barmherzigkeit selig gemacht werden können, so würden alle selig gemacht werden, auch die in der Hölle sind, ja es gäbe keine Hölle, weil der Herr die Barmherzigkeit selbst, die Liebe selbst und das Gute selbst ist; daher es wider Sein Göttliches ist, zu sagen, daß Er alle unmittelbar selig machen könne und sie [doch] nicht selig mache; aus dem Wort ist bekannt, daß der Herr das Heil aller und keines einzigen Verdammnis will.

(525)
Die meisten, die aus der Christenheit in das andere Leben kommen, bringen jenen Glauben mit sich, daß sie nämlich durch unmittelbare Barmherzigkeit selig werden müssen, denn diese flehen sie an; wenn sie aber geprüft worden sind, so hat sich herausgestellt, daß sie geglaubt hatten, das in den Himmel-kommen sei bloß Eingelassen-werden, und die eingelassen werden, seien in der himmlischen Freude; sie wußten gar nicht, was der Himmel und was die himmlische Freude ist, weshalb ihnen gesagt wurde, daß vom Herrn niemandem der Himmel verwehrt werde, und daß sie, wenn sie es wünschten, hineingelassen werden und auch daselbst verweilen könnten; diejenigen, die dies verlangten, wurden auch wirklich zugelassen; als sie aber auf der ersten Schwelle waren, wurden sie beim Anwehen der himmlischen Wärme, welche die Liebe ist, in der die Engel sind, und vom Einfluß des himmlischen Lichtes, welches das göttliche Wahre ist, von solcher Herzensangst ergriffen, daß sie statt himmlischer Freude höllische Pein in sich empfanden, von welcher niedergeworfen sie sich jählings von da herabstürzten; so wurden sie durch lebendige Erfahrung belehrt, daß keinem der Himmel durch unmittelbare Barmherzigkeit gegeben werden kann.

(526)
Ich sprach hierüber zuweilen mit Engeln und sagte, die meisten in der Welt, die im Bösen leben, sprechen sich, wenn sie mit anderen über den Himmel und über das ewige Leben reden, nicht anders aus, als daß das in den Himmel-kommen nur ein Eingelassen-werden aus bloßer Barmherzigkeit sei, und in dieser Meinung stehen besonders diejenigen, die den Glauben zum einzigen Heilsmittel machen; denn diese sehen infolge des obersten Grundsatzes ihrer Religion nicht aufs Leben, noch auf die Taten der Liebe, die das Leben ausmachen, somit auch nicht auf die anderen Mittel, durch die der Herr den Himmel in den Menschen legt und macht, daß er empfänglich für die himmlische Freude wird; und weil sie so alle Vermittlung durchs Tun verwerfen, so behaupten sie vermöge des Zwangs ihres Prinzips, der Mensch komme in den Himmel durch die bloße Barmherzigkeit, zu der, wie sie glauben, Gott der Vater durch die Dazwischenkunft des Sohnes bewogen werde; hierauf sagten die Engel, sie wissen, daß solch eine Lehre mit Notwendigkeit folge aus dem angenommenen Grundsatz vom bloßen Glauben, und weil diese Lehrbestimmung das Haupt der übrigen sei, und in sie, da sie nicht wahr ist, gar kein Licht aus dem Himmel einfließen könne; so sei daraus die Unwissenheit hervorgegangen, in der die Kirche heutzutage ist, betreffend den Herrn, den Himmel, das Leben nach dem Tod, die himmlische Freude, das Wesen der Liebe und Liebtätigkeit und überhaupt in betreff des Guten und dessen Verbindung mit dem Wahren, mithin hinsichtlich des Lebens des Menschen, woher es stamme und wie es beschaffen sei, welches [Leben] jedoch niemand je aus dem Denken, sondern aus dem Willen und den aus diesem hervorgegangenen Taten habe und nur insoweit aus dem Denken, als das Denken aus dem Willen stammt, somit nicht aus dem Glauben, außer soweit der Glaube aus der Liebe stammt [trahit ex amore]; die Engel bedauern sehr, daß jene nicht wissen, daß der bloße Glaube bei keinem möglich ist, weil der Glaube ohne seine Quelle, welche die Liebe ist, ein bloßes Wissen ist und bei einigen eine Selbstberedung, die sich fälschlich wie der Glaube gebärdet [mentitur fidem] (man sehe Nr. 482), welche Selbstberedung nicht im Leben des Menschen, sondern außerhalb desselben ist; denn sie trennt sich vom Menschen ab, wenn sie nicht mit der Liebe zusammenhängt. Ferner sagten sie, daß die, welche in solchem Grundsatz in betreff des wesentlichen Heilmittels beim Menschen sind, nicht anders können, als an eine unmittelbare Barmherzigkeit glauben, weil sie aus dem natürlichen Licht und auch aus anschaulicher Erfahrung erkennen, daß der getrennte Glaube das Leben des Menschen nicht ausmacht, da ja auch die, welche ein böses Leben führen, ebenso denken und sich einreden können, wovon denn die Folge ist, daß man glaubt, die Bösen können ebensowohl selig werden als die Guten, wenn sie nur in der Todesstunde mit Zuversicht von der Fürbitte und von der durch dieselbe zu erlangenden Barmherzigkeit reden. Die Engel bekannten, noch niemand gesehen zu haben, der böse gelebt hatte und dennoch aus unmittelbarer Barmherzigkeit in den Himmel aufgenommen worden wäre, wie sehr er auch mit der Zuversicht oder dem Vertrauen, das man unter dem Glauben in vornehmlichem Sinn versteht, in der Welt geredet hatte. Auf die Frage nach Abraham, Isaak, Jakob und David und nach den Aposteln, ob nicht diese aus unmittelbarer Barmherzigkeit in den Himmel aufgenommen worden seien, antworteten sie: Keiner derselben, sondern jeder von ihnen je nach seinem Leben in der Welt; auch wissen sie, wo jene seien, und daß sie daselbst nicht in höherem Ansehen als andere stehen; daß ihrer im Wort in Ehren gedacht werde, davon sei, sagten sie, der Grund, daß unter ihnen im inneren Sinn des Wortes der Herr verstanden werde; unter Abraham, Isaak und Jakob der Herr hinsichtlich des Göttlich-Menschlichen; unter David der Herr hinsichtlich des Göttlich-Königlichen; und unter den Aposteln der Herr hinsichtlich der göttlichen Wahrheiten; und sie [die Engel] würden von denselben gar nichts inne, wenn das Wort von einem Menschen gelesen wird, weil ihre Namen nicht in den Himmel eindringen, sondern statt derselben vernehmen sie, wie soeben gesagt worden, den Herrn; und darum sei ihrer in dem Wort, das im Himmel ist und von dem Nr. 259 die Rede war, nirgends gedacht, weil dieses Wort der innere Sinn des Wortes sei, das in der Welt ist
284.
(527)
Daß es unmöglich ist, das Leben des Himmels solchen einzuflößen, die in der Welt ein dem Leben des Himmels entgegengesetztes Leben geführt haben, kann ich aus vielfältiger Erfahrung bezeugen; es waren nämlich solche, die geglaubt hatten, sie würden nach dem Tode die göttlichen Wahrheiten, sobald sie solche von den Engeln hörten, mit Leichtigkeit annehmen, und würden glauben und infolgedessen auch anders leben, und könnten so in den Himmel aufgenommen werden; allein dies wurde mit sehr vielen versucht, jedoch nur von seiten solcher, die in ähnlichem Glauben waren und denen es zu dem Ende zugelassen wurde, damit sie wüßten, daß es keine Buße nach dem Tode gibt; einige nun von denen, mit denen der Versuch gemacht wurde, begriffen die Wahrheiten und schienen sie anzunehmen; sobald sie sich aber dem Leben ihrer Liebe zugewendet hatten, verwarfen sie dieselben und sprachen sogar dagegen; einige verwarfen dieselben im ersten Augenblick und wollten sie gar nicht hören; einige wollten, daß das Leben der Liebe, das sie in der Welt sich angebildet hatten, ihnen genommen und statt desselben das engelische oder das Leben des Himmels eingegossen werde; dies geschah auch mit ihnen aus Zulassung; sobald aber das Leben ihrer Liebe weggenommen war, lagen sie wie tot da und waren ihrer selbst nicht mehr mächtig. Hierdurch und durch andere Erfahrungsweisen wurden die einfältig Guten belehrt, daß nach dem Tod bei keinem einzigen das Leben verändert werden kann, und daß in keiner Weise das böse Leben in ein gutes, noch das höllische in ein engelisches umgesetzt werden kann; weil jeglicher Geist vom Haupt bis zur Fußsohle so ist wie seine Liebe, mithin wie sein Leben, und dieses in ein entgegengesetztes verwandeln, so viel wäre, als den Geist gänzlich vernichten; die Engel gestehen, daß es leichter wäre, eine Nachteule in eine Taube und einen Uhu in einen Paradiesvogel umzuwandeln, als einen höllischen Geist in einen Engel des Himmels. Daß der Mensch nach dem Tode so bleibt, wie sein Leben in der Welt war, sehe man in seinem Abschnitt, Nr. 470-484. Hieraus kann nun erhellen, daß aus unmittelbarer Barmherzigkeit niemand in den Himmel aufgenommen werden kann.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 12:58

(58)

DAß ES NICHT SO SCHWER SEI,
ALS MAN GLAUBT, EIN LEBEN ZU FÜHREN,
DAS IN DEN HIMMEL BRINGT
(528)
Einige glauben, ein Leben zu führen, das in den Himmel bringt, und das man das geistige Leben nennt, sei schwer, und zwar darum, weil sie gehört hatten, daß der Mensch der Welt entsagen und sich der Lüste, die man die des Körpers und des Fleisches nennt, entschlagen und als geistig Gesinnter leben müsse; wovon sie sich keinen anderen Begriff machen, als daß sie müßten die weltlichen Dinge, welche besonders Reichtümer und Ehrenstellen sind, verwerfen, beständig in frommer Betrachtung über Gott, über das Seelenheil und über das ewige Leben einhergehen und das Leben in Gebeten, in Lesung des Wortes und frommer Bücher zubringen; dieses, meinen sie, heiße der Welt entsagen, und nach dem Geist, nicht nach dem Fleische leben; daß aber die Sache sich ganz anders verhält, ist [mir] durch vielfältige Erfahrung und durch Unterredung mit den Engeln zu wissen gegeben worden; ja sogar, daß die, welche der Welt entsagen und nach dem Geiste leben in jener Weise, sich ein trauriges Leben bereiten, das für die himmlische Freude nicht empfänglich ist, da jeglichen sein Leben erwartet; daß aber der Mensch, um das Leben des Himmels in sich aufzunehmen, vielmehr gerade in der Welt und in Ämtern und Geschäften in ihr leben muß, und daß er dann durch ein sittlich und bürgerlich gutes Leben das geistige in sich aufnimmt, und daß nicht auf andere Weise das geistige Leben beim Menschen gebildet oder sein Geist zum Himmel zubereitet werden kann; denn ein inneres Leben leben ohne ein äußeres, ist wie in einem Haus wohnen, das keinen Grund hat und dann allmählich sich senkt oder Risse bekommt und berstet oder schwankt, bis es zusammenfällt.

(529)
Betrachtet und erforscht man das Leben des Menschen durch Vernunftanschauung, so findet man, daß es ein dreifaches ist, nämlich ein geistiges Leben, ein sittliches Leben und ein bürgerliches Leben, und daß diese Leben voneinander unterschieden sind; denn es gibt Menschen, die ein bürgerlich [gutes] Leben und doch nicht ein sittliches und geistiges leben; und es gibt solche, die ein sittliches und doch nicht ein geistiges leben; und es gibt wieder solche, die sowohl ein bürgerlich [gutes] als ein sittliches und zugleich geistiges Leben leben; diese sind es, die ein Leben des Himmels führen, jene aber, die ein vom Leben des Himmels getrenntes Weltleben führen. Schon hieraus kann erhellen, daß das geistige Leben nicht getrennt ist vom natürlichen Leben, oder vom Weltleben, sondern daß es mit diesem verbunden ist wie die Seele mit ihrem Leib, und daß es, wenn man es trennen würde, wie oben gesagt worden, dem Wohnen in einem Haus gliche, das keinen Grund hat. Das sittliche und das bürgerliche Leben ist nämlich das Tätige des geistigen Lebens; denn Sache des geistigen Lebens ist gut wollen, und Sache des sittlichen und bürgerlichen Lebens ist gut handeln; wird dieses von jenem getrennt, so besteht das geistige Leben bloß im Denken und Reden, und der Wille tritt zurück, weil er keine Unterlage hat; und dennoch ist der Wille das eigentlich Geistige des Menschen.

(530)
Daß es nicht so schwer ist, als man glaubt, ein Leben zu führen, das in den Himmel bringt, kann man aus dem, was nun folgt, ersehen. Wer kann nicht ein bürgerlich- und sittlich-gutes Leben führen ? Jeder wird ja von Kindheit an in dasselbe eingeleitet und kennt es aus dem Leben in der Welt; jeder führt es auch, sowohl der Böse als der Gute, denn wer will nicht redlich heißen und wer nicht gerecht ? Beinahe alle üben die Redlichkeit und Gerechtigkeit im Äußeren so streng, daß es den Anschein hat, als wären sie von Herzen sowohl redlich als gerecht oder als ob sie aus der Redlichkeit und Gerechtigkeit selbst heraus handelten; ebenso nun muß der geistige Mensch leben, was er ebenso leicht als der natürliche Mensch kann, jedoch mit dem alleinigen Unterschied, daß der geistige Mensch an das Göttliche glaubt, und daß er redlich und gerecht handelt, nicht bloß darum, weil es den bürgerlichen und moralischen Gesetzen gemäß ist, sondern auch, weil es den göttlichen Gesetzen gemäß ist; denn weil er beim Handeln an das Göttliche denkt, so setzt er sich mit den Engeln des Himmels in Gemeinschaft, und inwieweit er dies tut, wird er mit ihnen verbunden, und so wird sein innerer Mensch aufgeschlossen, der an sich betrachtet der geistige Mensch ist; ist der Mensch ein solcher, dann wird er vom Herrn an Kindes Statt angenommen und geführt, ohne es zu wissen, und dann tut er das Redliche und Gerechte, die dem sittlichen und bürgerlichen Leben, das er führt, angehören, aus geistigem Ursprung; und das Redliche und Gerechte aus geistigem Ursprung tun, heißt, es aus dem Redlichen und Gerechten selbst heraus tun oder es von Herzen tun. Seine Gerechtigkeit und Redlichkeit erscheint in der äußeren Form ganz gleich der Gerechtigkeit und Redlichkeit bei den natürlichen Menschen, ja selbst den bösen und höllischen, allein in der inneren Form sind sie ganz ungleich; denn die Bösen handeln gerecht und redlich bloß um ihret- und der Welt willen, würden sie daher nicht die Gesetze und Strafen und dann auch den Verlust des guten Namens, der Ehre, des Erwerbs und des Lebens fürchten, so würden sie ganz ungerecht und unredlich handeln, weil sie weder Gott noch irgendein göttliches Gesetz fürchten, somit kein inneres Band da ist, das sie zurückhält; weshalb sie dann, soweit sie könnten, andere betrügen, berauben und plündern würden, und zwar dies mit Lust; daß sie inwendig so beschaffen sind, zeigt sich besonders an Ähnlichen im anderen Leben, wo jedem das Äußere genommen und das Innere bloßgelegt wird, in dem sie dann in Ewigkeit leben (man sehe Nr. 499-511), und weil sie alsdann ohne äußere Bande handeln, welche, wie oben gesagt worden, sind die Furcht vor dem Gesetz, vor dem Verlust des guten Rufs, der Ehre, des Erwerbs und des Lebens, so handelen sie unsinnig und lachen über die Redlichkeit und Gerechtigkeit. Jene aber, die um der göttlichen Gesetze willen redlich und gerecht gehandelt haben, handeln, wenn das Äußere weggenommen ist und sie dem Inneren überlassen worden sind, weise, weil sie mit den Engeln des Himmels verbunden sind, von denen ihnen Weisheit mitgeteilt wird. Hieraus kann nun zuvörderst erhellen, daß der geistige Mensch hinsichtlich des bürgerlichen und sittlichen Lebens ganz so handeln kann wie der natürliche Mensch, sofern er nur dem inneren Menschen nach oder dem Wollen und Denken nach mit dem Göttlichen verbunden ist (man sehe Nr. 358-360).

(531)
Die Gesetze des geistigen Lebens, die Gesetze des bürgerlichen Lebens und die Gesetze des sittlichen Lebens werden auch in den Zehn Geboten des Dekalogs gelehrt; in den drei ersten die Gesetze des geistigen Lebens, in den vier folgenden die Gesetze des bürgerlichen Lebens und in den drei letzten die Gesetze des sittlichen Lebens; der bloß natürliche Mensch lebt in der äußeren Form nach denselben Geboten wie der geistige Mensch, denn er ehrt in gleicher Weise das Göttliche, geht in die Kirche, hört die Predigten an, nimmt eine andächtige Miene an, er tötet nicht, begeht keine Ehebrüche, stiehlt nicht, legt kein falsches Zeugnis ab, beraubt die Genossen nicht ihrer Güter; allein dies tut er bloß um seinet- und der Welt willen, um zu scheinen; ebenderselbe aber ist in der inneren Gestalt das Gegenteil von dem was er in der äußeren zu sein scheint, weil er im Herzen das Göttliche leugnet, er spielt im Gottesdienst den Heuchler, wenn er sich selbst überlassen denkt, so lacht er über die heiligen Dinge der Kirche und meint, sie dienen bloß zur Fessel für den einfältigen Haufen; daher kommt, daß er vom Himmel ganz geschieden ist; weshalb er denn, weil er nicht geistig ist, auch kein sittlicher Mensch, noch ein bürgerlich guter Mensch ist; denn obgleich er nicht tötet, so haßt er doch jeden, der sich [ihm] widersetzt und brennt aus Haß von Rachgier; weshalb er denn auch töten würde, wenn ihn nicht die bürgerlichen Gesetze und die äußeren Bande, welche die Besorgnisse sind, zurückhielten, und weil dies sein Gelüsten ist, so folgt, daß er fortwährend tötet; obgleich er keine Ehebrüche begeht, so ist er doch, weil er sie für erlaubt hält, beständig ein Ehebrecher, denn soweit er kann, und so oft er darf, begeht er sie; ebenderselbe, obwohl er nicht stiehlt, stiehlt doch, weil ihn nach den Gütern anderer gelüstet und er die Betrügereien und bösen Kunstgriffe nicht für widerrechtlich hält, ist er in seiner Gesinnung beständig ein Dieb
285; gleiche Bewandtnis hat es auch mit den Geboten des sittlichen Lebens, welche sind, kein falsches Zeugnis zu reden und sich nicht gelüsten zu lassen nach den Gütern anderer; von solcher Art ist jeder Mensch, der das Göttliche leugnet und nicht aus Religion einiges Gewissen hat; daß sie so sind, zeigt sich deutlich an ähnlichen im anderen Leben; wenn sie nach Hinwegnahme des Äußeren in ihr Inneres versetzt sind, so machen sie dann, weil sie vom Himmel geschieden sind, eins aus mit der Hölle; weshalb sie denen, die daselbst sind, beigesellt werden. Anders diejenigen, die im Herzen das Göttliche anerkannt und bei den Handlungen ihres Lebens die göttlichen Gesetze im Auge gehabt und nach den drei ersten Geboten des Dekalogs ebensowohl als nach den übrigen gelebt hatten; wenn diese nach Wegnahme des Äußeren in ihr Inneres versetzt werden, so sind sie weiser als in der Welt; ihr Übertritt in ihr Inwendiges ist wie vom Schatten ins Licht, von der Unwissenheit in die Weisheit und von einem traurigen Leben in ein seliges, weil sie im Göttlichen, somit im Himmel sind. Dies ist gesagt worden, damit man wisse, wie der eine und wie der andere beschaffen ist, obgleich beide das gleiche äußere Leben geführt hatten.
(532)
Jedermann kann wissen, daß die Gedanken Gang und Richtung je nach den Absichten nehmen oder dahin gehen, wohin des Menschen Absicht zielt; denn das Denken ist des Menschen inneres Sehen, welches sich ebenso verhält wie das äußere Sehen, daß es nämlich dahin sich wendet und da verweilt, wohin es gelenkt und gerichtet wird; wird nun das innere Sehen oder das Denken der Welt zugewendet und weilt in ihr, so ist die Folge, daß das Denken weltlich wird; wird es dem eigenen Selbst und der eigenen Ehre zugewendet, [so ist die Folge], daß es fleischlich wird, wenn aber dem Himmel zu, daß es himmlisch wird; es wird also, wenn himmelwärts gerichtet, erhoben; dagegen wird es, wenn auf das eigene Selbst gerichtet, vom Himmel abgezogen und ins Fleischliche versenkt; und wenn auf die Welt gerichtet, muß es auch vom Himmel abgelenkt werden und sich in die Dinge zerstreuen, die vor Augen sind. Die Liebe des Menschen ist es, welche die Absicht macht und dem inneren Sehen oder dem Denken des Menschen die Richtung auf seine Gegenstände gibt; somit die Selbstliebe auf ihn selbst und das Seinige, die Weltliebe auf das Weltliche, und die Liebe zum Himmel auf das Himmlische; woraus man wissen kann, in welchem Zustand das Inwendige des Menschen, das seinem Gemüt angehört, sich befindet, sobald man nur seine Liebe kennt, daß nämlich das Inwendige dessen, der den Himmel liebt, gegen den Himmel zu erhoben und nach oben aufgeschlossen ist; daß aber das Inwendige dessen, der die Welt und sich selber liebt, nach oben verschlossen und nach außen geöffnet ist; daraus kann man schließen, daß, wenn die oberen Regionen, nämlich die des Gemüts, nach oben verschlossen sind, der Mensch die Gegenstände, die dem Himmel und der Kirche angehören, nicht mehr sehen kann, und daß sie bei ihm im Finstern sind, und was im Finstern ist, entweder geleugnet oder nicht verstanden wird; daher kommt, daß die, welche sich und die Welt über alles lieben, weil bei ihnen die oberen Gebiete des Gemütes verschlossen sind, im Herzen die göttlichen Wahrheiten leugnen, und wenn sie auch etwas davon aus dem Gedächtnis hersagen, es doch nicht verstehen; sie sehen auch dieselben nicht anders an, als sie die weltlichen und körperlichen Dinge ansehen; und weil sie so sind, so können sie auch im Gemüt mit nichts anderem sich beschäftigen, als mit Dingen, die durch die Körpersinne eindringen, an denen sie auch einzig ihre Freude haben; unter denen auch viele Dinge sind, die sogar unflätig, unzüchtig, gemein und verbrecherisch sind, und von diesen können sie nicht abgebracht werden, weil bei ihnen kein Einfluß aus dem Himmel in ihre Gemüter statthat, da diese, wie gesagt, nach oben zu verschlossen sind. Die Absicht des Menschen, durch die sein inneres Sehen oder sein Denken bestimmt wird, ist sein Wille; denn was der Mensch will, das beabsichtigt er, und was er beabsichtigt, das denkt er; geht also seine Absicht auf den Himmel, so richtet sich dahin sein Denken und mit diesem sein ganzes Gemüt, das so im Himmel ist; und von da aus betrachtet er nachher die Dinge, die zur Welt gehören, als unter sich, wie jemand vom Dach herab die Häuser; daher kommt, daß der Mensch, dem das Inwendige, das seinem Gemüt angehört, aufgeschlossen ist, das Böse und Falsche, das bei ihm ist, sehen kann, denn dies ist unterhalb seines geistigen Gemüts; und umgekehrt, daß ein Mensch, dem das Inwendige nicht aufgeschlossen ist, sein Böses und Falsches nicht sehen kann, weil er in diesem und nicht über ihm ist; hieraus läßt sich nun schließen, woher dem Menschen Weisheit und woher ihm Torheit kommt, sowie auch wie der Mensch nach dem Tode beschaffen sein wird, wo [ihm] überlassen wird, seinem Inwendigen gemäß zu wollen und zu denken und ebenso auch zu handeln und zu reden. Dies ist auch gesagt worden, damit man wisse, wie der Mensch inwendig beschaffen ist, wie sehr er auch äußerlich einem anderen gleich erscheinen mag.

(533)
Daß es nicht so schwer ist, wie man glaubt, ein Leben des Himmels zu führen, erhellt jetzt daraus, daß der Mensch nichts weiter zu tun braucht, als wenn ihm etwas vorkommt, wovon er weiß, daß es unredlich und ungerecht ist, wohin aber seine Sinnesart sich neigt, zu denken, daß er es nicht tun dürfe, weil es wider die göttlichen Gebote ist; gewöhnt er sich daran, so zu denken, und erlangt er durch die Angewöhnung einige Fertigkeit, so wird er allmählich mit dem Himmel verbunden; und inwieweit er mit dem Himmel verbunden wird, insoweit werden die oberen Gebiete seines Gemütes aufgeschlossen, und in dem Maß als diese aufgeschlossen werden, sieht er, was unredlich und ungerecht ist, und inwieweit er dies sieht, kann es ausgetrieben werden; denn nichts Böses kann eher ausgetrieben werden, als nachdem man es gesehen hat; dies ist der Zustand, in den der Mensch vermöge seiner Freiheit eintreten kann; denn wer kann nicht mit Freiheit so denken ? Ist er aber eingeleitet, dann wirkt der Herr alles Gute bei ihm und macht, daß er nicht bloß das Böse sieht, sondern auch es nicht will und endlich es verabscheut; dies wird verstanden unter den Worten des Herrn:

„Mein Joch ist sanft, und Meine Last ist leicht“: Matth.11/30.
Man muß jedoch wissen, daß die Schwierigkeit, so zu denken, und auch dem Bösen zu widerstehen, in dem Maße wächst, als der Mensch mit Willen das Böse tut; denn insoweit gewöhnt er sich daran, so daß er es zuletzt nicht sieht und hierauf es liebt und infolge der Lust der Liebe es entschuldigt und durch allerlei Trugschlüsse begründet und es für erlaubt und gut erklärt; allein dies geschieht bei denen, die sich im jugendlichen Alter wie zügellos ins Böse stürzen und zugleich dann auch im Herzen die göttlichen Dinge verwerfen.
(534)
Einst ward mir ein Weg vorgebildet, der zum Himmel und auch zur Hölle führt; es war ein breiter Weg, der sich linkshin oder gegen Norden zog; es erschienen viele Geister, die denselben gingen; in der Ferne aber, wo der breite Weg sich endigte, sah man einen ziemlich großen Stein; von diesem Stein gingen hernach zwei Wege aus, der eine links hin und der andere in der entgegengesetzten Richtung nach rechts; der Weg, der sich linkshin zog, war eng oder schmal und führte durch den Westen nach Süden und so ins Licht des Himmels; der Weg, der rechtshin ging, war breit und geräumig und führte schräg abwärts zur Hölle. Zuerst schienen alle denselben Weg zu gehen bis zu dem großen Stein am Scheideweg; als sie aber dahin gekommen waren, trennten sie sich, die Guten wandten sich zur Linken und gingen den schmalen Weg, der zum Himmel führte; die Bösen hingegen sahen den Stein am Scheideweg nicht und fielen auf ihn und verletzten sich und liefen, nachdem sie wieder aufgestanden waren, auf dem breiten Weg nach rechts, der zur Hölle führte. Nachher wurde mir erklärt, was dies alles bedeutete; daß nämlich durch den ersten Weg, der breit war, und den viele, sowohl Gute als Böse zugleich gingen und wie Freunde miteinander sprachen, weil kein Unterschied zwischen ihnen zu sehen war, diejenigen vorgebildet wurden, die im Äußeren in gleicher Weise redlich und gerecht leben und sich vor dem Auge nicht unterscheiden; durch den Stein am Scheidewege oder den Eckstein, auf den die Bösen fielen und von dem aus sie nachher auf dem Weg fortliefen, der zur Hölle führte, wurde das göttliche Wahre vorgebildet, das von denen, die zur Hölle hinsehen, geleugnet wird; im höchsten Sinn wurde durch eben diesen Stein das Göttlich-Menschliche des Herrn vorgebildet; die aber das göttlich Wahre anerkannten und zugleich das Göttliche des Herrn, wurden auf dem Weg fortgezogen, der zum Himmel führte. Hieraus ging wieder hervor, daß die Bösen ganz dasselbe Leben im Äußeren führen wie die Guten, oder denselben Weg gehen, mithin der eine so leicht wie der andere, und doch wieder, daß die, welche das Göttliche von Herzen anerkennen und besonders die innerhalb der Kirche, welche das Göttliche des Herrn anerkennen, zum Himmel geführt, und die es nicht anerkennen, zur Hölle hingezogen werden. Die Gedanken des Menschen, die aus der Absicht oder dem Willen hervorgehen, werden im anderen Leben durch Wege vorgebildet; es stellen sich daselbst auch wirklich in der Erscheinung Wege dar, ganz nach den Gedanken der Absicht, und jeder wandelt auch nach seinen Gedanken, die aus der Absicht hervorgehen; daher kommt, daß die Geister an ihren Wegen erkannt werden, wie sie und wie ihre Gedanken beschaffen sind; daraus ward auch klar, was verstanden wird unter den Worten des Herrn:

„Gehet ein durch die enge Pforte; denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und ihrer sind viele, die auf ihm wandeln; schmal ist der Weg und eng die Pforte, die zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden“: Matth.7/13,14;
schmal heißt der Weg, der zum Leben führt, nicht weil er beschwerlich ist, sondern weil, wie die Worte lauten, wenige sind, die ihn finden. An jenem Stein, der an der Ecke erschien, wo der breite und gemeinsame Weg sich endigte und von dem aus die zwei nach entgegengesetzten Gegenden gehenden Wege erschienen, stellte sich heraus, was bezeichnet wird durch die Worte des Herrn:
„Habt ihr nicht gelesen, was geschrieben steht: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Haupt der Ecke geworden; jeder, der auf diesen Stein fällt, wird sich zerstoßen“: Luk.20/17,18.
Der Stein bezeichnet das göttliche Wahre, und der Stein Israels den Herrn hinsichtlich des Göttlich-Menschlichen; die Bauleute sind die von der Kirche; das Haupt der Ecke ist, wo sich der Scheideweg befindet; fallen und zerstoßen werden heißt, leugnen und untergehen286.
(535)
Es ward mir gegeben, mit einigen im anderen Leben zu reden, die sich von den Geschäften der Welt zurückgezogen hatten, um fromm und heilig zu leben, und auch mit einigen, die sich in mannigfacher Weise kasteit hatten, weil sie glaubten, dies heiße der Welt entsagen und die Lüste des Fleisches zähmen; allein da die meisten von diesen sich dadurch ein trauriges Leben schufen und vom Leben der Liebtätigkeit sich entfernten, welches Leben nur in der Welt geführt werden kann, so können sie den Engeln nicht beigesellt werden, weil das Leben der Engel infolge der Seligkeit ein fröhliches ist und in Leistung des Guten besteht, das in den Werken der Liebtätigkeit besteht; überdies brennen die, welche ein von weltlichen Dingen zurückgezogenes Leben geführt haben, von der Sucht zu verdienen [flagrant merito], und verlangen daher unablässig nach dem Himmel und denken an die himmlische Freude als einen Lohn, indem sie ganz und gar nicht wissen, was himmlische Freude ist; und wenn sie unter die Engel und in deren Freude versetzt werden, die ohne Verdienstlichkeit ist und in Leistungen und handgreiflichen Berufsgeschäften [exercitiis et manifestis officiis], sowie in der Seligkeit aus dem Guten besteht, das sie durch jene stiften, so wundern sie sich, wie die, welche etwas dem Glauben Fremdes sehen, und weil sie für diese Freude nicht empfänglich sind, so gehen sie weg und gesellen sich zu den Ihrigen, die in der Welt in gleichem Leben gewesen waren. Diejenigen aber, die im Äußeren heilig gelebt, beständig in den Kirchen und da in Gebeten gelegen und ihre Seelen geängstigt, zugleich aber stets an sich gedacht hatten, daß sie mehr als andere geachtet und geehrt und nach dem Tode für Heilige gehalten werden müßten, die sind im anderen Leben nicht im Himmel, weil sie dergleichen um ihrer selbst willen getan hatten, und weil sie die göttlichen Wahrheiten durch die Liebe zu sich befleckt und in diese sie versenkt hatten, so sind einige von ihnen so wahnsinnig, daß sie sich für Götter halten, weshalb sie unter dergleichen in der Hölle sind; einige sind schlau und trügerisch und in den Höllen der Betrüger [dolosorum], welche diejenigen sind, die der gleichen Dinge durch Kunstgriffe und Schlauheiten äußerlich dargestellt und durch diese das gemeine Volk zu dem Wahn verleitet hatten, daß in ihnen göttliche Heiligkeit wohne. Von dieser Art sind viele von den Heiligen der päpstlichen Religion; mit einigen ward mir auch zu reden gegeben, und es wurde dann ihr Leben deutlich beschrieben, wie es in der Welt und wie es nachher beschaffen war. Dies ist gesagt worden, damit man wisse, daß das Leben, das zum Himmel führt, nicht ein von der Welt zurückgezogenes, sondern ein Leben in der Welt ist, und daß ein Leben der Frömmigkeit ohne ein Leben der Liebtätigkeit, welches letztere allein in der Welt möglich ist, nicht in den Himmel führt, sondern das Leben der tätigen Liebe, welches Leben darin besteht, daß man in jedem Beruf, in jedem Geschäft und in jedem Werk redlich und gerecht handelt aus dem Inwendigen, somit aus himmlischem Ursprung, welcher Ursprung jenem Leben innewohnt, wenn der Mensch redlich und gerecht handelt, weil es den göttlichen Gesetzen gemäß ist; dieses Leben ist nicht schwer, aber ein Leben der vom Leben der Liebtätigkeit zurückgezogenen Frömmigkeit ist schwer, während doch dieses Leben in demselben Maß vom Himmel abführt, als man glaubt, es führe zum Himmel
287.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 13:00

III)

VON DER HÖLLE
(59)

DER HERR REGIERT DIE HÖLLEN
(536)
Oben, wo vom Himmel gehandelt wurde, ist überall, insbesondere aber Nr. 2-6, gezeigt worden, daß der Herr der Gott des Himmels ist, somit, daß alle Regierung der Himmel dem Herrn zukommt, und weil das Verhältnis des Himmels zur Hölle und der Hölle zum Himmel gerade ist wie das zwischen zwei Entgegengesetzten, die gegenseitig widereinander wirken und aus deren Wirkung und Gegenwirkung ein Gleichgewicht hervorgeht, in dem alles seinen Bestand findet, so ist, damit alles und jedes im Gleichgewicht gehalten werde, notwendig, daß, wer den Himmel regiert, auch die Hölle regiert; denn sofern nicht derselbe Herr die feindlichen Angriffe von seiten der Höllen im Zaum hielte und die Rasereien in ihr zähmte, würde das Gleichgewicht und mit dem Gleichgewicht das Ganze zugrunde gehen.

(537)
Doch hier soll zuerst etwas vom Gleichgewicht gesagt werden. Es ist bekannt, daß wenn zwei gegenseitig widereinander wirken und der eine in demselben Maß rückwirkt und widersteht, in dem der andere wirkt und andringt, beide keine Kraft haben, weil auf beiden Seiten die gleiche Macht ist, und daß dann jeder von einem Dritten nach Belieben in Bewegung gesetzt werden kann; denn wenn infolge des gleichen Widerstandes beide keine Kraft haben, so tut die Kraft des Dritten alles, und zwar so leicht, wie wenn gar kein Widerstand wäre. Ein solches Gleichgewicht besteht zwischen Hölle und Himmel; es ist aber nicht ein Gleichgewicht wie zwischen zweien, die mit dem Körper kämpfen und von welchen die Kraft des einen der Kraft des anderen gleichkommt, sondern es ist ein geistiges Gleichgewicht, nämlich des Falschen wider das Wahre und des Bösen wider das Gute; aus der Hölle strömt fortwährend Falsches aus Bösem hervor und aus dem Himmel fortwährend Wahres aus Gutem; dieses geistige Gleichgewicht ist es, welches macht, daß der Mensch in der Freiheit des Denkens und Wollens ist; denn alles, was der Mensch denkt und will, bezieht sich entweder auf Böses und das Falsche aus diesem oder auf Gutes und das Wahre aus diesem; ist er also in diesem Gleichgewicht, so ist er in der Freiheit, entweder das Böse und das Falsche aus diesem aus der Hölle zuzulassen und in sich aufzunehmen, oder das Gute und das Wahre aus diesem aus dem Himmel zuzulassen und in sich aufzunehmen; in diesem Gleichgewicht wird jeder Mensch aus dem Herrn gehalten, weil Er beide, sowohl den Himmel als die Hölle regiert. Warum aber der Mensch durch das Gleichgewicht in dieser Freiheit gehalten und nicht durch göttliche Macht ihm das Böse und Falsche genommen und das Gute und Wahre beigebracht wird, wird im folgenden in seinem Abschnitt gesagt werden.

(538)
Es ward [mir] einige Male gegeben, die von der Hölle ausströmende Sphäre des Falschen aus dem Bösen zu empfinden, sie war wie ein beständiges Streben, alles Gute und Wahre zu zerstören, verbunden mit Zorn und einer gewissen Wut, daß sie es nicht konnte; besonders ein Streben, das Göttliche des Herrn zu vernichten und zu zerstören, und dies darum, weil von Ihm alles Gute und Wahre kommt. Vom Himmel her aber ward die Sphäre des Wahren aus dem Guten empfunden, durch welche die Wut des aus der Hölle aufsteigenden Strebens zurückgehalten wurde; daher das Gleichgewicht; diese vom Himmel her empfundene Strömung war vom Herrn allein, obgleich sie aus den Engeln zu kommen schien; sie kam aber vom Herrn allein und nicht von den Engeln, weil jeder Engel im Himmel anerkennt, daß nichts Gutes und Wahres von ihm selbst kommt, sondern alles vom Herrn.

(539)
Alle Macht gehört in der geistigen Welt dem Wahren aus dem Guten und gar keine Macht dem Falschen aus dem Bösen an; daß alle Macht dem Wahren aus dem Guten angehört, hat seinen Grund darin, daß das Göttliche Selbst im Himmel das göttlich Gute und das göttlich Wahre ist und das Göttliche alle Macht hat; das Falsche aus dem Bösen aber hat gar keine Macht, eben weil diese ganz dem Wahren aus dem Guten angehört, und im Falschen aus dem Bösen nichts Wahres aus Gutem ist; daher kommt, daß alle Macht im Himmel ist und keine in der Hölle; denn jeder im Himmel ist in den Wahrheiten aus dem Guten, und jeder in der Hölle ist in Falschem aus Bösem; denn nicht früher wird jemand in den Himmel eingelassen, als bis er in den Wahrheiten aus dem Guten ist; und nicht eher wird jemand in die Hölle geworfen, als bis er in dem Falschen aus Bösem ist; daß dem so sei, sehe man in den Abschnitten, in denen vom ersten, zweiten und dritten Zustand des Menschen nach dem Tode gehandelt worden ist, Nr. 491-520; und daß alle Macht dem Wahren aus dem Guten angehöre, im Abschnitt von der Macht der Engel des Himmels, Nr. 228-233.

(540)
Dies ist nun das Gleichgewicht zwischen Himmel und Hölle; diejenigen, die sich in der Geisterwelt befinden, sind in diesem Gleichgewicht; denn die Geisterwelt ist in der Mitte zwischen Himmel und Hölle; und von daher werden auch alle Menschen in der Welt in ähnlichem Gleichgewicht gehalten; denn die Menschen in der Welt werden vom Herrn durch Geister regiert, die in der Geisterwelt sind, wovon unten in seinem Abschnitt gehandelt werden soll. Ein solches Gleichgewicht könnte nicht stattfinden, wenn nicht der Herr beide, sowohl den Himmel als die Hölle, regierte und nicht in beiden Maß und Ziel setzte; sonst würde das Falsche aus dem Bösen das Übergewicht bekommen und die einfältig Guten, die im Untersten des Himmels sind und leichter als die Engel selbst verderbt werden können, anstecken, und so würde dann das Gleichgewicht und mit dem Gleichgewicht auch die Freiheit bei den Menschen untergehen.

(541)
Die Hölle ist ebenso in Gesellschaften abgeteilt wie der Himmel und auch in so viele Gesellschaften wie der Himmel; denn jede Gesellschaft im Himmel hat sich gegenüber eine Gesellschaft in der Hölle, und dies ist um des Gleichgewichts willen. Allein die Gesellschaften in der Hölle sind unterschieden nach dem Bösen und dem Falschen aus diesem, weil die Gesellschaften im Himmel nach dem Guten und den Wahrheiten aus diesem unterschieden sind; daß jeglichem Guten ein Böses entgegengesetzt ist, und jeglichem Wahren ein Falsches entgegensteht, kann man daraus wissen, daß es kein Etwas gibt ohne Beziehung auf sein Entgegengesetztes, und daß aus dem Entgegengesetzten erkannt wird, wie es beschaffen ist und auf welcher Stufe es steht und daß davon alle Wahrnehmung und Empfindung kommt. Der Herr tut daher fortwährend Vorsehung, daß jede Gesellschaft des Himmels ihren Gegensatz in einer Gesellschaft der Hölle habe und daß zwischen ihnen ein Gleichgewicht bestehe.

(542)
Weil die Hölle in ebenso viele Gesellschaften abgeteilt ist wie der Himmel, darum gibt es auch ebenso viele Höllen wie Gesellschaften des Himmels; denn jede Gesellschaft des Himmels ist ein Himmel in verjüngter Gestalt, man sehe Nr. 51-58, somit auch jede Gesellschaft der Hölle eine Hölle in verjüngter Gestalt. Weil es im allgemeinen drei Himmel gibt, so gibt es auch im allgemeinen drei Höllen; eine unterste, die dem innersten oder dritten Himmel entgegengesetzt ist, eine mittlere, die dem mittleren oder zweiten Himmel entgegengesetzt ist, und eine obere, die dem äußersten oder ersten Himmel entgegengesetzt ist.

(543)
Wie aber die Höllen vom Herrn regiert werden, soll auch mit wenigem gesagt werden; die Höllen werden im allgemeinen durch den allgemeinen Anfluß [Zustrom] des göttlich Guten und des göttlich Wahren aus den Himmeln regiert, durch den das von den Höllen ausströmende allgemeine Streben in Schranken gehalten und gezähmt wird, und dann auch durch einen besonderen Anfluß aus jedem Himmel und aus jeder Gesellschaft des Himmels. Die Höllen werden im besonderen regiert durch Engel, denen gegeben wird, in die Höllen hineinzusehen und die Rasereien und Rotten darin im Zaum zu halten; zuweilen werden auch Engel dahin abgesandt und setzen ihnen durch ihre Gegenwart Maß und Ziel. Durchwegs aber werden alle, die in den Höllen sind, durch Befürchtungen regiert, einige durch die von der Welt her ihnen eingepflanzten und noch anhängenden; weil aber diese Befürchtungen nicht mehr hinreichen und auch allmählich nachlassen, so werden sie durch die Furcht vor Strafen regiert, durch die sie besonders vom Tun des Bösen abgeschreckt werden; die Strafen sind dort vielfach, gelinder und härter je nach dem Bösen; meistens werden Bösartigere über die anderen gesetzt, denen sie an Schlauheit und Kunstgriffen überlegen sind und die sie durch Strafen und die daher rührenden Schrecken in Gehorsam und Knechtschaft halten können; diese Vorgesetzten wagen nicht, die ihnen vorgezeichneten Grenzen zu überschreiten. Man muß wissen, daß das einzige Mittel, die Gewalttätigkeiten und Wutausbrüche derer, die in den Höllen sind, zu zähmen, die Furcht vor Strafe ist; es gibt kein anderes Mittel.

(544)
Man hat bisher in der Welt geglaubt, es gebe einen bestimmten Teufel, der die Höllen beherrsche, und dieser sei als Engel des Lichts erschaffen, nachdem er aber ein Empörer geworden war, und mit seiner Rotte in die Hölle hinabgestoßen wurde; daß man so glaubte, kam daher, daß im Wort ein Teufel und Satan und auch ein Lichtbringer [Luzifer] genannt wird und das Wort hier nach seinem Buchstabensinn verstanden wurde, während doch unter dem Teufel und Satan dort die Hölle verstanden wird; unter dem Teufel diejenige Hölle, die nach hinten zu liegt und wo die Schlimmsten sind, welche böse Engel [mali genii] genannt werden; und unter dem Satan diejenige Hölle, die vorne ist, wo nicht so Bösartige sind, welche böse Geister genannt werden; und unter Luzifer werden diejenigen verstanden, die aus Babel oder Babylonien sind, solche nämlich, die ihre Herrschgebiete bis in den Himmel ausdehnen. Daß es nicht irgendeinen Teufel gibt, dem die Höllen unterworfen wären, erhellt auch daraus, daß alle, die in den Höllen sind, sowie auch alle, die in den Himmeln sind, aus dem menschlichen Geschlecht stammen (man sehe Nr. 311-317) und daß dort Myriaden von Myriaden vom Anfang der Schöpfung an bis auf diese Zeit sind, und jeder von ihnen ein solcher Teufel ist, wie er es in der Welt gegen das Göttliche gewesen war; man sehe hierüber Nr. 311, 312.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 13:01

(60)

DAß DER HERR
NIEMAND IN DIE HÖLLE WERFE,
SONDERN DER GEIST SICH SELBST
(545)
Bei manchem kam die Meinung auf, daß Gott Sein Angesicht vom Menschen abwende, ihn von Sich stoße und in die Hölle werfe und des Bösen wegen über ihn zürne; und bei manchen noch weiter, daß Gott den Menschen strafe und ihm Böses zufüge; in dieser Meinung bestärken sie sich durch den Buchstabensinn des Wortes, in dem ähnliches gesagt wird, nicht wissend, daß der geistige Sinn des Wortes, der den Buchstabensinn erklärt, ein ganz anderer ist; und daß daher die reine Lehre der Kirche, die aus dem geistigen Sinn des Wortes ist, anderes lehrt; daß nämlich Gott niemals Sein Angesicht vom Menschen abwendet, noch ihn von Sich stößt, daß Er niemand in die Hölle wirft, noch zürnt
288. Dies erkennt auch jeder, dessen Gemüt in der Erleuchtung ist, wenn er das Wort liest, schon daraus, daß Gott das Gute selbst, die Liebe selbst und die Barmherzigkeit selbst ist; und daß das Gute selbst niemandem Böses zufügen und die Liebe selbst und die Barmherzigkeit selbst den Menschen nicht von sich stoßen kann, weil dies wider das eigentliche Wesen der Barmherzigkeit und Liebe, somit wider das Göttliche Selbst ist; weshalb die, welche aus erleuchtetem Gemüt denken, wenn sie das Wort lesen, klar erkennen, daß Gott Sich niemals vom Menschen abwendet, und weil Er Sich nicht von ihm abwendet, daß Er aus dem Guten, aus der Liebe und Barmherzigkeit mit ihm handelt, das heißt, daß Er sein Bestes will, ihn liebt und Sich seiner erbarmt. Daraus sehen sie auch, daß der Buchstabensinn des Wortes, in dem dergleichen gesagt wird, einen geistigen Sinn in sich birgt, nach welchem dasjenige erklärt werden muß, was im Buchstabensinn gemäß der Fassungskraft des Menschen und nach dessen ersten und allgemeinen Vorstellungen gesagt worden ist.
(546)
Die in der Erleuchtung sind, sehen noch weiter, daß das Gute und Böse zwei Entgegengesetzte sind, und daß sie ebenso entgegengesetzt sind wie Himmel und Hölle, und daß alles Gute aus dem Himmel und alles Böse aus der Hölle ist; und daß, weil das Göttliche des Herrn den Himmel macht (Nr. 7-12), vom Herrn nichts als Gutes beim Menschen einfließt, und von der Hölle nichts als Böses; und daß so der Herr den Menschen fortwährend vom Bösen abführt und ihn zum Guten hinführt, und daß die Hölle den Menschen beständig ins Böse hineinführt; wäre der Mensch nicht zwischen beiden, so hätte er gar kein Denken, noch ein Wollen, noch irgendwelche Freiheit und Wahl; denn dies alles hat der Mensch infolge des Gleichgewichts zwischen Gutem und Bösem; würde daher der Herr Sich abwenden und wäre der Mensch bloß seinem Bösen überlassen, so wäre er nicht mehr Mensch. Hieraus erhellt, daß der Herr mit dem Guten bei jeglichem Menschen, beim Bösen ebensowohl als beim Guten, einfließt, jedoch mit dem Unterschied, daß Er den bösen Menschen fortwährend vom Bösen abzieht und den guten Menschen unausgesetzt zum Guten hinführt und daß der Grund dieses Unterschieds beim Menschen liegt, sofern er der Aufnehmende ist.

(547)
Hieraus kann nun klar sein, daß der Mensch das Böse von der Hölle her tut, und daß er das Gute aus dem Herrn tut; daß aber, weil der Mensch glaubt, daß er alles, was er tut, aus sich tue, darum das Böse, das er tut, ihm als das Seinige anhängt; daher kommt, daß der Mensch der Urheber seines Bösen ist und in keiner Weise der Herr; das Böse beim Menschen ist die Hölle bei ihm; denn ob man sagt, das Böse oder die Hölle, ist einerlei; weil nun der Mensch der Urheber seines Bösen ist, so ist auch er es, der sich selbst in die Hölle bringt und nicht der Herr, ja der Herr ist so weit entfernt, den Menschen in die Hölle zu führen, daß Er vielmehr den Menschen von der Hölle befreit, soweit der Mensch nicht in seinem Bösen sein will und darin zu sein liebt; alles, was zum Willen und zur Liebe des Menschen gehört, bleibt bei ihm nach dem Tode, Nr. 470-484; wer das Böse will und liebt in der Welt, der will und liebt es auch im anderen Leben und läßt sich dann nicht mehr davon abbringen; daher kommt, daß der Mensch, der im Bösen ist, an die Hölle gekettet ist und auch wirklich seinem Geist nach daselbst ist und nach dem Tode nichts sehnlicher wünscht, als dort zu sein, wo sein Böses ist; weshalb denn der Mensch nach dem Tode sich selbst in die Hölle stürzt, und nicht der Herr.

(548)
Wie dies geschieht, soll auch gesagt werden; wenn der Mensch ins andere Leben eintritt, so wird er zuerst von Engeln empfangen, die ihm alle Dienste leisten und auch mit ihm reden vom Herrn, vom Himmel, vom Engelleben und ihn im Guten und Wahren unterrichten; ist aber der Mensch, nunmehr Geist, so geartet, daß er in der Welt dergleichen Dinge zwar gekannt, aber im Herzen geleugnet oder verachtet hatte, so sehnt er sich nach einiger Unterredung von ihnen weg und sucht auch wirklich wegzukommen; sobald die Engel dies bemerken, verlassen sie ihn; er aber gesellt sich nach einigem Zusammensein mit anderen, endlich solchen bei, die in dem gleichen Bösen mit ihm sind (man sehe Nr. 445-452); indem dies geschieht, wendet er sich vom Herrn ab und kehrt sein Angesicht der Hölle zu, mit der er in der Welt verbunden war und in der sich diejenigen befinden, die in der gleichen Liebe zum Bösen sind. Hieraus erhellt, daß der Herr jeden Geist zu Sich zieht durch Engel und auch durch einen Einfluß aus dem Himmel, daß aber Geister, die im Bösen sind, ganz und gar widerstreben und sich gleichsam vom Herrn losreißen und von ihrem Bösen, somit von der Hölle, wie am Strick gezogen werden, und weil sie gezogen werden und aus Liebe zum Bösen auch folgen wollen, so ist offenbar, daß sie sich freiwillig in die Hölle stürzen. Daß dem so sei, kann man in der Welt nicht glauben, infolge der Vorstellung von der Hölle; ja es erscheint auch im anderen Leben nicht anders vor den Augen derer, die außerhalb der Hölle sind, nicht jedoch bei denen, die sich in sie hinabstürzen; denn diese gehen von selbst hinein, und diejenigen, die aus brennender Liebe zum Bösen hineingehen, erscheinen, wie wenn sie rücklings den Kopf nach unten und die Füße nach oben hinabgeworfen würden; infolge dieser Erscheinung sieht es so aus, als ob sie durch göttliche Gewalt in die Hölle hinabgestürzt würden (hierüber sehe man mehreres weiter unten Nr. 574). Hieraus kann nun ersehen werden, daß der Herr niemand in die Hölle wirft, sondern jeglicher sich selbst, nicht nur während er in der Welt lebt, sondern auch nach dem Tode, wenn er unter die Geister kommt.

(549)
Daß der Herr vermöge Seines göttlichen Wesens, welches das Gute, die Liebe und Barmherzigkeit selbst ist, nicht gleichmäßig mit jedem Menschen verfahren kann, hat seinen Grund darin, daß das Böse und das Falsche aus diesem hindernd im Wege steht und Seinen göttlichen Einfluß nicht nur entkräftet, sondern auch zurückstößt; das Böse und das Falsche aus ihm sind wie schwarze Wolken, die sich zwischen die Sonne und das Auge des Menschen stellen und das Heitere und Helle des Lichtes wegnehmen, während gleichwohl die Sonne in dem beständigen Streben ist, die im Wege stehenden Wolken zu zerstreuen, denn sie ist hinter ihnen und wirkt und läßt auch inzwischen durch manche Öffnungen ringsumher einiges schwache Licht ins Auge des Menschen fallen; in der geistigen Welt findet ähnliches statt; die Sonne ist hier der Herr und die göttliche Liebe, Nr. 116-140; das Licht ist hier das göttliche Wahre, Nr. 126-140; die schwarzen Wolken sind hier das Falsche aus dem Bösen; das Auge ist hier der Verstand; inwieweit jemand hier im Falschen aus dem Bösen ist, insoweit ist um ihn eine solche Wolke, schwarz und dicht, je nach dem Grad des Bösen; aus welchem Vergleich man ersehen kann, daß die Gegenwart des Herrn unausgesetzt bei jeglichem statthat, daß sie aber verschiedentlich aufgenommen wird.

(550)
Die bösen Geister in der Geisterwelt werden sehr gestraft, damit sie durch die Strafen vom Tun des Bösen zurückgeschreckt werden; auch dies hat den Anschein, als käme es vom Herrn; dennoch aber rührt daselbst keinerlei Strafübel vom Herrn, sondern vom Bösen selbst her; denn das Böse ist mit seiner Strafe so verbunden, daß sie nicht getrennt werden können; die höllische Rotte wünscht und liebt nämlich nichts mehr, als Böses zu tun, besonders Strafen zu verhängen und zu quälen, und sie fügen auch wirklich Böses und Strafübel jedem zu, der nicht vom Herrn beschützt wird; geschieht nun Böses aus bösem Herzen, so stürzen sich, weil dieses allen Schutz vom Herrn her von sich stößt, die bösen Geister auf den, der dieses Böse tut, und strafen ihn. Dies kann einigermaßen durch das Böse und dessen Strafen in der Welt beleuchtet werden, wo sie auch verbunden sind; denn die Gesetze bestimmen hier für jedes Böse seine Strafe; weshalb wer in das Böse, auch in die Strafe des Bösen rennt; der Unterschied ist bloß, daß das Böse in der Welt verheimlicht werden kann, nicht aber im anderen Leben. Hieraus kann erhellen, daß der Herr keinem Böses zufügt; und daß es sich auch damit ebenso verhält wie in der Welt, daß nicht der König, noch der Richter, noch das Gesetz die Ursache sind, daß der Schuldige gestraft wird, weil sie nicht die Ursache des Bösen beim Übeltäter sind.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 13:03

(61)

DAß ALLE, DIE SICH
IN DEN HÖLLEN BEFINDEN,
IM BÖSEN UND IM FALSCHEN
AUS DIESEM AUS DER EIGEN -
UND WELTLIEBE SIND
(551)
Alle, die sich in den Höllen befinden, sind im Bösen und in dem aus diesem kommenden Falschen, und keiner ist dort, der im Bösen und zugleich in den Wahrheiten wäre; die meisten Bösen in der Welt kennen die geistigen Wahrheiten, welche die Wahrheiten der Kirche sind; denn sie haben dieselben von Kindheit an gelernt und dann auch aus der Predigt und dem Lesen des Wortes, und haben nachher aus denselben geredet; manche haben auch andere auf den Glauben gebracht, sie seien Christen von Herzen, weil sie aus den Wahrheiten mit erheuchelter Neigung zu reden und auch redlich wie aus geistigem Glauben zu handeln wußten; allein diejenigen von ihnen, die bei sich selbst dagegen gedacht und nur wegen der bürgerlichen Gesetze und um des Rufes, der Ehrenstellen und Vorteile willen sich enthalten hatten, das Böse nach ihren Gedanken zu tun, sind alle im Herzen böse und bloß dem Körper, nicht aber dem Geist nach im Wahren und Guten; daher sie denn, wenn ihnen im anderen Leben das Äußere genommen und das Innere, das ihrem Geist angehört, enthüllt wird, ganz im Bösen und Falschen und in gar keinem Wahren und Guten sind; und es liegt dann offen zutage, daß das Wahre und Gute bloß in ihrem Gedächtnis saß, nicht anders denn als ein Wissen, und daß sie es von da herausnahmen, wenn sie sprachen, und sich den Schein des Guten gaben und als ob dies aus geistiger Liebe und Glauben flöße. Wenn solche in ihr Inneres, folglich in ihr Böses versetzt werden, so können sie nicht mehr Wahrheiten, sondern nur Falsches reden, weil sie aus dem Bösen reden; denn aus Bösem Wahrheiten reden, ist unmöglich, weil alsdann der Geist nichts als sein Böses ist, und aus dem Bösen Falsches hervorgeht. Jeder böse Geist wird in diesen Zustand gebracht, bevor er in die Hölle geworfen wird (man sehe Nr. 499-512); dies heißt abgeödet werden hinsichtlich des Wahren und Guten
289; und die Abödung [vastatio] ist nichts als ein Versetztwerden ins Innere, somit ins Eigene des Geistes oder in den Geist selbst; hierüber sehe man auch nach, Nr. 425.
(552)
Wenn der Mensch nach dem Tode so [geworden] ist, dann ist er nicht mehr Mensch-Geist, wie er es in seinem ersten Zustand ist, wovon Nr. 491-498, sondern er ist nun wahrhaft Geist, denn wahrhaft Geist ist er in seinem Inneren, d.h. seiner Gesinnung entsprechenden Angesicht und Leib, somit in einer Außengestalt, die der Abdruck oder das Abbild seines Inneren ist; so ist der Geist nach vollbrachtem erstem und zweitem Zustand, von denen oben die Rede war; weshalb er nun auf den ersten Blick sogleich als das, was er ist, erkannt wird, nicht nur am Angesicht, sondern auch am Leib und überdies an der Rede und den Gebärden; und weil er nun in sich ist, so kann er nicht anderwärts sein, als wo seinesgleichen sind; denn es findet in der geistigen Welt eine durchgängige Mitteilung der Neigungen und der aus ihnen entspringenden Gedanken statt; weshalb der Geist zu seinesgleichen hingezogen wird wie von selbst, weil aus freier Neigung und deren Lust, ja er wendet sich auch dahin, denn so atmet er sein Leben und zieht Odem aus freier Brust, nicht aber wenn er sich anderswohin wendet; man muß wissen, daß der Verkehr mit anderen in der geistigen Welt sich nach der Hinwendung des Angesichts richtet, und daß vor eines jeden Angesicht beständig diejenigen sind, die mit ihm in gleicher Liebe stehen, und dies bei jeder Wendung des Leibes (man sehe Nr. 151). Daher kommt, daß alle höllischen Geister sich vom Herrn ab- und dem dunkelschwarzen und dem verfinsterten Körper zuwenden, welche dort statt der Sonne und statt des Mondes in der Welt sind, alle Engel des Himmels aber sich dem Herrn als der Sonne des Himmels und dem Mond des Himmels zuwenden (man sehe Nr. 123, 143, 144, 151). Hieraus kann nun erhellen, daß alle, die in den Höllen sind, sich im Bösen und im Falschen aus diesem befinden, und daß sie auch ihren Trieben zugekehrt sind.

(553)
Alle Geister in den Höllen erscheinen, wenn sie in einigem Licht des Himmels betrachtet werden, in der Gestalt ihres Bösen, weil jeder das Abbild seines Bösen ist, denn bei jedem macht das Inwendige und das Auswendige eins aus, und das Inwendige stellt sich sichtbar dar im Auswendigen, nämlich in Gesicht, Leib, Rede und Gebärden; so wurden sie auf den ersten Blick erkannt, wie sie beschaffen sind; im allgemeinen sind sie Gestalten der Verachtung anderer, des Drohens gegen diejenigen, die ihnen nicht Verehrung zollen; sie sind Gestalten des Hasses mannigfacher Art; sie sind Gestalten der Rachgier ebenfalls von mancherlei Art; Wut und Grausamkeit leuchten vom Inwendigen her durch diese hervor; sobald aber andere sie loben, verehren und ehren, zieht sich ihr Angesicht zusammen und bekommt einen Ausdruck des Behagens von befriedigter Lust; wie diese Gestalten alle aussehen, kann nicht mit wenigem beschrieben werden, denn nicht eine ist der anderen gleich; nur zwischen denen, die in ähnlichem Bösen und daher in der gleichen höllischen Gesellschaft sind, ist eine allgemeine Ähnlichkeit, vermöge welcher als der Grundlage der Ableitung die Gesichter der einzelnen daselbst in gewisser Ähnlichkeit erscheinen; im allgemeinen sind ihre Gesichter grausig und leblos wie die der Leichname; bei einigen sind sie glührot wie Feuerbrände, bei einigen durch Blattern, Beulen und Geschwüre verunstaltet; bei vielen ist gar kein Gesicht zu sehen, sondern statt desselben etwas Struppiges oder Knöchernes, bei einigen zeigen sich bloß Zähne; ihre Leiber sind auch mißgestaltet; und ihre Rede wie aus Zorn oder aus Haß oder aus Rachgier hervorgehend, denn jeder redet aus seinem Falschen und tönt aus seinem Bösen; mit einem Wort, sie sind alle Abbilder ihrer Hölle; welche Gestalt die Hölle selbst im Ganzen hat, ist [mir] nicht zu sehen gegeben worden; es wurde nur gesagt, daß wie der ganze Himmel im Gesamtumfang einen Menschen darstellt, Nr. 59-67, so auch die ganze Hölle in ihrem Gesamtumfang einen Teufel vorstelle und auch wirklich im Bilde eines Teufels dargestellt werden könne (man sehe Nr. 544); welche Gestalt aber die Höllen im besonderen oder die höllischen Gesellschaften haben, ist [mir] öfter zu sehen gegeben worden; denn an den Öffnungen derselben, welche die Pforten der Höllen heißen, erscheint meistens ein Scheusal [monstrum], das im allgemeinen das Bild derer darstellt, die darin sind; die Wutausbrüche derer, die darin sind, werden dann auch durch Gräßliches und Entsetzliches vorgestellt, das ich nicht näher berühren will. Zu wissen ist jedoch, daß die höllischen Geister zwar so gestaltet erscheinen im Licht des Himmels, unter sich hingegen als Menschen, und dies aus Barmherzigkeit des Herrn, damit sie nicht auch untereinander die scheußlichen Gestalten [foeditates] seien, als die sie den Engeln erscheinen; allein jene Erscheinung ist eine Täuschung; denn sobald nur ein wenig Licht aus dem Himmel eingelassen wird, verwandeln sich jene menschlichen Gestalten in die Mißgestalten, die sie an sich sind und von denen oben die Rede war; denn im Licht des Himmels erscheint alles, wie es an sich ist; daher kommt auch, daß sie das Licht [lucem] des Himmels fliehen und sich in ihre Helle [lumen] hinabstürzen, die wie die Helle von glühenden Kohlen und hie und da auch wie die von brennendem Schwefel ist; allein auch diese Helle verwandelt sich in lauter Finsternis, sobald etwas Licht aus dem Himmel dahin einfließt; daher kommt, daß es heißt, die Höllen seien im Dunkel und in der Finsternis, und daß das Dunkel und die Finsternis das Falsche aus dem Bösen bedeuten, wie es in der Hölle ist.

(554)
Aus der Betrachtung jener monströsen Gestalten der Geister in den Höllen (die alle, wie gesagt, Gestalten der Verachtung anderer und des Drohens gegen diejenigen sind, die sie nicht ehren und hochachten, dann auch Gestalten des Hasses und der Rachgier gegen die, welche ihnen nicht günstig sind), ging hervor, daß sie alle im allgemeinen Ausgestaltungen der Selbst- und der Weltliebe sind, und daß das Böse, dessen besondere Ausgestaltungen sie sind, in diesen beiden Grundneigungen seinen Ursprung hat; es ist mir auch aus dem Himmel gesagt und überdies durch viele Erfahrungen bestätigt worden, daß diese beiden Grundneigungen [amores], nämlich die Selbst- und die Weltliebe, in den Höllen herrschen und auch die Höllen machen, und daß die Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten in den Himmeln herrschen und auch die Himmel machen; ferner, daß jene beiden Grundneigungen, welche die Grundtriebe der Hölle sind, und diese beiden Grundneigungen, welche die Grundneigungen des Himmels sind, den vollsten Gegensatz zueinander bilden.

(555)
Zuerst wunderte ich mich, woher es wohl komme, daß die Selbstliebe und die Weltliebe so teuflisch sind, und daß die, welche darin stehen, sich dem Blick als solche Scheusale darstellen, da man doch in der Welt über die Selbstliebe sich wenig Gedanken macht, sondern nur über die Selbsterhebung des Gemüts [elationem animi], die man Hochmut nennt und die, weil sie in die Augen fällt, allein für Selbstliebe gilt; und überdies wird die Selbstliebe, die sich nicht so überhebt, in der Welt für das Feuer des Lebens gehalten, durch das der Mensch angetrieben wird, sich um Ämter zu bewerben und Nutzen zu schaffen, worin der Mensch Ehre und Ruhm erblicken müsse, wenn sein Mut nicht erschlaffen solle; man fragt: wer hat je etwas Großes, Nützliches und Denkwürdiges getan, außer um von anderen oder in den Gedanken der anderen gefeiert und geehrt zu werden, und woher anders kommt dies, als aus dem Feuer der Liebe zum Ruhm und zur Ehre, mithin zu sich ? Daher kommt es, daß man in der Welt nicht weiß, daß die Liebe zu sich an sich betrachtet die Liebe ist, die in der Hölle herrscht und die Hölle beim Menschen macht. Weil die Sache sich so verhält, will ich zuerst beschreiben, was die Selbstliebe ist, und dann, daß aus dieser Liebe alles Böse und daraus kommende Falsche entspringt.

(556)
Selbstliebe ist, sich allein wohlwollen und anderen nicht, außer um seiner selbst willen, nicht einmal der Kirche, dem Vaterland oder irgendeiner menschlichen Gesellschaft, sowie auch diesen Gutes tun bloß um des eigenen Rufes, der eigenen Ehre und des eigenen Ruhmes willen, so daß, wer diese in den Diensten, die er ihnen leistet, nicht sieht, in seinem Herzen spricht: was liegt daran ? Wozu dies ? Was wird mir dafür ? Und es so unterläßt: woraus erhellt, daß, wer in der Selbstliebe ist, nicht die Kirche, nicht das Vaterland, nicht die Gesellschaft nicht irgendwelche Nutzstiftung liebt, sondern allein sich; seine Lust [jucundum] ist bloß die Lust der Selbstliebe, und weil die Lust, die aus einer Liebe hervorgeht, das Leben des Menschen ausmacht, so ist sein Leben das Leben seiner selbst [vita sui], und das Leben seiner selbst ist das Leben aus dem Eigenen des Menschen, und das Eigene des Menschen ist an sich betrachtet nichts als Böses. Wer sich liebt, der liebt auch die Seinigen, welche insbesondere seine Kinder und Enkel sind und im allgemeinen alle, die eins mit ihm ausmachen und die er auch die Seinigen nennt; diese und jene lieben heißt auch sich lieben, denn er erblickt sie gleichsam in sich und sich in ihnen; unter denen, die er die Seinigen nennt, sind auch alle, die ihn loben, ehren und verehren.

(557)
Aus dem Vergleich mit der himmlischen Liebe läßt sich entnehmen, welcher Art die Selbstliebe ist; die himmlische Liebe ist, die Nutzleistung um der Nutzleistung willen oder das Gute um des Guten willen lieben, das der Mensch der Kirche, dem Vaterland, der menschlichen Gesellschaft und dem Mitbürger leistet; denn dies heißt Gott lieben und den Nächsten lieben, weil alle Nutzwirkungen und alles Gute von Gott kommen und auch der Nächste sind, der geliebt werden soll; wer aber dieselben um seiner selbst willen liebt, der liebt sie nicht anders, denn als Dienerschaften, weil sie ihm dienen; woraus folgt, daß, wer in der Selbstliebe ist, will, daß die Kirche, das Vaterland, die menschlichen Gesellschaften und die Mitbürger ihm dienen und nicht er ihnen; er setzt sich über sie und sie unter sich; daher kommt, daß inwieweit jemand in der Selbstliebe ist, insoweit er sich vom Himmel, weil er von der himmlischen Liebe, entfernt.

(558)
Absatznumerierung fehlt im Original.

558a. Ferner, inwieweit jemand in himmlischer Liebe ist (welche ist, die Nutzwirkungen und das Gute lieben und Herzenslust fühlen, wenn er sie leistet um der Kirche, des Vaterlandes, der menschlichen Gesellschaft und des Mitbürgers willen), insoweit wird er vom Herrn geführt, weil diese Liebe es ist, in der Er selbst und die von Ihm ist; inwieweit hingegen jemand in der Liebe zu sich ist (welche Liebe ist, Nützliches [usus] und Gutes leisten um seiner selbst willen), insoweit wird er von sich selbst geführt, und inwieweit jemand von sich selbst geführt wird, insoweit wird er nicht vom Herrn geführt; woraus ebenfalls folgt, daß inwieweit jemand sich selbst liebt, insoweit er sich vom Göttlichen, somit auch vom Himmel, entfernt. Von sich selbst geführt werden heißt, von seinem Eigenen [geführt werden], und das Eigene des Menschen ist nichts als Böses; denn es ist sein anererbtes Böse, welches ist, sich selbst mehr als Gott und die Welt mehr als den Himmel lieben290. Der Mensch wird ebenso oft in sein Eigenes, somit in sein anererbtes Böses, versetzt, als er beim Guten, das er tut, sich selbst im Auge hat, denn er sieht vom Guten weg auf sich und nicht von sich weg auf das Gute, daher er im Guten ein Bild von sich darstellt und nicht irgendein Bild des Göttlichen; daß dem so sei, bin ich auch durch Erfahrung bestärkt worden; es gibt böse Geister, deren Wohnungen in der Mittelgegend zwischen Norden und Westen unter den Himmeln sind, welche die Kunst verstehen, gutgesinnte Geister in ihr Eigenes und so in mancherlei Böses zu versetzen, was sie dadurch bewirken, daß sie dieselben in Gedanken an das eigene Ich bringen, entweder offen durch Lobeserhebungen und Ehrenbezeugungen oder heimlich durch Richtung ihrer Neigungen auf das eigene Ich und inwieweit sie dies bewerkstelligen, insoweit wenden sie die Gesichter der gutgesinnten Geister vom Himmel ab, und in demselben Maß verfinstern sie auch deren Verstand und rufen aus dem Eigenen derselben Böses hervor.
558b. Daß die Liebe zu sich der Liebe zum Nächsten entgegengesetzt ist, kann man an dem Ursprung und Wesen beider sehen; die Nächstenliebe fängt bei dem, der in der Selbstliebe ist, von ihm selber an; denn er sagt, jeder sei sich selbst der Nächste, und von ihm als dem Mittelpunkt schreitet sie zu allen denjenigen fort, die mit ihm eins ausmachen, mit einer Verringerung je nach den Graden der Verbindung, in der sie mit ihm durch Liebe stehen, und diejenigen, die außerhalb dieses Verbandes sind, werden für nichts geachtet, solche aber, die wider ihn und sein Böses sind, für Feinde gehalten, wie sie auch beschaffen sein mögen, ob weise und rechtschaffen, ob redlich und gerecht. Die geistige Liebe gegen den Nächsten hingegen fängt vom Herrn an und verbreitet sich von Ihm als dem Mittelpunkt aus über alle, die mit Ihm verbunden sind durch Liebe und Glauben und schreitet fort je nach der Beschaffenheit der Liebe und des Glaubens bei ihnen291. Hieraus erhellt, daß die vom Menschen ihren Ausgang nehmende Nächstenliebe entgegengesetzt ist der Nächstenliebe, die vom Herrn beginnt, und daß jene vom Bösen ausgeht, weil vom Eigenen des Menschen, diese hingegen vom Guten, weil vom Herrn, Der das Gute selbst ist; auch ist offenbar, daß die Nächstenliebe, die vom Menschen und seinem Eigenen ausgeht, fleischlich ist, die Nächstenliebe hingegen, die vom Herrn ausgeht, himmlisch ist. Mit einem Wort, die Selbstliebe bildet beim Menschen, in dem sie ist, das Haupt, und die himmlische Liebe bildet bei ihm die Füße, auf diese stellt er sich, und wenn sie ihm nicht dient, so zertritt er sie mit den Füßen; daher kommt, daß die, welche in die Hölle hinabgestoßen werden, scheinbar rücklings, das Haupt nach unten der Hölle zu und die Füße nach oben dem Himmel zu, hinabgestürzt werden (man sehe Nr. 548).
(559)
Die Liebe zu sich ist auch so geartet, daß sie, inwieweit ihr die Zügel gelassen, das heißt, die äußeren Bande entfernt werden, welche sind die Befürchtungen vor dem Gesetz und seinen Strafen und vor dem Verlust des guten Rufes, der Ehre, des Erwerbs, des Amtes und des Lebens, bis dahin fortrennt, daß sie zuletzt nicht nur über den Erdkreis, sondern auch über den ganzen Himmel und über das Göttliche Selbst gebieten will; nirgends ist für sie eine Grenze oder ein Endpunkt; dies liegt in jedem verborgen, der in der Liebe zu sich ist, obgleich es in der Welt, in der ihn die genannten Bande zurückhalten, nicht offen zutage liegt. Daß dem so ist, sieht jedermann an den Machthabern und Königen, die keine solchen Zügel und Bande haben, diese rennen weiter vor und unterjochen Provinzen und Reiche, soweit es ihnen gelingt, und schnauben nach schrankenloser Macht und Herrlichkeit; daß dem so ist, stellt sich noch deutlicher heraus an dem heutigen Babylonien, das seine Herrschaft bis in den Himmel ausgedehnt und alle göttliche Gewalt des Herrn auf sich übertragen hat und fortwährend noch weiter hinaus will. Daß solche, wenn sie ins andere Leben kommen, ganz und gar wider das Göttliche und wider den Himmel und für die Hölle sind, sehe man im Werkchen »Vom Jüngsten Gericht und vom zerstörten Babylonien«.

(560)
Stelle dir nun eine Gesellschaft von solchen vor, die alle nur sich lieben und andere nur insoweit, als sie mit ihnen eins ausmachen, so wirst du sehen, daß ihre Liebe keine andere ist, als die Liebe der Räuber zueinander; soweit diese in Gemeinschaft handeln, küssen sie einander und nennen sich Freunde, soweit sie aber nicht in Gemeinschaft handeln, vielmehr deren Herrschaft abwerfen, stürzen sie aufeinander los und hauen einander nieder; prüft man ihr Inwendiges oder ihre Gesinnung, so wird sich zeigen, daß sie voll feindseligen Hasses des einen gegen den anderen sind und daß sie im Herzen über alles Gerechte und Redliche lachen und auch über das Göttliche, das sie als Nichtiges verwerfen; dies kann man noch besser sehen an ihren Gesellschaften in den Höllen, von denen unten [die Rede sein wird].

(561)
Das Inwendige, das Gebiet der Gedanken und Neigungen derer, die sich selbst über alles lieben, ist auf sie selbst und die Welt gerichtet, somit vom Herrn und dem Himmel abgewendet; daher kommt, daß sie von allen Arten des Bösen besessen sind und das Göttliche nicht einfließen kann, weil es alsbald, wie es einfließt, in die Gedanken an sich selbst versenkt und verunreinigt und auch dem Bösen, das aus ihrem Eigenen ist, eingegossen wird; daher kommt, daß diese alle im anderen Leben vom Herrn weg und auf jenen stockfinsteren Körper hinsehen, der dort an der Stelle der Weltsonne ist und der Sonne des Himmels, die der Herr ist, schnurstracks entgegensteht (man sehe Nr. 123). Wirklich bezeichnet auch die dichte Finsternis [caligo] das Böse und die Weltsonne die Liebe zu sich
292.
(562)
Das Böse derer, die in der Selbstliebe sind, ist im allgemeinen Verachtung anderer, Neid, Groll gegen alle, die ihnen nicht günstig sind, Feindseligkeit infolgedessen, Ausbrüche des Hasses von mancherlei Art, Handlungen der Rache, Arglist, Betrügereien, Unbarmherzigkeit und Grausamkeit; und in religiöser Beziehung nicht nur Verachtung des Göttlichen und der göttlichen Dinge, welche die Wahrheiten und das Gute der Kirche sind, sondern auch Erbitterung gegen dieselben, die sich ebenfalls in Haß verwandelt, wenn der Mensch ein Geist wird, und dann nicht nur nicht erträgt, etwas davon zu hören, sondern auch von Haß entbrennt gegen alle, die das Göttliche anerkennen und verehren. Ich sprach mit einem, der in der Welt ein Mächtiger gewesen war, und sich selbst im höchsten Grad geliebt hatte; als dieser das Göttliche nur nennen hörte und besonders, als er den Herrn nennen hörte, wurde er von solchem aus Erbitterung hervorgehenden Haß ergriffen, daß er vor Begierde brannte, Ihn zu töten; auch sehnte er sich, wenn seinem Trieb die Zügel gelassen wurden, der Teufel selbst zu sein, damit er aus seiner Selbstliebe heraus fortwährend den Himmel angreifen könnte; dies wünschen auch viele, die aus der päpstlichen Religion sind, wenn sie im anderen Leben inne werden, daß der Herr alle Gewalt hat und sie keine.

(563)
Es erschienen mir in der westlichen Gegend gegen die südliche hin einige Geister, welche sagten, sie seien in der Welt in großen Würden gestanden und verdienten, anderen vorgezogen zu werden und ihnen zu gebieten; diese wurden von den Engeln geprüft, wie sie inwendig beschaffen wären, und es fand sich, daß sie in ihren Amtsverrichtungen in der Welt nicht auf Nutzleistungen, sondern auf sich gesehen und sich den Nutzleistungen vorgezogen hatten, weil sie aber sich darum bewarben und dringend anhielten, anderen vorgesetzt zu werden, ward ihnen auch gestattet, mit denen zusammen zu sein, welche die Angelegenheiten eines höheren Wirkungskreises berieten; allein man fand, daß sie auf die Geschäfte, um die es sich handelte, gar keine Aufmerksamkeit verwenden und die Dinge nicht inwendig in sich sehen konnten und daß sie nicht aus dem Nutzzweck der Sache, sondern aus dem Eigenen sprachen und auch willkürlich nach Gunst handeln wollten; weshalb sie ihres Amtes entsetzt und entlassen wurden, um sich anderwärts Anstellungen zu suchen; sie gingen daher weiter in die Abendgegend hinein, wo sie hier und dort aufgenommen wurden, ihnen jedoch überall gesagt wurde, sie denken bloß an sich und an kein Ding anders, als von ihrem Ich aus, daher sie stumpfsinnig und nur wie die sinnlich-fleischlichen Geister seien; weshalb sie auch überall, wohin sie nur kamen, weggewiesen wurden; nach einiger Zeit sah man sie, wie sie in die äußerste Not geraten waren und um Almosen baten. Daraus ging auch hervor, daß, wie weise auch solche, die in der Selbstliebe sind, aus dem Feuer ihrer Liebe in der Welt zu reden scheinen, dies doch nur aus dem Gedächtnis und nicht aus irgendwelchem Vernunftlicht kommt; daher sie im anderen Leben, da die Dinge des natürlichen Gedächtnisses nicht mehr zurückgerufen werden dürfen, stumpfsinniger als andere sind, und dies darum, weil sie vom Göttlichen getrennt sind.

(564)
Es gibt zwei Arten von Herrschaft, die eine ist die der Nächstenliebe und die andere die der Selbstliebe; diese zwei Herrschaften sind einander in ihrem Wesen völlig entgegengesetzt; wer aus Nächstenliebe herrscht, will allen wohl und liebt nichts mehr, als Nutzen zu schaffen, somit anderen zu dienen (unter anderen dienen wird verstanden, anderen wohlwollen und Nutzen leisten, sei es der Kirche oder dem Vaterland oder einer Gesellschaft oder einem Mitbürger), dies ist seine Liebe und dies die Lust seines Herzens; auch er freut sich in dem Maß, als er zu Würden über andere erhoben wird, jedoch nicht ob der Würden, sondern wegen des Nutzens, den er dann in größerer Menge und in höherem Grade leisten kann; eine solche Herrschaft ist in den Himmeln; wer hingegen aus Selbstliebe herrscht, der will keinem wohl, sondern nur sich allein; bei dem Nutzen, den er schafft, ist es ihm um seine Ehre und Herrlichkeit zu tun, die ihm die einzigen Nutzzwecke sind; anderen dienen, hat bei ihm nur den Zweck, daß er wieder bedient und geehrt werde und herrsche; er bewirbt sich um Ehrenstellen nicht um des Guten willen, das dem Vaterland und der Kirche geleistet werden soll, sondern um in hervorragender Stellung und Herrlichkeit und damit in der Lust seines Herzens zu sein. Die Liebe zum Herrschen bleibt auch bei jedem nach seinem Leben in der Welt; solchen aber, die aus Nächstenliebe geherrscht hatten, wird zwar auch in den Himmeln eine Herrschaft anvertraut, allein alsdann herrschen nicht sie, sondern die Nutzzwecke, die sie lieben, und wenn die Nutzzwecke, so herrscht der Herr; solche hingegen, die in der Welt aus Selbstliebe geherrscht hatten, sind nach dem Leben auf der Welt in der Hölle und dort verachtete Sklaven; ich sah Machthaber, die in der Welt aus Selbstliebe geherrscht hatten, unter die Verachtetsten geworfen und einige unter denen, die sich dort in den Kloaken aufhalten.

(565)
Was aber die Liebe zur Welt anbelangt, so ist diese Liebe nicht in so hohem Grad der himmlischen Liebe entgegengesetzt, weil nicht so großes Böse in ihr verborgen liegt. Liebe zur Welt ist, die Güter anderer durch jeden Kunstgriff an sich bringen wollen und sein Herz an den Reichtum hängen und sich durch die Welt abziehen und abringen lassen von der geistigen Liebe, welche die Liebe zum Nächsten ist, somit vom Himmel und vom Göttlichen. Allein diese Liebe ist vielfach; sie ist die Liebe zum Reichtum, um zu Ehrenstellen erhoben zu werden, die man allein liebt; sie ist Liebe zu Ehrenstellen und Würden, um Reichtümer zu erwerben; sie ist die Liebe zu Reichtümern um der mancherlei Genüsse willen, an denen man in der Welt seine Freude hat; sie ist die Liebe zum Reichtum bloß um des Reichtums willen; eine solche Liebe haben die Geizigen, und so weiter; der Zweck, wegen dessen man den Reichtum [sucht], heißt der Nutzzweck, und der Endzweck oder Nutzzweck ist es, von dem die Liebe ihre Beschaffenheit her hat; denn die Liebe ist so, wie der Endzweck, wegen dessen [man liebt], beschaffen ist, da ihr das übrige nur als Mittel dient.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 13:05

(62)

WAS DAS HÖLLISCHE FEUER
UND WAS DAS ZÄHNEKNIRSCHEN SEI
(566)
Was das ewige Feuer und das Zähneknirschen sei, welche Ausdrücke im Wort von denen in der Hölle gebraucht werden, ist bis jetzt kaum jemandem bekannt, und dies darum, weil man über die Dinge, die im Wort stehen, materiell gedacht hatte, da man dessen geistigen Sinn nicht kannte; weshalb einige unter dem Feuer ein materielles Feuer verstanden, einige überhaupt die Pein, einige die Gewissensbisse, einige [meinten], es sei bloß so gesagt worden, um Schrecken vor dem Bösen einzujagen; und unter dem Zähneknirschen verstanden einige ein solches Knirschen, einige bloß den Schauer, wie er statthat, wenn ein solches Zusammenstoßen der Zähne gehört wird. Wer aber den geistigen Sinn des Wortes kennt, kann wissen, was das ewige Feuer und was das Zähneknirschen ist; denn in jedem Ausdruck und in jedem Sinn der Ausdrücke im Wort liegt ein geistiger Sinn, weil das Wort in seinem Innersten geistig ist und das Geistige vor dem Menschen nicht anders als natürlich ausgedrückt werden kann, da der Mensch in der natürlichen Welt ist und aus dem, was in ihr ist, denkt. Was nun das ewige Feuer und das Zähneknirschen sei, in welche die bösen Menschen in betreff ihrer Geister nach dem Tode kommen oder welche ihre Geister, die alsdann in der geistigen Welt sind, zu erleiden haben, soll in dem nun folgenden gesagt werden.

(567)
Es gibt zwei Quellen, aus denen Wärme kommt, die eine ist die Sonne des Himmels, die der Herr ist, und die andere die Sonne der Welt; die Wärme, die aus der Sonne des Himmels oder dem Herrn stammt, ist geistige Wärme, die ihrem Wesen nach Liebe ist (man sehe Nr. 126-140) die Wärme aus der Weltsonne hingegen ist natürliche Wärme, die in ihrem Wesen nicht Liebe ist, sondern der geistigen Wärme oder Liebe zum Aufnahmegefäß dient; daß die Liebe in ihrem Wesen Wärme ist, kann man an dem Erwarmen des Gemüts und von da her des Körpers ersehen, sofern dasselbe aus der Liebe und gemäß ihres Grades und ihrer Beschaffenheit entsteht, und zwar beim Menschen ebensowohl im Winter als im Sommer, und dann auch an der Erhitzung des Blutes; daß die natürliche Wärme, die aus der Sonne der Welt entsteht, der geistigen Wärme zum Aufnahmegefäß dient, zeigt sich an der Wärme des Körpers, die durch die Wärme seines Geistes erweckt wird, und dieser zu Hilfe kommt, besonders an der Frühlings- und Sommerwärme bei den Tieren aller Gattungen, die jedes Jahr zu dieser Zeit in ihre Triebe zurückkommen; nicht daß die Wärme dies bewirke, sondern weil diese ihre Körper empfänglich macht, diejenige Wärme in sich aufzunehmen, die aus der geistigen Welt auch bei ihnen einfließt; denn die geistige Welt fließt in die natürliche ein, wie die Ursache in die Wirkung; wer glaubt, daß die natürliche Wärme ihre Triebe hervorbringe, täuscht sich sehr; denn es findet ein Einfluß der geistigen Welt in die natürliche Welt statt und nicht der natürlichen Welt in die geistige, und alle Liebe ist, da sie dem Leben selbst angehört, geistiger Art; desgleichen ist auch im Irrtum wer glaubt, daß in der natürlichen Welt etwas entstehe ohne einen Einfluß aus der geistigen Welt; denn das Natürliche entsteht und besteht nur aus dem Geistigen; und auch die Subjekte des Pflanzenreichs erhalten von diesem Einfluß ihre Keimentwicklung; die natürliche Wärme, die zur Zeit des Frühlings und Sommers statthat, bringt bloß die Samen in ihre natürlichen Formen, indem sie dieselben aufschwellt und aufschließt, damit der Einfluß aus der geistigen Welt sich darin als Wirkendes erweise. Dies ist angeführt worden, damit man wisse, daß es zwei Arten von Wärme gibt, nämlich eine geistige und eine natürliche, und daß die geistige Wärme aus der Sonne des Himmels und die natürliche Wärme aus der Sonne der Welt stammt, und daß der Einfluß und hernach die Mitwirkung die Wirkungen hervorbringen, die vor den Augen in der Welt erscheinen
293.
(568)
Die geistige Wärme beim Menschen ist seine Lebenswärme, weil sie, wie oben gesagt worden, in ihrem Wesen Liebe ist; diese Wärme ist es, die im Wort unter dem Feuer verstanden wird; die Liebe zum Herrn und die Liebe gegen den Nächsten unter dem himmlischen Feuer, und die Selbstliebe und Weltliebe unter dem höllischen Feuer.

(569)
Das höllische Feuer oder die höllische Liebe entspringt aus der gleichen Quelle, aus der das himmlische Feuer oder die himmlische Liebe entspringt, nämlich aus der Sonne des Himmels oder dem Herrn; es wird aber höllisch durch die, welche es aufnehmen; denn aller Einfluß aus der geistigen Welt wird verschieden bestimmt [variatur], je nach der Aufnahme oder den Formen, in die er einfließt; nicht anders als die Wärme und das Licht aus der Sonne der Welt; die aus ihr in die Baumpflanzungen und Blumenbeete einfließende Wärme bewirkt die Vegetation und lockt auch angenehme und liebliche Düfte hervor; ebendieselbe Wärme aber, wenn sie in Exkremente und in Aashaftes einfließt, bewirkt Fäulnis und zieht übelriechende Dünste und Gestank heraus; ebenso bringt das Licht aus derselben Sonne in dem einen Gegenstand schöne und liebliche Farben, in dem anderen unschöne und unerfreuliche hervor; in gleicher Weise die Wärme und das Licht aus der Sonne des Himmels, die Liebe ist; wenn die Wärme oder Liebe aus ihr in Gutes einfließt, wie bei guten Menschen und Geistern und bei den Engeln, so befruchtet sie ihr Gutes, wenn hingegen bei Bösen, so bringt sie die entgegengesetzte Wirkung hervor; denn entweder wird sie durch das Böse erstickt oder verkehrt; ebenso das Licht des Himmels, wenn dieses in die Wahrheiten des Guten einfließt, so gibt es Einsicht und Weisheit, fließt es aber in Falsches des Bösen ein, so wird es in ihm in Unsinn und mancherlei Wahnvorstellungen verkehrt. So allenthalben nach Beschaffenheit der Aufnahme.

(570)
Das höllische Feuer, weil es Selbstsucht und Weltliebe ist, auch jede Begierde, die mit diesen Trieben zusammenhängt, weil die Begierde die Liebe in ihrem beständigen Ausläufer [in suo continuo] ist; denn was der Mensch liebt, danach begehrt er beständig, und das ist auch seine Lust; denn was der Mensch liebt oder begehrt, daran empfindet er, wenn er es erhält, seine Lust, und nicht anderswoher kommt dem Menschen seine Herzenslust; das höllische Feuer ist also die Begierde und die Lust, die aus jenen beiden Trieben als ihren Quellen entspringen; jenes Böse ist: Verachtung anderer, Groll und Feinseligkeit gegen die, welche ihm nicht günstig sind, es ist Neid, Haß und Rachsucht und aus diesen Heftigkeit und Grausamkeit; und hinsichtlich des Göttlichen Leugnung und aus dieser Verachtung, Verspottung und Lästerung der heiligen Dinge der Kirche, was sich nach dem Tode, wenn der Mensch ein Geist wird, in Erbitterung und Haß gegen dieselben verwandelt (man sehe Nr. 562). Und weil dieses Böse beständig Vernichtung und Tod derer schnaubt, die es für Feinde hält und gegen die es von Haß und Rachgier brennt, so ist seine Lebenslust, vernichten und töten zu wollen, und soweit es dies nicht kann, zu benachteiligen, zu schaden und zu wüten. Dies ist es, was unter dem Feuer im Wort verstanden wird, wo vom Bösen und von den Höllen gehandelt wird; woraus ich einige Stellen zur Bestätigung anführen will:

„Jeglicher ist ein Heuchler und Bösewicht und jeder Mund redet Torheit; denn es brennt wie ein Feuer die Bosheit, Dorngesträuch und Gestrüpp verzehrt es und zündet an das Dickicht des Waldes, und sie erheben sich in Rauchsäulen, und das Volk ist eine Speise des Feuers geworden, kein Mann wird seines Bruders schonen“: Jes.9/[16]-18.
„Ich will Wunderzeichen geben am Himmel und auf Erden, Blut und Feuer und Rauchsäulen, die Sonne soll in Finsternis sich wandeln“: Joel 3/3,4.
„Das Land wird zu brennendem Pech werden, des Nachts und des Tags wird es nicht verlöschen, in Ewigkeit wird sein Rauch aufsteigen“: Jes.34/9.
„Siehe: der Tag kommt brennend wie ein Ofen, und es werden alle Übermütigen und jeder, der Bosheit tut, Stoppel sein, und der kommende Tag wird sie anzünden“: Mal.3/19.
„Babylon ist eine Wohnung der Dämonen geworden; sie riefen, als sie den Rauch von ihrem Brande sahen, ihr Rauch stieg auf in die Zeitläufe der Zeitläufe“: Offb.18/2,18; 19/3.
„Er öffnete den Schlund des Abgrundes, worauf Rauch aus dem Schlund aufstieg, wie der Rauch eines großen Ofens, und verdunkelt ward die Sonne und die Luft vom Rauch des Schlundes“: Offb.9/2.
„Aus dem Mund der Pferde ging Feuer, Rauch und Schwefel; von diesen ward getötet der dritte Teil der Menschen, vom Feuer und vom Rauch und vom Schwefel“: Offb.9/17,18.
„Wer das Tier anbetet, wird trinken vom Wein des Zornes Gottes, der mit Lauterem gemischt ist im Becher Seines Grimmes, und wird gequält werden mit Feuer und Schwefel“: Offb.14/9,10.
„Der vierte Engel goß seine Schale aus in die Sonne, und es ward ihm gegeben, mit Hitze zu sengen die Menschen durch Feuer, und es entbrannten die Menschen in großer Hitze“: Offb.16/[8],9.
„Sie wurden in den Feuerpfuhl geworfen, der mit Schwefel brennt“: Offb.19/20; 20/14,15; 21/8.
„Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen werden“: Matth.3/10; Luk.3/9.
„Des Menschen Sohn wird Seine Engel senden, und sie werden aus Seinem Reich sammeln alle Ärgernisse und diejenigen, die Unrecht tun, und werden sie in den Feuerofen werfen“: Matth.13/41,42,50.
„Der König wird zu denen zur Linken sagen: Weichet von Mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln“: Matth.25/41.
„Sie werden geworfen werden in das ewige Feuer, in die Feuerhölle, wo ihr Wurm nicht sterben und das Feuer nicht erlöschen wird“: Matth.18/8,9; Mark.9/43-49.
„Der Reiche in der Unterwelt sagte zu Abraham, er leide Pein in der Flamme“: Luk.16/24.
In diesen und in vielen anderen Stellen wird unter dem Feuer die Begierde verstanden, die der Selbst- und Weltliebe angehört, und unter dem Rauch aus ihm wird das Falsche aus Bösem verstanden.
(571)
Weil die Begierde, das Böse zu tun, das aus der Selbst- und Weltliebe stammt, unter dem höllischen Feuer verstanden wird, und weil diese Begierde allen in den Höllen eigen ist (man sehe den vorhergehenden Abschnitt), darum erscheint auch, wenn die Höllen geöffnet werden, wie etwas Feuriges mit Rauch, dergleichen bei Feuersbrünsten zu sein pflegt, etwas dicht Feuriges aus den Höllen, in denen die Liebe zu sich herrscht, und etwas Flammiges aus den Höllen, in denen die Liebe zur Welt herrscht. Sind sie aber geschlossen, so erscheint jenes Feurige nicht, sondern statt desselben etwas Dunkles, wie von Rauch Verdichtetes, immer jedoch glüht jenes Feurige fort, was sich auch bemerkbar machte an der Hitze, die daraus ausdünstete, welche Hitze wie die von Verbranntem nach einer Feuersbrunst ist, irgendwo wie von einem heiß werdenden Ofen und anderwärts wie von einem heißen Bad; wenn diese Hitze beim Menschen einfließt, so erregt sie bei ihm Begierden und bei den Bösen Haß und Rachgier, bei Kranken aber Rasereien. Solches Feuer oder solche Hitze haben die, welche in den oben genannten Trieben sind, weil sie ihrem Geist nach an jene Höllen gekettet sind, auch schon während ihres Lebens im Körper. Man muß jedoch wissen, daß die, welche in den Höllen sind, sich nicht in einem Feuer befinden, sondern das Feuer nur eine äußere Erscheinung ist, denn sie empfinden daselbst kein Brennen, sondern nur eine Wärme, wie früher in der Welt; daß ein Feuer erscheint, ist eine Folge der Entsprechung; denn die Liebe entspricht dem Feuer, und alles, was in der geistigen Welt erscheint, erscheint gemäß den Entsprechungen.

(572)
Wohl zu merken ist, daß jenes Feuer oder jene höllische Wärme sich in einen hohen Grad von Kälte verwandelt, sobald Wärme aus dem Himmel einfließt, wo dann diejenigen, die daselbst sind, ein Schauder ankommt, wie die, welche von Fieberfrost befallen sind, und sie dann auch innerlich Pein leiden; und dies darum, weil sie ganz wider das Göttliche sind, und die Wärme des Himmels, welche die göttliche Liebe ist, die Wärme der Hölle, die Selbstsucht ist, auslöscht und mit ihr auch das Feuer ihres Lebens; daher dann solche Kälte und der daher rührende Schauder und auch die Pein; zu gleicher Zeit entsteht dann auch dichte Finsternis daselbst und infolgedessen auch Verdummung und Umdunkelung. Dies geschieht jedoch selten und nur dann, wenn es gilt, ungestüme Angriffe, die über das Maß hinaus überhandnehmen, daselbst niederzuschlagen.

(573)
Weil unter dem höllischen Feuer jede aus der Selbstsucht hervorgehende Begierde, Böses zu tun, verstanden wird, so wird unter demselben Feuer auch die Qual verstanden, wie sie in den Höllen ist; denn die aus dieser Liebe herrührende Begierde ist die Begierde, anderen zu schaden, von denen man nicht geehrt, hochgeachtet und gefeiert wird, und in dem Maß, als man hieraus Erbitterung und aus der Erbitterung Haß und Rachsucht in sich aufnimmt, ist auch die Begierde da, gegen jene zu wüten, und da solch eine Begierde jeglichem in einer Gesellschaft innewohnt, in der keine äußeren Bande zurückhalten, welche sind die Befürchtungen vor dem Gesetz, vor dem Verlust des guten Namens, der Ehre, des Erwerbs und des Lebens, da wirft sich jeder aus seinem Bösen auf den anderen, und soweit er es vermag, unterjocht er ihn auch und unterwirft ebenso die übrigen seiner Herrschaft, und gegen die, welche sich nicht unterwerfen, wütet er mit Lust; diese Lust ist ganz eng verknüpft mit der Lust zu herrschen, so sehr, daß sie auf gleicher Stufe stehen, weil die Lust zu schaden der Feindseligkeit, dem Neid, dem Haß und der Rachsucht innewohnt, die, wie oben gesagt worden, das Böse dieser Liebe sind. Alle Höllen sind solche Gesellschaften, weshalb dort jeder Haß gegen den anderen im Herzen trägt und aus Haß, soweit er es vermag, in Wut ausbricht. Diese Wutausbrüche und die daherrührenden Qualen werden ebenfalls unter dem höllischen Feuer verstanden; denn sie sind Wirkungen der Begierden.

(574)
Nr. 548 ist gezeigt worden, daß der böse Geist sich von selbst in die Hölle stürzt, weshalb auch mit wenigem gesagt werden soll, woher dies kommt, da doch in der Hölle solche Qualen sind. Aus jeder Hölle dünstet eine Sphäre von Begierden aus, in denen die dort Befindlichen sind; sobald diese Sphäre von dem, der in gleicher Begierde ist, empfunden wird, wird er im Herzen angeregt und mit Lust erfüllt; denn die Begierde und ihre Lust machen eins aus; denn was jemand begehrt, das ist ihm angenehm; daher kommt, daß der Geist sich dahin wendet und mit Herzenslust dahin verlangt; denn er weiß noch nicht, daß solche Qualen daselbst sind, und wer es weiß, begehrt dennoch dahin; denn in der geistigen Welt kann niemand seiner Begierde widerstehen, weil die Begierde seiner Liebe und die Liebe seinen Willen und der Wille seiner Natur angehört und jeder dort aus seiner Natur heraus handelt. Wenn nun der Geist von selbst oder mit freiem Entschluß bei seiner Hölle anlangt und in sie eintritt, so wird er zuerst freundlich aufgenommen und meint so, er sei unter Freunde gekommen, allein dies dauert nur wenige Stunden; inzwischen wird er ausgeforscht, wie tief seine Schlauheit gehe und somit welchen Wert er habe; ist er nun ausgeforscht, so fangen sie an, ihn anzugreifen, und dies auf mancherlei Weise und allmählich stärker und heftiger, was dadurch geschieht, daß er immer weiter und tiefer in die Hölle hineingeführt wird, denn je mehr [man] ins Innere und in die Tiefe daselbst [kommt], desto bösartiger sind die Geister; nach den Angriffen beginnen sie mit Strafen gegen ihn zu wüten, und dies so lange, bis er zum Sklaven gemacht ist. Weil aber fortwährend aufrührerische Bewegungen daselbst entstehen, indem da jeder der Größte sein will und wider die anderen von Haß glüht, so entstehen immer neue Angriffe, und so verwandelt sich die eine Szene in die andere, weshalb die, welche zu Sklaven gemacht worden sind, herausgenommen werden, damit sie irgendeinem neuen Teufel in Unterjochung anderer Beistand leisten, wo dann die, welche sich nicht unterwerfen und auf den Wink gehorchen, wieder auf mannigfache Weise gequält werden, und so fort und fort. Solche Peinigungen sind die Qualen der Höllen, die das höllische Feuer genannt werden.

(575)
Das Zähneknirschen aber ist das fortwährende Streiten und Kämpfen des Falschen unter sich, mithin derjenigen, die im Falschen sind, und es ist ebenfalls verbunden mit Verachtung anderer, mit Feindseligkeit, Verspottung, Verhöhnung, Lästerung, die auch in allerhand Zerfleischungen ausbrechen; denn jeder kämpft für sein Falsches und nennt es Wahrheit. Diese Zänkereien und Kämpfe werden außerhalb jener Höllen wie ein Zähneknirschen gehört und verwandeln sich auch wirklich in ein Zähneknirschen, wenn Wahrheiten aus dem Himmel dahin einfließen. In diesen Höllen sind alle die, welche sich zur Natur bekannt und das Göttliche geleugnet, in den tieferen daselbst die, welche sich darin bestärkt hatten; weil diese gar kein Licht aus dem Himmel in sich aufnehmen und daher auch nichts inwendig in sich sehen können, sind die meisten von ihnen fleischlich-sinnlich, welche die sind, die nichts glauben, als was sie mit den Augen sehen und mit den Händen greifen, daher ihnen alle Sinnestäuschungen Wahrheiten sind, von denen aus sie auch streiten; daher kommt, daß ihre Zänkereien als Zähneknirschen gehört werden; denn alles Falsche knirscht in der geistigen Welt, und die Zähne entsprechen dem Letzten in der Natur und auch dem Letzten beim Menschen, welches das Fleischlich-Sinnliche ist
294. Daß in den Höllen ein Zähneknirschen ist, sehe man Matth.8/12; 13/42,50; 22/13; 24/51; 25/30; Luk.13/28.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 13:06

(63)

VON DER BOSHEIT
UND DEN VERRUCHTEN KUNSTGRIFFEN
DER BÖSEN GEISTER
(576)
Welche Vorzüge die Geister vor den Menschen voraus haben, kann jeder, der inwendig denkt und etwas von der Wirksamkeit seiner Seele weiß, sehen und begreifen; denn der Mensch kann in seinem Gemüt in einer Minute mehr hin- und herbewegen, entwickeln und erschließen, als er in einer halben Stunde auszusprechen und niederzuschreiben vermag; daraus erhellt, wieviel der Mensch voraus hat, wenn er in seinem Geist ist, wieviel er also voraus hat, wenn er ein Geist wird, denn der Geist ist es, der denkt, und der Körper ist es, durch den der Geist seine Gedanken ausdrückt mittelst des Redens oder Schreibens. Daher kommt, daß ein Mensch, der nach dem Tode ein Engel wird, in unaussprechlicher Einsicht und Weisheit ist, verglichen mit der Einsicht und Weisheit, die er hatte, da er noch in der Welt lebte; denn sein Geist war, solange er in der Welt lebte, an den Körper gefesselt, und durch diesen war er in der natürlichen Welt; daher denn, was er damals geistig dachte, in natürliche Vorstellungen einfloß, die im Vergleich mit jenen gemein, grob und dunkel sind, und unzählige Dinge, die Gegenstand des geistigen Denkens sind, nicht aufnehmen und sie auch in das Trübe einhüllen, das von den Sorgen in der Welt herrührt; anders wenn der Geist vom Körper losgebunden ist, und in seinen geistigen Zustand kommt, was geschieht, wenn er aus der natürlichen Welt in die geistige, die ihm eigen ist, übergeht; daß alsdann sein Zustand hinsichtlich der Gedanken und Neigungen seinen früheren Zustand unendlich übertrifft, ist aus dem nun Gesagten offenbar; daher kommt, daß die Engel Unaussprechliches und Unausdrückbares denken, mithin solches, das nicht in die natürlichen Gedanken des Menschen eingehen kann, während doch jeder Engel als Mensch geboren ist und als Mensch gelebt hatte und damals sich nicht weiser vorkam als ein anderer Mensch seinesgleichen.

(577)
So groß bei den Engeln die Weisheit und Einsicht ist, ebensogroß ist auch die Bosheit und Schlauheit bei den höllischen Geistern; denn die Sache ist die gleiche, weil nämlich der Geist des Menschen, wenn er vom Körper losgebunden ist, in seinem Guten oder in seinem Bösen ist, der Engelgeist in seinem Guten und der höllische Geist in seinem Bösen; denn jeder Geist ist sein Gutes oder sein Böses, weil er, wie schon öfter gesagt und gezeigt worden, seine Liebe ist; daher denn wie der Engelgeist aus seinem Guten denkt, will, redet und handelt, so der höllische Geist aus seinem Bösen; anders, solange er im Körper lebte: damals war das Böse des Menschengeistes in den Fesseln, die jeglichem Menschen angelegt sind vom Gesetz, von der Rücksicht auf Erwerb, auf Ehre, auf den guten Namen und von den Befürchtungen vor dem Verlust derselben; weshalb das Böse seines Geistes damals nicht hervorbrechen und sich nicht offenbaren konnte, wie es an sich war; überdies lag damals das Böse des Menschengeistes auch noch eingehüllt und verdeckt in äußerer Rechtschaffenheit, Redlichkeit, Gerechtigkeit und Liebe zum Wahren und Guten, die ein solcher Mensch im Munde führte und erheuchelte um der Welt willen, und unter denen es so verborgen und im Dunkeln versteckt lag, daß kaum er selbst wußte, daß in seinem Geist so große Bosheit und Schlauheit und er somit in sich ein solcher Teufel ist, wie er es nach dem Tode wird, wenn sein Geist in sich selbst und in seine Natur kommt; alsdann stellt sich eine solche Bosheit heraus, daß es allen Glauben übersteigt; es sind tausenderlei Dinge, die aus dem Bösen selbst dann hervorbrechen, und unter diesen sind auch solche, die nicht mit Worten irgendeiner Sprache ausgedrückt werden können; welcher Art sie sind, ist mir durch viele Erfahrungen zu wissen und sogar auch zu empfinden gegeben worden, weil mir vom Herrn gegeben worden ist, meinem Geiste nach in der geistigen Welt und zugleich dem Körper nach in der natürlichen Welt zu sein; das kann ich bezeugen, daß ihre Bosheit so groß ist, daß von tausend Dingen kaum eines beschrieben werden kann, sowie auch, daß der Mensch, sofern nicht der Herr ihn beschützt, durchaus nicht aus der Hölle herausgerissen werden kann; denn bei jedem Menschen sind sowohl Geister aus der Hölle als Engel aus dem Himmel (man sehe Nr. 292, 293); und der Herr kann den Menschen nicht schützen, sofern nicht der Mensch das Göttliche anerkennt und nicht ein Leben des Glaubens und der Liebtätigkeit lebt; denn andernfalls wendet er sich vom Herrn ab und kehrt sich den höllischen Geistern zu und wird so seinem Geiste nach mit der gleichen Bosheit erfüllt; dennoch aber wird der Mensch vom Herrn fortwährend vom Bösen, das er infolge des Zusammenseins mit jenen Geistern sich beilegt und gleichsam an sich zieht, abgelenkt, wo nicht durch innere Bande, welche die des Gewissens sind, die er aber, wenn er das Göttliche leugnet, nicht annimmt, so doch durch die äußeren Bande, welche, wie oben gesagt worden, sind die Befürchtungen vor dem Gesetz und seinen Strafen, vor der Einbuße des Erwerbs und dem Verlust der Ehre und des guten Rufes; ein solcher Mensch kann zwar vom Bösen abgelenkt werden durch die Lustreize seiner Liebe und durch die Einbuße und den Verlust derselben, allein er kann nicht in das geistig Gute eingeführt werden; denn inwieweit er diesem zugeführt wird, insoweit sinnt er bei sich auf List und Trug, indem er das Gute, Redliche und Gerechte erheuchelt und lügt, in der Absicht, zu überreden und so zu täuschen; diese Hinterlist fügt sich dem Bösen seines Geistes bei und gestaltet es und macht, daß es zu dem Bösen wird, das es seiner Natur nach ist.

(578)
Die Allerschlimmsten sind die, welche im Bösen aus der Selbstliebe waren und zugleich inwendig in sich aus trügerischem Sinn handelten, weil der Trugsinn tiefer in die Gedanken und Absichten eindringt und sie vergiftet und so alles geistige Leben des Menschen zerstört; die meisten von ihnen sind in den Höllen nach hinten und werden böse Engel [Genii] genannt, und dort ist ihre Lust, sich unsichtbar zu machen und wie Gespenster [larvae] andere zu umschweben und ihnen im verborgenen Böses zuzufügen, das sie, wie die Ottern ihr Gift, ringsumher ausstreuen; diese werden grausamer als die anderen gestraft. Die aber nicht trügerisch und nicht mit bösartigen Schlauheiten erfüllt, und doch in Bösem aus der Selbstliebe gewesen waren, befinden sich auch in den Höllen nach hinten, jedoch nicht in so tiefen. Diejenigen hingegen, die im Bösen aus der Liebe zur Welt gewesen waren, sind in den Höllen nach vorn und heißen Geister; diese sind nicht solche Bosheiten, das heißt nicht solcher Haß und Rachedurst, wie die, welche im Bösen der Selbstliebe sind, mithin haben sie auch nicht solche Arglist und Schlauheit; daher auch ihre Höllen gelinder sind.

(579)
Es ist [mir] durch Erfahrung zu wissen gegeben worden, wie groß die Bosheit derer ist, die böse Engel [Genii] genannt werden; die bösen Engel wirken und fließen nicht in die Gedanken ein, sondern in die Neigungen [affectiones]; diese bemerken sie und wittern sie wie die Hunde in den Wäldern das Wild; gute Neigungen, wo sie dieselben gewahr werden, verkehren sie augenblicklich in böse, indem sie dieselben in wunderbarer Weise durch die Lustreize des anderen leiten und lenken, und dies so heimlich und mit so bösartigem Kunstgriff, daß der andere nichts davon ahnt, indem sie sorgfältig verhüten, daß nichts in das Denken eindringt, weil sie dadurch sich verraten würden; beim Menschen setzen sie sich unter das Hinterhaupt. Diese waren in der Welt diejenigen Menschen, welche die Gemüter der anderen in heimtückischer Weise einnahmen, indem sie dieselben durch die Lustreize ihrer Neigungen oder Begierden leiteten und überredeten. Allein diese werden vom Herrn abgehalten von jedem Menschen, bei dem noch einige Hoffnung der Besserung ist; denn sie sind von der Art, daß sie nicht nur die Gewissen zerstören, sondern auch beim Menschen das anererbte Böse aufregen können, das außerdem im Hintergrund verborgen liegt; damit daher der Mensch nicht in dasselbe eingeführt werde, wird vom Herrn dafür gesorgt, daß diese Höllen völlig verschlossen sind, und wenn ein Mensch, der ein solcher böser Engel war, nach dem Tode ins andere Leben kommt, so wird er sogleich in ihre Hölle geworfen; dieselben erscheinen auch, wenn man sie ihren Ränken und Schlauheiten nach ansieht, als Vipern.

(580)
Welche Bosheit in den höllischen Geistern steckt, kann aus ihren verruchten Kunstgriffen erhellen, deren so viele sind, daß, um sie nur aufzuzählen, ein Buch, und um sie darzustellen, mehrere Bücher ausgefüllt würden; diese Künste sind beinahe alle unbekannt in der Welt: eine Gattung bezieht sich auf Mißbräuche der Entsprechungen; eine zweite auf Mißbräuche des Letzten der göttlichen Ordnung; eine dritte auf die Mitteilung und das Einfließen der Gedanken und Neigungen, mittelst des Sichhinwendens, mittelst des Anblicks, mittelst anderer Geister außer ihnen und mittelst solcher, die sie von sich aussenden; eine vierte auf Wirkungen mittelst Phantasien; eine fünfte auf die aus sich Hinausversetzungen [ejectiones extra se] und infolgedessen ein Gegenwärtigsein an anderen Orten, als wo sie mit dem Leibe sind; eine sechste auf Verstellung, Beredung und Lüge. In diese Künste kommt der Geist des bösen Menschen, wenn er von seinem Körper abgetrennt ist, von selbst; denn sie liegen in der Natur seines Bösen, in der er jetzt ist. Durch diese Künste quälen sie sich gegenseitig in den Höllen; weil jedoch alle diese Künste mit Ausnahme derjenigen, die mittelst der Verstellung, Beredung und Lüge geschehen, in der Welt unbekannt sind, so will ich sie hier nicht im besonderen beschreiben, sowohl deshalb nicht, weil sie nicht verstanden würden, als weil sie verruchter Art sind.

(581)
Daß Peinigungen in den Höllen vom Herrn zugelassen werden, hat seinen Grund darin, daß das Böse nicht anders in Schranken gehalten und bezähmt werden kann; das einzige Mittel, es zu bändigen und zu zähmen und die höllische Rotte in Banden zu halten, ist die Furcht vor Strafe; es gibt kein anderes Mittel; denn ohne die Furcht vor Strafe und Peinigung würde das Böse sich in Rasereien stürzen, und das Ganze zerstöbe wie ein Reich, indem kein Gesetz und keine Strafe ist.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 13:08

(64)

VON DER ÄUßEREN ERSCHEINUNG,
LAGE UND VIELHEIT DER HÖLLEN
(582)
In der geistigen Welt oder in der Welt, in der die Geister und Engel sind, erscheinen ähnliche Dinge wie in der natürlichen Welt oder wo die Menschen sind, so ähnliche, daß dem äußeren Ansehen nach kein Unterschied ist; es erscheinen daselbst Ebenen und es erscheinen Berge, Hügel und Felsen und zwischen diesen Täler, und überdies auch Gewässer und viele andere Dinge, die auf Erden sind; dennoch aber sind alle diese Dinge aus geistigem Ursprung, weshalb sie vor den Augen der Geister und Engel erscheinen und nicht vor den Augen der Menschen, weil die Menschen in der natürlichen Welt sind; die Geistigen sehen die Dinge, die aus geistigem Ursprung sind, und die Natürlichen die Dinge, die aus natürlichem Ursprung sind; daher der Mensch mit seinen Augen durchaus nicht die Dinge sehen kann, die in der geistigen Welt sind, sofern ihm nicht gegeben wird, im Geist zu sein, oder auch nach dem Tode, da er ein Geist wird; umgekehrt können auch der Engel und der Geist durchaus nichts in der natürlichen Welt sehen, wenn sie nicht bei einem Menschen sind, dem gegeben ist, mit ihnen zu reden; denn die Augen des Menschen sind zur Aufnahme des Lichtes der natürlichen Welt eingerichtet, und die Augen der Engel und Geister sind zur Aufnahme des Lichtes der geistigen Welt eingerichtet, und doch haben sie beiderseits dem Anschein nach ganz die gleichen Augen. Daß die geistige Welt so beschaffen sein soll, kann der natürliche Mensch nicht fassen und am wenigsten der sinnliche Mensch, welcher derjenige ist, der nichts glaubt, als was er mit den Augen seines Körpers sieht und mit dessen Händen greift, somit was er durch das Gesicht und das Gefühl in sich aufgenommen hat und aus ihnen denkt, dessen Denken also materiell und nicht geistig ist. Da nun die geistige Welt und die natürliche Welt einander so ähnlich sind, so weiß der Mensch nach dem Tode kaum anders, als daß er in der Welt sei, in der er geboren wurde und von der er austrat, aus welchem Grund man den Tod nur ein Versetztwerden aus einer Welt in eine ähnliche andere nennt. Daß eine solche Ähnlichkeit zwischen beiden Welten besteht, sehe man, wo von den Vorbildungen und Erscheinungen im Himmel, Nr. 170-176, gehandelt worden ist.

(583)
Auf den Höhen daselbst sind die Himmel, in den Niederungen daselbst ist die Geisterwelt, unter diesen und unter jenen sind die Höllen. Die Himmel erscheinen den Geistern, die in der Geisterwelt sind, nicht, außer wenn ihr inneres Sehen aufgeschlossen wird; zuweilen jedoch erscheinen sie wie Nebelflecken [nimbi] oder wie glänzendweiße Wolken; der Grund ist, weil die Engel des Himmels in einem inwendigeren Zustand hinsichtlich der Einsicht und Weisheit, somit oberhalb des Gesichtskreises derjenigen sind, die sich in der Geisterwelt befinden. Die Geister hingegen, die in den Ebenen und Tälern sind, sehen sich gegenseitig; wenn sie aber daselbst voneinander abgesondert sind, welches geschieht, wenn sie in ihr Inwendiges versetzt worden sind, dann sehen die bösen Geister die guten nicht, die guten hingegen können die bösen sehen, wenden sich aber von ihnen ab, und Geister, die sich abwenden, werden unsichtbar. Die Höllen dagegen erscheinen nicht, weil sie verschlossen sind, nur die Eingänge, welche Pforten heißen [werden sichtbar], wenn sie für ähnliche andere, die eingelassen werden sollen, geöffnet werden. Alle Pforten zu den Höllen stehen von der Geisterwelt aus offen und keine vom Himmel aus.

(584)
Die Höllen sind allenthalben, sowohl unter den Bergen, Hügeln und Felsen, als unter den Ebenen und Tälern; die Öffnungen oder Pforten zu den Höllen, die unter den Bergen, Hügeln und Felsen sind, erscheinen dem Auge wie Spalten und wie Felsenritzen, einige sich in die Breite ausdehnend und von großem Umfang, einige eng und schmal, die meisten holperig; alle erscheinen, wenn man hineinblickt, dunkel und finster; die höllischen Geister aber, die darin sind, in einer Helle wie von glühenden Kohlen; zur Aufnahme dieser Helle sind ihre Augen eingerichtet, und dies darum, weil sie während ihres Lebens in der Welt in dichter Finsternis waren hinsichtlich der göttlichen Wahrheiten, indem sie dieselben leugneten, dagegen aber wie in einer Helle hinsichtlich des Falschen, indem sie es begründenten; daher das Sehen ihrer Augen sich so gebildet hat; wovon auch die Folge ist, daß das Licht des Himmels für sie dichte Finsternis ist, weshalb sie, wenn sie aus ihren Höhlen herausgehen, nichts sehen; hieraus ging ganz deutlich hervor, daß der Mensch insoweit in das Licht des Himmels kommt, als er das Göttliche anerkennt und die Dinge des Himmels und der Kirche bei sich begründet; und daß er insoweit in die Finsternis der Hölle kommt, als er das Göttliche leugnet und sich in dem bestärkt, was wider die Dinge des Himmels und der Kirche ist.

(585)
Die Öffnungen oder Pforten zu den Höllen, die unter den Ebenen und Tälern sind, stellen sich dem Auge in verschiedenen Gestalten dar, einige gleichen denen unter den Bergen, Hügeln und Felsen; einige sehen aus wie Grotten und Höhlen; einige wie große Klüfte und Schlünde; einige wie Sümpfe und einige wie stehende Gewässer; alle sind bedeckt und nur offen, wenn böse Geister aus der Geisterwelt hineingeworfen werden; und wenn sie offen stehen, so dringt daraus hervor entweder wie ein Feuer mit Rauch, dergleichen bei Feuersbrünsten in der Welt
295 erscheint, oder wie eine Flamme ohne Rauch oder wie ein Rußqualm wie von einem entzündeten Kamin oder wie Nebeldunst [nimbus] und dichtes Gewölk; ich hörte, daß die höllischen Geister dergleichen nicht sehen, noch empfinden, weil sie, wenn sie sich darin befinden, wie in ihrer Atmosphäre und somit in der Lust ihres Lebens sind, und dies darum, weil es dem Bösen und Falschen entspricht, in dem sie sind, nämlich das Feuer dem Haß und der Rachgier, der Rauch und Ruß dem Falschen aus diesen, die Flamme dem Bösen der Selbstliebe, und der Nebeldunst und die dichte Wolke dem aus diesem hervorgehenden Falschen.
(586)
Es ward [mir] auch gegeben, in die Höllen hineinzublicken und zu sehen, wie sie inwendig beschaffen sind; denn wenn es dem Herrn gefällt, kann der Geist und Engel, der oberhalb ist, mit seiner Sehkraft, unaufgehalten durch die Bedeckungen, bis ins Unterste hinabdringen und schauen, wie es beschaffen ist; so ward denn auch mir gegeben, in dieselben hineinzusehen: einige Höhlen erschienen dem Auge wie Höhlen und Grotten in Felsen, die nach innen und von da auch schräg oder gerade abwärts in die Tiefe gingen. Einige Höhlen erschienen dem Auge wie Schlupfwinkel und Höhlen, dergleichen die wilden Tiere in den Wäldern haben; einige glichen den ausgesprengten Stollen und Gängen, wie sie in den Bergwerken sind, mit Schächten gegen die unteren Teile zu; die meisten Höllen sind dreifach abgeteilt: der obere Teil sieht inwendig finster aus, weil sie dort im Falschen des Bösen sind, der untere aber erscheint feurig, weil sie dort im Bösen selbst sind; denn die Finsternis entspricht dem Falschen des Bösen und das Feuer dem Bösen selbst; in den tieferen Höllen sind nämlich die, welche mehr inwendig aus dem Bösen gehandelt haben, in den weniger tiefen aber die, welche mehr auswendig, das heißt aus dem Falschen des Bösen [handelten]. In einigen Höllen erscheinen wie Trümmer von abgebrannten Häusern und Städten, in denen höllische Geister wohnen und sich verbergen. In den milderen Höllen zeigen sich wie elende Hütten, hie und da zusammenhängend wie eine Stadt mit Straßen und Gassen; im Inneren der Häuser sind da höllische Geister und unter ihnen unablässige Zänkereien, Feindseligkeiten, Schlägereien und Zerfleischungen; auf den Gassen und Straßen Raub und Plünderung. In einigen Höllen sind lauter Dirnenhäuser, welche garstig anzusehen und mit allen Arten von Schmutz und Auswurf erfüllt sind. Es gibt da auch dunkle Waldungen, in denen die höllischen Geister wie wilde Tiere herumschweifen, und in diesen sind auch unterirdische Höhlen, in welche diejenigen fliehen, die von anderen verfolgt werden. Es gibt ferner wüste Gegenden, wo nichts als Unfruchtbares und Sandiges ist, und hie und da rauhe Felsen, in denen sich Höhlen befinden, und hin und wieder auch Hütten sind; in diese wüsten Gegenden werden aus den Höllen diejenigen ausgeworfen, die das Äußerste erstanden haben, besonders die, welche in der Welt in Erfindung und Ausführung von Kunstgriffen und Ränken schlauer als die übrigen gewesen waren; ihr Letztes ist ein solches Leben.

(587)
Was die Lage der Höllen im besonderen betrifft, so kann sie niemand wissen, nicht einmal die Engel im Himmel, sondern allein der Herr; ihre Lage im allgemeinen aber ist bekannt von den Weltgegenden, in denen sie sind; denn die Höllen sind wie die Himmel nach Weltgegenden abgeteilt, und die Weltgegenden sind in der geistigen Welt bestimmt nach den Grundneigungen; denn alle Weltgegenden nehmen im Himmel ihren Ausgang vom Herrn als der Sonne, Welcher der Aufgang [oriens] ist; und weil die Höllen den Himmeln entgegengesetzt sind, so nehmen auch ihre Weltgegenden ihren Ausgang vom Entgegengesetzten, somit vom Niedergang [occidens], worüber man nachsehe im Abschnitt von den vier Weltgegenden im Himmel, Nr. 141-153; daher kommt, daß die Höllen in der Abendgegend die allerschlimmsten und schauerlichsten sind, und um so schlimmer und schauerlicher, je mehr sie vom Aufgang entfernt sind, somit in allmählicher Abstufung; in diesen Höllen sind diejenigen, die in der Welt in der Liebe zu sich waren und infolgedessen in Verachtung anderer und in Feindschaft gegen alle, die ihnen nicht günstig waren, dann auch in Haß und Rachsucht gegen die, welche sie nicht verehrten und feierten; in den entferntesten derselben sind diejenigen, die dem sogenannten katholischen Religionsbekenntnis angehörten und in demselben wie Götter verehrt werden wollten und daher von Haß und Rachsucht brannten wider alle, die ihre Gewalt über die Seelen der Menschen und über den Himmel nicht anerkannten; diese haben wider solche, die sich widersetzten, noch dieselbe Gesinnung, das heißt denselben Haß und Rachedurst, den sie in der Welt hatten; ihre höchste Lust ist, zu wüten; allein dies wird im anderen Leben wider sie selbst gekehrt; denn in ihren Höllen, mit denen die Abendgegend angefüllt ist, wütet der eine gegen den anderen, der ihm die göttliche Gewalt abspricht; doch hierüber soll weiteres gesagt werden im Werkchen »Vom Letzten Gericht und dem zerstörten Babylonien«. Wie aber die Höllen in dieser Weltgegend geordnet sind, kann man nicht wissen, nur dies, daß die Grimmigsten dieser Gattung auf den Seiten gegen die mitternächtliche Gegend hin sind, die weniger Grimmigen gegen die mittägliche Gegend hin; so nimmt die Wildheit der Höllen ab von der mitternächtlichen Gegend gegen die mittägliche hin und auch stufenweise gegen Morgen; gegen Morgen sind dort die, welche hochmütig gewesen waren und nicht an das Göttliche geglaubt hatten, dennoch aber nicht in solchem Haß und Rachedurst, noch in solchem Trugsinn gewesen waren wie die, welche tiefer in der Abendgegend sind. In der Morgengegend sind heutzutage keine Höllen; die dort waren, sind in die Abendgegend in deren Vordergrund versetzt worden. Der Höllen in der Mitternachts- und in der Mittagsgegend gibt es viele; in ihnen sind die, welche während ihres Lebens in der Weltliebe und infolgedessen in mancherlei Bösem waren, als da sind: Groll, Feindseligkeit, Diebereien, Räubereien, Hinterlist, Geiz, Unbarmherzigkeit; die schlimmsten dieser Art Höllen sind in der mitternächtlichen Gegen, die milderen in der mittäglichen; ihre Entsetzlichkeit wächst in dem Verhältnis, wie sie der Abendgegend näher und auch wie sie von der mittäglichen entfernter sind, und sie nimmt ab gegen die Morgengegend und auch gegen die Mittagsgegend hin. Hinter den Höllen, die in der Abendgegend sind, befinden sich dunkle Waldungen, in denen bösartige Geister wie wilde Tiere herumschweifen; ebenso hinter den Höllen in der mitternächtlichen Gegend. Hinter den Höllen in der Mittagsgegend aber sind die Wüsten, von denen soeben gehandelt wurde. Soviel über die Lage der Höllen.

(588)
Was die Vielheit der Höllen anbelangt, so gibt es ebenso viele Höllen, als es Engelgesellschaften in den Himmeln gibt, weil jeder himmlischen Gesellschaft als Gegensatz eine höllische Gesellschaft entspricht; daß die himmlischen Gesellschaften unzählig sind und alle unterschieden nach dem Guten der Liebe, der Liebtätigkeit und des Glaubens, sehe man im Abschnitt von den Gesellschaften, aus denen die Himmel bestehen, Nr. 41-50; und im Abschnitt von der Unermeßlichkeit des Himmels, Nr. 415-420; ebenso nun auch die höllischen Gesellschaften, die nach dem, dem Guten entgegengesetzten Bösen unterschieden sind. Jegliches Böse ist von unendlicher Mannigfaltigkeit, wie jegliches Gute; daß dem so sei, fassen diejenigen nicht, die bloß eine einfache Vorstellung von jeglichem Bösen haben, wie z.B. von der Verachtung, vom Haß, von der Rachsucht, von Trugsinn und von ähnlichem anderen, allein sie sollen wissen, daß jedes von diesen so viele spezifische Unterschiede und [jeder von diesen] wieder so viele spezifische oder Sonderunterschiede enthält, daß ein ganzer Band nicht hinreichen würde, sie aufzuzählen; die Höllen sind nach den Unterschieden eines jeden Bösen so ordentlich unterschieden, daß es nichts Geordneteres und genauer Unterschiedenes gibt. Daraus kann erhellen, daß sie unzählig sind, die eine nahe bei der anderen und die andere entfernt von der anderen, je nach den Unterschieden des Bösen im allgemeinen, im besonderen und im einzelnen. Es gibt auch Höllen unterhalb der Höllen; es besteht Verbindung zwischen einigen durch Durchgänge [transitus], und es besteht Verbindung zwischen vielen durch Ausdünstungen, und dies ganz nach den Verwandtschaften der einen Gattung und der einen Art des Bösen mit anderen. Wie groß die Zahl der Höllen ist, ward mir auch dadurch zu wissen gegeben, daß Höllen unter jeglichem Berg, Hügel und Felsen und auch unter jeder Ebene und jedem Tal sind, und daß sie unter diesen sich in die Länge, Breite und Tiefe ausdehnen; mit einem Wort, der ganze Himmel und die ganze Geisterwelt sind gleichsam unterhöhlt und unter ihnen eine fortlaufende Hölle. Soviel über die Vielheit der Höllen.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 13:09

(64)

VON DER ÄUßEREN ERSCHEINUNG,
LAGE UND VIELHEIT DER HÖLLEN
(582)
In der geistigen Welt oder in der Welt, in der die Geister und Engel sind, erscheinen ähnliche Dinge wie in der natürlichen Welt oder wo die Menschen sind, so ähnliche, daß dem äußeren Ansehen nach kein Unterschied ist; es erscheinen daselbst Ebenen und es erscheinen Berge, Hügel und Felsen und zwischen diesen Täler, und überdies auch Gewässer und viele andere Dinge, die auf Erden sind; dennoch aber sind alle diese Dinge aus geistigem Ursprung, weshalb sie vor den Augen der Geister und Engel erscheinen und nicht vor den Augen der Menschen, weil die Menschen in der natürlichen Welt sind; die Geistigen sehen die Dinge, die aus geistigem Ursprung sind, und die Natürlichen die Dinge, die aus natürlichem Ursprung sind; daher der Mensch mit seinen Augen durchaus nicht die Dinge sehen kann, die in der geistigen Welt sind, sofern ihm nicht gegeben wird, im Geist zu sein, oder auch nach dem Tode, da er ein Geist wird; umgekehrt können auch der Engel und der Geist durchaus nichts in der natürlichen Welt sehen, wenn sie nicht bei einem Menschen sind, dem gegeben ist, mit ihnen zu reden; denn die Augen des Menschen sind zur Aufnahme des Lichtes der natürlichen Welt eingerichtet, und die Augen der Engel und Geister sind zur Aufnahme des Lichtes der geistigen Welt eingerichtet, und doch haben sie beiderseits dem Anschein nach ganz die gleichen Augen. Daß die geistige Welt so beschaffen sein soll, kann der natürliche Mensch nicht fassen und am wenigsten der sinnliche Mensch, welcher derjenige ist, der nichts glaubt, als was er mit den Augen seines Körpers sieht und mit dessen Händen greift, somit was er durch das Gesicht und das Gefühl in sich aufgenommen hat und aus ihnen denkt, dessen Denken also materiell und nicht geistig ist. Da nun die geistige Welt und die natürliche Welt einander so ähnlich sind, so weiß der Mensch nach dem Tode kaum anders, als daß er in der Welt sei, in der er geboren wurde und von der er austrat, aus welchem Grund man den Tod nur ein Versetztwerden aus einer Welt in eine ähnliche andere nennt. Daß eine solche Ähnlichkeit zwischen beiden Welten besteht, sehe man, wo von den Vorbildungen und Erscheinungen im Himmel, Nr. 170-176, gehandelt worden ist.

(583)
Auf den Höhen daselbst sind die Himmel, in den Niederungen daselbst ist die Geisterwelt, unter diesen und unter jenen sind die Höllen. Die Himmel erscheinen den Geistern, die in der Geisterwelt sind, nicht, außer wenn ihr inneres Sehen aufgeschlossen wird; zuweilen jedoch erscheinen sie wie Nebelflecken [nimbi] oder wie glänzendweiße Wolken; der Grund ist, weil die Engel des Himmels in einem inwendigeren Zustand hinsichtlich der Einsicht und Weisheit, somit oberhalb des Gesichtskreises derjenigen sind, die sich in der Geisterwelt befinden. Die Geister hingegen, die in den Ebenen und Tälern sind, sehen sich gegenseitig; wenn sie aber daselbst voneinander abgesondert sind, welches geschieht, wenn sie in ihr Inwendiges versetzt worden sind, dann sehen die bösen Geister die guten nicht, die guten hingegen können die bösen sehen, wenden sich aber von ihnen ab, und Geister, die sich abwenden, werden unsichtbar. Die Höllen dagegen erscheinen nicht, weil sie verschlossen sind, nur die Eingänge, welche Pforten heißen [werden sichtbar], wenn sie für ähnliche andere, die eingelassen werden sollen, geöffnet werden. Alle Pforten zu den Höllen stehen von der Geisterwelt aus offen und keine vom Himmel aus.

(584)
Die Höllen sind allenthalben, sowohl unter den Bergen, Hügeln und Felsen, als unter den Ebenen und Tälern; die Öffnungen oder Pforten zu den Höllen, die unter den Bergen, Hügeln und Felsen sind, erscheinen dem Auge wie Spalten und wie Felsenritzen, einige sich in die Breite ausdehnend und von großem Umfang, einige eng und schmal, die meisten holperig; alle erscheinen, wenn man hineinblickt, dunkel und finster; die höllischen Geister aber, die darin sind, in einer Helle wie von glühenden Kohlen; zur Aufnahme dieser Helle sind ihre Augen eingerichtet, und dies darum, weil sie während ihres Lebens in der Welt in dichter Finsternis waren hinsichtlich der göttlichen Wahrheiten, indem sie dieselben leugneten, dagegen aber wie in einer Helle hinsichtlich des Falschen, indem sie es begründenten; daher das Sehen ihrer Augen sich so gebildet hat; wovon auch die Folge ist, daß das Licht des Himmels für sie dichte Finsternis ist, weshalb sie, wenn sie aus ihren Höhlen herausgehen, nichts sehen; hieraus ging ganz deutlich hervor, daß der Mensch insoweit in das Licht des Himmels kommt, als er das Göttliche anerkennt und die Dinge des Himmels und der Kirche bei sich begründet; und daß er insoweit in die Finsternis der Hölle kommt, als er das Göttliche leugnet und sich in dem bestärkt, was wider die Dinge des Himmels und der Kirche ist.

(585)
Die Öffnungen oder Pforten zu den Höllen, die unter den Ebenen und Tälern sind, stellen sich dem Auge in verschiedenen Gestalten dar, einige gleichen denen unter den Bergen, Hügeln und Felsen; einige sehen aus wie Grotten und Höhlen; einige wie große Klüfte und Schlünde; einige wie Sümpfe und einige wie stehende Gewässer; alle sind bedeckt und nur offen, wenn böse Geister aus der Geisterwelt hineingeworfen werden; und wenn sie offen stehen, so dringt daraus hervor entweder wie ein Feuer mit Rauch, dergleichen bei Feuersbrünsten in der Welt
295 erscheint, oder wie eine Flamme ohne Rauch oder wie ein Rußqualm wie von einem entzündeten Kamin oder wie Nebeldunst [nimbus] und dichtes Gewölk; ich hörte, daß die höllischen Geister dergleichen nicht sehen, noch empfinden, weil sie, wenn sie sich darin befinden, wie in ihrer Atmosphäre und somit in der Lust ihres Lebens sind, und dies darum, weil es dem Bösen und Falschen entspricht, in dem sie sind, nämlich das Feuer dem Haß und der Rachgier, der Rauch und Ruß dem Falschen aus diesen, die Flamme dem Bösen der Selbstliebe, und der Nebeldunst und die dichte Wolke dem aus diesem hervorgehenden Falschen.
(586)
Es ward [mir] auch gegeben, in die Höllen hineinzublicken und zu sehen, wie sie inwendig beschaffen sind; denn wenn es dem Herrn gefällt, kann der Geist und Engel, der oberhalb ist, mit seiner Sehkraft, unaufgehalten durch die Bedeckungen, bis ins Unterste hinabdringen und schauen, wie es beschaffen ist; so ward denn auch mir gegeben, in dieselben hineinzusehen: einige Höhlen erschienen dem Auge wie Höhlen und Grotten in Felsen, die nach innen und von da auch schräg oder gerade abwärts in die Tiefe gingen. Einige Höhlen erschienen dem Auge wie Schlupfwinkel und Höhlen, dergleichen die wilden Tiere in den Wäldern haben; einige glichen den ausgesprengten Stollen und Gängen, wie sie in den Bergwerken sind, mit Schächten gegen die unteren Teile zu; die meisten Höllen sind dreifach abgeteilt: der obere Teil sieht inwendig finster aus, weil sie dort im Falschen des Bösen sind, der untere aber erscheint feurig, weil sie dort im Bösen selbst sind; denn die Finsternis entspricht dem Falschen des Bösen und das Feuer dem Bösen selbst; in den tieferen Höllen sind nämlich die, welche mehr inwendig aus dem Bösen gehandelt haben, in den weniger tiefen aber die, welche mehr auswendig, das heißt aus dem Falschen des Bösen [handelten]. In einigen Höllen erscheinen wie Trümmer von abgebrannten Häusern und Städten, in denen höllische Geister wohnen und sich verbergen. In den milderen Höllen zeigen sich wie elende Hütten, hie und da zusammenhängend wie eine Stadt mit Straßen und Gassen; im Inneren der Häuser sind da höllische Geister und unter ihnen unablässige Zänkereien, Feindseligkeiten, Schlägereien und Zerfleischungen; auf den Gassen und Straßen Raub und Plünderung. In einigen Höllen sind lauter Dirnenhäuser, welche garstig anzusehen und mit allen Arten von Schmutz und Auswurf erfüllt sind. Es gibt da auch dunkle Waldungen, in denen die höllischen Geister wie wilde Tiere herumschweifen, und in diesen sind auch unterirdische Höhlen, in welche diejenigen fliehen, die von anderen verfolgt werden. Es gibt ferner wüste Gegenden, wo nichts als Unfruchtbares und Sandiges ist, und hie und da rauhe Felsen, in denen sich Höhlen befinden, und hin und wieder auch Hütten sind; in diese wüsten Gegenden werden aus den Höllen diejenigen ausgeworfen, die das Äußerste erstanden haben, besonders die, welche in der Welt in Erfindung und Ausführung von Kunstgriffen und Ränken schlauer als die übrigen gewesen waren; ihr Letztes ist ein solches Leben.

(587)
Was die Lage der Höllen im besonderen betrifft, so kann sie niemand wissen, nicht einmal die Engel im Himmel, sondern allein der Herr; ihre Lage im allgemeinen aber ist bekannt von den Weltgegenden, in denen sie sind; denn die Höllen sind wie die Himmel nach Weltgegenden abgeteilt, und die Weltgegenden sind in der geistigen Welt bestimmt nach den Grundneigungen; denn alle Weltgegenden nehmen im Himmel ihren Ausgang vom Herrn als der Sonne, Welcher der Aufgang [oriens] ist; und weil die Höllen den Himmeln entgegengesetzt sind, so nehmen auch ihre Weltgegenden ihren Ausgang vom Entgegengesetzten, somit vom Niedergang [occidens], worüber man nachsehe im Abschnitt von den vier Weltgegenden im Himmel, Nr. 141-153; daher kommt, daß die Höllen in der Abendgegend die allerschlimmsten und schauerlichsten sind, und um so schlimmer und schauerlicher, je mehr sie vom Aufgang entfernt sind, somit in allmählicher Abstufung; in diesen Höllen sind diejenigen, die in der Welt in der Liebe zu sich waren und infolgedessen in Verachtung anderer und in Feindschaft gegen alle, die ihnen nicht günstig waren, dann auch in Haß und Rachsucht gegen die, welche sie nicht verehrten und feierten; in den entferntesten derselben sind diejenigen, die dem sogenannten katholischen Religionsbekenntnis angehörten und in demselben wie Götter verehrt werden wollten und daher von Haß und Rachsucht brannten wider alle, die ihre Gewalt über die Seelen der Menschen und über den Himmel nicht anerkannten; diese haben wider solche, die sich widersetzten, noch dieselbe Gesinnung, das heißt denselben Haß und Rachedurst, den sie in der Welt hatten; ihre höchste Lust ist, zu wüten; allein dies wird im anderen Leben wider sie selbst gekehrt; denn in ihren Höllen, mit denen die Abendgegend angefüllt ist, wütet der eine gegen den anderen, der ihm die göttliche Gewalt abspricht; doch hierüber soll weiteres gesagt werden im Werkchen »Vom Letzten Gericht und dem zerstörten Babylonien«. Wie aber die Höllen in dieser Weltgegend geordnet sind, kann man nicht wissen, nur dies, daß die Grimmigsten dieser Gattung auf den Seiten gegen die mitternächtliche Gegend hin sind, die weniger Grimmigen gegen die mittägliche Gegend hin; so nimmt die Wildheit der Höllen ab von der mitternächtlichen Gegend gegen die mittägliche hin und auch stufenweise gegen Morgen; gegen Morgen sind dort die, welche hochmütig gewesen waren und nicht an das Göttliche geglaubt hatten, dennoch aber nicht in solchem Haß und Rachedurst, noch in solchem Trugsinn gewesen waren wie die, welche tiefer in der Abendgegend sind. In der Morgengegend sind heutzutage keine Höllen; die dort waren, sind in die Abendgegend in deren Vordergrund versetzt worden. Der Höllen in der Mitternachts- und in der Mittagsgegend gibt es viele; in ihnen sind die, welche während ihres Lebens in der Weltliebe und infolgedessen in mancherlei Bösem waren, als da sind: Groll, Feindseligkeit, Diebereien, Räubereien, Hinterlist, Geiz, Unbarmherzigkeit; die schlimmsten dieser Art Höllen sind in der mitternächtlichen Gegen, die milderen in der mittäglichen; ihre Entsetzlichkeit wächst in dem Verhältnis, wie sie der Abendgegend näher und auch wie sie von der mittäglichen entfernter sind, und sie nimmt ab gegen die Morgengegend und auch gegen die Mittagsgegend hin. Hinter den Höllen, die in der Abendgegend sind, befinden sich dunkle Waldungen, in denen bösartige Geister wie wilde Tiere herumschweifen; ebenso hinter den Höllen in der mitternächtlichen Gegend. Hinter den Höllen in der Mittagsgegend aber sind die Wüsten, von denen soeben gehandelt wurde. Soviel über die Lage der Höllen.

(588)
Was die Vielheit der Höllen anbelangt, so gibt es ebenso viele Höllen, als es Engelgesellschaften in den Himmeln gibt, weil jeder himmlischen Gesellschaft als Gegensatz eine höllische Gesellschaft entspricht; daß die himmlischen Gesellschaften unzählig sind und alle unterschieden nach dem Guten der Liebe, der Liebtätigkeit und des Glaubens, sehe man im Abschnitt von den Gesellschaften, aus denen die Himmel bestehen, Nr. 41-50; und im Abschnitt von der Unermeßlichkeit des Himmels, Nr. 415-420; ebenso nun auch die höllischen Gesellschaften, die nach dem, dem Guten entgegengesetzten Bösen unterschieden sind. Jegliches Böse ist von unendlicher Mannigfaltigkeit, wie jegliches Gute; daß dem so sei, fassen diejenigen nicht, die bloß eine einfache Vorstellung von jeglichem Bösen haben, wie z.B. von der Verachtung, vom Haß, von der Rachsucht, von Trugsinn und von ähnlichem anderen, allein sie sollen wissen, daß jedes von diesen so viele spezifische Unterschiede und [jeder von diesen] wieder so viele spezifische oder Sonderunterschiede enthält, daß ein ganzer Band nicht hinreichen würde, sie aufzuzählen; die Höllen sind nach den Unterschieden eines jeden Bösen so ordentlich unterschieden, daß es nichts Geordneteres und genauer Unterschiedenes gibt. Daraus kann erhellen, daß sie unzählig sind, die eine nahe bei der anderen und die andere entfernt von der anderen, je nach den Unterschieden des Bösen im allgemeinen, im besonderen und im einzelnen. Es gibt auch Höllen unterhalb der Höllen; es besteht Verbindung zwischen einigen durch Durchgänge [transitus], und es besteht Verbindung zwischen vielen durch Ausdünstungen, und dies ganz nach den Verwandtschaften der einen Gattung und der einen Art des Bösen mit anderen. Wie groß die Zahl der Höllen ist, ward mir auch dadurch zu wissen gegeben, daß Höllen unter jeglichem Berg, Hügel und Felsen und auch unter jeder Ebene und jedem Tal sind, und daß sie unter diesen sich in die Länge, Breite und Tiefe ausdehnen; mit einem Wort, der ganze Himmel und die ganze Geisterwelt sind gleichsam unterhöhlt und unter ihnen eine fortlaufende Hölle. Soviel über die Vielheit der Höllen.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 13:10

(66)

DAß DER MENSCH IN DER FREIHEIT SEI
DURCH DAS GLEICHGEWICHT
ZWISCHEN HIMMEL UND HÖLLE
(597)
Oben ist vom Gleichgewicht zwischen Himmel und Hölle gehandelt und gezeigt worden, daß dieses Gleichgewicht das Gleichgewicht zwischen dem Guten ist, das aus dem Himmel kommt, und zwischen dem Bösen, das aus der Hölle kommt, daß es also ein geistiges Gleichgewicht ist, das in seinem Wesen Freiheit [Liberum] ist. Das geistige Gleichgewicht ist aber in seinem Wesen Freiheit, weil es zwischen dem Guten und Bösen und zwischen dem Wahren und Falschen statthat und diese geistig sind; weshalb denn das Vermögen, das Gute oder das Böse zu wollen und das Falsche oder das Wahre zu denken und das eine vor dem anderen zu erwählen, die Freiheit ist, um die es sich hier handelt. Diese Freiheit wird jedem Menschen vom Herrn gegeben und nie genommen; sie gehört zwar vermöge ihres Ursprungs nicht dem Menschen, sondern dem Herrn an, weil sie vom Herrn ist, sie wird aber dennoch dem Menschen zugleich mit dem Leben wie sein Eigentum geschenkt; und dies zu dem Ende, daß der Mensch gebessert und selig gemacht werden könne, denn ohne Freiheit keine Besserung und Seligmachung. Jeder kann aus eigener Vernunftanschauung sehen, daß in des Menschen Freiheit liegt, böse oder gut, redlich oder unredlich, gerecht oder ungerecht zu denken; und daß er auch gut, redlich und gerecht, aber nicht böse, unredlich und ungerecht reden und handeln kann um der geistigen, sittlichen und bürgerlichen Gesetze willen, durch die sein Äußeres in Banden gehalten wird. Hieraus erhellt, daß der Geist des Menschen (und dieser ist es, welcher denkt und will) in der Freiheit ist, nicht so das Äußere des Menschen, welches redet und handelt, sofern dies nicht nach den oben erwähnten Gesetzen geschieht.

(598)
Daß der Mensch nicht gebessert werden kann, sofern er nicht Freiheit [des Denkens und Wollens] hat, kommt daher, daß er in Böses aller Art geboren wird, das doch erst entfernt werden muß, damit er selig werden könne; und es kann nicht entfernt werden, sofern er es nicht in sich sieht und es anerkennt und hernach es nicht will und zuletzt es verabscheut; dann erst wird es entfernt; dies kann nicht geschehen, sofern nicht der Mensch sowohl im Guten als im Bösen ist; denn aus dem Guten kann er das Böse sehen, nicht aber aus dem Bösen das Gute; das geistig Gute, das der Mensch denken kann, lernt er von Kindheit an durch Lesung des Wortes und durch die Predigt; und das sittliche und bürgerliche Gute durch das Leben in der Welt; dies ist das erste, wegen dessen der Mensch in Freiheit sein muß. Das andere ist, daß dem Menschen nichts angeeignet wird, als was aus einer seiner Liebe angehörenden Neigung geschieht; das übrige kann zwar [in ihn] eingehen, aber nicht weiter als ins Denken und nicht ins Wollen, und was nicht bis ins Wollen des Menschen eindringt, das wird nicht das Seine; denn das Denken nimmt das Seinige aus dem Gedächtnis, der Wille aber aus dem Leben selbst; nichts ist irgend frei, was nicht aus dem Willen oder, was dasselbe ist, aus der der Liebe angehörenden Neigung kommt; denn alles, was der Mensch will oder liebt, das tut er mit Freiheit; daher kommt, daß die Freiheit des Menschen und die seiner Liebe oder seinem Willen angehörende Neigung eins sind; darum also hat der Mensch Freiheit, damit er vom Wahren und Guten angeregt werden oder es lieben und dieses somit wie sein Eigentum werden könne; mit einem Wort, was nicht in der Freiheit in den Menschen eingeht, das bleibt nicht, weil es nicht seiner Liebe oder dem Willen, und was nicht der Liebe oder dem Willen des Menschen angehört, das gehört nicht seinem Geist an; das Sein des Menschengeistes ist das Lieben oder Wollen; Lieben oder Wollen, sage ich, weil der Mensch das will, was er liebt. Dies ist nun der Grund, warum der Mensch nicht gebessert werden kann, sofern er nicht in der Freiheit ist. Doch mehreres über die Freiheit des Menschen sehe man in den »Himmlischen Geheimnissen« in den unten angeführten Stellen [nach Nr. 603].

(599)
Damit der Mensch in Freiheit sei, um gebessert werden zu können, wird er seinem Geist nach mit dem Himmel und der Hölle verbunden; denn bei jeglichem Menschen sind Geister aus der Hölle und Engel aus dem Himmel; durch die Geister aus der Hölle ist der Mensch in seinem Bösen, durch die Engel aus dem Himmel aber ist der Mensch im Guten vom Herrn, somit in geistigem Gleichgewicht, das heißt in der Freiheit. Daß jedem Menschen Engel aus dem Himmel und Geister aus der Hölle beigesellt sind, sehe man im Abschnitt von der Verbindung des Himmels mit dem menschlichen Geschlecht, Nr. 291-302.

(600)
Zu wissen ist, daß die Verbindung des Menschen mit dem Himmel und mit der Hölle nicht unmittelbar mit diesen statthat, sondern mittelbar durch Geister, die aus der Geisterwelt sind; diese Geister sind beim Menschen, keine aber aus der Hölle selbst oder aus dem Himmel selbst; durch böse Geister in der Geisterwelt wird der Mensch mit der Hölle verbunden und durch gute Geister, die dort sind, mit dem Himmel; weil die Sache sich so verhält, darum ist die Geisterwelt in der Mitte zwischen Himmel und Hölle, und hier ist das Gleichgewicht selbst. Daß die Geisterwelt in der Mitte zwischen Himmel und Hölle ist, sehe man im Abschnitt von der Geisterwelt, Nr. 421-431; und daß in dieser das eigentliche Gleichgewicht ist, in dem [diesem] kurz vorhergegangenen Abschnitt, Nr. 589-596. Daraus erhellt nun, woher dem Menschen die Freiheit kommt.

(601)
Noch soll einiges von den dem Menschen beigegebenen Geistern gesagt werden; eine ganze Gesellschaft kann Gemeinschaft haben mit einer anderen Gesellschaft und auch mit einem anderen, wo dieser auch sein mag, durch einen von ihr ausgesandten Geist; dieser Geist heißt der Träger [Subjectum] mehrerer; ebenso verhält es sich mit der Verbindung des Menschen mit Gesellschaften in der Hölle durch die dem Menschen beigegebenen Geister aus der Geisterwelt. Hierüber sehe man in den »Himmlischen Geheimnissen« in den am Ende angeführten Stellen [nach Nr. 603].

(602)
Zuletzt ist noch des Eingepflanzten zu gedenken (das von einem Einfluß des Himmels beim Menschen herrührt), betreffend sein Leben nach dem Tode; es waren einige vom einfältigen Volk, die in der Welt im Guten des Glaubens gelebt hatten; diese wurden in den gleichen Zustand gebracht, in dem sie in der Welt gewesen waren, was mit jeglichem geschehen kann, wenn der Herr es gestattet; und nun wurde gezeigt, welche Vorstellung sie vom Zustand nach dem Tode gehabt hatten; sie sagten, einige Verständige hätten sie in der Welt gefragt, was sie von ihrer Seele nach dem Leben in der Welt dächten; worauf sie bemerkt hätten, sie wissen nicht, was die Seele sei; man habe sie weiter gefragt, was sie von ihrem Zustand nach dem Tode glaubten, worauf sie erwidert hätten, sie glauben, daß sie als Geister fortleben werden; dann habe man gefragt, welchen Glauben sie vom Geist haben, sie hätten gesagt, er sei ein Mensch; man habe gefragt, woher sie dies wissen, sie hätten geantwortet, sie wüßten es, weil es so sei; jene Verständigen hatten sich gewundert, daß solchen Glauben die Einfältigen haben und nicht sie. Daraus ging hervor, daß bei jedem Menschen, der in der Verbindung mit dem Himmel ist, etwas Eingepflanztes über sein Leben nach dem Tode ist; welches Eingepflanzte nirgend anderswoher stammt, als vom Einfluß aus dem Himmel, das heißt durch den Himmel vom Herrn, mittelst der Geister, die aus der Geisterwelt dem Menschen beigegeben sind; und daß es diejenigen haben, bei denen die Freiheit des Denkens nicht ausgelöscht ist durch angenommene und mannigfach begründete Begriffe [principia] von der menschlichen Seele, die sie entweder für ein bloßes Denken [puram cogitationem] oder für ein beseeltes Grundwesen [principium animatum] erklären, dessen Sitz sie im Körper suchen, während doch die Seele nichts ist als das Leben des Menschen, der Geist aber der Mensch selbst, und der irdische Körper, den er in der Welt herumträgt, nur dienstbares Werkzeug, durch das der Geist, welcher der Mensch selbst ist, in einer ihm angemessenen Weise handelt in der natürlichen Welt.

(603)
Das, was in diesem Werk vom Himmel, von der Geisterwelt und von der Hölle gesagt worden ist, wird dunkel sein für die, welche keine Lust haben, geistige Wahrheiten zu wissen, hell hingegen für die, welche Lust daran haben, besonders für die, welche in der Neigung zum Wahren um des Wahren willen sind, das heißt, die das Wahre lieben, weil es wahr ist; denn was man liebt, das dringt mit Lust in die Vorstellung des Gemütes ein, vornehmlich wenn man das Wahre liebt, weil alles Wahre im Licht ist.
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BeitragThema: Re: Himmel und Hölle   2016-11-05, 13:12

(67)

Gesammeltes aus den
»Himmlischen Geheimnissen«
über die Freiheit des Menschen,
über den Einfluß und über die Geister,
durch welche die Mitteilungen geschehen
(a)

Von der Freiheit
(1) - Alle Freiheit gehört der Liebe an, weil der Mensch das, was er liebt, mit Freiheit tut: 2870, 3158, 8987, 8990, 9585, 9591.
(2) - Weil die Freiheit der Liebe angehört, ist sie eines jeden Leben: 2873.
(3) - Nichts erscheint als Eigenes, als was aus der Freiheit kommt: 2880.
(4) - Es gibt eine himmlische Freiheit und eine höllische Freiheit: 2870, 2873, 2874, 9589, 9590.
(5) - Die himmlische Freiheit gehört der himmlischen Liebe oder der Liebe zum Guten und Wahren an: 1947, 2870, 2872.
(6) - und weil die Liebe zum Guten und Wahren vom Herrn ist, so ist die eigentliche Freiheit, sich vom Herrn führen lassen: 892, 905, 2872, 2886, 2890-2892, 9096, 9586, 9587, 9589-9591.
(7) - Der Mensch wird in die himmlische Freiheit vom Herrn eingeführt durch die Wiedergeburt: 2874, 2875, 2882, 2892.
(Cool - Der Mensch muß die Freiheit haben, damit er wiedergeboren werden kann: 1937, 1947, 2876, 2881, 3145, 3146, 3158, 4031, 8700.
(9) - Sonst könnte die Liebe zum Guten und Wahren dem Menschen nicht eingepflanzt, noch ihm scheinbar als das Seinige angeeignet werden: 2877, 2879, 2880, 2888.
(10) - Nichts, was aus Zwang geschieht, verbindet sich mit dem Menschen: 2875, 8700.
(11) - Könnte der Mensch durch Zwang gebessert werden, so würden alle selig werden: 2881.
(12) - Der Zwang ist bei der Wiedergeburt gefährlich: 4031.
(13) - Aller Gottesdienst aus der Freiheit ist [wirklicher] Gottesdienst, nicht aber der aus Zwang geschieht: 1947, 2880, 7349, 10097.
(14) - Die Buße muß im Zustand der Freiheit geschehen, und die, welche im Zustand des Zwanges geschieht, hat keinen Wert: 8392.
(15) - Welche Zustände die des Zwanges seien: 8392.
(16) - Es ist dem Menschen gegeben worden, mit der Freiheit der Vernunft handeln zu können, damit für ihn das Gute vorgesehen werden könne, und darum ist der Mensch in der Freiheit, auch das Böse zu denken und zu wollen, ja es auch zu tun, soweit nicht die Gesetze es verhindern: 10777.
(17) - Der Mensch wird vom Herrn zwischen Himmel und Hölle, und so im Gleichgewicht gehalten, damit er in Freiheit sei um der Besserung willen: 5982, 6477, 8209, 8987.
(18) - Was in [dem Zustand] der Freiheit eingepflanzt wird, das bleibt, nicht aber was im Zwang eingepflanzt wird: 9588.
(19) - Darum wird die Freiheit keinem je genommen: 2876, 2881.
(20) - Keiner wird vom Herrn gezwungen: 1937, 1947.
(21) - Das Sichselbstzwingen kommt aus der Freiheit, nicht aber das Gezwungenwerden: 1937, 1947.
(22) - Der Mensch soll sich zwingen zum Widerstand gegen das Böse: 1937, 1947, 7914, und auch zum Tun des Guten wie von sich, dennoch aber anerkennen, daß es vom Herrn kommt: 2883, 2891, 2892, 7914.
(23) - Der Mensch hat größere Freiheit in den Versuchungskämpfen, in denen er überwindet, weil alsdann der Mensch sich innerlich zwingt zu widerstehen, obgleich es anders erscheint: 1937, 1947, 2881.
(24) - Höllische Freiheit ist, sich von der Selbstliebe und Weltliebe und ihren Begierden führen lassen: 2870, 2873.
(25) - Die, welche in der Hölle sind, kennen keine andere Freiheit: 2871.
(26) - Die himmlische Freiheit ist von der höllischen Freiheit so weit entfernt, wie der Himmel von der Hölle: 2873, 2874.
(27) - Die höllische Freiheit, welche ist, sich von der Selbst- und Weltliebe führen lassen, ist nicht Freiheit, sondern Sklaverei: 2884, 2890, weil es Sklaverei ist, sich von der Hölle führen zu lassen: 9586, 9589, 9591.
(b)

Vom Einfluß
(1) - Alles, was der Mensch denkt und was er will, fließt ein, laut [eigener] Erfahrung: 904, 2886-2888, 4151, 4319, 4320, 5846, 5848, 6189, 6191, 6194, 6197-6199, 6213, 7147, 10219.
(2) - Daß der Mensch die Dinge betrachten, denken und analytisch schließen kann, ist eine Folge des Einflusses: 5288, 4319, 4320.
(3) - Der Mensch kann nicht einen Augenblick leben, wenn ihm der Einfluß aus der geistigen Welt entzogen wird, [laut eigener] Erfahrung: 2887, 5849, 5854, 6321.
(4) - Das Leben, das vom Herrn her einfließt, wird je nach dem Zustand des Menschen und nach der Aufnahme verschieden bestimmt [variatur]: 2069, 5986, 6472, 7343.
(5) - Bei den Bösen wird das Gute, das vom Herr her einfließt, in Böses, und das Wahre in Falsches verkehrt, laut [eigener] Erfahrung: 3643, 4632.
(6) - Das Gute und Wahre, das vom Herrn her einfließt, wird insoweit aufgenommen, als nicht Böses und Falsches im Wege steht: 2411, 3142, 3147, 5828.
(7) - Alles Gute fließt vom Herrn, und alles Böse von der Hölle her ein: 904, 4151.
(Cool - Der Mensch glaubt heutzutage, alles sei in ihm und sei aus ihm, während es doch einfließt, und er dies wissen sollte aus einem Lehrpunkt der Kirche, welcher lehrt, daß alles Gute von Gott und alles Böse aus dem Teufel sei: 4249, 6193, 6206.
(9) - Würde hingegen der Mensch der Lehrbestimmung gemäß glauben, so würde er das Böse sich nicht aneignen, noch das Gute zu dem Seinigen machen: 6206, 6324, 6325.
(10) - Wie glücklich der Zustand des Menschen wäre, wenn er glaubte, daß alles Gute vom Herrn einfließt und alles Böse von der Hölle her: 6325.
(11) - Die, welche den Himmel leugnen oder nichts von ihm wissen, wissen nicht, daß es irgendeinen Einfluß von daher gibt: 4322, 5649, 6193, 6479.
(12) - Was der Einfluß sei, verdeutlicht durch Vergleiche: 6128, 6190, 9407.
(13) - Alles zum Leben Gehörige fließt von der ersten Quelle des Lebens her ein, weil es von daher stammt, und zwar fließt es ununterbrochen ein, somit vom Herrn: 3001, 3318, 3337, 3338, 3344, 3484, 3619, 3741-3743, 4318, 4320, 4417, 4524, 4882, 5847, 5986, 6325, 6468-6470, 6479, 9276, 10196.
(14) - Es findet ein geistiger Einfluß statt, und nicht ein physischer, somit ein Einfluß aus der geistigen Welt in die natürliche, und nicht aus der natürlichen in die geistige: 3219, 5119, 5259, 5427, 5428, 5477, 6322, 9110, 9111.
(15) - Der Einfluß geht durch den inneren Menschen in den äußeren oder durch den Geist in den Körper und nicht umgekehrt, weil der Geist des Menschen in der geistigen Welt ist und der Körper in der natürlichen: 1702, 1707, 1940, 1954, 5119, 5259, 5779, 6322, 9380.
(16) - Der innere Mensch ist in der geistigen Welt, und der äußere in der natürlichen Welt: 978, 1015, 3628, 4459, 4523, 4524, 6057, 6309, 9701-9709, 10156, 10472.
(17) - Es scheint zwar, als gebe es einen Einfluß vom Äußeren beim Menschen ins Innere, allein dies ist eine Täuschung: 3721.
(18) - Es besteht beim Menschen ein Einfluß in sein Vernünftiges und durch dieses ins Wissenschaftliche [scientifica], und nicht umgekehrt: 1495, 1707, 1940.
(19) - Welcherlei die Ordnung des Einflusses sei: 775, 880, 1096, 1495, 7270.
(20) - Der Einfluß ist unmittelbar vom Herrn und auch mittelbar durch die geistige Welt oder den Himmel: 6063, 6307, 6472, 9682, 9683.
(21) - Der Einfluß des Herrn geht in das Gute beim Menschen und durch das Gute in das Wahre, nicht aber umgekehrt: 5482, 5649, 6027, 8685, 8701, 10153.
(22) - Das Gute gibt die Fähigkeit, den Einfluß vom Herrn aufzunehmen, nicht aber das Wahre ohne das Gute: 8321.
(23) - Was ins Denken einfließt, schadet nicht, wohl aber, was in den Willen einfließt, weil dies dem Menschen angeeignet wird: 6308.
(24) - Es gibt einen allgemeinen Einfluß: 5850.
(25) - Dieser ist das unausgesetzte Streben, der Ordnung gemäß zu wirken: 6211.
(26) - Dieser Einfluß geht in das Leben der Tiere: 5850, und auch in die Subjekte des Pflanzenreichs: 3648.
(27) - Gemäß dem allgemeinen Einfluß fällt auch der Gedanke in die Rede und der Wille in die Handlungen und Gebärden bei den Menschen: 5862, 5990, 6192, 6211.
(c)

Von den Trägern
(1) - Die von den Gesellschaften der Geister zu anderen Gesellschaften, sowie auch zu einzelnen Geistern ausgesandten Geister heißen Träger [Subjecta]: 4403, 5856.
(2) - Die Mitteilungen im anderen Leben geschehen durch solche Geistersendboten: 4403, 5856, 5983.
(3) - Der entsandte Geist, der als Träger dient, denkt nicht aus sich, sondern aus denen, von denen er ausgesandt ist: 5985-5987.
(4) - Mehreres von diesen Geistern: 5988, 5989.
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